Posts Tagged ‘Sadismus’

nachrichtenbrief91

27. November 2017

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Der Psychoanalytiker und Kommunist Wilhelm Reich 1927/28 über die Emotionelle Pest

2. September 2017

Reich hat die Emotionelle Pest parallel zur Arbeitsdemokratie Ende der 1930er/Anfang der 1940er Jahre entdeckt. Die Untersuchung des Konflikts zwischen Emotioneller Pest und Arbeitsdemokratie konstituiert die orgonomische Wirtschaftswissenschaft (Ökonomie). Zuvor hatte er Ende der 1920er/Anfang der 1930er Jahre den Konflikt zwischen der Genitalität (Funktion des Orgasmus) und der Emotionellen Pest untersucht, was die Sexualökonomie konstituierte. Das war zwar ein Jahrzehnt vor der eigentlichen Entdeckung der Emotionellen Pest, doch die folgenden beiden Zitate zeigen, daß er bereits wußte, bevor er wußte…, will sagen, bevor sein Wissen zum definierbaren Begriff wurde.

Beim ersten Zitat geht es um den Sadismus bei Triebgehemmten, etwa Zwangsneurose oder Hysterie, und bei Triebhaften, jeweils im Zusammenhang mit Fallgeschichten, die uns hier nicht weiter interessieren:

Wir erinnern an unsere Beschreibung der Reaktionsweise der zwangsneurotischen Frau auf ihre in der Übertragungssituation hervorbrechende Liebestendenz: Sie haßt den Analytiker, weil sie von ihrer Liebe nichts wissen darf und ihn wie jedes Liebesobjekt fürchtet; dabei überwuchern ihre sadistischen Phantasien, deren sexueller Charakter unverkennbar ist. Was hier unbewußt vor sich geht, rollt beim Triebmenschen offen ab, er fordert rücksichtslos Liebesbezeugungen und droht etwa, den Arzt zu vergiften, wenn er zurückgewiesen wird; als Motiv seiner Mordabsicht gibt er aber niemals die Zurückweisung an; das verbieten ihm sein so leicht verletzbarer Stolz und sein Schuldgefühl, sondern er findet bald eine nichtige Rationalisierung oder er erklärt einfach, das Töten, Kastrieren oder Brandlegen würde ihn sicherlich heilen, nur darin könnte er restlose Befriedigung finden, er müßte sich nur einmal tüchtig austoben. (Die Funktion des Orgasmus, 1927, S. 157f)

Was Reich hier beschreibt, die auffällige Diskrepanz zwischen vorgeschobenem und wirklichem Motiv, ist nichts anderes als die Emotionelle Pest. Das ganze könnte man auf Hitler, den „Generalpsychopathen“, wie Reich ihn nannte, und die nationalsozialistische Judenverfolgung übertragen.

Wie die Emotionelle Pest in ihrem eigentlichen Funktionsbereich, der Gesellschaft, zum Ausdruck kommt, und wie man ihr dort entgegentreten muß, beschreibt der Psychoanalytiker und Kommunist Reich wie folgt:

Es gibt Idealisten, welche meinen, die Wissenschaft sei eine voraussetzungslose Arbeit an Gegebenheiten, die unbekümmert um Meinungen und Ängste, rücksichtslos Wahrheiten aufdeckt. Statt dessen sieht man, daß insbesondere dort, wo es sich um Fragen des sexuellen Seins handelt, ethische Predigten mit der dazugehörigen Verlogenheit an der Arbeit sind, die sexuelle Not ins Maßlose zu steigern. Es kann wohl kein ethischeres Ziel gehen, als diese Art „Wissenschaft“, und je berühmter der Name des Forschers, desto unerbittlicher, zu bekämpfen, ohne Rücksicht auf die übliche Konvention und das schädliche laissez faire. Wohlerzogene Rücksichtnahme wird (…) zum Verbrechen an der Wissenschaft und an den Menschen. (Reich in einer Besprechung von Prof. Paul Häberlin „Über die Ehe. Schweizer Spiegel-Verlag, Zürich, 1928“ Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 14(4), 1928, S. 532f)

Reich zitiert entsprechende Stellen bei Professor Häberlin, die zeigen, wie das Lebensglück der Menschen irgendwelchen „höheren Prinzipien“ geopfert wird. Mit Hilfe der damaligen Sexpol wollte Reich dieser gesellschaftlichen Perversion in der autoritären Gesellschaft aktiv entgegentreten.

Milo Yiannopoulos und Wilhelm Reich

25. Februar 2017

Milo Yiannopoulos ist eine der Stimmen der libertären Rechten, die maßgeblich daran beteiligt waren, Trump zum Präsidenten zu machen. Als bekennender Schwuler und bekennender Katholik, der gegen Abtreibung ist, ein Antifeminist und Islamophob und dazu sich auch noch gegen den ganzen Genderschwachsinn und gegen die Selbststilisierung der Schwulen als Opfer der Gesellschaft wendet, trieb er die Linke in den USA in die schiere Raserei. Nun wurde er, ein schwuler Jude, der sich ausschließlich von wohlbestückten Negern ficken läßt, von den international(istisch)en Großkonzernen, die die linksliberalen Medien kontrollieren, als Kinderficker denunziert, nachdem das Lebel „Nazi“ irgendwie nicht haften wollte. Es wurden (im übrigen schon seit langem veröffentlichte) Videos zusammengeschnitten, in denen er die Pädophilie verteidigte. Niemand kann das überleben, schon gar kein Schwuler!

Milo hatte eine schreckliche, emotional kalte und einsame Kindheit, wurde von seinem Vater und Mutter kaum beachtet, und fand als 13jähriger schließlich Wärme und Zuneigung bei seinem katholischen Priester. Später bedankte er, das Opfer, sich öffentlich bei diesem Priester, daß der ihn in den schwulen Sex eingeführt hatte. Dieses Bekenntnis war eine Mischung aus Sarkasmus und Stockholm-Syndrom, zu differenziert für eine tumbe Öffentlichkeit, die keinerlei Gespür für Zwischentöne und Tragik hat. Jetzt steht Milo als Verteidiger der Kinderfickerei, wenn nicht sogar selbst als Kinderficker da!

Und das von den Skippy Podestas dieser Welt, die ihre Freizeit damit verbringen kleine Kinder zu Tode zu quälen. Es gibt einen Bereich, der ausschließlich von den Reichen und Mächtigen geprägt wird: moderne Kunst, Design und Architektur. Sie sind die Kunden und entsprechend sieht die Produktion aus: ein Panoptikum der Scheußlichkeiten, des Sadismus und der Nekrophilie. Man gehe in ein Museum für moderne Kunst und man weiß, wie es in den Köpfen unserer Herrscher aussieht. Ein Schwein, das sich in dieser entarteten Kultur wälzt, ist der Journalist und Kulturmanager Christopher Turner, dessen Buch über Reich ich ausführlich rezensiert habe. Danach war er beim Cabinet Magazine, Modern Painters und Icon Magazine, danach Leiter der London Design Biennale.

Er ging damals ähnlich gegen Reich vor, wie man heute Milo erledigt. Turner, der sich im Ekligen und Degenerierten aalt und niemals auch nur ansatzweise eine kritisches Wort über Alfred Kinsey verliert, tut alles, um den vollkommen unschuldigen Reich in die Nähe von sexuellem Kindesmißbrauch zu rücken und dergestalt jene Gestalt endgültig fertigzumachen, die sich vielleicht als einzige dieser Kultur der Kinderficker, Mörder und Satanisten entgegenstellen kann.

In welcher Gedankenwelt sich Turner räkelt, sieht man an seiner letzten Buchbesprechung über Pornotopia.

Roter und schwarzer Sadismus

7. Februar 2017

Dem Kommunisten geht es um Macht um ihrer selbst willen (die berühmte „Machtfrage“). Da er vom Kern abgetrennt ist, ist die absolute Kontrolle die einzige Möglichkeit, um mit dem inneren Terror (der Orgasmusangst, Angst vor „Kontrollverlust“) fertigzuwerden. Der Faschist hingegen mit seinem verzerrten Kernkontakt sieht sich als „Ritter“, der einer Mission „im Auftrag des Herrn“ folgt, dem Ozeane von Blut geopfert werden. Der norwegische Massenmörder Breivik ist ein gutes Beispiel, die Kämpfer des Islamischen Staats sind ein anderes.

Vom Ödipuskomplex her betrachtet, rebelliert der Kommunist gegen den brutalen Vater, während der Faschist sich mit ihm identifiziert und ihn zu übertrumpfen sucht. Der Kommunist versucht die überkommene Ordnung zu zerschlagen, der Faschist versucht sie karrikaturhaft zu überbieten. Man schaue sich nur an, was nach dem Ersten Weltkrieg in Europa geschah.

Wie lautet der Spruch? „Der Kommunist tötet dich zu deinem Besten, der Faschist tötet dich zu seinem Besten.“ Die Handlungen des Kommunisten werden durch seine intellektuelle Abwehr bestimmt. Entsprechend ist sein Sadismus eingebettet in ein Gedankensystem, das moralische Überlegenheit signalisiert. Der Faschist, mit seiner muskulären Abwehr, lebt schlicht seine Brutalität aus.

Rächtz

29. Dezember 2016

Die Protokolle der Weisen von Zion wurden von Pjotr Iwanowitsch Ratschkowski, einem Agenten des russischen Geheimdienstes Ochrana fabriziert. Ursprünglich war Ratschkowski ein Linker, änderte aber seine Haltung und wurde 1881 Mitglied der rechtsextremen Organisation „Heilige Druschina“ und im Jahre 1883 Offizier der Sicherheitspolizei von St. Petersburg. Ab 1884 leitete er zwei Jahrzehnte lang in Paris sämtliche geheimen Operationen der Ochrana außerhalb Rußlands. In Paris war er Mitglied zahlreicher esoterischer und okkulter Kreise. Zurück in Rußland veröffentlichte er im Jahr 1903 Die Protokolle der Weisen von Zion, die später zur Bibel von Adolf Hitler und Heinrich Himmler wurden (Eduard Gugenberger, Franko Petri und Roman Schweidlenka: Weltverschwörungstheorien. Die neue Gefahr von Rechts, Wien: Franz Deuticke Verlag, 1998).

Warum ich das erwähne? Weil man den Rechtsextremismus („Schwarzen Faschismus“) am besten an der vermeintlichen „Esoterik“ und am „Okkultismus“ festmachen kann. Es ist gleichgültig, daß etwa die Nazis, insbesondere Heydrich, zeitweise gegen den esoterischen und okkultistischen „Schmutz“ vorgegangen sind, denn im Kern dreht sich bei allen Schwarzen Faschisten alles um die untrennbare Einheit von Mystizismus und Sadismus. Die Panzerung des Schwarzen Faschisten verwehrt ihm jeden Zugang zu einem erfüllenden Leben. Seine vage (mystische) Ahnung des ihm verschlossenen Lebens verbindet sich auf eine ungute, perverse Weise mit seinen gewaltsamen (sadistischen) Versuchen aus diesem Gefängnis auszubrechen. Auf diese Weise entsteht eine in sich geschlossene paranoide Vorstellungswelt, die bevölkert wird von Teufeln („Juden“) und Engeln („Ariern“). In den heutigen Buchhandlungen gibt es ganze Regalwände, die in den Irrsinn hineinführen, in dem Ratschkowski lebte, aber man zieht es vor die Gefahr bei jenen zu suchen, die aus politischem Kalkül und ohne jede Einsicht in die biopsychologischen Zusammenhänge willkürlich in die rechte Ecke verwiesen wurden.

Links- und Rechtsextremismus kann man nur mit Hilfe der von Elsworth F. Baker und Charles Konia entdeckten soziopolitischen Charakterologie verstehen. Siehe dazu Dr. Konias Blog http://www.orgonomie.wordpress.com.

emotion (Teil 2: Therapie)

17. November 2016

Bücherlogo

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

emotion (Teil 2: Therapie)

 

 

Robert 2009: Was sind eigentlich die Hintergründe dieser Auseinandersetzung? Warum wird die Autorität Dr. Bakers angezweifelt? Gibt es mehrere konkurrierende Reich-Schüler, die behaupten, sein Nachfolger zu sein?

Darauf Peter: Als Reich noch lebte, galt Reichs Autorität als vereinigendes Band. Nach Reichs Tod hatte man es mit Reichs Erbe zu tun, dem Trust Fund in Maine, der aufgrund der gerichtlichen Auseinandersetzungen so gut wie pleite war und um den sich Reichs Tochter Eva Reich und Reichs Ehefrau Aurora Karrer stritten, weil Aurora Karrer behauptete, Reich hätte sie als Nachlaßverwalterin bestimmt – im Testament stand aber Evas Name. Eva war mit dieser Aufgabe total überfordert und bat Baker, der Kopf der in und um New York herum tätigen medizinischen Orgonomen war, doch die Treuhänderschaft zu übernehmen. Nach einigem Hin und Her einigte man sich schließlich auf eine Patientin des medizinischen Orgonomen Chester Raphael, die finanziell unabhängig war und nach einer Aufgabe suchte. Als sich Baker und Raphael zerstritten, war der Bruch in der Orgonomie perfekt.
Reich hatte Baker zunächst inoffiziell dann offiziell als Ausbilder für neue Orgonomen bestimmt (je wie man es nimmt 1949, 1950 oder 1951), er war Supervisor (d.h. leitete das Seminar, in dem der Reihe nach alle Orgonomen ihre Fälle zur Diskussion stellten), er war Therapeut der Familie Reich und er war Herausgeber der Zeitschrift ORGONOMIC MEDIZIN. Mangels Artikel stellte er diese Zeitschrift nach Reichs Tod ein und führte sie dann 1967 als JOURNAL OF ORGONOMY weiter.
In diesem Zusammenhang zeichnete sich bereits der erste Konflikt ab, denn viele Orgonomen waren sauer auf Baker, weil der „eigenbrödlerisch“ sich weigerte, die Orgonomie bruchlos weiterzuführen, sondern stattdessen sich auf die Ausbildung neuer Orgonomen zurückzog. Baker behauptete später, Reich habe ihm das bei ihrem letzten Treffen nahegelegt: sich von den alten Orgonomen zu distanzieren, eine neue (hoffentlich geeignetere) Generation von Orgonomen heranzubilden und so die Orgonomie langsam wieder aufzubauen. Herr Lassek bezieht sich auf diese Behauptung Bakers, der 1968 Reichs alten Plan wieder aufgegriffen hatte, ein „College of Orgonomie“ zu gründen, im Sinne von „Kollegium“, eine Gemeinschaft der Orgonomen.
Hinzu kam, daß neben Reich selbst und dem Orgonomen Michael Silvert, Baker der einzige unter den Orgonomen war, der politisch konservativ eingestellt war. Weitere Faktoren: Aus Angst vor den Berufsverbänden, den Versicherungen (ohne Arzthaftpflichtversicherung keine Praxis!) und vor allem der FDA (der Gesundheitsbehörde, die Reich ins Gefängnis gebracht hatte) distanzierte sich Baker wohl nicht explizit, aber doch implizit vom Orgonenergie-Akkumulator, – was manche als ultimativen Verrat ansahen. Er schuf eine spezielle Nosologie für die psychiatrische Orgontherapie, die viele der alten Orgonomen nicht akzeptierten. Baker bestand im Gegensatz zu vielen anderen streng darauf, daß ausschließlich ausgebildete Psychiater als medizinische Orgonomen tätig werden dürfen. (Einzige Ausnahme war sein Schüler Robert Dew, ein Internist.)
Im Laufe der Jahre, angefangen mit Chester Raphael, distanzierten sich einige Orgonomen öffentlich von Baker, bis schließlich deren Schüler auftraten und frech die Frage stellten: „Wer ist denn schon Baker? Meine Tradition geht direkt auf Reich zurück.“ Sie wollen einfach die Lizenz haben, unkontrolliert drauf los therapieren zu können. Ihre, wie ich finde ziemlich kuriose, Haupttaktik besteht darin, Baker ins Lächerliche zu ziehen.
Verkompliziert wird das ganze dadurch, daß es seit zirka 1980 im von Baker gegründeten American College of Orgonomy selbst zu immer neuen Verwerfungen gekommen ist, aber das beruht weniger auf theoretischen Auseinandersetzungen, sondern vor allem darauf, wie man am besten die Zukunft der Orgonomie sichern kann. Beispielsweise sind in den USA praktisch nur noch orgonomische Psychiater als Psychotherapeuten tätig, während alle übrigen Psychiater Ärzte sind, die Psychopillen verschreiben. So stellt sich die Frage, ob man, dem Trend der Zeit folgend, nicht Psychologen und sogar Sozialarbeiter in Orgontherapie ausbildet. Ich persönlich halte das für Unsinn, weil gerade heute die Patienten teilweise so geschädigt sind, daß es wirklich eines Psychiaters bedarf.

Heiko Lassek:
Lieber Peter Nasselstein,
ich will nicht Bakers Kompetenz als psychiatrischer (!) Orgontherapeut in Frage stellen sondern den immer wieder – und seit der Münchener Konferenz (1984), bei der Vertretern skandinavischer Länder Mikrofone abgestellt worden, insbesondere bei Prof. Rolf Groenseth, der von Sicherheitspersonal vom Mikrofon weggedrängt wurde als er wie auch andere Schüler und Studenten von Ola Rakness (als da waren: Prof. Erik Groenseth und Björn Blumenthal aus Oslo, ein anderer Björn, Ralph und Jan – Ivor aus Bergen)) den ALLEINvertetungsanspruch des ACO in Frage stellte (übrigens wurde Prof. Rolf Groenseth von dem wie Luis de Funes erscheinenden Dr. Camarella (in meiner Anwesenheit im Beisein von Dr. Richard Blasband, dem damaligen Präsidenten des ACO und Nachfolger Bakers, Dr. Schwartzmann und Dr. Konia) – den weder Frederico Navarro noch Francesco Dragotto jemals ernst nahmen – als „linker Homosexueller“ denunziert, (was er nun wirklich nicht ist was würde es denn an sachlicher Kritik bedeuten, wenn er es gewesen wäre?)
meinen Hintergrund darstellen:
wie sie möglicherweise wissen, war – durch Tod im hohem Alter – und bin ich mit seit 1981 und im späterem Verlauf befreundet oder in engem, vertrauensvollen Kontakt mit allen Mitgliedern der Familie Reichs, als da wären Eva, Lore, Renata, Peter, Susan, Ilse Ollendorf – Reich, auch mit Dr. Chester M. Raphael – ausserdem in engster Freundschaft fast zwanzig Jahre lang mit Myron Sharaf und Giselle, Dick Blasband, Kathleen, Betty und anderen seiner Weggefährten, in jahrzehntelanger Zusammenarbeit mit David Boadella, Björn Blumenthal, Will Davis und Vertretern der spanischen, portugiesischen, lateinamerikanischen, finnländischen, italienischen, kroatischen und natürlich österreichischen und schweizerischen Wilhelm Reich Bewegungen und möchte nur als Behauptung an dieser Stelle ausdrücken, das niemand der genannten Personen jemals eine Grundlage für diesen immer wiederholten Vertretungsanspruch des ACOs hat finden können; auch bei den von der EU finanzierten Recherchen 2004- 2006 von Antonin Svoboda und mir war kein Hinweis darauf zu finden (Schon 1997 habe ich im Goethe Institut Boston – unter dem Direktor Dr. Jürgen Keil – darauf hingewirkt, das der damalige Präsident des ACO, Dr. Peter Christ, anlässlich der mehrtägigen Feier zu Ehren Reichs überhaupt reden durfte: wieder ein von den Verantwortlichen des Goethe Instituts als peinlich bewerteter Vortrag über den Alleinvertretungsanspruch, warum eigentlich in diesem feierlichen Rahmen? Christ wirkt heute viel entspannter, siehe „Room for Happiness“. Übrigens sind auch Mary Higgins und ihr designierter Nachfolger Kevin Hinchey oben angeführter Meinung.
Kleiner amüsanter Nachtrag zu ihrem Beitrag „Frankensteins Tochter“: die Absetzung der Dame hatte ganz und gar enge persönliche, keinesfalls sachliche Gründe.
Dr. Nicolas Internetauftritt ist übrigens sympathisch.
Anfang 2010 ist der Beginn der Planung für einen weiteren Dokumentationsfilm aus dem über 90- stündigen Materials der EU – Recherche und alten Materialien anvisiert; wir arbeiten an den letzten Szenen mit Brandauer Anfang Dezember. Kevin Hinchey – zusammen mit James Strick – wird einen Dokumentarfilm über Wilhelm Reichs Jahre in Amerika drehen.
Sie sehen, ich werde unterstütze Sie durchaus mit Informationen, weil ich zahlreiche der Beiträge für sehr informativ halte und NIEMAND ausgrenzen will.
Herzlichen Gruß aus Berlin.

Peter antwortete:
Lieber Herr Lassek,
nur gut, daß ich nicht die Zeit gefunden habe, Ihnen sofort zu antworten, denn ich hätte mich (mal wieder) zum Idioten gemacht. Ich war nämlich drauf und dran zu schreiben, daß ich auch in München war und daß ich bezeugen könne, daß keine Mikrophone abgestellt wurden und niemand herausgeführt wurde. „Ich bin schließlich dabei gewesen!!“ Nun habe ich gerade mit jemanden gesprochen, der ebenfalls in München war – und der Ihre Geschichte bestätigt. Da sieht man mal wieder, wie vorsichtig man mit „oral history“ sein muß, denn ich hätte selbst unter Folter bezeugt, daß nichts an Herrn Lasseks Geschichte dran ist.
Ich erwähne das auch, weil wir alle wirklich vorsichtig sein müssen, wenn wir „Geschichten“ austauschen. Der hat das über Baker erzählt, jener hat dies erlebt, er kann dies bezeugen und sie hat jenes gehört…
„Trotzdem“ glaube ich Ihnen, daß Dr. Cammarella sich homophob und, na ja, sagen wir mal „undifferenziert“ geäußert hat. Zweifellos alles keine Glanzleistung, zumal eine solche Konferenz ja Leute zusammenführen und nicht neue Gräben aufbrechen soll.
Das Problem der Ausgrenzung begleitet die Orgonomie von Anfang an. Schon zu Reichs Zeiten. Ich kann nur immer wieder auf ZEUGNISSE EINER FREUNDSCHAFT verweisen, wo dokumentiert ist, wie Reich, auf ziemlich ungeschickte Weise, diverse „Reichianer“ in ihre Schranken weisen wollte, insbesondere Paul Ritter.
Was ich noch unbedingt erwähnen muß: in Ihrem ersten Kommentar haben Sie Dr. Nicola erwähnt und daß Sie ihn „einbinden“ wollen. Dazu: Dr. Nicola hat nichts mit diesem Blog zu tun. Ich glaube, er hat ihn bisher überhaupt nur zweimal besucht und neulich hatte er ganz vergessen, daß er überhaupt existiert. Also: alles, was hier steht, hat allein meine Wenigkeit zu verantworten. Ich bin kein „Sprachrohr“ und niemandem verpflichtet.
Immer direkt an Dr. Nicola wenden. Seine private Emailadresse findet sich auf http://www.w-reich.de unter „Kontakt“.
Vielleicht schreibe ich demnächst einen Blogeintrag, in dem ich etwas tiefer auf die von Ihnen angeschnittenen Themen eingehe.
Was schließlich Ihre Filmprojekte angeht habe ich eine Heidenangst. Ich traue mich beispielsweise einfach nicht WER HAT ANGST VOR WILHELM REICH? anzuschauen. Ich habe Angst davor, wie schon unzählige Male zuvor enttäuscht zu werden.

Robert an Peter: Danke für die profunde Auskunft.
Was ist denn mit den Psychoanalytikern und RET/NLP-Therapeuten in den USA, die verschreiben doch auch nicht nur Pillen?
Gibt es noch andere orgonotische Schulen ähnlich wie das College, die sich etwa auf Chester Raphael oder Schwartzmann beziehen?

Peter:
Lieber Robert,
soweit ich es sagen kann, hat Raphael, wenn überhaupt, sozusagen nur „inoffiziell“ Ärzte ausgebildet. Ähnliches trifft sicherlich auf Blasband zu. Schwartzman hat sich erst vor wenigen Monaten, wenn nicht Wochen vom College getrennt. Es gibt in Italien und Skandinavien Leute, die sich auf Ola Raknes berufen. Dann gibt es die Schüler von Victor Sobey (dem Orgontherapeuten von Jerome Eden) in New York, meistens Psychologen. Und natürlich das Institute of Orgonomic Science, das sich 1982 vom College abgespalten hat. Es wird von Morton Herskowitz geleitet, dem letzten noch lebenden Schüler Reichs.

Manuel: Bei der Gelegenheit möchte ich mal das Buch „Emotionale Panzerung“ von Morton Herskowitz empfehlen, das ich sehr hilfreich fand. Zur Zeit sind einige gebrauchte Exemplare bei Amazon günstig zu haben.
Es enthält viele Fallbeispiele aus der (Arzt-)Praxis von Dr. Herskowitz und ist deshalb sehr anschaulich, wenn auch nicht besonders systematisch – kein Lehrbuch im klassischen Sinn – gibt es überhaupt eines über Orgontherapie… ich glaube nicht. Dr. Herskowitz praktiziert übrigens immer noch, mit über neunzig, in Philadelphia.

Und schließlich Robert: Das Buch von Herskowitz ist größtenteils online verfügbar
http://tinyurl.com/ygwnoaz

Robert: Meine bescheidene Meinung zu „Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?“.
Zuerst die Freude, dass es einen Film zu diesem Sujet mal wieder gibt.
Dann das Gefühl der Langeweile und Verwirrtheit in der ersten Hälfte, die dann aber weiterem Interesse weicht.
Zwischendrin häufig die Enttäuschung über entstellende Fehler, zB das Foto von Reich und Elsa, wobei über die Ankunft in den USA gesprochen wird oder das Nachsprechen wie bei einer Tonaufnahme, wobei es nicht die Stimme von WR ist (also so etwas wie Täuschung).
Bei allen Nachteilen und Angebereien in diesem Film: es kann froh machen, dass der Film es bis in das österreichischen Fernsehen geschafft hat. Er ist weder grob entstellend noch vermittelt er ein absurdes Bild von WR.

Jonas: Ich wurde von WER HAT ANGST VOR WILHELM REICH eher positiv überrascht. Generell erwarte ich auch eher das Schlimmste von solchen Filmen, was sich in diesem Falle definitv als unnötig erwies.
Ich war durchaus beeindruckt, wie viele größtenteils richtige Informationen hier in kurzer Zeit vermittelt werden.
Meine Kritikpunkte wären:
-Einige kleinere Sachfehler, z.B. wird in mindestens einer Texttafel der Originaltext Reichs, soweit ich nicht selbst eine falsche Version kenne, sinnentstellend verändert (zitiert wird da ungefähr „Man muss die Atmosphäre in der Psychiatrie und Sexologie VON Freud kennen…“ anstatt „…VOR Freud…“, wodurch die Textpassage meines Erachtens ihren Sinn verliert, geht es doch gerade um die Abgrenzung von Freud gegenüber der damaligen Mainstream-Wissenschaft).
-Einige Interview-Partner bekommen für mein Empfinden etwas viel Redezeit zugestanden, insbesondere Frau Prof. Keil, deren Äußerungen ich als ziemlich wirr empfand. Von anderen, zum Beispiel von Herrn Lassek oder auch Herrn Hebenstreit, hätte ich gerne mehr gesehen.
-Die bekannten Schwierigkeiten mit der Interpration, Reich sei ein Opfer der McCarthy-Ära gewesen. Der Film behauptet dies zwar nicht expilzit, unterschlägt aber, dass die Angriffe gegen Reich in den USA auch und gerade von links kamen. Im Film erscheint es so, als seien es mal wieder die „bösen Konservativen“ gewesen. Zumindest wird dies von dem Archivmaterial nahegelegt, mit dem die Kampagne gegen Reich illustriert wird (nämlich einige heutzutage ziemlich lächerlich wirkende Ausschnitte aus „pro-amerikanischen“ Propagandafilmen der 50er).
-Schließlich auch die bereits angesproche „Inszenierung“ des Films, zum Beispiel wenn zum ORANUR-Experiment Archivmaterial aus den 50ern gezeigt wird, dass wohl sicher nicht das Original-Experiment zeigt, aber auf den uninformierten Laien so wirken könnte.
Ingesamt aber durchaus ein gelungener Film.

Klaus 2010: „Zuerst die Freude, dass es einen Film zu diesem Sujet mal wieder gibt.“
Diese Freude erlebe ich nicht. Der Name „Reich“ und vor allem der Name „Orgon“ stehen aufgrund ihrer Verwendungen in der Eso-Szene längst für Mist. Daran ist durch ‚Aufklärung‘ über die ursprünglichen Arbeiten über die betreffenden Phänomene wohl nichts mehr zu ändern. Ich setze eher darauf, diese Phänomene – als physikalische, biologische und therapeutisch nutzbare – künftig möglichst ohne Bezugnahme auf jene Namen zu erforschen. Je mehr „Dr.“ vor dem Namen „Reich“ steht und je mehr Filme über den ach so großen einsamen genialen Mann gemacht werden, desto mehr erinnert einen diese Darstellungsweise an die abgeschmackte Art und Weise, in der etliche andere Leute als geniale und verkannte Entdecker verkauft werden. (Nebenbei: In Fachpublikationen würde man sich damit lächerlich machen, dauernd „Dr. Albert Einstein“ zu schreiben.)

O. 2014: Statt dass der Berliner Pulsationstheoretiker Heiko Lassek nach Amerika gefahren wäre und im ACO Therapie und eine Ausbildung gemacht hätte, gibt er an, dass er 1995 Blasband kennen gelernt hat (was ich bestätigen kann) und er nach seiner Vorstellung sein geschätzter Freund über 25 Jahre gewesen sei, der nachdem er Lassek kennen lernte schon nicht mehr Präsident des ACO war.
Lassek braucht diese ganzen „mein bester Freund“ Geschichten um die ersehnte Nähe zu Reich zu konstruieren und als „Orgontherapeut“ eine Anerkennung sich zu erschleichen, obwohl er keine Ausbildung oder bekannte Therapie auf dem Gebiet gemacht hatte. Er hätte die Zeit und das Geld gehabt, also warum hat er es nicht gemacht?
Vielleicht, weil er es nicht gebraucht hat, denn post mortem werden ihn seine Nachfolger (nicht Freunde) zum „verstorbenen Berliner Orgontherapeuten“ küren. Wie gut waren da noch die Zeiten, wo er sich energetischer Mediziner oder Vegeto/Orgontherapeut nannte.

David 2009: Im letzten Satz wird besonders deutlich, wie bei den „Reichianern“ „Panzerung“ einen ganz bestimmten Sinn bekommt. Es geht um den Kampf gegen die „Erstarrung“ der lebendigen Arbeit im „Kapital“, um den Kampf gegen das „System“!
Erstarrung – das haben wir am meisten in Systemen, welche auf dem Marxismus-Leninismus beruhen, wie z.B. noch heute in Kuba und Nordkorea. Überwunden wurden diese in Europa auf der Grundlage der Religion sowie dadurch, dass in einem Land, wo der Volkscharackter besonders freiheitsorientiert ist sich in den Achtziger Jahren eine Unabhängige Gewerkschaft gebildet hat: Polen.
Weniger Erstarrung, mehr Mitbestimmung der Arbeiter und Bauern gab es in Tito’s System in Jugoslawien. Dieses System war weniger zentral und planwirtschaftlich, war somit dem Kapitalismus ähnlicher, aber ähnlicher auch dem was die Arbeiterbewegung ursprünglich erreichen wollte, als Stalins System.
Über die langfristig mögliche Weiterentwicklung des „Titoismus“ verbietet sich jegliche Spekulation, da das System dort zerbrach: Infolge dessen dass die Leute ethnisch reine Gebiete wollten oder, wie in diesem Blog schon einmal vermutet, infolge russischer Verdeckter Operationen.
Was haben Jugoslawien, Polen und Kuba gemeinsam? Die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft gab es dort nicht (nur in Polen wurde sie begonnen, aber bald abgebrochen, wenn ich mich nicht irre).

Peter: Dazu der köstliche Kommentar der heutigen Stalinisten:

Unter der Phrase der »Selbstverwaltung« der Betriebe wurde die Erstellung eines verbindlichen, im Interesse der Arbeiterklasse liegenden zentralen Wirtschaftsplans verhindert, und die Preise wurden weitgehend freigegeben. Damit standen die Betriebe, wenngleich staatlich, in Konkurrenz zueinander, und die Betriebsleiter konnten weitgehend schalten und walten, wie sie wollten, da die angebliche demokratische Kontrolle durch die Belegschaften auf dem Papier stehen blieb. Mit der »Selbstverwaltung« wurden sozialistische Ansätze liquidiert, wurde der Aufbau des Sozialismus verhindert. (Hervorhebungen PN)

http://www.kommunisten-online.de/Kommunisten/titoismus.htm
Es geht nicht darum, daß das jugoslawische Modell wirklich eine Farce war, sondern um den unüberwindlichen Gegensatz „Selbstbestimmung vs. Sozialismus“. Franz-Josef Strauß hatte ja so Recht: FEIHEIT ODER SOZIALISMUS!

Manuel: Ich würde das nicht als köstlich bezeichnen. Ich lache gerne und viel, aber das ist wirklich nicht lustig…sondern sehr, sehr traurig – aber diese Textstelle ist sicher gut geeignet, um manchen die „blauen“ Augen zu öffnen…

Robert: Zu Luigi De Marchi wäre noch zu sagen, dass er 1984 (dt. 1988, Der Urschock) ein Buch veröffentlichte, wo er die These aufstellte, die Geschichte der Menschen würde aus der „Angst vor dem Tod, sie zu verdrängen und sich in Illusionen des Heils und des ewigen Lebens zu flüchten, bestimmt“ (Cover, Rückseite). Zu Reich schreibt er: „Und nicht ohne Grund entwickelt Reich (…) in den letzten Lebensjahren Phantasien einer übermenschlichen Herkunft. (…) So werden auch bei Reich (…) die ruinösen und entstellenden Auswirkungen der Verdrängung der Todesangst mit seltener Deutlichkeit sichtbar; nicht nur wegen des unkritischen Festhaltens an einem einfachen heilsgeschichtlichen Mythos vom universellen Glück a la Naturalismus, sondern auch aufgrund der messianisch-paranoiden Verzerrung der ganzen Persönlichkeit. (…) Die Überlegung scheint plausibel, daß gerade bei Reich diese Verdrängung (…) so stark war, dass sie ihrerseits die dem naturalistischen Millennarismus ohnehin innewohnenden paranoiden Momente verstärkte.“ (S. 148)

Dazu Peter:

Ich habe das Buch besprochen. http://www.orgonomie.net/hdobespr1.htm#6.

Robert 2014: „Die Geschichte der „Reichianischen Bewegung“ in Europa zwischen den 1950er und 80er Jahren läßt sich in etwa wie folgt grob (sehr grob, aber nicht entstellend) zusammenfassen: Paul Ritter – David Boadella – Luigi de Marchi – Federico Navarro – Roger Dadoun und Gérard Ponthieu – Heiko Lassek und Bernd Senf.“
Was ist eigentlich mit den Freudomarxisten der Marxistisch-Reichianischen Initiative um Fritz Erik Hoevels?
Deren Schriften findet man in
http://www.amazon.de/Jahre-Ketzer-Fritz-Erik-Hoevels/dp/389484809X/ref=sr_1_27?s=books&ie=UTF8&qid=1396421124&sr=1-27

O. 2011: Zu erwähnen wäre hier noch die Fickgesellschaft ZEGG bei Belzig/Brandenburg, die sich auf Reichs angeblich „freie Liebe“ mit ständig wechselnden Partnern bezieht, ohne ihn verstanden zu haben.

Robert 2015: Zum ZEGG hier ein Film (im letzten Drittel)

O. 2014: Solche irrigen Verdrehungen der Reichschen Funktion des Orgasmus hin zu einem irgendwie „Lebendigen“, dem Hebenstreitschen Unverständnis des Orgasmus als „S-L-Formel“ von 1995 bis hin zur Darstellung als banaler Cosmic Superimposition – einer Überlagerungsfunktion (statt Sexualität) – oder einer Pulsationsfunktion sind wichtig zu benennen, und geschehen sie zufällig? Nein, sie liegen in einer Tradition von „Reichianern“, die das Wesentliche sich weigern wollen zu begreifen und einem (anderen) Paradigma folgen. Eben deshalb sind sie keine Orgontherapeuten, da IHRE ORGON-Theorie ein paradigmatisches Kunstprodukt (a la Hellmann) ist, eine Pulsationstheorie vom „Orgon“, dass sie nicht spüren, nicht greifen oder kognitiv erfassen können, dem sie die physikalische Existenz absprechen und sie nur als Oranurbombe noch wahrzunehmen imstande sind. Der Orgasmus wird zum Kastratenprodukt „lebendigen Pulsierens“ als Meditationserfahrung in einem Rosenkranz-Akkumulator, der per definitionem immun gegen Oranur sei, weil dieses nicht gespürt und erfahren werden kann.
Zur Erinnerung: Schon Ritter hatte eine „Orgonomic Functionalism“ Zeitschrift herausgegeben, die gegen Reichs Willen den Anspruch der Orgonomy verwässerte. Und Boadella setzte dies fort – Reich als verrückt bezeichnend in seiner Biographie – was in die EABP und DGK mündete, und von „Körperpsychotherapeuten“ fortgesetzt wird und ganz zu schweigen von der WRG.
Von außen betrachtet sieht natürlich alles so schön bunt und unabhängig aus, jeder erscheint individuell nur Reichs Interesse vertreten zu wollen, wie straff dieses Netzwerk organisiert ist, fällt erst auf dem zweiten Blick auf. Nur ein neuer Reich Schüler wird hier den Überblick verlieren, da die Spreu vom Weizen nicht zu trennen zu sein scheint.

Robert: „oder durch gleichgeschlechtliche Partner – wie bei der Homosexualität.“
Na, dann mal los…
http://www.amazon.de/Fist-Fibel-Einf%C3%BChrung-mit-Hand-Fu%C3%9F/dp/3867874360/ref=la_B001K1J7J8_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1396602104&sr=1-1

Peter: Alternative Erotik!
http://www.amazon.de/Das-Schei%C3%9Fe-Quartett-Voll-Kacke/dp/B004RU262O/ref=sr_1_cc_2?s=aps&ie=UTF8&qid=1396606852&sr=1-2-catcorr&keywords=schei%C3%9Fquartet

Blogeinträge Mai 2010

31. Juli 2016

Im Mai 2010 stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz, auf die hier erneut hingewiesen wird, damit sie nicht verlorengehen:

Blogeinträge Mai 2010

  • Das Scheitern der modernen Psychiatrie
  • Wir sollten unsere politischen Leidenschaften bändigen
  • Die sozio-politische Rotverschiebung
  • Die emotionale Dynamik zwischen den Islamo-Faschisten und den westlichen Liberalen
  • Was geschieht mit der Türkei?
  • Die Emotionelle Pest lebt davon, im Verborgenen zu bleiben
  • Der Vertrauensverlust der amerikanischen Wähler

 

 

Leserkommentare zu „Die sozio-politische Rotverschiebung“:

Peter 2015: Hier die perfekte Beschreibung der Rotverschiebung:
http://www.pi-news.net/2015/05/vaclav-klaus-in-deutschland-nur-linke-parteien/

Sebastian Says: In diesem Artikel geht es um die Probleme einer konservativen Partei in einer roten Parteienlandschaft. Dem Autor zufolge zerfleischt sie sich aufgrund eines Streites um die Ausrichtung der Partei – entweder attraktiver oder antagonistischer Gegensatz – selbst:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article141006424/Die-AfD-hat-eine-grosse-Chance-verschenkt.html

Peter: In den USA haben jetzt die Linken die absolute Übermacht! http://www.politicususa.com/2015/05/22/america-liberal-nation-time-social-liberals-outnumber-conservatives.html

Sebastian: Dabei hatte ich schon Hoffnungen, dass das Pendel nach Obama wieder zurückschwingt.

Robert: Dazu passt, dass die Atheisten in den USA stark zunehmen.

Peter: Zu diesem Komplex möchte ich noch zweierlei sagen. Erstens haben die Konservativen selbst schuld! Es ist ja nun nichts falsch, was Reich über die autoritäre Familie gesagt hat. Man schaue sich nur dieses Photo des republikanischen Präsidentschaftskandidaten plus Familie von 2012 an:

Dazu fällt mir wirklich nichts mehr ein!

Zweitens: Reich glaubte (hoffte), daß der Schock des Zweiten Weltkriegs die Menschen in Richtung Arbeitsdemokratie bewegen würde und Konia, Crist et al. dachten ähnliches in Bezug auf den 11. September – ein Ende der Überexpansion und damit eine Rückkehr zu konservativen Werten. Das genaue Gegenteil ist eingetreten!
Die Massen lernen einfach nichts hinzu.

Dazu Robert: Man kann von jedem Politiker dumme und lächerliche Fotos schießen. Selbst Reich berichtete, dass in der norwegischen Pressekampagne ein Foto von ihm in einer faschistischen Zeitung veröffentlicht wurde, das ihn wie ein Idiot aussehen ließ.

Peter: Es muß so aussehen, als würde ich alles und jeden hassen. Nein, es gibt tatsächlich Menschen und Meinungen, die ich vorbehaltlos liebe. Etwa den hier:
http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Henryk-M-Broder-Die-Deutschen-leiden-an-einer-Wohlstandsverwahrlosung-1865143857#.VWb9sCvgByg.facebook

Peter: Die CDU ist eine kommunistische Partei, die umgehend verboten gehört:
http://vera-lengsfeld.de/2016/05/26/erneuerter-gedenkort-fuer-einen-massenmoerder

Eine Antwort zu „Was geschieht mit der Türkei?“

Peter 2012: Hier ein kleines Schlaglicht auf die Situation in der Türkei:
http://haolam.de/artikel_11663.html
Es ist dort „1932“!

Zu „Die Emotionelle Pest lebt davon, im Verborgenen zu bleiben“

Robert 2013: „Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silvia, des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad und des türkischen Ministerpräsidenten Recap Tayyip Erdogan,…“
Nanu, bin ich wieder mal falsch informiert?
Brasilien ist eine parlamentarische Demokratie, sozusagen der Vorhof der USA, und Erdogan der westliche Bluthund, von dessen Land der Guerillakrieg gegen Syrien stattfindet. Die Atomanlagen im Iran werden übrigens von der Atomenergiekommission überwacht, was nicht viel heißen muss, das gebe ich zu.
Warum lässt die sogenannte Freie Welt ihren Erdogan, NATO-Partner, das zu?
Da stimmt doch wieder mal in Konias Schwarz-Weiß-Weltsicht einiges nicht. Macht aber nichts, irgendeine „orgonotische“ Erklärung wird er schon finden, Reich kann sich auch nicht mehr gegen solche Konstruktionen wehren.
So ist quasi Konias Definition:
Alles was gegen westliche Interessen und monoimperialistische Kriege ist, wird als emotionale Pest bezeichnet.
Das ist schön trivial und erspart Faktenwissen und Nachdenken.

Peter: Hier nochmals etwas Hintergrund, um zu zeigen, daß es wirklich um die Emotionelle Pest geht:
http://forum.revhh.org/index.php?topic=5272.0;wap2

Peter: Der frühere brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte Ahmadineschad im November 2009 mit offenen Armen in Brasília empfangen. Im Atomstreit hatte sich Lula zum Vermittler zwischen Iran und Amerika aufschwingen wollen, woran er allerdings scheiterte.
Diesmal hat Teheran nach Auskunft des brasilianischen Außenministeriums nicht einmal angefragt, ob Ahmadineschad vorbeischauen dürfe. Lulas Nachfolgerin Dilma Rousseff ist auf Distanz zu Iran gegangen, der Handelsverkehr hat sich seit ihrem Amtsantritt vor einem Jahr drastisch vermindert. Mit ihrem Kurswechsel habe Frau Rousseff das von Lula gestörte Verhältnis zu den Vereinigten Staaten verbessern wollen, heißt es in Brasília.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ahmadineschad-in-suedamerika-bogen-um-brasilien-11603703.html

Robert: „Dies ist ein klassisches Beispiel für die Emotionelle Pest in Aktion: der vorgebliche Grund, der für eine Handlung angegeben wird, und der wahre Grund stimmen nie überein.“
Es gibt noch viel bessere Beispiele:
Der Irak hat Massenvernichtungswaffen und muss ausgeschaltet werden.
Osama bin Laden operiert von Afghanistan aus, dass deswegen besetzt werden muss.
Syrien könnte chemische Waffen benutzen und wir, der Westen, müssen das Land deswegen besetzen.
To be continued…

Peter: Wie selbstverständlich die Annahme ist, Bush habe vor dem Irakkrieg über die mutmaßlichen irakischen Massenvernichtungswaffen gelogen, zeigt sich auch daran, dass eigentlich nie versucht wird, sie zu belegen. Der Grund dafür ist einfach: Es geht nicht. Wer diese Behauptung aufstellt, lügt selbst.
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kontrapunkt-fair-game-wahrheit-und-dichtung-ueber-george-w-bush/3190550.html
Aber so ist die total verquere Welt der Linken und deutscher „Verschwörungstheoretiker“. Alles, wirklich alles, ein dumpfes Lügengebäude. Dazu auch ein sehr interessanter Leserbrief im obigen Link:
Zu den unausrottbaren linken Propagandamärchen gehört die endlos wiederholte aber falsche Behauptung, die Amerikaner hätten Saddam im Krieg gegen den Iran bis auf die Zähne bewaffnet. Tatsächlich war der Anteil der Rüstungslieferungen aus den USA vollkommen unbedeutend; er beschränkte sich auf ein paar Hubschrauber und entsprach somit in Bezug auf Umfang und Qualität etwa dem Beitrag der BRD an den Lieferungen. Fast das gesamte irakische Waffenarsenal stammte aus der Sowjetunion und aus Frankreich. Die Russen lieferten HiTech-Kampfflugzeuge, Panzer, Scud-Raketen etc., die Franzosen versorgten Saddam u.a. mit modernsten Bombern vom Typ Mirage, und verkauften ihm Exocet Raketen und eine leistungsfähige Luftabwehr. Auch Uran für eine Atombombe sollte geliefert werden, doch der Deal wurde durch amerikanische und israelische Intervention im letzten Moment vereitelt. Und wäre Osirak in Betrieb gegangen, hätte der Reaktor langfristig das für eine irakische Atombombe benötigte spaltbare Material abgeworfen.
Tatsache ist, dass deutsche Wissenschaftler und Ingenieure den Irakern beibrachten, wie man Giftgas herstellt. Doch die sonst für ihre kritische Haltung bekannten Deutschen, wenn es um tatsächliche oder vermeintliche Verfehlungen anderer geht, waren einschließlich ihrer Regierung auf den irakischen Auge immer auffallend blind und sie sind es offensichtlich noch.

Peter: Hier eine sehr gute Analyse am Beispiel der Neonazi-Debabtte um Augstein: wie sich eine emotionell pestkranke Reaktion durch die Bevölkerung frißt und wie man sie mit kontaktvollen Analysen stoppen kann:
http://schwarzoderweiss.wordpress.com/2013/01/04/offene-notiz-fur-julia-klockner/

Robert: Der konservative Jan Fleischhauer zu den Vorwürfen über Augstein:
Antisemitismus-Debatte
Der Fall Augstein
Eine Kolumne von Jan Fleischhauer
Was bringt ein renommiertes Institut wie das Simon-Wiesenthal-Zentrum dazu, einen SPIEGEL-ONLINE-Kolumnisten unter die zehn schlimmsten Antisemiten einzureihen? Die Erklärung liegt in den Gesetzen der Aufmerksamkeitsökonomie.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/antisemitismus-debatte-der-fall-augstein-a-875976.html

Peter: Schauen wir doch mal, was Augstein eigentlich gesagt hat!!
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/alles_auf_anfang_was_hat_augstein_eigentlich_geschrieben/

Peter nochmal zum eigentlichen Thema:
http://nachrichten.t-online.de/54-millionen-scheck-weckt-verdacht-der-usa/id_62074876/index

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.g.

28. April 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

6. Äther, Gott und Teufel

a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

b. Spiritualität und die sensationelle Pest

c. Die Biologie zwischen links und rechts

d. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

e. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

f. Die gesellschaftlichen Tabus

g. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

Deutsche Politik

9. April 2016

Das Elend der Politik liegt darin, daß stets ein schuldiger gesucht wird. Beispielsweise sind entweder die Deutschen die Täter oder die Opfer. Etwa hier:

Dazu ist zu sagen, daß alle irgendwo Recht haben, alle Positionen verständlich und nachvollziehbar sind (mit Einschränkungen, etwa die Gesetze der Logik), doch der alles entscheidende Faktor nie genannt wird: daß jeweils Opfer gesucht werden, um sich der eigenen Verantwortung zu entziehen. Immer ist irgendjemand anderes schuld, nur nicht die eigene Irrationalität, die sich eben hier zeigt: indem Polen Deutsche drangsalieren (oder umgekehrt), zeigen sie ihren eigenen Sadismus und ihre eigene Kontaktlosigkeit, die einer lebensfeindlichen Charakterstruktur entspringen. Dies, die lebensfeindliche Charakterstruktur, ist der Feind. Bei aller irrationalen Politik geht es um den Versuch mit ihr umzugehen bzw. sich ihr (der besagte eigenen Verantwortung) zu entziehen und nicht etwa um die vermeintlichen Sachfragen. Egal, ob wir andere Völker oder Religionsgemeinschaften dämonisieren oder idealisieren, etwa Juden oder Mohammedaner, es ist jeweils nur Ausdruck unserer verkorksten Bioenergetik. Man braucht nur mit offenen Augen in die Welt zu schauen! Hier ein schönes Beispiel für solch einen hellsichtigen Menschen (bitte anschauen!):

Ein beliebiges Beispiel: Auf der Gegenseite des Globus gerät ein Kernkraftwerk aufgrund außergewöhnlicher Umstände und außergewöhnlicher Verantwortungslosigkeit außer Kontrolle – und als Reaktion darauf begeht Deutschland ethnisches, soziales und ökonomisches Harakiri. In Baden-Württemberg triumphieren der „Multikulturalismus“ (d.h. die systematische Islamisierung), die endgültige Zerstörung des Bildungssystems und die systematische Unterminierung eines Wirtschaftstandortes, ohne den der Rest der Bundesrepublik ins Mittelmaß absinken würde.

Ähnliches Irrationales wiederholte sich bei der „Flüchtlingskrise“ im letzten Jahr, als auf bundesdeutschen Bahnhöfen eine merkwürdige „Erweckungsatmosphäre“ herrschte und die ganze Welt zu Recht dachte, die zum Irrationalismus neigenden Deutschen würden mal wieder unter wotanischen Blutwallungen leiden. Eine vollkommen irre Massenhysterie beim Empfang von verachtenswerten jungen Männern, die Frauen und Kinder zurückgelassen hatten und zu feige waren, in den Krieg zu ziehen, um für ihre Gemeinschaften zu kämpfen!

Diese weltweit einmalige Reaktion erinnert fatal an den Nationalsozialismus, als ebenfalls Scheinprobleme, die von wirren Intellektuellen vorformuliert worden waren, die Massen in ihren Bann zogen. Es handelte sich damals und handelt sich heute um eine „gescheiterte Biologische Revolution“. Während die liberalen und sozialistischen Parteien an die Vernunft und den Realitätssinn appellierten, zelebrierten die Nationalsozialisten geradezu „politische Gottesdienste“ und sprachen fast ausschließlich das Gefühl an – das Gefühl, daß es einer grundsätzlichen „Umkehr“ bedürfe. Dem wachen Beobachter sollte sofort klar sein, daß das alles nur Show war und man tatsächlich mit der eigenen Panzerung rang.

Heute verkörpern die Grünen den offensichtlichen Wahnwitz. Ich erinnere daran, daß es in Deutschland nur eine Partei mit einem bewaffneten Arm gibt: die Grünen mit ihren „autonomen“ Sturmabteilungen, die im Rahmen der „Bewegung“ (sic!) für Nötigung, Sabotage und Sachbeschädigungen zuständig sind. (Einer aus diesem Mordgesindel wurde sogar Außenminister!) Wahlveranstaltungen mißliebiger Parteien werden gestört, Wahlplakate niedergerissen (ich habe noch nie ein zerstörtes Grünes Wahlplakat gesehen!) und durch gezielten Terror jede politisch unkorrekte Öffentlichkeit ausgeschaltet.

1968 schrieb Ulrike Meinhof in konkret:

Wir wissen – von Freud, Reich, Mitscherlich u.a. –, daß wir Deutschen mehr Schwierigkeiten als andere mit unseren unterdrückten Aggressionen haben, weil wir die, die wir hassen müßten, die unsere Aggressionen unterdrücken und unterdrückt haben – Vorgesetzte, Eltern, die da oben –, nicht hassen dürfen.

Stattdessen hätten wir unseren Haß auf die Juden, Kommunisten und Kriminellen gelenkt (Ulrike Marie Meinhof: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Aufsätze und Polemiken, Berlin 1986, S. 163f).

Ziemlich interessant, wie man sich damals auf Reich berief, um seinen neurotischen Ödipuskomplex gegen „Vorgesetzte, Eltern, die da oben“ zu mobilisieren. Wenn das kein Faschismus ist, dann weiß ich nicht! Ich meine, diese elenden, unsäglichen Kindsköpfe wollten dieses Land in einen Bürgerkrieg stürzen, „den Vietnam-Krieg in die Metropolen tragen“. Der neurotische („ödipale“) Kampf geht heute weiter und richtet sich gegen alles, was in diesem neurotischen Wahnsystem für den Vater steht. Was bei den Hitleristen die „jüdischen Plutokraten“ waren, wird heute von der Atomindustrie, Mercedes und „Stuttgart 21“ verkörpert. Politik hat nichts mehr mit Sachfragen zu tun, sondern degeneriert vollends zur Bewältigung emotionaler Probleme. Es geht nicht mehr um Realität, sondern Chimären.

Die wirkliche Biologische Revolution, d.h. die Bewältigung der neurotischen Struktur selbst, steht aus. Nur sie wird die Lösung bringen, die die Faschisten versprechen.

Die Menschenmassen, die so sehr leiden, biopathisch und sozial, werden gezwungen sein, rational zu denken und wieder Kontakt mit ihrem biologischen Grundwesen zu gewinnen. (Der Krebs, Fischer TB, S. 410)

Eine Zusatzbemerkung: Ich werde von Lesern immer wieder aufgefordert, mich doch endlich hierzu oder dazu zu bekennen. Sie sehen einfach nicht, daß ich das nicht tun kann, solange dies ein orgonomischer Blog sein soll. Es geht um Bioenergetik und nicht um irgendwelche ach so grandiosen politischen Analysen!

Und schließlich noch etwas: In seinem Buch Wilhelm Reichs Beitrag zur Psychoanalyse (Freiburg 2001) behauptet Fritz Erik Hoevels etwas, zu dem einem jede Menge Gegenargumente einfallen, das aber trotzdem „funktionell“ richtig ist: Leute wie Marx, Freud und Reich konnten trotz ihrer gesellschaftsstürzenden Denke überleben, weil zu ihrer Zeit, die Staaten noch wirklich unabhängig waren und etwa England sich niemals hätte von Preußen reinreden lassen, was subversiv tätige Emigranten wie Marx und Engels betraf. Auch war innerhalb der Staaten das Rechtssystem noch intakt, d.h. die Richter haben sich an den Wortlaut der Gesetzestexte gehalten, so daß es nicht wie heute reihenweise bizarre Überraschungen vor Gericht gab (Hoevels, S. 27). Wie gesagt, dem Leser werden jede Menge Gegenbeispiele einfallen, von der damaligen skandalösen „Klassenjustiz“ bis hin zum Völkerrecht, das es damals in diesem Ausmaß noch nicht gab, aber betrachtet man das ganze „funktionell“, nämlich nicht vom „Prinzip“, sondern vom Resultat her, hat Hoevels mit seiner Beobachtung vollkommen recht.

Die besorgniserregende Veränderung von der bürgerlichen Rechtssicherheit zur postdemokratischen Rechtsunsicherheit ist dem Übergang von der autoritären zur anti-autoritären Gesellschaft zu schulden. Dies geht einher mit dem Zusammenbruch der Gewaltenteilung und der Erosion der Staatlichkeit. Die Politik von Angela Merkel, die ganz auf Europa setzt, es zuläßt, daß ein Erdogan in Deutschland mitregiert und bei der „Energiewende“, der Schuldenkrise und der Flüchtlingskrise mit dem Recht nach dem Motto „legal – illegal – scheiß egal“ umgeht, ist das vielleicht beste Beispiel. Die lokale Autonomie bricht zusammen und es herrscht eine alles zersetzende „pubertäre Rebellion“, bei der den Autoritären die lange Nase gezeigt wird. Als Folge gibt es keinerlei Schutz mehr und fundamentale, politisch inkorrekte Gesellschaftskritik wird zu einem Vabanquespiel. Ich kann jederzeit im Knast landen oder gar an ein fremdes Land ausgeliefert werden!

Orgonomie und Buddhismus (Teil 2)

27. Juli 2015

Dem Theravada zufolge machen wir die Welt zur Projektionsfläche unseres Wahns, daß es etwas Beständiges gäbe („Phänomenalismus“). Dieser karzinomatöse Zerfall der Wirklichkeit in Ereignisse wird dann in schizophrener Weise durch die illusorische Einheitsmystik der „Mittleren Lehre“ des Mahayana-Buddhismus, die sozusagen die Staatsphilosophie Tibets ist, wieder wett gemacht. Es wird auf die Leerheit hinter den Erscheinungen verwiesen („Relativismus“), die dann in der dritten Bewegung des Rades der Lehre mit dem reinen Buddha-Bewußtsein gleichgesetzt wird: alles, einschließlich unseres Ego, ist nur Teil „unseres“ leeren Bewußtseinsprozesses, der letztlich identisch mit dem Bewußtsein des Ur-Buddha ist. (Die Vorstellung eines Ur-Buddha wird weniger „unbuddhistisch“ erscheinen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß nach dem Theravada alle Buddhas in früheren Geburten jeweils Hörer des vorangegangenen Buddhas waren.)

Demnach ist der Mensch ein entfremdeter, selbstvergessener Teil des Absoluten und es gilt aus dem Traum des getrennten Daseins zur Einheit allen Seins zu erwachen. Dieses Bewußtsein erlangt man aber erst durch die zwangsneurotische Trennung von Rein und Unrein, so daß sich die vom Schmutz der Welt verhüllte Buddha-Natur langsam herauskristallisiert. Der Endpunkt ist dann die perfekte indolente katatone Erstarrung, die nichts mehr berühren kann, da es zur Erkenntnis kommt, daß wir nicht passive Opfer des Lebensfeuers sind, sondern der Brand von uns ausgeht und es in unserer Macht steht, den Brand zu löschen.

Diese „Nur-Bewußtseins-Lehre“, nach der die geistigen Vorstellungen das einzig existierende sind und die Außenwelt Produkt unseres „Speicher- bzw. Grundlagenbewußtseins“ ist, also des inhaltslosen „Denkens an und für sich“ (im Buddhismus wird Denken als sechstes Sinnesorgan betrachtet), wird aus praktischen Erfordernissen der Meditation in Tibet mit der Mittleren Lehre kombiniert. Vor allem wird sie aber vom ostasiatischen „Entwickelten Mahayana“ vertreten, wo die Leere, über den Weg der Identifizierung mit der reinen kristallenen Bewußtheit, sich zur positiven Essenz der Welt wandelt, der absoluten „Soheit“. Das ist, kombiniert mit der taoistischen Einheitsschau, die Philosophie des Zen.

Die Wandelwelt ist identisch mit dem Ur-Buddha und man muß nur seine Begierden und sein Ich aufgeben, um zu erkennen, daß alles schon von jeher erlöst ist. Hier ist der Buddhismus von der vollkommen diesseitigen Orientiertheit der chinesischen und japanischen Kultur geprägt, der die indische Weltflucht und Naturferne fremd ist. Es bleibt nur das Ideal der Emotionslosigkeit, wie sie sich besonders im Zen zeigt.

„Nur“ dieses Element gilt es noch zu bezwingen, um den Buddhismus endlich vollständig zu überwinden. Überhaupt schlage ich vor, wir werden in einem fünften Schritt vom Theravada über die mittlere und die Nur-Bewußtseinslehre und dem Entwickelten Mahayana zu Über-Buddhisten und heben die Lehre Gautamas endgültig auf.

Der Grundwiderspruch des Buddhismus, der ursprünglich das Nirwana für den einzelnen erstrebte, ist die Tätigkeit Buddhas nach seiner Befreiung. Warum ging er nicht gleich ins Nirwana ein? Warum kümmerte er sich um eine nichtige Welt? Hier klinkt sich der Mahayana-Buddhismus ein und verlängert diese letzten Jahre Buddhas über viele Weltalter hinweg, bis durch die über den natürlichen Tod hinaus „selbstloserweise“ auf das Nirwana verzichtenden Bodhisattvas ihr Ziel erreicht haben. Sie werden erst als letzte selbst ins Nirwana eingehen, nachdem zuvor alle Lebewesen von ihnen zur Selbsterlösung angeleitet worden sind. Erst dann hat die liebe Seele ruh.

Diese Aufhebung des Grundwiderspruchs des Buddhismus funktioniert aber auch nicht, da dem Mahayana-Buddhisten natürlich bewußt ist, daß dieses Ziel nie erreicht werden wird. Schließlich kommt es zum esoterischen Buddhismus des nicht mehr mystisch-passiven, sondern okkult-aktiven Vajrayana, bei dem es um die ewige Lust des von allen Triebkräften freien, nur im Altruismus gefangenen, Bodhisattva in einem unzerstörbaren Körper und Geist geht. Mit dem Bewußtsein, daß Welt und Nirwana ein und dasselbe sind, durchstreift er in alle Ewigkeit im Zustand des „aktiven Nirwana“ die Welten. Er ist dabei der Kollege des die Triebkräfte manipulierenden okkulten Zauberers, der frei, nur im Egoismus gefangen, die Welten unsicher macht (Crowley, Gurdjieff, L. Ron Hubbard und all die anderen okkulten Modjus).

So schließt sich der Kreis des indischen Denkens, an dessen Anfang die frühpatriarchale vedische Religion steht, die noch unpsychotisch rein phallisch, binnenweltlich am persönlichen Willen zur Macht orientiert war. Man glaubte, daß die Götter von den Ritualen und Opfern der Priester abhängig seien. Aus dieser Vorstellung einer magischen Ursache-Wirkungs-Kette, z.B. „erst Schlachten des Opfers dann Sonnenaufgang“, wurde später das hochmoralische Karma-Gesetz.

Nachdem man also in der vedischen Religion die Götter von den Priestern abhängig gemacht hatte, konnte man, wie Nietzsche es sehr schön beschreibt (Morgenröte, Kritische Studienausgabe, Bd. 3, S. 87f), in logischer Konsequenz zuerst auf die Götter und schließlich auf die Priester verzichten, so daß Buddhas Religion der Selbsterlösung in Erscheinung treten konnte. In dieser Religion ist der „gesunde“ priesterliche Machtopportunismus der Lebenstriebe untergegangen – um dann teuflisch verzerrt im Vajrayana wieder aufzubrechen. Wollten die alten Brahmanen ganz pragmatisch als Naturmacht auf andere Naturmächte, d.h. Götter einwirken, geht es im tantrischen Buddhismus darum, als „gegen-natürliche“ Macht die vom Lebensstrom angetriebene Mühle des Leidens zum Stillstand zu bringen.

Die beiden Ausgangspunkte Buddhas sind erstens die leidvolle Erfahrung der Vergänglichkeit allen Lebens und zweitens das Glück des wunschlosen, gleichmütigen Zuschauers. Diese „reine“ Schau mit dem „Auge einer neuen Achtsamkeit“ bzw. dem „Auge der Weisheit“ (wie die Buchtitel der vom Dalai Lama verfaßten Einführung in den Buddhismus lauten) steht für die totale okulare Panzerung.

Nietzsche hat dazu bzw. dagegen geschrieben:

So lange man etwas erlebt, muß man dem Erlebnis sich hingeben und die Augen schließen, also nicht darin schon den Beobachter machen. Das nämlich würde die gute Verdauung des Erlebnisses stören: anstatt einer Weisheit trüge man eine Indigestion davon. (Der Wanderer und sein Schatten, Kritische Studienausgabe, Bd. 2, S. 687).

In der buddhistischen Meditation löst man sich vom Verhaftetsein am eigenen Körper, an den eigenen Gefühlen und Gedanken, indem man sich auf einen Gegenstand konzentriert, z.B. den eigenen Atem oder eine Buddha-Statue, bis die Gedankentätigkeit aufhört, was exakt der Konzentration auf und dem Verschmelzen mit dem Partner im Geschlechtsakt entspricht. Anstelle des aktiven Triebes zur Vereinigung tritt aber die passive Schauung und „okulare Einswerdung“. Auch der orgonomische Mensch meditiert, aber diese Zustände erzwingt er nicht, um über die Natur hinaus oder in sie zu dringen, sondern er läßt die Natur über sich kommen im Naturerlebnis, während der Freude der Naturerkenntnis, in der Liebe – d.h. in der genitalen Einswerdung. Es sind Momente des Kontakts mit dem Kosmos, die dem Buddhisten vollkommen fremd sind. Er geht auf Distanz.

Für den buddhistischen Mönch ist geschlechtliche Enthaltsamkeit geboten, damit keine Energie für die Meditation verschwendet und durch die emotionale Bindung an einen einzelnen Menschen die Konzentration nicht behindert wird. Kommt es im Zusammenhang mit religiösen Übungen zu sexuellen Handlungen, wird der Coitus reservatus nach indisch-tantrischer und chinesisch-taoistischer Lehre durchgeführt. Om Mani Padme Hum: O Kleinod in der Lotusblüte: O Lingam (Penis) in der Yoni (Vagina): O Nirwana im Ozean des Leidens.

Die Meditation selbst ist sexuell geprägt, im Grunde Onanie. Beispielsweise gibt es in der tibetischen Vajrayana-Tradition drei „Nervenkanäle“, die vor dem Rückgrat in der Mitte des Rumpfes verlaufen: einen linken männlichen, einen rechten weiblichen und einen in der Mitte zur „geschlechtlichen“ meditativen Vereinigung der beiden äußeren.

In Die Massenpsychologie des Buddhismus habe ich mich eingehend mit den „Buddha-Sex“ befaßt. Tatsächlich ist der gesamte Buddhismus von vorne bis hinten von einer „ nirwanischen Todessehnsucht“ durchträgt. Ein besonders perverses Beispiel ist die japanische Zen-Kultur, die das Leben als Kunstwerk auffaßt, dessen Sinn ein schöner Kamikadse-Tod ist. Bhagwan, bzw. Osho gab die buddhistische Haltung wieder, als er sagte, daß der Tod „der Superorgasmus ist, den man sich nicht entgehen lassen darf“.

Der „Sutrayana“, d.h. das Studium der kanonischen Schriften (sutra) und die daran anknüpfende ausgefeilte scholastische Theologie, und der „Tantrayana“ mit den Gebetsmühlen, dem magischen Denken, usw. sind die zwangsneurotische Seite des Buddhismus. Der tantrische Buddhist wird sagen, daß seine magische Praxis auf der Mittleren Lehre beruht, daß alles durch die Leere verknüpft und so magisch beeinflußbar sei und daß diese mystischen Einheitsschau im Tantra nur ihren praktisch-okkulten Ausdruck finde.

Hinter jedem Mystizismus verbirgt sich ein ungeheurer Sadismus, mit dem man durch den Panzer hindurch zur „wirklichen Wirklichkeit“ durchbrechen will. Diese kastrierte Form „phallischer Aggression“ finden wir in den sadomasochistischen und nekrophilen Sexualdarstellungen des tantrischen Buddhismus. Reaktiv wird dieser Sadismus und die Verachtung allen (sexuellen) Lebens übertüncht durch das „mittlere Grau“ der Mittleren Lehre und das ständige mitleidige Getue. Doch der unbedingte gegen alle Triebhaftigkeit gerichtete Vernichtungswille, der dahinter steckt, läßt sich nicht verbergen.

G.K. Chesterton sagt in seiner Pater Brown-Geschichte „Der fliegende Dolch“:

Ich habe noch nie einen Verbrecher getroffen, der (…) nicht von orientalischen Kulten der Wiederkehr und Wiederverkörperung sprach. (…) Ein solcher Mensch kann von Blut triefen und Ihnen dennoch mit voller Überzeugung erklären, daß der Buddhismus besser als das Christentum sei. Ja, er wird Ihnen sogar mit voller Überzeugung erzählen, daß der Buddhismus christlicher ist als das Christentum. Das allein genügt schon, um ein widerliches und scheußliches Licht auf seine Auffassung von Christentum zu werfen.

Der Buddhismus ist durchaus nicht so harmlos, wie er sich oberflächlich präsentiert. Die Wandlung der arisch-saharasischen imperialistischen Aggression in die indische Innerlichkeit droht ständig sich wieder in teuflischen Sadismus umzukehren. Dies zeigt der moderne Neosatanismus, der eine illegitime Abzweigung des tantrischen Buddhismus ist. Die ganze theosophische Tradition bei Blavatsky angefangen über die sexual-tantrischen sadomasochistischen Neosatanisten bis hin zu den modernen Thelemiten beruft sich auf Tantra, das sie angeblich von tibetischen Meistern übernommen hat. Der Buddhist wird natürlich einwenden, daß es ihm nicht um Macht geht, sondern um Erkenntnis, daß er die Triebenergien nicht okkult nutzen, sondern durchschauen und damit ausschalten will.

Nicht ganz zu unrecht hat sich der engagierte Tierschützer und Vegetarier Heinrich Himmler als Buddhist bekannt, wie schon der Urnazi Richard Wagner:

Schopenhauerisch ist der Versuch Wagners, das Christentum als ein verwehtes Korn des Buddhismus aufzufassen und für Europa, unter zeitweiliger Annäherung an katholisch-christliche Formeln und Empfindungen, ein buddhistisches Zeitalter vorzubereiten. (Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft, Kritische Studienausgabe, Bd. 3, S. 456)

Heute versucht der Orden „Arya Maitreya Mandala“ den Buddhismus im Westen zu verbreiten.

Über den Proto-Nazismus hat Nietzsche geschrieben:

Dies ist die europäische Form des Buddhismus, das Nein-tun, nachdem alles Dasein seinen „Sinn“ verloren hat. (Kritische Studienausgabe, Bd. 12, S. 216)

Man denke auch an die Roten Khmer, die ebenfalls eine Art von tätigem Buddhismus verkörperten, sozusagen hochmoralische karmische Rachedämonen, die aus der buddhistischen Hölle kommen, um gegen egoistische Begierden vorzugehen. Ohnehin entspricht der Kampf des Marxismus gegen Privateigentum, Habgier und Egoismus auf verblüffende Weise genau dem buddhistischen Kampf gegen Verblendung, Gier und Haß. (Angeblich wurde Pol Pot von den buddhistischen Höllendarstellungen der Reliefs von Angkor Vat inspiriert.) Bei den Nazis ist es der Kampf gegen das „Judentum“, das für Ich-Haftigkeit, die materialistische Gier und die Mamonisierung der menschlichen Beziehungen steht.

Der Weg des Vajrayana (und des gesamten übrigen Buddhismus) ist der extragenitale Weg des Pestilenten Charakters, bei dem Sadismus (bzw. „Mitleid“) die Genitalität energetisch ersetzt. Dies gibt der tantrische Buddhismus immerhin offen zu, denn nach eigenem Bekunden führt der esoterische Weg entweder zur altruistischen Öffnung und damit zum unzerstörbaren „diamantenen“ Bewußtsein oder zur egoistischen Verhärtung und damit zum unzerstörbaren Ego, wofür die Scientology von L. Ron Hubbard, sozusagen das Ich-hafte Negativ des Buddhismus, ein Beispiel ist.

In der gesamten indischen Tradition ist von der Gefahr des yogischen Meisters (siddha) die Rede kriminell zu entarten. Bei ihm erlöscht das Lebensfeuer nicht, sondern er sammelt die sexuelle Energie durch die Askese des Coitus reservatus und andere tantrische Riten bis hin zur Überladung an.

Berühmt ist z.B. die Beherrschung des Lebensfeuers bei den Lamas, die dank der yogisch generierten „inneren Wärme“ in Tibet auch bei 40 Grad unter null nicht erfrieren. Es wurde berichtet, daß die Zauberer der „Rotmützen“ zur Erlangung der pathologischen Überladung Gerätschaften benutzen, die dem Orgonenergie-Akkumulator ähnlich sind. Der tantrische Buddhismus arbeitet also mit der Orgonenergie, aber unter Umgehung des Orgasmus. Das ist, was ich als Blauen Faschismus bezeichnet habe.

Gott bewahre uns vor einer Verbindung von Orgonomie und Buddhismus! Die westliche Beherrschung der äußeren Naturkräfte hat uns genauso wenig aus der Falle geführt, wie es die yogische Beherrschung unserer inneren Kräfte tun wird. Was Not tut, ist die vorbehaltlose emotionale Hingabe an die „verblendende“ Natur. Das ist die Orgonomie und sonst nichts: Secundum naturam!

Der buddhistische Yogi, der den Bodhisattva-Weg der heilenden Zuwendung beschreitet, versucht der Gefahr ins Kriminelle abzugleiten, dadurch zu entgehen, daß er zu einer Ich-losen „Nullheit“ wird, in der es nicht zum Energiestau kommen könne. Aber wir haben gesehen, daß gerade das „Glück der heilenden Hinwendung zur Welt“ das Problem ist.

Die Frage, warum der Bodhisattva, der doch identisch mit dem Buddha-Bewußtsein wird, nicht ins endgültige Nirwana eingeht, sondern an der Schwelle in einer Art „aktiven Nirwana ohne Stillstand“ verharrt, ist identisch mit der umgekehrten Frage, warum sich das absolute Buddha-Bewußtsein zur Welt hin entäußert hat: aus Mitleid. Durch sein Mitleid wird der Bodhisattva zum Demiurgen der Welt, zum Schöpfer des Ozeans des Leidens. Letztlich ist also die Barmherzigkeit für die verblendete Maya-Welt und damit für das Leid verantwortlich.

Buddhistisches Mitleid ist identisch mit der Emotionellen Pest und der Bodhisattva ist nichts anderes als Modju mit seinem monströsen Willen zur Macht.

Christus und alle anderen Erlöserfiguren und Götter sind für die Buddhisten Verkörperungen von Bodhisattvas: die wir verehren und lieben, die wir als Schöpfer des Universums anbeten. Aber auch Gewaltherrscher, wie die der Khmer von Angkor Vat und selbst der mongolische Dschingis Khan, wurden als Bodhisattvas betrachtet – in diesem Jahrhundert genoß der Vegetarier Hitler diese Ehre.

Im grundlegenden Mahayana-Lehrgedicht Der Lotus des guten Gesetzes heißt es:

Die klugen Bodhisattvas nehmen
Gestalten an von jeder Form
Und predigen in allen Zungen
Des ewigen Gesetzes Norm.

Zur Sonne werden sie, zum Monde,
Zu Erde, Wasser, Feuer, Luft,
Zu Indra, Brahma und zum Gotte,
Der Wesen in das Dasein ruft.

Denn welche Andachtsart auch immer
Jedwedem Wesen hier gefällt:
Durch jene weisen sie den Weg ihm
Zur Überwindung dieser Welt.