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Die Unterwanderung und Übernahme der Orgonomie durch die Kommunisten mittels ideologischer Gleichschaltung der Reich-Biographie

19. Mai 2017

Zunächst wird Reichs Stalinistischer (d.h. in der damaligen Zeit extrem linksradikaler) Fanatismus Ende der 1920er und Anfang 1930er Jahre kleingeredet. Das wird getan, um aus Reich einen charakterstrukturellen Linksliberalen zu machen. Dieser auf den ersten Blick für linke Verschwörer etwas absonderliche Schritt ist notwendig, um einen zweiten vorzubereiten, nämlich glaubwürdig zu machen, daß Reich in Amerika nicht etwa aus grundsätzlichen, sondern aus opportunistischen Gründen sich vom Marxismus distanziert hat.

Beides ist vollständig abwegig: in Wien und Berlin hat Reich sein Linksradikalismus die Karriere zerstört und ihn in akute Lebensgefahr gebracht, während in New York seine explizite Distanzierung von der UdSSR und den Linken ihm im alles entscheidenden Milieu der Intellektuellen nur Probleme beschert hat.

Reich soll zu dem umgelogen werden, was er in wirklich jeder seiner Phasen wahrhaftig nicht war: zu einem windelweichen, aggressionsgehemmten, opportunistischen Linksintellektuellen a la Otto Fenichel!

Reich hat den Verschwörern ungewollt in die Hände gearbeitet, als er selber in Amerika einerseits seine ehemalige Militanz herunterspielte, andererseits aber partout nicht von Marx und selbst nicht von Lenin lassen wollte. Das eine, wie das andere ist nur allzu verständlich, da es fast unmöglich war, Reichs ehemalige Militanz zu erklären, und andererseits Reich verständlicherweise auch nicht aufgeben wollte, was er in Wien und Berlin erarbeitet hatte. Tragischerweise können die Verschwörer heute durch bloße Akzentverschiebungen daraus eine ganz andere Geschichte machen. Eine, die Reich in den sozialistischen Befreiungskampf „zurückholt“, indem er sozusagen politisch gemainstreamt wird.

DER ROTE FADEN: Der Weg in den Faschismus (Wien)

15. Mai 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion:

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

 

 

Robert (Berlin) schrieb 2011: Lebt zusammen mit seinem Bruder Robert und einem Mitstudenten, der später Psychoanalytiker wird (er wurde m.W. nie identifiziert)
Könnte es Edward Bibring gewesen sein?

O. schrieb: Was mit dem Bruder Robert passierte wird immer nur am Rande erwähnt oder mal in einem Gerücht ausgeschmückt, vielleicht gibt es dazu ja noch differenzierte Informationen. Um es mal einfach anzusprechen, angeblich hätte es einen Identitästausch zw. Robert u. Wilhelm gegeben, nach dem Tod eines der beiden (wie man es dann sehen möchte). Das klingt nach totalem Schwachsinn, soll aber mal intern benannt worden sein. – Das mal so als Hinweis, in welche Richtung man auch mal schauen könnte, wenn da was dran wäre.

Dazu Peter: 1922 hat Robert Ottilie Heifetz geheiratet. Mit der hat Myron Sharaf noch Anfang der 70er Jahre gesprochen. Es ist schlichtweg kein Raum für irgendein „Szenario“. BTW: Ich habe noch nie ein Photo von Robert gesehen. Kennt jemand eins?

Jonas: „Auf Wilhelm Rouxs zum gleichen Thema erschienenem Buch fußend, führt Kammerer den Begriff „Selbstregulation” ein, die als Fähigkeit des Organismus definiert wird, die unterschiedlichsten Eingriffe durch die Umwelt aufzufangen.“
Evt. lohnt es sich, Reichs späteres Verständnis von „Selbstregulation“ mit anderen Konzepten zu vergleichen, die sich direkt oder indirekt von Roux/Kammerer herleiten. Ich denke da z.B. an die Affekt-Theorie von Silvan Tomkins, in der auch gelegentlich die Orgasmusfunktion gestreift wird.
http://atheoryofmind.wordpress.com/2011/06/15/affect-week-part-2-silvan-tomkinss-affects/

Pierre: „Ab wann „zählen“ dann seine Schriften? Für Reich selbst war diese Wasserscheide ungefähr 1940 erreicht, als er sich der Entdeckung des Orgons sicher wurde und sich an das Verfassen seiner „wissenschaftlichen Autobiographie“ Die Entdeckung des Orgons: Die Funktion des Orgasmus machte.“
Dort lesen wir gleich zu Beginn, datiert Nov. 1940,
was so ganz anders klingt:
„Es ist nützlich, wissenschaftliche Biographien in jungen Jahren zu schreiben … Auch ich könnte nachgeben und ableugnen, was in jungen Kampfjahren ehrliche wissenschaftliche Überzeugung war.“
Wenig später, am 2. April 1941 schrieb er an Neill:
„1. Ich verfüge über die Orgonstrahlung … und niemand außer mir weiß, wie man mit ihr umgeht.
2. …
3. …
4. …
5. …
Mein lieber Neill, das bedeutet MACHT, und Du kannst sicher sein, ich werde sie gegen jeden gebrauchen, der …“
Was kann diesen Umschlag bewirkt haben? Das zwischenzeitliche Treffen mit Einstein?

Robert schrieb 2013: „Im ursprünglichen Manuskript“
Was ist damit gemeint. Etwa nicht die deutsche Ausgabe, sondern eine Xerox-Kopie?
„Folgende Sätze aus dem Originalmanuskript von 1937 strich er ganz“
Passt zu Bennets Theorie, dass Reich sich an die USA im Politischen anpasste.

Dazu Peter: In der vom Verlag Stroemfeld/Nexus zu verantwortenden Ausgabe von 1995 ist in spitzen Klammern eingefügt, was Reich aus dem ursprünglichen Manuskript von 1937 für die amerikanische Ausgabe von 1953 gestrichen hat. Es handelt sich dabei meistens um Interna aus der psychoanalytischen Bewegung und um Stellen, wo Reich als politischer Kommunist sichtbar wird. Er hat das alles damals mit Myron Sharaf zusammen gemacht, der bezeugt, wie Reich sich gewunden und mit sich gekämpft hat: nicht aus Angst vor „McCarthy“, sondern weil er sich selbst kaum widererkannt hat. Er habe dann aber der historischen Wahrheit nachgegeben – bis eben auf seine Tätigkeit als „Revolutionärer Sozialdemokrat“ und KP-Funktionär. Was idiotisch war, denn das hätte bewiesen, daß Reich in Moskau durchaus eine bekannte Größe war – von wegen der kommunistischen Verschwörung gegen ihn!
Es ist etwa so wie mit den Grünen: Ich kenne Leute, die haben sich Anfang der 80er Jahre bei denen engagiert und haben damals die Kinderfickerei mitgekriegt (NICHTS ist übertrieben – eher im Gegenteil!!!) und können heute nur noch den Kopf über sich selbst schütteln: „Wie blind und blöd konnte ich bloß sein!“ Andererseits ist die damalige Situation heute kaum nachvollziehbar. Damals waren die Grünen noch nicht flächendeckend in kommunistischer Hand wie heute.

Peter: Was bleibt, ist EKEL:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-debatte-um-gruene-volker-beck-taeuschte-oeffentlichkeit-a-923357.html

Zeitgenosse: Eine Schande ist auch, dass sich viele Grüne der 68er, wie dieser Daniel Cohn-Bendit, auf Wilhelm Reich berufen haben.
Willy muss tatsächlich für vieles herhalten – auch posthum. Oder man fragt halt einen Hrn. Fischer um die Meinung eines toten Reichs.

Peter: „Sexualpolitik“ (Sexpol) heute…
http://www.spiegel.de/media/media-32292.pdf
Allein schon dafür werde ich die GRÜNEN ewig hassen!!!

Zeitgenosse: Ob Reich sich nun aus Überzeugung oder Opportunismus gewandelt hat, spielt im nachhinein kaum eine große Rolle. Es unterstreicht einfach nur, dass WR ein normaler Mensch und Forscher war und kein Halbgott, Prophet oder Mr.perfect (also nicht so, wie in manche Reichianer gerne hinstellen).
Auch aus diesem Grunde bin ich sehr vorsichtig bei der Interpretation von Reden und Äußerungen von Menschen – denn man weiß nicht in welchem genauen Kontext man sie einordnen kann. Auf alle Fälle keine unumstößliche Wahrheit und kein Bibel.
Hinsichtlich Anpassung: Ich kann es schon irgendwie nachvollziehen. Zuerst war die kommunistische Bewegung in Kontinentaleuropa eine Enttäuschung, der Rauswurf bei der Psychoanalytischen Vereinigung, der Kampf in Skandinavien und am Schluß das trügerische angeblich so „Freieste Land der Erde“; also die USA.

Zeitgenosse: Nachtrag: Daher meine Meinung, dass die Orgonomie in politischer Hinsicht keine absolute Wahrheit darstellen kann. Dafür ist zu viel Wendehals dabei in meinen Augen. Immerhin kann man sogar die Orgontherapie (wie alle anderen Therapien) als eine Art der Gehirnwäsche interpretieren. Man kann eine leere Hülle hinterlassen, die man mit „genehmen“ Ideologien wieder auffüllt. Daher mache ich auch keine.
Wo allerdings für mein dafürhalten die Orgonomie tatsächlich FAST an eine absolute Wahrheit hereinreichen kann, sind die Erkenntnisse in den Bereichen Medizin, Biologie und Physik. Aber diese Bereiche sind mir selber auch die liebsten wie ich zugeben muss.

Peter 2014: Die heutige SPÖ ist genauso verachtenswert wie ihre Vorgängerin, die SDAP zu Reichs Zeiten. Halt Sozialdemokraten… Ausspuck!!!
http://www.pi-news.net/2014/12/oesterreich-identitaere-stellen-neues-holzkreuz-auf/

Robert 2013: „Die Weltliga war 1928 in Kopenhagen gegründet worden als internationales sexualwissenschaftliche Diskussionsforum von den Deutschen Magnus Hirschfeld, Max Hodann, August Forel, Helene Stöcker,“
Auguste Forel ist meines Wissens Schweizer.

David: „Reich versucht in Massenversammlungen durch die kollektive Atmosphäre der Sexualbejahung den neurotischen Widerstand und die moralistische Hemmung des Einzelnen zu umgehen. Deshalb war Reich in gewisser Weise Begründer der Gruppentherapie.“
Begründer der Gruppentherapie – und auch eine Antithese zu Hitler und Goebbels, die auf ihre Weise die Hemmungen der Einzelnen umgingen („Wollt Ihr den Totalen Krieg?“)
Zu dieser Zeit wußte Reich nicht, daß die KPD nur an der parteipolitischen Mobilisierung der Massen interessiert war, aber nicht an Massen, die eigene Bedürfnisse vorbringen.
Nein, der Kommunist will nur die Massen anlügen, ausbeuten, sie vor seinen Karren spannen. Die Massen befreien will er nicht; das täuscht er nur vor. Nicht anders als die Nazis.

O.: Gibt es eine Quelle, die belegt, dass Emmy Rado beim OSS war (in leitender Funktion) und (daher auch) mit Reich Kontakt pflegte?
Robert:
http://de.wikipedia.org/wiki/Geheimreport

O. schrieb 2013: Sehr schöner klarer Artikel. Gibt es den Brady Artikel irgendwo zum Lesen? „Masse und Staat“ (Kap. 9 in Massenpsychologie d. Faschsimus) war also der direkte Auslöser, wo sich Frau Brady provoziert fühlte. Auch hier gibt es ein Auflagen-Wirrwarr mit hinuzgefügten Kapiteln, so dass sich Raubdrucke der 70-er (Nachdrucke der ersten Auflagen) und spätere Auflagen (meist auch unter Berücksichtigung der Orgonthese) unterscheiden. Dieses Kapitel ist aber auch nicht mit „Menschen im Staat“ zu verwechseln, wenn ich das richtig sehe. (Habe die Bücher nicht griffbereit.)

Dazu Peter: Hier das, was neben dem Mord an Reich, von Wertham übriggeblieben ist:
http://www.decaturdaily.com/stories/Anti-comics-crusader-seduced-himself,113321

Peter weiter: Und hier die Geschichte aus einer zugegeben bizarren Quelle:
http://books.google.de/books?id=VTx9dI9Iw4MC&pg=PT281&lpg=PT281&dq=wertham+brady&source=bl&ots=Aa0v9mog3_&sig=L-b9mmhMbBZQC1Gd0W9U6SnAy0s&hl=de&sa=X&ei=NAiUUZvzApHltQaaxoC4Dg&ved=0CFYQ6AEwBA

O.: Aus dem Turner Buch kann man nicht einen Satz zitieren, Ernst nehmen, aber es zeigt, zu was Reich-Hasser imstande sind, zu erfinden. Das Buch muss er doch in der geschlossenen Psychiatrie geschrieben haben als ihm langweilig wurde, normal ist das nicht.

Robert schrieb 2011: Zu Marie Frischauf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Pappenheim

Zur Broschüre:
http://www.file-upload.net/download-3448844/Frischauf_Reich-Ist-Abtreibung-sch-dlich.pdf.html

Robert weiter: Siehe auch:
http://www.schoenberg.at/index.php?option=com_content&view=article&id=701%3Asatellite-collection-p10&Itemid=330&lang=de
„Zeitdokumente
Zeitungsartikel aus der Reichspost vom 5.5.1933/7, Nr. 124 „Wien die neue Zentrale der kommunistischen „Sexualreformbewegung“? – Hände weg von Österreich!“ 1 Seite
Der Artikel wirft Maria Frischauf vor in Österreich an der Verbreitung und Organisierung der Kommunistischen Sexualreformbewegung in Österreich beteiligt zu sein.
Bericht über Hausdurchsuchung des Münster-Verlag in Wien wegen Verbreitung unzüchtiger Duckwerke. Von der Bundes-Polizeidirektion in Wien an das Landesgericht für Strafsachen Wien I, Abt.26. am 25. März 1934. Es wurden 95 Stück des Buches von Dr. Marie Frischauf und Dr. Anni Reich: „Ist Abtreibung schädlich?“ gefunden. 3 Seiten“

Peter: Auch sei [so Reich] eine „sexualbejahende Ethik“ de facto ein Widerspruch in sich selbst.
Allgemein zur Lebensfeindlichkeit der Ethik siehe
http://www.pi-news.net/2011/05/weltwoche-die-ethik-und-moralseuche/

Robert 2014: Zu Arnold Deutsch
„Der Österreicher Arnold Deutsch hatte seinen Doktortitel mit 24. Er fing zuerst an als einfacher Geheimdienstkurier, dann schloss er sich Wilhelm Reichs Sex-Bewegung an, leitete einen Wiener Verlag für “sexuelle und politische Befreiung”. 1932 bekam er seine Ausbildung zum Auskundschafter für geheime Übergangsstellen und Kommunikationspunkte an den Grenzen zu Holland, Belgien und Deutschland. Später wurde er in England eingesetzt. In London gelang es ihm, 20 Personen als Agenten anzuwerben, darunter die Cambridge-Absolventen Anthony Blunt, Guy Burgess, John Cairncross, Donald MacLean und Kim Philby.“
http://recentr.com/2014/07/der-kunstliche-mythos-cia/

David 2016:

Geht die Sexualreformbewegung auf die damals vorhandene – eher bürgerliche – Lebensreformbewegung zurück?

Robert 2011: Siehe auch die Doku bei Laska
http://www.lsr-projekt.de/wrb/revsozdem.html
auf die sich Fallend ohne Quellenangabe bezieht.
Die Politik der Sozialdemokraten war leider tatsächlich so, alle Errungenschaften der erkämpften Republik zu verspielen. Sie redeten unentwegt von der Revolution, es war eine reine „Als-Ob“-Rhetorik, aber praktisch war es ein ständiges Zurückweichen vor der reaktionären Rechten, die quasi einen Faschismus a la Franco errichten wollten.
Insofern blieb Reich gar nichts anderes übrig, als bei dem winzigen Haufen der KPÖ anzuklopfen.

O. 2013: Wie ist das zu verstehen?
„…, daß seine charakterologische Forschung z.B. für die Durchsetzung der Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion nutzbar zu machen sei.“
Wollte er die Arbeitskraft durch Steigerung der Liebeskraft und Liebesfähigkeit steigern, um so mehr zu Essen für die Menschen zu produzieren?
Gibt es Quellenangaben zu den spannenden Vorgängen dieser Zeit?

Peter antwortet: 1933 begrüßte er die Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 64) – was er in späteren Ausgaben nicht mal kommentierte. Die Stelle, die ich referiert habe findet sich im vorletzten Absatz des 1. Vorwortes der Charakteranalyse.

Robert 2013: Die Massenpsychologie wurde übrigens bei
Frantz Christtreu’s
Bogtrykkeri, København K.
gedruckt und kostete
8 Dän. Kr (steht auf dem Buchrücken)

Bogtrykkeri heißt Buchdruckerei. Frantz Christtreu’s Bogtrykkeri hat meines Wissens bis 1974 bestanden.

O. 2013: Wäre die Massenpsychologie des Faschismus ein intellektuelles Aufklärungsbuch gegen den Faschismus gewesen, wie es mir in der dritten (amerikanisch-orgonomischen Version) Auflage erscheint, hätte es zur Charakteranalyse noch gepasst und hätte Reich Karrieres als Lehrpsychoanalytiker nicht geschadet.
In der ersten Auflage mit dem sozialistischen Vokabular und der Forderung nach einer straffen Organisation für eine kampfbereite Gegenbewegung mit Reich als kommunistisches Mitglied (also noch verwoben in dieser Struktur und Organisation und diese gleichzeitig in Seitenhieben angreifend) muss die Psychoanalytische Vereinigung (Freud) seine Psychoanalytikerkarriere unwiderruflich beenden.
Reich war gewarnt worden, seine politischen Ansichten nicht weiter (mit der Psychoanalyse in Verbindung) für 1-2 Jahre fortzusetzen. Doch was macht Reich? Er versucht sich zu versichern, ob er nicht trotzdem politisch weitermachen könne und Psychoanalytiker beliben könne, er bringt nach der Charakteranalyse auch die Massenpsychologie selbst heraus.
Hinter diesem Hintergrund – und alleine schon aus der sexpolitischen Haltung (mit „sozialistischem“ Parteibuch) – muss die Psychoanalyse ihn ausschließen und auch die Kommunisten folgen seinen Angriffen nur rational mit Ausschluss.
Reich ist danach in der Defensive. Von beiden Organisationen wird er als „gefährlich und radikal“ eingestuft und muss/ wird zeitlebens bekämpft. Nur sieben Jahre später formuliert Reich seine „Orgontheorie“ und entwickelt bis 1942-45 diese zur Orgonomie, in dem er seine Schriften Funktion des Orgasmus, Charakteranalyse und Massenpsychologie orgonomisch umschreibt.
Die Psychoanalytiker und Kommunisten haben ihn aber nicht vergessen und auch die Amerikaner (FBI) überprüfen seine „Gesinnung“, ob sie noch kommunistisch sei.
Ich stelle nach diesem Blogbeitrag die These auf, dass 1933 Reichs Schicksalsjahr war, in der er die kommende Forschung schon eigens zerstörte, bevor sie entwickelt war. Unter diesen Vorzeichen hatte die Orgonomy im Wissenschaftsbetrieb keine Chance mehr – nicht unter Reich.
Konsequent als Reaktion wurde Reich 1934 ausgeschlossen, dies als emotionelle Pestreaktion zu deuten (wie ich es auch schon gemacht habe) finde ich wenig haltbar.
Natürlich hätte Freud aus persönlichen Gründen (Charakteranalyse) Reich auch ausgeschlossen, zumal er ihm die Show zu stehlen vermochte. Auf dieser Ebene hätte/ hatte Freud pestig reagiert.

O.: Eine Übersicht zur Sexpol:
http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/1544963

Jean:
„Ich stelle nach diesem Blogbeitrag die These auf, dass 1933 Reichs Schicksalsjahr war, in der er die kommende Forschung schon eigens zerstörte, bevor sie entwickelt war.“
Nachdem ich einiges aus „My eleven years…“ mehrfach gelesen habe, habe ich mich gefragt, warum er sich in den USA auch noch mit den Gerichten angelegt hat. Inhaltlich natürlich voll nachvollziehbar. Aber hätte er auch anders gekonnt, oder gab es etwas in ihm, was ihm gar keine Wahl ließ, war kein Finger breit mehr zwischen seinen Strömen und der Blockade draußen.
Er hat es sich aus Überzeugung mit allen verscherzt, was für ihn und seine wundervolle Arbeit in einer Tragödie geendet hat.

O.: Nachdem Reich sich mit dem Faschismus angelegt hatte, was jeder junger anständiger Menmsch mit Weitblick und Mut wohl ähnlich gemacht hätte, ließ er sich mit dem zweiten Todfeind und Diktator Stalin (indirekt über die Kommunistischen Organisationen) ein und erkannte auch hier schon deren Destruktivität. Letztere halfen nicht – und dies hat Reich schon 1933 bloßgestellt – den Hitlerfaschismus zu zerstören.
In Amerika über Umwege (Kopenhagen und Oslo) angekommen, hielt sich Reich politisch bedeckt und konzentrierte sich auf seine eigene Forschung. Vielleicht hätte er so einer weiteren Verfolgung entkommen können, doch Reich war gekränkt, von Freud (und den Kommunisten) enttäuscht und wollte bzw. brauchte Anerkennung.
Er versuchte seine Orgonforschung der Atom-(Waffen-)Forschung entgegen zu stellen. Er kontaktierte das AEC und hielt die Regierungsorganisationen aktiv über die Orgonforschung auf dem laufenden. Er diskutierte mit Einstein über den ORAC (Temperaturdifferenz). Einstein wusste dies könnte eine „Bombe für die Physik bedeuten“. Tatsächlich wurde seine Bion und Orak Forschung zur Bombe für die Medizin und damit für die Chemieindustrie (= Pharmaindustrie), denn er versuchte das Krebsproblem zu lösen.
Reich hat sich mit seinem Geltungsbedürfnis und seiner rechthaberischen Art – stets bestehend auf die Wahrheit – naiv auf „Amerika“ vertrauend mit den größten „Menschheitsfreunden“ angelegt.
Dem natürlich nicht genug – Reich saß schon in der Tinte – und gerichtliche Aktionen über die FDA liefen vor Gericht, er musste nach dem ORANUR Disaster, dass das AEC sicherlich nicht erfreute, da der tödliche Charakter der atomarer Niedrigstrahlung schon erkennbar wurde, auch das Militär, speziell die ATIC (Luftwaffengeheimdienst) über seine Oranur 2 Experimente informieren: Er hatte sich nach eigener Vorstellung mit außeriridschen Raumschiffen angelegt. Die CIA trat hier auf dem Plan und kassierte Reichs Dokumente auf dem Treffen mit der ATIC ab. Nun waren auch Militär, CIA und Außerirdische alarmiert.
Doch Reich sollte schon 1947 mit der Entwicklung des ORAK vernichtet werden. Wen schickt man vor, wenn man jemanden loswerden will? Natürlich nicht gleich die eigene Armee, sondern für die Drecksarbeit werden Unterorganisationen zur Ablenkung aktiviert: Mafia oder „Kommunisten“. Brady schrieb ihren Schmierartikel über den „Sexbesessen“ und „Kurpfuscher“ Reich der mit „Sexboxen“ seine PatientInnen zum Orgasmus gegen den Krebs bringen möchte (Turnerstyle eben). Dann müsse eine „Gesundheitsbehörde“ (Amt für Chemie und Pharmaindustrie) handeln und brachte den „Fall Reich“ vor Gericht. Die AMA hielt sich im Hintergrund.
Das Gericht war nur ein Instrument, als der Richter zu weich war, wurde er ausgetauscht, damit das richtige Urteil gesprochen werde: Inhaftierung. In seinem Prozess glaubte Reich an die Gerechtigkeit (Amerika, den Präsidenten und an das Recht) und dass die Wahrheit siegen müsse. Er hat sich nicht mit dem Gericht angelegt!
Wundervoll ist seine Arbeit nur für Leute, die an die Wissenschaft glauben, als sei sie nicht Teil der privaten Industriekonzerne, für Menschen, die an die „Wahrheit“ glauben als wäre die Lüge nicht allgegenwärtig.
Ob Reich auch anders gekonnt hätte? Reich hätte von seiner Persönlichkeit her nicht anders gekonnt und die Pest kann nie anders in ihrem Zwang als Mr. Goodguy aufzutreten und im Stillen zu zerstören. Reich hat uns aufgezeigt, warum wir nicht anders können. Das macht ihn für alle Seiten sympatisch und sein Werk unsterblich; selbst wenn sein letztes Buch verbrannt werde – fast jeder kennt seine „Wahrheit“, ob er sie charakterlich ertragen kann oder nicht.

Der Rote Faden: Reichs politisches Umfeld

17. Mai 2016

Gerne wird kolportiert, daß Reich nicht nur Psychoanalytiker war, sondern auch „radikaler Kommunist“. Und, ja, es stimmt. Man nehme nur etwa sein Der sexuelle Kampf der Jugend. Wie weit Reichs Fanatismus Anfang der 1930er Jahre ging, zeigt sich an folgenden Äußerungen anläßlich einer Diskussion über die unglaublichen Zustände in der deutschen Fürsorgeerziehung:

Schuld allein war einzig und allein diese verruchte Ordnung, (…) in Form von über „Kultur“ und „Volkswohl“ schwätzenden Bestien (…). Und schuld sind alle jene hohen und überklugen Wissenschaftler (…), die Prediger der „Kulturpubertät“, die Schwätzer von Geistesgnaden, sämtlich eitle, unwissenschaftliche Knechte des Kapitals, die die Wissenschaft einzig und allein zur Ablenkung von der Wirklichkeit mißbrauchen und gerade deshalb in Rang und Ehren sind. Schuld sind die sozialdemokratischen Obrigkeiten mit ihrem von Gefühlsduselei triefendem Liberalismus, der den ganzen Schmutz raffinierter Volksverführung mit dem Glorienschein des Sozialismus umkränzen will. (…) Und die Lösung ist so einfach, wie die, die in der Sowjetunion getroffen wurde: Vernichtung des kapitalistischen Staatsapparates und Unschädlichmachung eines jeden, der sich gegen die Befreiung von diesen Verbrechen stemmt. (ebd., S. 97)

Ganz ähnlich klang wenig mehr als nur 30 Jahre später die RAF, – die sich am gleichen Thema abgearbeitet hat!

Interessant, wie die „realsozialistische“ Urform von Reichs „Liebe, Arbeit und Wissen“ von 1932 lautete: die Revolution erfülle

den Sinn der Vergesellschaftung der Menschen (…), die Befriedigung der Grundbedürfnisse des Hungers und der Liebe und der kulturellen Ansprüche der Massen zu sichern. (ebd., S. 65f)

Obwohl er es später selbst schöngeredet hat: Reich war von etwa 1928 bis 1933 beinharter Kommunist. Das kann man aber erst dann richtig bewerten, wenn man sich anschaut, in was für ein vielgestaltiges politisches Umfeld er in den 1920er und 1930er Jahren eingebunden war.

Allein schon die KPD hatte eine komplizierte Entwicklungsgeschichte mit immer neuen Abspaltungen. Neben den linken Trotzkisten sind vor allem die KPO und andere „rechte“ kommunistische Splittergruppen von Interesse.

In Skandinavien war Reich praktisch ausschließlich von SAP-Leuten und Mot Dag-Leuten umgeben, die einerseits in unversöhnlichem Widerspruch zu Stalin standen – andererseits aber imgrunde ihres Herzens noch immer Kommunisten und Freunde der Sowjetunion waren.

Zentraler Teil der „rechten Opposition“ innerhalb der kommunistischen Bewegung war die sogenannte „Leninistische Organisation“, kurz „Org“. Mit zentralen Figuren war Reich persönlich bekannt.

Reich wird vorgehalten, bizarre politische Vorstellungen vertreten zu haben, dabei wird nicht gesehen, daß Reich aus einer politischen Welt kam, die an Bizarrheit kaum zu überbieten war. Es läßt sich z.B. zeigen, daß der Aufbau des OSS, des Vorläufers der CIA, entscheidend von der Org inspiriert war: der Leninistischen Organisation, deren Endziel der Kommunismus war.

Willy Brandt war während seiner engen Bekanntschaft mit Reich (schließlich war Brandts Ehefrau Gertrud Gaasland Reichs persönliche Sekretärin!) Mitglied der krypto-kommunistischen Politsekte Mot Dag. Dergestalt war Reich in einem Netz von Geheimbünden, Politsektierern, Spinnern gefangen, die durchweg letztendlich doch auf der Seite Moskaus standen. Das reicht vom SAP-Funktionär Max Seydewitz, der heimlich Mitglied der KPD war, und zu jener Zeit bei Gaasland wohnte, als Reich das Orgon entdeckte, – bis zu Brandt selbst, der zur gleichen Zeit in Barcelona für die Stalinistische Einheitsfront warb.

Als Reich nach Amerika kam, war anfangs Reichs Haus in Forest Hills eine einzige Ansammlung von SAP-Funktionären. Reichs Biographen, etwa Myron Sharaf, sind darüber hinweggegangen und haben es so dargestellt, als wenn Reich irgendwie ein Tyrann war, als er seiner neuen Frau Ilse Ollendorff den Kontakt mit ihren alten Genossen verbot, den Bruch mit Gaasland provozierte, etc.

Bisher wurde noch nie dargelegt, auch von Reich selbst nicht, daß der Rote Faden der Verschwörung, der schließlich zu Reichs Inhaftierung und Tod im Gefängnis führte, in den Wiener Studenten-Cafes von 1919 anfing und lückenlos bis zum Ende (imgrunde bis zum heutigen Tag) verfolgt werden kann.

Man nehme als beliebiges Beispiel Brandt: Von sogenannten „Reichianern“ werden gerne Stellen zitiert, wo Brandt sich sehr freundlich und empathisch über Reichs sexualpolitische Ansichten äußerte, dabei werden aber andere Zitate unterschlagen bzw. verdrängt, wo Brandt über genau dieselben Ansichten Mildred Brady-haft herzog. Daß Brandt sich gegenüber Reichianern als quasi Mit-Reichianer gab, während derselbe Brandt sich gegenüber einem Reich-feindlichen Publikum als Anti-Reichianer gerierte, paßt zum Verhaltensmuster das generell im Umfeld der Org gang und gäbe war. Man kann sich dergestalt plastisch vorstellen, warum Reich mit diesem Polit-Gesindel nichts, aber auch rein gar nichts mehr zu tun haben wollte und warum er als grundehrliche Haut infolge seiner „politischen“ Sozialisation „paranoid“ werden mußte.

Nur ein Blick auf seine Anfänge in Wien:

Die Anfänge der „Kommunistischen Studentenfraktion“, kurz Kostufra an der Universität Wien liegen im Dunkeln (Beiträge zur Geschichte der Kommunistischen Jugendbewegung in Österreich, hrsg. von der Historischen Kommission beim ZK der KPÖ, Wien 1981). Sie wird wohl 1919 gegründet worden sein. Zu ihr gehörten u.a. der Sohn des ermordeten deutschen Kommunistenführers Karl Liebknecht, Helmut Liebknecht, und die Brüder Hans und Fritz Glaubauf. Eines der Wohnquartiere dieser Studenten waren die „Grinzinger Baracken“, die zu den Treffpunkten der KPÖ gehörten. Viele leitende KPÖ-Funktionäre lebten dort, wie Johann Koplenig (der nach dem Zweiten Weltkrieg 20 Jahre KPÖ-Vorsitzender war) und Franz Honner (ebenfalls bedeutender KPÖ-Politiker der Nachkriegszeit). Ein weiterer Treffpunkt war die Mensa der sozialistischen Studenten in der D’Orsaygasse 5.

Um 1924 traten viele Mitglieder der Kostufra der damals gegründeten „Akademischen Legion“ (Aleg) bei, der Studentengruppe des paramilitärischen sozialistischen Republikanischen Schutzbunds. Aus ihren Reihen rekrutierten sich später Kämpfer für den spanischen Bürgerkrieg. Doch bereits im Mai 1925 wurden die kommunistischen Studenten wieder aus der Aleg ausgeschlossen.

Zu dieser Zeit hatte die Kostufra etwa 20 Mitglieder, darunter Arnold Reisberg und Alfred Klahr. Klahr war zusammen mit seinem Freund, dem Chemiestudenten Arnold Deutsch, in einer der drei Gruppen des Kommunistischen Jugendverbandes (KJV) in Leopoldstadt aktiv. Er organisierte den Kreis der „Freiheitskämpfer“, wo er der Arbeiterjugend von den großen Revolutionären erzählte.

Die Kostufra wuchs langsam auf eine Mitgliederzahl von etwa 80 bis vielleicht 150 an. Die meisten wahren Medizinstudenten. Oft war der deutsche Schriftsteller Erich Weinert zu Gast. In Wien war er sehr populär und füllte die Hallen wie kaum einer. Dort trug er seine an Majakowski erinnernden revolutionären Kampfgedichte vor.

Von 1927 bis 1931 wurde die Kostrufa von dem Germanisten Hans Goldschmidt, geleitet. Zum Führungskreis gehörten Jenö Kostmann, Peter Edel, Roman Werfel und Fritz Jerusalem (alias Jensen). Die Mitgliederzahl sank wieder auf 20, aber zu den Vorträgen, die von der Kostrufa organisiert wurden, erschienen oft bis zu 80 Studenten.

Die populärste Vortragsreihe war die über „Psychoanalyse und Marxismus“ von Wilhelm Reich. Reich sei eine schillernde Persönlichkeit und ein brillanter Redner gewesen. Als er 1928 der KPÖ beitrat, war dies ein weithin beachtetes Ereignis. Vor der Kostrufa sprach er auch über sexuelle Themen genauso wie er es bei Betriebsversammlungen tat. Gemeinsam mit interessierten Medizinstudenten eröffnete Reich seine Sexualberatungsstellen in Wien.

Auch auf viele Studenten hatten die Ereignisse vom Juli 1927, die Reich radikalisiert und aus dem Sozialdemokraten einen Kommunisten gemacht hatten, ihren Einfluß. Für viele sozialdemokratisch orientierte Menschen waren sie der Anstoß sich der KPÖ anzuschließen.

Die aktiven Mitglieder empfanden die Kostrufa zunehmend als bloßen Debattierclub und gründeten deshalb eine richtige politische Organisation, den „Roten Studenten-Bund“.

Soweit die Ausführungen über die kommunistische Studentenschaft in Wien, bei denen Reich zeitweise eine einflußreiche Figur war. Der bemerkenswerteste Name, der in diesem Kreis aufgetaucht ist, ist der von Arnold Deutsch. Wie Jim Martin in seinem bahnbrechenden Buch Wilhelm Reich and the Cold War (Mendocino, CA, 2000) dargelegt hat, stand Deutsch hinter dem Münster-Verlag, Wien in dem Reich 1929 und 1930 seine Broschüren zur Sexualberatung herausbrachte:

  • Wilhelm Reich: Sexualerregung und Sexualbefriedigung. Schriften der Sozialistischen Gesellschaft für Sexualberatung und Sexualforschung in Wien, Nr. 1, Wien: Münster-Verlag, 1929, 66 S. (drei Auflagen mit insgesamt 10 000 Exemplaren!)
  • Marie Frischauf und Annie Reich: Ist Abtreibung schädlich?. Schriften der Sozialistischen Gesellschaft für Sexualberatung und Sexualforschung in Wien, Nr. 2, Wien: Münster-Verlag, 1930
  • Wilhelm Reich: Geschlechtsreife, Enthaltsamkeit, Ehemoral. Eine Kritik der bürgerlichen Sexualreform, Wien: Münster-Verlag, 1930, 182 S. (Später der erste Teil von Die sexuelle Revolution.)

Arnold Deutsch war jedoch weit mehr: der „Sexpol“-Aktivist der ersten Stunde, war derjenige, der später niemand geringeren als Kim Philby für den sowjetischen Geheimdienst anwerben und führen sollte. Man kann demnach ohne Übertreibung sagen, daß die Geschichte der Atomspionage im unmittelbaren Umkreis von Reich ihren Anfang nahm.

In der Wikipedia heißt es über Deutsch:

1923 trat er gemeinsam mit Alfred Klahr und Arnold Reisberg in den Kommunistischen Jugendverband ein, der sein Zentrum in der Blumauergasse in Wien-Leopoldstadt hatte. 1924 trat er in die KPÖ ein und begann an der Universität Wien Chemie und Physik zu studieren. Dort war er ein Kollege von Fritz Feigl (gemeinsamer Aufsatz) und promovierte im Jahr 1928.

Danach ging er nach Moskau, wo er 1931 auch der KPdSU beitrat. Auf Vorschlag der Komintern wurde er von der [GPU] angeworben. Er wurde zunächst als Kurier eingesetzt und reiste nach Griechenland, Rumänien, Syrien und Palästina. 1933 wird er nach Paris geschickt und erfüllt von dort aus unter dem Pseudonym „Otto“ Missionen in Belgien, den Niederlanden, Österreich und dem Deutschen Reich.

1933 wurde er kurz in Deutschland inhaftiert, konnte jedoch mit Hilfe von Willy Lehmann frei kommen. Im Jahr 1934 wurde er unter dem Pseudonym „Stephan“ nach London geschickt, wo er sich in die philosophische Fakultät der University of London einschrieb, mit dem Ziel diese zu unterwandern. In England rekrutierte er mehrere am Kommunismus interessierte britische Studenten, die später unter anderem auch im britischen Geheimdienst Karriere machten, darunter Kim Philby und dessen damalige, aus Wien stammende, Ehefrau Litzi Friedmann. Diesen hatte er auf Empfehlung von Edith Suschitzky, ebenfalls eine in London lebende Wienerin, kennengelernt. Von 1933 bis 1937 war er Leiter des später unter dem Namen Cambridge Five bekannt gewordenen Agentenrings. In dieser Zeit sollte er auch einen amerikanischen Rekruten evaluieren, Michael Whitney Straight, den er jedoch ablehnte. Lange Zeit später sollte dieser bei der Enttarnung der Gruppe eine wichtige Rolle spielen.

Meines Wissens deutet nichts darauf hin, daß Reich von Deutsch‘ späterer Tätigkeit gewußt hat.

jim martin cold war

Chronik der Orgonomie, 4. Version

29. Oktober 2015

ChronikderOrgonomie

Ich habe meine Reich-Biographie überarbeitet:

CHRONIK DER ORGONOMIE 1897-1939

CHRONIK DER ORGONOMIE 1940-1957