Mit ‘Schmerzen’ getaggte Beiträge

The Journal of Orgonomy (Vol. 23, No. 2, November 1989)

13. Mai 2012

Die Krebs-Biopathie beginnt mit einer chronischen seelischen Resignation, d.h. die Lustfunktion, das Leben selbst wird eingestellt. „Die charakterliche Resignation geht der Schrumpfung des Lebensapparats voraus“ (Der Krebs, Fischer-TB, S. 209).

Resignation ohne offenen oder geheimen Protest gegen die Versagung der Lebensfreude muß als eine der wesentlichen Grundlagen der Schrumpfungsbiopathie angesehen werden. Die biopathische Schrumpfung wäre demnach eine Fortsetzung chronischer charakterlicher Resignation im Bereich der Zellplasmafunktion. (ebd., S. 223f)

Eines der Syndrome, die sich im plasmatischen System zeigen, ist das, was gemeinhin als „funktionelle Lähmung“ bezeichnet wird (ebd., S. 381). Dieser anorgonotische Lähmungszustand ist mit dem kontraktilen autonomen Nervensystem verbunden, d.h. der Motilitätsblock ist funktionell identisch mit einem Rückzug der Nerven (ebd., S. 363). Das autonome Nervensystem selbst zieht sich also zusammen, was wiederum für die typischen Krebsschmerzen verantwortlich ist. Die ziehenden Schmerzen, die

für Krebskranke charakteristisch sind, bezeichnet Reich zum Unterschied von Schmerzen, die durch Tumoren verursacht werden, als „Schrumpfungsschmerz“. Es handelt sich um einen Schmerz, der den Tatbestand widerspiegelt, daß sich die Lebensnerven von der erkrankten Stelle zurückziehen und an den Geweben „zerren“. Der Ausdruck „zerrender“ oder „ziehender“ Schmerz entspricht demnach durchaus dem objektiven Vorgang. (Walter Hoppe: „Zusammenstoß der Orgon- und Radiumtherapie in einem Falle von Hautkrebs“, Internationale Zeitschrift für Orgonomie, Band 1, Heft 4, März 1953)

Reich definierte „Biopathien“ als Erkrankungen der biologischen Pulsation, d.h. konkret eine Pulsationsstörung des autonomen Nervensystems (Sympathikotonie und reaktive Parasympathikotonie). Doch im speziellen Fall der Krebsbiopathie hört die Pulsation praktisch ganz auf und das autonome Nervensystem zieht sich, wie dargelegt, in sich zusammen. Es gibt keine Impulse mehr nach außen, die Energieproduktion wird eingestellt. Bei der Krebsschrumpfungsbiopathie geht es letztendlich nicht, wie in den diversen psychischen und somatischen Biopathien, um das Wechselspiel von Panzerung (gebundener Energie) und ungebundener Energie, sondern um die Pulsation und Nicht-Pulsation des Gesamtenergiesystems selbst (Der Krebs, S. 349).

In „Somatic Biopathies (Part 1)“ (S. 224-236) führt Charles Konia aus, daß bei somatischen Biopathien, die Energien, die die Panzerung nicht mehr binden kann, ins autonome Nervensystem abfließt und dort für die somatischen Symptome sorgt. In der Krebsschrumpfungsbiopathie sei dies jedoch anders: aufgrund der Schrumpfung des autonomen Nervensystems entlade sich die Energie nicht im autonomen Nervensystem, sondern im zweiten Bereich des plasmatischen Systems, d.h. im Gefäßsystem. Das äußert sich in den außergewöhnlich gut mit Blut versorgten malignen Tumoren. Siehe auch Konia: „Somatic Biopathies (Part 2: The Diaphragmatic Segment)“, Journal of Orgonomy, 24(2), November 1990, S. 183f.

Psychopharmaka? Bitte das Gehirn einschalten! (Teil 2)

4. Februar 2010

Mit den modernen Antidepressiva sind einst gefürchtete Nebenwirkungen in den Hintergrund getreten, dafür kristallisiert sich jedoch die aus Sicht der Orgonomie vielleicht wichtigste Nebenwirkung klarer heraus: sexuelle Dysfunktionen. In der Januarausgabe von INFO Neurologie & Psychiatrie wird eine Metastudie referiert, derzufolge die Prävalenz von sexuellen Dysfunktionen unter der Einnahme von Antidepressiva um ein etwa Zehnfaches höher liegt, als bisher angenommen wurde.

Unter Placebo lag die Rate von sexuellen Dysfunktionen bei 14,2 %, während sie unter Citalopram (z.B. Cipramil), Fluoxetin (z.B. Fluctin), Paroxetin (z.B. Tagonis), Sertralin (z.B. Zoloft) und Venlafaxin (z.B. Trevilor) bei sage und schreibe 70 bis 80 % lag. Ganz anders sieht die Sache bei einer zweiten Klasse von Antidepressiva aus. Hier liegt die Rate von sexuellen Dysfunktionen teilweise sogar niedriger als unter Placebo, d.h. zwischen 4 und 20 %: Amineptin (wird seit 2005 weltweit nicht mehr hergestellt), Agomelatin (z.B. Valdoxan), Bupropion (z.B. Elontril), Mirtazapin (z.B. Remergil), Moclobemid und Nefazodon (2003 vom Markt genommen).

Man muß Psychopharmaka kritisch aber auch differenziert sehen. Ähnlich war Reichs Herangehensweise.

Hier, was Reich selbst zum Thema in Der Krebs zu sagen hat (damals gab es so gut wie keine Psychopharmaka):

Ich persönlich hatte von jeher eine Abneigung gegen Injektion körperfremder Substanzen (…) in einen lebenden Organismus. Man konnte nicht übersehen, daß so viele schmerzstillende Chemikalien zwar die Schmerzen lindern, aber gleichzeitig den autonomen Lebensapparat schädigen. Ja, die schmerzstillende Wirkung der Alkaloide (Morphium etc.) besteht gerade in einer Herabsetzung der vegetativen Empfindungsfähigkeit des Organismus. Sie bewirken also biologisch genau das Gegenteil dessen, was die Orgontherapie erzielen will: Herabsetzung und nicht Steigerung der Lebensfunktion. (ebd., S. 307)

Reich sagt aber auch, daß der Orgonenergie-Akkumulator künstlich eine Erstrahlung des Organismus hervorrufe und fährt fort:

Wir stehen vor der Aufgabe, die Wirkungen mancher chemischen Heilmittel von diesem Standpunkt aus zu begreifen. Dadurch könnten die guten von den schädlichen chemischen Heilmitteln unterschieden werden. Ein Heilmittel, das den Bazillus tötet, aber gleichzeitig die Blutzellen und das Plasmasystem schädigt, statt sie zu stärken, sollte nicht zugelassen werden, auch wenn mächtige Profitinteressen solche Maßnahmen verhindern wollten. Es kann auch nichts anderes als die orgonotische Erstrahlung im Organismus sein, die Schmerzen aller Art rasch herabsetzt oder sogar beseitigt. (ebd., S. 323)

Dazu führt er weiter aus:

(…) orgonotisch versagendes Gewebe verträgt Giftmittel schlecht. Es wird uns zur Regel, bei Krebsbiopathien keine chemischen Substanzen zu applizieren, die sympathikoton auf den Lebensapparat wirken oder die Gewebe schädigen, auch wenn sie die Schmerzen lindern. Sie fördern die Anorgonie, statt sie zu beheben. (S. 355)

Abschließend zwei Aussagen über Psychopharmaka von dem Medizinischen Orgonomen Charles Konia:

Der Niedergang der autoritären sozialen Struktur hat zu einer allgemeinen Schwächung der Muskelpanzerung und einer Verstärkung der Augenpanzerung der Massen geführt. Die verminderte Verfügbarkeit der Abwehrfunktion der Muskelpanzerung, d.h. des Dämpfens von Ängsten und Empfindungen, brachte in den letzten Jahrzehnten den epidemischen Gebrauch und Mißbrauch von illegalen Rauschgiften und den steilen Anstieg in der Vorschreibung aller Arten von psychopharmakologischen Medikamenten mit sich. Sicher benötigen einige Patienten Psychopharmakotherapie – aus einer Vielzahl von Gründen sind sie keine Kandidaten für die medizinische Orgontherapie oder für andere Arten von Therapie. Jedoch verschlimmert die Behandlung von Emotionen mit Medikamenten, so als seien sie pathologische Symptome, den zugrunde liegenden kontaktlosen Zustand. Es ist das Verabreichen von Medikamenten, die die emotionale Intensität und den Kontakt abstumpfen, an Menschen, bei denen bereits eine verminderte Kapazität für Kontakt vorliegt. (The Journal of Orgonomy, Vol. 32, No. 2, Fall/Winter 1998)

Aus massenpsychologischer Perspektive sieht Konia die moderne Psychiatrie wie folgt:

Die mechanistische Herangehensweise der zeitgenössischen Psychiatrie ist der funktionellen, energetischen Herangehensweise diametral entgegengesetzt, dem Einzelnen dabei zu helfen, größeren Kontakt zu sich selbst und seiner Umgebung zu gewinnen. Trotz der Minderung von Symptomen macht sie die Massen in ihrem Gefühlsleben noch kontaktloser, als sie es vorher waren. Manchmal beginnt ein Patient, der bereits psychopharmakologische Medikamente nimmt, die ihm von einem anderen Arzt verschrieben wurden, die Behandlung bei einem Medizinischen Orgonomen. Die Erfahrung, die der Patient während der medizinischen Orgontherapie macht, erlaubt es fast immer diese Medikamente auszuschleichen und ganz abzusetzen. Dadurch wird sich der Patient der Wirkung des Medikaments bewußt. Er beschreibt sie als „Neutralisierung der Emotionen“, als: „Ich bin irgendwie von mir getrennt.“ Heute umgeht die pharmazeutische Industrie die rationale Autorität des Arztes und wendet sich in ihrer Werbung direkt an das Publikum. Auf den ersten Blick scheint diese Praxis das Ziel zu verfolgen, das Publikum zu informieren, entsprechend der von der Pharmaindustrie bekundeten Absicht. Tatsächlich ist es jedoch offenkundiger Kommerzialismus, der durch einen medizinischen Berufsstand ermöglicht wird, der bereits durch sein eigenes Abgleiten in den Kommerzialismus und durch den Mißerfolg seiner mechanistischen Herangehensweise geschwächt ist. (ebd.)

Atmen gegen Schmerzen

23. Januar 2010

Arthur Craig vom Barrow Neurological Institute at St. Joseph’s Hospital and Medical Center in Phoenix, Arizona hat aufzeigen können, daß verlangsamtes Atmen Schmerzempfindungen reduziert.

Seine Studie wurde mit zwei Gruppen von Frauen im Alter von 45 bis 65 durchgeführt, wobei eine der beiden unter Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) litt. Während des Versuchs wurden den Teilnehmern schmerzhafte Hitzeimpulse auf ihren Handflächen verabreicht. Währenddessen atmeten sie zeitweise normal, zeitweise um die Hälfte verlangsamt. Craig stellte fest, daß durch das langsamere Atmen Schmerzintensität und Unannehmlichkeit deutlich abnahmen. Bei Fibromalgie-Patienten trat dieser Effekt jedoch nur auf, wenn sie eine gute Grundstimmung zeigten, was bei dieser häufig unter Depressionen leidenden Patientengruppe eher untypisch ist.

Man könnte spekulieren, daß diese Schmerzpatienten dermaßen angespannt sind, daß sie bei bewußterem und tieferen Atmen in der Einatmungsphase verharren, während die anderen Teilnehmer der Studie (und auch jene Fibromalgie-Patienten, die noch nicht von den Dauerschmerzen ständig angespannt sind) sich eher auf das Ausatmen konzentrieren und nach dem Ausatmen eine kleine Pause einlegen. Auf diese Weise kommt es zu einer vagotonen Entspannung des Körpers, die der Kontraktion (den Schmerzen) entgegenwirkt.

Auf jeden Fall sind Craigs Forschungen ein weiterer Beleg dafür, wie durch denkbar simple Interventionen teilweise große Effekte erzielt werden können. Ich habe das bereits in Funktionelle Medizin und Lustvolles Schaukeln aufgezeigt. Zwar werden wir, um beim obigen Beispiel zu bleiben, immer auf chemische Schmerzmittel angewiesen sein, aber ihr Anteil wird im Vergleich zu heute sehr klein sein, wenn die Menschen, die biophysikalischen Grundlagen ihrer Leiden erkannt haben. Die Pharmaindustrie lebt von der Hilflosigkeit und Uninformiertheit der Massen.

Damit will ich aber auf keinen Fall irgendwelchen „Atemtechniken“ oder „kontrollierter Atmung“ das Wort reden!

Die östlichen Entspannungstechniken wollen das Vegetativum ins Joch legen (Sanskrit „yoga“), während die Orgontherapie das Vegetativum vom Joch befreien will. Dies wird besonders daran evident, daß die Yoga-Schulen zur sexuellen Beruhigung führen wollen, wozu sie das langsame und kontrollierte Ausatmen lehren, während die Orgontherapie den Patienten ganz im Gegenteil zur ungehemmten Ausatmung führen will (Morton Herskowitz: „Human Armoring: An Introduction to Psychiatric Orgone Therapy“ Annals of the Institute of Orgonomic Science, Vol. 4, September 1987, S. 80).

Oberflächlich mag die Yoga-Atmung beruhigend wirken und sogar gegen die Biopathie des westlichen Menschen hilfreich sein, da die Bremsung der Einatmung für die westliche „Managerkrankheit“ verantwortlich ist (hoher Blutdruck, Nervosität, Herzerkrankungen, etc.). Aber das Festhalten der Ausatmungshaltung (das schon automatisch kommt, wenn man sein Bewußtsein unnatürlicherweise auf seine Atmung konzentriert, wie es die Haupttechnik jeder Meditation ist), führt langfristig zu einer generellen Senkung der zentralen Energieproduktion und einem allgemeinen depressiven Zustand, der euphemistisch als „Tiefenentspannung“ bezeichnet wird, von Reich aber als Phlegma des östlichen Menschen gebrandmarkt wurde (Charles Konia: „Orgone Therapy“ Journal of Orgonomy, Vol. 21, May 1987, S. 99f).

Diese Atemtechniken lassen den energetischen Kern der allgemeinen Sympathikotonie unberührt, so daß sie ständig praktiziert werden müssen, damit man nicht in den alten Zustand abgleitet, während die Etablierung der vollständigen Pulsationsfähigkeit das Problem der fehlgesteuerten sympathikotonen Erregung ein für allemal löst (Konia: „Reich’s Priority in Elucidating the Biophysical Basis of Somatic Diseases“ Journal of Orgonomy, Vol. 10, May 1976, S. 140f).

Charles Konia schreibt über die östlichen Atemtechniken:

Unterm Strich wird so ein verhältnismäßig expansiver Zustand hervorgerufen, indem alle innerlich erzeugten bioenergetischen Impulse abgetötet werden. Auf diese Weise (…) soll das jeweilige Individuum in die Lage versetzt werden, in besserer Übereinstimmung mit seinen emotionalen Problemen zu leben. Da die zu Grunde liegende in der Panzerung gebundene Energie nicht entladen, sondern nur reduziert wird, ist es keine Überraschung, daß die Symptome des Patienten wieder auftauchen, sobald er aufhört, diese Atemübungen zu praktizieren. Das ist genau der gegenteilige Effekt zu dem, wonach die orgontherapeutische Mobilisierung strebt. Sie will das emotionale Gleichgewicht zerstören, das von der Panzerung hergestellt wurde, und häufig den Patienten in größeren, nicht geringeren Kontakt mit seiner Angst bringen. Die Fähigkeit des Patienten, ein größeres Ausmaß von Angst auf eine gesetzmäßige, allmähliche Weise zu ertragen, ist das wichtigste therapeutische Verfahren, das dem medizinischen Orgonomen zur Verfügung steht. (Konia: „Orgone Therapy“ Journal of Orgonomy, Vol. 21, May 1987, S. 103)


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