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Das Bertelsmännchen

17. Mai 2017

Seit Jahren lasse ich mir keine Nummer von change entgehen, dem „Magazin der Bertelsmann Stiftung“. Immerhin ist es kostenlos. Man kann sich wohl kaum etwas Kapitalistischeres vorstellen, aber gleichzeitig überkommt einem jedesmal das Gefühl die „Prawda“ der Globalisten zu lesen. Linksliberal bis zum Exzeß.

Es geht hier um einen der größten Medienkonzerne der Welt und diese Medienkonzerne sind in dieser Hinsicht durch die Bank wirklich konsequent. Wohin man schaut Zeitungen, Magazine, Bücher, Fernsehserien, Hollywoodfilme, etc. werden stumpf an den Massen vorbei produziert und fahren nur rote Zahlen ein, weil die linke Ideologie, etwa „Gender“ oder „Black Lives Matter“, wichtiger ist, als jeder Profit. Es sind wirklich Kommunisten! „Kommunisten“, weil sie nicht etwa die Bedürfnisse der Kunden befriedigen, sondern primär das Bewußtsein dieser Kunden verändern wollen.

change bietet mir immer wieder Einblicke in das, was die Elite wirklich mit uns vorhat. Es geht schlicht um die totale Globalisierung, die „offene Gesellschaft“. Es dreht sich alles darum, daß wir unsere „irrationalen Ängste“ gegenüber „der Öffnung“ überwinden sollten. Wie? Durch mehr Wissen!

Das ist natürlich hanebüchener Unsinn. Man denke nur an die Medizin: würden wir alles über das in uns brodelnde Ungemach und die wahrscheinlichen Todesagonien wissen, die uns in nicht allzu ferner Zukunft bevorstehen – wir würden vor Angst vergehen. Hast du mal einen Krebspatienten aus nächster Nähe KREPIEREN sehen?! Gesund ist nur der, der noch nicht gründlich untersucht wurde. Und so in allem: je mehr ich mich über die Weltwirtschaft, den Islam oder etwa die türkische Kultur informiere – desto mehr Angst bekomme ich.

Auf Angstüberwindung durch Wissen kann nur der liberale Charakter kommen, der vollkommen in seinem zerebralen System lebt und keinerlei Zugang zum Reich der Emotionen hat!

In diesem Zusammenhang blitzt in der neuen change für einen Augenblick die Realität jenseits der ideologischen Verblendung auf, als in einem Interview einem nach eigener Aussage „linksliberalen“ Sozialpsychologen, Prof. Dr. Soundso, folgende Frage gestellt wird:

„Offenheit wird begrenzt durch Angst, und Angst entsteht durch Unwissen – müßte nicht mehr für die Bildung getan werden, um die offene Gesellschaft zu stützen?“

Leute, noch mehr?! Seit Anfang der 1970er Jahre habe ich nie etwas anderes gehört als „mehr Bildung“!

Aber zur Antwort von Prof. Dr. Soundso:

Das ist keine Wissensfrage. Wenn sie ressentiment-geladenen Leuten mit Fakten kommen, behaupten die sowieso, die seien gefälscht. Was Menschen für ihre Wirklichkeit halten, ist immer emotional grundiert. Der Umgang mit der Welt ist nicht wissensbasiert. Der hängt ab von den sozialen Beziehungen, die man hat oder haben möchte; von den Wünschen, die man an sich selber hat, wie stark man sich orientieren möchte, welche Pfeiler man dafür braucht. Wissen wird total überbewertet.

Das weist wohl in die richtige Richtung, doch endet in inhaltsleerem Geschwafel. Solche überbezahlten Bertelsmännchen leben von meinem Steuergeld! Bitte das obige Zitat nochmal lesen: „Der Umgang mit der Welt (…) hängt ab von den sozialen Beziehungen, die man hat oder haben möchte; von den Wünschen, die man an sich selber hat, wie stark man sich orientieren möchte, welche Pfeiler man dafür braucht.“

Ohne Kenntnis des Reichschen Konzepts der Panzerung wird die Sozialpsychologie nie auf einen grünen Zweig kommen. Der Umgang mit der Welt hängt ab von der Charakterstruktur!

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Nachtrag zu Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 3.f.: Der Kredit als Grundlage der Ökonomie

23. Januar 2016

Ursprünglich setzte sich die Menschheit aus kleinen Clans zusammen, die sich mehr oder weniger feindlich gesonnen waren. Ganz ähnlich den Zuständen, die wir bei Schimpansenhorden beobachten, die sich wie „Straßengangs“ ab und an blutige Revierkämpfe liefern. Die einzelnen Clans fanden erst durch quasi „Kreditgeschäfte“ dauerhaft zueinander und konnten einigermaßen friedliche Gesellschaften bilden. Bei den besagten „Kreditgeschäften“ ging es um Geschenke, die den Beschenkten implizit verpflichteten ein wertvolleres Gegengeschenk zu geben. Das war sozusagen der erste „Zinsstreß“, ging es doch um die Gefahr des Gesichtsverlusts und des sozialen Todes (der zwangsläufig den physischen Tod nach sich zog, denn auf sich allein gestellt, konnte niemand überleben).

Über die Trobriandrische Wirtschaft schrieb Bronislaw Malinoski:

Die umständliche Wirtschaftsform der Eingeborenen erweist sich als mächtiger Antrieb zu sachlichen Höchstleistungen. Würde der Eingeborene nur gerade so viel arbeiten, daß er seine unmittelbaren Bedürfnisse befriedigen könnte, würde er nur von rein wirtschaftlichen Erwägungen ausgehen, so hätte er keine Veranlassung, einen Überschuß zu produzieren, den er ja nicht kapitalisieren kann. Tief wurzelnde Triebfedern, wie Ehrgeiz, Ehre und moralische Pflicht, haben ihn ein relativ hohes Niveau an Leistungsfähigkeit und Organisation erreichen lassen, das es ihm erlaubt, in Zeiten der Dürre und des Mangels gerade genug zu erzeugen, um die schlimmen Zeiten überstehen zu können. (z.n. Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral, KiWi, S. 80)

Durch den Zusammenschluß der Clans kam es zu wachsender Arbeitsteilung und die „Kreditgeschäfte“ betrafen schließlich auch Güter: Wildbret, Fisch, Töpferwaren, Früchte, etc. Beispielsweise läßt sich schon sehr früh der „Handel“ mit Sperrspitzen über ganze Kontinente hinweg nachweisen. Das, was ursprünglich die Clans zusammengeführt und zusammengehalten hatte, organisierte nun die Arbeitsdemokratie: ein unüberschaubares Netz gegenseitiger Verpflichtungen.

Das besondere dabei ist, daß es bei diesem Handel gar nicht so sehr um die „Grundversorgung“ ging, sondern vielmehr um die Befriedigung immer neuer („künstlicher“) biologischer Bedürfnisse. Die Erfindung des Feuers oder der Pfeilspitze zog jeweils einen ganzen Rattenschwanz neuer „Produkte“ und Dienstleistungen nach sich. Dies hielt zusätzlich die bioenergetische Spannung aufrecht. Im Vergleich zur „Schimpansenhorde“, wo es nur um Früchte, Nüsse und ab und an etwas Fleisch ging, führte das zu einem stetigen Anstieg des orgonotischen Kapazitätsniveaus.

Es ist offensichtlich, daß dieses System sehr zerbrechlich ist, da es auf „künstlichen“ Bedürfnissen, vor allem aber auf einem beruht: Vertrauen. Der bloße Austausch von Waren, gar von denen des „Grundbedarfs“, ist eine mechanische Verfallserscheinung der Ökonomie, an deren Ende der Kommunismus steht: die Rückkehr zur Schimpansenhorde.

Traditionell steht am Anfang der Ökonomie der Austausch von Gütern. Der Mann im Hinterland benötigt Fisch und kriegt sie vom Mann am Meer, der dafür (idealerweise sofort) Gemüse erhält. Historisch und funktionell steht am Beginn ökonomischer Aktivitäten jedoch das Eingehen gegenseitiger Verpflichtungen über lange Zeitstrecken hinweg. Es geht um das Verhältnis von Schuldner und Gläubiger. Bei den Primitiven ist es das Geschenk, das zwangsläufig zu Gegengeschenken und immer neuen gegenseitigen Verpflichtungen führt. Man denke etwa heute an eine intakte Dorfgemeinschaft, etwa die von Hengasch, bei der die Einladung eines Hinzugezogenen zu einem Essen automatisch zu einem engen Beziehungsgeflecht gegenseitiger Verpflichtungen führt, die sich sekundär mit ökonomischer Substanz füllen kann. Ähnlich sieht es in einer modernen Ökonomie aus, wo jeder Schulden machen muß, der ökonomisch aktiv sein will, bzw. sein erwirtschaftetes Vermögen anlegen und investieren muß, um es zu erhalten und zu mehren. Der Austausch von „Feldfrüchten und Meeresfrüchten“ ist dazu ein bloßes Nebenprodukt. Als solcher und aus sich heraus kann dieser Austausch niemals größere wirtschaftliche Aktivitäten generieren.

Beim bloßen Austausch von Gütern spielt normalerweise Zeit keine Rolle: ich kriege das und du dafür dieses. Alles ereignet sich (mehr oder weniger) im Hier und Jetzt. Beim Kredit (im denkbar weitesten Sinne!) ist das etwas ganz anderes. Hier baut sich ein ungeheurer Spannungsbogen auf, da die Zukunft durch ihre Unvorhersehbarkeit definiert ist. Hinzu kommt, daß jeder Zeit neue („künstliche“) biologische Bedürfnisse auftreten können, heutzutage insbesondere durch den Fortschritt der Informationstechnik. Ich kann mir beispielsweise ein Leben ohne Notebook nicht mehr vorstellen.

Im Gegensatz zum einfachen Warenaustausch, wird beim Kredit zwangsläufig eine langanhaltende persönliche Beziehung hergestellt, bei der viele „Gefühle investiert“ werden, wie man so schön sagt. Man geht Verpflichtungen ein und investiert Vertrauen. Dies etwa auch im Verhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Nach dem allseits befürchteten Zusammenbruch der Weltwirtschaft, d.h. dem finalen Vertrauensverlust, wird Papiergeld wertlos und die Menschen werden ganz automatisch auf Warengeld zurückgreifen. Wenn kein Gold vorhanden ist, bzw. selbst die Besitztitel auf Gold (das man ja kaum mit sich rumschleppt) keinen Glauben mehr findet, dann eben Zigaretten und ähnliches unmittelbar Greifbares, wie nach dem letzten Krieg. Genau das ist der Unterschied zwischen Papier- und Warengeld: das erstere beruht praktisch ausschließlich auf Vertrauen. Wenn dieses Vertrauen weg ist, gibt es kein Halten mehr. Bei Warengeld gibt es diesen Halt, nämlich die „Substanz“ (Gold, etc.) selbst. Am Endpunkt ist es dann der Nutzwert dieser „Substanz“. Selbst wenn man Nichtraucher ist und deshalb selbst nichts mit den besagten Zigaretten anfangen kann, wird sich immer ein Nikotinsüchtiger finden, der die Zigaretten gegen überlebensnotwendige Güter und Dienstleistungen eintauscht.

Hinzu kommt, daß ein neues („künstliches“) biologisches Bedürfnis nach dem anderen wegbricht und wir schließlich auf „Brot, Wasser und Vitamintabletten“ reduziert sind. Die Dimension der Zeit wird bedeutungslos und die orgonotische Ladung und Spannung sinkt rapide auf ein tierisches Grundniveau und kann erst wieder gesteigert werden durch das erneute Eingehen von Verpflichtungen.

Man schaue sich übelriechende „Antikapitalisten“ jedweder Couleur an. Sie verkörpern plastisch den Verfall, die Lebensfeindlichkeit, den „Todestrieb“, die Anorgonie.

Der mechanische Warenaustausch, von der die traditionelle Ökonomie ausgeht, beschränkt sich auf den funktionellen Bereich der Bewegung, bei der Zeit keine wirkliche Rolle spielt, d.h. prinzipiell ist es gleichgültig, ob der Film, der einen mechanischen Vorgang aufgezeichnet hat, von vorne nach hinten oder umgekehrt abgespielt wird. Ganz anders ist es im Bereich der gleichzeitigen Wirkung: es ist nicht gleichgültig, wie herum man das Tonband abspielt, mit dem man Mozarts Jupiter-Symphonie aufgezeichnet hat. Das ist so, weil der Film des physikalischen Schulversuchs einen rein mechanischen, „sinnleeren“ Vorgang abgebildet hat, während die Tonaufnahme der Symphonie mit jedem Takt einen Sinn entfaltet, d.h. das eigentliche Mysterium der Zeit offenbart. Am Ende der Aufführung steht eine unteilbare Einheit.

Diesen Unterscheid zwischen dem Mechanischen und dem Lebendigen kann man mit folgenden drei Gleichungen erfassen:

zinszeit

Gleichung 1 beschreibt die Bewegung, bei der der Faktor t (die Zeit) einfach nur die Veränderung der Distanz L angibt. Ganz anders ist das bei Gleichung 2 und Gleichung 3, die dem Funktionsbereich der gleichzeitigen Wirkung angehören. Die Funktionen, die von ihnen beschrieben werden, beruhen auf gegenseitigen Verpflichtungen, die über Zeit (Gleichung 2) und Raum (Gleichung 3) unabhängig von Bewegung hinwegreichen. Es geht um ganzheitlich, als Einheit ablaufende Funktionen, ähnlich wie eine Symphonie oder eine Kathedrale nur als Ganzheit einen Sinn ergeben.

Gleichung 2 beschreibt das Erzeugen von Kapital durch Investitionen, d.h. einer Funktion, die dauerhaft Profit abwirft. Tatsächlich beschreibt das die Grundlage unserer Existenz, die von dem „Kapital“ abhängig ist, das unsere Ahnen für uns erarbeitet und uns hinterlassen haben. Das reicht von der Entdeckung des Rades bis zur Ausarbeitung der betrieblichen Buchführung. Ohne dieses Kapital, ohne dieses Zusammenzurren der Jahrtausende auf ein gegenwärtiges Ereignis, wären wir nichts.

Gleichung 3 beschreibt die Zusammenarbeit über weite Bereiche hinweg, von denen alle simultan profitieren, so als gäbe es keine räumliche Distanz zwischen ihnen. Man funktioniert als Einheit. Wie bei Gleichung 2 kann man das nicht mehr mit der Funktion Bewegung beschreiben.

Dieser Blogeintrag wurde von den Beiträgen des Orgonomen Robert A. Harman zur Ökonomie inspiriert:

Practical Functional Economics (Part I): The Functional Nature of Exchange. The Journal of Orgonomy 44(1), Spring/Summer 2010, S. 49-77
Practical Functional Economics (Part II): How Exchange Organizes Society. The Journal of Orgonomy 44(2), Fall 2010/Winter 2011, S. 31-51
Practical Functional Economics (Part III): The Form of Movement in Exchange. The Journal of Orgonomy 45(1), Spring/Summer 2011, S. 52-83
Practical Functional Economics (Part IV): The State of the Global Economy. The Journal of Orgonomy 47(2), Fall 2013/Winter 2014, S. 36-93;
Practical Functional Economics (Part V): The World is Falling Apart from the Outside in: A Detailed Picture of the World Economy. The Journal of Orgonomy 48(2), Fall 2014/Winter 2015, S. 71-127

Die Nomenklatura der „Marktwirtschaft“

19. Juli 2014

Die kapitalistische Nomenklatura wuchert wie ein Krebsgeschwür am arbeitsdemokratischen Organismus.

Als Oskar Lafontaine 2005 aus der SPD austrat, verwies er als Alternative zu Schröder und Merkel voller Begeisterung auf die expansive Geld- und Fiskalpolitik der angelsächsischen Welt. Gemeinsam höhlten und höhlen Kommunisten wie Lafontaine und sein fiskalpolitisches Vorbild, der angeblich „konservative“ George W. Bush, den Kapitalismus energetisch aus und steuern auf eine apokalyptische Weltwirtschaftskrise zu. Mit Obama sind alle Dämme gebrochen.

Es ist unfaßbar, welche Summen die Leute, die die Weltwirtschaft und damit die Menschheit an den Rand des Abgrundes geführt haben, raffen.

Bereits 2003 zitierte das rechtskonservative Internet-Journal The Federalist Digest den Finanzanalytiker und Publizisten Don Bauder:

Wenn der Klassenkrieg ausbricht, werden sich die Aktiengesellschaften und Wall Street nur selbst die Schuld geben können. Vor drei Jahrzehnten verdienten die Geschäftsführer der 100 größten Gesellschaften das 39-fache dessen, was der durchschnittliche Arbeiter erhielt. Jetzt sind es 1000mal mehr.

2002 war das Einkommen in den Chefetagen Großbritanniens dramatisch angestiegen – um das Siebenfache im Vergleich zum durchschnittlichen Einkommen. Bei den Spitzenmanagern der 100 führenden Gesellschaften stieg das Einkommen im Durchschnitt um 23% (auf 1 677 685 Pfund), während es beim Volk nur 3,2% waren. Gleichzeitig war der Wert der betroffenen 100 Firmen in den vorangegangenen drei Jahren um 50% gesunken!

Damals berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf die US-Steuerbehörde, daß die 400 größten Steuerzahler der USA im Jahr 2000 ein Vermögen von fast 70 Milliarden Dollar aufgewiesen hatten – gegenüber 53,5 Milliarden Dollar im Jahr zuvor!

An der Abkoppelung der Managergehälter vom realen Wirtschaftsleben und aberwitzigen Steigerungsraten im Einkommen der vermeintlichen „Elite“ wird sofort deutlich, wie über alle Maßen grotesk unser Geldsystem ist. Die einzige gangbare Alternative zum derzeitigen irrealen Kapitalismus findet sich in Ökonomie und Sexualökonomie.

Dort wird der planwirtschaftliche (!) Mechanismus beschrieben, der die „Nomenklatura“ unermeßlich reich macht. Es sind mafiöse Strukturen, die langsam aber sicher unsere Gesellschaft unterhöhlt haben und sie sehr bald zum Kollabieren bringen werden.

Man schaue sich etwa an, was gegenwärtig bei der EZB abläuft. Dazu Andreas Marquart vom Ludwig von Mises-Institut. Die Milliarden von Mario Draghi nutzen jenen, die das Geld als erste bekommen: Staaten, Banken und Großunternehmen. Der Mittelstand, die Arbeitsdemokratie, wird geschröpft. Marquart:

Weil sich das neu in Form von Kredit geschaffene Geld nicht gleichmäßig in einer Volkswirtschaft verteilt. Wer das neue Geld als erster erhält, profitiert zu Lasten derer, die in der Reihe weiter hinten stehen. Die Hauptprofiteure sind Staat, Banken und Großunternehmen. Es verliert aber sogar der relativ, der sich am liebsten gar nicht oder nur gering verschulden möchte. Er muß zuschauen, wie beispielsweise die Immobilie, auf die er anspart, immer teurer wird. Viele andere, die bereit sind, sich zu verschulden oder sich höher zu verschulden, bieten um diese Immobilie mit und treiben den Preis nach oben. (…) Von den jüngsten Geldspritzen profitieren vor allem Staaten und Banken. Die Staaten profitieren in der Form, daß ein Teil der immensen Liquidität, die geschaffen wird, in Staatsanleihen fließt und deren Renditen sinken läßt. Das erhöht für die Staaten den Spielraum für weitere Schulden. Die Banken profitieren, weil sie relativ risikolos in Staatsanleihen investieren können. Sie haben gar kein großes Interesse, Darlehen an Unternehmen zu vergeben. Warum auch … sie bekommen Geld fast umsonst und streichen durch die Investition in Staatsanleihen die Zinsdifferenz ein. (…) Es profitieren aber auch Unternehmen aus Sektoren und Branchen, die überdimensioniert sind und eigentlich eine Bereinigung erfahren müßten. Hier werden Unternehmen indirekt künstlich am Leben erhalten, deren Ressourcen woanders dringender benötigt würden.

In Deutschland besitzen die reichsten 5 Prozent über die Hälfte des Vermögens – und die Politik der EZB setzt alles daran, diese Quote zu erhöhen. Das, was in dieser Hinsicht gegenwärtig in Spanien geschieht, wirkt, als hätte es sich ein durchgeknallter Gesellianer ausgedacht! Der krypto-Gesellianische Wahnsinn hat Methode! Gleichzeitig überlegen die Finanzeliten, wie sie die von ihnen erzeugte soziale Kluft langfristig überleben können.

Im Kapitalismus hat, wie Milton Friedman es einmal ausdrückte, farbig bedrucktes Papier nur deshalb einen Wert, weil alle glauben, daß es einen Wert hat! In diesem Sinne ist Geld etwas rein „Ideeles“. Entsprechend ist der Kapitalismus ein Tummelplatz der Gaukler und Betrüger und Verschwörer (die Nomenklatura), die wie die Maden im Speck der Arbeitsdemokratie leben.

Der wirkliche Wert des Geldes beruht darauf, daß es mit der dem arbeitsdemokratischen Kern der Gesellschaft verbunden ist, d.h. eine „materielle“ Grundlage hat: das Versprechen, für das das „farbig bedruckte Papier“ steht, wird tatsächlich eingelöst. Diese „Einlösung“ ist prinzipiell in zweierlei Gestalt möglich: jemand arbeitet, buchstäblich werden die Schulden „abgearbeitet“, oder der Geldschein wird gegen eine entsprechende Menge Gold eingetauscht, also etwas Materielles, was alle guten Eigenschaften des immateriellen Geldes hat. Beispielsweise, daß es gegen alles andere ausgetauscht werden kann, was bei einem beliebig anderen Gegenstand, etwa einer Banenenstaude oder einem Plastikeimer voller Würme oder einem Drehzahlmesser, nicht der Fall wäre.

Die besagte Nomenklatura versucht alles, um ihre Machtbasis, die Geldwirtschaft, von diesen materiellen und damit behindernden Grundlagen zu kappen. Die alten, vorkapitalistischen Zeiten sollen wiederhergestellt werden, in der alles auf Symbolik beruhte. Entsprechend sind die natürlichen Verbündeten der kapitalistischen Nomenklatura die rechts- und linksextremen Antikapitalisten.

In Ökonomie und Sexualökonomie wird erklärt, warum die Islamisten und die neo-feudalistischen Sozialisten die USA (den Kapitalismus) so abgrundtief hassen. Die wirtschaftlichen, politischen und sogar religiösen Gründe sind nur vorgeschoben. Um was es wirklich geht, ist das verzweifelte Festklammern an überkommenen Strukturen, die zwar unglücklich machen, aber gleichzeitig verhindern, daß die Menschen ihr Elend spüren („erleiden“) müssen.

Diese Strukturen sind vor Jahrhunderten aufgebrochen und haben in blutigen Geburtswehen dem Kapitalismus schließlich freie Bahn gelassen. Reich hat, unter dem verhängnisvollen Einfluß der Marxschen Lehre, diesen Prozeß anfangs nicht durchschaut. Als er dann in Die Massenpsychologie des Faschismus die „sexuellen Verhältnisse“ gleichberechtigt neben die wirtschaftlichen Verhältnissen zu stellen wagte, wurde er von den Marxisten geächtet. Später, im Christusmord, betonte er schließlich, daß die genitale Misere im Westen in der Bedeutung im Rang weit vor den wirtschaftlichen Sorgen steht „und in den asiatischen Gesellschaften sind sie unmittelbarer Grund und ständige Quelle von deren ökonomischem Elend“ (Christusmord, Freiburg 1978, S. 115).

Was bei der kapitalistischen Emanzipationsbewegung falsch gelaufen ist, wird ebenfalls in Ökonomie und Sexualökonomie ausgeführt: der Kern des Kapitalismus, das Geld, ist sozusagen „feudalistisch“ geblieben, d.h. es hat sich von der arbeitsdemokratischen Sphäre gelöst bzw. nie an sie Anschluß gefunden.

Seit Nixon 1971, getreu der Doktrin John Maynard Keynes‘, die Golddeckung des Dollars endgültig beseitigte, ist die Fiskal- und Geldpolitik nichts anderes als staatliche Herstellung von Falschgeld, das den Organismus des Kapitalismus von innen her aushöhlt. Der Kapitalismus ist an einer Art „Krebsschrumpfungs-Biopathie“ erkrankt! Die Wirtschaft wird ständig künstlich mit „Geldschöpfung“ angekurbelt. Es fließt dermaßen viel Geld in den Markt, daß es dafür keine sinnvollen Investitionsmöglichkeiten gibt. So platzt eine „Blase“ (ein „Tumor“) nach der anderen, die Internetblase, die Imobilienblase, etc. Jetzt ist das System dermaßen instabil, die Fundamente des Geldwertes dermaßen brüchig, daß noch mehr Geld, und zwar unermeßlich viel, „geschöpft“ wird.

Der Wirtschaftswissenschaftler Guido Hülsmann führt in seinem Nachwort zu Murray Newton Rothbards Buch Das Schein-Geld-System folgendes aus:

Genau wie die nationalen Währungssysteme geschaffen wurden, um den jeweils politisch einflußreichsten Gruppen ständige Vorteile zu Lasten aller anderer Bürger zu verschaffen, so wurden bestimmte internationale Institutionen (EWS, EZB, IWF usw.) ins Leben gerufen, um diese Vorteile für die politische und administrative Kaste zu erhalten und zu festigen.

Siehe auch Roland Baaders Geld, Gold und Gottspieler.

Die entsprechenden staatskriminellen Kreise in Europa stecken z.B. hinter dem Euro. Die Nomenklatura will an die Goldreserven, so eine mögliche Wiedereinführung des Goldstandards hintertreiben und die ökonomischen Grundlagen der Arbeitsdemokratie endgültig zerstören, auf daß sie ewig für ihre Klientel Geld „schöpfen“ können.

Naiv wie unsereiner ist, frägt er sich, warum man nicht gleich auf die eine funktionierende Weltwährung zurückgreift: das Gold!

Selbst den Science Fiction-Autoren fällt kein besseres Geld ein als das fiktive Edelmetall „Latinum“ der Ferengi! Wie, um alles in der Welt, soll eine internationale (gar „interplanetare“) Wirtschaft auch anders funktionieren können!

Star Trek ist in dieser Hinsicht tatsächlich sehenswert. Wie wäre ein längerfristiger Handel zwischen unterschiedlichen Sternensystemen möglich, also Zivilisationen, die nichts miteinander verbindet außer gegenseitiges Mißtrauen und Angst? Über das Universalzahlungsmittel Gold (bzw. „Latinum“) und/oder über Arbeit! Betrug und Übervorteilung sind dergestalt so gut wie ausgeschlossen. Unruhe kommt erst ins Spiel, wenn irgendeine „dritte Macht“ auf Gewalt setzt und das Wechselspiel von Geben und Nehmen außer Kraft setzt.

legendsoftheferengi