Posts Tagged ‘Psychotherapie’

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3. November 2017

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17. Oktober 2017

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14. Oktober 2017

Blogeinträge Februar 2012

13. Oktober 2017

Im Zusammenhang mit den Erläuterungen des sozialen Orgonomen Paul Mathews hier weitere Ausführungen über die soziale Orgonomie von Charles Konia:

Blogeinträge Februar 2012

  • Das Porträt eines politischen Halbgotts
  • Was ist falsch an der Denkweise der Teenager?
  • Warum es notwendig ist, die Emotionelle Pest als medizinische Krankheit in den Griff zu bekommen
  • Eine arbeitsdemokratische Organisation
  • Zwei Möglichkeiten die Wissenschaft der Orgonomie zu zerstören
  • Amerika und Rußland im 21. Jahrhundert
  • Zwischen Sozialisten und Kommunisten besteht kein Unterschied mehr

 
 

Zu „Das Porträt eines politischen Halbgotts“ schrieb Peter 2012:

Oscar-winning actor Jamie Foxx recently called Barack Obama “our lord and savior.”

http://www.wnd.com/2012/11/jamie-foxx-our-lord-and-savior-obama/

Zu „Was ist falsch an der Denkweise der Teenager?“ schrieb Robert (Berlin) 2013:

„In der Tat ist die psychiatrische Praxis von heute zum Zustand von vor 100 Jahren regrediert, als die subjektive Funktionsweise des Geistes eins zu eins mit der objektiven Funktionsweise von bestimmten Hirnarealen gleichgesetzt wurde.“

Das habe ich auch immer in diesem Blog geschrieben. Die Psychiatrie ist auf den Erkenntnisstand vor FREUD zurückgefallen.

FREUD hat übrigens mit dieser Gehirnmythologie vor der Psychologie gearbeitet, bis er merkte, dass es größtenteils unrichtige Spekulationen waren. Sein Lehrer war THEODOR MEYNERT.

Zu „Zwei Möglichkeiten die Wissenschaft der Orgonomie zu zerstören“ schrieb Robert (Berlin):

„In Bezug auf psychiatrische Therapien ist jede denkbare Art von Behandlung zulässig und gleichberechtigt, unabhängig von ihrer Wirksamkeit“

Dazu passt auch die Beliebigkeit der Parteien, die nicht mehr in ihren Werten unterscheidbar sind:
„Jede Partei schleift die Fundamente, auf denen sie gegründet wurde: Die christliche CDU will nichts mehr von der christlichen Ehe wissen, die liberale FDP macht den Kotau vor der diktatorischen EU-Kommission, die sozialdemokratische SPD drückt die Löhne ihrer Arbeiterwähler durch importierte Billiglöhner, die einst gewaltfreien Grünen sind für jeden Krieg zu haben.“

https://www.compact-magazin.com/compact-neu-mut-zur-wahrheit/

O.: Reichs Wissenschaft zu zerstören, gibt es mehrere Methoden: blanker Terror, physische und psychische Vernichtung, Unterwanderung und Übernahme, die Orgonomie „einzukaufen“, sie inhaltlich zu verflachen und mit anderen Inhalten füllen, Verwirrung zu stiften, üble Nachrede, dümmliche Darstellungen, egomainische Selbstdarstellungen, Anerkennungssucht mit Reich ausleben oder schlicht Reich in den Himmel zu loben, ihn „anzuerkennen“, ihn für die Körperpsychotherapie als maßgeblich zu stilisieren.

Eine offene Gegenerschaft ist sicherlich nicht einfach zuertragen, pestiger ist eine geheime Gegnerschaft, doch die schlimmste Gemeinheit bleibt die vermeintliche Anerkennung!

Zu „Amerika und Rußland im 21. Jahrhundert“ schrieb Robert (Berlin):

Es ist offiziell: Obama verzeichnete vier Jahre hintereinander ein Billionen-Defizit

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/j-d-heyes/es-ist-offiziell-obama-verzeichnete-vier-jahre-hintereinander-ein-billionen-defizit.html

Peter: Rußland ist heute freier als die EUdSSR:

http://www.pi-news.net/2013/08/klonovsky-ist-eudssr-freier-als-russland/

Darauf Robert: Eine russische Bekannte von mir besuchte 2012 ihre Heimatstadt Moskau und zeigte mir Fotos von Buchläden, die mehrere Regale Anti-Putin Literatur hatten. Buchläden im Zentrum und am Hauptbahnhof. Titel wie ‚Satan Putin‘ und ‚Putin unser Untergang‘ und massenhaft ähnliches. Die Cover sprachen Bände. In Deutschland undenkbar, wenn es so etwas über Merkel gäbe.

Zeitgenosse: Salut.

@Robert Leider hat Obama ein schweres Erbe angetreten; den geringen Haushaltsüberschuss der Clinton Administration hat Bush jr. komplett verpulvert und hat die Verschuldung massiv angehoben. Und diese Erblasten haben die Obama Regierung von Anfang an schwer belastet – dazu kommen die gewaltigen Konjunkturprogramme die während der Wirtschaftskrise angeworfen werden mussten. Aber das ist ja ein generelles Problem der OECD-Staaten.

Aber ich muss Henryk M. Broder recht geben: Obama war und ist eine Mogelpackung; an die Macht gepusht durch die Medienkampagnen und den kleinen Bonus eines Friedensnobelpreises (erhalten für was eigentlich…?). Aber keine Sorge: es ist vollkommen unerheblich, wie hoch die Schulden der USA sind. So lange der US-Dollar Weltleitwährung bleibt, ist es irrelevant. Dazu empfehle ich die Erläuterungen von Dirk Müller.

Darauf Robert: Ich habe vor kurzen eine interessante Grafik gesehen. Die über Staatsschulden. Und die hat fast nur der Westen und US-Protektorate. Womöglich deshalb der aggressive Nato-Kurs.

http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsschulden

Zeitgenosse antwortet: Möglicherweise. Staatsschulden haben ja andere auch. Das Grundproblem des ganzen ist ohnehin nur das Zins- und unser aller Schuldgeldystem. Auch deshalb dreht sich die Schuldenspirale immer schneller. Klar. Alle Zins- und schuldgeldsysteme kollabieren nach ca. 80 Jahre. Ist keine ideologisch gefärbte Meinung sondern Erfahrungen aus der Wirtschaftsgeschichte und reine Mathematik.

Aber es ist etwas interessantes geschehen: Die EZB hat die Banken ihres wichtigsten Geschäftsbereiches beraubt – die Verleihung von Geld (die mittels Bilanzverlängerung aus dem Nichts geschöpft werden ohne Risiko) gegen Zinsen an Staaten. Und das ohne gewaltige Zinsen. DIe Banken jammern natürlich jetzt klarerweise. 🙂

O.: Wenn ich als Amerikaner (der ich nicht bin) behaupte, dass mein Land (USA) zum stalinistischen Kommunismus mutiert ist, gilt das noch als konservatives politisches Stilmittel oder als „Kommunismus-Wahn“?
Kommunisten durfte es in Amerika eigentlich nicht geben, diese sind dort doch schnell klein gehalten worden und die soziale Kontrolle gegen Kommunisten ist sehr groß. Wer unter dem Kommunsimusverdacht steht, wird sozial geächtet, schlimmer als es in Deutschland üblich war bis in die Achtziger.
Entweder diffarmiert Konia sein Land als kommunistisch oder er hetzt ganz massiv gegen eine kaum existente „Bedrohung“ und folgt somit der Obama-Politik, die eine konsequente Fortstzung der früheren Regierungen war. Soll dies die allgemeine Haltung der ACO widerspiegeln? Schließlich ist er in exponierter Stellung Präsident derselben. DeMeo, der sich für meinen Geschmack immer aus allem raushält (wenn er gerade mal sich nicht angegriffen fühlt) übernimmt Konias Haltung?? – Wie Verhalten sich die anderen Kollegen des ACO? Gibt es hier hierzu eine sichtbare Haltung?

Darauf Peter: http://orgonomie.wordpress.com/wo-sind-all-die-kommunisten-hin/

Und Zeitgenosse: @O Was du angesprochen hast, offenbart ein noch tieferes Problem der organisierten Orgonomie: Politische Richtungen einzuschlagen ist ein gefährlicher Weg. Es gibt „linke“ Orgonomen und „rechte“ Orgonomen. Liberale und Ultrakonservative Ansichten. So kann man es natürlich halten, aber es entsteht dabei ein Grundproblem (besonders für Neueinsteiger und Interessenten von außen): Wenn Orgonomen „ihre“ Orgonomie unterschiedlich interpretieren, dann kann sie nicht den Anspruch einer exakten Wissenschaft erheben. Aber das sollte sie!! Und sie muss es auch, falls sie nicht endgültig zu einem reinen „Nischenprodukt“ verkommen will, die sich mit Lichtschiffkontaklern, Wünschelrutengänger usw. ein Ghetto teilen muss.

Denn dafür ist die Orgonomie viel zu wertvoll! Welche Politik Reich vertreten hat bis kurz vor seinem Tod, weiß niemand. Denn er hat sich dazu nicht wirklich EINDEUTIG geäußert. Es gibt nur eine Menge unterschiedlicher Interpretationen. Meine ist zB, das er bis zum Ende ein Marxist geblieben ist :-). Vielleicht ist meine Interpretation ja auch falsch; so wie die Interpretation eines Bakers, Sharafs, Konias,usw. Man weiß es nicht. Leider enthält die Orgonomie eine nicht unwesentliche soziale Komponente, was die ganze Sache noch mühsamer macht.

Lösung für diese Angelegenheit? Habe ich keine. Vielleicht haben andere eine für.

PS.: Die universale Orgonenergie steht ja auch nicht politisch in irgendeiner Richtung – genau so wenig wie die Relativitätstheorie zB. 🙂

Zeitgenosse weiter: Moment. Eine Lösung hätte ich sogar: Zuerst die Orgonomie so zu fördern und aufbauen, dass sie sich als Wissenschaft etablieren kann (die dann auch auf Unis endlich gelehrt wird). Dafür Sorge tragen das Kinder möglichst ungepanzert aufwachsen können. Bis dahin eine Konsenspolitik der Mitte fahren (wo Konservative und Liberale mit leben können). Die bestehenden Charakterpanzerungen der Menschen weitestgehend und sukzessive auflösen.

Beginnt man damit heute werden die Menschen, so schätze ich, in ca. 400 Jahren geistig und seelisch reif genug sein, um auch eine Arbeitsdemokratie nach Reich`schen Muster aufbauen und leben zu können.

Dann stellt man der gesamten Menschheit die Frage: Wie wollt ihr nun zusammenleben?
Und die Antwort(en) darauf werden in diesem Entwicklungsstand dann so sein: Wozu brauchen wir überhaupt noch so etwas wie Politik. 🙂

Lieber wäre mir so ein Zustand allerdings morgen schon – aber das ist und bleibt Illusion. 😦

O. antwortet: Meine Sicht: Die Orgonomie beginnt und endet mit Reich. Danach gab es einige interessante Leute und Ansätze, die hier weitergearbeitet haben, die ich mir gerne ansehe, aber jeder von ihnen war ein Individualist (letztlich wie Reich einer war).
Organisationen scheinen schwierig zu sein, weil es immer (bei gepanzerten Untherapierten) um Macht und Sektentum geht, einer wird zum Guru. – Diese Strukturen gehören nicht in die Orgonomie. Leute, die mystischen Esokram mit Reichs Worten vermischen, zerstören Reichs Wissen absichtlich. Sind sie Reichianer? Gewiss nicht.

Besser ist es neu zu beginnen, ohne die falschen Typen einzuladen und zu hofieren. Wenn Individualisten sich treffen und ihre eigene Meinung und Erfahrung austauschen, gefällt mir das besser, auch wenn mal um die verschiedenen Richtungen gerungen wird und wir nicht gleicher Meinung sind. Und immer muss man in der „Orgonomie“ auf der Hut sein, vor pestigem oder zu neurotischem Verhalten.
Gegenseitige Anerkennung ist der Schlüssel zur Orgonomie, aber ich dulde nicht die Zerstörung von Wissen durch Esos usw. Wer der Anerkennung Willen sich hier aufhält, geht garantiert nicht den richtigen Weg.

Die soziale Komponente ist die Ursache von allem und daher ganz zentral. Sie läßt sich für mich nicht im Links-rechts-Schemata lösen. Wenn wir etwas ändern wollen, müssen wir diese Ebene verlassen. Machiavelli hat gesagt: Teile und herrsche. Das bedeutet, wenn zwei Parteien sich streiten, kannst du über sie herrschen … so oder ähnlich.

Es sei hier auch an Max Stirner erinnert in „Der Einzige und sein Eigentum.“ (1845)

Dazu Zeitgenosse: Ein Neubeginn ist ein spannender Gedanke – aber so völlig ohne irgendeine Form von, sagen wir, Dachorganisation? Hmm. Weiß nicht.

Richtig. Um persönliche Anerkennung sollte es wirklich nicht gehen; allenfalls um die Anerkennung der Orgonomie prinzipiell. Divide et impera hat auch schon das Römische Imperium zusammenbrechen lassen.

Aber das Hick hack macht es Interessenten schwer einen guten Zugang zu diesem Thema zu finden – leider landet man eben zu oft bei der Suche bei den „Esos“.

Mein allererster Kontakt beispielsweise zu dem Thema Orgontherapie fand, nach Lesen des Buches „Der Krebs“, zur Lassek?schen Methode statt (In Österreich von einer Ärztin propagiert aus WIen; Name ist unerheblich). Aber ich sagte den Termin kurz bevor ab, weil ich ein kaum Übereinstimmung zum ursprünglichen Therapiekonzept sah. Im Nachhinein zum Glück.

Aber was meinst du mit dem Hinweis die politische Ebene zu verlassen? Irgendwie muss ja das Zusammenleben der Menschen organisiert werden und eine Arbeitsdemokratie würde bei gepanzerten Menschen (zu denen ich auch gehöre zB) nicht funktionieren. Also bleibt leider derzeit nur die Politik (ohne eine politische Seite zu favorisieren). Aber das habe ich ja in meinem Nachtrag zur Antwort ohnehin beklagt.

Aber PN ermöglicht ja solche Treffen zB nächsten Monat in Hamburg – also Erfahrungsaustausch findet sehr gut statt. Die Idee eines Stammtisches finde ich toll.

Robert (Berlin) 2015: Doku Kalter Krieg 2015 – TÄUSCHUNG DIE METHODE REAGAN

Mit Reagans Machtantritt ändert sich die Strategie der USA im Kalten Krieg grundlegend: Angriff statt Verteidigung. Sein geheimes „Komitee für Täuschungsoperationen“, dessen Existenz in dieser Dokumentation zum ersten Mal von Zeitzeugen bestätigt wird, plante brillante und perfide Geheimdienst-Operationen – gegen die Sowjets, aber auch gegen die Entspannungspolitik.

Willi gegen den Rest der Welt (Teil 1)

1. Oktober 2017

Man muß sich vergegenwärtigen, zwischen was für Leuten sich das Leben Reichs abgespielt hat: Sohn eines brutalen tyrannischen Vaters, alles drehte sich nur um Geld und Status; entsprechend wurde die Familie Reich fallengelassen, nachdem sich sein Vater verspekuliert hatte. Im Krieg mußte Reich als Offizier einfache Menschen in den Tod schicken, die nicht die geringste Ahnung hatten, worum es überhaupt ging – wenn das denn überhaupt jemand sagen konnte. Nach dem Krieg wurde Reich und sein Bruder um ihr gesamtes Erbe betrogen. Als Student und angehender Psychoanalytiker fand er sich zwischen Leuten wieder, bei denen sich alles um „Kultur“ drehte und die ein verbildetes, durch und durch pornographisches Verhältnis zur Sexualität hatten. Er war von Anfang an „ein Fremder“.

Wenn man seine frühen autobiographischen Aufzeichnungen in Die Leidenschaft der Jugend mit Elsworth F. Bakers Erinnerungen My Eleven Years with Wilhelm Reich oder auch mit Ilse Ollendorffs Erinnerungen vergleich, hat sich Reich nicht geändert. Beide, Ollendorff und Baker, haben Reich im wahrsten Sinne des Wortes nackt gesehen, die erstere weil sie mit ihm gelebt hat und der zweite, weil er praktisch alle Familienangehörigen Reichs (Frau, Sohn, Tochter) inkl. Reichs Geliebte (Wyvell, Karrer, etc.) in Therapie hatte. Baker war z.B. auch als Vermittler unmittelbar dabei, als sich Reich gegenüber Theodore Wolfe absolut säuisch verhalten hatte, – weil Reich nicht ertragen konnte, in Wolfes Schuld zu stehen. Und Reich hat auch Baker fertiggemacht, das eine und einzige Mal als sich Baker in seinem Leben wirklich geöffnet hatte (infolge einer Behandlung mit dem Medical DOR-Buster), – weil Reich es nicht ertrug, daß Baker, auf dessen Frau Reich scharf war und der als einziger von Reichs Schülern eine Persönlichkeit mit Charisma hatte, glücklich war. Pestilentes Verhalten!

Reich war, wie Baker diagnostiziert hat, ein typischer phallisch-narzißtischer Charakter aufgrund seiner Familiengeschichte, aber das, was ihn von den anderen Menschen unterschieden hat, war, daß all diese Pathologie anders als bei anderen gar nicht ins Gewicht fiel, weil sein bioenergetischer Kern sein gesamtes Funktionieren dominiert hat. Das ist das Wesentliche, während der Rest uninteressante Pipifaxe ist!

Dieser Kern war immer das, was seine Mitmenschen so beunruhigt hat, eben nicht Reichs Neurose, sondern seine Gesundheit hat sie auf die Palme gebracht. Nehmen wir z.B. Otto Fenichel, der ein zwangsneurotisches Wrack mit Zählzwang und ein einfach unerträglicher analer Schleimer und Intrigant war. Über den hat sich nie jemand aufgeregt, ist nie jemand groß hergezogen, weil er ein Halbirrer und ein Schwein war. Nur an Willi und seinen harmlosen „phallischen“ Allüren zieht sich jeder hoch.

Freud hatte einen ganz ähnlichen phallischen Charakter, hat sich menschlich weit schweinischer, selbst-mystifizierender und unwissenschaftlicher verhalten als jemals Reich. Aber niemand zieht so über ihn her, wie über den armen Willi. Warum ist das so? Sie schlagen den Esel (Reichs Neurose), meinen aber den Reiter (Reichs gesundes Funktionieren aus dem Kern heraus). Wäre Reich nur neurotisch gewesen, wäre er nie als „Psychopath“ oder gar „Psychotiker“ beschimpft worden.

Aber zurück zu Die Leidenschaft der Jugend: Ich glaube, viel an dem neurotisch Selbstunsicheren der Tagebucheintragungen nach dem Krieg ist darauf zurückzuführen, daß Reich, der wenige Wochen zuvor noch Dutzende Soldaten befehligt hatte und als Offizier auch im zivilen Umfeld ganz oben angesiedelt war, plötzlich sozial kaum mehr war als ein Penner und ein infantiler Schüler (mit „Akne“, seine Hautkrankheit), der zu allem Überfluß im Vergleich zu jüngeren, die nicht gedient hatten und sich deshalb am kulturellen Leben beteiligen konnten, intellektuell zurückgeblieben war. Reich ist also in ein tiefes Loch gefallen, auf das er in keinster Weise vorbereitet war. Interessant auch seine damaligen Probleme mit Frauen, die seiner großbourgeoisen Klasse eigen waren: die Trennung der Frau in „hohes Fräulein“ (Lia Laszky) und Hure aus den niederen Ständen (Lore Kahn). Aber schließlich hat er in Annie Pink („Lia Laszky die sich mit Lore Kahn identifiziert“) die Synthese aus beiden gefunden.

Der Zeitzeuge aus den 1930er Jahren, Norbert Ernst, beklagt an Reich das „Reich hat immer recht!“ Ich persönlich halte das Rechthaben für einen meiner wenigen nicht neurotischen Züge! Es gehört einfach zu einer gesunden Seelenökonomie sich nicht ablenken zu lassen von Typen wie Norbert Ernst, die immer alles ausdiskutieren aber erstaunlicherweise doch niemals ihre Meinung, ihre Haltung ändern – während der angeblich dogmatische, „verhärtete“ Reich sich ständig verändert hat. Das Tragische ist vielleicht, daß Reich viel zu sehr sich hat von Leuten wie Norbert Ernst dreinreden lassen. Zum Beispiel hätte es wohl mehr seinem Wesen entsprochen, wenn er während der Zeitungskampagnen in Oslo und New York auf den Tisch gehauen und Verleumdungsklagen eingereicht hätte. Stattdessen hat er sich in Oslo von ängstlichen Emigranten und in New York von linksliberalen Rechtsanwälten beschwatzen lassen, ja schön ruhig zu bleiben und den Sturm vorbeiziehen zu lassen: Reich muß in Analyse, Reich muß ruhiger werden, nicht so nervös und aufbrausend, sondern genauso neurotisch-blasiert vor sich hingrinsend wie wir labeligen Neurotiker.

nachrichtenbrief74

30. September 2017

nachrichtenbrief72

22. September 2017

Der Psychoanalytiker und Kommunist Wilhelm Reich 1927/28 über die Emotionelle Pest

2. September 2017

Reich hat die Emotionelle Pest parallel zur Arbeitsdemokratie Ende der 1930er/Anfang der 1940er Jahre entdeckt. Die Untersuchung des Konflikts zwischen Emotioneller Pest und Arbeitsdemokratie konstituiert die orgonomische Wirtschaftswissenschaft (Ökonomie). Zuvor hatte er Ende der 1920er/Anfang der 1930er Jahre den Konflikt zwischen der Genitalität (Funktion des Orgasmus) und der Emotionellen Pest untersucht, was die Sexualökonomie konstituierte. Das war zwar ein Jahrzehnt vor der eigentlichen Entdeckung der Emotionellen Pest, doch die folgenden beiden Zitate zeigen, daß er bereits wußte, bevor er wußte…, will sagen, bevor sein Wissen zum definierbaren Begriff wurde.

Beim ersten Zitat geht es um den Sadismus bei Triebgehemmten, etwa Zwangsneurose oder Hysterie, und bei Triebhaften, jeweils im Zusammenhang mit Fallgeschichten, die uns hier nicht weiter interessieren:

Wir erinnern an unsere Beschreibung der Reaktionsweise der zwangsneurotischen Frau auf ihre in der Übertragungssituation hervorbrechende Liebestendenz: Sie haßt den Analytiker, weil sie von ihrer Liebe nichts wissen darf und ihn wie jedes Liebesobjekt fürchtet; dabei überwuchern ihre sadistischen Phantasien, deren sexueller Charakter unverkennbar ist. Was hier unbewußt vor sich geht, rollt beim Triebmenschen offen ab, er fordert rücksichtslos Liebesbezeugungen und droht etwa, den Arzt zu vergiften, wenn er zurückgewiesen wird; als Motiv seiner Mordabsicht gibt er aber niemals die Zurückweisung an; das verbieten ihm sein so leicht verletzbarer Stolz und sein Schuldgefühl, sondern er findet bald eine nichtige Rationalisierung oder er erklärt einfach, das Töten, Kastrieren oder Brandlegen würde ihn sicherlich heilen, nur darin könnte er restlose Befriedigung finden, er müßte sich nur einmal tüchtig austoben. (Die Funktion des Orgasmus, 1927, S. 157f)

Was Reich hier beschreibt, die auffällige Diskrepanz zwischen vorgeschobenem und wirklichem Motiv, ist nichts anderes als die Emotionelle Pest. Das ganze könnte man auf Hitler, den „Generalpsychopathen“, wie Reich ihn nannte, und die nationalsozialistische Judenverfolgung übertragen.

Wie die Emotionelle Pest in ihrem eigentlichen Funktionsbereich, der Gesellschaft, zum Ausdruck kommt, und wie man ihr dort entgegentreten muß, beschreibt der Psychoanalytiker und Kommunist Reich wie folgt:

Es gibt Idealisten, welche meinen, die Wissenschaft sei eine voraussetzungslose Arbeit an Gegebenheiten, die unbekümmert um Meinungen und Ängste, rücksichtslos Wahrheiten aufdeckt. Statt dessen sieht man, daß insbesondere dort, wo es sich um Fragen des sexuellen Seins handelt, ethische Predigten mit der dazugehörigen Verlogenheit an der Arbeit sind, die sexuelle Not ins Maßlose zu steigern. Es kann wohl kein ethischeres Ziel gehen, als diese Art „Wissenschaft“, und je berühmter der Name des Forschers, desto unerbittlicher, zu bekämpfen, ohne Rücksicht auf die übliche Konvention und das schädliche laissez faire. Wohlerzogene Rücksichtnahme wird (…) zum Verbrechen an der Wissenschaft und an den Menschen. (Reich in einer Besprechung von Prof. Paul Häberlin „Über die Ehe. Schweizer Spiegel-Verlag, Zürich, 1928“ Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 14(4), 1928, S. 532f)

Reich zitiert entsprechende Stellen bei Professor Häberlin, die zeigen, wie das Lebensglück der Menschen irgendwelchen „höheren Prinzipien“ geopfert wird. Mit Hilfe der damaligen Sexpol wollte Reich dieser gesellschaftlichen Perversion in der autoritären Gesellschaft aktiv entgegentreten.

Blogeinträge Oktober-Dezember 2011

23. August 2017

Ende 2011 stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz. Angesichts von Andreas Peglaus von mir besprochenem Buch Rechtsruck ein Beispiel dafür, wie Massenpsychologie nach Wilhelm Reich im 21. Jahrhundert wirklich aussehen muß:

Blogeinträge Oktober-Dezember 2011

  • Die weltweite Desillusionierung mit den Politikern und der Politik
  • Die Republicans können 2012 keinen starken Präsidentschaftskandidaten aufbieten
  • Um die Werke Wilhelm Reichs verstehen zu können, muß man die Emotionelle Pest verstehen
  • Der Wirtschaftsplan der Obama-Administration
  • Protestbewegungen damals und heute
  • Die Beziehung zwischen dem echten liberalen und dem pseudo-liberalen Charakter
  • Die notwendigen Komponenten für einen Großausbruch der Emotionellen Pest
  • Das Ende der persönlichen Autorität
  • Der Zusammenbruch der biologischen Arbeitsfunktion führt zum gesellschaftlichen Zerfall
  • Funktionelles Denken ist weder links noch rechts

nachrichtenbrief60

21. August 2017