Posts Tagged ‘Wilhelm Reich’

Das Tor zur Hölle öffnet sich (Teil 4)

21. Juli 2018

Das Fleisch wird ZERRISSEN…

„Anhänger Wilhelm Reichs“ sind drollig, wenn es um die Frage der Abtreibung geht, die sie handhaben, als lebten wir noch im Wien der späten 1920er Jahre bzw. im Berlin der frühen 1930er Jahre. Angefangen mit der sexualökonomischen Lebensforschung in Oslo Mitte bis Ende der 1930er Jahre, spätestens mit Die kosmische Überlagerung (1951), wurde für Reich das Embryo zur Verkörperung des schützenwerten Lebendigen. Wirklich in all seiner Tragweite bewußt wurde uns (allen Menschen, die sich ein Gefühl für das Leben bewahrt haben) das aber erst in den letzten etwa 40 Jahren mit der immer besser werdenden Bildgebung aus dem Mutterleib. Aus dem Beseitigen eines störenden „Zellklumpens“, gar „Geschwürs“, wurde der denkbar grauenerregende Mord an einem kleinen unschuldigen Menschen, der Schmerzregungen und Emotionen zeigt.

Die Antwort kann nicht der Appell an die vermeintliche „Freiheit (Verantwortungslosigkeit!) sein: „Mach es weg, wenn es dich stört!“, sondern der Appell an die Verantwortung. Es geht nicht an, daß Menschenleben geopfert werden, weil irgendwelche zugekifften Kids den schnellen Fick suchen, um ihr fragiles Ego zu befriedigen – und das wird dann auch noch durch „sexualökonomische“ Argumente abgesichert. Fundamentalistische Christen appellieren wenigstens an die Wachheit, das Verantwortungsgefühl und nicht zuletzt an die Macht der Liebe.

Millionen Menschen wurden geopfert, zerstückelt und im Klo heruntergespült, übrig blieben traumatisierte Überlebende und seelisch zerstörte Mörder. Und der „Reichianer“ ist ob des Fortschritts und der „Freiheit“ – glücklich! Während jede Hinrichtung eines sadistischen Mörders in den USA ihn in tiefste Depression verfallen läßt!

Hier ließe sich auch die Diskussion um das Waffenrecht in den USA anführen; der hysterische Angriff von Links-„Reichianern“ gegen den freien Waffenbesitz. Mal abgesehen von der hirnzerfetzenden Schizophrenie, daß sie einerseits in Trump einen „neuen Hitler“ sehen, andererseits aber die Bevölkerung entwaffnen wollen… Was wäre eigentlich, wenn man die Embryos und Föten ERSCHIESSEN würde?! Ich bin nicht zynisch. Nicht ich bin ohne Gefühl, sondern diese Leute, die von einer „Reichianischen“ Ideologie geblendet ihre Seelen dem Leviathan aus Hellraiser überantwortet haben, gegen den Reich mit seiner „sexualökonomischen Lebensforschung“ gekämpft hat.

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Leserbrief an Paul Ritters Zeitschrift ORGONOMIC FUNCTIONALISM (1959)

13. Juni 2018

von Paul Mathews*

Sehr geehrter Herr Ritter,

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um einige Kritikpunkte vorzubringen. In früheren Nummern [von Orgonomic Functionalism] haben Sie dazu eingeladen.

Erlauben Sie mir zunächst Ihre Hartnäckigkeit und Ihre Bemühungen zu würdigen, über die Jahre eine Zeitschrift herauszugeben, die zumindest zur Verbreitung von Informationen über Wilhelm Reich und die orgonomische Bewegung beigetragen, aber auch anregende und kreative Ideen eingebracht hat, die einer orgonomischen Ausrichtung entstammen. Dies ist heute um so wichtiger, wo die gesamte orgonomische Forschungs- und Veröffentlichungsarbeit eingestellt wurde – hoffentlich nur vorübergehend.

Auf der negativen Seite betrifft meine Kritik Bereiche, in denen ich glaube, daß Sie zu eifrig waren und zu weit gegangen sind. Ich glaube nicht, daß Sie oder irgendeiner Ihrer „Auszubildenden“ Orgontherapie praktizieren oder Berichte über Ihre Behandlungen im Orgonomic Functionalism veröffentlichen sollten. Die Gründe sind einfach: Im Gegensatz zur Praxis der heutigen Psychoanalyse, die sich für eine „laien-analytische Therapie“ anbietet, ist die Orgontherapie eine streng medizinische Disziplin. Reich selbst legte Richtlinien für die Anforderungen an einen Orgontherapeuten fest. Alle Therapeuten müssen Ärzte sein (d.h. M.D. [Dr. med.] oder das Äquivalent – vgl. „The Founding of the American Association for Medical Orgonomy“, S. 77f – OEB, Vol. 1, No. 2, April 1949), mit einer Ausbildung in klassischer Psychiatrie und einer Phase der orgonomischen Umstrukturierung bei einem qualifizierten ärztlichen Trainingstherapeuten. Die verschiedenen Prozesse in der Orgontherapie sind zwar funktioneller Natur und variieren mit dem Individuum, sie sind jedoch auf einen systematischen Ansatz ausgerichtet, bei dem der Therapeut weiß, was vor sich geht, warum es geschieht und wohin es geht. Tiefe und Kraft der Orgontherapie ist so groß, daß die Gefahr möglicher physiologischer Reaktionen und ihrer funktionell identischen psychischen Komponenten hoch ist, außer in den Händen derer, die die strengsten Anforderungen erfüllt und eine entsprechende medizinische Ausbildung erfahren haben. In dieser Hinsicht wurden von Zeit zu Zeit Warnungen in den verschiedenen orgonomischen Zeitschriften herausgegeben.

Abgesehen von pragmatischen medizinischen Überlegungen gibt es das soziale (und rechtliche) Problem, die bereits bestehenden Lügen und Verdrehungen hinsichtlich der „pseudowissenschaftlichen“ Natur der Orgonomie und der Etikettierung ihrer legitimen Praktizierenden als „Quacksalber“ weitere Nahrung zu geben. Die Emotionelle Pest sucht immer nach Wegen, die orgonomische Arbeit weiter zu diffamieren, zu stören und zu zerstören bzw. das, was davon übriggeblieben ist. Sie erinnern sich vielleicht an einen Brief, den Dr. Baker einmal an das American College of Physicians (OEB, Vol. 2, No. 1, Januar 1950, S. 45) senden mußte, aus dem ich teilweise zitiere:

Ich wünschte, Sie würden dem College erklären, daß ich keinem Kult angehöre. Die American Association for Medical Orgonomy setzt sich aus Mitgliedern zusammen, die Ärzte einer medizinischen Fakultät der Klasse A mit einem Jahr Berufspraktikum sind, mindestens einem Jahr Psychiatrie, einer kompletten Umstrukturierung durch eine persönliche Orgontherapie und drei Jahren Orgon-Biophysik-Ausbildung in Klinik, Seminar und Labor.

Man kann die Versuchung verstehen, therapeutisches Wissen in einem Land anzuwenden, in dem es keinen Zugang zu qualifizierten Orgontherapeuten gibt. Es ist jedoch sehr zweifelhaft, daß dies den beteiligten Patienten und dem Fach im Allgemeinen gerecht wird. Wäre es nicht besser diese Munition dem Feind vorzuenthalten und zu warten, bis qualifizierte Hilfe verfügbar wird (was unter letzterer Bedingung wahrscheinlicher ist)? Andernfalls gehen Sie möglicherweise ungerechtfertigte ernste Risiken ein, die andere Menschen betreffen. Es gibt natürlich keinen ernsthaften Einwand gegen eine Form von Counseling , Beratung oder Oberflächenanalyse einer verbalen Natur, die orgonomisch orientiert ist.

Nur noch eine Sache. Ihre Bezugnahme auf Alexander Lowens Buch PHYSICAL DYNAMICS OF CHARACTER STRUCTURE [1958, deutsche Übersetzung: Körperausdruck und Persönlichkeit, München 1981] als für die Orgonomie wichtig, ist meines Erachtens ungerechtfertigt. Dr. Lowen identifiziert sich nicht mit der Orgonomie und hat sich Techniken angeeignet, mit denen Reich und andere Orgonomen nicht übereinstimmen. Lowen verwendet nicht den Begriff „Orgon“, obwohl es offensichtlich ist, was er mit dem Ausdruck „Bioenergie“ meint. Meine eigene Lektüre des Buches zeigt keinen signifikanten Beitrag zum orgonomischen Wissen und weist in einigen Fällen auf eine Regression zu einigen der früheren vegetotherapeutischen Techniken hin. Am bedeutsamsten scheint mir jedoch der Versuch Lowens zu sein, mit den Psychoanalytikern irgendwie einen Vergleich zu finden und (wo Reich es nicht vermochte und zwar mit viel größerer Erfahrung, Wissen und Genialität als er) ihnen zu beweisen und sie zu überzeugen, daß die Lücke zwischen Freuds früheren Libido-Konzepten der Psychoanalyse (die die meisten von ihnen heute nicht akzeptieren) und den Energiekonzepten Reichs nicht existent ist. Ich wünsche ihm dabei viel Glück – er wird’s brauchen.

Mit freundlichen Grüßen,

Paul Mathews

* Aus der von Paul und Jean Ritter in Nottingham, England herausgegebenen Zeitschrift Orgonomic Functionalism, Vol. 6 (1959), Nos. 2&3, S. 83f.

Eine notwendige Ergänzung zu David Boadellas „Orgonenergie, Liebe und Raumschiffe“: der Verweis auf Jerome Eden

6. Juni 2018

Ich möchte an Die kosmische Revolution (Wilhelm Reich, UFOs und die Klimakatastrophe) von Jerome Eden erinnern. Eine umfassende Einführung in jenen Problemkomplex, dem Wilhelm Reich am Ende seines Lebens den größten Teil seiner Aufmerksamkeit schenkte: die Zerstörung der Erdatmosphäre durch Wesen von anderen Welten. Vor dem Hintergrund von 30 Jahren eigener Forschungen auf diesem Gebiet, wies Eden definitiv die Richtigkeit von Reichs Annahmen nach.

Am Anfang des Buches beschreibt er den Reichschen „Orgon-Akkumulator“ und seine ganz persönlichen Erfahrungen mit der radioaktiven Umweltverseuchung, die für den regelmäßigen Benutzer des Akkumulators unmittelbar erfahrbar wird. Am eigenen Leibe spürt er den Kampf zwischen den antagonistischen Kräften Orgonenergie und Kernenergie. Diese Auseinandersetzung erstreckt sich aber nicht nur auf die irdische Atomindustrie, sondern auch auf jenes Phänomen, das im Allgemeinen mit dem Wort „UFO“ umschrieben wird. Eine außerirdische Technologie, die die Orgonenergie-Hülle der Erde zerstört und klimatische Katastrophen zur Folge hat.

Eden beschreibt die Schlacht, die Reich mit Hilfe des „Cloudbusters“ 1954-55 in der Wüste Arizonas gegen die außerirdischen Invasoren ausfocht. Es handelt sich dabei um ein Kapitel der Orgonomie, dem so gut wie alle Anhänger Reichs ängstlich ausgewichen sind, so als hätte Reich nie gesagt, daß unser Planet von Wesen aus dem Weltall heimgesucht wird und daß dies „die wichtigste und bedrohlichste Entwicklung in der Geschichte der Menschheit“ darstellt!

Das Wesen dieses Buches wird durch folgende Erinnerungen Walter Burnhams, einem Studenten Edens, erhellt:

1972 gab mir meine Mutter ein Buch, Jerome Edens Orgone Energy – The Answer to Atomic Suicide. Sie überreichte es mir mit den Worten: „Hier Walter, ich dachte, daß du dich vielleicht dafür interessierst. Ein Mann aus Careywood schreibt über eine Energie, dem Gegenteil der Kernenergie.“ Für meine Mutter war es nur ein interessantes Buch von vielen, die sie aus Zeitmangel nicht lesen konnte. Für mich war es, als hätte jemand das Tor des Kerkers meiner Jugendjahre aufgestoßen.

Der Kampf hatte begonnen, ob ich mich wegen der Lust meines Körpers schuldig oder nicht schuldig fühlen sollte; entweder der Sehnsucht nach Liebe Folge zu leisten oder zu schrumpfen, um zu meinen unglücklichen Gefährten zu passen. In Anbetracht meiner vielen leichtsinnigen Versuche durch jenes „Tor“ zu rennen, kann ich dafür dankbar sein noch zu leben.

Als Wilhelm Reich zum ersten Mal das Orgon konzentrierte, sein Glühen und Schimmern bobachtete, die Wärme in seinen Händen spürte, war dies das Ergebnis von 25 Jahren eingehender Beobachtung des Menschentiers. Er hat hart dafür gearbeitet; er arbeitete, als im Zweiten Weltkrieg die Welt in Trümmer ging; er arbeitete als Scheidung, Einsamkeit und Verleumdung sein Leben überschatteten. Er hat für uns die Pionierarbeit geleistet. Während seine Mitmenschen ihn beschimpften, kämpfte er für unser Glück. Seine Arbeit hat den Geist im Menschen freigelegt und den Gott, den wir vergessen haben.

Wenn ich also selbst die Perversionen der Welt hinter mir lassen kann, wenn ich mich von den Trümmern der Gesellschaft freischwimmen kann, wenn ich nicht den Gefahren erliege, die damit verbunden sind, meine Freunde „retten“ zu wollen, wenn ich nicht zur Reinigung ins Meer renne, nur um dabei zu ertrinken, wenn ich lerne, daß ich an der Frontlinie dieses Kampfes der Neugeborenen gegen die Emotionelle Pest stehe, dann habe ich das erhalten, was ich immer wollte – die gute Aussicht für mich und meine Angehörigen in einer zerfallenden Welt zu überleben. Die Orgonomie ist das Studium der Lebensfunktionen und ich strebe danach, lebendig und vollständig funktionsfähig zu sein. (Orgonomic Education Newsletter, Dez. 1984)

Das Hauptaugenmerk von Die kosmische Revolution ist auf das UFO-Problem gerichtet. In letzter Zeit habe ich mir viele UFO-Dokumentationen auf YouTube angeschaut. Fast alle, etwa die Serie „UFO Hunters“, sind eine Zumutung. Absolut brillant ist folgende vollkommen unprätentiöse australische Fernsehdokumentation aus dem Jahre 2009. Der Fernsehjournalist hat einfach nur seine Arbeit gemacht!

Es geht hier um eine ausgedehnte und sehr detaillierte UFO-Sichtung durch eine ganze Schule im Jahre 1966. Noch heute erinnern sich die Schüler und einige Nachbarn der damaligen Ereignisse; wie unmittelbar nach der Sichtung das Militär (offenbar in Australien stationierte Amerikaner) auftauchte, die Kamera konfisziert wurde, mit der eine Lehrerin einige Aufnahmen geschossen hatte, und wie schließlich alles unternommen wurde, um die Sichtung aus dem öffentlichen Bewußtsein zu löschen.

Dieser eine Film reicht vollkommen, um die Existenz von „UFOs“ zu beweisen. Wie das Phänomen zu interpretieren ist, ist eine andere Frage (immerhin deutet die Militärpräsenz, die in fast allen derartigen Schilderungen Erwähnung findet, in eine bestimmte Richtung!), aber das Phänomen als solches zu leugnen, ist unseriös.

Wenn Jerome Eden mit seiner Interpretation des Phänomens recht behalten sollte, dann Gnade uns Gott!

nachrichtenbrief113

14. Mai 2018

ZUKUNFTSKINDER: 6. Das sexuelle Elend der Jugend, f. Die sexuelle Revolution

12. April 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

6. Das sexuelle Elend der Jugend, f. Die sexuelle Revolution

Peter brütet über Reichs Panzerzeichnungen und Panzerschemata

11. April 2018

Seit Beginn meiner Beschäftigung mit Reich stolpere ich ständig über zwei eng miteinander verbundene Probleme:

1. wäre da der eklatante Widerspruch zwischen der Aussage und der Ausdruckssprache folgender Illustration aus Äther, Gott und Teufel:

Die Aussage ist, daß der Panzer ein quasi „anorganischer“ bzw. „antiorganischer“ Fremdkörper im Organismus ist, der dessen Lebendigkeit stört. In der obigen Abbildung hingegen wird die Panzerung durch eine organische Wellenform symbolisiert. In der entsprechenden freihändigen Zeichnung Reichs im Originalmanuskript ist es sogar eine Kreiselwelle!

2. Das Rätsel vertieft sich, wenn man sich vor Augen führt, daß die Funktionsschemata, die am Anfang der Entwicklung der Orgonometrie stehen, vor allem von der Beschreibung der Panzerung handeln und nicht etwa von der Beschreibung des Lebendigen selbst:

Die Mißhandlung von Wilhelm Reich in CHILDREN OF THE FUTURE

26. Februar 2018

Im teilweise deutschen Originalmanuskript von Children of the Future findet sich eine Kopie von „Mißhandlung von Säuglingen“. In der deutschen Ausgabe von Kinder der Zukunft wurde daraus ein vermeintliches „Kapitel“, das irrigerweise als „Mißhandlungen von Kindern“ rückübersetzt (sic!) wurde.

Ursprünglich war dieses Schriftstück Reichs vom Oktober 1942 ein „Letter to the Editor“ des International Journal of Sex-economy and Orgone Research, Theodore P. Wolfe. Es wurde in der Rubrik „Correspondence“ und mit der Einleitung „A physician writes: Dear editor“ als der anonyme Beitrag „Disastrous Fads in Infant Upbringing“ in der Ausgabe vom November 1942 abgedruckt (Vol. 1, No. 2, S. 276-278), nachdem es, wahrscheinlich von Wolfe, ins Amerikanische übertragen worden war.

Die Herausgeber der amerikanischen Ausgabe von Children of the Future (1983) erachteten es nicht für nötig, auf diese Erstveröffentlichung hinzuweisen, die sofort ihre Manipulation offenbart hätte. Sie machten nämlich aus den Anfangsworten „Seit mehreren Wochen…“ das, was in der deutschen Ausgabe als „Über mehrere Wochen hinweg…“ übersetzt wurde. So wird aus einer zeitgebundenen Notiz ein sozusagen „überzeitliches“ Kapitel für ein Buch. Entsprechend wurde die Gegenwartsform des ersten Absatzes (die in der Übersetzung von 1942 erhalten geblieben war) in die Vergangenheitsform versetzt und der Anfang des vierten Absatzes von „Wir sind eben im Begriff…“ in „Wir haben seither darum gerungen…“ (meine Rückübersetzung!) verwandelt. 1942 war noch korrekt übersetzt worden: „And now we are…“. Reichs Text wurde also selbstherrlich so umgeschrieben, als hätte er ein Buchkapitel verfaßt. Das sind wohlüberlegte Verfälschungen am Reichschen Text, die Reich in seinem Testament ausdrücklich allerstrengstens untersagt hat!

An anderer Stelle habe ich gezeigt, daß diese Art von Manipulation praktisch alle Neuausgaben der Reichschen Texte durchzieht. Und niemand, wirklich niemand, hat m.W. jemals darauf hingewiesen. Es wurden etwa in der Masspsychology of Fascism einzelne Wörter so ins Amerikanische „übersetzt“, daß es dem Leser nicht auffiel, daß die Herausgeber aus dem großen Endkapitel über die Arbeitsdemokratie mehrere kleinere „Kapitel“ gemacht hatten, was die innere Logik des Buches nachhaltig zerstört hat; es „zerfleddert“ sozusagen am Ende.

Die Mißhandlung des Wilhelm Reich durch Leute, die ihn offensichtlich zutiefst verachten. So gehen Eltern mit Kindern um, denen das Wort im Munde umgedreht wird, die kein geistiges Eigentum besitzen und mit denen man tun und lassen kann, was man will. „Wir machen das schon für Dich, Du kleiner Hosenscheißer!“ In dieser Hinsicht ist das Buch Children of the Future bzw. Kinder der Zukunft von einer grausamen Ironie. Alle schauen beim Mißbrauch zu und niemand macht was.

Interessanterweise hat Reich folgenden etwas unglücklichen, da verwirrenden (im Zusammenhang aber logischen!) Satz, der sich gegen die Bauchlage von Säuglingen mit ihrer Intention a la Moritz Schreber richtet, aus der Veröffentlichung von 1942 gestrichen. Er erscheint aber in der amerikanischen Neuübersetzung und damit der deutschen Rückübersetzung (die den Satz prompt ins Gegenteil verkehrt!). Hier das Reichsche Original:

Es wäre dringend ratsam, sofort mit klarer und entschlossener ärztlicher und erzieherischer Propaganda gegen diese modernste Besorgtheit um die natürliche Entwicklung einzusetzen.

Im Originalmanuskript folgt ein weiterer Satz, den Reich im Manuskript gestrichen hat und der deshalb nie veröffentlicht wurde:

Wer die Natur nicht begreift, soll seine Hände davon weghalten.

ZUKUNFTSKINDER: 1. „Rousseauismus“? c. Verlorengegangene und erträumte Paradiese

27. Januar 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

1. „Rousseauismus“? c. Verlorengegangene und erträumte Paradiese

ZUKUNFTSKINDER: 1. „Rousseauismus“? b. Alice Miller und der sexuelle Kindesmißbrauch

25. Januar 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

1. „Rousseauismus“? b. Alice Miller und der sexuelle Kindesmißbrauch

Wie Wilhelm Reich benutzt wird, um die Orgonomie zu zerstören

4. Januar 2018

Kaum hat man irgendeinen fruchtbaren Gedanken, etwa daß Frauen in die Familie gehören, um die Kinder großzuziehen, daß Kinder eine väterliche Autorität benötigen und daß es für Kinder nichts schlimmeres gibt, als schutzlos dem Gruppendruck von seiten anderer Kinder ausgesetzt zu sein, – kommt der nächste Reichianer und haut dir eines von Reichs Werken, etwa Die sexuelle Revolution, um die Ohren. Kaum denkt man über die Ökonomie nach, wird einem Reichs Haltung zu Marx unter die Nase gehalten. Und so in vielen weiteren Bereichen.

Es ist absurd sich auf diese Weise auf Reich zu berufen. Was wäre, wenn Reich 1932 gestorben wäre? Wären „Reichianer“ noch heute fanatische Kommunisten? Hätte Reich das ORANUR-Experiment nicht durchgeführt, würden sie heute noch vertreten, daß Orgonenergie-Akkumulatoren in den radiologischen Abteilungen von Krankenhäusern neben anderen Geräten zur physikalischen Therapie stehen sollten? Man kann Figuren wie Giordano Bruno und selbst Christus ganz anders sehen, als Reich es getan hat (siehe Der verdrängte Christus). Erdreistet sich noch jemand, Lenin so zu zeichnen, wie es Reich getan hat? (Lenin war der einzige Revolutionär, der im Detail beschrieben hat, wie man etwa zaristische Polizeioffiziere ermorden kann.)

Reich ist seit über einem halben Jahrhundert tot und seine Ansichten sind nur noch von historischem Interesse. Das einzige was zählt, ist die Funktion des Orgasmus, die Entdeckung des Orgons und die Orgonometrie. Orgonomie ist nicht etwas, was auf den zeitlich spätesten jeweiligen Reich-Zitaten beruht und dann jederzeit durch eine nachträglich entdeckte noch spätere Aussage Reichs wieder infrage gestellt werden muß. Sie ist die selbständige Anwendung der Reichschen Methode. Aber jeder, der auf vollkommen korrekte Weise zu neuen Ergebnissen kommt, setzt sich der Gefahr aus, von „Reichianern“ zurechtgewiesen zu werden. Auf diese Weise wird jeder Fortschritt der orgonomischen Wissenschaft hintertrieben und die Orgonomie selbst sogar in ihrer Existenz gefährdet.

Es hat schon seinen Sinn, wenn heute medizinische Orgonomen ihre Patienten kaum noch berühren, jedenfalls drastisch weniger als sogenannte „Körpertherapeuten“. In diesem Zusammenhang auf Reich zu verweisen, dessen Therapie am Ende doch so vollkommen anders ausgesehen habe, ist vollkommen daneben, denn Reich behandelte nur ein bestimmtes Klientel, d.h. langwierige Fälle übergab er seinen Schülern, und es ging ihm primär um eine experimentelle Herangehensweise. Daß sich die Orgontherapie so entwickelt hat, wie sie sich entwickelt hat, läßt sich funktionell begründen. Hier die Orgonomie mit Rückverweis auf Reich „retten“ zu wollen, kann ihr nur schaden.

Dazu gehören auch Fragen der grundsätzlichen Strategie, etwa im Verhalten gegenüber Behörden. Reichs Umgang mit der FDA kann wohl kaum als Muster einer vernünftigen Vorgehensweise gelten! Sollten die Orgonomen in Amerika so manchem halbinformierten Dogmatiker folgen, etwa was den Orgonenergie-Akkumulator, den Cloudbuster und selbst das Berühren von Patienten betrifft, könnte das sehr schnell im Verschwinden der organisierten Orgonomie auf dem nordamerikanischen Kontinent münden. Die Orgonomie muß juristisch unangreifbar sein. Alles andere ist eine offene Einladung an die Emotionelle Pest!

Es stimmt, daß Reich am Ende die Orgonenergie in den Mittelpunkt stellen wollte, doch eine vernünftige Forschung, die dem skeptischen Blick insbesondere der Physiker widerstehen könnte, würde Unsummen verschlingen, mal abgesehen vom ungeheuren Zeitaufwand und der notwendigen Expertise. Das geht alles nicht ohne ein angemessenes gesellschaftliches Umfeld, das aktiv im Rahmen der sozialen Orgonomie geschaffen werden muß. Jede Orgonforschung verpufft in der sich immer mehr okular abpanzernden antiautoritären Gesellschaft, wenn sie nicht sogar den grassierenden Mystizismus unterfüttern würde („Feinstoffliches“). Nichts gegen Orgonphysik, aber zu behaupten, daß die orgonomische Soziologie zu sehr im Mittelpunkt stehe…

Man kann sogar mit dem Begriff „Kontakt“ die Kontaktlosigkeit vertreten:

Ich habe dieses Video hier reingestellt, weil es m.E. die wahrscheinliche Zukunft der „Orgonomie“ zeigt: Reichs Entdeckungen eingebettet in etwas, was letztendlich auf das Gegenteil dessen hinausläuft, für was er gestanden hat. Die junge Frau wirkt so merkwürdig, weil das mit ihr gemacht wurde, für das gemeinhin „Reich“ steht: das Beckensegment wurde geöffnet, der Körper mit „Kundalini“-Energie überflutet und reaktiv hat sich das okulare Segment verkrampft. Dem entspricht ein Weltbild, das das Ende jeder Vernunft ist.