Posts Tagged ‘Sozialdemokratie’

Der Rote Faden: Rassenhygiene

26. Mai 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion:

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

DER ROTE FADEN: Der Weg in den Faschismus (Wien)

15. Mai 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion:

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

 

 

Robert (Berlin) schrieb 2011: Lebt zusammen mit seinem Bruder Robert und einem Mitstudenten, der später Psychoanalytiker wird (er wurde m.W. nie identifiziert)
Könnte es Edward Bibring gewesen sein?

O. schrieb: Was mit dem Bruder Robert passierte wird immer nur am Rande erwähnt oder mal in einem Gerücht ausgeschmückt, vielleicht gibt es dazu ja noch differenzierte Informationen. Um es mal einfach anzusprechen, angeblich hätte es einen Identitästausch zw. Robert u. Wilhelm gegeben, nach dem Tod eines der beiden (wie man es dann sehen möchte). Das klingt nach totalem Schwachsinn, soll aber mal intern benannt worden sein. – Das mal so als Hinweis, in welche Richtung man auch mal schauen könnte, wenn da was dran wäre.

Dazu Peter: 1922 hat Robert Ottilie Heifetz geheiratet. Mit der hat Myron Sharaf noch Anfang der 70er Jahre gesprochen. Es ist schlichtweg kein Raum für irgendein „Szenario“. BTW: Ich habe noch nie ein Photo von Robert gesehen. Kennt jemand eins?

Jonas: „Auf Wilhelm Rouxs zum gleichen Thema erschienenem Buch fußend, führt Kammerer den Begriff „Selbstregulation” ein, die als Fähigkeit des Organismus definiert wird, die unterschiedlichsten Eingriffe durch die Umwelt aufzufangen.“
Evt. lohnt es sich, Reichs späteres Verständnis von „Selbstregulation“ mit anderen Konzepten zu vergleichen, die sich direkt oder indirekt von Roux/Kammerer herleiten. Ich denke da z.B. an die Affekt-Theorie von Silvan Tomkins, in der auch gelegentlich die Orgasmusfunktion gestreift wird.
http://atheoryofmind.wordpress.com/2011/06/15/affect-week-part-2-silvan-tomkinss-affects/

Pierre: „Ab wann „zählen“ dann seine Schriften? Für Reich selbst war diese Wasserscheide ungefähr 1940 erreicht, als er sich der Entdeckung des Orgons sicher wurde und sich an das Verfassen seiner „wissenschaftlichen Autobiographie“ Die Entdeckung des Orgons: Die Funktion des Orgasmus machte.“
Dort lesen wir gleich zu Beginn, datiert Nov. 1940,
was so ganz anders klingt:
„Es ist nützlich, wissenschaftliche Biographien in jungen Jahren zu schreiben … Auch ich könnte nachgeben und ableugnen, was in jungen Kampfjahren ehrliche wissenschaftliche Überzeugung war.“
Wenig später, am 2. April 1941 schrieb er an Neill:
„1. Ich verfüge über die Orgonstrahlung … und niemand außer mir weiß, wie man mit ihr umgeht.
2. …
3. …
4. …
5. …
Mein lieber Neill, das bedeutet MACHT, und Du kannst sicher sein, ich werde sie gegen jeden gebrauchen, der …“
Was kann diesen Umschlag bewirkt haben? Das zwischenzeitliche Treffen mit Einstein?

Robert schrieb 2013: „Im ursprünglichen Manuskript“
Was ist damit gemeint. Etwa nicht die deutsche Ausgabe, sondern eine Xerox-Kopie?
„Folgende Sätze aus dem Originalmanuskript von 1937 strich er ganz“
Passt zu Bennets Theorie, dass Reich sich an die USA im Politischen anpasste.

Dazu Peter: In der vom Verlag Stroemfeld/Nexus zu verantwortenden Ausgabe von 1995 ist in spitzen Klammern eingefügt, was Reich aus dem ursprünglichen Manuskript von 1937 für die amerikanische Ausgabe von 1953 gestrichen hat. Es handelt sich dabei meistens um Interna aus der psychoanalytischen Bewegung und um Stellen, wo Reich als politischer Kommunist sichtbar wird. Er hat das alles damals mit Myron Sharaf zusammen gemacht, der bezeugt, wie Reich sich gewunden und mit sich gekämpft hat: nicht aus Angst vor „McCarthy“, sondern weil er sich selbst kaum widererkannt hat. Er habe dann aber der historischen Wahrheit nachgegeben – bis eben auf seine Tätigkeit als „Revolutionärer Sozialdemokrat“ und KP-Funktionär. Was idiotisch war, denn das hätte bewiesen, daß Reich in Moskau durchaus eine bekannte Größe war – von wegen der kommunistischen Verschwörung gegen ihn!
Es ist etwa so wie mit den Grünen: Ich kenne Leute, die haben sich Anfang der 80er Jahre bei denen engagiert und haben damals die Kinderfickerei mitgekriegt (NICHTS ist übertrieben – eher im Gegenteil!!!) und können heute nur noch den Kopf über sich selbst schütteln: „Wie blind und blöd konnte ich bloß sein!“ Andererseits ist die damalige Situation heute kaum nachvollziehbar. Damals waren die Grünen noch nicht flächendeckend in kommunistischer Hand wie heute.

Peter: Was bleibt, ist EKEL:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-debatte-um-gruene-volker-beck-taeuschte-oeffentlichkeit-a-923357.html

Zeitgenosse: Eine Schande ist auch, dass sich viele Grüne der 68er, wie dieser Daniel Cohn-Bendit, auf Wilhelm Reich berufen haben.
Willy muss tatsächlich für vieles herhalten – auch posthum. Oder man fragt halt einen Hrn. Fischer um die Meinung eines toten Reichs.

Peter: „Sexualpolitik“ (Sexpol) heute…
http://www.spiegel.de/media/media-32292.pdf
Allein schon dafür werde ich die GRÜNEN ewig hassen!!!

Zeitgenosse: Ob Reich sich nun aus Überzeugung oder Opportunismus gewandelt hat, spielt im nachhinein kaum eine große Rolle. Es unterstreicht einfach nur, dass WR ein normaler Mensch und Forscher war und kein Halbgott, Prophet oder Mr.perfect (also nicht so, wie in manche Reichianer gerne hinstellen).
Auch aus diesem Grunde bin ich sehr vorsichtig bei der Interpretation von Reden und Äußerungen von Menschen – denn man weiß nicht in welchem genauen Kontext man sie einordnen kann. Auf alle Fälle keine unumstößliche Wahrheit und kein Bibel.
Hinsichtlich Anpassung: Ich kann es schon irgendwie nachvollziehen. Zuerst war die kommunistische Bewegung in Kontinentaleuropa eine Enttäuschung, der Rauswurf bei der Psychoanalytischen Vereinigung, der Kampf in Skandinavien und am Schluß das trügerische angeblich so „Freieste Land der Erde“; also die USA.

Zeitgenosse: Nachtrag: Daher meine Meinung, dass die Orgonomie in politischer Hinsicht keine absolute Wahrheit darstellen kann. Dafür ist zu viel Wendehals dabei in meinen Augen. Immerhin kann man sogar die Orgontherapie (wie alle anderen Therapien) als eine Art der Gehirnwäsche interpretieren. Man kann eine leere Hülle hinterlassen, die man mit „genehmen“ Ideologien wieder auffüllt. Daher mache ich auch keine.
Wo allerdings für mein dafürhalten die Orgonomie tatsächlich FAST an eine absolute Wahrheit hereinreichen kann, sind die Erkenntnisse in den Bereichen Medizin, Biologie und Physik. Aber diese Bereiche sind mir selber auch die liebsten wie ich zugeben muss.

Peter 2014: Die heutige SPÖ ist genauso verachtenswert wie ihre Vorgängerin, die SDAP zu Reichs Zeiten. Halt Sozialdemokraten… Ausspuck!!!
http://www.pi-news.net/2014/12/oesterreich-identitaere-stellen-neues-holzkreuz-auf/

Robert 2013: „Die Weltliga war 1928 in Kopenhagen gegründet worden als internationales sexualwissenschaftliche Diskussionsforum von den Deutschen Magnus Hirschfeld, Max Hodann, August Forel, Helene Stöcker,“
Auguste Forel ist meines Wissens Schweizer.

David: „Reich versucht in Massenversammlungen durch die kollektive Atmosphäre der Sexualbejahung den neurotischen Widerstand und die moralistische Hemmung des Einzelnen zu umgehen. Deshalb war Reich in gewisser Weise Begründer der Gruppentherapie.“
Begründer der Gruppentherapie – und auch eine Antithese zu Hitler und Goebbels, die auf ihre Weise die Hemmungen der Einzelnen umgingen („Wollt Ihr den Totalen Krieg?“)
Zu dieser Zeit wußte Reich nicht, daß die KPD nur an der parteipolitischen Mobilisierung der Massen interessiert war, aber nicht an Massen, die eigene Bedürfnisse vorbringen.
Nein, der Kommunist will nur die Massen anlügen, ausbeuten, sie vor seinen Karren spannen. Die Massen befreien will er nicht; das täuscht er nur vor. Nicht anders als die Nazis.

O.: Gibt es eine Quelle, die belegt, dass Emmy Rado beim OSS war (in leitender Funktion) und (daher auch) mit Reich Kontakt pflegte?
Robert:
http://de.wikipedia.org/wiki/Geheimreport

O. schrieb 2013: Sehr schöner klarer Artikel. Gibt es den Brady Artikel irgendwo zum Lesen? „Masse und Staat“ (Kap. 9 in Massenpsychologie d. Faschsimus) war also der direkte Auslöser, wo sich Frau Brady provoziert fühlte. Auch hier gibt es ein Auflagen-Wirrwarr mit hinuzgefügten Kapiteln, so dass sich Raubdrucke der 70-er (Nachdrucke der ersten Auflagen) und spätere Auflagen (meist auch unter Berücksichtigung der Orgonthese) unterscheiden. Dieses Kapitel ist aber auch nicht mit „Menschen im Staat“ zu verwechseln, wenn ich das richtig sehe. (Habe die Bücher nicht griffbereit.)

Dazu Peter: Hier das, was neben dem Mord an Reich, von Wertham übriggeblieben ist:
http://www.decaturdaily.com/stories/Anti-comics-crusader-seduced-himself,113321

Peter weiter: Und hier die Geschichte aus einer zugegeben bizarren Quelle:
http://books.google.de/books?id=VTx9dI9Iw4MC&pg=PT281&lpg=PT281&dq=wertham+brady&source=bl&ots=Aa0v9mog3_&sig=L-b9mmhMbBZQC1Gd0W9U6SnAy0s&hl=de&sa=X&ei=NAiUUZvzApHltQaaxoC4Dg&ved=0CFYQ6AEwBA

O.: Aus dem Turner Buch kann man nicht einen Satz zitieren, Ernst nehmen, aber es zeigt, zu was Reich-Hasser imstande sind, zu erfinden. Das Buch muss er doch in der geschlossenen Psychiatrie geschrieben haben als ihm langweilig wurde, normal ist das nicht.

Robert schrieb 2011: Zu Marie Frischauf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Pappenheim

Zur Broschüre:
http://www.file-upload.net/download-3448844/Frischauf_Reich-Ist-Abtreibung-sch-dlich.pdf.html

Robert weiter: Siehe auch:
http://www.schoenberg.at/index.php?option=com_content&view=article&id=701%3Asatellite-collection-p10&Itemid=330&lang=de
„Zeitdokumente
Zeitungsartikel aus der Reichspost vom 5.5.1933/7, Nr. 124 „Wien die neue Zentrale der kommunistischen „Sexualreformbewegung“? – Hände weg von Österreich!“ 1 Seite
Der Artikel wirft Maria Frischauf vor in Österreich an der Verbreitung und Organisierung der Kommunistischen Sexualreformbewegung in Österreich beteiligt zu sein.
Bericht über Hausdurchsuchung des Münster-Verlag in Wien wegen Verbreitung unzüchtiger Duckwerke. Von der Bundes-Polizeidirektion in Wien an das Landesgericht für Strafsachen Wien I, Abt.26. am 25. März 1934. Es wurden 95 Stück des Buches von Dr. Marie Frischauf und Dr. Anni Reich: „Ist Abtreibung schädlich?“ gefunden. 3 Seiten“

Peter: Auch sei [so Reich] eine „sexualbejahende Ethik“ de facto ein Widerspruch in sich selbst.
Allgemein zur Lebensfeindlichkeit der Ethik siehe
http://www.pi-news.net/2011/05/weltwoche-die-ethik-und-moralseuche/

Robert 2014: Zu Arnold Deutsch
„Der Österreicher Arnold Deutsch hatte seinen Doktortitel mit 24. Er fing zuerst an als einfacher Geheimdienstkurier, dann schloss er sich Wilhelm Reichs Sex-Bewegung an, leitete einen Wiener Verlag für “sexuelle und politische Befreiung”. 1932 bekam er seine Ausbildung zum Auskundschafter für geheime Übergangsstellen und Kommunikationspunkte an den Grenzen zu Holland, Belgien und Deutschland. Später wurde er in England eingesetzt. In London gelang es ihm, 20 Personen als Agenten anzuwerben, darunter die Cambridge-Absolventen Anthony Blunt, Guy Burgess, John Cairncross, Donald MacLean und Kim Philby.“
http://recentr.com/2014/07/der-kunstliche-mythos-cia/

David 2016:

Geht die Sexualreformbewegung auf die damals vorhandene – eher bürgerliche – Lebensreformbewegung zurück?

Robert 2011: Siehe auch die Doku bei Laska
http://www.lsr-projekt.de/wrb/revsozdem.html
auf die sich Fallend ohne Quellenangabe bezieht.
Die Politik der Sozialdemokraten war leider tatsächlich so, alle Errungenschaften der erkämpften Republik zu verspielen. Sie redeten unentwegt von der Revolution, es war eine reine „Als-Ob“-Rhetorik, aber praktisch war es ein ständiges Zurückweichen vor der reaktionären Rechten, die quasi einen Faschismus a la Franco errichten wollten.
Insofern blieb Reich gar nichts anderes übrig, als bei dem winzigen Haufen der KPÖ anzuklopfen.

O. 2013: Wie ist das zu verstehen?
„…, daß seine charakterologische Forschung z.B. für die Durchsetzung der Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion nutzbar zu machen sei.“
Wollte er die Arbeitskraft durch Steigerung der Liebeskraft und Liebesfähigkeit steigern, um so mehr zu Essen für die Menschen zu produzieren?
Gibt es Quellenangaben zu den spannenden Vorgängen dieser Zeit?

Peter antwortet: 1933 begrüßte er die Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 64) – was er in späteren Ausgaben nicht mal kommentierte. Die Stelle, die ich referiert habe findet sich im vorletzten Absatz des 1. Vorwortes der Charakteranalyse.

Robert 2013: Die Massenpsychologie wurde übrigens bei
Frantz Christtreu’s
Bogtrykkeri, København K.
gedruckt und kostete
8 Dän. Kr (steht auf dem Buchrücken)

Bogtrykkeri heißt Buchdruckerei. Frantz Christtreu’s Bogtrykkeri hat meines Wissens bis 1974 bestanden.

O. 2013: Wäre die Massenpsychologie des Faschismus ein intellektuelles Aufklärungsbuch gegen den Faschismus gewesen, wie es mir in der dritten (amerikanisch-orgonomischen Version) Auflage erscheint, hätte es zur Charakteranalyse noch gepasst und hätte Reich Karrieres als Lehrpsychoanalytiker nicht geschadet.
In der ersten Auflage mit dem sozialistischen Vokabular und der Forderung nach einer straffen Organisation für eine kampfbereite Gegenbewegung mit Reich als kommunistisches Mitglied (also noch verwoben in dieser Struktur und Organisation und diese gleichzeitig in Seitenhieben angreifend) muss die Psychoanalytische Vereinigung (Freud) seine Psychoanalytikerkarriere unwiderruflich beenden.
Reich war gewarnt worden, seine politischen Ansichten nicht weiter (mit der Psychoanalyse in Verbindung) für 1-2 Jahre fortzusetzen. Doch was macht Reich? Er versucht sich zu versichern, ob er nicht trotzdem politisch weitermachen könne und Psychoanalytiker beliben könne, er bringt nach der Charakteranalyse auch die Massenpsychologie selbst heraus.
Hinter diesem Hintergrund – und alleine schon aus der sexpolitischen Haltung (mit „sozialistischem“ Parteibuch) – muss die Psychoanalyse ihn ausschließen und auch die Kommunisten folgen seinen Angriffen nur rational mit Ausschluss.
Reich ist danach in der Defensive. Von beiden Organisationen wird er als „gefährlich und radikal“ eingestuft und muss/ wird zeitlebens bekämpft. Nur sieben Jahre später formuliert Reich seine „Orgontheorie“ und entwickelt bis 1942-45 diese zur Orgonomie, in dem er seine Schriften Funktion des Orgasmus, Charakteranalyse und Massenpsychologie orgonomisch umschreibt.
Die Psychoanalytiker und Kommunisten haben ihn aber nicht vergessen und auch die Amerikaner (FBI) überprüfen seine „Gesinnung“, ob sie noch kommunistisch sei.
Ich stelle nach diesem Blogbeitrag die These auf, dass 1933 Reichs Schicksalsjahr war, in der er die kommende Forschung schon eigens zerstörte, bevor sie entwickelt war. Unter diesen Vorzeichen hatte die Orgonomy im Wissenschaftsbetrieb keine Chance mehr – nicht unter Reich.
Konsequent als Reaktion wurde Reich 1934 ausgeschlossen, dies als emotionelle Pestreaktion zu deuten (wie ich es auch schon gemacht habe) finde ich wenig haltbar.
Natürlich hätte Freud aus persönlichen Gründen (Charakteranalyse) Reich auch ausgeschlossen, zumal er ihm die Show zu stehlen vermochte. Auf dieser Ebene hätte/ hatte Freud pestig reagiert.

O.: Eine Übersicht zur Sexpol:
http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/1544963

Jean:
„Ich stelle nach diesem Blogbeitrag die These auf, dass 1933 Reichs Schicksalsjahr war, in der er die kommende Forschung schon eigens zerstörte, bevor sie entwickelt war.“
Nachdem ich einiges aus „My eleven years…“ mehrfach gelesen habe, habe ich mich gefragt, warum er sich in den USA auch noch mit den Gerichten angelegt hat. Inhaltlich natürlich voll nachvollziehbar. Aber hätte er auch anders gekonnt, oder gab es etwas in ihm, was ihm gar keine Wahl ließ, war kein Finger breit mehr zwischen seinen Strömen und der Blockade draußen.
Er hat es sich aus Überzeugung mit allen verscherzt, was für ihn und seine wundervolle Arbeit in einer Tragödie geendet hat.

O.: Nachdem Reich sich mit dem Faschismus angelegt hatte, was jeder junger anständiger Menmsch mit Weitblick und Mut wohl ähnlich gemacht hätte, ließ er sich mit dem zweiten Todfeind und Diktator Stalin (indirekt über die Kommunistischen Organisationen) ein und erkannte auch hier schon deren Destruktivität. Letztere halfen nicht – und dies hat Reich schon 1933 bloßgestellt – den Hitlerfaschismus zu zerstören.
In Amerika über Umwege (Kopenhagen und Oslo) angekommen, hielt sich Reich politisch bedeckt und konzentrierte sich auf seine eigene Forschung. Vielleicht hätte er so einer weiteren Verfolgung entkommen können, doch Reich war gekränkt, von Freud (und den Kommunisten) enttäuscht und wollte bzw. brauchte Anerkennung.
Er versuchte seine Orgonforschung der Atom-(Waffen-)Forschung entgegen zu stellen. Er kontaktierte das AEC und hielt die Regierungsorganisationen aktiv über die Orgonforschung auf dem laufenden. Er diskutierte mit Einstein über den ORAC (Temperaturdifferenz). Einstein wusste dies könnte eine „Bombe für die Physik bedeuten“. Tatsächlich wurde seine Bion und Orak Forschung zur Bombe für die Medizin und damit für die Chemieindustrie (= Pharmaindustrie), denn er versuchte das Krebsproblem zu lösen.
Reich hat sich mit seinem Geltungsbedürfnis und seiner rechthaberischen Art – stets bestehend auf die Wahrheit – naiv auf „Amerika“ vertrauend mit den größten „Menschheitsfreunden“ angelegt.
Dem natürlich nicht genug – Reich saß schon in der Tinte – und gerichtliche Aktionen über die FDA liefen vor Gericht, er musste nach dem ORANUR Disaster, dass das AEC sicherlich nicht erfreute, da der tödliche Charakter der atomarer Niedrigstrahlung schon erkennbar wurde, auch das Militär, speziell die ATIC (Luftwaffengeheimdienst) über seine Oranur 2 Experimente informieren: Er hatte sich nach eigener Vorstellung mit außeriridschen Raumschiffen angelegt. Die CIA trat hier auf dem Plan und kassierte Reichs Dokumente auf dem Treffen mit der ATIC ab. Nun waren auch Militär, CIA und Außerirdische alarmiert.
Doch Reich sollte schon 1947 mit der Entwicklung des ORAK vernichtet werden. Wen schickt man vor, wenn man jemanden loswerden will? Natürlich nicht gleich die eigene Armee, sondern für die Drecksarbeit werden Unterorganisationen zur Ablenkung aktiviert: Mafia oder „Kommunisten“. Brady schrieb ihren Schmierartikel über den „Sexbesessen“ und „Kurpfuscher“ Reich der mit „Sexboxen“ seine PatientInnen zum Orgasmus gegen den Krebs bringen möchte (Turnerstyle eben). Dann müsse eine „Gesundheitsbehörde“ (Amt für Chemie und Pharmaindustrie) handeln und brachte den „Fall Reich“ vor Gericht. Die AMA hielt sich im Hintergrund.
Das Gericht war nur ein Instrument, als der Richter zu weich war, wurde er ausgetauscht, damit das richtige Urteil gesprochen werde: Inhaftierung. In seinem Prozess glaubte Reich an die Gerechtigkeit (Amerika, den Präsidenten und an das Recht) und dass die Wahrheit siegen müsse. Er hat sich nicht mit dem Gericht angelegt!
Wundervoll ist seine Arbeit nur für Leute, die an die Wissenschaft glauben, als sei sie nicht Teil der privaten Industriekonzerne, für Menschen, die an die „Wahrheit“ glauben als wäre die Lüge nicht allgegenwärtig.
Ob Reich auch anders gekonnt hätte? Reich hätte von seiner Persönlichkeit her nicht anders gekonnt und die Pest kann nie anders in ihrem Zwang als Mr. Goodguy aufzutreten und im Stillen zu zerstören. Reich hat uns aufgezeigt, warum wir nicht anders können. Das macht ihn für alle Seiten sympatisch und sein Werk unsterblich; selbst wenn sein letztes Buch verbrannt werde – fast jeder kennt seine „Wahrheit“, ob er sie charakterlich ertragen kann oder nicht.

Der General-Modju der SPD

9. Februar 2017

Robert hat hier mal auf einen Leserkommentar auf pi-news hingewiesen, wo es um Jürgen Habermas‘ „6-Punkte-Vision“ ging:

  1. Ent-Christlichung der Öffentlichkeit
  2. Ent-Institutionalisierung der Gesellschaft
  3. Ent-Ethisierung des Rechts
  4. Ent-Kriminalisierung des Verbrechens
  5. Ent-Pathologisierung der Krankheit
  6. Ent-Ästhetisierung der Kunst

Erst das Christentum hat so etwas wie Wissenschaft möglich gemacht, da erstmals in Naturgesetzten gedacht werden konnte. Desgleichen war erstmals ein Rechtsstaat mit Gewaltenteilung denkbar. Mit dem Christentum werden auch diese Errungenschaften wieder verschwinden. Das Christentum ist deshalb heute die einzige Religion, die im Westen angegriffen und infrage gestellt werden darf. Auf der tiefsten Ebene ist das so, weil in ihrem Grundmythos, dem Leben, Tod und Nachleben Christi, die Genitalität quasi „kodifiziert“ ist.

Die „autoritäre Gesellschaft“ wird zerstört, indem lokale Autorität durch zentrale Autorität, letztendlich durch die eine Autorität Modjus ersetzt wird. Das beginnt mit der systematischen Zerstörung der elterlichen, insbesondere der väterlichen Autorität und kulminiert in der Zerstörung jedweder gewachsener Autorität. Vordergründig geht es um die Zerschlagung eines imaginären „Patriarchats“, tatsächlich um die systematische Zerstörung der Arbeitsdemokratie.

Dazu gehört auch die Zerstörung des Rechtsempfindens, das durch ein „rationales“ Abwägen ersetzt wird. Selbst das Recht auf Eigentum und körperliche Unversehrtheit wird zu einer Sache des Verhandelns! Die „Unterdrückten“ haben ein Recht auf „Notwehr“, entsprechend gibt es keine Gleichheit vor dem Gesetz mehr!

Gegen jede Evidenz wird Gesundheit („Normalität“) und das „gesunde Empfinden“ relativiert. Wie absurd und zerstörerisch das ist, wird deutliche, wenn man es auf das Essen übertragen würde. Nein, es ist keine Option Jauche zu trinken!

Was wir hier bei der Grundphilosophie der modernen Sozialdemokratie vor uns haben, ist eine Art „Gegenorgonomie“, bei der Freiheit durch eine Pseudofreiheit, Selbstregulation durch eine Scheinselbstregulation ersetzt wird. Wir haben es schlicht mit dem Nonplusultra an Emotioneller Pest zu tun – der praktisch ausnahmslos alle „Reichianer“ anhängen. (Neben Habermas könnte man die gesamte Frankfurter Schule und sogar die gesamte „Kulturelite“ des Westens nennen!)

Blogeinträge Juli/August 2011

8. Februar 2017

Im Juli und August 2011 stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz, auf die hier erneut hingewiesen wird, damit sie nicht verlorengehen:

Blogeinträge Juli/August 2011

  • Die Wirkung des Panzers auf Denkprozesse
  • Unsere funktionsgestörte Ökonomie
  • Der Ursprung der Ideologien der Linken und der Rechten
  • Der Massenmörder von Oslo: Eine Fallstudie über einen faschistischen Charakter
  • Die Emotionelle Pest, die Quelle der gesellschaftlichen Pathologie, wird nicht erkannt
  • Europas Probleme mit dem Islam
  • Präsident Obamas Tag der Abrechnung
  • Die Unruhen in Großbritannien 2011 aus funktioneller Perspektive
  • Die effektivsten Anti-Kommunisten sind Ex-Kommunisten

 

 

Zu „Die Wirkung des Panzers auf Denkprozesse”

Robert 2013: „… insbesondere im okularen Segment, das die Augen und deren Fortsetzung ins Gehirn umfaßt.“
Tut mir leid, aber wie können Augen gepanzert sein, sie haben keine Muskeln (außer die Äußeren) und dann geht der Sehnerv direkt zum Gehirn. Haben sie zuviel oder zuwenig Energie, sind die äußeren Muskeln verkrampft (wie es die Bates-Methode beschreibt), wirkt das gepanzerte Gehirn auf das Organ? Das ist alles sehr unverständlich. Bei Reich gab es meines Wissens keine Augenpanzerung.
Renate: Kam vor Jahren schon zufällig in die Nähe der Antwort durch ein Buch, dessen Autor umständlich Sex gegen die Symptome empfahl, das war offensichtlich ja immer schon verpönt zu sagen. So wie es heute ist, wenn zB. ein Patient schon fast verdurstet ist, aber nein er muß die hundertste unangenehme und teure Untersuchung machen und 1000 Tabletten schlucken, aber dass ein Arzt auf die Idee käme zu sagen „Um Himmels willen, trinken Sie 2 Liter Wasser am Tag verteilt“ darauf kommt keiner.
Klaus: Auch da sind Muskeln, aufgrund derer man seinen Blick in verschiedene Richtungen lenken kann. „Kontraktur und Immobilisierung aller oder fast aller Muskeln am Augapfel, der Augenlider, der Stirne, der Tränensäcke etc. Unbeweglichkeit der Stirnhaut […] Unbeweglichkeit an beiden Seiten der Nase [….]“ (Charakteranalyse Fischer S. 373 – Reich spricht hier von okularen Panzerring) Die Augen stehen pars pro toto für ein ganzes Segment, in dem sie – ‚im Orgonom‘ – eine Hauptrolle spielen. Ob der Panzerbegriff unbedingt an Verpannung geknüpft ist, steht in Frage. (Hier landen wir wieder bei der Frage nach dem wahren Kern hinter der Rede von dem ‚Funktionellen‘.)
Renate: Ich verstehe diesen Satz nicht:
„in dem sie – ‘im Orgonom’ – eine Hauptrolle spielen.“
Klaus: Die Augen sind nicht nur irgendein Teil des Augensegments so, wie eine Wimper ein teil des Kopfes ist. Sondern: Dass Panzerung das Segment als Ganzes erfassen kann, hängt vor allem von Seherlebnissen ab (z. B. gegebenenfalls Licht im Kreißsaal, unerträgliche Blicke, …)
Renate: Ok, danke. Hatte den Begriff „im Orgonom“ nicht gewusst. Damit ist wohl der Bereich eines Panzerungssegments gemeint, oder?
Klaus: war nur eine andere Abkürzung für das, was vage mit „funktionell“ angepeilt wird – es ist da noch so viel Jargon und Unklarheit im Spiel; aber das kann ich hier nicht eben mal ändern (… größenwahn …); später mal im Opus Magnum
Sebastian: Warum steht das in Frage?
„Jeder Neurotiker ist muskulär dystonisch, und jede Heilung zeigt sich direkt durch bzw. Straffung des muskulären Habitus. […] Entwickelt der typische Zwangscharakter eine allgemeine muskuläre Rigidität, so finden wir sie bei anderen Patienten gepaart mit einer Schlaffheit (Hypotonie) anderer Muskelgebiete, die nicht etwa einer Gelockertheit entspricht.“ (S. 453, Charakteranalyse, KiWi).
Klaus: Das ist ja gerade die Antwort. „bei anderen Patienten gepaart mit einer Schlaffheit (Hypotonie) anderer Muskelgebiete“ Also nicht nur Verspannung
Sebastian: Wer mehr über das Denken wissen will, empfehle ich die Artikel von Charles Konia im JoO:
„The Interdependence Between Conciousness and Self-Perception“,
„The Perceptual Function“,
„Orgone Therapy (Part 10): The Function of Reasoning“,
„Orgonotic Contact (Part I)“,
„Applied Orgonometry II: The Origin and Function of Thought“,
„Applied Orgonometry III: Armored Thought“,
„The Biophysical Basis of Sociopolitical Thought“.
Reichs Erkenntnisse über Wahrnehmung, Bewusstsein, den Intellekt als Abwehr (Charakteranalyse) und das logische Denken (Äther, Gott und Teufel; Die kosmische Überlagerung) werden hier vertieft und erweitert. Was Konia komprimiert in einen Blogartikel schreibt, ist nur die Spitze eines Eisbergs an Wissen. Über subito kann sich jeder für geringes Geld die Artikel in eine nahegelegene Bibliothek seiner Wahl zuschicken lassen.

Zu „Der Massenmörder von Oslo: Eine Fallstudie über einen faschistischen Charakter“

Robert 2013: Um zu einer Einschätzung von Konia zu gelangen, ist es wichtig, zwischen seiner professionellen und seiner sozio-politischen Anschauung zu unterscheiden. Während er als Psychiater gute Diagnosen, auch aufgrund seiner langen Praxis, abgibt, so ist er jedoch aufgrund seiner sozio-politischen Charakterstruktur blind gegenüber einseitigen Quellen und den Lügen der monopol-gesteuerten Medien. Er glaubt alles, was im Wallstreet-Journal steht oder was die Hooglums der US-Administration behaupten. Aufgrund seiner Panzerung und Augenblockade ist er strukturell unfähig, die verbrecherische Natur von Politikern zu erkennen, die ohne weiteres hunderttausende Menschen Opfern, um ihre Ziele zu erreichen, solange sie aus seiner westlichen Hemisphäre stammen.
Er kann die Brutalität und emotionale Abgestumpfheit seiner politischen Führer nicht erkennen, die aus deren Machtkampf nach Oben resultiert, da er unbedingt daran festhalten muss, das seine Führer gute Vorbilder sein müssen, weil sonst sein inneres Vaterbild zusammenbrechen würde und er diese Angst- und Panikgefühle unbedingt vermeiden möchte.

David: Aufgrund seiner Panzerung und Augenblockade ist er strukturell unfähig

er unbedingt daran festhalten muss, das seine Führer gute Vorbilder sein müssen, weil sonst sein inneres Vaterbild zusammenbrechen würde und er diese Angst- und Panikgefühle unbedingt vermeiden möchte.
Panzerung und Augenblockade?
Konia?
Der?
Wie ich vermute, ist Dr. Konia eng mit dem US-amerikanischen Geldadel verbunden; das sind Kreise, die ich teils verachte, teils beneide.
Hier also nix Augenblockade, sondern ganz handfeste Macht- und Geldinteressen im Spiel!
Aber da kann ich differenzieren. Als Arzt und Therapeut ist er bestimmt gut, und wenn ich in der Nachbarschaft seiner Praxis wohnen würde, würde ich vermutlich zu ihm gehen.
Überdies ist Dr. Konia möglicherweise gar nicht besonders teuer.

Robert: Ich glaube nicht, dass er ein korrupter Heuchler ist, sondern er hat ganz klar seine blinden Flecken. Es ist immer schwierig, als Psychologe Politanalysen zu erstellen, weil sie durchweg parteilich sind (siehe: Bush auf der Couch, Israel auf der Couch, alles psychoanalytische Bücher einer linken Politströmung) und bei Konia ist es häufig auch so. Wenn man das weiß. kann man ihn auch mit Gewinn lesen.

Klaus: Ich staune immer wieder darüber, dass Amokläufe wie rationale Handlungen betrachtet werden (mit „rational“ meine ich nur: Sie werden vom Handelnden für angemessene Mittel zum Bewirken des jeweils mit ihnen verfolgten Ziels gehalten – also nicht in dem Sinne, wie Reich oft „rational“ verwendet). Und weil man sich das Handeln dann auf Teufel komm raus erklären will, sucht man nach politischen Motiven. Selbst wenn diese vom Täter genannt werden, ist meistens nicht klar, was mit ihnen gemeint ist (insofern ist Politik ja schlechthin ‚irrational‘).
Gerade Linke wollten Breivik unbedingt zum politischen Täter erklären, um ihm seine ‚gerechte Strafe‘ zukommen zu lassen.
Heute wieder zu aktuellen Ereignissen:
„Die Schießerei ereignete sich wenige Kilometer von dem Ort entfernt, wo Präsident Barack Obama an einer Veranstaltung teilnahm. Er verließ die Stadt nach einer Ansprache, um den chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu treffen. Den Behörden zufolge stand die Tat aber nicht damit in einem Zusammenhang.“

O.: Die Diagnose „paranoide Schizophrenie“ für diesen Täter mit „faschisitischem Charakter“ erscheint mir eher eine Erklärung zu bieten oder wie eine Entschuldigung zu wirken. Nur einer der nicht ganz dicht ist, kann eine solche Tat durchführen. Jedoch eine Bombe basteln, platzieren und zünden und dann gezielt Menschen töten in dieser Zahl erscheint mir für einen Paranoiden (u. ängstlichen) zudem noch Schizophrenen doch zu sehr geplant und durchdacht.
Mich überzeugt oder beruhigt die Diagnose nicht. Sie nimmt sogar juristisch die Verantwortung von ihm weg und möchte erklären, warum er faschistisch werden musste.
Sind dann nicht alle Massenmörder nur arme „paranoide Schizophrene“? Müssten dann nicht pophylaktisch alle Faschisten psychiatrisch behandelt werden? Wird die politische Aussage hier noch ernst genommen?

Klaus: Pure Lust an Randale, Mord oder Totschlag – politische Motive sind bloß dekorativer Überbau! Nun auch Massenrandale ohne erkennbare Politsymbole, das ist ein Schritt zur Ehrlichkeit:
„Eine Gruppe Vermummter hat mehrere Polizisten mit Steinen und Brandsätzen in Berlin-Kreuzberg angegriffen. Eine Polizistin wurde mit Benzin überschüttet, ein Brandsatz verfehlte sie nur knapp.
[…]
Besonders heftig bekam eine junge Polizistin den Angriff zu spüren. Vermutlich als eine Flasche neben ihr zerplatzte, wurde die 27-Jährige mit Benzin überschüttet, das sich auf ihrer Einsatzkleidung verteilte. Kurz darauf wurde ein Brandsatz in ihre Richtung geworfen, der sie nur knapp verfehlte. Die Beamtin erlitt Augen- und Hautreizungen im Gesicht.
Ein weiterer Brandsatz traf die Frontscheibe eines Gruppenwagens, der kurzzeitig in Flammen aufging.
[…]
Bisher sind jedoch nur wenige Erkenntnisse zu dem Fall gesichert. Fest steht, dass die Angreifer nichts mit den auf Drogen kontrollierten Personen zu tun haben. Die Anzahl der Täter und die vielen aufgefundenen Tatwerkzeuge sprechen für einen recht aufwendig geplanten Angriff. Ob die Täter jedoch vom Polizeieinsatz am Kottbusser Tor wussten, ist unklar. ‚Wir prüfen noch die Hintergründe der Tat’, sagte ein Sprecher. Unklar sei auch, ob die Täter einer bestimmten politischen Gruppierung zuzuordnen seien.“

Klaus: Noch deutlicher der Witzcharakter von Politik und Revoluzzern:
„Singen mit Bier
Dann sehen Ali und seine Freunde von der Terrasse aus ein gepanzertes Polizeifahrzeug mit Blaulicht vorbeifahren, sie brechen auf, hinterher. Der Weg zum Kuğulu Park (Schwanenpark), dem zweiten Zentrum des Protestes in der Stadt, führt sie vorbei an etlichen Bars, an Restaurants und Clubs. Junge Menschen sitzen auf den Bürgersteigen und trinken Bier, Ali sagt: ‚Das sollte doch kein Fest sein hier.‘ Die Hände hat er verschränkt, sein dunkler Bart, sein schwarzes Haar, das schwarze Halsband und das dunkle Hemd bewirken, dass er auch wirklich böse aussieht, wenn er böse blickt.
Aber schon zwei Minuten später ist es vorbei mit seiner unbedingten Ernsthaftigkeit. Ali kauft sich ein Bier, und als er an einer singenden Gruppe Menschen vorbeikommt, stimmt er sofort ein. ‚Schau, das ist doch toll, so etwas gab es hier früher nicht‘, sagt er zu den feiernden Menschen, die er gerade noch der Faulheit, der politischen Zersetzung beschuldigt hatte. Und man fragt sich: Was soll denn das jetzt?
In der Türkei gibt es immer mindestens zwei Wahrheiten, das gilt in dieser Nacht auch für Ali. Er ist in den nächsten Stunden ein einziger, wandelnder Widerspruch mit einem euphorischen Grinsen im Gesicht. ‚Ich mag die Musik gar nicht‘, sagt er als er eine Gruppe Männer erreicht, die zur Musik von traditionellen türkischen Instrumenten auf der Straße tanzen. Dann tanzt er mit. „Ich lehne Regierungen ab“, sagt Ali. Und dann: ‚Außer vielleicht so wie in Norwegen oder Schweden, die machen das gut.‘ Ein Anarchist also, der sich einen starken Staat wie in Skandinavien wünscht.
[…]
‚Das hier ist unser 1968‘ “
(http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-06/ankara-tuerkei-protest)
‚Das sollte doch kein Fest sein hier.‘ Und nichts anderes als ein Fest soll es sein. Zu dem Fest gehören allerdings die Kämpfe zwischen verfeindeten Gruppen, zwischen Beatles und Rolling Stones, Kommunisten und Nazis, … (wobei es durchaus sein mag, dass zwischen bestimmten Ästhetiken und Charakteren Affinitäten bestehen)

Peter: Die diversen politischen Analysen, auch die von investigativen Journalisten, sind meist für die Katz und führen nirgendwo hin, da sie sich auf der gleichen Ebene bewegen wie die Politik, statt zum biologischen Kern der Angelegenheit vorzudringen, d.h. der Charakterstruktur der Massen.
Das irrationale Verhalten ist nie bloß „Spaß an der Freud“, sondern analysierbarer Ausdruck der Emotionellen Pest. Etwa hier:
http://www.pi-news.net/2013/06/linksextreme-rufen-zur-zerstorung-von-deichen-in-uberschwemmungsgebieten-auf/

Zu „Europas Probleme mit dem Islam“

Peter 2013: Eine sehr gute Beschreibung und Analyse der charakter-strukturellen Kontaktlosigkeit des Liberalen(Linken), der null Verbindung zu seinem bioenergetischen Kern hat und sich deshalb in nichts und niemanden hineinfühlen kann:
http://www.pi-news.net/2013/06/islam-und-der-misbrauch-der-ekstase/

Peter: Die ethnische Säuberung hat begonnen, die indigenen Völker werden ausgemerzt:
http://www.unzensuriert.at/content/0013169-Einwanderer-attackierten-einheimische-M-tter-und-ihre-Babys

Peter: Wir werden von vollständig verantwortungslosen Leuten regiert, die man nicht mehr ernstnehmen kann und nicht mehr ernstnehmen DARF, da sie Fälle für die Psychiatrie sind. Mal ehrlich: Was geht um alles in der Welt in solchen Köpfen vor?! Wie kann man derartig von der Realität und dem eigenen bioenergetischen Kern abgeschnitten sein?! Der nackte Wahnsinn grinst einen an.
http://www.pi-news.net/2013/06/boris-pistorius-definiert-islamfeindlichkeit/

Peter: Und als Ergänzung das:
http://www.pi-news.net/2013/06/pistorius-hetzt-einige-juden-sind-gewaltbereit/

Zu „Präsident Obamas Tag der Abrechnung“

Peter 2012: UN-Gesetze sollen über die US-Verfassung gestellt werden:
http://news.yahoo.com/obama-win-u-backs-u-n-arms-treaty-193445288.html
Wie einer der Leserbriefschreiber sagt:
It’s amazing how they can puke up the democrap talking points… But can’t think for themselves when asked a question about the structure of gov’t.. A generation of drones and zombies.. they do whatever the liberal media, their professors and teachers tell them…. dumb as a bag of rocks and that’s how obama likes em.. young and dumb… MAKES ME SICK

Peter: Obama, diesem Haufen Kommunistenkot, gelang die Quadratur des Kreises auch so:
http://american3rdposition.com/?p=8416

Robert: Deutscher Amerika-Komplex
Unsere Obama-Liebe ist infantil
Warum sind wir so auf Amerika fixiert? Weil wir uns offenbar besser fühlen, wenn es ein mächtiges Land gibt, dem wir uns überlegen fühlen können. Die Obama-Begeisterung ist nicht politisch, sondern nur psychologisch zu verstehen.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fleischhauer-kolumne-die-seltsame-liebe-der-deutschen-zu-obama-a-866075.html

O.: Richtig: Die Obama-Begeisterung ist nur psychologisch zu verstehen, da er Versprechen und Hoffnungen geweckt hat, dass hier mal eine tatsächlicher „Linker“ käme und alles anders würde/ werden könnte.
Das alles eine Illusion war schon am Tag danach, hätte klar sein müssen, als die Übergabe des Amtes so fröhlich und ohne erkennbaren Groll vollzogen wurde. – Demnach war auch Obama schon nur noch eine Marionette des Amtes. Und Amerika war betrogen worden.
Und hieraus folgt, dass er der Auflösung Amerikas folgt, zu einer Kannada-USA-Mexiko Zone (wie wir in Europa) und einer Weltregierung unter der UN. Das was man als Illuminaten-Plan/ Bilderberger etc. kennt und was als „Verschwörung“ abgetan wird., was es buchstäglich auch ist.
Bei dieser Sichtweise ist eine persönliche Haltung zu „Links“ (was ich nicht erkenne) sein Privatvergnügen, was er im Hobbykeller seinem Hund erzählen kann. Faktisch ist er ein Illuminat, wei seine Freunde Jay-Z und Beyonce; Hollywood, Musikindustrie, Scientology, CIA, NSA und so weiter.
Für Konia ist dies „links“, 68-er Ideologie von Opa und Oma (seiner Generation) und ein klarer Fall Bakerschem soziopolitischem „liberalen“ Charakter oder sogar stärker „kommunistischer Verschwörung“.
Obama ist so „links“ wie Frau Merkel und die CDU/CSU und arbeiten doch im selben Club mit selbigen Zielen zusammen. Dies hat nichts mit 68-er oder Antiauthoritärer Erziehung oder Gesellschaft zu tun, eine völlige Fehlinterpretation von Konia, die er wohl auch nicht mehr korrigieren kann.
__________________________________
Konia spaltet mit seiner politischen Theorie und läßt einen Kampf zwischen links und rechts, „liberal“ und „konservativ“ entstehen wie es die von ihm kritisierten Medien vorgaugkeln. Damit verhindert er jede Veränderung und unterstützt die Bush-Obama One-World-New-Order Politik von Merkel, Obama und Co.
Das dies nur entfernt mit Bakers soziopolitischer „Orgonomy“ (These) zu tun hat, sollte deutlich sein.
Wenn Konias Buchttitel und Motto „Nor Left Nor Right“ war, warum vertritt er dann rechte konservative Thesen?
Diese kommen lange zu spät und können nicht als Aufbau eines Feindbildes „links“ oder „islamistisch“ daher kommen, sondern müssten sich genau gegen die New Order Weltregierung wenden, die Konia als „kommunistsch“ ansieht, ein anderer würde sie schlicht faschistisch nennen. Im Gegenteil Konia unterstützt dieses kommunistische oder faschistoide Weltregierungsszenario, dem Bush und Obama und Merkel gleichermaßen dienen. Steckt er vielleicht selbst in einer „liberal charakterlichen“ Krise?
Mit Ansichten wie in diesem Artikel zusammenfassend dargestellt, führt Konia aufs politische Glatteis. Es bedarf hier keiner orgonomischen Analyse, sondern ist schlicht nur Wahlpropaganda gegen Obama und zementiert die bisherige US-Weltpolitik etc. in alle Ewigkeit nach dem Post-Orwellschen Modell.

Robert: Es verwundert mich immer, wenn Konia dermaßen Hussein Obama als den Leibhaftigen persönlich darstellt. Dabei kam Hussein Obama deswegen an die Macht, weil die Mehrheit von der Politik des Wahlfälschers und Kriegstreibers Walker Bush die Nase gestrichen voll hatten und Romney eine partielle Wiederholung versprach.
Barack Obama, der CIA-Kandidat
http://recentr.com/2012/11/barack-obama-der-cia-kandidat/

Peter: Hier- und kernlose Kiffer haben einen hier- und kernlosen Kiffer gewählt:
http://www.theblaze.com/stories/an-informed-electorate-you-wont-believe-how-little-these-obama-voters-know-about-our-govt/

O.: Unter der Annahme, dass dieser Artikel fundiert ist: Obama ein Sozialist? Bei diesem Vater (CIA-Agent) wohl eher unwahrscheinlich, wenn der Apfel nicht weit vom Stamm fällt.

Peter: Die antiautoritäre Gesellschaft hat uns eine Generation von Schlaffis hinterlassen:
http://lifestyle.t-online.de/fitness-50-jaehrige-oft-fitter-als-junge-menschen-/id_60792784/index
Gegen diese allumfassende Dekadenz kämpft Konia verzweifelt an.

Peter: Willkommen in der UsSSA:
http://www.wnd.com/2012/11/chants-for-karl-marx-socialism-at-dem-victory-rally/?cat_orig=politics

O.: Ein Beispiel wie Esos mit Reich hausieren gehen: zwischen Charakter und Chakra.
http://www.medita-schule.ch/IET/4_modulprogramm.html
Kommentare zu

The Mass Psychology of Fascism (1970) und andere Übersetzungen

27. Januar 2017

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The Mass Psychology of Fascism (1970) und andere Übersetzungen

Soziale Demokratie und Arbeitsdemokratie

27. November 2016

Im Rahmen der Aufarbeitung von Reichs Gesamtwerk, und nicht zuletzt infolge der Öffnung des Reich-Archivs im Jahre 2007, sind Bestrebungen imgange Reichs Konzept „Arbeitsdemokratie“ mit den linken Konzepten einer „sozialem Demokratie“ zu verknüpfen, wie sie seit Anfang des 19. Jahrhunderts von Sozialdemokraten, Kommunisten und Anarchisten entworfen wurden. Reich war schließlich in der „sozialen Demokratie“ des „Austromarxismus“, der kommunistischen Massenparteien (jedenfalls war die KPD eine und vieles war wie ein Probelauf der späteren „DDR“) und der linkssozialistischen Splittergruppen im Skandinavischen Exil politisch sozialisiert worden. Sie alle sahen sich als die einzig konsequenten „Sozial-Demokraten“, im Gegensatz zur rein formalen Demokratie bürgerlicher Provenienz.

Leider ist die Vorstellung, daß die Arbeitsdemokratie in irgendeiner Weise eine Fortführung der sozialen Demokratie sei, irreführend. In der sozialen Demokratie geht es nämlich

  1. um die Demokratisierung aller Lebensbereiche („Demokratie darf am Werkstor nicht aufhören!“),
  2. die Durchsetzung von Interessen mit demokratischen Mitteln („Frauenbewegung“, „Schwulenbewegung“, „zivilgesellschaftliches Engagement“, etc.) und
  3. die Ersetzung der üblichen bürgerlichen Politik, bei der es nur um „harte Themen“ geht (Handelsabkommen, Militärfragen, Fragen der Staatsorganisation, etc.), durch Gesellschaftspolitik, bei der es um „weiche Fragen“ geht, etwa um das Familienleben, insbesondere aber um die Frage der „sozialen Gerechtigkeit“.

Man muß diese drei Punkte nur kurz überfliegen, um sofort zu sehen, daß sie das genaue Gegenteil der Arbeitsdemokratie darstellen, nämlich ein Agierfeld der Emotionellen Pest. Das fängt damit an, daß der Schriftsetzer mitbestimmen will, was der Redakteur in der Zeitung abdruckt. Eine krassere Negierung der Arbeitsdemokratie kann man sich kaum vorstellen! Quer zu allen Arbeitsbeziehungen werden die Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Vorlieben, etc. gegeneinander in Position gebracht und damit die Arbeitsdemokratie ebenfalls im Kern angegriffen. Ähnlich ist es damit bestellt, wenn sich die Politik in jeden Bereich der Gesellschaft einmischt. Beispielsweise werden Frauen gedrängt, ihre Kinder so früh wie nur irgendmöglich Kinderkrippen zu überantworten, um wieder für den Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Mit immer neuen Vorgaben, wird es den Ärzten praktisch unmöglich gemacht, ihren Beruf vernünftig (d.h. arbeitsdemokratisch) nachzugehen – und so in praktisch allen Berufen.

Schnack: Faschismus in uns (1998)

7. September 2016

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Schnack: Faschismus in uns (1998)

Der Rote Faden: Die Leninistische Organisation (Teil 1)

17. Juni 2016

Walter Löwenheim alias Miles war Gründer der Widerstandsgruppe Neu Beginnen. Jahrgang 1896 war Löwenheim nach dem Ersten Weltkrieg zunächst in der „Freien Sozialistischen Jugend“ tätig, danach in der KPD. Er war Schüler des legendären Kommunisten Paul Levi. Aufgrund von Stalins desaströser linksextremer und sektiererischer Politik verließ er die KPD, schloß sich jedoch nicht, wie es Levi bereits 1922 getan hatte, der SPD an (Kurt Klotzbach [Hrsg]: Drei Schriften aus dem Exil, Berlin 1974 und Hartmut Soell: Fritz Erler, Berlin 1976).

1928/29 kam Löwenheim zu dem Schluß, daß Stalins Planwirtschaft, die die „Neue Wirtschaftspolitik“ Lenins ersetzte, eine Katastrophe für die gesamte sozialistische Bewegung darstellte. Eine Erneuerung der Arbeiterbewegung betrachtete er nur als möglich durch Überwindung einerseits des linksextremistischen Sektierertums der Kommunisten und andererseits der reformistischen Politik der Sozialdemokraten. Diese Erneuerung sollte von einer konspirativen Gruppe von Berufsrevolutionären ausgehen.

Löwenheim sammelte eine kleine Gruppe von jungen KPD-Mitgliedern, Leuten der KPD(O), d.h. Kommunisten vom rechten Flügel, und revolutionären SPD-Mitgliedern vom linken Flügel um sich. Mit Beginn der Weltwirtschaftskrise formte diese Gruppe „die Organisation“ (kurz „Org.“).

Hinter der Org. (auch als „Leninistische Organisation“ oder „O“ bekannt) stand die Theorie, daß

  1. es nichts bringt eine sektiererische Splitterpartei nach der anderen zu gründen;
  2. die quasi-revolutionäre faschistische Bewegung der Hauptfeind ist, nicht die „Sozialfaschisten“ und nicht einmal die Großindustrie; und
  3. die alten Methoden der illegalen Arbeit wertlos sind, stattdessen müssen längerfristige Strategien ausgearbeitet werden.

Die organisatorische Struktur der Org. gestaltete Löwenheim nach Lenins Konzept einer Kaderpartei. Das bedeutete strikter Zentralismus, das Zentrum hat die Autorität Direktiven auszugeben und die Arbeit erfolgt nach den Gesetzen der Konspiration. Löwenheim war „der deutsche Lenin“.

Die Org. weigerte sich, einen Namen anzunehmen, der ihr den Charakter einer Partei verliehen hätte. Sie betrachtete sich als den „subjektiven Faktor“ innerhalb der Arbeiterbewegung, als eine bewußt handelnde Minderheit, die in den vorhandenen Parteien arbeitet, um den Graben innerhalb der Arbeiterbewegung zu schließen. Deshalb war die Existenz der Org. streng geheimzuhalten. Lokale Zentren waren Berlin und Frankfurt.

1931 füllten zwei Gruppen die Ränge der Org.: zunächst die „Kommunistische Studentenfraktion“ („Kostrufa“) in Deutschland (mit der Österreichischen Kostrufa haben wir uns bereits befaßt), die 1929 aus der KPD ausgeschlossen worden war (Leute wie Richard Löwenthal [alias Paul Sering] und Stefan Eliasberg), und zweitens der Berliner Regionalvorstand der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ). (Das waren so ziemlich jene Gruppen, deren Wiener Entsprechungen sich für die Ideen Reichs begeistern konnten: potentiell Reichsches Klientel.)

Anfang 1933 hatte die Org. vielleicht 100 Kader, während etwa 200 Personen der Peripherie der Org. zugeordnet werden konnten. Die einzige Organisation, die bis dahin von der Org. erfolgreich „erobert“ worden war, war die SAJ. Als die Nationalsozialisten die Macht übernahen, mußte die Org. einsehen, daß ihr langfristig angelegter Plan die beiden großen Arbeiterparteien SPD und KPD zu unterwandern und schließlich zu übernehmen, zunächst ad acta gelegt werden mußte. Die Org. ging in den Untergrund und versuchte eine eigene unabhängige Identität in der internationalen Öffentlichkeit anzunehmen. Beispielsweise warb sie um Anerkennung bei der Sozialistischen Arbeiter-Internationale (der Nachfolgerin der Zweiten Internationale). In Prag wurde ein Auslandsbüro eingerichtet, das seit Mai 1933 von Dr. Karl Frank geleitet wurde.

Im Frühsommer 1933 schrieb Löwenheim das Programm der Org., die bald „Neu Beginnen“ genannt wurde, als Löwenheims Broschüre September 1933 unter dem Titel Neu Beginnen von der SPD in Prag veröffentlicht wurde (Miles: Neu beginnen! Faschismus oder Sozialismus. Als Diskussionsgrundlage der Sozialisten Deutschlands, Karlsbad 1933. In: Probleme des Sozialismus, Sozialdemokratische Schriftenreihe, Heft 2). Die Schrift wurde viel beachtet.

Im Unterschied zu allen anderen sozialdemokratischen und kommunistischen Theorien der Zeit betrachtete Löwenheim den Faschismus nicht als ein instabiles Phänomen, das schnell verschwinden würde. Stattdessen war für ihn der Faschismus eine politische Revolution, die aus tiefreichenden sozialen Ursachen und Kräften hervorgegangen sei. Der faschistische Staat sei ein durchorganisiertes System, so daß der antifaschistische Kampf ein langfristiges Projekt sein müsse. Da der Faschismus ein monolithischer Block sei und jede Möglichkeit dagegenzuhalten verunmögliche (keine freie Presse, keine Gewerkschaften, etc.), wäre mit der Verschärfung der ökonomischen Krise die gesamte Zivilisation gefährdet, weil in der ökonomischen Krise die Massen ihren bourgeoisen Führern folgten!

Diese Analyse war einzigartig, wenn man von Reichs Faschismus-Theorie absieht, die der von Löwenheim, jedenfalls oberflächlich betrachtet, ziemlich ähnlich ist. Soell deutet übrigens an, direkt sagen tut er es nicht, daß der Name „Neu Beginnen“ tatsächlich von Reich inspiriert sein könnte. Siehe Charakteranalyse (KiWi, S. 267), wo Reich über den intensiven Wunsch des Zwangscharakters spricht, das Leben „neu zu beginnen“.

Die Ereignisse in Deutschland seien, so Löwenheim weiter, unvermeidlich, wenn man sie aus machtpolitischer Warte aus betrachte. Sie seien das Ergebnis der universellen Tendenz zu einem zentralistischen Parteistaat. Löwenheim vergleicht die Sowjetunion sogar mit Hitler-Deutschland und dem faschistischen Italien: alle drei seien zentralisierte Parteistaaten. Solch ein Staat sei unvermeidlich, aber seine sozialistische Natur sollte sichergestellt werden.

Löwenheim lehnt den traditionellen Determinismus der sozialistischen Bewegung ab, d. h. daß der Sozialismus historisch unvermeidlich ist. Während die bürgerliche Revolution ein natürlicher sozialer Prozeß war, sei die proletarische Revolution nur eine historische Chance. Die proletarische Revolution müsse durch die historische schöpferische Kraft des fortgeschrittensten Teils der Gesellschaft bewußt geplant werden; durch den historisch bewußten Kopf der Arbeiterklasse (d. h. durch bürgerliche Intellektuelle wie Löwenheim!). Am Ende des langen Kampfes müsse der sozialistische Staat stehen mit der gesamten Staatsmacht in den Händen der Sozialistischen Partei.

Unmittelbares Ziel ist ein enges Zusammengehen aller sozialistischen Kräfte unter der Schirmherrschaft der Sozialistischen Arbeiter-Internationale (SAI) und die Zerschlagung der Komintern, da die Komintern Illusionen über die spontane revolutionäre Kraft des Proletariats verbreite. Auch habe die Komintern den Graben, der die Arbeiterbewegung spaltet, verbreitert. Natürlich kritisiert Löwenheim auch die Sozialdemokraten. Weil diese nicht mehr auf eine Marxistische Revolution ausgerichtet seien, fordert er, daß seine eigene Organisation die Führung der sozialistischen Bewegung auf der Grundlage dieser Druckschrift übernimmt.

Löwenheim forderte die Einheitsfront mit allen antifaschistischen Kräften innerhalb der Bourgeoisie. Seit Ende 1933 unternahm Neu Beginnen Anläufe in diese Richtung mit der Bildung „gesellschaftlicher Arbeitsgemeinschaften“ (Gesag). Schon vor 1933 hatten einige Mitglieder der Org. Kontakte mit dem Management der Großindustrie geknüpft.

Die meisten emigrierten Führer der Arbeiterparteien reagierten negativ auf Löwenheims Forderungen. Die stärkste Reaktion kam von der KPD, da sie im Gefolge ihrer „Sozialfaschismus“-Kampagne insbesondere den linken Flügel der Sozialdemokratie bekämpfte. Entsprechend war für sie Neu Beginnen das Böse schlechthin. Für die SPD in Prag wies der alte Karl Kautsky offiziell fast alles zurück, was Löwenheim geschrieben hatte, insbesondere dessen Ablehnung des historischen Determinismus und dessen Plädoyer für eine zentralisierte Parteidiktatur. Kautsky bezeichnete dieses Konzept als „faschistisches Kuckucksei“ im sozialistischen Nest. 1934 wurde Miles‘ Pamphlet übersetzt und in England, Frankreich, und den USA veröffentlicht.

Im Sommer 1935 versuchte das Auslandsbüro von Neu Beginnen eine bessere Beziehung zur Exil-SPD herzustellen. Dies führte zum Beispiel zu einer Zusammenarbeit mit der von der Exil-SPD herausgegebenen Zeitschrift für Sozialismus. Möglich wurde das wegen der Revision von Hauptpunkten im Programm von Löwenheim, die den Anspruch auf die Führung und die zentralistische Parteidiktatur betrafen. Diese Annäherung fand ein Ende, als sich Neu Beginnen im März 1941 der „Vereinigung deutscher sozialistischer Organisationen“ in Großbritannien anschloß. Nach dem Krieg traten viele Mitglieder von Neu Beginnen der SPD bei.

In der Ende Juli 1934 erschienenen Broschüre Was ist Klassenbewußtsein? (S. 9f) schrieb Reich:

In der vor kurzem erschienenen Broschüre Neu beginnen wird sehr richtig die Forderung nach einer „revolutionären Partei“, nach einer im vollen Sinne des Wortes revolutionären Führung gestellt, das Vorhandensein von Klassenbewußtsein im Proletariat jedoch geleugnet:

„Die Grundlage aller ihrer (der II und III. Internationale) Einsichten und Handlungen bildet der Glaube an eine dem Proletariat innewohnende revolutionäre Spontaneität … Wie aber, wenn eine solche revolutionäre Spontaneität nur in den Köpfen der sozialistischen Parteien, aber nicht in der Wirklichkeit existierte? — Wenn das Proletariat von sich aus, also von natürlichen gesellschaftlichen Kräften, gar nicht zum ‚sozialistischen Endkampf‘ getrieben würde … Unfähig anders zu denken als in ihren Dogmen und Thesen, glauben sie mit geradezu religiöser Inbrunst an spontane Revolutionskräfte…“ (S. 6)

Der beispiellos heroische Kampf der österreichischen Arbeiter vom 12.— 16. Februar 1934 beweist, daß es sehr wohl revolutionäre Spontaneität ohne ein Bewußtsein vom „sozialistischen Endkampf“ geben kann. Revolutionäre Spontaneität und Bewußtsein vom „Endkampf“ sind zwei verschiedene Dinge.

Die Führung muß also, so lautet die Konsequenz, das revolutionäre Bewußtsein in die Masse tragen. Zweifellos muß sie das! Aber wie, fragen wir nun, wenn wir noch gar nicht genau Bescheid wüßten über das, was wir revolutionäres Bewußtsein nennen?

Man sieht, daß bei Löwenheim einige Elemente des Reichschen Denkens anklingen – und wie gleichzeitig dessen auf den Staat fixierte Vorstellungen und dessen Konzept einer Konspiration einer Kaderorganisation, die wie ein Nachrichtendienst organisiert ist, all dem zuwiderläufen, wofür Reichs sich damals zu entwickeln beginnendes Konzept der Arbeitsdemokratie steht. Es ist nicht übertrieben Löwenheim als „Roten Faschisten“ zu bezeichnen!

Und das ist mehr als bloße Theorie, denn Nachkriegsdeutschland wurde in entscheidenden Bereichen von der Ideologie und sogar den Kadern Neu Beginnens geprägt, wie bereits in Der Rote Faden: William S. Schlamm (Teil 3) erläutert. Heute, wo „Wissenschaft“, Medien und Politik flächendeckend vom linken Geist durchdrungen sind, leben wir mehr in einer „Neu-Beginnen-Welt“ als je zuvor. Es ist eine zutiefst totalitäre Welt, die instinktiv Reich-feindlich ist.

Reich war von sozialistischen Geheimorganisationen nach Art von Neu Beginnen geradezu eingekreist. Er selbst war nie Mitglied eines dieser Kulte, wenn man mal von der sektiererischen KPÖ absieht. Mit der genannten kurzzeitigen Ausnahme hat Reich nie einen Hehl aus seinen Ansichten gemacht, während er von Leuten umgeben war, die fast durchweg eine Maske aufgesetzt hatten und geheimen Agenden folgten. Den Grundunterschied zwischen der Orgonomie und der „Neu-Beginnen-Mimikry“ hat Theodore P. Wolfe in einem ganz anderen Zusammenhang beschrieben:

Auch hört man oft das Argument, daß Theorie und Praxis nicht notwendigerweise miteinander verbunden sind; daß man die eine Art von theoretischem Konzept und eine andere Art von Praxis haben kann. Das ist ein gefährlicher Irrtum und Selbstbetrug. (Translator’s Preface to Second Edition, Character-Analysis, New York 1949, S. XIV)

Reich hätte niemals ein Mitglied dieser Politkulte sein können, aber seine damaligen Anhänger waren es, zumindest Sympathisanten. Betrachten wir Willy Brandt als Beispiel:

Während des Zweiten Weltkriegs hielt sich das SAP-Mitglied Jacob Walcher in den USA auf, wo aus ihm ein Kommunist wurde. Nach Ende des Krieges ging er in die sowjetisch besetzte Zone und war dort Herausgeber einer Gewerkschaftszeitung. Einige Jahre später fiel er in Ungnade. Schon 1931 war Walcher als „Rechtsabweichler” aus der KPD ausgeschlossen worden. 1932 trat er der Führungsriege der SAP bei und leitete die Auslandsabteilung der Partei. Aber bereits aus seiner Zusammenarbeit mit kommunistischen Gruppen, die sich in Opposition zu Moskau befanden („Kommunistische Opposition“), kannte Walcher die norwegische Gruppe „Mot Dag“.

Mot Dag war ein Unikum. Die ordensartige Organisation entstand kurz nach dem Ersten Weltkrieg als eine Gruppe von Studenten und jungen Akademikern, die Mitglied der Norwegischen Arbeiterpartei waren. 1923 verließ Mot Dag die Komintern zusammen mit der Mehrheit der Norwegischen Arbeiterpartei. Zwei Jahre später wurde Mot Dag jedoch von der Norwegischen Arbeiterpartei ausgeschlossen und schloß sich für einige Zeit der KP an. Im Sommer 1933, also gleich nach seiner Ankunft in Norwegen, brachte Walcher Brandt mit Erling Falk in Kontakt, dem Leiter von Mot Dag (Willy Brandt: Mein Weg nach Berlin, München 1960).

Brandt war bei Mot Dag sehr aktiv und ab Juni 1934 gehörte er sogar dem Vorstand an, wurde u.a. Vorsitzender und Verkaufsleiter. Er hatte viele Funktionen in den Unterorganisationen von Mot Dag inne. Außerdem gehörte er der Redaktion der Zeitschrift Mot Dag an. Falk und sein innerer Zirkel hatte den Willen und die Fähigkeit Leute an sich zu binden. Brandt brauchte mehr als ein Jahr, um sich wieder zu befreien. Er hatte der Mot Dag mitzuteilen, was im Jugendverband der Norwegischen Arbeiterpartei vor sich ging. Dergestalt wurde er in etwas verstrickt, was ihm zuwider war, vor allem, weil sie aus allem ein so großes Geheimnis machten, auch wußte er nicht, was Sinn und Zweck des ganzen sein sollte (Willy Brandt: Links und Frei. Mein Weg 1930-1950, Hamburg 1982).

Von allen Organisationen in Norwegen kam Mot Dag einer Kaderorganisation am nächsten. Die elitäre Gruppe war wie eine Sekte organisiert. Sie hatte in Oslo etwa 100 Mitglieder, einige Dutzend in Trondheim und einige andere in anderen Städten. Die Mitglieder waren Intellektuelle, die fast durchweg aus bürgerlichen Familien stammten. Es waren Rechtsanwälte, Ärzte, Architekten, Gymnasiallehrer, wissenschaftliche Mitarbeiter, etc. Ursprünglich war Mot Dag eine reine Männergruppe, erst später traten ein paar Frauen bei. Einen nicht geringen Anteil ihres Einkommens hatten die Mitglieder abzutreten. Wer zusätzliches Geld benötigte, mußte einen entsprechenden Antrag stellen. Es war eine Selbstverständlichkeit sein Erbe zu überschreiben und Mitglieder mußten sich in fragwürdigen Wirtschaftsaktivitäten von Mot Dag engagieren. Brandt war ein Sonderfall, da er aus der Arbeiterklasse kam. Aus diesem Grund fiel er nicht lange auf den Elitismus und die Losgelöstheit Mot Dags von der gesellschaftlichen Realität herein. Im Frühjahr 1935 trennte er sich von der Gruppe. Brandt vergleicht ihren Elitismus mit dem der Bolschewisten und ihrer französischen Vorgänger und auch so manchen Ideologen der Neuen Linken Ende der 1960er Jahre (ebd.).

Es wurde auf strikte Disziplin gehalten. Jeder hatte seine spezielle Aufgabe. Führende Mitglieder hatten Schlüsselpositionen in Frontorganisationen inne. Mot Dag hatte eine Büroetage mit einer Bibliothek und einer Küche, wo viele Mot Dagisten aßen, sogar frühstückten. Die Freizeit wurde gemeinsam verbracht. Unter Falks autoritärer aber auch inspirierender Führung konnte eine verhältnismäßig kleine Gruppe sehr viel erreichen. Sie gab die bereits erwähnte Zeitschrift Mot Dag heraus (1933-1936), führte ein Verlagshaus, stellte eine sechsbändige „Arbeiter-Enzyklopädie“ zusammen, beherrschte wichtige Studentenbünde, hielt eine Abendschule aufrecht. Pionierarbeit wurde geleistet mit einer Zeitschrift für Sexualerziehung. (ebd.) (Wahrscheinleich meint Brandt die Populärt tidsskrift for seksuell oplysning.)

Mot Dag hatte großen Einfluß auf das akademische Leben Norwegens, weniger auf die Politik. Das änderte sich erst als ihre Mitglieder der norwegischen Arbeiterpartei beitraten und in höchste Positionen aufstiegen.

Der Rote Faden: Sozialdemokraten (Teil 2)

15. Juni 2016

Ich habe Siegfried Bernfeld bereits als Beispiel für Reichs Gegner in der Sozialdemokratie vorgestellt. Er war ein Marxistischer Sozialdemokrat und damit ein Gegner jener, die dem, wie er glaubte, Pseudo-Marxismus russischer Provenienz anhingen. Bernfeld betrachtete Reich als Pseudo-Marxisten, wegen dessen angeblich „romantischen“ unmarxistischen Vorstellungen von einer sexuellen Revolution. Auf der andern Seite hatte Reich nur Verachtung für Linksintellektuelle wie Bernfeld übrig, die nur redeten und den Marxismus wie eine Philosophie studierten, aber tatsächlich nie wie Marxisten agierten: politisch engagiert in revolutionären Organisationen, bei Straßendemonstrationen aktiv, Flugblätter verteilen, sich mit Polizisten herumschlagen, sich als aktive Kader auf den Bürgerkrieg vorbereiten, etc.

Heimlich war Bernfeld jedoch 1932/33 durchaus aktiv und zwar in der „Org.“ Walter Löwenheims. Löwenheim hat in seinem Herbst 1935 verfaßten Manuskript Geschichte der Org (Neu Beginnen) 1929-1935 (Eine zeitgenössische Analyse, Berlin 1995, S. 116-118) über die „Konspirations-Debatte“ und die „Psychoanalyse-Debatte“ innerhalb der Org. 1932 berichtet. Die letztere habe eine zentrale Stellung in der Geschichte der Org. vor 1933 eingenommen. Neben Bernstein waren Psychoanalytiker wie Edith Jacobson und Anhänger der Psychoanalyse wie Sergei Feitelberg (konspirativer Name Werber) Mitglieder der Org. Feitelberg bildete den Mittelpunkt von Intellektuellen innerhalb der Org., die über Psychoanalyse und Ideologiebildung diskutierten. Bald ging jedoch die Führung der Org. gegen diesen sich bildenden Kristallisationspunkt einer Fraktionsbildung innerhalb der Org. vor. Sie war gegen Feitelbergs angeblich „fraktionsbildende“ Aktivitäten wegen theoretischer Abweichungen, der Gefahr, die die psychoanalytische Therapie für die „Konspiration“ darstellte, und auch wegen, so Löwenheim, den unerfreulichen moralischen Einfluß der Psychoanalyse auf Revolutionäre. Im übrigen macht sich Löwenheim über Feitelbergs theoretische Position lustig.

Während Feitelberg im Mittelpunkt der „Psychoanalyse-Debatte“ stand, bildete Bernfeld 1932 das Zentrum der „Konspirations-Debatte“ in der Org. (Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die bereits im eingangs verlinkten Blogeintrag Sozialdemokraten zitierte Stelle aus Bernfelds „Entgegnung an Reich“, in der seine intensive Beschäftigung mit Nachrichtendiensten und Techniken der Konspiration durchscheint.) Es war eine Debatte über den Charakter der Org. und die Art der konspirativen Methoden, die von ihr angewandt werden sollten. Genosse Bernfeld forderte strengste Konspiration und Illegalität, d.h. „Konspiration“ nicht nur gegenüber den Arbeiterparteien (die es zu unterwandern galt), sondern auch gegenüber dem bürgerlichen Weimarer Staat und Vorbereitung auf die vorhersehbare Illegalität in einem faschistischen oder nationalsozialistisch Staat. Dazu sollten Genossen der Org. in faschistischen Organisationen untergebracht werden, um nach der faschistischen Machtübernahme als Maulwürfe arbeiten zu können.

Die Vorschläge des Genossen Bernfeld wurden vom Vorstand der Org. nicht angenommen. Dieser war der Meinung, daß Konspiration kein Ziel in sich sei, zumal in Deutschland immer noch eine Demokratie herrsche und die Arbeiterbewegung frei agieren könne. Konspiration beziehe sich deshalb hauptsächlich auf die Beziehung der Org. zu den anderen sozialistischen und kommunistischen Parteien, jedoch nicht auf den Weimarer Staatsapparat an sich.

Konspirativ nicht nur ausschließlich gegenüber den sozialistischen und kommunistischen Parteien zu arbeiten, sondern auch gegenüber dem Weimarer Staat, würde die gesamte durchaus notwendige Konspiration der Org. der Lächerlichkeit preisgeben. Org.-Kader sollen konspirativ innerhalb der verschiedenen sozialistischen und kommunistischen Parteien arbeiten, um eine wahrhaftig vereinigte Arbeitereinheitsfront zu bilden. Es hätte nichts mit der Herangehensweise der Org. zu tun, wenn man Kader in faschistische und bürgerliche Organisationen entsandte. Bernfeld gab klein bei und schloß sich der Ansicht des Org.-Vorstands an. (Später sollte Neu Beginnen doch auf Bernfelds ursprüngliche Linie einschwenken!)

Die zweite Org.-Psychoanalytikerin war Edith Jacobsohn. Sie war, ähnlich wie Bernfeld, eine strikte politische Gegnerin Reichs. Dazu merkt Otto Fenichel in einem seiner „Rundbriefe” vom August 1934 an: „In politischer Hinsicht haben z.B. Annie Reich und Edith Jacobsohn mehr kritische Bedenken gegen Reich als ich, und dennoch möchte ich ihre Mitarbeit in unserer Gruppe nicht missen“ (Otto Fenichel: 119 Rundbriefe, Frankfurt a.M. 1998, S. 119). Wie sehr Edith Jacobsohn (oder Jacobson – sie verwendete beide Varianten ihres Namens!) gegen Reich eingestellt war, zeigt ihr Brief an Fenichel vom März 1935, wo sie ihre Kollegin Lotte Liebeck als „fürchterlich ver’reicht’“ beschreibt (ebd., S. 208).

Jacobsohn, Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft seit 1928, schloß sich Anfang 1933 Neu Beginnen an. Ihr Kampfname war „John“. Die Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft und die Internationale Psychoanalytische Vereinigung wußten nichts von ihrer Mitgliedschaft bei Neu Beginnen. Durch ihre Tätigkeit für Neu Beginnen war sie in der Folgezeit in eine politisch schwierige Situation geraten und war deshalb nach Kopenhagen gegangen. Sie wartete dort, bis sie glaubte, die Gefahr sei vorbei. Als gegen Ende September 1935 Fenichel Oslo verließ und nach Prag ging, hatte er in Kopenhagen vergeblich versucht sie davon zu überzeugen, nicht nach Deutschland zurückzukehren. Sie kehrte nach Berlin zurück, um ihre Widerstand-Arbeit fortzusetzen. Prompt wurde sie und andere Neu Beginnen-Mitglieder während einer Verhaftungswelle am 24. Oktober 1935 in Berlin durch die Gestapo verhaftet (ebd., S. 166f, 283). Das war der erste erfolgreiche Schlag gegen die konspirative Gruppe überhaupt.

Ernest Jones wurde am 30. Oktober 1935 über die Verhaftung in Kenntnis gesetzt. Er setzte sich sofort mit Anna Freud in Wien und Otto Fenichel in Prag in Verbindung. Nic Hoel, obwohl Norwegerin seit 1934 Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft, konnte via Wien und Prag von London nach Berlin reisen, um für Jones die Lage zu erkunden. Der deutsche Psychoanalytiker Felix Boehm unterband jedoch alle Aktivitäten Jones‘, da Boehm befürchtete, daß so eine Beziehung zwischen Jacobsohns illegalen Aktivitäten und der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft hergestellt werden könnte. Ende 1937 erkrankte sie in der Haft und wurde Anfang 1938 frühzeitig entlassen, da sie dringend eine Operation benötigte. Daraufhin konnte sie via Prag nach New York entkommen.

Es will mir nicht gelingen herauszufinden, was Reich sagen wollte, als er später schrieb:

Aus Berlin kam unsere Freundin Dr. Edith Jacobson, deren eifrige Mitarbeit in der Bewegung und späteres Unglück – sie mußte zwei Jahre in einem deutschen Gefängnis verbüßen – ich ebenfalls auf dem Gewissen habe. (Menschen im Staat, S. 238)

Es war wohl eher Reich, dem von Jacobson böse mitgespielt worden war. Boehm beschrieb die Ereignisse in der deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft in seinem Bericht vom 21. August 1934 (Karen Brecht et al. (Hrsg.): „Hier geht das Leben auf eine sehr merkwürdige Weise weiter“. Zur Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland, Hamburg 1985, S. 99-109).

Unmittelbar nach der Machtübernahme durch Hitler habe der Psychoanalytiker Dr. Eitingon Reich darum gebeten, nicht mehr die Räumlichkeiten der Gesellschaft zu betreten, so daß im Falle einer Verhaftung seiner Person sich dies nicht in ihren Räumen zutrage. (Es wurde also von Reich ein „solidarisches“ Verhalten eingefordert, daß man umgekehrt ihm auf krasseste Weise verweigerte!) Boehm besuchte Wien und traf sich, in Begleitung von Reichs altem Intimfeind Paul Federn, am 17. April 1933 mit Freud. Dieser äußerte u.a. die Bitte: „Befreien Sie mich von Reich!“

Boehm erklärte Freud, er versuche die Psychoanalyse akademischen Kreisen vergeblich nahezubringen, weil beispielsweise einer seiner Bekannten, ein Nationalsozialist in amtlicher Stellung, die Psychoanalyse als „jüdisch-marxistischen Dreck“ bezeichnet hatte. Boehm fuhr fort, jeder wisse, daß Reich häufig in der Öffentlichkeit als Kommunist in Erscheinung getreten sei, wo er seine Meinungen mit denen der Psychoanalyse vermengte. Gegen das so erzeugte Vorurteil habe er, Boehm, gegenüber den Nationalsozialisten ankämpfen müssen.

Im Sommer 1933 beschloß man deshalb in einer Vorstandssitzung der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft, Reich nicht länger als Mitglied zu führen. Das habe man Reich aber nicht direkt mitteilen wollen, weil es inopportun gewesen wäre direkten Kontakt mit Reich, der sich im Ausland aufhielt, aufzunehmen. In einer späteren Vorstandsitzung Anfang 1934 habe man jedoch Jacobsohn darum gebeten, Reich dies während einer Zusammenkunft in Oslo mitzuteilen, was sie dann jedoch unterlassen habe. Wie nannte Reich sie: „unsere Freundin“…

Im „Rundbrief“ vom 15. Oktober 1939 berichtet Otto Fenichel aus den USA, wohin er inzwischen immigriert war:

Als ich in der zweiten Augusthälfte San Francisco besuchte, hatte ein dortiger „linker”, für Psychoanalyse interessierter Physik-Professor, der jenem „Stammtisch” in Pasadena beigewohnt hatte, von dem ich hier berichtet hatte, infolge eines Mißverständnisses angekündigt, daß ich einen Vortrag über „Psychoanalyse und Marxismus” halten würde. Bernfeld hatte, damit die Sache nicht ohne ihn geschehe, daraufhin Analytiker und Soziologen zu sich eingeladen, und ich stand vor der Aufgabe, manuskriptlos einen englischen Vortrag zu improvisieren. – Es ging verhältnismäßig gut, ich sprach über „Psychoanalyse und Soziologie“ ungefähr im Sinne meines Basler Vortrages mit dem gleichen Titel, und es gab eine angeregte Diskussion. (Otto Fenichel: 119 Rundbriefe, Frankfurt a.M. 1998, S. 1207)

Hier haben wir gleich drei Todfeinde Reichs an einem Ort: die drei Freudo-Marxisten Fenichel, Bernfeld und Oppenheimer! Ja, Robert Oppenheimer, der Vater der Atombombe, der später in einem Brief vom 15. Januar 1951 an Eleanor Roosevelt das ORANUR-Experiment als „schlechten Scherz“ bezeichnen sollte (Wilhelm Reich: Record Appendix to Briefs for Appellants, Vol. III: Suppressed Documentary Evidence, United States Court of Appeals for the First Circuit, No. 5160, Wilhelm Reich, et al., Defendants-Appellants, v. United States of America, Appellee, 1956).

Apropos Bernfeld und die Physik: 1929 versuchten Bernfeld und sein bereits eingangs erwähnter Freund und spätere Neu Beginnen-Genosse Sergei Feitelberg (1905-1967), der nicht nur Mediziner, sondern auch Ingenieur war, in Berlin der Psychoanalyse mittels ihrer „Libidometrie“ ein naturwissenschaftliches Fundament zu verpassen. Ausgangspunkt war der versuchte Nachweis, daß es keine spezifische „psychische Energie” gäbe, genausowenig wie es eine „Gruppenenergie” gibt, die das Zusammenspiel in Fußballteams bestimmte. Ein weiteres Postulat war, daß das Seelenleben den Gesetzen der mechanischen Energie folge, beispielsweise setzten sie den Todestrieb hypothetisch mit dem Entropiegesetz gleich. Tatsächlich haben Bernfeld und Feitelberg 1931 einen Artikel mit der bezeichnenden Überschrift „The Principle of Entropy and the Death Instinct“ veröffentlicht. (All dies unterschied sich offensichtlich grundlegend von der späteren Orgonomie, lief geradezu auf deren Gegenteil hinaus!) Als Bernfeld 1932 nach Wien zurückkehrte, setzte er seine Forschungen mit Hilfe des Physiologen Hans Lampl (1889-1958) und des Physikers Franz Urbach (1902-1969) fort. 1935 wurden diese Bemühungen ergebnislos eingestellt (Karl Fallend, Johannes Reichmayr (Hrsg.): Siegfried Bernfeld oder Die Grenzen der Psychoanalyse. Materialien zu Leben und Werk, Frankfurt a.M. 1992). Das war genau zu der Zeit, als Reich in Oslo mit seinen bioelektrischen Experimenten begann.

Ich frage mich, ob dieser Feitelberg, der gegen die Orgonenergie kämpfte, bevor sie überhaupt entdeckt worden war, auch eine Rolle in der Unterdrückung der Entdeckung des Orgons in den Vereinigten Staaten gespielt hat! Erstens muß er sich wegen seiner eigenen Forschung über die Libido für das Orgon, bzw. die „pseudowissenschaftliche Orgon-Quacksalberei“, interessiert haben. Und zweitens, war er eine bedeutende Figur in der amerikanischen Nuklearmedizin.

Hier ein Link zu einer kurzen Beschreibung seiner Tätigkeit in der US-Zeitschrift Popular Science 1949. Er war in jeder Hinsicht der „Gegen-Reich”.

Feitelberg stammte aus Moskau, kam nach dem Ersten Weltkrieg nach Deutschland, schloß 1928 ein Ingenieursstudium in Berlin ab und fing danach ein Medizinstudium an. 1934 ging er nach Österreich, 1937 in die Schweiz, wo er 1939 einen Posten als Mediziner in Lausanne annahm. Im selben Jahr ging er in die Vereinigten Staaten. 1939-1967 Mitglied des Mt. Sinai Krankenhauses. Im Zweiten Weltkrieg schloß er sich der US-Armee an. 1942-1967 Mitglied der University of Columbia. Seine Forschung drehte sich um radioaktive Isotope. Als Experte war er Mitglied von mehreren Kommissionen der amerikanischen Atombehörde AEC und der Strahlenschutzbehörde (ebd.).

Bei all dem darf nicht vergessen werden, daß Reich und Bernfeld sehr alte Bekannte waren und Reich anfangs Bernfeld viel verdankte. Am 14. Oktober 1925 schrieb Reich an Bernfeld hinsichtlich dessen soeben erschienenen Buches Sisyphos oder Die Grenzen der Erziehung, es sei

das erste Buch seit Jahren, das mich erschüttert hat. Eine solche Art, dieser erbärmlich-jämmerlichen Welt mit Eleganz und Liebenswürdigkeit Fußtritte zu versetzen, hat die Literatur sicher nicht ein zweites Mal aufzuweisen.

Zwischen den Zeilen scheine bei Bernfeld „die todernste Empörung des Geistes wider die Borniertheit“ durch. Er, Reich, entschuldige sich bei Bernfeld, dessen erzieherischen „Skeptizismus“ und dessen „Realpolitik“, was Kindererziehung beträfe, er falsch eingeschätzt habe, weil er ihn, Bernfeld, nicht verstanden habe (Friedrich Stadler (Hrsg.): Vertriebene Vernunft II. Emigration und Exil österreichischer Wissenschaftler, Wien 1988, S. 231)

Sechs Jahre zuvor hatte Bernfeld einige Einblicke in Reichs persönliches Leben, denn Reich gehörte in einer Art verspäteter Jugendzeit (in seiner eigentlichen Jugend war er Offizier an der Italienfront!) damals dem Jungwandervogel an, zu deren Leitfiguren Bernfeld gehörte. Außerdem freundete er sich mit einer der Kindergärtnerinnen aus dem von Bernfeld geleiteten kurzlebigen jüdischen „Kinderheim Baumgarten“ an, die 19jährige Lore Kahn. Der Kindergarten existierte nur im Winter 1919/20. Zu dieser Zeit war sie Reichs zweite Patientin. Sie wollte ihr Verhältnis zu Karl Frank, dem späteren Leiter von Neu Beginnen, aufarbeiten. Dieser hatte sich gerade von ihr getrennt, um in Berlin für die Komintern zu arbeiten. Mit einem Abstand von einigen Monaten wurde sie schließlich Reichs Geliebte, bis sie nach einer Liebesnacht in einem unterkühlten Zimmer überraschend krank wurde und starb. Es kam auch zu einer starken Bindung ihrer Mutter an Reich. Als sich diese von ihm zurückgestoßen fühlte, beging sie Selbstmord. Reich fühlte sich so für die Auslöschung einer ganzen Familie verantwortlich… – und Bernfeld erlebt all dies aus nächster Nähe mit! (Reich beschreibt diese Geschehnisse ausführlich in Leidenschaft der Jugend.)

Der psychoanalytische Gemeinschaft in Wien blieb das tragische Geschehen, das alles andere als ein gutes Licht auf Reich warf, nicht verborgen. Freud schrieb 1923 an Sandor Ferenczi, daß Reich offen den Fehler eingestehe, den er vier Jahre zuvor gemacht hatte und daß er, Freud, ihm diese „Jugendsünde“ verzeihe. In einer Anmerkung geben die Herausgeber an, daß diese „Jugendsünde“ wahrscheinlich Reichs Beziehung zu seiner Patientin Lore Kahn war (Sigmund Freud – Sándor Ferenczi. Briefwechsel 1920-1924, Hrsg. Ernst Falzeder und Eva Brabant, Köln 2003).

Hier Bernfeld links, Lore Kahn rechts im Profil:

Politik und Ökologie: Was geht in Antifaschisten vor und was in Faschisten?

15. März 2016

Der gepanzerte, orgastisch impotente Mensch, versucht die organismische Orgonenergie, die durch die moderne freiere Welt aktiviert wurde, irgendwie zu drosseln. Zu Zeiten Reichs wurde die biologische Energie dadurch niedergehalten, daß sich die Massen gegen den Fortschritt sperrten, gegen das Aufbrechen verkrusteter Strukturen, die bis dahin die Energie gebunden hatten. Reich beschreibt das ausführlich in Die Massenpsychologie des Faschismus. Heute, in der anti-autoritären Gesellschaft, stellt sich das ganze grundlegend anders dar. Man denke etwa an den penetrant umworbenen Veganismus.

Generell ist es so, daß fleischfressende Tiere eine höhere orgonotische Ladung haben als „vegan“ lebende Tiere, die sich ständig durch Raubtiere bedrängt sehen und in einer „Landschaft der Angst“ leben. Auf diese naheliegende Beobachtung hat Nietzsche einen Gutteil seiner Moralphilosophie gegründet (Willen zu Macht, Herdenmoral, etc.). Was er nicht sah, war der bioenergetische, sexualökonomische Hintergrund von dem, was damals etwa als „Sozialdemokratie“ reüssierte und heute als Veganertum, Spiritualität und „Frieden“ daherkommt. Was sich als „überlegene Moral“ geriert, soll tatsächlich das Energieniveau und damit gleichzeitig das Angstniveau („Stauungsangst aufgrund orgastischer Impotenz“) senken. Dazu gehört auch die Entnationalisierung, der „Kampf gegen Rechts“ und das Fluten des Landes mit Raubtieren aus der Wüste; die „große Verschwulung“ von der Akif Pirincci spricht. Nicht zu vergessen natürlich die Genderismus: Frauen und Männer werden zu prägenitalen, niedrig-energetischen Neutra. Politisch korrekt ist man wieder da angelangt, wo die Reaktion, etwa in Gestalt der von Reich angeprangerten katholischen Ideologie (man denke insbesondere an den Marienkult) schon immer hin wollte.

Es ging und geht niemals um Moral und Ethik, sondern einzig und allein um die Senkung des eignen Energieniveaus zwecks Angstbewältigung.

Soweit die Guten. Was geht in den Bösen, den Rechtsradikalen vor?

In Freudianisch und Marxistisch orientierten Antworten auf diese Frage kommt alles mögliche aufs Tablett (Sehnsucht nach autoritären Strukturen in einer entfremdeten Welt, etc.), aber nie das, was „Neonazis“ selbst beseelt, ihr Selbstverständnis: daß sie sich als Partei des Lebens, als Vertreter der Naturgesetze, als Ökologen sehen. Sie betrachten den Menschen als Menschentier, das den gleichen biologischen Gesetzen unterliegt wie jedes andere Tier auch: Zuchtwahl, Elitebildung, territorialer Imperativ, rassische Differenzierung.

Man denke nur an Sigmar Gabriel, der wiederholt sich gegen jedwede biologische Betrachtungsweise sozialer und politischer Vorgänge ausgesprochen hat, denn darauf würde das ganze Grundgesetz beruhen. Sarrazin liegt falsch, weil er falsch liegen muß! Die Biologie des Menschen als Todfeind – des Menschen.

Linke sind entsetzt angesichts der „biologistischen“ Unmenschlichkeit, Rechte angesichts der kulturalistischen Verlogenheit. Wenn sie nur könnten, würden sie den jeweils anderen ausmerzen ohne mit der Wimper zu zucken. Die Nationalsozialisten versuchten die Juden auszurotten, weil sie diese als Verkörperung der „Antibiologie“ betrachteten. Die Antifa „kennt keine Diskussion“, weil sie die Menschheit vor dem „Antihumanismus“ bewahren muß.

„Nazis“ hat immer beseelt, daß sie die einzigen sind, die nicht eine unhaltbare Lüge leben. Sie fühlen sich darin ständig bestärkt, weil das niemals in den ganzen Bibliotheken erwähnt wird, die im „Kampf gegen Rechts“ verfaßt wurden. Der „Kampf gegen Rechts“ ist so erbarmungswürdig hilflos, weil er keine Ahnung von der Panzerung hat, die primäre Triebe in sekundäre Triebe umwandelt, die dann mittels eines verlogenen Humanismus in Schach gehalten werden müssen. Beispielsweise kommt es beim Menschen ohnehin zur „Zuchtwahl“, d.h. wie überall sonst auch bei den höheren Tieren entscheidet das Menschenweibchen welches Männchen ihre Eier befruchten darf. Offensichtlich ist, daß sie den körperlich attraktivsten und geistig potentesten Partner auswählen wird. Sie wird, solange sie kein komplettes neurotisches Wrack ist, hier keinerlei „Mitleid“ kennen und niemals den häßlichen und dummen wählen! Das alles erfolgt vollkommen unbewußt. Auch ist es nur naheliegend, daß sie einen Partner wählt, der ihr weitgehend entspricht. Wählt sie einen „Fremden“, ist es eher wahrscheinlich, daß sie es aus neurotischen Gründen tut, etwa um „ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen“.

„Nazis“ machen aus etwas, was ohnehin von allein abläuft bzw. ablaufen sollte, etwas, was wie auf einem Bauernhof, der auf Ertrag züchtet, durch künstliche Eingriffe aufrechterhalten werden muß. Sie sind darin nicht besser als die „Humanisten“, die nicht glauben können, daß der Mensch auch ohne ethische Indoktrination moralisch handelt.

Einen wirklichen Nazi erkennt man daran, daß ihm jede wirkliche Verbindung zum biologischen Kern fehlt. Die Genitalität kennt er nur über einen Zerrspiegel und er hat eine tödliche Angst vor ihr. Deshalb sein Rassismus, der tatsächlich Angst vor dem sexuellen „Tier im Menschen“ ist. Von daher auch sein erstaunlich durchgängiger Hang zur Homosexualität, um dem Ödipuskonflikt zu entgehen. (Zeig auf einen Neonazi und du zeigst mit einiger Sicherheit auf einen Schwulen!) Und nicht zuletzt stammt daher sein Hang zum Okkultismus, der alles ins Unwirkliche versetzt. Durch die totale Panzerung wird das Leben selbst unerreichbar, ungreifbar, außer wie durch einen Zerrspiegel, so daß das Lebensgefühl durch und durch mystisch wird. Eine Welt, die von einem geheimnisvollen Raunen durchdrungen wird, in der alles voller geheimnisvoller Bedeutung steckt und die „Vorsehung“ waltet. Der Lebensimpuls wird in die rassistische und antigenitale „nationalsozialistische Mystik“ abgebogen.

Das macht den „Kampf gegen Rechts“ noch verlogener, als er ohnehin schon ist, tut doch die Linke nichts anderes als Gruppen zu trennen und für „Gruppenbewußtsein“ zu sorgen, die Genitalität zu bekämpfen und „spirituell zu sein“. Es hat etwas Tragi-Komisches sich „gegen Rechts zu engagieren“ und gleichzeitig die eigenen Kinder auf eine Waldorfschule zu schicken oder etwa dem Karmapa zu folgen.

Nationalsozialismus ist Perversion. Er ist das, was unmittelbar dabei rauskommt, wenn die Panzerung total ist. (Beim Roten Faschisten ist alles verwickelter, weil die soziale Fassade in den Dienst der sekundären Schicht tritt: nichts ist „unmittelbar“.) Die gesamte Biologie des Menschen tritt als grotesk verzerrte Karikatur zu Tage. Es ist ähnlich wie bei der sexuellen Perversion, wo die natürliche genitale Aggression des Mannes zum Sexualmord wird und die natürliche genitale Unterwerfung der Frau zu masochistischen Vergewaltigungsphantasien entartet.

Die totale Abpanzerung des Nationalsozialisten geht damit einher, daß er vollkommen von der Arbeitsdemokratie abgetrennt ist. Er ist nicht arbeitsfähig und kann nur als politischer Agitator und Verbrecher, d.h. als Parasit überleben. Man schaue sich nur diese kriminellen Schießbudenfiguren an, die von Anbeginn immer das verkörpert haben, was sie bei anderen bekämpfen!

schemanazis

Apropos der Mensch als fleischfressendes Raubtier und der gegenwärtige linksliberale Hype um das Veganertum. Das Fleisch hat uns erst zu Menschen gemacht:

Vegetarier werden dies vielleicht nicht gerne hören: Die rein pflanzliche Nahrung, die heute wieder im Trend liegt, könnte für unsere Vorfahren eine Sackgasse gewesen sein. Erst als die Vormenschen begannen, regelmäßig Fleisch zu essen und es mit Hilfe ihrer Steinwerkzeuge zu zerkleinern, konnte ihre Zähne kleiner und ihre Gesichtszüge menschlicher werden. Fleisch und Werkzeuge schufen demnach die Voraussetzungen für Sprache und ein größeres Gehirn, wie eine Studie nahelegt.