Posts Tagged ‘Psychopathen’

Warum werden John F. Kennedy und Harvey Oswald derartig verehrt?

4. August 2017

Der in eine Mafia-Familie hineingeborene John F. Kennedy war ein lebenslanger Nichtsnutz. Ein sexsüchtiger Junkie. Seine Präsidentschaft war das Produkt von Wahlmanipulation, Marketing, „Hollywood-Inszenierung“ und einer Journaille, der nur ein kompletter Idiot auch nur ein Wort glauben kann. Vor allem war seine Präsidentschaft, und noch weit mehr sein Nachleben im kollektiven Bewußtsein Amerikas, Produkt eines bestimmten massenpsychologischen Mechanismus.

Er war zwar eine wirklich komplette Null, aber ihn zeichnete eine Charakterstruktur aus, die ihn für den durchschnittlichen Neurotiker absolut unwiderstehlich macht: er war ein triebhafter Charakter, d.h. in vieler Hinsicht ein lebender Leichnam, ein Zombie. „Lebende Menschen“ (man verzeihe mir den Ausdruck) zeichnen sich dadurch aus, daß sie Angst haben, leicht verunsichert werden, Scham und Schuld empfinden, mit einem Wort „schwach“ sind. Sie verlieben sich, sind in ihre Gefühlsleben ambivalent, sind naiv, können ihre Regungen nicht verbergen, sind leicht aus dem Konzept zu bringen, etc. – halt normale Menschen. Da sie sich dessen schämen, letztendlich davor schämen sexuell zu sein, ein „sexuelles Tier“ zu sein, bewundern sie Rock- und Popstars, etwa David Bowie, die so „cool“ sind. Diese bioenergetisch toten („coolen“) Menschen scheinen nicht unter chronischer Kontraktion („Sympathikotonie“) zu leiden und stehen deshalb auf verquere Weise für Expansion, Optimismus, Hoffnung, Inspiration. Aus diesem denkbar perversen Grund üben auch Triebmörder und Psychopathen wie Charles Manson so eine unwiderstehliche Faszination auf die Massen aus. Deshalb, und nur deshalb, auch diese vollkommen irrationale Vergottung von Harvey Oswald, einem typischen psychopathischen Mörder.

Die Religion um „JFK“ und seinen Mörder ist so unausrottbar, die Geschichte um einen an sich simplen Mordfall wird auch in Zukunft ganze Bibliotheken füllen, weil wir es hier einzig und allein mit einem massenpsychologischen Phänomen zu tun haben. Kennedy wurde zu einer Christusfigur, weil die Massen durch diese „mystische Verbindung“ frei von Ängsten, Scham- und Schuldgefühlen sein wollen; frei, wie ihr angebeteter Held. Die Tragik ist, daß niemand, wirklich niemand sie aufklärt, sondern alles getan wird, damit sie weiterhin ihr Leben vertun – beispielsweise in der nichtigen Beschäftigung mit unsinnigen Verschwörungstheorien, die nirgend hinführen, sondern nur die Kontaktlosigkeit perpetuieren. Das hat die gleiche Qualität wie die Vergötterung von hohlen Pop- und Kinostars.

Interessant ist auch, wie genau die Verschwörungstheorie um „JFKs“ Ermordung entstanden ist: sie wurde vom KGB ins Leben gerufen, ähnlich wie der KGB zuvor die Verfolgung Reichs durch die amerikanischen Gesundheitsbehörden „angeregt“ hatte.

Kennedy, Clinton und Trump

6. August 2016

Heute hatte ich die neue Ausgabe der Fernsehzeitschrift TV Hören und Sehen in der Hand. In einer der Titelstories geht es um Psychopathen in der Politik. Abgebildet werden Erdogan, Putin und natürlich, wie könnte es anders sein, Trump. Liest man aber im Text selbst, über amerikanische Präsidenten die Psychopathen waren, insbesondere J.F. Kennedy und Bill Clinton, wird deutlich, daß Trump nach Meinung von Psychologen gar nicht in diese Reihe gehört. Er sei nicht angstfrei und unumstößlich vom eigenen Wert überzeugt, wie der typische Psychopath, sondern nur ein imgrunde selbstunsicherer Narzißt.

Was aus orgonomischer Sicht einfache Neurotiker wie Trump von echten Psychopathen wie Kennedy und Clinton unterscheidet, ist, daß die ersteren noch ein funktionsfähiges vegetatives Nervensystem haben, während die letzteren innerlich wie tot sind, Zombies. Um überhaupt irgendetwas zu spüren, konsumieren Leute wie Kennedy und Clinton exzessiv Drogen und sie sind sexsüchtig. Darüber hinaus sind sie vollständig unfähig produktiv zu arbeiten. Das Arbeitstier Trump, der seit jeher streng Straight Edge lebt, ist in jeder Hinsicht das Gegenteil eines Psychopathen.

Man könnte einwenden, daß Trump eindeutig Probleme mit seiner Impulskontrolle hat und sich ständig um Kopf und Kragen redet, doch sollte man ihm zugutehalten, daß er im Gegensatz zu echten Psychopathen nicht manipulativ ist und nicht zwanghaft lügt, wie es der Psychopath ständig tut. Bei allen seinen offensichtlichen Fehlern ist Trump lebendig und fähig zur orgonotischen Pulsation. Echte Psychopathen sind wie Roboter, haben nichts Lebendiges an sich und sind deshalb prinzipiell für eine Orgontherapie nicht geeignet.

Die Massen fühlen sich trotzdem zu Leuten wie Kennedy und Clinton hingezogen, weil deren Angstfreiheit ein falsches Gefühl von Hoffnung und Expansion vermittelt, während Trump vorgeworfen wird, er würde nur ein Gefühl von Angst und Panik schüren.

Blogeinträge April 2010

15. Juli 2016

Im April 2010 stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz, auf die hier erneut hingewiesen wird, damit sie nicht verlorengehen:

Blogeinträge April 2010

  • Was ist falsch daran, die gleichgeschlechtliche Ehe zu legalisieren?
  • Was ist ein Psychopath und wie entsteht er?
  • Warum wird Amerika zunehmend gehaßt?
  • Haben Shows wie „Hannah Montana“ einen schlechten Einfluß auf Kinder?
  • Ist es falsch Kindern einen Schnuller zu geben?
  • Warum Hirnleistungstraining nicht funktioniert
  • Der Ursprung des Konflikts zwischen Links und Rechts
  • Was Rush Limbaugh wissen sollte

 

 
Zu „Was ist ein Psychopath und wie entsteht er?“ schrieb Robert 2012: Ich frage mich immer, ob diese „sexuelle Revolution“ nicht auch indirekt durch Reichs Bücher entstanden ist.

Darauf Peter: Reich hat sich tierisch über die Rezeption seines Werkes bei den „Beatniks“ aufgeregt.

Robert: Es gibt allerdings einen Schwachpunkt in Konias Theorie. Die sozialistischen Länder waren alle autoritären Gesellschaften und demgemäß müssen die Menschen dort gesünder gewesen sein. Zumindest in der DDR waren die Frauen orgastisch potenter wie in der BRD.

„Warum wird Amerika zunehmend gehaßt?“

Peter schrieb 2012: Zu den Türken in Deutschland eine interessante sexualökonomische Analyse: Es geht nicht um Kultur und nicht um Religion. Es geht, davon ist Güner Yasemin Balci überzeugt, im Grunde um nichts anderes als Sex.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.tuerkische-literatur-in-stuttgart-zurueck-in-die-steinzeit.87a85372-866f-4ce1-82b7-a6e66478015c.html

Darauf Robert: Die Ehre der Familie ist auch was Sexuelles, nämlich die Jungfräulichkeit der Tochter und damit wären wir beim „Einbruch der sexuellen Zwangsmoral“. Und der ganze Islam besteht aus Vergewaltigung und Besitz der Frau und ist im Kern auch wieder sexuell. http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/11/463158/sexuelle-gewalt-gegen-frauen-faelle-in-der-tuerkei-sind-dramatisch-angestiegen/

O.: Je gebildeter türkische Familien, eben auch Männer sind, desto weniger herrschen „türkische Zustände wie in der „Steinzeit““, wie wir sie kennen und uns immer vorstellen. Uns fällt immer nur der „soziale Abschaum“ auf, der in der Türkei nichts geworden ist und zu uns kommt. Gebildetere Türken schämen sich genauso dafür.
Und dennoch ist das konservative „Familienglück“ auch noch in ihren Adern.
Mich stört der einseitige feministische Ansatz, Männer sollten gestärkt werden, wenn sie in ihrer Kultur etwas verändern wollen: gutes Beispiel, türkische Männer unterstützen sich gegenseitig in einem Verein, dass sie ihre Frauen und Kinder nicht prügeln.
Aber sicherlich muss da viel mehr passieren. Mehr Geld für Sozialarbeiter und Jugendhilfe. Und vor allem Ausbildung und Jobs, das, was die Globalisierung kaputt macht.

Darauf Robert: Das muss mit Bildung gar nichts zu tun haben, sondern kann auch mit einer festen religiösen Überzeugung zusammentreffen:

Der menschenverachtende Aufruf an unsere Politik, auch die Beschneidung von Mädchen aus religiösen Gründen zuzulassen, zeigt, dass die primitive Praxis der Genitalverstümmelung nichts mit mangelnder Aufklärung, geringer Bildung oder schlechter sozialer Lage zu tun hat. Der Aufruf des eloquenten und weltgewandten ägyptischen Professors ist vielmehr ein Beleg dafür, dass Genitalverstümmelung auch von gebildeten Eliten, die rückständigen Ideologien anhängen, gefördert wird.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/irre-professor-fordert-genitalverstuemmelung-von-maedchen.html

O.: „Warum wird Amerika zunehmend gehasst?“
Was für eine Frage? Amerikaner fühlen sich wohl immer schon per se gehasst und möchten doch nur geliebt werden.
Sharaf kam einmal auf mich zu und sagte: You hate me? Because I am jewish. – Äh, ich wusste nicht dass er jüdisch war und habe mir überhaupt keinen Gedanken gemacht.
Konia meint, dass Authoritäten per se gehasst werden, weil die „sexuelle Revolution“ ab den 50-ern jeden Respekt vor Authoritäten hat verblassen lassen.
Die plakative These ist schon sehr undiffernziert, Respekt bekommen „natürliche Authoritäten“, andere dürfen wohl keinen mehr erwarten, die Zeiten sind wohl wirklich vorbei.
Wobei den Kindern immer noch die Angst vor „Authoritäten“ beigebracht wird. Insbesondere haben Kinder Angst und Panik vor Alkoholikern, Drogenabhängigen, Polizisten oder TV-Stars, da diese für unberechenbar oder gewalttätig gehalten werden.
Konia meint wohl Amerika würde als Land eine Authorität darstellen müssen, die Respekt verdienen würde.
Aber vielleicht assoziiert man mit Amerika auch eher die Vernichtung der Ur-Amerikaner, Hiroshima, Nagasaki, Vietnam, Zerstörung des Irak, Hollywood, Kennedy, kalter Krieg, Nato-Doppelbeschluss und jubelt trotzdem Obama zu als er noch kein Präsident war und niemand wußte, dass sein Vater bei der CIA war.

Darauf Robert: Konia zählt nur die irrationalen, unbewußten Motive der USA-Gegnerschaft auf, aber es gibt auch eine rationale, faktenbasierte Grundlage, die brutale Außenpolitik abzulehnen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass man die USA hasst, sondern nur das Verhalten einer politischen Clique, die die Herrschaft aktuell inne hat.

Peter: Nichts, wirklich nichts wird die 9/11-Idioten jemals überzeugen! Man kann ihnen alles erklären – sie werden immer neue „Ungereimtheiten“ entdecken. Vollkommen hoffnungslos, weil es kein Problem der äußeren Realität ist, sondern eines der inneren: die chrakterstrukturelle Verformung aller Menschen, die sich der antiautoritären Gesellschaft nicht entziehen können.

Peter: Heute abend im Fernsehen WOLFERINE. Wieder ein Beispiel, wie der Antiamerikanismus aus Hollywood kommt. Hier geht es um unmenschliche Machenschaften des vollkommen entmenschten US-Militärs. Eine Bevölkerung die ständig (jeden Tag mindestens ein Film mit dieser Tendenz!) dermaßen indoktriniert wird, muß bei Ereignissen wie dem 11. September vollkommen automatisch an „It was an inside job!“ denken.
Das geht so seit 40 Jahren so, als etwa US-Western grundsätzlich Parabeln über den Vietnam-Krieg waren. Vielleicht die größte Massenindoktrination der Weltgeschichte.
Die massenpsychologischen Hintergründe erklärt Konia.

Klaus: Kann mir jemand kurz erklären, was genau Henry Kissinger vorgeworfen wird und warum manche ihn für einen Kriegverbrecher halten? ich finde in erster Linie Um-den-heißen-Brei-Gerede.

Peter: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Akte_Kissinger

Es wird gerne vergessen, daß zwischen etwa 1947 und 1989 der Dritte Weltkrieg wütete. Es mußten ständig „realpolitische“ Entscheidungen getroffen werden, die fast immer darauf hinausliefen, ob man, was weiß ich, beispielsweise 200 Menschenleben opfert, um WAHRSCHEINLICH 200 000 Menschenleben zu retten. Es müssen Entscheidungen getroffen werden, wie die, ob man dem größten Massenmörder der Weltgeschichte (Mao) die Hand reicht, um so einen Atomkrieg zwischen den Großmächten ein Stück unwahrscheinlicher zu machen.
Jimmy Carter wollte mit seiner betont nicht realpolitischen Ausrichtung alles besser machen: er und niemand sonst hat die iranische Revolution, den Islamismus und Zimbabwe zu verantworten.

Darauf Klaus: OK, es geht also um mehrere Aktivitäten, die jener Hitchens genauso allen anderen Beteiligten vorwerfen dürfte.
„ständig ‚realpolitische‘ Entscheidungen getroffen werden, die fast immer darauf hinausliefen, ob man, was weiß ich, beispielsweise 200 Menschenleben opfert, um WAHRSCHEINLICH 200 000 Menschenleben zu retten.“
Das Dilemma sehe ich durchaus seit Langem und entspricht einem dümmlichen Pazifismus, der bekanntlich kaum zu rechtfertigen ist. Fragwürdig wird es nur, wenn man die Gefahr und die Erfolgsaussicht solcher Aktionen nicht richtig einschätzt, und vom Einschätzen hängt ja eine Menge ab. Was Pinochet angeht, hörte ich immer wieder von blutigsten Folter – bzw. Hinrichtungsorgien (Stadion Santiago); Viatnam My Lai; u. Ä., worauf natürlich die Linken dauernd herumgeritten haben, während sie zu gleich blind für die roten Verbrechen waren. Es bleibt schwierig …
Ich nehme an, dass Kissinger auch durch seine Kindheit (13 Verwandte ermordet) ‚realpolitisch‘ geprägt war.

Und weiter 2016: Die USA unterstützen die Taliban wegen ihrer anti-iranischen Einstellung und in der Hoffnung, diese würden das Land einigen und den Bürgerkrieg beenden, was die Region sehr viel stabiler machen würde.“
Wieder etwas mehr oder weniger weit Hergeholtes; der Vorstellung, in ihrem Land finde ein Stellvertreterkrieg statt, hängen auch einige Afghanen in Deutschland an. Gibt es klarere Hinweise darauf? Oder sind nicht Sachverhalte, die Charakter und Mentalität betreffen, ausreichend?

Peter 2015 zu „Haben Shows wie ‚Hannah Montana: einen schlechten Einfluß auf Kinder?“

The impact of scary TV on children’s wellbeing has been overstated, according to University of Sussex psychologists.
While research has shown that a small minority of children can have extreme reactions to a scary programme or film, the researchers found that, overall, children show very little sign of increased anxiety, fear, sadness or sleep.
problems.
http://www.sussex.ac.uk/broadcast/read/30650

O. 2012 zu „Ist es falsch Kindern einen Schnuller zu geben?”
Die dahinter stehende Diskussion ist, ob Kinder frühzeitig abgestillt werden sollten oder nicht. Wenn man einen Rat geben will, dann ist es besser nicht abzustillen! Das Kind weiß selbst, wann es nach Jahren abstillen möchte. Es geht hierbei nicht nur um Ernährung, die Muttermilch, die viele wichtige Stoffe liefert, sondern vor allem um den energetischen Kontakt, die auch erregenden Sensationen, die die Mutter zu lassen kann (oder nicht).
Wenn eine Mutter dies nicht erträgt, dann stillt sie nicht, einen „orgonomischen“ Zwang hierzu gibt es nicht, und sie wird die Flasche geben.
Der Ernährungsaspekt muss gesondert diskutiert werden. Wer nicht stillt, gibt Aletebrei und die Hipp-Gläschen, gestillte Kleinkinder bekommen dies viel später und nur als Ergänzung zur Muttermilch.
Nestle freut sich über jedes Kind, das nicht mehr gestillt wird. Warum dürfte klar sein.
Als Faustregel, die auch nirgendwo veröffentlicht wurde, können Kinder durch aus bis zur ersten Klasse gestillt werden, wobei es in den letzten Jahren eher um den beruhigenden Aspekt geht.
So und jetzt zum Schnuller. Es kommt auf das Stillen an. Wenn jemand nicht stillt, dann wird dem Kind ein Schnuller angeboten oder auch aufgedrängt, letzteres ist furchtbar. Auch gestillte Kleinkinder werden mal den Schnuller ausprobieren wollen, um zu wissen wie es ist. Dann sollte man auch auf den richtigen achten, der im Plastik nicht irgendwelche Schadstoffe hat.
Zusammenhänge zwischen Schnuller (und Nicht-Schnuller) zu Medienkonsum etc. sind wissenschaftlich nicht untersucht oder belegt, behaupte ich bis mir eine solche Untersuchung vorliegt. Es gehört in den Bereich der plausiblen Mythen, wie bei Navarro, die Idee, dass Kopfpanzerung mit Haarausfall bei Männern zusammenhängen würde.
Was aber anzunehmen ist, sind früh abgestillte Personen oral frustriert worden sind, was für die Psychotherapie insofern später von Bedeutung ist, dass Depressionen und depressive Reaktionen hier ihren Ursprung haben. Da man das später auch nicht mehr ändern kann, man könnte hier einen Schnuller zum therpeutischen Einsatz bringen, ist es nur für die Entwicklungspsychologie von Relevanz und für die Aufklärung der Mütter. Die emotionale Bedürftigkeit des Patienten kommt in der Körpertherapie deutlich zu Tage, hoffen wir, dass eine Therapeut damit umgehen kann und nicht selbst oral frustriert wurde. Die Verhaltenstherapie hat hierfür keinen Sinn und ignoriert dies, da es auch zu sehr an Freud (und Reich) erinnert.

Klaus sagte 2012 zu „Antworten zu “Warum Hirnleistungstraining nicht funktioniert“: Eine Tante von mir, deren einziges geistiges ‚Interesse’ in ihren letzten Jahren zu Hause darin bestand, Kreuzworträtsel zu ‚lösen’, hat Alzheimer.
Eine weitere Verwandte beschäftigt sich mit Sudoku und glaubt, dadurch ihr Gehirn …
Hüther nervt zwar, aber der nette Liebling der linksliberalen Bildungsesos hat hier sicher Recht:
„Das menschliche Hirn sei kein Ablageort für möglichst viel Wissen, da seien Bibliotheken und das Internet viel besser geeignet. Laut Hüther müsse das Hirn vorrangig dazu benutzt werden, um mit dem verfügbaren Wissen kreativ umzugehen und es richtig zu vernetzen. Denn wenn jemand eine Aufgabe mit Interesse und Begeisterung angehe, würden -auch in reiferen Jahren des Erwachsenseins- tiefer liegende Nervenareale des Gehirns dazu angeregt, neue Verknüpfungen zu bilden, die letztlich neue Ideen und Erkenntnisse ermöglichten, so Hüther weiter. Der „Dünger“ für diese erweiterten Hirnaktivitäten sei eigenes Interesse und echte Begeisterung für ein Thema und keinesfalls Leistungsdruck und Stress. In diesem Zusammenhang kritisiert der Professor auch das von vielen engagierten Eltern forcierte frühkindliche Lernen mit zahllosen Angeboten: Kinder, die dauernd etwas angeboten bekommen, lernten vielleicht, viel zu konsumieren; ihre eigene Neugier, Entdeckungsfreude und Kreativität würden auf diesem Weg jedoch nur unzureichend gefördert.“ (http://www.ihre-gesundheit.tv/medical-news/begeisterung-und-kreativitaet-sind-dunger-fuer%C2%B4s-gehirn/)
Vernetzen blabla … OK, aber vor allem: Begeisterung für Themen

Peter: http://www.zdnet.com/article/qa-new-evidence-shows-brain-training-games-dont-work/
New evidence shows brain-training games don’t work
New evidence fails to replicate the very study upon which the brain-training game industry depends
Es geht mal wieder um sehr viel Geld!

Robert: Hirntraining, zB Lernen, bringt durchaus etwas. Das kann man heutzutage sogar bildlich im CTG messen. Nur Lernen mit dem Computer bringt bei Minderjährigen nichts. Siehe Manfred Spitzer, Digitale Demenz.

Klaus: “ bringt durchaus etwas. Das kann man heutzutage sogar bildlich im CTG messen“ Dann kommt es darauf an, WAS es ggf. bringt und WAS gemessen wird. In dem smartplanet-Link wird auf Gedächtnisleistungen Bezug genommmen. Menschen können Alzheimer haben und sich dabei (je nach Stadium) an vieles detailliert erinnern und z. B. perfekt beim Mensch-ärgere-dich-nicht abzählen; das alles allerdings ohne das geringste erkennbare Interesse und ohne jegliche ‚innere‘ Beteiligung.

Und weiter: Ich meinte natürlich: in dem mir bekannten Fall ohne für MICH erkennbare ‚innere‘ Beteiligung. Es ist erstaunlich, wie hingegen Naomi Feil Kontakt herzustellen vermag (Beispiele bei Youtube). Das ist allerdings eine Sache, die wohl besondere Kompetenzen erfordert.

2015 schrieb Peter:

„Bike heißt Fahrrad… Apple = Apfel“… Statt Vokabeln nur stumpf zu wiederholen, sollten Schüler beim Lernen mehr Sinne ansprechen, sagen deutsche Forscher. Ihrer Studie zufolge prägen sich Vokabeln besser ein, wenn man gleichzeitig passende Bilder betrachtet, aber vor allem, wenn man sie durch eine Geste ausdrückt. Die Devise heißt also: Denk an den Begriff und steig auf das virtuelle Fahrrad oder beiß in den imaginären Apfel! Der Effekt dieser Strategie lässt sich sogar an der Aktivität des Gehirns erkennen.

http://www.wissenschaft.de/leben-umwelt/hirnforschung/-/journal_content/56/12054/5711178/Beweg-dich!-Gesten-pr%C3%A4gen-Vokabeln-ein/

Und weiter: In letzter Zeit häufen sich Belege in internationalen Studien, daß sich das Risiko, an Demenzen und Depressionen zu erkranken, insbesondere durch sportliche Betätigung signifikant verringern läßt. Noch gibt es für diesen Effekt keine schlüssige neurophysiologische Erklärung. http://www.assmann-stiftung.de/bestimmte-nervenzellen-erneuern-sich-ein-menschenleben-lang/

Klaus zu „Der Ursprung des Konflikts zwischen Links und Rechts“: „[…] keine Art von politischem Aktionismus […]“
Und es ist gerade Aktionismus, der Linke so sehr prägt: „Bist du aktiv? Was tust du gegen …?“
„[…] Verheißung von Freiheit, Glück […]“, die vielleicht auch darin einen Ausdruck findet, dass so viele der Szene sich mehr oder weniger als Künstler darstellen.
In dieser Gegend habe ich mal gewohnt, und es ist erstaunlich, wie prall gefüllt sie von ‚Künstlern’ sein soll:
http://klausenerplatz.de/online/kunst-und-kultur/kuenstler.html

O.: Nun unter „Szene“ hätte ich was anderes verstanden, jene künstlichen Kunstprodukte, deren Kunst so überflüssig ist, dass es einen wundert, dass es hierfür einen Markt geben soll.
Die hier aufgeführten Kiezkünstler – über Geschmack lässt sich streiten – haben keine MediaSpree hinter sich, keine „Universal Music“, sondern versuchen sich als Hobbykünstler, was doch einfach nur toll ist, dass jeder nach seinen Marotten sich zeigt. Sie bereichern, wenn man es mag, die sozialen Kontakte im Kiez.
Das ist besser als vor der Glotze DSDSS zu schauen.

Klaus: Tja, über diese Sachen, die man so von der Straße aus betrachtet, lässt sich schwer argumentieren – ähnlich wie Theoretisieren über Rechts und Links in der Politik mit Bezug auf ‚Kern‘ und ‚Schichten‘ recht schnell beliebig wird. Am Ende berufe ich mich innerlich wohl doch wieder auf persönliche Eindrücke. Das harte Argument erfordert Theorie auf der Basis klinischer Daten; und da ist man wieder bei den wissenschaftstheoretischen Debatten z. B. über Funktionalismus (das gefiel mir mit Jonas ganz gut).

Klaus: Wenn es einfach nur um Marotten ginge, ok. Marotten sind beispielsweise, wenn Egon jeden Nachmittag um vier Uhr vier Pralinen isst, und das aus Prinzip.
Für mich ist aber recht deutlich, dass die ‚Szene’ z. B. Folgendes praktiziert und zelebriert:
– Kunst = Selbstverwirklichung
– Nichts ist ganz ernst zu nehmen, jeder hat seine eigenen ‚Wahrheiten’
– Nur eins ist sicher: ‚Faschos’ sind böse und gehören weg
Auf einer derartigen Grundlage kann ich mich über nichts ernsthaft unterhalten; man teilt ja nichts. Da bleibt nur noch Selbstverliebtheit mit Stil.
Bin froh, aus Berlin raus zu sein, nun schon einige Jahre.
Und das (oben) nun etwas mit ‚Kern’ und ‚Schichten’ zu tun hat?

O.: Das Problem ist der gepanzerte Mensch … (Konia), sonst würde nach jeder Wahl spätestens nach 2-4 Wochen der Präsident als Gangster am Baum vor dem weißen Haus aufgenüpft werden.
Nachdem die „Konservativen“ (nehmen wir mal diese freundliche Umschreibung an) die Karre an die Wand gefahren haben, KZ mit Folter errichtet haben, was „Konservative“ so lange nicht stört, bis sie selber drin sitzen oder versuchten den harten Cowboy raushängen zu lassen und einen Atomkrieg riskieren oder provozieren mit der dümmlichen Vorstellung, Amerika wird von Gott geschützt oder dem SDI, oder der Patriot II Abwehrrakete und dem AWACS, in frühere Zeit „Neger“ und „Kommunisten“ zu jagen, kein Gesundheitssystem (für alle) zu haben etc. – kommt dann mal ein sogenannter „linker“ Liberaler dran, der die Freiheit verspricht, von der unter den Konservativen nichts übrig geblieben ist (außer für sich selber). Alle Hoffnung liegt auf ihm, eine völlig übersteigerte Hoffnung. Kennedy wurde dann mal eben von einem „Einzeltäter“ von allen Seiten durchlöchert, ein Vorgang, der nie einem Konservativen passierte.
Wilson, den kenn ich gar nicht. Also weiter mit Obama, der den Frieden vom Himmel verspricht und Revolutionen im Ausland lobt (Prag), solange sie nicht gegen Amerika gerichtet sind, er verkörpert auch die neue Hoffnung und Freiheit, die die Konservativen erdrückt und erstickt haben. Es ist der Ausdruck des gepanzerten Menschen, der diese Hoffnung nun will. Kein weiterer Konservativer hätte bestehen können, weil das Volk eben nicht mehr eine „konservative“ Regierung ausgehalten hätte. Obama verhinderte den Umsturz durch das Volk, er hielt seine Versprechen nicht, aber er war die bessere Wahl als zurück zur Bush/Reagan und Co. Regierung.
Nun dass Obama kein Linker ist, muss wohl als Staatgeheimnis aufrecht erhalten werden. Er rettet die Regierung und das demokratische Einparteiensystem zweier gleichgesinnter Fraktionen in die nächste Phase der Konservativen.
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Kaum wird es einen wundern, in D läuft dasselbe Spiel. Hat es die CDU mit allem übertreiben, darf sie pausieren und die SPD führt die Geschäfte in gleicher Manier weiter, doch die Arbeiter und Linken sind zufrieden und hoffen auf ein wenig mehr Freiheit, jedoch werden die „Antiterror und Überwachungsgesetze“ und „Notstandsgesetze“ (für einen Bügeraufstand) durchgesetzt, die unter der CDU nur Widerstand in der Bevölkerung hervorrufen würden. In diesem Sinne sind die „linken“ (und Grünen und FDP usw.) der verlängerte Arm des Teufels.
Wie die „demokratische“ Rückholung der Macht aussieht, weiß man, seit dem Rücktritt von Willy Brandt und dem anschließdenen Putsch von Kohl gegen Schmidt („konstruktiver Misstrauenantrag“ oder so) und Schröder bekommt einen fetten Posten und hebt Merkel in großer Koalition auf den Thron.
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Dann lass ich mich noch hinreißen ein paar Worte zu den „Rotfront-Kapitalisten“ zu sagen, die früher aus Moskau finanziert wurden, was die CDU wusste (der man ja kein Wort glauben kann) und wohl sich als solches herausstellte, als die Zahlungen eingestellt wurden. Doch fand sich leicht für „Linke“ eine neue Investorin, US-Fonds aus schwarzen Kassen. Nun finanziell besser ausgestattet, halten sie keinem festeren Blick mehr stand, der ihr schlechtes Gewissen enttarnt.
Spricht man sie auf Reich an, warum sie diesen nicht in ihren roten Buchläden verkaufen, erntet man misstrauische Blicke, mehr oder weniger offene Ablehnung, insbesondere wo sie jetzt so schön angepasst und konservative Mainstreamwissenschaften vertreten. (Hiervon sind die Grünen genauso betroffen).
Ich sehe keinen Konflikt zwischen rechts und „links“ – alle passen schön zusammen und spielen ihre Rollen.

Claus 2015: Konia:
„Die Ideologie des echten Liberalen wird bestimmt durch und ist Ausdruck der zugrundeliegenden menschlichen Hoffnung auf die Verheißung von Freiheit, Glück und dem Wunsch nach sozialen Verbesserungen, während die Ideologie des echten Konservativen von der Überzeugung bestimmt wird, daß diese angestrebten Zustände, sofern sie denn überhaupt realistisch sind, praktisch nicht, vorsichtig ausgedrückt, über das hinaus zu verwirklichen sind, was die Menschen in Amerika ohnehin schon haben.“
Könnte man sagen:
Konservativ zu sein, heißt, etwas als natürlich zu akzeptieren; also: bewahren
Links und linksliberal zu sein, heißt, nicht etwas als natürlich zu akzeptieren, und stattdessen, bestimmen (z.B. mitbestimmen) zu wollen
Ein Beispiel des linken Denkens ist das Gender Mainstreaming und auch schon die Gleichstellungspolitik, sofern sie Ungleichheit nicht akzeptiert, sondern als ungerecht abzuschaffen versucht.

Darauf Peter: Generell ist es ein Gegensatz von unten und oben:
# Konservative fühlen aus dem Bauch heraus, Liberale (Linke) denken zerebral „differenziert“.
# Konservative leben aus den „unten“ gelegenen Schichten der Vergangenheit heraus, Liberale orientieren sich an den zukünftigen („obigen“) Möglichkeiten.
# Konservative orientieren sich an den wenigen tieferliegenden Funktionsprinzipien, die Liberalen an den oberflächlicheren zahllosen Funktionsvarianten.
# Konservative resignieren („Es war immer so und wird immer so bleiben!“), während Liberale „expandieren“ voller Hoffnung in die Zukunft hinein.
# der Konservative werkelt stumm auf der Stelle, er ist der geborene Tüftler, während der Liberale typischerweise Handel betreibt und dabei redet und redet und redet.
# die Unterschicht ist imgrunde konservativ, die Oberschicht imgrunde liberal.

Claus antwortet: oben – unten ; mmh, wäre wohl ein wenig zu klären.
Auf das reichianische Lob der Bildhaftigkeit möchte ich mich nicht allzu sehr (allenfalls vorübergehend) einlassen.
„Konservative orientieren sich an den wenigen tieferliegenden Funktionsprinzipien, die Liberalen an den oberflächlicheren zahllosen Funktionsvarianten.“ Ja. Übrigens landet neuere begriffliche Behandlung von Naturgesetzen bei David Armstrong und Brian Ellis bei folgenden Merkmalen:
Es sind Allimplikationen („Alle F sind G“), die
notwendig (wenn auch nicht logisch, also aus semantischen Gründen, notwendig), daher auch kontrafaktisch (also auch „Wenn a F wäre, wäre a G“),
und
a posteriori (also so, dass es Erfahrungen bedarf, um sie zu erkennen)
sind.
Das hat sicher mit ‚Funktionsprinzipien‘ zu tun (wohlgemerkt: Das heißt nicht, dass WR daran gedacht hat; das Thema Reich-Talmudismus gab’s hier ja schon mal.)
http://www.cicero.de/salon/politisch-korrekt-oder-die-kultivierung-des-misstrauens/53946
„Die inhaltliche Leere des Konservatismus äußert sich gerade darin, dass entweder politisch korrekte Gepflogenheiten übernommen werden oder aber das Aufbegehren gegen ‚PC‘ verschwörungstheoretische Formen annimmt, ohne dass offensiv für eigene Positionen argumentiert und gestritten wird. Dies wohl, weil es einfacher ist, die Verlogenheit der ‚Anderen‘ anzuprangern, als sich mit dem Zerfall der traditionellen Moral auseinanderzusetzen.“
Man merkt, dass es wichtig wird, „konservativ“ nicht bloß als Festhalten an etwas Altem zu beschreiben, sondern eher als Glauben an dauerhaft Zutreffendes.

Peter: „Die inhaltliche Leere des Konservatismus…“ – Der Konservative ist nicht „politikfähig“, da Politik per se links ist.
Gerade im ARD-Presseclub: Pegida kann in Westdeutschland keinen Fuß fassen, weil hier die Zivilgesellschaft aktiver ist. Zivilgesellschaft??!!

Und: Überhaupt der Presseclub und ähnliches: absolut gespenstisch, wenn man mit Leuten von „ganz oben“ spricht: Deutschland steht mit absoluter Sicherheit kurz vor dem Kollaps, schlimmer als „1933“. Oder anders gesagt: die Katastrophe ist bereits eingetreten, es dauert nur bis die Schockwelle alle erreicht.
Und das weltweit. Trump sagt immer wieder, daß, wenn die nationalen Schulden nur noch ein wenig steigen, der point of no return für die USA erreicht ist. Die 1930er Jahren waren im Vergleich ein Kindergeburtstag.
Das Fernsehen ist wie das Orchester auf der Titanic.

Die Emotionelle Pest (Teil 1)

22. Mai 2016

Beim Gesunden sorgt die genitalorgastische Funktion für einen ausgeglichenen Energiehaushalt. Es gibt nur eine Form der orgastischen Potenz, aber unendlich viele Abstufungen der orgastischen Impotenz. Doch kann man prinzipiell vier Hauptmöglichkeiten ausmachen, wie die genitalorgastisch unerledigte Erregung entladen wird:

  1. die Erregung wird erfolgreich, d.h. weitgehend symptomfrei in der Panzerung gebunden, wie beim „normalen“ Neurotiker, was der Gesundheit im Verständnis der konventionellen Medizin und Psychologie entspricht.
  2. kann die Erregung nicht mehr gebunden werden, kommt es zu neurotischen Symptomen, wie z.B. bei der sexuellen Perversion. Oder die Panzerung versagt ganz: die befreite Angst führt dann z.B. zum hysterischen oder zum psychotischen Zusammenbruch.
  3. kann die Erregung weder in der Panzerung noch in neurotischen Symptomen gebunden werden, entlädt sie sich im autonomen Nervensystem, was zu den somatischen Biopathien führt.
  4. eine letzte Möglichkeit, mit dieser „überschießenden“ Erregung fertigzuwerden, ist die „soziale Biopathie“ „Emotionelle Pest“, bei der man buchstäblich „seine schlechte Laune an anderen ausläßt“. Mit dem Konzept der Emotionellen Pest schaute Reich nicht mehr nur auf die Pathologie der Opfer, sondern auf die der Täter.

Zu Recht fürchten wir die unwillkürliche Plasmabewegung, zu der jeder echte Kontakt führt, wie den Tod, da sie unsere gepanzerte Struktur zu zerreißen droht. Wir könnten eine Herzattacke erleiden, psychotisch oder suizidal werden. Deshalb wenden wir uns Weltanschauungen zu, an die wir uns festhalten können. Das ist die einfache neurotische Reaktion des „Kleinen Mannes“. Aber es gibt auch die pestilente Reaktion des „Großen Kleinen Mannes“, der besonders energetisch und intelligent ist und sich zum faschistischen „Führer“ über die anderen Kleinen Männer aufschwingt. Der Erregung wird nicht mehr ausgewichen, sondern ihre Quelle wird angegangen und vernichtet. Das sind die „Aktivisten“, die Unterschriftensammler, die Organisierer von Bürgerwehren, die mystischen Wirrköpfe, die auf entstellte Weise die kosmische Orgonenergie manipulieren (etwa „Chembuster“), usw. Hierher gehören auch alle, die irgendeine „gesellschaftspolitische Agenda“ durchsetzen wollen.

Anstatt sich an den Genitalen Charakter zu halten, folgt der Kleine Mann dem Pestilenten Charakter, denn der erspart ihm den lebensgefährlichen Kontakt mit dem Wesentlichen. Ausweichen vor dem Wesentlichen ist ja die Erhaltungsbedingung des Kleinen Mannes, so daß für ihn der Genitale Charakter die Verkörperung aller Gefahr darstellt, während der pestilente Wahrheitskrämer die Erlösung verkörpert.

Es geht also nicht darum allgemeine Grundwahrheiten über den gepanzerten Menschen zu verbreiten, sondern um die funktionell spezifischen Grundlagen der spezifischen Erkrankung Emotionelle Pest. Panzerung hat nichts spezifisch mit der Emotionellen Pest zu tun. Ein extrem gepanzerter Mensch kann frei von der Emotionellen Pest sein (z.B. derjenige, der unter einer Soziophobie leidet und autistisch in seiner Ecke sitzt), während sich ein ziemlich ungepanzerter, agiler und manipulativer Mensch wie Modju, d.h. wie ein pestilenter Charakter verhält. So ist es hinsichtlich der Emotionellen Pest irrelevant, ob beispielsweise Helmut Kohl „einen dicken Panzer hat“ oder nicht, wichtig ist nur, daß er, wie zu seiner Regierungszeit im Stern zu lesen war, „keine Neigung zum Potentatentum“ hat und „ein ziemlich normaler Mensch geblieben ist“. „Und er ist ein verläßlicher Freund – wie nicht viele.“ Das einzige spezifische strukturelle an der Panzerung bei der Emotionellen Pest ist nicht die Stärke der Panzerung per se, sondern eine extrem starke Beckenpanzerung.

Oberflächlich könnte man Opportunismus als typisches pestilentes Verhalten betrachten, doch mir scheint er doch eher typisch für das normale neurotische Verhalten zu sein. Die Emotionelle Pest hat etwas Aktives an sich, etwas über die „normale“ Neurose hinausschießendes, während Opportunismus das genaue Gegenteil ist. Es ist ein Unterschied, ob 1938 ein SA-Mann aggressiv eine Synagoge anzündet und dabei dein Großvater ängstlich die Gardinen zuzieht und den Volksempfänger aufdreht. Das letztere ist sozusagen der neurotische Boden, ohne den die Emotionelle Pest nicht existieren könnte. Etwas über diesen Boden hinausschießendes spezifisch Pestilentes wäre es, wenn dein Großvater zu deiner Großmutter gesagt hätte: „Jetzt geht es diesem Judengesindel endlich an den Kragen!“ Die einfache Neurose hat etwas passiv unbeweglich Persistierendes an sich („Es war schon immer so und wird immer so bleiben mit den Juden!“), während die Emotionelle Pest aktiv auf etwas insistiert („Jetzt müssen wir endlich konsequent durchgreifen und nicht nur immer reden, sondern die Juden aktiv fertigmachen!“).

„Es muß etwas getan werden!“ Das ist der Erkennungssatz der Pest. Man denke nur an all den gesellschaftspolitischen Aktivismus der letzten 40 Jahre: „Es muß etwas getan werden!“ Und am Ende ist dann die Situation schlimmer als zuvor, wenn nicht sogar ausweglos. Ich erinnere nur an die grandiose Schulpolitik der letzten Jahrzehnte!

Es stimmt zwar, daß es ohne die opportunistischen Mitläufer nie zu den diversen Katastrophen gekommen wäre, aber der spezifische Auslöser waren halt ganz bestimmte Modjus. Hätte man diese beseitigt, wäre es beispielsweise auch in Tausenden von Jahren nie zu einem Holocaust gekommen. Modju ist wie ein Virus, in einem geschwächten Organismus.

Was den aktiven Kampf gegen die Pest betrifft – also etwa „Modju ausschalten!“: das kann sehr leicht selbst in Emotionelle Pest umschlagen. So verstand sich z.B. die RAF als eine Kampfeinheit gegen den in Wirklichkeit nie untergegangenen Nazismus. Und auch die Nazis glaubten gegen die Emotionelle Pest zu kämpfen, deren diabolischen Plan zur Vernichtung der Menschheit sie in den Protokollen der Weisen von Zion nachlesen konnten. Hitler hat sich persönlich in der Nachfolge Jesu gesehen! Vorsicht also vor „Kämpfern gegen die Emotionelle Pest“ und Nachsicht gegenüber „opportunistischen Schweinen“!

Auf Grundlage des bisher gesagten, folgt hier ein „EP-Index“ (Emotionelle Pest). Null Punkte bedeuten vollständige EP-Freiheit, zehn Punkte absolute Modjuhaftigkeit, dabei folge ich der Einteilung:

  1. Energiepegel: unangemessene Aggressivität entsprechend der starken Beckenpanzerung und dem hohen Energieniveau: beides zusammen macht die Menschen zu „stacheligen“ Sadisten. Der Pestilente Charakter ist typischerweise ein Aktivist mit einem buchstäblich hohen Potential.
  2. Sozialverhalten: Hang zur üblen Nachrede und „Mobbing“, wozu auch allgemeine Unverträglichkeit und die Zerstörung von Arbeitsbeziehungen gehört. Gleichzeitig versteht sich der Pestilente Charakter aber immer wieder lieb Kind zu machen. Er ist ein Parasit, der von den Arbeitsleistungen anderer lebt.
  3. Persönlicher Umgang: Hang andere zu „Hypnotisieren“, „stechender, bohrender, hypnotisierender Blick á la Hitler“ und der allgemeine Hang andere mit seiner vermeintlich „bezwingenden Persönlichkeit“ zu manipulieren.
  4. Ideologie: Freiheits- und Wahrheitskrämerei, worunter auch der vermeintliche „Kampf gegen die Emotionelle Pest“ gehört. Dieses Predigen ist verbunden mit einer vollständigen Uneinsichtigkeit in die eigene Pathologie, fehlende Selbstkritik.
  5. Sexualität: pornographisches Verhältnis zur Sexualität, wobei ich hier Pornographie mit einer verächtlichen Haltung gegenüber der Sexualität gleichsetze, im Unterschied zur passiven Verklemmtheit, die nicht pestilent ist.

Betrachten wir nun konkrete Beispiele:

  1. unangemessene Aggressivität:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0
  2. Hang zur üblen Nachrede:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0
  3. Hang, andere zu „hypnotisieren“:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0
  4. Freiheits- und Wahrheitskrämerei:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0
  5. pornographisches Verhältnis zur Sexualität:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0

L. Ron Hubbard ist das Paradebeispiel eines „10-Punkte“-Modju. Er war extrem energetisch, kriminell, diktatorisch und ein Perverser, der seine Umgebung mit einer rigiden Sexualmoral malträtiert hat. Ein moderner Mohammed oder Joseph Smith!

Sein System beruhte darauf seine Mitmenschen durch Hypnosetechniken gefügig zu machen, ihnen ihre Seele zu stehlen – und sie dafür, d.h. für die eigene Zerstörung, ein Vermögen zahlen zu lassen.

Hier ein typisches Beispiel wie die Opfer aussehen – und das ist jemand, der die „Kirche“ verlassen hat, aber immer noch an den ganzen Unsinn glaubt. Was sie sagt, ist vollkommen gleichgültig, wichtig sind nur die Augen und die Ausstrahlung. Was Modju hinterläßt, ist eine leere Hülle:

Die gleiche Glut, der gleiche Irrsinn, die gleiche chronische Überexpansion, die gleiche krankhafte Erregung, der gleiche dauerhypnotisierte, dabei untergründig tief verzweifelt, depersonalisierte Zustand wie bei den Halbirren, die Stalin, Hitler und Mao zugejubelt haben.

Hier ein Beispiel, wozu solche Menschen in der Lage sind:

Wie kann man mit der Emotionellen Pest umgehen?

  1. Es ist sinnlos sich mit den Vertretern der Emotionellen Pest, beispielsweise den Proponenten des Pseudo-Liberalismus (der die heute virulenteste Form der Emotionellen Pest ist), abzugeben. Es ist so wie mit den psychopathischen Schlägertypen einst auf dem Schulhof – entweder haust du ihnen so eine in die Fresse, daß sie dich für immer in Ruhe lassen (meist reicht es, daß man als einziger nicht zurückweicht, nicht kleinbeigibt) oder du läßt sie in Ruhe und gehst ihnen tunlichst aus dem Weg. Jeder Kompromiß oder jedes Mittelding zwischen den beiden Alternativen bedeutet den sicheren Tod. Man läßt Modju nicht in seine Nähe: entweder indem man ihm einen vernichtenden Schlag versetzt oder indem man wegrennt.
  2. Wer sich mit der Emotionellen Pest beschäftigt, „wer den Saustall ausmisten will“, wird dabei zwangsläufig sich selbst „beschmutzen“. Nun ist der pestilente Charakter aber zumeist ein äußerst moralischer Mensch und wird dich als unmoralisches, „dreckiges“ Schwein bezeichnen. Dabei ist er selber nichts weiter als ein Haufen Dreck, macht dich aber wegen jedem kleinsten Dreckspritzer auf deiner Weste an.
    Dadurch erreicht Modju zweierlei: erstens verwischt er den Unterschied zwischen Sauberkeit und Dreck („Jeder hat doch Dreck am Stecken!“); und zweitens kann er sich selbst zum Kämpfer gegen den Dreck aufspielen: Judas spielt sich zum Christus auf.
    Deshalb muß man alles tun, um den Unterschied aufrechtzuerhalten, den Unterschied zwischen gut und böse. Und entgegen aller Pseudofunktionalisten hat Reich genau dies getan. Wenn wir den Unterschied zwischen OR und DOR verwischen, wird es nie gelingen das DOR zu sequestrieren. Und schließlich: die Pest wird nicht von Selbstzweifeln geplagt, warum also ausgerechnet wir?
  3. Wir haben keinerlei Grund, das Licht der Öffentlichkeit zu scheuen, die Pest mit ihren Leichen im Keller sehr wohl.
  4. Um aber nicht selbst pestilente Mittel zu benutzen, sollte man weniger auf die einzelnen Pestkranken abzielen, sondern auf die Mechanismen der Emotionellen Pest. Diese müssen unter allen Umständen für jeden sichtbar freigelegt werden. Das ist die Hauptaufgabe jeder orgonomischen Aufklärung. (Tatsächlich ist ein Großteil der Weltliteratur der Beschreibung der Mechanismen der Emotionellen Pest gewidmet.)
  5. Generell ist über die Irrationalität zu sagen, daß es unfair ist, Menschen wegen ihres neurotischen Charakters, also ihrer Krankheit, anzugreifen. Eine ganz andere Angelegenheit ist es, wenn der Neurotiker seine Irrationalität auf dem sozialen Schauplatz auslebt. Unverzeihlich ist es aber, daß er dies in einem lebenswichtigen Bereich tut – insbesondere der Orgonomie. Man muß im Umgang diese drei Bereiche voneinander trennen. Es geht schließlich um das Interesse des Lebendigen, nicht um abstrakte Moral. Wenn sich Modju in einem irrelevanten Bereich austobt – wen interessiert’s.
  6. Die Emotionelle Pest weicht nur zurück, wenn sie direkt attackiert wird. „Bis hier und nicht weiter! Mir ist scheiß egal, was du sonst tust, aber hier lasse ich dich nicht durch!“ Wenn die Emotionelle Pest wirklich die Emotionelle Pest ist, wird sie zurückweichen und sich ein anderes Opfer suchen, denn Feigheit ist ihr Wesensmerkmal. Vielleicht kollabiert sie auch gleich ganz, da sie auf Kompromißlosigkeit nicht vorbereitet war. Man muß diesen Überraschungseffekt ausnutzen. Die Pestilenz ist wie eine DOR-Wolke oder ein Krebstumor: ein wenig Orgon reicht und sie verflüchtigt sich. Ein Solschenizyn reicht – und das Reich des Bösen kollabiert!
    Unser eigener Pessimismus angesichts der Pest ist unser größter Feind!

Die Kulturdebatte zwischen Freud und Reich heute

11. Mai 2015

In seiner Ausgabe vom März 2006 berichtete das Deutsche Ärzteblatt über „75 Jahre Unbehagen in der Kultur“. Ein schockierender Text, da er zeigt, in welchem Ausmaß Freud über seinen Erzrivalen Reich triumphiert hat. Nach 75 Jahren ist es so, als hätte Reich nie gelebt.

Immerhin macht der Autor ungewollt deutlich, warum Freud gesiegt hat und siegen mußte:

Um das Leben zu ertragen, können wir Linderungsmittel nicht entbehren. Die Kulturentwicklung hält einige davon bereit – doch um den Preis der Nichtbefriedigung mächtiger Triebe. So tauscht der Kulturmensch für ein Stück Glücksmöglichkeit durch ungehemmte Triebbefriedigung ein Stück persönlicher Sicherheit ein.

Mit Freud aalen wir uns lieber in unserem neurotischen Sumpf – statt frei und „ungepanzert“ (verletzlich) zu sein. Oder wie Reich in seiner Rede an den kleinen Mann sagt: „Du bettelst um Glück, aber Sicherheit ist dir wichtiger.“

Entsprechend stellt der Kleine Mann ausgerechnet den Freudianismus als das Höchste an Mut, Illusionslosigkeit und Aufklärung hin. Hier ein beliebiges Beispiel:

Im „Büchermarkt“ des Deutschlandfunks besprach am 8. August 2005 Steffen Graefe das neue Werk des Kulturtheoretikers und Ethnopsychoanalytikers Hans-Jürgen Heinrichs Expeditionen ins innere Ausland (Freud. Morgenthaler. Lévi-Strauss. Kérenyi. Das Unbewußte im modernen Denken). Heinrichs ginge es um das „emanzipatorische Potential“, das heterodoxen Lebensformen innewohnt. Die bürgerliche Gesellschaft würde mit ihrer „tumben Normalität“ die Menschen einem „bürokratischen Selbstverstümmelungsprozeß“ ausliefern. Darauf Graefe:

Diese Kritik ist weder originell, noch neu: Schon Wilhelm Reich hatte ihr mit seinem Schlagwort vom Charakterpanzer einen illustren Ausdruck verliehen. Auch Heinrichs will innere Panzer beseitigen.

Heinrichs zufolge käme es darauf an, das „innere Ausland“ durch Verflüssigung der inneren Widerstände zu befreien. Und das heißt: alles ist erlaubt. Graefe wendet ein:

Hier schwimmt der Autor in einem universalisierten Toleranzprinzip, das in jeder noch so irritierenden und schockierenden Perversion nur ein an sich harmloses „Mittel zur Erhaltung ungerichteter Triebhaftigkeit“ zu erkennen glaubt. (…) Innerhalb einer immer entrückten Traumwelt ist selbst der Sadismus nur eine entzückende Spielart unter vielen anderen.

Heinrichs rettet sich mit Verweis auf Emmanuel Lévinas: ich gebe dem Anderen (dem „Ausland“ schlechthin) Vorrang vor mir selber. Graefe kehrt zu Freud zurück: in der

von den Ethnopsychologen idealisierten Natur-Gesellschaften gab es immer auch Tabus: (…) Das Heilige war nicht nur das Unendliche, sondern auch das endlich begrenzende, eben dasjenige, was die Romantiker des inneren Auslands nicht mögen: ein Über-Ich.

Diese „Debatte“ zwischen Heinrichs und Graefe zeigt plastisch das Dilemma der heutigen Gesellschaft und warum Reich den meisten Menschen so fremd bleibt: Triebhaftigkeit gegen Triebunterdrückung – so etwas wie „Genitalität“, „orgastische Potenz“ und „Selbststeuerung“ wird – undenkbar.

Bisher hat man versucht, Psychopathen vor allem von ihrem Mangel an Angst, was die Konsequenzen ihrer Taten betrifft, her zu verstehen. Neuere Forschungen zeigen jedoch, daß sie weit eher von dem Lustgewinn getrieben werden. Man nehme etwa Diebstahl: wenn der Psychopath eine fremde Geldbörse sieht, die er sich aneignen kann, ist subjektiv die Vorfreude und objektiv die Dopamin-Ausschüttung im Gehirn (die man mit bildgebenden Verfahren verfolgen kann) weitaus größer als bei normalen Menschen. Er kann sich gar nicht gegen den Griff zum fremden Portemonnaie wehren. Psychopathen sind zu sofortiger Gratifikation Getriebene, ähnlich Drogenabhängigen.

Sie sind genau das, was Reich bereits Anfang der 1920er Jahre untersucht hat: triebhafte Charaktere (Frühe Schriften I). Aus heutiger orgonomischer Sicht sind triebhafte Charaktere Menschen, die zwar gepanzert sind, bei denen jedoch die Panzerung desorganisiert und in ewiger Fluktuation ist. Aus diesem Grunde sind sie auch untherapierbar, da sich kein festumrissener Ansatzpunkt darbietet, um die Neurose auszuhebeln. Dieses „Schillernde“ macht ihre ganze Faszination aus, die sie für den „richtig“ gepanzerten Menschen so überaus anziehend macht. Bekanntlich bezeichnete Reich den destruktiven Charismatiker Hitler als den „Generalpsychopathen“.

Der triebhafte Charakter bestimmt heute erneut die Führungsetagen. Man denke nur einmal an Obama und seine Botschaft „Vordere dein Recht ein!“ und vor allem an die „zockenden“ Führungsspitzen der „Wall Street“ a la Madoff.

Ein typischer triebhafter Charakter ist „Rambo“: ein haltloser junger Mann wird unter einer dominierenden Vaterfigur zu einem extrem guten Soldaten, der weder Angst noch Empathie kennt, verfällt dann wieder nach der Armeezeit und wird zu einem haltlosen Landstreicher. Während sich Rambo einen künstlichen Muskelpanzer antrainiert, um seine triebhaften Impulse unter Kontrolle zu halten, unterwerfen sich mehr intellektuelle Typen Konzentrationsübungen, um ihren Geist zu disziplinieren.

Ständig ist der haltlose Psychopath auf der Suche nach einem äußeren Halt. Wobei es ziemlich gleichgültig ist, ob er sich okkulten oder faschistischen Bewegungen anschließt. Es ist kein Wunder, daß auch die „Wilhelm-Reich-Bewegung“ von diesen Charakteren bevölkert ist, zumal Reich selbst eindeutig triebhafte Züge zeigte. Das erklärt auch Reichs frühe Beschäftigung mit dem triebhaften Charakter.

Man darf sich im übrigen nicht durch Äußerlichkeiten verwirren lassen. Genauso wie „Rambo“ kann auch eine spindeldürre „Schwuchtel“ ein triebhafter Charakter sein. Er kann ebenso gut aus einer Finanzdynastie wie aus dem Lumpenproletariat stammen. Er kann Self-Made-Millionär sein, aber auch Hartz-IV-Empfänger. Libertärer „Kapitalist“ oder sektiererischer Maoist. Grunzendes Umweltschwein oder pikierlicher Veganer.

Der „triebhafte Charakter“ ist Resultat sowohl allzu brutaler als auch zu nachgiebiger Erziehung (Reich in der Besprechung von Furrer, A.: „Der ‘moralische Defekt’, das Schuld- und Strafproblem in psychoanalytischer Beleuchtung“, Imago XIII(1), 1927, S. 141-142).

Beides verhindert (in psychoanalytischer Sprache) die Ausbildung eines funktionierenden „vernünftigen“ Über-Ichs bzw. (in orgonomischer Sprache) die Formierung einer konsistenten Panzerung. Das Übr-Ich bzw. die Panzerung des triebhaften Charakters läßt anfangs eine Luststeigerung zu, mehr als bei normalen Menschen, jedoch schlägt dann das „isolierte Über-Ich“ um so härter zu, die „unbefriedigte“ Panzerung verkrampft um so stärker, die Frustration ist um so größer, entsprechend die Triebhaftigkeit. Man denke nur an die Karikatur einer „alkoholkranken Nymphomanin“ oder an Charlie Chaplins Darstellung des „Hysterikers“ Hitler.

Die Entwicklung des okularen Panzers bei Säuglingen

15. Oktober 2014

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia beschäftigt sich mit dem Hintergrund der Schizophrenie:

Die Entwicklung des okularen Panzers bei Säuglingen

Hitler im 21. Jahrhundert

23. Oktober 2013

Charles Konia hat sich ausführlich über Psychopathen geäußert, etwa hier und hier. Dabei geht es vor allem um die Psychopathen in den Chefetagen, die nicht zuletzt die Wirtschaftskrise der letzten Jahre zu verantworten haben.

Dazu nun ein interessanter Artikel im Informationsdienst für Neurologen und Psychiater neuro aktuell (Oktober 2013, Nachdruck eines Artikels aus der Süddeutschen Zeitung von Anfang des Jahres).

Zunächst werden die modernen Diagnoseschlüssel ICD-10 und DSM-IV kritisiert, die den Begriff „Psychopathie“ abgeschafft und durch weniger scharfe Begriffe ersetzt haben. Doch noch heute werde die Psychopathie, wie sie klassisch 1941 von Hervey Cleckley definiert wurde, als Kriterium herangezogen, was sich etwa durch die weitverbreitete Verwendung der von Robert Hare entwickelten Psychopathy Checklist –Revised zeige.

Stichworte für die Diagnose von Psychopathie sind hier:

Ein sprachgewandter Blender mit oberflächlichem Charme, bei erheblich übersteigertem Selbstgefühl. Ein krankhafter Lügner mit betrügerisch-manipulativem Verhalten. Er leidet (bzw. leidet eben nicht) unter einem Mangel an Schuldbewußtsein, hat nur oberflächliche Gefühle, ist gefühlskalt und leidet (bzw. leidet eben nicht) unter einem Mangel an Empathie. Er übernimmt für sein Handeln keine Verantwortung.

Angesichts dieser Stichworte sei daran erinnert, daß Reich Hitler stets als „Generalpsychopathen“ bezeichnet hat! Dazu paßt teilweise auch dessen Impulsivität:

Der Psychopath ist von Erlebnishunger geprägt, führt einen schmarotzerhaften Lebensstil und hat sein Verhalten nicht unter Kontrolle. Schon früh zeigen sich Verhaltensauffälligkeiten, das Fehlen von realistischen, langfristigen Zielen, Impulsivität, Verantwortungslosigkeit.

Weitere Auffälligkeiten im Leben von Psychopathen sind Kriminalität in der Jugend, überhaupt eine vielgestaltige Kriminalität mit Verstößen gegen Bewährungsauflagen, Promiskuität und viele kurzzeitige eheähnliche Beziehungen.

Es ist beängstigend, daß in der sich seit etwa 1960 kontinuierlich entwickelnden und um sich greifenden anti-autoritären Gesellschaft diese psychopathischen Verhaltensmuster geradezu zu Verhaltensmaximen werden.

Mitte des letzten Jahrzehnts ergab eine Studie von Robert Hare und des Wirtschaftspsychologen Paul Babiak, daß, während nur etwa 1 % der Gesamtbevölkerung psychopathisch sind, immerhin 3 bis 4 % der höheren Angestellten Psychopathen sind. Der Autor des Artikels spekuliert auf nachvollziehbare Weise, daß die Prozentzahlen an der Spitze der Wirtschaft wahrscheinlich sogar weitaus höher liegen.

Das Problem mit dem Kapitalismus ist, daß solche Typen teilweise recht nützlich sind, denn um eine Firma auch unter schwierigen Bedingungen zu gründen (und damit im günstigsten Fall eine ökonomische Kettenreaktion auszulösen, die eine ganze Region wirtschaftlich wiederbeleben kann!), braucht es einen, wenn man so will, „hitleresken“ Charme, Risikobereitschaft, Angstfreiheit und auch eine gewisse Ruchlosigkeit. Ich hätte beispielsweise wirklich Probleme damit, auch nur eine einzige alte Eiche zu fällen, „nur“ um eine Fabrikhalle zu errichten. Wie ist es erst um so etwas bestellt, wie Leute dazu zu bringen, für dich zu bürgen, oder den Ermessensspielraum eines Verwaltungsbeamten mit dem Einsatz von diversen „Überredungskünsten“ voll auszuschöpfen.

Selbst auf dem Gebiet der Sexualität: ein weicher „Frauenversteher“ kann sich auf ein Leben als Onanist einstellen.

Der britische Psychologe Kevin Dutton hat ein ganzes Buch über die Vorzüge einer psychopathischen Gesinnung geschrieben: Psychopathen: Was man von Heiligen, Anwälten und Serienmördern lernen kann. Allerdings würde auch er keine Psychopathen an die Spitze von Unternehmen setzen, bei denen es um langfristige Strategien geht.

Man kann anfügen: auch ein bei Frauen überaus erfolgreicher „James Bond“ wird sich kaum zum Familienvater eignen!

Wie stets bei Fragen von Gesundheit und Krankheit geht es nicht darum, ob eine Strebung vorhanden ist oder nicht, sondern wie sehr sie „energetisch besetzt“ ist. Es gibt „nur“ einen graduellen Unterschied zwischen „Ich habe dich zum Fressen gern!“ und sexuellem Kannibalismus. Entsprechendes läßt sich über den Kapitalismus sagen: er beruht zwar auf Konkurrenz, Gewinnstreben und Egoismus, aber wie in einem Gesellschaftsspiel gibt es doch einen gewichtigen Unterschied zwischen dem Verfolgen eigener Interessen, insbesondere indem Informationen nicht weitergegeben werden, und Betrug.

Mit dem Umsichgreifen der anti-autoritären Gesellschaft wurde diese, wie angedeutet nicht immer ganz eindeutige, Grenze immer eklatanter überschritten, insbesondere in der Finanzwirtschaft, die teilweise kaum noch von mafiöser Wirtschaftskriminalität zu unterscheiden ist. Selbst um das langfristige Überleben der eigenen Firma scheren sich die psychopathischen Finanzjongleure einen Dreck. Folge war die gegenwärtige Wirtschaftskrise, die prompt dazu genutzt wird, den Kapitalismus an sich in Frage zu stellen. Wie Konia ausgeführt hat, kann jedoch nicht der Sozialismus die Antwort sein, sondern einfach nur die konsequente Bekämpfung von Kriminalität.

Was wirklich Not tut, ist ein verbreitetes Verständnis der menschlichen Charakterstruktur, wie sie Reich, Baker und Konia entschlüsselt haben. Leider Gottes zerstört die moderne Psychiatrie, Psychologie und Soziologie gegenwärtig alle entsprechenden Ansätze, wie etwa das klassische Verständnis der Psychopathologie, und verunmöglicht es dergestalt der Orgonomie in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Diese Entartung von Medizin und Humanwissenschaft ist ein weiteres Symptom der umfassenden anti-autoritären Zersetzung der Gesellschaft. Um so wichtiger und bemerkenswerter ist der eingangs erwähnte Artikel.

Um auf Hitler zurückzukommen: Vor diesem Hintergrund sollte es auch weniger absurd sein, den Nationalsozialismus als eine anti-autoritäre Bewegung zu betrachten. Siehe dazu meinen Blogeintrag War Hitler antiautoritär?.

Die Rolle des energetischen Orgonoms beim Psychopathen

28. Juni 2013

Die ÄrzteZeitung für Neurologen und Psychiater vom Juni 2013 berichtet von einer Studie von Jean Decety et al. (University of Chicago) bei der 27 hochpsychopathische Straftäter mit 25 Straftätern ohne Psychopathie verglichen wurden. Den Probanden wurden im MRT Videos gezeigt, in denen Menschen absichtlich verletzt wurden. Gesichter waren dabei nicht zu sehen. In einer zweiten Versuchsreihe wurden ihnen Gesichter gezeigt, die teilweise typische Reaktionen auf Schmerz zeigten.

Konsistent in beiden Serien waren (…) vor allem die Aktivitätsmuster von drei der Komponenten verändert: So zeigten Straftäter mit hohen PCL-Werten [Hare Psychopathy Checklist] in beiden Serien wie vermutet eine reduzierte Aktivität im orbitofrontalen und im ventromedial präfrontalen Kortex, allerdings, und das war überraschend, auch eine verstärkte Aktivität im vorderen Cingulum. Normalerweise wird das Cingulum bei empathischen Reaktionen mit aktiviert.

Das Team um Decety vermutet nun, daß die Funktion des Cingulums doch komplexer ist als angenommen. Möglicherweise wird auch bei Psychopathen ein Teil des Empathie-Netzwerkes angeschoben, der Stimulus wird aber nur kognitiv und nicht emotional verarbeitet. Die Betroffenen wissen nach diesen Erkenntnissen sehr gut, was vor sich geht, es berührt sie aber nicht. (Hervorhebungen hinzugefügt)

Aus orgonomischer Sicht handelt es sich bei dieser Trennung von Kognition und Emotion um den funktionellen Gegensatz von energetischem Orgonom und orgonotischem System. Das erstere geht auf die Kreiselwelle zurück: die Energie fließt den Rücken empor in den Kopf und gemäß der Kreiselwelle in einem Bogen nach innen und am Vorderkörper zurück nach unten. Seine materielle Verkörperung ist das Zentrale Nervensystem mit dem Rückgrat und dem Gehirn, seine subjektive Repräsentanz sind die Sensationen. Das orgonotische System geht auf die orgonotische Pulsation zurück: die Energie fließt abwechselnd vom in der Nähe des Herzens liegenden Solar plexus aus nach außen und zurück nach innen. Ihre materielle Verkörperung ist das Autonome Nervensystem mit dem Parasympathikus (Energiefluß nach außen) und dem Sympathikus (Energiefluß nach Innen), ihre subjektive Repräsentanz sind die Emotionen.

Wenn das energetische Orgonom vorherrscht und das orgonotische System an Bedeutung verliert, dominieren die kognitiven („hirngesteuerten“) Prozesse die emotionalen („herzgesteuerten“) Prozesse. Entsprechend sehen sich psychopathische Kriminelle als „Geschäftsleute“, „die keine Rücksicht auf Gefühle nehmen können“. Umgekehrt sind heutzutage ein Gutteil der Geschäftsleute nichts anderes als psychopathische Kriminelle, wie erst vor kurzem wieder anhand der Bankenkrise in Irland deutlich wurde. Das wird in der antiautoritären Gesellschaft immer schlimmer, weil das energetische Orgonom stetig an Bedeutung gewinnt.

Es handelt sich um ein bioenergetisches Phänomen, das man quer durch die Gesellschaft findet: das Verhalten und Denken von Jugendlichen, die zunehmende Bedeutung von Cannabis (das unmittelbar die Umwandlung von Emotionen in Sensationen bewirkt), die allgegenwärtige Mechanisierung aller Lebensprozesse, die wachsende Dominanz der „kognitiven Verhaltenstherapie“ in der Psychotherapie, die zunehmende Bedeutung von Psychopharmaka („Hirnchemie“), Kunst und Musik („Ambient“), die Ausbreitung „fernöstlichen“ Gedankenguts, die gesellschaftliche Hegemonie der linken Political Correctness, der „Casinokapitalismus“, etc. pp. Eine Welt, in der es nur Berechnung gibt, keine „störenden“ Emotionen. Eine herzlose Welt der Sensationen, in der die Menschen zwar wissen, was sie tun, aber nicht mehr fühlen, was sie tun. Ohne Kenntnis von der Entdeckung der Orgonenergie und der kosmischen Überlagerung kann man nicht verstehen, was hier vor sich geht.

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The Journal of Orgonomy (Vol. 46, No. 1, Spring/Summer 2012)

24. April 2013

In dieser Ausgabe geht es zentral um den triebhaften Charakter, zu dem drei Artikel veröffentlicht werden: „Orgone Therapy of an Impulsive Character“ von Charles Konia (S. 10-19), „Clinical Applications of Reich’s Work with Impulsive Characters: The Ego, Ego-Ideal, Superego and the Id” von Robert Harman (S. 20-45) und „Unbridled Impulses, Unfulfilled Dreams: The Life History of an Impulsive Character” von Edward Chastka (S. 46-52).

Im ersten Artikel, einem Nachdruck aus dem Jahre 1969, beschreibt Konia den gescheiterten Versuch einen triebhaften Charakter zu behandeln, den er zunächst als Assistenzarzt in einer psychiatrischen Klinik in Therapie hatte und dann in seiner Privatpraxis weiterbehandelte. Das erklärt, wie es überhaupt zur Therapie kommen konnte, der sich triebhafte Charaktere normalerweise nicht freiwillig aussetzen. Das hat durchaus rationale Gründe, denn die fragile biophysische Struktur solcher Patienten verunmöglicht jede Therapie. Bei diesem Patienten mündeten therapeutische Fortschritte stets in anorgonotischen Anfällen. Wenige Monate nach Abbruch der Therapie starb der Patient an Unterleibskrebs.

Harman führt aus, daß man diesen Patienten zumindest in dem Sinne beistehen kann, daß man ihnen hilft, ihre soziopathischen Anteile besser zu kontrollieren. Dies gelingt durch die ansonsten vernachlässigte Unterscheidung zwischen Über-Ich und Ichideal. Das triebfeindliche Ichideal wird dann gegen das beim triebhaften Charakter triebbejahende Über-Ich mobilisiert. Das Über-Ich steht hier für die verinnerlichte Emotionelle Pest, d.h. die „sekundäre Schicht“, die sich in die Mitte zwischen dem bioenergetischen Kern und der oberflächlichen Schicht, der sozialen Fassade, schiebt. Das Ichideal entspricht dann den rationalen eigenen Bedürfnissen und den rationalen Anforderungen der Arbeitsdemokratie, die sozusagen von beiden Seiten gegen die sekundäre Schicht mobilisiert werden.

Bei Chastka geht es schließlich darum, daß beim triebhaften Charakter die Arbeitsfunktion typischerweise nicht vorhanden ist. Charles Konia ist in seinem Buch The Emotional Plague näher auf diese Problematik eingegangen. Dabei wird an folgendem Fall deutlich, daß man diesen Charaktertyp nicht nur in der Drogenszene und bei Hartz IV-Empfängern begegnet, sondern gerade auch in den Chefetagen:

Ein energetischer und charmanter hochrangiger Geschäftsmann Anfang 40 zeigte eine Befähigung zur Arbeit, solange er unter den Fittichen des Geschäftsführers des Unternehmens tätig war, einer starken Autoritätsfigur. Solange er unter dessen Kontrolle stand, war der leitende Angestellte ein guter Soldat und führte seine Aufgaben recht gut durch, obwohl er nur als Reaktion auf Befehle tätig wurde, nicht aus innerer Motivation heraus. In der Regel reagierte er auf Anweisungen mit einem automatischen „Jawohl!“ Ich fühlte von Anbeginn der Therapie, daß er möglicherweise Schwierigkeiten habe werde, weiter stetig und verantwortungsvoll zu arbeiten. Angesichts seiner Impulsivität war es nicht verwunderlich, daß er fast jede Woche in irgendeinem neuen Unterfangen involviert war. Als der Geschäftsführer plötzlich zurücktrat, war der Patient gezwungen, die Firmenleitung zu übernehmen. Anfangs hielt er sich ziemlich gut, indem er versuchte sich am Vorbild seines alten Chefs auszurichten. Aber allmählich verschlechterte sich seine Arbeitsfunktion. Er verlor den Fokus, verließ die Organisation, brach die Therapie ab und folgte einem mystischen Heiler. Seine Arbeitsfunktion, die schon immer prekär war, war von einer dominierenden Autorität abhängig. (S. 304)

Siehe zum Thema auch Konias deutsches Netztagebuch.

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