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DER ROTE FADEN: Der Weg in den Faschismus (Wien)

15. Mai 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion:

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

 

 

Robert (Berlin) schrieb 2011: Lebt zusammen mit seinem Bruder Robert und einem Mitstudenten, der später Psychoanalytiker wird (er wurde m.W. nie identifiziert)
Könnte es Edward Bibring gewesen sein?

O. schrieb: Was mit dem Bruder Robert passierte wird immer nur am Rande erwähnt oder mal in einem Gerücht ausgeschmückt, vielleicht gibt es dazu ja noch differenzierte Informationen. Um es mal einfach anzusprechen, angeblich hätte es einen Identitästausch zw. Robert u. Wilhelm gegeben, nach dem Tod eines der beiden (wie man es dann sehen möchte). Das klingt nach totalem Schwachsinn, soll aber mal intern benannt worden sein. – Das mal so als Hinweis, in welche Richtung man auch mal schauen könnte, wenn da was dran wäre.

Dazu Peter: 1922 hat Robert Ottilie Heifetz geheiratet. Mit der hat Myron Sharaf noch Anfang der 70er Jahre gesprochen. Es ist schlichtweg kein Raum für irgendein „Szenario“. BTW: Ich habe noch nie ein Photo von Robert gesehen. Kennt jemand eins?

Jonas: „Auf Wilhelm Rouxs zum gleichen Thema erschienenem Buch fußend, führt Kammerer den Begriff „Selbstregulation” ein, die als Fähigkeit des Organismus definiert wird, die unterschiedlichsten Eingriffe durch die Umwelt aufzufangen.“
Evt. lohnt es sich, Reichs späteres Verständnis von „Selbstregulation“ mit anderen Konzepten zu vergleichen, die sich direkt oder indirekt von Roux/Kammerer herleiten. Ich denke da z.B. an die Affekt-Theorie von Silvan Tomkins, in der auch gelegentlich die Orgasmusfunktion gestreift wird.
http://atheoryofmind.wordpress.com/2011/06/15/affect-week-part-2-silvan-tomkinss-affects/

Pierre: „Ab wann „zählen“ dann seine Schriften? Für Reich selbst war diese Wasserscheide ungefähr 1940 erreicht, als er sich der Entdeckung des Orgons sicher wurde und sich an das Verfassen seiner „wissenschaftlichen Autobiographie“ Die Entdeckung des Orgons: Die Funktion des Orgasmus machte.“
Dort lesen wir gleich zu Beginn, datiert Nov. 1940,
was so ganz anders klingt:
„Es ist nützlich, wissenschaftliche Biographien in jungen Jahren zu schreiben … Auch ich könnte nachgeben und ableugnen, was in jungen Kampfjahren ehrliche wissenschaftliche Überzeugung war.“
Wenig später, am 2. April 1941 schrieb er an Neill:
„1. Ich verfüge über die Orgonstrahlung … und niemand außer mir weiß, wie man mit ihr umgeht.
2. …
3. …
4. …
5. …
Mein lieber Neill, das bedeutet MACHT, und Du kannst sicher sein, ich werde sie gegen jeden gebrauchen, der …“
Was kann diesen Umschlag bewirkt haben? Das zwischenzeitliche Treffen mit Einstein?

Robert schrieb 2013: „Im ursprünglichen Manuskript“
Was ist damit gemeint. Etwa nicht die deutsche Ausgabe, sondern eine Xerox-Kopie?
„Folgende Sätze aus dem Originalmanuskript von 1937 strich er ganz“
Passt zu Bennets Theorie, dass Reich sich an die USA im Politischen anpasste.

Dazu Peter: In der vom Verlag Stroemfeld/Nexus zu verantwortenden Ausgabe von 1995 ist in spitzen Klammern eingefügt, was Reich aus dem ursprünglichen Manuskript von 1937 für die amerikanische Ausgabe von 1953 gestrichen hat. Es handelt sich dabei meistens um Interna aus der psychoanalytischen Bewegung und um Stellen, wo Reich als politischer Kommunist sichtbar wird. Er hat das alles damals mit Myron Sharaf zusammen gemacht, der bezeugt, wie Reich sich gewunden und mit sich gekämpft hat: nicht aus Angst vor „McCarthy“, sondern weil er sich selbst kaum widererkannt hat. Er habe dann aber der historischen Wahrheit nachgegeben – bis eben auf seine Tätigkeit als „Revolutionärer Sozialdemokrat“ und KP-Funktionär. Was idiotisch war, denn das hätte bewiesen, daß Reich in Moskau durchaus eine bekannte Größe war – von wegen der kommunistischen Verschwörung gegen ihn!
Es ist etwa so wie mit den Grünen: Ich kenne Leute, die haben sich Anfang der 80er Jahre bei denen engagiert und haben damals die Kinderfickerei mitgekriegt (NICHTS ist übertrieben – eher im Gegenteil!!!) und können heute nur noch den Kopf über sich selbst schütteln: „Wie blind und blöd konnte ich bloß sein!“ Andererseits ist die damalige Situation heute kaum nachvollziehbar. Damals waren die Grünen noch nicht flächendeckend in kommunistischer Hand wie heute.

Peter: Was bleibt, ist EKEL:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-debatte-um-gruene-volker-beck-taeuschte-oeffentlichkeit-a-923357.html

Zeitgenosse: Eine Schande ist auch, dass sich viele Grüne der 68er, wie dieser Daniel Cohn-Bendit, auf Wilhelm Reich berufen haben.
Willy muss tatsächlich für vieles herhalten – auch posthum. Oder man fragt halt einen Hrn. Fischer um die Meinung eines toten Reichs.

Peter: „Sexualpolitik“ (Sexpol) heute…
http://www.spiegel.de/media/media-32292.pdf
Allein schon dafür werde ich die GRÜNEN ewig hassen!!!

Zeitgenosse: Ob Reich sich nun aus Überzeugung oder Opportunismus gewandelt hat, spielt im nachhinein kaum eine große Rolle. Es unterstreicht einfach nur, dass WR ein normaler Mensch und Forscher war und kein Halbgott, Prophet oder Mr.perfect (also nicht so, wie in manche Reichianer gerne hinstellen).
Auch aus diesem Grunde bin ich sehr vorsichtig bei der Interpretation von Reden und Äußerungen von Menschen – denn man weiß nicht in welchem genauen Kontext man sie einordnen kann. Auf alle Fälle keine unumstößliche Wahrheit und kein Bibel.
Hinsichtlich Anpassung: Ich kann es schon irgendwie nachvollziehen. Zuerst war die kommunistische Bewegung in Kontinentaleuropa eine Enttäuschung, der Rauswurf bei der Psychoanalytischen Vereinigung, der Kampf in Skandinavien und am Schluß das trügerische angeblich so „Freieste Land der Erde“; also die USA.

Zeitgenosse: Nachtrag: Daher meine Meinung, dass die Orgonomie in politischer Hinsicht keine absolute Wahrheit darstellen kann. Dafür ist zu viel Wendehals dabei in meinen Augen. Immerhin kann man sogar die Orgontherapie (wie alle anderen Therapien) als eine Art der Gehirnwäsche interpretieren. Man kann eine leere Hülle hinterlassen, die man mit „genehmen“ Ideologien wieder auffüllt. Daher mache ich auch keine.
Wo allerdings für mein dafürhalten die Orgonomie tatsächlich FAST an eine absolute Wahrheit hereinreichen kann, sind die Erkenntnisse in den Bereichen Medizin, Biologie und Physik. Aber diese Bereiche sind mir selber auch die liebsten wie ich zugeben muss.

Peter 2014: Die heutige SPÖ ist genauso verachtenswert wie ihre Vorgängerin, die SDAP zu Reichs Zeiten. Halt Sozialdemokraten… Ausspuck!!!
http://www.pi-news.net/2014/12/oesterreich-identitaere-stellen-neues-holzkreuz-auf/

Robert 2013: „Die Weltliga war 1928 in Kopenhagen gegründet worden als internationales sexualwissenschaftliche Diskussionsforum von den Deutschen Magnus Hirschfeld, Max Hodann, August Forel, Helene Stöcker,“
Auguste Forel ist meines Wissens Schweizer.

David: „Reich versucht in Massenversammlungen durch die kollektive Atmosphäre der Sexualbejahung den neurotischen Widerstand und die moralistische Hemmung des Einzelnen zu umgehen. Deshalb war Reich in gewisser Weise Begründer der Gruppentherapie.“
Begründer der Gruppentherapie – und auch eine Antithese zu Hitler und Goebbels, die auf ihre Weise die Hemmungen der Einzelnen umgingen („Wollt Ihr den Totalen Krieg?“)
Zu dieser Zeit wußte Reich nicht, daß die KPD nur an der parteipolitischen Mobilisierung der Massen interessiert war, aber nicht an Massen, die eigene Bedürfnisse vorbringen.
Nein, der Kommunist will nur die Massen anlügen, ausbeuten, sie vor seinen Karren spannen. Die Massen befreien will er nicht; das täuscht er nur vor. Nicht anders als die Nazis.

O.: Gibt es eine Quelle, die belegt, dass Emmy Rado beim OSS war (in leitender Funktion) und (daher auch) mit Reich Kontakt pflegte?
Robert:
http://de.wikipedia.org/wiki/Geheimreport

O. schrieb 2013: Sehr schöner klarer Artikel. Gibt es den Brady Artikel irgendwo zum Lesen? „Masse und Staat“ (Kap. 9 in Massenpsychologie d. Faschsimus) war also der direkte Auslöser, wo sich Frau Brady provoziert fühlte. Auch hier gibt es ein Auflagen-Wirrwarr mit hinuzgefügten Kapiteln, so dass sich Raubdrucke der 70-er (Nachdrucke der ersten Auflagen) und spätere Auflagen (meist auch unter Berücksichtigung der Orgonthese) unterscheiden. Dieses Kapitel ist aber auch nicht mit „Menschen im Staat“ zu verwechseln, wenn ich das richtig sehe. (Habe die Bücher nicht griffbereit.)

Dazu Peter: Hier das, was neben dem Mord an Reich, von Wertham übriggeblieben ist:
http://www.decaturdaily.com/stories/Anti-comics-crusader-seduced-himself,113321

Peter weiter: Und hier die Geschichte aus einer zugegeben bizarren Quelle:
http://books.google.de/books?id=VTx9dI9Iw4MC&pg=PT281&lpg=PT281&dq=wertham+brady&source=bl&ots=Aa0v9mog3_&sig=L-b9mmhMbBZQC1Gd0W9U6SnAy0s&hl=de&sa=X&ei=NAiUUZvzApHltQaaxoC4Dg&ved=0CFYQ6AEwBA

O.: Aus dem Turner Buch kann man nicht einen Satz zitieren, Ernst nehmen, aber es zeigt, zu was Reich-Hasser imstande sind, zu erfinden. Das Buch muss er doch in der geschlossenen Psychiatrie geschrieben haben als ihm langweilig wurde, normal ist das nicht.

Robert schrieb 2011: Zu Marie Frischauf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Pappenheim

Zur Broschüre:
http://www.file-upload.net/download-3448844/Frischauf_Reich-Ist-Abtreibung-sch-dlich.pdf.html

Robert weiter: Siehe auch:
http://www.schoenberg.at/index.php?option=com_content&view=article&id=701%3Asatellite-collection-p10&Itemid=330&lang=de
„Zeitdokumente
Zeitungsartikel aus der Reichspost vom 5.5.1933/7, Nr. 124 „Wien die neue Zentrale der kommunistischen „Sexualreformbewegung“? – Hände weg von Österreich!“ 1 Seite
Der Artikel wirft Maria Frischauf vor in Österreich an der Verbreitung und Organisierung der Kommunistischen Sexualreformbewegung in Österreich beteiligt zu sein.
Bericht über Hausdurchsuchung des Münster-Verlag in Wien wegen Verbreitung unzüchtiger Duckwerke. Von der Bundes-Polizeidirektion in Wien an das Landesgericht für Strafsachen Wien I, Abt.26. am 25. März 1934. Es wurden 95 Stück des Buches von Dr. Marie Frischauf und Dr. Anni Reich: „Ist Abtreibung schädlich?“ gefunden. 3 Seiten“

Peter: Auch sei [so Reich] eine „sexualbejahende Ethik“ de facto ein Widerspruch in sich selbst.
Allgemein zur Lebensfeindlichkeit der Ethik siehe
http://www.pi-news.net/2011/05/weltwoche-die-ethik-und-moralseuche/

Robert 2014: Zu Arnold Deutsch
„Der Österreicher Arnold Deutsch hatte seinen Doktortitel mit 24. Er fing zuerst an als einfacher Geheimdienstkurier, dann schloss er sich Wilhelm Reichs Sex-Bewegung an, leitete einen Wiener Verlag für “sexuelle und politische Befreiung”. 1932 bekam er seine Ausbildung zum Auskundschafter für geheime Übergangsstellen und Kommunikationspunkte an den Grenzen zu Holland, Belgien und Deutschland. Später wurde er in England eingesetzt. In London gelang es ihm, 20 Personen als Agenten anzuwerben, darunter die Cambridge-Absolventen Anthony Blunt, Guy Burgess, John Cairncross, Donald MacLean und Kim Philby.“
http://recentr.com/2014/07/der-kunstliche-mythos-cia/

David 2016:

Geht die Sexualreformbewegung auf die damals vorhandene – eher bürgerliche – Lebensreformbewegung zurück?

Robert 2011: Siehe auch die Doku bei Laska
http://www.lsr-projekt.de/wrb/revsozdem.html
auf die sich Fallend ohne Quellenangabe bezieht.
Die Politik der Sozialdemokraten war leider tatsächlich so, alle Errungenschaften der erkämpften Republik zu verspielen. Sie redeten unentwegt von der Revolution, es war eine reine „Als-Ob“-Rhetorik, aber praktisch war es ein ständiges Zurückweichen vor der reaktionären Rechten, die quasi einen Faschismus a la Franco errichten wollten.
Insofern blieb Reich gar nichts anderes übrig, als bei dem winzigen Haufen der KPÖ anzuklopfen.

O. 2013: Wie ist das zu verstehen?
„…, daß seine charakterologische Forschung z.B. für die Durchsetzung der Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion nutzbar zu machen sei.“
Wollte er die Arbeitskraft durch Steigerung der Liebeskraft und Liebesfähigkeit steigern, um so mehr zu Essen für die Menschen zu produzieren?
Gibt es Quellenangaben zu den spannenden Vorgängen dieser Zeit?

Peter antwortet: 1933 begrüßte er die Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 64) – was er in späteren Ausgaben nicht mal kommentierte. Die Stelle, die ich referiert habe findet sich im vorletzten Absatz des 1. Vorwortes der Charakteranalyse.

Robert 2013: Die Massenpsychologie wurde übrigens bei
Frantz Christtreu’s
Bogtrykkeri, København K.
gedruckt und kostete
8 Dän. Kr (steht auf dem Buchrücken)

Bogtrykkeri heißt Buchdruckerei. Frantz Christtreu’s Bogtrykkeri hat meines Wissens bis 1974 bestanden.

O. 2013: Wäre die Massenpsychologie des Faschismus ein intellektuelles Aufklärungsbuch gegen den Faschismus gewesen, wie es mir in der dritten (amerikanisch-orgonomischen Version) Auflage erscheint, hätte es zur Charakteranalyse noch gepasst und hätte Reich Karrieres als Lehrpsychoanalytiker nicht geschadet.
In der ersten Auflage mit dem sozialistischen Vokabular und der Forderung nach einer straffen Organisation für eine kampfbereite Gegenbewegung mit Reich als kommunistisches Mitglied (also noch verwoben in dieser Struktur und Organisation und diese gleichzeitig in Seitenhieben angreifend) muss die Psychoanalytische Vereinigung (Freud) seine Psychoanalytikerkarriere unwiderruflich beenden.
Reich war gewarnt worden, seine politischen Ansichten nicht weiter (mit der Psychoanalyse in Verbindung) für 1-2 Jahre fortzusetzen. Doch was macht Reich? Er versucht sich zu versichern, ob er nicht trotzdem politisch weitermachen könne und Psychoanalytiker beliben könne, er bringt nach der Charakteranalyse auch die Massenpsychologie selbst heraus.
Hinter diesem Hintergrund – und alleine schon aus der sexpolitischen Haltung (mit „sozialistischem“ Parteibuch) – muss die Psychoanalyse ihn ausschließen und auch die Kommunisten folgen seinen Angriffen nur rational mit Ausschluss.
Reich ist danach in der Defensive. Von beiden Organisationen wird er als „gefährlich und radikal“ eingestuft und muss/ wird zeitlebens bekämpft. Nur sieben Jahre später formuliert Reich seine „Orgontheorie“ und entwickelt bis 1942-45 diese zur Orgonomie, in dem er seine Schriften Funktion des Orgasmus, Charakteranalyse und Massenpsychologie orgonomisch umschreibt.
Die Psychoanalytiker und Kommunisten haben ihn aber nicht vergessen und auch die Amerikaner (FBI) überprüfen seine „Gesinnung“, ob sie noch kommunistisch sei.
Ich stelle nach diesem Blogbeitrag die These auf, dass 1933 Reichs Schicksalsjahr war, in der er die kommende Forschung schon eigens zerstörte, bevor sie entwickelt war. Unter diesen Vorzeichen hatte die Orgonomy im Wissenschaftsbetrieb keine Chance mehr – nicht unter Reich.
Konsequent als Reaktion wurde Reich 1934 ausgeschlossen, dies als emotionelle Pestreaktion zu deuten (wie ich es auch schon gemacht habe) finde ich wenig haltbar.
Natürlich hätte Freud aus persönlichen Gründen (Charakteranalyse) Reich auch ausgeschlossen, zumal er ihm die Show zu stehlen vermochte. Auf dieser Ebene hätte/ hatte Freud pestig reagiert.

O.: Eine Übersicht zur Sexpol:
http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/1544963

Jean:
„Ich stelle nach diesem Blogbeitrag die These auf, dass 1933 Reichs Schicksalsjahr war, in der er die kommende Forschung schon eigens zerstörte, bevor sie entwickelt war.“
Nachdem ich einiges aus „My eleven years…“ mehrfach gelesen habe, habe ich mich gefragt, warum er sich in den USA auch noch mit den Gerichten angelegt hat. Inhaltlich natürlich voll nachvollziehbar. Aber hätte er auch anders gekonnt, oder gab es etwas in ihm, was ihm gar keine Wahl ließ, war kein Finger breit mehr zwischen seinen Strömen und der Blockade draußen.
Er hat es sich aus Überzeugung mit allen verscherzt, was für ihn und seine wundervolle Arbeit in einer Tragödie geendet hat.

O.: Nachdem Reich sich mit dem Faschismus angelegt hatte, was jeder junger anständiger Menmsch mit Weitblick und Mut wohl ähnlich gemacht hätte, ließ er sich mit dem zweiten Todfeind und Diktator Stalin (indirekt über die Kommunistischen Organisationen) ein und erkannte auch hier schon deren Destruktivität. Letztere halfen nicht – und dies hat Reich schon 1933 bloßgestellt – den Hitlerfaschismus zu zerstören.
In Amerika über Umwege (Kopenhagen und Oslo) angekommen, hielt sich Reich politisch bedeckt und konzentrierte sich auf seine eigene Forschung. Vielleicht hätte er so einer weiteren Verfolgung entkommen können, doch Reich war gekränkt, von Freud (und den Kommunisten) enttäuscht und wollte bzw. brauchte Anerkennung.
Er versuchte seine Orgonforschung der Atom-(Waffen-)Forschung entgegen zu stellen. Er kontaktierte das AEC und hielt die Regierungsorganisationen aktiv über die Orgonforschung auf dem laufenden. Er diskutierte mit Einstein über den ORAC (Temperaturdifferenz). Einstein wusste dies könnte eine „Bombe für die Physik bedeuten“. Tatsächlich wurde seine Bion und Orak Forschung zur Bombe für die Medizin und damit für die Chemieindustrie (= Pharmaindustrie), denn er versuchte das Krebsproblem zu lösen.
Reich hat sich mit seinem Geltungsbedürfnis und seiner rechthaberischen Art – stets bestehend auf die Wahrheit – naiv auf „Amerika“ vertrauend mit den größten „Menschheitsfreunden“ angelegt.
Dem natürlich nicht genug – Reich saß schon in der Tinte – und gerichtliche Aktionen über die FDA liefen vor Gericht, er musste nach dem ORANUR Disaster, dass das AEC sicherlich nicht erfreute, da der tödliche Charakter der atomarer Niedrigstrahlung schon erkennbar wurde, auch das Militär, speziell die ATIC (Luftwaffengeheimdienst) über seine Oranur 2 Experimente informieren: Er hatte sich nach eigener Vorstellung mit außeriridschen Raumschiffen angelegt. Die CIA trat hier auf dem Plan und kassierte Reichs Dokumente auf dem Treffen mit der ATIC ab. Nun waren auch Militär, CIA und Außerirdische alarmiert.
Doch Reich sollte schon 1947 mit der Entwicklung des ORAK vernichtet werden. Wen schickt man vor, wenn man jemanden loswerden will? Natürlich nicht gleich die eigene Armee, sondern für die Drecksarbeit werden Unterorganisationen zur Ablenkung aktiviert: Mafia oder „Kommunisten“. Brady schrieb ihren Schmierartikel über den „Sexbesessen“ und „Kurpfuscher“ Reich der mit „Sexboxen“ seine PatientInnen zum Orgasmus gegen den Krebs bringen möchte (Turnerstyle eben). Dann müsse eine „Gesundheitsbehörde“ (Amt für Chemie und Pharmaindustrie) handeln und brachte den „Fall Reich“ vor Gericht. Die AMA hielt sich im Hintergrund.
Das Gericht war nur ein Instrument, als der Richter zu weich war, wurde er ausgetauscht, damit das richtige Urteil gesprochen werde: Inhaftierung. In seinem Prozess glaubte Reich an die Gerechtigkeit (Amerika, den Präsidenten und an das Recht) und dass die Wahrheit siegen müsse. Er hat sich nicht mit dem Gericht angelegt!
Wundervoll ist seine Arbeit nur für Leute, die an die Wissenschaft glauben, als sei sie nicht Teil der privaten Industriekonzerne, für Menschen, die an die „Wahrheit“ glauben als wäre die Lüge nicht allgegenwärtig.
Ob Reich auch anders gekonnt hätte? Reich hätte von seiner Persönlichkeit her nicht anders gekonnt und die Pest kann nie anders in ihrem Zwang als Mr. Goodguy aufzutreten und im Stillen zu zerstören. Reich hat uns aufgezeigt, warum wir nicht anders können. Das macht ihn für alle Seiten sympatisch und sein Werk unsterblich; selbst wenn sein letztes Buch verbrannt werde – fast jeder kennt seine „Wahrheit“, ob er sie charakterlich ertragen kann oder nicht.

Die Aktualität von Reichs WAS IST KLASSENBEWUSSTSEIN? von 1934 (Teil 3)

12. April 2016

Was soll das sein: „revolutionäre wissenschaftliche Arbeit“ im Gegensatz zu „bürgerlicher Wissenschaft“?

Die bürgerliche Wissenschaft ist um so Iebensfremder, produziert um so groteskere Theorien, verirrt sich um so mehr im Streit über diese Theorien, je Iebensnäher das behandelte Gebiet ist. Daher ist etwa die Mathematik noch am freiesten von den Einflüssen bürgerlichen Denkens, während etwa die Tuberkuloseforschung es noch nicht einmal zu einer gründlichen Erhebung der Einwirkung von Volksernährung und Wohnmaiziere auf die menschlichen Lungen gebracht hat; von der Psychiatrie, dem Tummelplatz der wüstesten Borniertheit, sei nur gesagt, daß sie, die die Aufgabe hätte, die Grundprinzipien der seelischen Hygiene zu erarbeiten, wie ein eigens dazu fabriziertes Werkzeug funktioniert, gerade dies unmöglich zu machen. (Was ist Klssenbewußtsein?, 1934, S. 53)

Die Massen haben für richtige Tatsachenfeststellungen einen prächtigen Instinkt, der nur dann nicht sichtbar ist, wenn die revolutionäre Organisation ihm nichts und die Quacksalber ihm alles bieten, vom Tischrücken bis zur Quelle von Lourdes. (ebd., S. 55)

Und weiter:

Die marxistische Wissenschaft kann nicht dadurch entwickelt werden, daß man die KlassenkampfparoIe in die Wissenschaft trägt und nichts tut, als die Etikette „Klassenkampf“ aufkleben: sie kann nur entwickelt werden aus den Fragestellungen, Problemen, Ergebnissen der einzelnen Wissenschaftsgebiete selbst. Es muß sachlich nachgewiesen werden, wo die bürgerliche Forschung versagt, weshalb sie versagt, wo sich die bürgerliche Weltanschauung der Erkenntnis hindernd in den Weg stellt, wie sie das tut etc. Dann, nachdem sie dies getan hat, wirklich sachlich geleistet hat, hat man auch das Recht sich selbst marxistischer Wissenschaftler zu nennen und die Beziehung der einzelnen Wissenschaft zur Frage des wirtschaftlichen Klassenkampfes herauszuarbeiten. (ebd., S. 53)

Das folgende ist eine direkte Vorwegnahme des orgonomischen Funktionalismus:

Grundsatz: Es Ist unmöglich, in Einzelheiten [und] Anweisungen zu gehen; man muß die Grundsätze der Anschauung und des Betrachtens klar haben und sie auf die Einzelheiten anwenden; ist der Grundsatz richtig, dann begeht man im einzelnen Fall keine Fehler. Ist der Grundsatz der Anschauungsmethode falsch, dann sind richtige Entscheidungen in Einzelfällen nur Zufall und die Quelle von Fehlern ist riesengroß. (S. 66)

Ähnliches läßt sich über Reichs gesellschaftspolitische Ansichten sagen. Es ging stets, wie eine Überschrift in Was ist Klssenbewußtsein? lautet, um die „Inbesitznahme des eigenen Besitzes“. In Amerika fragte er sich, warum die Arbeiter nicht selbst die Herrschaft über die Produktionsmittel übernehmen, was über das Aktienrecht durchaus möglich gewesen wäre. Er schrieb das ihrer „Freiheitsunfähigkeit“ zu, ihrer biophysischen Panzerung, die sie zum „Sitzen“ zwingt. Zwanzig Jahre zuvor hatte er dies noch dem mangelnden „Bewußtsein“ zugeschrieben, also einer weit einfacher zu handhabenden Störung. Davon abgesehen hat er seine Meinung aber nie grundlegend geändert:

Es ist klar, daß es keine Führung je geben kann, die alles überblicken und dirigieren könnte, was das gesellschaftliche Leben an zu bewältigenden Problemen und Aufgaben hervorbringt. Das bringt nur die bürgerliche Diktatur zustande, weil sie die Bedürfnisse der Massen nicht in Rechnung stellt, weil sie gerade auf der scheinbaren Bedürfnislosigkeit der Masse und auf deren politischer Stumpfheit ruht. Im heutigen kapitalistischen System ist die Arbeit längst vergesellschaftet, nur die Aneignung der Produkte ist eine private des Unternehmers.

Die soziale Revolution will etwa die Großbetriebe sozialisieren, das heißt, sie der Selbstverwaltung der Arbeiter dieser Betriebe übergeben. Wir wissen wie schwer die Sowjetunion im Anfang und auch heute mit dieser Selbstverwaltung zu ringen hat. Die revolutionäre Arbeit in den Betrieben kann nur erfolgreich sein, wenn sie das Interesse des Arbeiters für den Betrieb weckt, als sachliches Interesse an der Produktion, und an diesem Interesse ansetzt. Der Arbeiter hat aber kein Interesse am Betrieb als solchem, schon gar nicht am Betrieb in seiner heutigen Form. Ihn revolutionäres Interesse am Betrieb schon heute zu gewinnen, muß er diesen sich schon jetzt im Kapitalismus als ihm selbst gehörig zunächst vorstellen. In den Belegschaften muß das Bewußtsein geweckt werden, daß der Betrieb und seine Führung auf Grund ihrer Arbeit ihnen und nur ihnen zusteht; daß dieses Recht, das derzeit der Kapitalist für sich in Anspruch nimmt, mit vielen Pflichten verbunden ist, daß man über Betriebslenkung, Betriebsorganisation etc. Bescheid wissen muß, wenn man sein eigentlicher Herr ist. Es muß klar in der Propaganda zum Ausdruck kommen, daß der eigentliche Herr des Betriebes nicht der gegenwärtige Besitzer des Kapitals und der Produktionsmittel, sondern die Arbeiterschaft ist. Es ist massenpsychologisch ein großer Unterschied, ob wir sagen: „Wir enteignen den Großkapitalisten“, oder ob wir sagen: „Wir nehmen unser Eigentum in unseren rechtmäßigen Besitz“. Im ersten Falle reagiert der durchschnittliche unpolitische oder politisch verbildete Industriearbeiter auf die Enteignungsparole mit einem Schuldgefühl und einer Hemmung, als ob er sich fremden Besitz aneignete. Im zweiten Falle wird er sich seiner, auf Grund seiner Arbeit, gesetzmäßigen Eigentümerschaft bewußt, und die bürgerliche Ideologie von der „Unantastbarkeit des Privateigentums“ an den Produktionsmitteln verliert ihre Gewalt über die Massen. Denn nicht, daß die herrschende Klasse eine derartige Ideologie verbreitet und verteidigt, ist das Problem, sondern daß und weshalb die Masse davon ergriffen wird und sie bejaht.

Sollte es eine revolutionäre Organisation nicht zustandebringen, der Belegschaft der Betriebe beizubringen, daß sie die rechtmässige Herrin ist und sich schon jetzt um ihre Aufgaben zu kümmern hat? So wie sich die kleinbürgerlichen Kaufmannsfrauen und die Arbeiterinnen in den Sex-Pol-Gruppen darüber eingehend klar zu werden versuchten, wie man eigentlich die Erziehung der Kinder am besten gestalten, die Hausarbeit am praktischsten einrichten könnte, ob es nicht vorteilhafter sei, in einem Wohnblock eine kollektive Küche einzurichten, so können, werden und müssen die Belegschaften schon jetzt die Vorbereitung für die Übernahme der Betriebe treffen. Sie müssen ganz aus Eignem überlegen, sich schulen, verstehen, was alles notwendig ist und wie es am besten einzurichten wäre. (…) Der realen Übernahme der Macht in den Betrieben durch die Belegschaften muß die ideelle Übernahme der Macht durch konkrete Vorbereitung vorangehen. (…) Dies und nur dies heißt „Weckung des Klassenbewußtseins“. Die revolutionäre Parteiführung hat keine andere Aufgabe und kann keine andere haben, als diesen Vorstufen der revolutionären sozialen Demokratie nach der Machtergreifung zur restlosen Klarheit zu verhelfen, die Vorbereitungen zu lenken, mit dem größeren Wissen nachzuhelfen. Derart in die konkrete Arbeit einbezogen, wird jeder Arbeiter sich als eigentlicher Herr des Betriebs fühlen und den Unternehmer nicht mehr als Lohngeber, sondern als Ausbeuter seiner Arbeitskraft empfinden. (…) Er wird kämpfen für eigene Interessen, mehr, er wird lendenlahmen Führungen den Streik aufzwingen und sie beseitigen, wenn sie versagen. Die revolutionäre Propaganda war im wesentlichen nur eine negative Kritik; sie muß es lernen, außerdem aufbauend, vorbereitend, positiv zu sein. (S. 63f)

Es ist offensichtlich, daß bereits angesichts dieser Aussagen Reichs später im Rahmen des Konzepts „Arbeitsdemokratie“ geprägter Begriff „Fachbewußtsein“ weitaus passender ist, als der Begriff „Klassenbewußtsein“. Was sich bei Reich vollends grundlegend geändert hatte, ist die Stellung zum „Klassenkampf“.

Anfang der 1930er Jahre beurteilte Reich das politische Geschehen nach der Fragestellung, ob der jeweilige Vorgang in „Richtung der reaktionären oder der revolutionären Entwicklung“ weist und was dabei „in den verschiedenen Schichten der Masse (vorgeht)“.

Was in ihr ist für und was ist gegen uns? Wie erlebt die breite unpolitische oder verbildete Masse die politischen Ereignisse? Wie erlebt und empfindet die Masse die revolutionäre Bewegung?

Jedes Ereignis ist widerspruchsvoll, enthält Elemente für und gegen die Revolution; Voraussehen ist nur möglich: a) durch Erfassung der Widersprüche, b) durch Aufstellung der möglichen Varianten der Entwicklung, (z.B. reaktionäre und revolutionäre Elemente im Faschismus).

Der gesellschaftliche Prozeß enthält gleichzeitig vorwärtsdrängende und zurückhaltende oder rückwärtsdrängende Kräfte; revolutionäre Arbeit ist das Erfassen beider und das Vorwärtstreiben der revolutionären Tendenzen (z.B. Hitlerjugend: sexuelle Freiheit ist vorwärts, Autoritätsgläubigkeit rückwärtsdrängende Kraft). (S. 66)

Es ist offensichtlich, daß diese Fragen weitaus besser und fruchtbringender in einem vollständig anderen Bezugsrahmen als der Marxistischen „Klassenanalyse“ beantwortet werden können, nämlich in dem Dreischichten-Modell der menschlichen Charakterstruktur, wie Reich es ein Jahrzehnt nach Was ist Klassenbewußtsein? in der Neufassung von Die Massenpsychologie des Faschismus vorstellen sollte.

masspsychfascism

Wissenschaft am Wesentlichen vorbei: HIV/AIDS und Globale Erwärmung

20. Dezember 2014

Nach Auswertung ihrer klinischen Studie an 1078 schwangeren Frauen mit „HIV“ in Tansania geht eine Ärztegruppe um Wafaie Fawzi von der Harvard School of Public Health davon aus, daß Vitaminpräparate den Krankheitsverlauf verzögern. Diejenigen Frauen, die eine tägliche Dosis der Vitamine B, C und E über fünf Jahre lang schluckten, waren weniger gefährdet, daß die Immunschwäche fortschreitet. Das gilt als „überraschendes Ergebnis“!

Das war 2004. Heute, 10 Jahre später, spricht Fawzi über diesen Komplex:

Von besonderem Interesse sind die Weltkarten, auf denen sich die Gebiete von AIDS, Tuberkulose und Mangelernährung weitgehend überschneiden. Sowohl AIDS als auch Fehlernährung würden das Immunsystem schwächen und eine gute Ernährung bzw. die Gabe von Vitaminen würde den Verlauf der HIV-Infektion hinauszögern. Das gleiche ließe sich über die Tuberkulose sagen, zumal in vielen Weltgegenden diese beiden Erkrankungen zusammen auftreten.

Statt aufgrund wackeliger wissenschaftlicher Theorien („HIV“) Afrika mit religiöser Abstinenz-Propaganda zu überziehen oder mit anzüglichem Eifer Kondome zu verteilen, sollte man sich an die wirklichen Probleme machen und die sind ökonomischer, kultureller und politischer – d.h. sexualökonomischer Natur. Man denke nur daran, wie in Afrika Frauen und Kinder verhungern, während, wie in Somalia geschehen, wohlgenährte „Befreiungskämpfer“ frech in die Kamera der Tagesschau grinsen. Nicht „AIDS“ ist das Problem Afrikas, sondern Saharasia!

Wissenschaftlich verbrämte Ideologie wie die HIV-AIDS-Hypothese kostet Millionen Menschen das Leben, weil die Ressourcen fehlgeleitet werden – nicht zuletzt in die Forschungsetats der Pseudowissenschaft.

Man erinnere sich an die 1980er Jahre, als einem das Gefühl vermittelt wurde, ganz normaler Geschlechtsverkehr sei eine Art Russisches Roulette. Drei Jahrzehnte später ist es tatsächlich eine berechtigte Frage, ob es auch nur einen einzigen Fall gibt, wo sich ein Heterosexueller (der kein Bluter ist, keine Drogen nimmt und nicht heimlich bisexuell ist) beim Geschlechtsverkehr angesteckt hat!

Erinnert sei auch daran, wie viele Billiarden (sic!) schon für die Mär von der „Globalen Erwärmung“ verschleudert wurden!

Als ich in den 1970er Jahren zur Schule ging und Zeitschriften wie das X-Magazin las (die später mit Bild der Wissenschaft fusionierte), hatte ich tatsächlich Angst vor einer neuen Eiszeit. Die damaligen Klimaforscher sahen eine großflächige Vereisung voraus und ich richtete mich auf ein graues naßkaltes Leben ein, wie es etwa Isländer führen!

Der „Katastrophen-Winter“ von 1978/79 schien den Voraussagen auf dramatische Weise recht zu geben. Doch dann erwiesen sich die 1980er und 1990er Jahre als ausgesprochen warme Jahrzehnte. Entsprechend wurde die Sache mit der „Globalen Erwärmung“ immer beliebter. Zeitweise schien es kein anderes Thema zu geben.

Doch dann stoppte mit Anfang des neuen Jahrtausends der moderate gemittelte Temperaturanstieg. Gegenwärtig gibt es definitiv keine Globale Erwärmung. Es könnte wirklich das eintreten, was mir Mitte der 1970er Jahre meine Zukunftshoffnungen versauerte.

Der Punkt ist, daß unser Stern im 20. Jahrhundert außergewöhnlich aktiv war, während er im Moment sich jenem inaktiven Zustand wie vor 300 Jahren nähert, als er ebenfalls praktisch sonnenfleckenfrei war. Damals waren wir in einer Kleinen Eiszeit, die ein soziales Chaos hervorrief, das bis heute die Erde prägt.

Und selbst wenn das mit der Globalen Erwärmung stimmen sollte: ähnlich wie beim AIDS wird das Wesentliche umgangen: die sozioökonomischen und orgon-energetischen Faktoren:

Deborah Lawrence (University of Virginia) et al. stellen in einer umfassenden Studie fest, daß das Abholzen der tropischen Urwälder in Südamerika, Afrika und Südostasien mindestens so verheerende Auswirkungen hat wie die (angeblich) durch CO2 verursache „Globale Erwärmung“. Durch die Vernichtung der Regenwälder wird die Bewegung von Luftmassen und atmosphärischer Feuchtigkeit so verändert, daß es zu Veränderungen bei der räumlichen und zeitlichen Verteilung des Regenfalls kommt und zu einem drastischen Anstieg der Temperaturen – und das nicht erst in 100 Jahren, sondern heute. Außerdem beschränken sich die Folgen nicht nur auf die Tropen, sondern auf Tausende Kilometer entfernte Gebiete, etwa Südeuropa, China oder den Mittleren Westen Amerikas. Langfristig sei die Welternährung gefährdet.

Wie die Entwaldung der Tropen sich auswirkt, kann man beispielsweise unmittelbar an Brasilien erkennen:

Charakteristischerweise konzentriert sich die Weltöffentlichkeit auf „CO2“ und vernachlässigt ganz das Verschwinden der Dschungelgebiete. Diese zu schützen, wäre im Vergleich ein Leichtes und würde das Leben der Menschen in keinster Weise einschränken, aber um das Letztere geht es in Wirklichkeit.

Die Regenwälder sind, so Lawrence, weniger die „Lungen der Welt“, sondern vielmehr die „Schweißdrüsen der Welt“.

Weil Wälder Wasser aus der Erde in Feuchtigkeit in der Luft umwandeln, kühlen sie die über ihnen liegende Atmosphäre ab. Tropische Wälder bewegen mehr Wasser als jedes andere Ökosystem auf dem Land. Sie stehen im Mittelpunkt des irdischen Prozesses der Generierung und Regenerieung von Feuchtigkeit, so daß das Roden immer größerer Waldgebiete schließlich zur Austrocknung und Erwärmung beiträgt. Durch Störung der Luftbewegungen in entfernten Gebieten der Atmosphäre bringt die tropische Entwaldung Temperatur- und Regenmuster weltweit durcheinander.

Orgonomisch betrachtet sind Bäume, bzw. Wälder als Ganzes betrachtet, eine Art „Cloudbuster“, die ständig DOR aus der Atmosphäre absaugen und in Wasser (OR) umwandeln.

Der HIV-AIDS-Komplex

31. Oktober 2014

Das Thema AIDS, zu dem ich mich bereits vor einem Jahr ausgelassen habe, zeigt, wie Sexualverdrängung und Sexualhunger einen rationalen Diskurs unmöglich machen. Beispielsweise symbolisiert für den Neurotiker der „schwarze Süden“ „da unten“ das Genital und „das geile Tier“. Deshalb wurde ausgerechnet Afrika zum „AIDS-Kontinent“ erkoren. Mittel aus der Entwicklung der Infrastruktur (z.B. für eine bessere Hygiene im Gesundheitswesen) wurden abgezogen und für die Verteilung von Kondomen, „Anti-Geschlechtsverkehr-Propaganda“ und die massenhafte Verteilung anti-retroviraler Medikamente verpulvert.

2004 wurde im Lancet eine Studie des britischen Medical Research Council veröffentlicht, die zu dem Schluß kam, daß spottbillige Antibiotika die Todesrate der HIV-positiven Kinder Afrikas halbieren könnte. In Sambia mußte eine Versuchsreihe nach 19 Monaten abgebrochen werden, da man der Kontrollgruppe das Antibiotikum unmöglich weiter vorenthalten konnte. Zur gleichen Zeit rief Mandela auf dem Welt-Aids-Konferenz 2004 in Bangkok dazu auf, stärker gegen Tuberkulose vorzugehen. Deren tödliche Folgen würden oft unterschätzt. Nach Angaben der WHO leiden 70% der HIV-Infizierten in Afrika auch an TBC.

Da frägt man sich doch, warum nicht von einer „TBC-Epidemie“ gesprochen wird – gegen die bereits Albert Schweitzer gekämpft hat? Hängt das vielleicht damit zusammen, daß Tuberkulose nichts mit Sex zu tun hat und deshalb kein Faszinosum ist?

Uns wurde jahrelang weisgemacht, daß die Lage in Afrika ein schlagender Beweis für die (hetero)sexuelle Verbreitung von HIV ist. Ein warnendes Menetekel für das sexuell freizügige Jugend Europas! Doch bereits 2003 erschien im britischen International Journal of STD & AIDS ein Artikel, der zeigte, daß die Daten nicht zu den bisherigen Theorien passen und für das AIDS in Afrika wohl eher unsterilisierte Spritzen und Bluttransfusionen verantwortlich seien.

Wann wird man endlich einsehen, daß der HIV-AIDS-Komplex selbst infiziert ist – durch tiefverwurzelte Sexualängste! Es sei auf Reichs Ausführungen über „Rassereinheit, Blutsvergiftung und Mystizismus“ in Massenpsychologie des Faschismus verwiesen.

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Den wirklichen (nämlich sado-masochistischen) Hintergrund der HIV-Begeisterung offenbart vielleicht das Phänomen der „Bug Chaser“: das sind Homosexuelle, die es darauf anlegen, von „Gift Givers“ mit dem AIDS-Virus angesteckt zu werden – als ultimativer erotischer Kick. Man spricht bei der „Befruchtung“ (sic!) mit HIV von „Fortpflanzung“, wobei „Bug Chasers“ bestimmte „Gift Givers“ suchen, die für ihre Ansteckung die Rolle des „Vaters“ übernehmen.

In unseren Breiten ist es für einen Heterosexuellen ausgeschlossen, daß er sich eine „Infektion“ durch normalen Geschlechtsverkehr zuzieht. Trotzdem wird ihm in einer millionenschweren Kampagne nach der anderen das Kondom, d.h. chronische orgastische Unbefriedigung, aufgedrängt. Außerdem wird mit missionarischem Eifer die Beschneidung propagiert. Man könne Millionen von Afrikanern vor dem sicheren AIDS-Tod retten, wenn man die Männer in Ost- und Südafrika genauso flächendeckend beschneidet, wie in West- und Zentralafrika!

Man sollte sich einmal ernsthaft fragen, warum es in Nordafrika (und der restlichen islamischen Welt) keine „AIDS-Krise“ gibt, obwohl dort „riskante Sexualpraktiken“ (insbesondere homo- und heterosexueller Analverkehr) die Norm sind. Die einfache Erklärung: dort ist Sexualität allgemein, im besonderen aber Geschlechtskrankheiten und erst recht AIDS, das größte Tabu überhaupt. Der Osten und Süden Schwarzafrikas ist einfach noch nicht islamisiert genug und deshalb für die AIDS-Industrie noch zugänglich. Es entbehrt nicht einer, na ja, „gewissen Komik“, daß die UN Afrika „retten“ will, indem sie islamische Praktiken verbreitet…

Daß hinter dem bizarren und pseudowissenschaftlichen, ja geradezu pseudoreligiösen, AIDS-Kult nichts anderes steckt als Emotionelle Pest, wird anhand der einfachen Einsicht deutlich, daß wie gesagt unsterilisierte Injektionsnadeln ein weit größeres Problem darstellen, als der Geschlechtsverkehr. Anders wäre wohl auch kaum zu erklären, warum im promiskuen Europa AIDS keinerlei Rolle spielt, aber ausgerechnet im (entgegen rassistischer Wahnvorstellungen: „Die Schwarzen schnakseln einfach zuviel!“) weitaus zugeknöpfteren Afrika eine Pandemie sein soll. Doch WHO und UNAIDS fürchten, daß, wenn man zu viel Gewicht auf die Gefahren legen würde, die von mangelnder Hygiene ausgehen, dies nur vom Problem der sexuellen Ausbreitung ablenkt.

Es geht diesen Herrschaften gar nicht um AIDS an sich, sondern darum, das Lebendige zu erdrosseln – auch wenn dabei Millionen Menschen draufgehen. Man lese Reichs Massenpsychologie des Faschismus über den Nexus zwischen sexuellen Ängsten, rassistischen Wahnvorstellungen, Haß auf alles Lebendige und Denkstörungen, die nicht nur Individuen, sondern ganze Gesellschaften erfassen. Wer erinnert sich nicht an die messianischen Auftritte von prominenten „AIDS-Aktivisten“ wie Bono (dem Sänger von U2) und die seltsam masochistische Begeisterung, mit der die Massen die Botschaft empfingen, die genitale Umarmung sei tödlich. Wer dann noch glaubt, Hitler und die 1930er Jahre lägen weit hinter uns…

Bei all dem muß man natürlich auch stets die andere Seite sehen, d.h. schlicht die Welt ungepanzert („unideiologisch“) betrachten. Man nehme etwa das Leben der HIV-positiven Aktivistin Christine Maggiore, die ganz offensichtlich an AIDS gestorben ist, genauso wie ihre Tochter. Ein Gutteil der „AIDS-Kritik“ ist an AIDS selbst gescheitert: die Verfechter sind an AIDS gestorben, etwa die gesamte Redaktion des einschlägigen Blattes Continuum.

Die emotion Nr. 15, 2002 (Marc Rackelmann: „Lustseuche. Zur Sexualökonomie von AIDS“), entblödete sich nicht, folgenden Dialog als Beispiel kritischen Denkens abzudrucken:

Mathilde Krim: Ich denke, [Maggiore] macht sich was vor. Sie ist infiziert. Das [sich Leute gesund fühlen] passiert oft bei Leuten, die „slow“ oder „non progressors“ sind.
Christine Maggiore: Mathilde Krim beschrieb mich als „slow progessor“, als wäre es für mich ein Fortschritt, wenn ich krank würde und damit meine Pflicht als HIV-Positive erfüllen würde.

Ein Gutteil der AIDS-Kritik scheint auf dieser hohlen „Logik“, dieser schlichtweg kindischen Rhetorik beruht zu haben.

Oder man nehme etwa den Artikel „AIDS denial: A lethal delusion“ Der Autor führt aus, daß zu Anfang diese Kritik vielleicht teilweise berechtigt war, aber sie sich mittlerweile zu einem Kult gewandelt habe und immer wieder die längst überholten alten Argumente widergekäut werden. Beispielsweise sei der AIDS-Test mittlerweile sehr spezifisch und bei der modernen antiviralen Therapie habe man die Nebenwirkungen mittlerweile besser im Griff, außerdem seien sie eindeutig lebensverlängernd. Der Angriff kulminiert im Vorwurf, daß die HIV-AIDS-Kritiker in Südafrika 365 000 Menschen auf ihrem Gewissen haben, die hätten gerettet werden können, wäre nicht der ehemalige Präsident Mbeki von den besagten Kritikern beschwatzt worden.

An diesen Vorwürfen ist sicherlich etwas dran, insbesondere was die Immunität gegen kritische Gegenargumente betrifft, andererseits sind auch die Argumente der hysterischen Kritiker der „AIDS-Kritiker“ sehr fraglich. Vor allem stellt sich die Frage, warum sich die Voraussagen über die Entwicklung in Amerika und Europa in keinster Weise bewahrheitet haben. Wie kann es sein, daß die „klassischen“ Geschlechtskrankheiten explosionsartig zunehmen, es aber mehr als fraglich ist, ob es so etwas wie „heterosexuelles AIDS“ in Amerika und Europa überhaupt gibt?! Selbst „Sexarbeiter“ sind hier keine Ausnahme, wenn man mal von der verhältnismäßig großen Zahl von Drogenabhängigen in dieser Branche absieht. Sogar die regelmäßigen Besucher von „Swinger-Clubs“ scheinen kaum gefährdet zu sein!

Warum ist die Lage in Afrika so vollkommen anders? Es wird über einen anderen Stamm von HIV-Viren und eine unterschiedliche Partnerwahl spekuliert, doch das will nicht recht überzeugen.

Ich neige eher zu der Auffassung von Alan Cantwell, der glaubt, daß die AIDS-Epidemie unter den Homosexuellen in Amerika und den Schwarzafrikanern auf experimentelle Impfkampagnen insbesondere gegen Hepatitis zurückzuführen sind. Ich erwähne diese Theorie ungern, weil sie zum klassischen Repertoire der Verschwörungstheoretiker gehört. Hinter diesen Impfprogrammen lag aber mit Sicherheit alles andere als eine diabolische Intention, da die Homosexuellen (aufgrund ihrer Promiskuität und ihrer unphysiologischen Sexualpraktiken) und die Afrikaner (aufgrund ihrer Umwelt und des feuchtheißen Klimas) durch Infektionserkrankungen extrem gefährdet sind.

Vor diesem Hintergrund würde ich auch nicht ausschließen, daß AIDS eine infektiöse Komponente hat. Gleichzeitig spielt das Verhalten und die Umwelt aber sicherlich auch eine entscheidende Rolle.

Einer der prominentesten „AIDS-Kritiker“, Robert Root-Bernstein, Autor von Rethinking AIDS: The Tragic Cost of Premature Consensus, hat sich von seiner einseitigen Position befreit: „Beide Seiten liegen falsch, die, die sagen, HIV sei eine Schmusekatze, und die, die behaupten AIDS wäre ausschließlich HIV … Die Leugner treffen Aussagen, die vorliegenden Studien eindeutig widersprechen.”

Wenn man zugibt, daß alle Parteien irgendwo Recht haben, zeichnet sich etwas ab, was in Harmonie steht mit Reichs Ausführungen über die „Biopathien“ in Der Krebs.

Was nun die besagten Impfprogramme betrifft: Reich konnte künstlich Krebs erzeugen, indem er seinen Labormäusen T-Bazillen injizierte. Nun macht man aber bei der Impfung (jedenfalls bei der „aktiven“) genau dasselbe: („aktive“) Impfstoffe bestehen aus abgetöteten, geschwächten oder fragmentierten Krankheitserregern oder aus deren Toxinen, um die Immunabwehr gegen die wirklichen Erreger zu mobilisieren. Problem ist, daß auf diese Weise große Mengen von aus Sicht der Bion-Theorie energetisch extrem toxischen Stoffen direkt in die Blutbahn gebracht werden. Entsprechend erinnert die Reaktion von Kindern auf die Impfung an die Reaktion von Reichs Labormäusen. Wiederholt haben Orgonomen und orgonomisch bewanderte Eltern beobachtet, daß Impfungen bei Säuglingen und Kleinkindern zu einer sehr starken Kontraktion im Inneren führen kann und so möglicherweise die Grundlage für spätere biopathische Erkrankungen gelegt wird.

Man nehme das „Golfkriegssyndrom“, das seit 1991 durch die Medien geistert und auf chemische Kampfstoffe, Uran in der Munition, die brennenden Ölquellen und anderes mehr zurückgeführt oder als „psychosomatische“ Erkrankung, wenn nicht sogar „Massenhysterie“ abgetan wurde. Es weist alles darauf hin, daß das gleichzeitige Impfen zur Vorbeugung gegen biologische Kampfstoffe wie Anthrax sowie gegen Gelbfieber, Tetanus, Typhus, Polio, Cholera, Hepatitis, Meningitis, etc. verantwortlich war. Der Organismus der Soldaten wurde mit T-Bazillen überschwemmt und hat schließlich zu einem Erkrankungsbild geführt, das in vielem Krebs und AIDS ähnelt. Ich möchte jetzt aber nicht die Partei der teilweise kultischen „Impfgegner“ ergreifen, sondern vielmehr dazu auffordern die Scheuklappen abzunehmen. VERNUNFT!

Kehrt die Kinderlähmung in einem neuen Gewande zurück?

28. Februar 2014

Diese Woche ging folgende Meldung durch die Medien:

Plötzliche Lähmungen in Armen und Beinen: US-Ärzte warnen vor einem mysteriösen Krankheitsausbruch in Kalifornien. Innerhalb eines Jahres wurden fünf Kinder mit Symptomen, die der Kinderlähmung ähneln, gemeldet. Noch ist die Ursache unklar – alle waren gegen Polio geimpft.

In diesem Zusammenhang ist interessant, daß die Lähmung der unteren Extremitäten viel mit Anorgonie zu tun zu haben scheint, also ein bioenergetischer Prozeß ist. Gehunfähigkeit ist ein Hauptsymptom der Anorgonie insbesondere bei Krebs. Mit Beseitigung der Anorgonie verschwindet die Fallangst und damit die funktionelle Abasie. Zentral bei Bekämpfung und Prophylaxe von Anorgonie ist die Muskulatur bzw. deren Fähigkeit, die Energieströme des Körpers zu binden. Deshalb sollte es kein Wunder sein, daß die ganz Jungen, die noch kaum einen Muskelpanzer ausgeprägt haben und die ganz Alten, deren Muskulatur atrophiert, in besonderer Gefahr stehen, anorgonotische Attacken zu erleiden.

Reich selbst erwähnt die spastische Kinderlähmung nur ganz kurz in Der Krebs. Zunächst kritisiert er die „Luftkeimtheorie“:

Solche Keime hat noch nie jemand gesehen. Aber mit den fertigen Keimen konnte man scheinbar alles erklären: die Tuberkulose, die Syphilis, die Pneumonie etc. Da stieß man auf Krankheiten, bei denen es mit der „Erklärung“ der „Luftkeime“ nicht so einfach war. Es sind die Erkrankungen, die man unsichtbaren kleinsten Partikeln an der Grenze zwischen Lebendigem und Unbelebtem zuschreiben muß. Die spastische Kinderlähmung (Poliomyelitis), die Maul- und Klauenseuche etc. blieben bis zum heutigen Tage unverständlich. Denn aus der Luft lassen sich Viren nicht züchten. Die Entstehung von Bakterien und Protozoen durch bionöse Umwandlung von lebendem und totem Material war unbekannt. (Fischer TB, S. 248)

Zum Thema „bionöser Zerfall“ gehören auch die T-Bazillen:

Wir wissen noch gar nicht, ob der T-Bazillus nur für Krebs spezifisch ist oder ob er auch andere Erkrankungen erzeugen kann, wenn er in anderer Form und bei besonderer Ansiedlung wirkt. Hier herrscht komplettes Dunkel, und wir dürfen auf große Überraschungen gefaßt sein. So weit auseinanderliegende Infektionserkrankungen wie die akute Fleischvergiftung und das akute Stadium der Poliomyelitis mögen hierher gehören. Dies ist eine berechtigte Vermutung, aber auch nicht mehr als eine Vermutung! (ebd., S. 296)

Übrigens hatte Reich den „Verdacht, daß der Polioimpfstoff karzinogen sein könnte”, da er T-Bazillen enthält (Charles Kelley: „Polio Vaccine and Cancer“, The Creative Process, 1(2), Nov. 1961, S. 57).

Daß dies alles andere als abwegig ist, zeigt folgende Dokumentation:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=LZs1V8mpcoY%5D

Aber zurück zum Thema: Reichs Mitarbeiter Elsworth F. Baker übermittelt uns die Reichsche Theorie wie folgt:

Poliomyelitis kommt, wie Reich bemerkte, bei jungen Menschen mit hohem Energieniveau und einer schweren Beckenblockierung vor. Dem gesteigerten Energiedruck des wiedererwachenden Frühlings und Sommers wird durch ein Abziehen der Energie aus den Gliedmaßen entgegengewirkt. Wahrscheinlich beruht der Erfolg der Kenny-Behandlungsmethode mit heißen Packungen und Massage darauf, daß dieser Energiefluß induziert wird. Bei einer Lähmung der oberen Gliedmaßen scheint auch orale Frustration vorzuliegen. (Der Mensch in der Falle, S. 296f)

Baker bringt zur Unterstützung dieser Sichtweise Stellen aus der orthodoxen medizinischen Fachliteratur vor.

Trueta und Hodes berichten in The Lancet (15. Mai 1954), daß sie bei Versuchstieren durch die Injektion von Reizstoffen, Formol oder Krotonöl, in die Gliedmaßen ohne Verwendung irgendeines Virus ein Krankheitsbild hervorgerufen haben, das im wesentlichen dem der Poliomyelitis glich. In bezug auf diesen Bericht schrieb R.J. Dittrich in einem Brief an das Journal of the American Medical Association (11. März 1961, S. 925), wenn man diese Ergebnisse in größerem Maßstab verifizieren könne, werde es möglicherweise notwendig, unsere gegenwärtigen Ansichten von der Ursache dieser Krankheit zu revidieren und unsere Anstrengungen darauf zu richten, andere Faktoren zu finden, die bei der Entstehung der Poliomyelitis wirksam sein können. (ebd., S. 295)

Es erscheint gerechtfertigt, anzunehmen, daß die Lähmung bei den Versuchstieren eine Folge des Abzugs der Energie aus den Gliedmaßen war, die als Reaktion auf den Schock durch den injizierten Reizstoff erfolgte. Das stünde völlig im Einklang mit Reichs Theorie. (ebd., S. 297)

In einer Darstellung über die von Baker erwähnte „Sister Kenny“ und ihre Methode lesen wir von der Polio-Epidemie in den USA zwischen 1946 und 1953, die im Jahre 1952 ihren Höhepunkt hatte und bei Reich folglich einen großen Eindruck hinterlassen haben muß. Es habe wohl schon seit Urzeiten Kinderlähmung gegeben, doch als Epidemie ist sie erst seit den 1880er Jahren aufgetreten.

Die Methode der australischen Krankenschwester Elizabeth Kenny, die ihren Ehrentitel „Sister“ im Ersten Weltkrieg von den Briten verliehen bekommen hatte, wurde in den USA erstmals 1940 aufgegriffen: feucht-heiße Packungen, um Schmerzen durch die Muskelverspannungen zu lindern und um die Immobilisierung während der akuten Phase der Krankheit zu beseitigen, und Bewegungstherapie der betroffenen Gliedmaßen, um die gelähmten Muskeln sanft zu trainieren.

Ihr wurde durch das medizinische Establishment in den USA ein ablehnender Empfang zuteil. Nicht nur, daß Kennys Methode fast das genaue Gegenteil der konventionellen Behandlung war, auch die Terminologie, die sie bei der Beschreibung ihrer Behandlung verwendete, war den Ärzten fremd. Sie benutzte Begriffe wie „Muskelanspannung“ (später sprach sie von „Spasmen“), „psychischer Entfremdung“ und „Muskelumerziehung“, was zur Skepsis der Mediziner beitrug.

Eine fast schon orgonomische Begrifflichkeit!

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Biogenese und Krebsschrumpfungs-Biopathie (Teil 6)

22. September 2013

Es gibt auch Krebs ohne Tumorbildung. H.E. MacDonald beschreibt so einen Fall in ihrem Aufsatz „Wilhelm Reich’s Concept ‚Cancer Biopathy’“. Dabei geht es um eine 30jährige magersüchtige Patientin, die in ihrem Leben noch nie irgendeine sexuelle Aktivität zeigte und wie ein Leichnam wirkte. In den vorangegangen vier Wochen war sie von 120 lbs. auf 90 lbs. abgemagert (1 lb = 0.45 kg). Obwohl es keine Tumoren gab, wies der Reich-Bluttest doch auf eine fortgeschrittene Krebsschrumpfungs-Biopathie hin. Zwar hatte es seit einem Jahr eine kleine Schwellung von der Größe einer Bohne in der rechten Brust gegeben, die ihr behandelnder Arzt jedoch als nicht malig diagnostizierte, da sie abwechselnd wuchs und wieder zusammenschrumpfte.

Tägliche Nutzung des Orgonakkumulators hielt nicht nur den Schrumpfungsprozeß auf, sondern ermöglichte es der Patientin an Gewicht zuzulegen, so daß sie am Ende von vier Monaten 102 lbs. wog. Nach zehn Tagen Orgonbestrahlung war der Tumor nicht mehr tastbar. Da der Tumor neueren Datums war als der Schrumpfungszustand und da es unwahrscheinlich ist, daß dieser kleine Tumor ohne Metastasen die Ursache für den schlechten Allgemeinzustand sein konnte, ist die Existenz einer karzinomatösen Schrumpfungsbiopathie ohne Tumor eine Tatsache. (Orgone Energy Bulletin, 2(3), July 1950, S. 129)

Nebenbemerkung: Wenn man daran denkt, daß heute der Orgonenergie-Akkumulator in vielen Fällen von Anorexie vielleicht lebensrettend sein könnte…

Der Orgonom Victor M. Sobey ging, ausgehend von seiner Beschäftigung mit der Tuberkulose in der klassischen Medizin, davon aus, daß auch diese eine Schrumpfungsbiopathie darstellt, was der Reich-Bluttest bei entsprechenden Patienten bestätigte. „Tuberkulose ist ein verkäsender Prozeß, der mich immer als Fäulnisvorgang beeindruckte“ (Sobey: „Treatment of Pulmonary Tubercolosis with Orgone Energy“, Orgonomic Medicine, 1(2), November 1955, S. 123). Zusammenfassend führt Sobey aus:

Zwei Fälle von Tuberkulose wurden erstmals mit Orgonenergie behandelt und zwar mit hervorragenden Ergebnissen. Offenbar ist Tuberkulose eine richtige Biopathie, wahrscheinlich von der Schrumpfungsvariante, wie der Reich-Bluttest gezeigt hat. Das wichtigste Ziel bei der Behandlung solcher Patienten ist die Verbesserung der orgonotischen metabolischen Prozesse und das Erhöhen des orgonotischen Potentials, um die T-Reaktion im Plasmasystem in eine B-Reaktion zu überführen. Ständiger Einsatz des Orgonenergie-Akkumulators, mit oder ohne begleitender psychiatrischer Behandlung, ist der wichtigste therapeutische Faktor.

Es steht nun fest, daß Orgonenergie Lungentuberkulose in einer positiven Weise beeinflussen kann. Was die Grenzen sind, kann nur bestimmt werden, wenn mehr und vielgestaltige Fälle von medizinischen Orgonomen behandelt werden können. (ebd., S. 132)

Frage der Sequestration: es ist gesünder, an Symptombildung und z.B. Tumoren zu leiden, statt an schleichender Schrumpfungsbiopathie. Bei der kardiovaskulären Biopathie mit Angstanfällen, Wutausbrüchen und allerlei körperlichen Symptomen („Hypochondrie“) ist der biologische Kern noch aktiv.

Beim Krebs dagegen gibt der biologische Kern in der Energieproduktion nach. Mit dieser Verminderung der Energieproduktion werden Emotionen und Erregungen mit der Zeit schwächer und schwächer. Dadurch ist die Funktion des Energieumsatzes im Organismus weit intensiver gestört als bei Störungen mit auffälligeren Symptomen wie der Hysterie. Ein Angstausbruch ist, funktionell gesehen, noch immer eine Energieentladung wenn auch pathologischer Art. Chronische emotionelle Stille dagegen muß mit bioenergetischer Stille im Zell- und Plasmasystem einhergehen. (Der Krebs, Fischer TB, S. 221)

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Der Orgonom Robert A. Dew berichtet, daß auch in der konventionellen Krebsforschung sich die Einsicht durchsetzt, daß selbst wenn der Tumor noch winzig klein ist, der Krankheitsprozeß bereits in seine Endphase eingetreten ist (Dew: „On the Cancer Biopathy“, Annals of the Institute of Orgonomic Science, 1(1), September 1984, S. 50). Es ist offensichtlich, daß diese „zelluläre Sympathikotonie“ erstens besonders dort ansetzt, wo die organismische Sympathikotonie am größten ist, d.h. an den besonders stark gepanzerten Körperteilen. Die Atemsperre bildet die Grundlage für die Allgemeinschrumpfung, lokale Spasmen und Ladungsstörungen der Gewebe die unmittelbare Grundlage für Tumorbildung (Der Krebs, Fischer TB, S. 235).

Die Tumorbildung setzt aber auch an Körperbereichen an, die durch Strahlung, Chemikalien oder mechanisch vorgeschädigt sind. Reich führt dazu aus, daß die Gewebsschädigung, die schließlich im Tumor mündet, entweder durch „eine Aktion von T-Bazillen auf das Gewebe hervorgerufen“ werde oder sie werde durch die Einwirkung von Giftstoffen (etwa Teer) oder durch ein mechanisches Trauma gesetzt, wobei sich erst sekundär ein Wirkungsfeld für T-Bazillen auftut.

Es ist notwendig anzunehmen, daß in dem Falle chemischer und traumatischer Schädigung von Geweben, der Krebsreiz auf dem Wege über die Bildung von T-Bazillen aus dem den zerfallenen Gewebe durch Degeneration erfolgt. Das könnte die Krebsbildung nach Verletzungen aus Narben, Verbrennungen etc. erklären. (ebd., S. 269)

Daß echte Krebsgeschwülste durch Umbildung aus chronisch entzündlichen Prozessen (Tuberkulose, Syphilis, Narben und Verbrennungen etc.) hervorgehen können, ist ja längst bekannt. Doch das Interesse war immer auf die Frage nach dem Wesen der krebsigen Zellbildung gerichtet. Unsere Bion-Experimente und im Speziellen die Gewebsneubildungen an T-Mäusen sind geeignet, diese Frage ein ganzes Stück weit zu erhellen. (ebd., S. 274)

Krebs pflegt sich (…) leicht aus alten Narben, aus chronisch geschädigten Geweben zu entwickeln, wie z.B. wenn eine Zahnbrücke durch viele Jahre das Zungenepithel schädigt. Schwere Gewebsverletzungen, Schläge etc. können Sarkom ergeben, das den Tod rasch herbeiführt. Dies ist auf Grund des Bionexperiments leicht zu verstehen: Eine Gewebsverletzung ergibt Produkte, die zu T-Bazillen degenerieren und Krebswucherung anregen. Eine Narbe oder eine Verletzung richtet in orgonotisch starkem, also gesundem Gewebe kein Unheil an. Das Entscheidende ist also nicht, wie man glaubt, die lokale Gewebsschädigung, sondern die Orgonstärke der Gewebe. Wir wollen sie orgonotische Potenz nennen. (ebd., S. 287)

Nun ist aber klar, daß aus einer einfachen Narbe, einer Warze, einer Verletzung oder chronischen Irritation etc. kein Krebs hervorgehen kann, wenn nicht im Kern des biologischen Systems grundsätzliche Störungen der Lebensfunktion bereits vorliegen, die sich dieser lokalen Schädigung schließlich bemächtigen. (ebd., S. 225)

Reich ist sich sehr wohl bewußt, daß Krebs durchaus eine Berufskrankheit sein kann. Beispielsweise verweist er auf „Teer- und Anilin-Arbeiter sowie Schornsteinfeger, die mit Ruß dauernd in Berührung kommen“ (ebd., S. 284).

Zur Beziehung von emotionalen-, genetischen- und toxischen Einflüssen auf die Krebsentstehung schreibt Morton Herskowitz in seiner Besprechung von Fritz Zorns Buch Mars:

Es gibt drei anerkannte Quellen der Krebserkrankung: die genetischen, die Karzinogene aus der Umwelt und die emotionalen (energetischen). Es ist offensichtlich, daß diese drei im Leben nicht klar voneinander abgegrenzt sind. Eine zu hohe Belastung mit karzinogenem Asbest führt beispielsweise sicherlich dazu einen resignierten Charakter noch mehr resignieren zu lassen. Die große Zunahme von Krebs-Neuerkrankungen mit Anstieg der Lebensdauer verrät einen Zusammenhang zwischen der Abnahme des Lebensfeuers und der Zunahme der Tendenz zur T-Reaktion in unserem Protoplasma. Es wurde nachgewiesen, daß sich das Immunsystem bei Patienten mit depressiven Störungen ändert. Die energetische Balance kann von einer gesunden, funktionell organisierten, lebenserhaltenden Zellstruktur umkippen zu einer anarchischen, das Leben aufgebenden Struktur allein durch Gene (genetische Stämme), allein durch Karzinogene (zu hohe Strahlendosen) oder allein durch tiefgehende charakterologische Resignation. In den meisten Fällen sind subtile Kombinationen aller drei beim Hervorrufen einer Krebsbiopathie wahrscheinlich. (Journal of Orgonomy, 18(2), November 1984, S. 248-251)

Reich spricht auch davon, daß es auch Tumore in beschwerdefreien alternden Menschen geben kann, die erst bei der Obduktion festgestellt werden. In diesem Sinne stellen Krebstumoren, jedenfalls bei alten Menschen in nichtlebenswichtigen Organen, gar keine Krankheit im orgonomischen Sinne dar (Der Krebs, S. 244, siehe auch ebd., S. 258).

Auf die Frage, wie nach seiner sexualökonomischen Krebstheorie ein Knabe von fünf Jahren Krebs entwickeln könne, antwortet Reich:

Bei der Formulierung dieser Frage wird die Tatsache übersehen, daß „Sexualität“ nicht auf den Erwachsenen beschränkt ist, sondern eine Qualität jedes lebenden Organismus und jeder seiner Zellen darstellt. Daher kann ein Junge von 5 unter Sexualstauung leiden; tatsächlich tun das die meisten Kinder in diesem Alter. Kinder im Alter von 3 bis 5 gehen durch eine Phase intensiver sexueller Erregung. Wenn ihr Lustmechanismus, insbesondere ihre Masturbation, behindert wird, entwickeln sie eine chronische biophysikalische Kontraktion, womit die biopathische Basis von Krebs gelegt wird. Aber es gibt eine weitere Möglichkeit für ein Kind, Krebs zu entwickeln. Wenn die Mutter während der Schwangerschaft T-Bazillen in ihrem Blut hatte, könnte sie diese auf das Kind übertragen haben und es so für Krebs prädisponiert haben. Dieser Prozeß ist nicht „erblich“ im engeren Sinne des Wortes, sondern eine echte Infektion; eine Infektion nicht mit Krebszellen – die nicht ansteckend sind – sondern mit den T-Bazillen, die zu Krebs führen können. („Rational and Irrational Discussion of Orgone Biophysics“, International Journal of Sex-economy and Orgone Research, 3(1), March 1944, S. 74)

The Journal of Orgonomy (Vol. 7, No. 2, November 1973)

22. September 2011

In einer Diskussion der medizinischen Literatur über Magen- und Duodenalgeschwüre, sowie aus seiner eigenen orgontherapeutischen Praxis kommt Robert A. Dew zu dem Schluß, daß der Pylorospasmus, d.h. die Verengung des Magenausgangs, ein Ausdruck der Sympathikotonie, eine entscheidende Rolle spielt, da „es die gastrische parasympathetische Überaktivität hervorruft und die Oberflächen der Schleimhäute so schwächt, daß sie dem Pepsin und der Säure nichts mehr entgegenzusetzen haben“ (Dew: „The Biopathic Diathesis: Gastrointestinal Peptic Ulcer“, S. 218). Auf jeden Fall hat Dew in seiner orgontherapeutischen und internistischen Praxis festgestellt, daß „bei jedem Neurotiker mit Magenproblemen und jedem Patienten mit einem Magenulkus (…) eine ausgeprägte Unnachgiebigkeit des Zwerchfell und des Bauchsegments das biophysikalische Merkmal war, das am meisten hervorstach“ (ebd., S. 212).

Charles Konia faßt Reichs Arbeit über Magen- und Darmgeschwüre (Wilhelm Reich: „12. Orgonomic Thinking in Medicine [The Stomach Ulcer as Illustration]“ Orgone Energy Bulletin, Vol. 4, No. 1, January 1952, S. 1-12), auf die Dew merkwürdigerweise nicht Bezug nimmt, wie folgt zusammen:

Reich zeigte, daß chronische Sympathikotonie mit ihrer Tendenz zur Steigerung der Säureproduktion im Magen und Verkrampfung der Darmwand nur den somatischen Aspekt der Erkrankung an Magengeschwüren darstellt, während der unterdrückte Haß das psychische Gegenstück bildet. Die Grundlage sowohl für die psychische als auch die somatische Komponente der Krankheit ist eine chronische energetische Kontraktion des Zwerchfellsegments. Dies stellt die biophysikalische Grundlage für das dar, was gemeinhin als Veranlagung zur Ulkusbildung bezeichnet wird. Durch die Panzerung des Zwerchfellsegments kontrahieren sich die Schleimhäute der Organe, die sich in diesem Segment befinden, und es kommt dadurch zu einer verminderten Blutzufuhr. Der Gefäßkrampf führt zu einer größeren Anfälligkeit der Schleimhaäute für Ulkusbildung, was schließlich zu Perforation und Hämorrhagie führt. (Konia: “Somatic Biopathies. Part 2: The Diaphragmatic Segment” The Journal of Orgonomy, Vol. 24, No. 2, November 1990, S. 192)

Zur orgonometrischen Gleichung des Magenulkus siehe Charles Konia: „Orgone Therapy. Part 7“ (The Journal of Orgonomy, Vol. 22, No. 2, November 1988, S. 265):

Diese Gleichung besagt, daß die chronische Sympathetikotonie und der unterdrückte Haß gleichzeitig auftretende Äußerungsformen der chronischen energetischen Kontraktion des Zwerchfellsegments darstellen. Die Veranlagung für die Bildung von Magengeschwüren kann nur überwunden werden, indem der Haß, der in diesem Panzersegment gebunden ist, „entbunden“ und damit beseitigt wird.

Zwei Bemerkungen sollen diesen Blogeintrag abschließen:

Es wäre einfach nur lächerlich, wenn jemand mit einem peptischen Ulkus zu einem Arzt kommt und der sagte: „Sie leiden unter orgastischer Impotenz!“ In seiner „Kurzschlüssigkeit“ wäre das nichts anderes als Mystizismus! Das andere, das mechanistische, Extrem wäre der Schulmediziner, der sagt: „Sie leiden unter zu viel Magensäure!“ Der Ffunktionelle Arzt wird sagen: „Sie leiden unter einer Zwerchfellverkrampfung und ich werde diese jetzt lösen, um die spezifische Ursache ihrer Beschwerden zu beseitigen.“ Es geht also weniger um eine abstrakte allgemeine, systemische Ursache (die orgastische Impotenz), noch um ein bloßes „konkretistisches“ Symptom (die Magenübersäuerung), sondern um die funktionelle Störung: die biopathische Diathese, d.h. die ganz spezifische Anlage, die eine ganz spezifische Biopathie nach sich gezogen hat und ganz spezifisch behandelt wird. (Es gibt auch Leute, die zwar eine Zwerchfellpanzerung haben, also die Anlage zum Magengeschwür, aber es kommt nie zum Ausbruch der Krankheit, z.B. weil sie keinem Streß ausgesetzt sind.)

Und was ist mit dem 1982 entdeckten Bakterium Helicobacter pylori? Zentrales Element der Erkrankung bleibt erstens die Übersäuerung des Magens und zweitens eine Beeinträchtigung der Schutzmechanismen, die die Magenschleimhaut davor bewahrt, sozusagen selbst „verdaut“ zu werden. Hierbei spielt die Infektion mit Helicobacter pylori zweifellos eine wichtige Rolle, umgekehrt sind sich gute Gastroenterologen jedoch bewußt, daß eine Infektion mit Helicobacter pylori nicht alles erklären kann, sondern auch Risikofaktoren wie Mißbrauch von Entzündungshemmern, Pfortaderhochdruck, Rauchen und nicht zuletzt Streß eine wichtige Rolle spielen. Auch stellen sich Fragen wie,

  1. inwieweit die Orgonität des Organismus im ganzen und des Zwerchfellsegments im besonderen eine solche Infektion begünstigen bzw. verhindern kann;
  2. wie der Organismus orgonotisch mit einer erfolgten Infektion umgeht; und
  3. ob der anorgonotische Zustand des Magens zu einem bionösen Zerfall der Magenschleimhaut führt („Autoinfektion“).

Imgrunde stellen sich hier die gleichen Fragen wie bei der Tuberkulose, die Reich ebenfalls als Biopathie betrachtete.

The Journal of Orgonomy (Vol. 6, No. 2, November 1972)

10. September 2011

Der internistische Orgonom Robert A. Dew weist auf die interessante Tatsache hin, daß man Asthma bronchiale ursprünglich nicht als eine allergische Reaktion, sondern als „Nervenkrankheit“ auffaßte und „Asthma nervosa“ nannte. Erst mit dem Aufkommen der psychosomatischen Medizin, habe man diesen „nervösen“ Aspekt wieder mit ins Kalkül gezogen. Asthma ist, so Dew, eine parasympathische (expansive) Überreaktion gegen eine zugrundeliegende sympathische Kontraktion.

Der [Asthma-] Anfall selbst stellt eine akute emotionale Blockierung in der Brust dar, von der sich der Organismus durch parasympathische Zuckungen selbst zu befreien sucht. Das Ergebnis sind akute Bronchospasmen, Bronchorrhö und Lungenaufblähung (Emphysem). („The Biopathic Diathesis: The Pulmonary Biopathies“, S. 189)

Weiter führt Dew in dieser Ausgabe des Journal of Orgonomy aus, daß die Brustpanzerung den Energieabfluß zum Genital abblockt, was, da die Energie so in den oberen Segmenten gefangen wird, die Rhinitis erklärt, die das Asthma oft begleitet. Darüber hinaus reduziert die Brustpanzerung die Erregungsfähigkeit des vegetativen Kerns, was das neurotische Gleichgewicht erklärt und letztendlich zu einer biophysischen Resignation, also einer Krebs-Disposition führen kann (Dew, S. 189f).

Auf das letztere geht Dew bei der Diskussion der chronischen Bronchitis und des Lungenemphysems ein:

Der bemerkenswerteste Befund beim Bronchitiker (auch ohne Komplikationen) ist das Ausmaß der Erstarrung des Brustkorbs. Die Brust bewegt sich, als wenn sie aus einem massiven Stück wäre und auf sehr eingeschränkte Weise. Man kann sie praktisch nicht herunterdrücken. (Dew, S. 191)

Die Tendenz zum Lungenemphysem tritt bei jenen auf, deren Brustkorb nicht nur, wie beim Bronchitiker, extrem rigide ist, sondern auch übermäßig expandiert (S. 195). Reich spricht von der „Faßform“ des aufgeblähten Brustkorbes (Die Funktion des Orgasmus, S. 274). Dew schreibt, daß „das Emphysem einen biopathischen Mechanismus repräsentieren könnte, dessen Dynamik zwischen der chronischen Bronchitis und den kardiovaskulären Biopathien steht“ (Dew, S. 200).

Dew weiter über den Bronchitiker:

Insgesamt vermittelt der Körper den Eindruck, daß sehr wenig Energie über das Brustkorbsegment hinaus gelangt. Analog zur asthmatischen Rhinitis leiden Patienten mit Bronchitis häufig unter vermehrtem Sekret im Nasen-Rachen-Raum. (Dew, S. 192)

Der Unterschied zwischen Menschen, die Asthma und Bronchitis bekommen, liege vielleicht darin, daß im ersten Fall die Panzerung nicht so früh ansetzt und das biologische System lebendiger ist. (Was übrigens wiederum zeigt, daß asymptomatische und „stille“ Erkrankungen bioenergetisch weit tiefer und schlimmer sein können, als Erkrankungen mit einem dramatischen Verlauf.) Während Asthma eine klonische parasympathische Reaktion auf die Kontraktion darstellt, ist Bronchitis eine tonische parasympathische Reaktion auf die Kontraktion (S. 193). Schließlich kann die Bronchitis in eine regelrechte Schrumpfungsbiopathie und Lungenkrebs auslaufen.

Lungenkrebs stellt die endgültige Kapitulation des [bioenergetischen] Kerns bei langanhaltender chronischer Bronchitis dar: Der Infektionsneigung und der bionöse Zerfall der bronchoepithelialen Zellen scheinen funktionell miteinander verbunden zu sein. (S. 199f)

Beim Asthma liegt eine Brustpanzerung vor wie bei der kardiovaskulären Biopathie. Über den Unterschied dieser beiden biopathischen Diathesen schreibt der Orgonom Charles Konia:

Bei Hochdruck kommt die überschüssige sympathische Erregung unmittelbar als Gefäßverengung zum Ausdruck. Beim Asthma bronchiale tritt eine parasympathische Übererregung der glatten Muskeln des Bronchialsystems mit überschüssiger Schleimproduktion auf als Reaktion gegen eine zugrundeliegende sympathetische Erregung. („Orgone Therapy, Part 7: The Application of Functional Thinking in Medical Practice“,The Journal of Orgonomy, Vol. 22, No. 2, November 1988, S. 265)

Deshalb ist beim Asthma das Brustsegment weicher als beim Bluthochdruck (Konia: „Somatic Biopathies (Part 1)“, The Journal of Orgonomy, Vol. 23, No. 2, November 1989, S. 230).

Asthma wird heute mit Allergenen erklärt. Wobei sich Dew ganz allgemein fragt, warum etwa bei Heuschnupfen, der emotionale Zustand die Antigen-Antikörper-Interaktion beeinflussen sollte, was eindeutig geschieht (Dew: „The Biopathic Diathesis: Autoimmune Inflammatory Biopathies“, The Journal of Orgonomy, Vol. 3, No. 1, March 1969, S. 76). Entsprechend ist Konia zufolge Asthma biopathisch, da „mit Beseitigung der Biopathie, Reizstoffe nicht mehr in der Lage sind einen asthmatischen Anfall hervorzurufen“ („Somatic Biopathies (Part 1)“, S. 230).

Das erinnert daran, daß Reich darauf insistierte, bei gesunder Atmung sei Rauchen nicht schädlich.

Myron Sharaf erinnert sich an den Kettenraucher Reich:

Er hatte während seines gesamten Erwachsenenlebens geraucht, zumindest seit der Militärzeit. (…) es war offensichtlich, daß sein Kettenrauchen sich langsam rächte. Während der Zeit, in der ich ihn kannte, litt er unter einem quälenden Husten, der zeitweise wie ein Krampfanfall wirkte; man mußte Angst davor haben, daß er in Ohnmacht fallen könnte. (Fury on Earth, S. 393; siehe auch Ilse Ollendorff: Wilhelm Reich, München 1975, S. 127)

1926 erkrankte Reich an Tuberkulose, dazu ist folgende Aussage interessant:

(Reich) postulierte, daß die Panzerung des oberen Brustsegments, das das Lungenhilum umfaßt (…) für den Hang zur Entwicklung von Lungentuberkulose verantwortlich sei. (Konia: „Orgone Therapy. Part 4: The Apllication of Functional Thinking in Medical Practice“, The Journal of Orgonomy, Vol. 21, No. 1, May 1987, S. 99)

Tuberkulose wird auch als „Schrumpfungsbiopathie“ betrachtet. Siehe etwa Victor M. Sobey, der dies u.a. aus den Ergebnissen des Reich-Bluttests schloß und aus der Reaktion auf den Orgonenergie-Akkumulator (Sobey: „Treatment of Pulmonary Tuberculosis with Orgone Energy“, Orgonomic Medicine, Vol. 1, No. 2, November 1955, S.121-132). Siehe auch Myron D. Brenner: „Orgonotic Devices in the Treatment of Infectious Conditions“, Pulse of the Planet, No. 3, S. 49-53.

1957 im Gefängnis „als Reich in einem medizinischen Fragebogen nach der Todesursache seines Vaters gefragt wurde, schrieb er: ‘Trauer → TB’ – der Pfeil deutet an, daß die Trauer seines Vaters (wegen des Selbstmords seiner Ehefrau) zur Tuberkulose geführt hatte“ (Jerome Greenfield: „Wilhelm Reich in Prison“, International Journal of Life Energy, Vol. 2, No. 1, Winter 79-80, S. 26).

Zunächst hatte Reich Lungenentzündungen sowie einige Herzerkrankungen nicht als Biopathien betrachtet. Jedoch kam er 1946 zu der Annahme:

daß die Disposition zur Pneumonie und der Herzklappenfehler, besonders der auf der Basis des „Rheumatischen Fiebers“, eine Folge der chronischen Ausdehnung der knöchernen Bruststruktur ist, die durch die typische Einatmungsfixierung des Brustkorbes zustande kommt. (Reich: „Die Krebs-Schrumpfungs-Biopathie“, Internationale Zeitschrift für Orgonomie, Bd. 1, Heft 3, Februar 1952, S. 102)