Posts Tagged ‘Thilo Sarrazin’

Das Skandalon Reich, Baker, Konia

11. Mai 2017

Linke, die ja so viel auf ihre ökonomischen und gesellschaftlichen Analysen geben, haben seit Marx, Lenin und Stalin tatsächlich immer nur eins getan: Rufmord oder wie es so viel vielsagender im Englischen heißt „character assassination“ – Charaktermord. Das sieht man an Trump und sah man an Kohl („Birne“). Linke sind generell immer persönlich geworden, wollten „Charaktermasken“ herunterreißen, insbesondere die sexuellen Verfehlungen von konservativen Politikern, die für „Werte und Familie“ eintraten. Jedwede Hemmung verlieren sie, wenn es um vermeintliche „Nazis“ geht. Sie schütten ganze Ozeane voller Jauche über dir aus, nur eins wird niemals kommen: ein vernünftiges Argument. Ich kann in diesem Zusammenhang nur immer wieder an die Sarrazin-Diskussion vor wenigen Jahren erinnern!

Man kann sich gar nicht ausmalen, was für eine Provokation Reich darstellte, als er damit anfing, die Linke charakteranalytisch zu betrachten. Auch ist der Haß von „Reichianern“ auf Elsworth F. Baker und Charles Konia so maßlos, weil beide diese Herangehensweise noch weiter verschärft haben. Und dabei geht es ja nicht um Rufmord und Niedertracht, worin etwa die Pestratte Karl Marx ein Meister war, sondern ganz im Gegenteil um wirkliche Charakteranalyse. Linken ins Gesicht zu sagen, daß sie ganz und gar nicht so heilig sind, wie sie immer tun, und daß der ganze Mummenschanz ums „Soziale“, um „Gleichberechtigung“ und „Gerechtigkeit“ nichts weiter ist als Ausdruck ihrer persönlichen Neurose, mit der sie andere behelligen – das treibt sie in die Raserei. Sie sind schlichtweg nicht daran gewöhnt, persönlich infrage gestellt zu werden, während Konservative dem nonstop ausgesetzt sind.

Merkel und die Panzerung der Gesellschaft

12. Februar 2016

1942 beschrieb Reich im Vorwort der damals geplanten Neuausgabe von Die Massenpsychologie des Faschismus die Gesellschaft mit Hilfe des radial organisierten „orgonotischen Systems“: der Kern entspräche der Arbeitsdemokratie, die mittlere Schicht dem Faschismus und die Fassade dem Liberalismus. Ich habe das auf diesem Blog bereits zur Genüge ausgeführt. Erst letztens hier. In diesem Eintrag soll es nun darum gehen, die Gesellschaft mit Hilfe der longitudinalen segmentären Anordnung der Panzerung im „energetischen Orgonom“ zu beschreiben. Reich hat das in seinem 1949 in der Charakteranalyse erschienen Aufsatz „Die Ausdruckssprache des Lebendigen“ für das Individuum erläutert.

Die Gesellschaft ist ähnlich aufgebaut wie das Individuum. An der Spitze steht der „Visionär“ und „Führer“, der sagt, wo es perspektivisch und jeweils konkret hingehen soll. Er entspricht dem okularen Segment, das von Wilhelm Reich in „Die Ausdruckssprache des Lebendigen“ beschrieben wurde.

Vor kurzem hat Thilo Sarrazin einen hervorragenden Artikel veröffentlicht, der mit traumwandlerischer Sicherheit die orgon-energetischen Zusammenhänge erläutert. Wie er das kann, ohne je von der Orgonomie gehört zu haben? Der Mann steht in Kontakt mit der biosozialen Realität, er ist bioenergetisch kontaktvoll! Ich will seinen Artikel gar nicht weiter referieren, da alles so offensichtlich ist: die unmittelbare Beziehung der Stärke der jeweiligen okularen Panzerung (der „Blindheit“) des Führers und dem Schicksal des Staatsschiffs und die Bedeutung der Stärke der Rigidität einer Gesellschaft, der „gesellschaftlichen Panzerung“. In einer weniger gepanzerten, weniger starr hierarchisierten Gesellschaft, kann die „zweite Reihe“ immer noch eingreifen und das Unheil abwenden. Man lese das bitte alles bei Sarrazin nach!

Diese „zweite Reihe“ sind die unmittelbaren „Gefolgsleute“ des Führers, die in ihrer Abhängigkeit weitgehend an das orale Segment gemahnen: die „sucker“, wie man im Englischen so schön sagt. Ein Gutteil unserer politischen und historischen Literatur handelt von diesen Leuten. Man nehme nur etwa die ganzen Bibliotheken, die über das Ende der Kanzlerschaft Willy Brandts geschrieben worden sind: die Intrigen, der Verrat, das unverantwortliche, feige Verhalten von Verantwortungsträgern; wie gestandene Mannsbilder buchstäblich zum Säuglingsalter regredierten. Es ist die Sphäre der Speichellecker und Intriganten.

Das Halssegment entspricht den „Sekretären“, die als eine Art „Flaschenhals“ die Machtelite von der Gesellschaft abschirmen, indem die zufließende Information gefiltert wird – eben das, was Sekretäre tun. Im gepanzerten Organismus trennt der Hals den Kopf vom übrigen Körper. Wie es in einem Handbuch für Sekretärinnen heißt, sei es zwar ihre Aufgabe, die Termine für den Chef so abzustimmen, daß es zu wirklich fruchtbaren Gesprächen komme, doch durch eine konsequente Abschirmung des Chefs, verhindert sie, daß wichtige Informationen zu ihm gelangen und „wird damit praktisch zu einer Instanz zwischen dem Vorgesetzten und den Mitarbeitern“ (Brigitte Diez: Sekretärinnen Handbuch, Wiesbaden 1982, S. 240). Beim Individuum spricht man beispielsweise von „Halsstarrigkeit“.

„Sekretärinnen“ sind die natürlichen Feinde jener, die für „neue Impulse“ oder „das Gewissen der Organisation“ (sozusagen „alte Impulse“) stehen. Das Brustsegment wird von jenen verkörpert, die „das Herz“ einer Gesellschaft ausmachen: jene, die den „Ethos“, die Ideale, die Sehnsüchte der Gesellschaft ausdrücken. Wir haben hier die Kultur vor uns, die Schriftsteller, „Denker“, Musiker, etc.

Merkels Kanzlerschaft ist erst jetzt verloren, wo sich diese Kaste der „Meinungsmacher“ und „Kulturschaffenden“ von ihr zu distanzieren beginnt. Man nehme etwa diesen Aufsatz ausgerechnet im linksliberalen Stern, wo „das Gewissen Deutschlands“, „die Stimme der Vernunft“ aufzeigt, wie moralisch bankrott Merkel ist. Was ist das eigentlich für eine merkwürdige, seltsam kontaktarme Frau, ohne erkennbare Überzeugungen?!

Die beiden Segmente die folgen, das Zwerchfell und der Bauch, sind der eigentliche Motor der Gesellschaft: der Mittelstand, die Handwerker, die technischen Experten, die „den ganzen Laden in Gang halten“.

Hier beschreibt der Präsident einer Handwerkskammer kurz und knapp die zentralen Funktionen dieser beiden Gesellschaftssegmente: sie sind der energetische Motor der Gesellschaft und stehen für Autonomie, für Eigenverantwortung. Deutschland hatte seine beste, seine „arbeitsdemokratischste“ Zeit, als diese Schicht in Gestalt der CDU/CSU und der FDP die Politik dominierte.

Ganz unten finden wir schließlich den eigentlichen Sinn und Zweck des ganzen Unterfangens „Gesellschaft“: die Produktion, der Arbeiter und sein unmittelbares Arbeitsprodukt. Gegenwärtig zerstört Merkel, die Generalirre an der Spitze des Staates, das, was Generationen von Arbeitern für sich und ihre Kinder erarbeitet haben. Was die „Entladung der Arbeitsenergie“ betrifft verweise ich auf meinen Blogeintrag Kapitalismus und die Funktion des Orgasmus (Teil 6).

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Nazis und ethische Dilemmata, wohin man sieht

5. Februar 2012

Zu diesem Blogeintrag wurde ich durch einen Kommentar über die bevorstehende Ausmerzung der Trisomi 21 inspiriert. Progressive, die nicht gegen das Recht „lebensunwürdiges Leben“ abzutreiben, protestieren würden, entlarvten sich als verkappte Nazis. Man denke auch an die Angriffe gegen Thilo Sarrazin und Gunnar Heinsohn von Seiten eben dieser angesprochenen „Progressiven“. Sarrazins und Heinsohns Sorgen um die demographische Entwicklung und die Qualität des Genpools in Mitteleuropa würden beide als verkappte Nazis entlarven. Demnach sind wir also ringsum von menschenfeindlichen Nazis eingekreist.

Derartige Diskussionen sind so unerquicklich, weil der gepanzerte Mensch konsistent zwei Faktoren stets übersieht:

  1. den menschlichen Faktor; und
  2. die Zukunft.

Was immer man auch für großartige Theorien über die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Demographie, etc. aufstellt, es sind die Menschen, die noch jede Theorie ad absurdum geführt haben. Man denke nur an den Marxismus oder auch beliebige andere Wirtschaftstheorien: die Menschen verhalten sich nicht gemäß ihren Klasseninteressen, objektiven ökonomischen Interessen; Rechtstitel sind nur so viel wert, wie sie von Menschen als „heilig“ erachtet werden, etc.pp. Man wird einerseits niemals „die“ Menschen dazu zwingen können, weniger als perfekte Nachkommen zeugen zu wollen – und andererseits werden „die“ Menschen ihr einmal geborenes eigenes Fleisch und Blut bedingungslos, d.h. abseits von jedem Kalkül lieben. Da kann man mit noch soviel wirtschaftlichen, rechtlichen oder gar „eugenischen“ Theorien aufwarten!

Das bedeutet jedoch nicht, daß es außerhalb der Charakterstruktur der Massen keine objektiven Maßstäbe gäbe. Der eine Maßstab, den jeder Neurotiker systematisch umgeht, sind die Folgen seines Handelns. (Das ist so, weil Angst vor Konsequenz, d.h. letztendlich die orgastische Impotenz, den Kern seines Zustandes ausmacht.) Was bedeutet es für unser Zusammenleben, ja für unsere individuelle Sicherheit, wenn Menschen nicht mehr ein Wert an sich sind, sondern dem Kosten-Nutzen-Kalkül unterstellt werden, wie die Behinderten zur Nazizeit? Und was bedeutet es für Deutschland, wenn der angeborene IQ des Bevölkerungsdurchschnitts weiter sinkt und der Anteil von Gendefekten durch die islamtypische Inzucht weiter wächst?

Das kann nur bedeuten, daß man zweierlei Dinge tut, die sich nur aus neurotischer (ideologischer) Sicht widersprechen:

  1. alles tun, um die Würde und das Glück des vorhandenen behinderten Lebens zu sichern; und
  2. mit gleicher Kraft verhindern, daß es in Zukunft behindertes Leben geben wird.

Das sind die rationalen Vorgaben, über die nur ein Neurotiker, der auf seiner „eigenen Meinung“ besteht, weiter diskutieren könnte. Da jedoch die Menschen gepanzert sind, erscheinen solche durch und durch abstoßenden, obszönen Artikel wie der eingangs verlinkte – und angeblich erwachsene Menschen diskutieren einen derartigen Dreck.

„Ja, aber es geht doch um Abtreibung, also Mord!“ – Aus Angst vor seiner eigenen widersprüchlichen Struktur und seinem tief verankerten Sadismus muß der gepanzerte Mensch alles zu einer „ethischen Grundsatzfrage“ machen. Eine erbarmungslose „Ethik“, die zu jeder Menge unauflöslicher „Dilemmata“ führt, die ein getreues Abbild der Hilflosigkeit des gepanzerten Menschen sind.