Posts Tagged ‘Protestantismus’

Der verdrängte Christus: 1. Kern, Gott und Über-Ich

3. Januar 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Kern, Gott und Über-Ich

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Blogeinträge Mai/Juni 2012

21. November 2017

Charles Konias Orgonsoziologie. Angesichts des gestrigen Beitrags zur Ökonomie möchte ich insbesondere auf seinen Blogeintrag „Wieso ‚Konjunkturpakete‘ nicht funktionieren“ verweisen:

Blogeinträge Mai/Juni 2012

  • Aus der Geschichte der Emotionellen Pest: Die Lösung des Christentums
  • Wieso „Konjunkturpakete“ nicht funktionieren
  • Kommunismus/Sozialismus ist der Krebs des Gesellschaftskörpers
  • Aus der Geschichte der Emotionellen Pest: Die Lösung des Liberalismus
  • Aus der Geschichte der Emotionellen Pest: Die Lösung des Konservatismus
  • Der schwindende Kern-Kontakt bei den Menschen
  • Das Robin-Hood-Syndrom
  • Eines der Hauptsymptome eines emotionell pestkranken Charakters
  • Die Auswirkungen der sozio-politischen Rotverschiebung auf das Denken der Menschen

 

Kommentar zu „Aus der Geschichte der Emotionellen Pest: Die Lösung des Christentums“:

Robert (Berlin) schrieb 2013:

Dieser Artikel ist ausgesprochen gut, leider aber sein Lösungsansatz sehr utopisch. Das deswegen, weil durch den Einbruch der islamischen Pest seine Lösung immer unwahrscheinlicher wird, abgesehen auch davon, dass es nie genügend Therapeuten geben wird. Man müsste eine freie „Insel“ schaffen, diese gut schützen und darin ungepanzerte Kinder aufwachsen lassen (unter der Aufsicht von Orgontherapeuten) und diese erziehen dann wiederum als Erwachsene weitere ungepanzerte Kinder.

O.:

„Die Emotionelle Pest ist eine medizinische Erkrankung und muß wie jede andere Infektionskrankheit behandelt werden.“ (laut Konia)
Dies würde sagen, EP sei keine psychische Erkrankung und könne nicht mit Psychotherapie behandelt werden.
Daher mein Gegenargument: Emotionelle Pest ist eine psychische Erkrankung und muss mit Psychotherapie behandelt werden.
Genauer betrachtet ist sie aber ein soziales Phänomen einer Masse psychisch Kranker (definiert nach Reich). Mit Einzeltherapie wird dem keiner beikommen können. Vielleicht wäre eine Kombination aus Grupen- und Einzeltherapie sinnvoll?
_______________
@ Robert: Ich möchte nicht auf der Insel leben, wo Orgontherapeuten die Aufsicht haben.

Zu „Wieso „Konjunkturpakete“ nicht funktionieren“:

David:

Die wirtschaftlichen Empfehlungen von Seiten der politischen Rechten, verantwortungsvolle Haushaltspolitik durch Ausgaben- und Steuerkürzungen und den Markt sich selbst regulieren lassen, kommt den aktuellen wirtschaftlichen Problemen der gepanzerten Menschheit näher als all die „Lösungen“ der heutigen linken Ideologen.

Richtig, die Deregulierung ist im Prinzip großartig.

Jedoch: de facto wird einseitig zugunsten der Konzerne und Firmen dereguliert, während – gegenwärtiger Berichterstattung zufolge – etwa ein Mini-Jobber sich mit Vertragswerken konfrontiert sieht, die bis oben voll gestopft sind mit Klauseln zugunsten des Stärkeren – für ihn gibt es also nicht weniger, sonder mehr Regulierung!

Das, was ich „Bürokratie westlichen Typs“ nenne, breitet sich immer mehr aus.

Knebelverträge nennt man sowas umgangssprachlich.

Es gibt – unter der Vortäuschung von Deregulierung von konservativer Seite her – eine gewaltige Verschärfung der Regulierung.

Und was kann Mann / Frau sonst machen, als sich verschärft ausbeuten zu lassen??

Mann / Frau braucht ja unbedingt das wenige Geld.

Diese ganze Freiheitsideologie und Dereguliererei ist genau so ein Lügengebäude wie der Marxismus, nur in entgegengesetzter Richtung .So sehe ich das.

David

—-

Übrigens hat der Autor dieser Zeilen online beim Deutschen Bundestag eine Petition eingereicht, die Leiharbeit – so genannte „Zeitarbeit“ – zu verbieten und unter Strafe zu stellen.

Auch als es die noch nicht gab, konnten dennoch die Firmen auf Auftragsspitzen reagieren:

Sie mussten eben zu den Treffpunkten der Gelegenheitsarbeiter gehen, wie etwa bei Haltestelle „Brendle“ am Stuttgarter Großmarkit, wo auch die „Servis“ des Arbeitsamtes war – die es heute nicht mehr gibt, und sie mussten sich dort Leute holen.

Das war keine Zeitarbeits-Einrichtung, sondern eine Vermittlung, d.h. der Arbeiter wurde nicht verliehen sondern vermittelt. Das muss wieder eingeführt werden.

Es ging also ohne weiteres, nur war es für die Firmen nicht so bequem.

Für die Firmen gab es auch nicht die Haftungs-Abwälzung, die man heutzutage um jeden Preis will – vielleicht wegen der amerikanischen Unsitte, dass übermäßig hoher Schadenersatz-Prozesse üblich sind.

Zu „Kommunismus/Sozialismus ist der Krebs des Gesellschaftskörpers“:

Robert (Berlin):

Ein anderer Krebs ist der Überwachungsapparat, der immer gigantischere Züge annimmt

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/steve-watson/senator-rand-pauls-botschaft-an-obama-genug-ist-genug-wir-wollen-unsere-freiheiten-zurueck-.html

David:

Wie bitte?

der Verzicht auf Rückzahlung der Darlehen für College-Studenten …

dieser Verzicht soll schlecht sein??

Hiermit bezieht sich Konia meines Erachtens auf eine Gesetzes-Änderung, die es erlaubt, von den Studienkredit-Schulden im Falle einer Privatinsolvenz genau so befreit zu werden wie von anderen Schulden auch.

Vorher waren Studienkredit-Schulden von der Privatinsolvenz ausgenommen, das heißt sie mussten auf jeden Fall bedingungslos – und mit Zins und Zinseszins – bis zum letzten Cent zurückgezahlt werden.

Bekanntermaßen stehen die jungen Menschen in Nordamerika – gehört habe ich es von Kanada aber USA ist vermutlich genauso – unter einem GEWALTIGEN sozialen Druck – verschuldet durch die Bildungs-Inflation die wiederum auf das Konto des Modern-Liberalen Charkters geht und zwar:

Kein College-Abschluss – keine Arbeitsstelle.

Die Personalchefs wollen College-Abschlüsse sehen heutzutage.

Glaubt hier etwa immer noch irgend jemand, dass die jungen – nicht besonders privilegierten – Kanadier und US-Bürger sich zum Spass so hoch verschulden??

Und wie könnte man die Bildungs-Inflation wieder zurückdrehen?

Robert (Berlin) schrieb 2016:

Gulag – Der lautlose Tod

GULAG – DER LAUTLOSE TOD
Kriegsdrama von Waris Hussein aus dem Jahr 1982.
Mit: John Savage, Willie Nelson, Francesca Annis, Ben Cross
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

INHALTSANGABE:
Als Abenteurer geht er nach Russland, wo er drei Jahre verbringen wollte. Doch Victors Leben wird zum Drama. Als angeblicher Spion verhaftet und in eine überfüllte Zelle eingesperrt, will man den amerikanischen Staatsbürger zu einer Unterschrift zwingen. In endlosen Verhören wird er brutal zusammengeschlagen und Tag für Tag fast leblos in das feuchte Rattenloch zurückgeschleift … bis er endlich unterschreibt sein eigenes Todesurteil. Denn die Antwort heißt 10 Jahre Gulag zehn Jahre lautloser Tod. Nur sein ungebrochener Stolz gibt dem US Bürger die Kraft, die grausame Zeit der Quälerei in Kälte und Eis zu überleben. Ausgezehrt und entkräftet wird Victor in ein abgelegenes Dorf verbannt. Jeglicher Kontakt zur Außenwelt ist abgeschnitten. Ständig überwacht und kontrolliert, findet sein kurzes Glück mit einer jungen Frau aus dem Dorf über Nacht ein jähes Ende. Russische Soldaten holen ihn ab und verschleppen den von Folter gekennzeichneten Mann in den Norden Sibiriens. Victors Alptraum beginnt erneut…

Zu „Aus der Geschichte der Emotionellen Pest: Die Lösung des Liberalismus“:

Robert (Berlin) schrieb 2013:

Ein bestechender Artikel zu Obama

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ein_gott_der_keiner_war

O.:

Was unterscheidet Obama von seinem Vorgänger: Eigentlich nur seine vielen (falschen) Versprechen … ansonsten führt er im Einklang mit allen anderen Präsidenten die gleiche (eben konservative) Politik fort.
Seine Fassade scheint einem „liberalen Charakter“ entsprechen, sein Handeln ist „konservativ“. Wie seine Vorgänger spielt er eine Rolle, die des Präsidenten. Ihn als liberal-kommunistisch zu titulieren ist sicherlich eine gute Beleidigung für Linke, aber er tut was Globalisten tun. Hier blicke ich eher auf das Verhalten, woraus ich keinen liberalen Charakter ableiten würde. – Es mag ja sein, das ich hiervon auch gar nichts verstehe.

Zu „Aus der Geschichte der Emotionellen Pest: Die Lösung des Konservatismus“:

Robert (Berlin):

Im schwarzen Faschismus müsste es dementsprechend auch pseudo-konservative Typen aus der roten Ecke gegeben haben; sozusagen alles spiegelbildlich.

David:

Goebbels?

Robert (Berlin):

Ich merke gerade, dass ich quatsch geschrieben habe. Der Pseudo-Konservative wäre ja der schwarze Faschist, der in der Demokratie „als ob“ auf Konservativ macht, wenn der Trend zum Rechten stark ist. Das wären dann Konservative, die z.B. in der Weimarer Republik im Stahlhelm oder ähnlichem gewesen ist. aber in Wirklichkeit nur auf dem Nationalsozialismus warteten.

O.:

Konias späte Konstruktion des konservativen Gutmenschentum mag nachkommende Generationen überzeugen und ablenken von dem 80er Globalisierungskapitalismus (der nichts mit den Linken zu tun hatte). Hierzu haben die Konservativen geschwiegen und rein gar nichts gemacht, sie haben abgewartet oder Beifall geklatscht als Typen wie Schröder ihre Politik auch noch reaktionär übertrafen.
Konservative haben in den 60- bis 80-er gegen den Kommunismus gewettert mit Parolen „Lieber tot als rot!“.
Wer jetzt „aufsteht“ und eine konservative „Revolution“ fordert, hat den Zug lange verpasst und sorgt dafür, dass alles so weiterläuft. „Linke Geister“ werden beschworen, konstruiert, in Szene gesetzt und von „Konservativen“ neu geschaffen. Jedes Aufbegehren (z. B. gegen Globalisierung und für mehr Basisdemokratie oder Arbeitsdemokratie, für eine leistungsgerechte Bezahlung) wird in die linke Ecke gestellt. So wird sich nichts ändern, die Bevölkerung bleibt gespalten, gelähmt und nehmen ihr Schicksal nicht in die eigene Hand. Alle Selbstregulationsansätze fallen bei Konia unter die „linke Fahne“ und somit wird die emotionelle Pest weiterregieren, die sich Konia eigentlich wegwünscht.
Ich habe mir den Beleg erspart, wonach es in den 70ern eben keine „anti-autoritäre“ Entwicklung gab und die Konservativen zweifelsohne alles im Griff hatten. Mit dem Chaos kämpfen wir heute.
Ich glaube nicht, dass wir mit einer erneuten politisierenden Rechts-Links-Debatte ein Problem lösen werden, wir entfernen uns von jedem arbeits-(demokratisch-)orientierten Ansatz.
First of all – no politics.

Zu „Das Robin-Hood-Syndrom“:

David:

Zitat aus New York Times:

Was jetzt gebraucht wird, ist noch mehr Unterstützung, einschließlich Ausgaben der Zentralregierung für Bildung und öffentliche Bauvorhaben zur Schaffung von Arbeitsplätzen …

Und es wird – im Entwicklungshilfesektor – immer mehr in Ausbildungsplätze gesteckt, deren Fehlen jedoch nicht das Hauptproblem ist.

Zitat Muhammad Yunus, Die Armut besiegen, S. 139:

Die politischen Entscheidungsträger, die internationalen Berater und viele NGO … glauben, die Menschen seien arm, weil es ihnen an Kenntnissen mangle. Ausgehend von dieser Annahme leiten sie Maßnahmen zur Armutsbekämpfung ein, in deren Mittelpunkt umfassende Ausbildungsprogramme stehen

… dass die meisten Experten gute Absichten verfolgen. Sie geben der Ausbildung den Vorzug, weil sich diese Vorgehensweise folgerichtig aus ihren irrigen Annahmen ergibt.

Zitat Ende. Yunus relativiert dies ein wenig, indem er später sagt, dass doch Ausbildung in vielen Fällen hilfreich ist. Jedoch habe werde der Arme ausgebeutet, habe nicht die Möglichkeit, die Früchte seiner Arbeit selbst zu ernten, weil er dekapitalisiert ist. Er hat kein Kapital, das hat im Dorf nur der Zwischenhändler, Mittler, Geldverleiher, der dem Armen die Bedingungen diktiert.

Abgesehen von Aubildungsplätzen hat für Yunus auch das Schaffen von Arbeitsplätzen (Arbeitsstellen für abhängige Beschäftigung) nicht sehr hohe Priorität.

Zitat: Aber es ist falsch, anzunehmen, die Menschen müssten darauf warten, dass ihnen jemand einen Arbeitsplatz gibt,

Hervorhebung hier von mir, und weiter:

… die Menschen sollen zwischen verschiedenen Optionen wählen können, darunter abhängige und selbständige Erwerbstätigkeit.

… Der beschriebene Einschätzungsfehler geht mit einem weiteren blinden Fleck der herkömmlichen Wirtschaftstheorie einher. Gemeint ist die Annahme, das „Unternehmertum“ sei eine seltene Eigenschaft.

Den Lehrbüchern zufolge haben nur wenige Menschen das Talent, wirtschaftliche Chancen zu erkennen, und den Mut, ihr Kapital zu riskieren, um solche Chancen zu nutzen.

Zitat Ende, Hervorhebung von mir. Genau das hat man auch mir ein Leben lang immer gesagt.

… gibt man den Menschen geeignete Werkzeuge in die Hand, so werden die meisten von ihnen bereitwillig die Gelegenheit beim Schopf packen.

Zitat Ende.

Zurück aus der „Dritten Welt“ in unser Land zu unseren Hartz-Behörden.

Auch hier werden Bildungsprogramme groß geschrieben: die Abhängigen müssen gehorchen; immer noch eine Bildungsmaßnahme und immer noch eine (Blome / Augstein zufolge oft dieselbe mehrmals hintereinander), sonst ist ja die Stütze weg.

Einen Systemzusammenbruch möchte man fast wünschen. Erst dann können Zustände eintreten, in welchen die Armen (in Deutschland sind die Armen Relativ Arme) sich selber helfen können.

Zu „Eines der Hauptsymptome eines emotionell pestkranken Charakters“:

Robert (Berlin):

http://www.barack-obama-infos.de/

Zu „Die Auswirkungen der sozio-politischen Rotverschiebung auf das Denken der Menschen“:

O. schrieb 2014:

Welchen Beleg gibt es für diese Annahme: „Die Democratic Party in Amerika wurde in den 1960er Jahren, zu der Zeit, als sich die sozio-politische Rotverschiebung zutrug, von knallharten kommunistischen Charakteren unterwandert und erfolgreich übernommen.“?

Peter:

http://www.breitbart.com/Big-Journalism/2013/11/12/Horowitz-blasts-left-Heritage

Peter schrieb 2016:

Die Rotverschiebung hat mittlerweile selbst die CSU verfaßt, die heute in den wichtigen (!) Fragen eine linksradikale Haltung angenommen hat: http://www.pi-news.net/2016/01/csu-will-weitere-millionen-ins-land-lassen/

Wer die Blockparteien, die Volkszertreter, wählt, ist in meinen Augen ein Schwein!

Die gescheiterte Orgonomie (Teil 1)

13. Mai 2017

Es gibt zwei grandiose Mißverständnisse hinsichtlich der Orgonomie, die sich in entsprechende Fragen kleiden lassen:

Wo sind denn die tollen Ergebnisse der Orgontherapie? Wo die umstrukturierten, entpanzerten, gesunden genitalen Expatienten?

Warum hat es nach Reich keine neuen weltbewegenden Entdeckungen und Entwicklungen gegeben?

Die Orgontherapie ist die einzige, die einzige, Therapieform, die ein eindeutig umrissenes, klar definiertes und objektiv nachprüfbares Ziel anvisiert: die orgastische Potenz. Es geht dabei nicht darum, dieses Ziel zu erreichen, sondern die Patienten auf dieses Gleis zu setzen. Das ist der einzige wirkliche Wirkmechanismus. Es ist schon viel erreicht, wenn die Therapie aus schier unerträglichen Nervensägen einigermaßen vernünftige Menschen macht.

Bei der Orgontherapie ist es wie überall in der Soziologie und Psychologie. Um beispielsweise den Einfluß des Protestantismus auf die Menschen zu erforschen, muß man zunächst den Durchschnitt und die historische Entwicklung betrachten, so daß man bei Fallstudien an Einzelnen weiß, was man sinnvoller Weise untersuchen soll, um die Dynamik des Protestantismus im Vergleich zum Katholizismus zu verstehen. Man kann sich also dieser Frage nicht „wertfrei“ nähern! Kurz gesagt können Protestanten klarer denken und „klarer fühlen“, weil sie sich weiter vom heidnischen Obskurantismus entfernt haben. Alles andere ist irrelevant. Ähnlich ist das bei der Bewertung der Orgontherapie: es geht um den Entwicklungsprozeß.

Wie willst du entscheiden, was „gesund“ ist? Es kommen unendlich dumme Einwände a la, daß in katholischen Ländern die Menschen fröhlicher sind und ähnlicher irrelevanter Unsinn.

Und was die mangelnde Produktivität betrifft: Es herrscht allgemein ein Mißverständnis vor, was Wissenschaft und technische Entwicklungen betrifft. Nach einer wissenschaftlichen Revolution (etwa Galilei und Newton, später die Quantenmechanik) oder einer technischen (die Dampfmaschine, der Verbrennungsmotor und der Elektromotor) wird jahrhundertelang dran rumgedoktert, aber es gibt keine wirklich neuen Entdeckungen oder grundlegenden neuen Erfindungen. Die Materie ist wie sie ist, die Orgonenergie ist wie sie ist, d.h. ihre Eigenschaften sind jeweils überschaubar, nachdem jemand den Schlüssel gefunden hat, diesen Raum der Natur zu öffnen.

Die bioenergetische Grundlage des Euro

7. Mai 2017

Die unterschiedlichen Währungen spiegeln die unterschiedliche Arbeitskapazität der Völker wider. Wegen des signifikant höheren Arbeitsethos haben beispielsweise die Währungen protestantischer (oder zumindest protestantisch geprägter) Länder eine höhere Kaufkraft als die katholischer Länder. Das gleiche gilt für klimatische und genetische Unterschiede (der IQ ist weitgehend angeboren). Nicht zuletzt spielen auch sexualökonomische Elemente mit hinein, d.h. je weiter das Land von „Saharasia“ entfernt liegt, desto durchschnittlich freier fließt die Orgonenergie durch den Körper. Eine freiere Sexualität entspricht einer größeren Arbeitsleitung. All das spiegelt sich im Nord-Süd-Gefälle innerhalb Europas wider. (Hinzu kommen Mitte-West- und Mitte-Ost-Gefälle.) Deshalb konnte man früher die Deutsche Mark oder den niederländischen Gulden nicht mit der italienischen Lira, der spanischen Peseta oder der griechischen Drachme vergleichen. Es waren zwei Welten, die miteinander auskamen, weil die unterschiedliche Kraft der Währungen das Gefälle zu etwas Positivem machten, d.h. etwa die Schwäche der Drachme machte es möglich, daß der Norden griechische Waren und Dienstleistungen nachfragte und so kostbare Devisen nach Griechenland flossen. Eine Situation, von der alle profitierten!

Dann kam in Gestalt des Euro der Angriff der Emotionellen Pest (d.h. der Gesellschaftspolitik). Rational wäre es gewesen, etwa die Währungen der Niederlande, Dänemarks und Deutschlands zu vereinigen und das dann langsam auszuweiten. Aber nein, gegen alle wirtschaftliche und bioenergetische Vernunft wurden den unterschiedlichsten Völkern die gleiche Währung aufoktroyiert. Griechenland wurde so zerstört, zu einem Bittsteller ohne jede Zukunftsaussicht degradiert, und Deutschland hat sich Verpflichtungen aufgebürdet, die uns eines Tages das Genick brechen werden.

Warum dieser Wahnsinn? Der Euro wurde durchgepeitscht, weil der „Zeitgeist“, d.h. die dominierende linksliberale Charakterstruktur, keine Unterschiede, letztendlich keine bioenergetische Erregung ertragen kann. (Sie wollen sogar die Geschlechter abschaffen!) Alles andere als ein europaweiter Euro wäre „rassistisch“ gewesen! Und das ist keine Theorie, so hat die SPD explizit argumentiert, als es um die Aufnahme Griechenlands ging.

Orthodoxie und Katholizismus

27. April 2017

Gestern schon wieder Ausführungen über Religion. Gibt es denn nicht wahrhaftig Wichtigeres? Nun, ich persönlich bin über die Religion zur Orgonomie gekommen. Genauer gesagt über Tantra und Bhakti-Yoga, d.h. das Bewußtwerden und die Mobilisierung der inneren Orgonenergie-Ströme („kosmischer Sex und kosmische Liebe“). In der Religion geht es nicht um „Erlösung“, „Gott“, „den Sinn des Lebens“ und den ganzen übrigen Mumpitz, sondern um den Umgang mit der organismischen Orgonenergie. Deshalb gibt es kaum wichtigere Ausführungen als solche religiöser Natur!

Der Osten ist vom orthodoxen „Denken“, d.h. einer bestimmten Art des organismischen Orgonenergie-Haushalts bestimmt. Typisch für den gepanzerten, will sagen „fragmentarisierenden“, Menschen haben der Osten und der Westen nur jeweils einen Teilaspekt der allumfassenden kosmischen Wahrheit erfaßt. Die Orthodoxie legte alles Gewicht auf die göttliche Natur Jesu. Damit hat die Theologie des Ostens zwar eine unvergleichliche Tiefe und Zwangsläufigkeit erlangt, doch – das Wesentliche klammert sie vollständig aus, weshalb sie die Menschen auch nie motivieren konnte gegen das Unrecht, gegen die Emotionelle Pest aufzustehen.

Schaut man sich die orthodoxe Ikonographie an, wird das Jesuskind immer als ernster, allwissender und alleskontrollierender „Erwachsener im Kleinformat“ dargestellt. Eine Identifikation mit dem „Kind der Zukunft“ ist fast unmöglich. Reich hätte sein Buch Christusmord niemals aus östlicher Perspektive schreiben können! Ausschließlich der Katholizismus (und der Protestantismus) macht es überhaupt möglich, sich Jesus als Mensch zu nähern und die Essenz des Christentums zu erfassen, wie es Reich in Christusmord abschließend getan hat.

Heute hat die westliche Kirche mitsamt ihrer krankhaften Theologie ihre Schuldigkeit getan, ist nur noch eine leere Hülle und gehört in den Orkus gestoßen, angeführt von ekligen Gestalten wie Papst Franziskus und den kommunistischen Clowns, die heute den Protestantismus repräsentieren. Fahrt zur Hölle!

Der orthodoxe Funktionalismus

26. April 2017

Ich bin immer wieder verblüfft, wie nahe doch die Orthodoxie dem orgonomischen Funktionalismus steht. Während der Katholizismus von der sozusagen „gradlinigen“ Emanation des Göttlichen geprägt ist (Gottvater zeugt den Sohn, der wiederum den Heiligen Geist schickt) und der Protestantismus mit seiner Kreuzestheologie von einem existentiellen Dualismus, nimmt die orthodoxe Kirche die Dreieinigkeit wirklich ernst. Sie prägt ihr gesamtes Denken. Wie das zum Ausdruck kommt, zeigt folgendes Beispiel:

In der linksliberalen Umweltbewegung ist der Mensch ein schädlicher Fremdkörper in der Natur und sollte am besten verschwinden, während bei den Konservativen sich der Mensch die Natur zum Untertan machen soll. Bei den einen hat die Natur, die zu einer Art Gottheit wird, Priorität, bei den anderen der Mensch, der sich im Auftrag Gottes die feindliche Natur aneignet. Die Auseinandersetzung dieser beider Lager prägt einen Gutteil des gesellschaftspolitischen Diskurses in der westlichen Welt. Die Herangehensweise der Orthodoxie ist eine grundlegend andere. Hier gehen der Mensch und die Natur beide aus dem, wenn man so will, „gemeinsamen Funktionsprinzip“ Gott hervor. Die Natur ist der unantastbare Tempel Gottes und der Mensch der Priester in diesem Tempel.

Corrington: Wilhelm Reich. Psychoanalyst and Radical Naturalist (2003)

31. Januar 2017

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Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

Corrington: Wilhelm Reich. Psychoanalyst and Radical Naturalist (2003)

Warum Linke nichts in der Orgonomie verloren haben

12. Juni 2016

Zunächst ein Wort über das „Deutschland über alles in der Welt“ dieses Blogs: In der Orgonomie geht es um die Verteidigung und Durchsetzung des Eigenen (des bioenergetischen Kerns) gegen selbstzerstörerische Fremdbestimmung (die Panzerung). Ich gehe über alles, meine Familie geht über alles, Deutschland geht über alles in der Welt. Den anderen ist das gleiche jeweils unbenommen!

Aber hat nicht Reich, der doch so stolz darauf war ein „Bastard“ zu sein (tatsächlich war er reinrassiger Jude!), stets für Internationalismus und vor allem gegen den Rassismus gestritten? Hebt nicht Reich zufolge das „einheitliche Protoplasma“ in seiner Bedeutung alle nationalen und „rassischen“ Unterschiede gänzlich auf?

Betrachten wir das ganze funktionell:

rassismus

Autoritäre Faschisten, wie der neuerlich in dieser Hinsicht häufig zitierte Muhammad Ali, sehen mit pseudobiologischen Argumenten nur den Gegensatz, nicht das gemeinsame Funktionsprinzip und wenn, dann allenfalls als mystisches Abstraktum, aber nie konkret. Wenn es konkret wird, dann ist es „Rassenschande“, die angeblich „gegen die Natur“ ist. Der heutige anti-autoritäre „Antifaschist“ sieht nur das gemeinsame Funktionsprinzip. Offensichtliche Unterschiede werden auf die fadenscheinigste, manchmal geradezu schwachsinnigste Art und Weise vom Tisch gewischt und ebenfalls pseudobiologisch begründet („Es gibt keine Rassen!“). Zur Illustration hier und hier Gespräche zwischen einem „Neonazi“ und einem Multikulti.

Was Reich gesagt hat, gilt für die alte autoritäre Gesellschaft, wie sie heute noch in der durch und durch rassistisch-nationalistischen Türkei vorherrscht oder beispielsweise im „Land der Arier“ (dem Iran), in der anti-autoritären Gesellschaft des Westens ist es aber vollständig unangebracht. Entsprechend rasten die Umvolker der Elite in Politik, Wirtschaft und Medien (ich sage nur „Bertelsmann-Stiftung“) förmlich aus, wenn man von Deutschland (!) als Land der Deutschen spricht und sich dagegen wehrt, daß alle Rassen „beautiful“ sind, nur nicht die weiße. Priese ich die abessinische Nation und die abessinischen Negervölker so, wie ich es beim Deutschtum mache, postete ich abessinische Kriegstänze statt Deutscher Marschmusik, wäre für das komplett verpeilte linke Gesocks alles in Ordnung! Doch so bin ich ein deutschtümelnder Nazi…

Aus diesen Gründen hat das enthirnte linke Geschmeiß nichts, aber auch rein gar nichts in der Orgonomie verloren. Sie unterliegen dem (charakter-) strukturellen Zwang ihre eigene Gruppe zu zerstören. Das zeigt sich bereits anhand ihrer bloßen Existenz. Es sind fast durchweg Leute aus reichem Hause, Privilegierte, Studenten, Menschen aus traumhaft wohlhabenden Ländern, – die für „Umverteilung“ eintreten, also für die Zerstörung ihrer eigenen Gruppe, letztendlich der eigenen Familie, d.h. ihres Vaters. Ich für meinen Teil möchte solche Leute nicht in „meiner Gruppe“ haben. Sie sind die geborenen Verräter. Man schaue sich etwa dieses metrosexuelle Etwas an, das im modischen Che Guevara-Hemd und mit todschickem Palituch als amerikanischer Jude nicht nur für die Aufgabe der israelischen „Besatzung“ (sprich die Aufgabe urjüdischen Landes, das von arabischer Besatzung befreit wurde) plädiert, sondern auch für die Rückkehr der palästinensischen „Flüchtlinge“ nach Israel, d.h. für die Zerstörung Israels und für einen zweiten Holocaust:

Wäre diese Type Deutscher, würde er, a la Claudia Roth, davon träumen, daß Deutschland in einem Fahnenmehr von roten Türkenflaggen ertrinkt.

Würde man solche Leute nicht immer wieder durch gezielte Provokationen in die Flucht treiben, hätten sie die Orgonomie bereits restlos okkupiert und wenig später endgültig zerstört. Dabei geht es nicht um persönliche Sympathien oder die Wertschätzung irgendwelcher Expertise (die meisten dieser Leute sind durchaus sympathisch und könnten einiges an Fachwissen beitragen), sondern schlicht um den Kampf ums Überleben.

Man schaue sich an, was die Linken, die seit den 1960er Jahren Deutschland und ganz Westeuropa dominieren, angerichtet haben! Ihr Multikulturalismus und ihr anhaltender „Kampf gegen Rechts“ haben dazu geführt, daß europäische Kinder im Vorschulalter in immer größeren Landesteilen bereits jetzt in der Minderheit sind – innerhalb von 30 Jahren haben sie 2000 Jahre europäischer Geschichte der Auslöschung preisgegeben. Und sie machen sich deswegen vor Euphorie naß, siehe Claudia Roth.

Solche Leute können Opfer einer Vergewaltigung durch Flüchtilanten werden und…

Karsten Nordal Hauken steckt in einem tiefen, persönlichen Dilemma: Der Norweger, der sich selbst als Antirassist und Feminist bezeichnet, wurde vor rund fünf Jahren von einem somalischen Flüchtling vergewaltigt. Der Täter wurde damals gefaßt und ein Gericht verurteilte ihn zu einer viereinhalb Jahre langen Haftstrafe. Als die Behörden Hauken kürzlich mitteilten, daß der Somalier nach Absitzen der Strafe aus Norwegen ausgewiesen werde, überfiel das Opfer ein schlechtes Gewissen.

Ich erspare mir Beispiele im Bereich der Orgonomie, etwa das Reich-Schlachtfest, das zum Hundersten Geburtstag Reichs in den „Beiheften“ zur Veröffentlichung der Späten Schriften Reichs veranstaltet wurde oder wie linke Reichianer mit ihrer „Spiritualität“ alles plattwalzen. Auch wenn sie das Gegenteil von sich behaupten: sie tun alles, um die Orgonomie zu zerstören und jedes aufkeimende Interesse an Reich zu ersticken. Das ist ihnen größtenteils gar nicht selbst bewußt, weil es, wie gesagt, ein struktureller Zwang ist, dem sie unterliegen. Es hat noch nicht einmal spezifisch etwas mit der Orgonomie zu tun, denn sie zerstören wirklich alles, womit sie sich „identifizieren“ (bzw. eben nicht identifizieren). Linke sind regelrechte Todesengel.

Woher kommt dieser „Todestrieb“? („Todestrieb“ ist der passende Ausdruck. Man schaue sich nochmal das obige Video an!) Jede, wirklich jede, Neurose beruht letztendlich auf dem Versuch mit der genitalen Versagung („Ödipus-Komplex“) umzugehen. Frei nach Elsworth Baker und Charles Konia gibt es dementsprechend drei Typen von Linken:

  1. den Linksliberalen = genitale Rache, die vom Intellekt zurückgehalten wird: er ist „verkopft“, „oberflächlich“, mechanistisch und hat kaum Zugang zu energetischen Prozessen (was jeweils auch für die beiden weiteren Typen gilt).
  2. den Sozialisten = genitale Rache, die von der „sozialistischen Sehnsucht“ verdeckt wird: er ist antiautoritär, gleichzeitig aber unfähig unabhängig zu funktionieren – die typische widersprüchliche Struktur des Faschisten (was auch auf den folgenden Typen zutrifft).
  3. den Kommunisten = genitale Rache, die durch den Intellekt zum Ausdruck kommt: bei ihm dreht sich alles um Subversion und darum andere zu kontrollieren.

Die genitale Rache richtet sich gegen den Vater. Beim Linken drückt sie sich in einer alles umfassenden Rebellion gegen „das Überkommene“, gegen Gott, sogar gegen die Natur selbst aus. Beispielsweise bestreiten solche Leute vehement, daß gesellschaftliche Prozesse von der Charakterstruktur der Gesellschaftsglieder bestimmt werden. Sie sind prinzipiell unfähig das zu erfassen! Für sie sind es stattdessen stets irgendwelche oberflächlichen „gesellschaftspolitische“ Faktoren, die unser Geschick bestimmen. Letztendlich läuft es immer auf finstere Machinationen von Seiten „der Mächtigen“ hinaus = des Vaters. Dieser ödipale Schwachsinn wird dann als „Gesellschaftswissenschaft“ verkauft.

Die Genitalität wird entweder instrumentalisiert, um gegen die Autoritäten anzukämpfen oder sie verwandelt sich in vage Konzepte, etwa von „freier Pulsation“. Da sie vom bioenergetischen Kern abgespalten sind, leugnen sie die kosmische Orgonenergie entweder ganz oder sie verflüchtigt sich bei ihnen zu einem „spirituellen Agens“. Aus dem funktionellen Denken Reichs wird entweder eine Neuauflage des Dialektischen Materialismus oder postmodernes Geschwafel. Kein Gedanke kann vernünftig zuende gedacht werden, weil alles ständig hinterfragt und „dekonstruiert“ wird. Charakteristischerweise wird letztendlich auch der Person Reich (der Vaterfigur) nur mehr Verachtung entgegengebracht.

Der erste Typ (der Linksliberale) ist zwar kein pestilenter Charakter (Emotionelle Pest) im eigentlichen Sinne, aber wegen seiner emotionalen Oberflächlichkeit und seinem Hang zum Mechanismus ist er für die Orgonomie kaum geeignet. Reichs Biograph Myron Sharaf, ein grundanständiger Mensch, war so jemand. Die beiden anderen Charaktertypen sind demhingegen pestilente Charaktere, die in keinerlei Bereich eine Existenzberechtigung haben. Dabei tritt der Sozialist immerhin offen und unverblümt für seine „Ideale“ ein (die letztendlich auf Diebstahl hinauslaufen – „Umverteilung“), während der pseudo-liberale Kommunist (der modern liberal character) seine wahren Ziele verbirgt. Wenn man denn überhaupt von „Zielen“ sprechen kann, denn letztendlich geht es ihm um Subversion um der Subversion willen. Er tut so, als stünde dahinter ein Plan, der zum humanistischen Paradies auf Erden führt, tatsächlich geht es aber nur um Zerstörung.

Die Sozialisten findet man im Lager der meisten sogenannten „Reichianer“, die die Orgonomie dem Zeitgeist anpassen wollen (beispielsweise darf Homosexualität nicht mehr zu den Perversionen gezählt werden), d.h. sie wollen sie sozusagen „sozialisieren“. Zu den subversiven Modjus gehören Leute wie der jugoslawische Regisseur Dušan Makavejev mit seinem Film WR – Die Mysterien des Organismus oder neuerdings Christopher Turner. Typischerweise Journalisten, die sich mit Lügen und falschen Versprechungen in das Vertrauen von Vertretern der Orgonomie einschleichen, um ihr Verletzungen zuzufügen, unter der sie jahrzehntelang zu leiden hat. Es sind sozusagen die Kinder und Kindeskinder von Mildred Brady! Charakteristischerweise werden sie von den linken Reichianern verteidigt, teilweise sogar unterstützt und gefördert, selbst nachdem ihre Taten offen zutage getreten sind.

Es ist bei der Stalinistin Mildred Brady (1947), dem Kommunisten Dušan Makavejev (1971) und Christopher Turner (2011) immer die gleiche zerstörerische subversive Propaganda: Reich sei im weitesten Sinne ein Pornograph gewesen, der Orgonakkumulator schenke „orgiastische (sic!) Potenz“ (Turners angehender Bestseller heißt Adventures in the Orgasmotron) und Orgontherapie sei eine brutale, sadistische Angelegenheit. Auf einen Nenner gebracht: der Staat solle im Namen von Sitte, Anstand und Volksgesundheit der Orgonomie Einhalt gebieten!

Linke sind hoffnungslose Kreaturen, verlorene Seelen auf dem Weg in die Verdammnis. Man hält sie sich tunlichst vom Hals. Ohnehin sind sie nur schwer therapierbar (Linksliberale) bzw. als pestilente Charaktere prinzipiell untherapierbar (Sozialisten und erst recht Kommunisten).

Aber zurück zum Ausgangspunkt: Linke haben ein für allemal nichts, aber auch rein gar nichts in der Orgonomie verloren, da aus allem, was sie anfassen, früher oder später ein Scherbenhaufen wird. Sie haben die Pädagogik reformiert. Ergebnis: immer mehr verhaltensauffällige Kinder. Sie haben die Schule reformiert. Ergebnis: Generationen von Vollidioten. Sie wollten den Niedergang des Protestantismus aufhalten. Ergebnis: die evangelische Kirche ist eine leere Hülle. (Siehe dazu Christusfunktionalismus (Teil 2).) Sie wollten die Sexualität befreien. Ergebnis: die Menschen sind sexuell frustrierter denn je. Sie wollten die Frauen emanzipieren. Ergebnis: noch nie waren Frauen so unsicher und so unglücklich. Sogar den Kommunismus selbst haben sie zerstört (Gorbatschow)! Unter ihren ungeschickten zwei linken Händen hat nichts bestand. Nichts Menschengemachtes und nicht mal Naturgegebenes (man denke nur ans „Gender Mainstreaming“).

Hätte Elsworth Baker nach Reichs Tod sich nicht von fast allen anderen (durchweg linksliberalen) Orgonomen getrennt und die Orgonomie mit seinen eigenen Schülern neu aufgebaut, gäbe es die Orgonomie heute nicht mehr bzw. wäre sie zu einer leeren Geste verkommen.

Sophia und Christus

14. November 2015

In der hebräischen Bibel findet sich noch ein einigermaßen ungebrochenes Verhältnis zur Sexualität, so spricht z.B. Sara ganz ausdrücklich von der „Liebeslust“ mit ihrem Gatten (Gen 18,12). Jungfräulichkeit ist dem alten Hebräer ziemlich gleichgültig.

Das Auftauchen von weiblichen Äußerungsformen Gottes im nachbiblischen Judentum bedeutet alles andere, als daß hier etwa im weitesten Sinne „matriarchale“ lebenspositive Elemente in die patriarchale Religion eindrangen. Genausowenig wie man von Jesu „Vater unser“ auf gegenteilige Tendenzen schließen darf – ganz im Gegenteil! Andrew Greely hat in seinem Buch Maria – Über die weibliche Dimension Gottes (Köln 1979) darauf hingewiesen, daß die Römer im Gegensatz zum Judentum wohl zu weiblichen Gottheiten beteten, aber im täglichen Leben die Frauen in der hebräischen Gesellschaft weit mehr Rechte und mehr Einfluß besaßen, als die Frauen Roms.

Bereits in der hebräischen Bibel zeichnet sich eine geradezu perverse männliche Paranoia ab. Das fängt mit Eva an, die den armen Adam verführt und endet damit, daß Lot von seinen eigenen Töchtern vergewaltigt wird (Gen 19,30-38). Wirklich frauenfeindlich wird es aber erst im Buch Jesus Sirach. Bei Sirach wird die Frau als etwas zutiefst bedrohliches dargestellt, eine richtige Horrorgestalt. Eine schamlose Hure, die in ihrer unersättlichen Gier nur danach aus ist, den züchtigen jüdischen Mann zu verderben.

So wie ein durstiger Wanderer jedes Wasser trinkt, das er findet, wird sie sich vor jedem Pflock niedersetzen und für jeden Pfeil den Köcher öffnen. (Sir 26,12)

Noch heute werden in den Synagogen zum Schutz der frommen Männer die gemeingefährlichen Frauen hinter Gitter gesperrt. Herbert Haag und Katharina Elliger schreiben in ihrem Buch über „die Diskriminierung der Sexualität – ein Verrat an der Bibel“, daß noch um 400 v.Chr. die öffentliche Gesetzesvorlesung keine Trennung zwischen Männer und Frauen erkennen läßt (Neh 8). Am Ende des 1. Jahrhunderts sei die frauenfeindliche Tendenz jedoch schon fest fixiert (Stört nicht die Liebe, Olten und Freiburg 1986, S. 56).

Es ist auffallend, daß je rigider eine Religion wird, geistige Frauengestalten immer mehr in den Vordergrund treten. Himmlische Jungfrauen, an denen sich der männliche Mystiker guttun kann, während er die realen Frauen in seiner Umgebung á la Sirach in den Dreck zieht. Im späten Judentum war es Sophia, im spätmittelalterlichen Katholizismus Maria.

Über den letzteren Kult hat Reich in seiner Massenpsychologie des Faschismus folgendes zu sagen:

Der Marienkult wird zur Durchsetzung der Keuschheit mit großem Erfolg herangezogen. Wir müssen (…) nach dem psychologischen Mechanismus fragen, der diesen Absichten die Erfolge sichert. Es ist (…) ein Problem der dieser Beeinflussung unterworfenen Massen von Jugendlichen. Es geht dabei hauptsächlich um die Niederringung der genitalen Triebkräfte. Mobilisiert der Jesuskult die passivhomosexuellen Kräfte gegen die Genitalität, so der Marienkult wieder sexuelle Kräfte, diesmal aus der heterosexuellen Sphäre selbst. (…) Die Mutter Gottes übernimmt (…) im Gefühlsleben des christlichen Jugendlichen die Rolle seiner eigenen Mutter, und er wendet ihr die ganze Liebe zu, die er seinerzeit für seine Mutter hatte, die ganze starke Liebe seiner ersten genitalen Wünsche. Das Inzestverbot aber spaltete nun seine Genitalität in Orgasmussehnsucht und asexuelle Zärtlichkeit. Die Orgasmussehnsucht muß verdrängt werden und ihre Energie verschärft die zärtliche Strebung, gestaltet sie zu einer schwer lösbaren Bindung an das mystische Erlebnis. Sie geht mit heftiger Abwehr nicht nur des Inzestwunsches, sondern jeder natürlichen genitalen Beziehung zu einer Frau einher. Die ganze lebendige Kraft und große Liebe, die der gesunde junge Mann im orgastischen Erleben mit der Geliebten aufbringt, stützt beim mystischen Mann, nach der Verdrängung der genitalen Sinnlichkeit, den mystischen Marienkult. Aus diesen Quellen bezieht die Mystik Kräfte, die nicht zu unterschätzen sind, weil es unbefriedigte Kräfte sind. Sie machen die jahrtausendealte Macht der Mystik über die Menschen (…) verständlich.

Im Vergleich mit dem katholischen Marienkult ist es kein Zufall, daß der rein „männliche“ Protestantismus, der sich von Maria befreite, zumindest am Anfang sexualbejahender war. Reich wies 1927 auf den wohltuenden Einfluß hin, den die Aufhebung des Prinzips der Askese auf den Protestantismus ausgeübt habe: „er unterschied sich zumindest im Beginne vom Katholizismus durch seine Güte und Toleranz“ (Die Funktion des Orgasmus, S. 163). Es ist aber ebenfalls kein Zufall, daß mit dem Nachlassen dieses lebenspositiven Schwungs sich bald eine Sophien-Mystik entwickelte, die dem Marienkult nicht unähnlich war.

Als Preis für seine himmlischen Wonnen mußte Johann Georg Gichtel (1638-1710), ein Vertreter dieser protestantischen Sophien-Mystik, auf die irdische Eva verzichten. Dem Kirchenhistoriker Walter Nigg zufolge ist Gichtel dieser Verzicht auf die Ehe nicht leicht gefallen,

wenn ihm auch hierin ein stark entwickeltes Schamgefühl, das sich bis zur Blödigkeit steigerte, zu Hilfe gekommen ist. Es wurden ihm in seinem Leben mehrfach Heiratsanträge gemacht, merkwürdigerweise stets von außerordentlich begüterten Frauen, die sich mit ihm zu vermählen wünschten. Er war ein Mann, der gerade als geistige Persönlichkeit auf das weibliche Geschlecht eine sichtliche Anziehungskraft ausübte, und einmal scheint ihm auch ein Mädchen nicht ganz gleichgültig gewesen zu sein. Als es ihm seine Liebe gestand, wurde er beim Anhören der Mitteilung von einem Zähneklappern befallen und Fieber schüttelte ihn. Gichtel wußte sich nicht mehr zu helfen und flüchtete in seiner Not nach Hause, wo er in seinem Zimmer Sophia anflehte, ihm doch die Kraft zu verleihen, ihr nicht untreu zu werden. Ein anderes Mal sah er in einer Vision eine Hand, die seine Hand in die ihn beschäftigende Frauenhand legte, und eine helle Stimme sagte zu ihm: „Du mußt sie haben!“ Allein er durchschaute die Erscheinung als eine List des Teufels. Gichtels Benehmen deutet jedoch an, daß er gegenüber den weiblichen Reizen nicht unempfänglich war. Er wollte aber nicht wie Simson von einer Dalila überwältigt werden, weshalb er alle Einschmeichelungen standhaft von sich wies. dafür machte ihm viel später seine Haushälterin das Leben sauer, mit der er sich herumschlagen mußte und die zu entlassen er mit den Worten zurückwies: „Sollte ich mein Kreuz aus dem Haus jagen? Das sei ferne. Gott hat es mir gegeben; es ist mir heilsam, ich kenne meinen eigenen Feind in mir, welcher einen Gegensatz als diese ist, haben muß.“

So bleibt Sophia himmlisch und Eva eine eklige Horrorgestalt.

In Gichtels sophianischer Mystik finden wir die klarsten Belege für Reichs in der Massenpsychologie des Faschismus dargelegten These, daß sich hinter der religiösen Erregung, von der einfachsten Hingebung bis zur religiösen Ekstase, eine sexuelle Erregung verbirgt, Wohl versucht der religiöse Mensch durch Mystifizierung den sexuellen Charakter dieser Erregung zu negieren, aber das sexuelle Element bricht doch immer wieder hervor, wie neben Gichtel auch Jakob Böhme (1574-1624) und Gottfried Arnold (1666-1714) zeigen. So ist die religiöse Gefühlserregung gleichzeitig antisexuell und Sexualitätsersatz. Die Sehnsucht nach Gott entspricht der sexuellen Vorlusterregung, die nach orgastischer Auslösung ruft, welche man wiederum mit der Erlösung von der Sünde gleichsetzen kann. So wird die religiöse Ekstase zum Ersatz für das orgastische Erleben, auch wenn sie nicht zur Entspannung, sondern allenfalls zur neurasthenischen Ermattung führt, die man „Vergeistigung“ nennt. Wie Reich schreibt,

ist aus Behandlungen kranker Priester bekannt, daß am Höhepunkt religiös ekstatischer Zustände unwillkürliche Samenentleerung sehr häufig vorkommen. Die normale orgastische Befriedigung ist ersetzt durch einen allgemeinen körperlichen Erregungszustand, der das Genitale ausschließt und der gegen den Willen, wie zufällig, Teilentspannungen herbeiführt.

Für Gichtel sind Sophia und Christus in dem Sinne identisch, wie Christus identisch mit Gott war, aber doch ganz Mensch blieb. Die Beziehung zwischen den beiden Gestalten stellte sich Gichtel wie folgt vor: Als Adam wie ein Tier sich ein Weib zulegte, ist Sophia

von ihm gewichen und hat ihn fallen lassen, dadurch er dem Geist der Welt heimgefallen, und nun ein Tier aller Tiere ist worden, dem nun Jesus ist zur Hilfe gekommen. Also, so wir Jesum anziehen, so kriegen wir wieder unsere Jungfrau in ihm, die wir in Adam verloren, und empfangen zugleich die Kraft Jesu im inneren Menschen, den äußeren zu bändigen, und Gottes Willen zu tun.

Auch religionshistorisch läßt sich eine Verbindung zwischen Sophia und Christus ziehen. Sophia bildet nämlich sozusagen die konzeptionelle Brücke zwischen der Welt des Alten und des Neuen Testaments.

Für den tiefsinnigen Christen Alfons Rosenberg bedeutet christlicher Glaube „nicht ‘Glaube an etwas oder an jemanden’, sondern bis in die Tiefe Offensein für das Gegenüber (…) wie in einer Liebespartnerschaft. Glauben heißt, sich vereinigen“ (Jesus der Mensch, München 1987). Hier hat Rosenberg ungewollt den extrem sexuellen Charakter der Christusmystik des Evangeliums offengelegt, die nichts weiter als eine sexuelle Perversion ist. Dieses grobsexuelle Element ist darauf zurückzuführen, daß die Sophia in homosexueller Weise durch Christus ersetzt wurde.

Sebastian Franck

28. Oktober 2015

Sebastian Franck (1499-1543) war zunächst katholischer Geistlicher, der unter dem Einfluß Luthers mit dem Katholizismus brach und ein protestantisches Pfarramt übernahm. Bald merkte er, daß seine Predigerei keine Früchte trug. Die Körner fielen auf unfruchtbaren Boden. So folgte er Jesu Mahnung und hörte auf, Perlen vor die Schweine zu werfen. In radikaler Nachfolge Christi gab er seine sichere geistige und materielle Existenzgrundlage auf, löste sich von seiner Kirche und schlug sich bis zu seinem frühen Tode als Seifensieder durch.

Franck wurde so in jeder Beziehung zum von allen verachteten Paria.

Das ist der einzige Weg zum Leben, das ist Christus, das ist aller Philosophen Philosophie, aller Christen Christentum, daß wir mit der Welt und vielen der Menschen nicht halten, den weiten, wohlgebahnten Weg nicht gehen, die gemeine Straße, wie auch Pythagoras lehrt, nicht laufen, sondern gesinnt seien wie wenige, es mit dem kleinen Haufen und Auswurf der Welt halten, deren Sterben ein Leben und deren Unfried Fried ist mit Christo in Gott.

Die Vertreter aller Glaubensfraktionen verfolgten ihn mit unbändigem Haß und selbst der Humanist Erasmus von Rotterdam betrieb z.B. Francks Ausweisung aus Straßburg. Buchstäblich „hat der Menschensohn nicht, wo er sein Haupt hinlege.“ In wirklich jeder Beziehung wurde Franck heimatlos. Sein Reich war nicht von dieser Welt:

Es sind in unseren Zeiten drei fürnehmliche Glauben aufgestanden, die großen Anhang haben, als Lutherisch, Zwinglisch, Täuferisch, der vierte ist schon auf der Bahn, daß man alle äußerlich Predigt, Zeremonie, Sakrament, Bann, Beruf als unnötig will aus dem Wege räumen und glatt ein unsichtbar geistlich Kirchen in Ewigkeit des Geistes und Glaubens versammelt unter allen Völkern und allein durchs ewig unsichtbare Wort von Gott ohn einig äußerlich Mittel regiert, will anrichten.

So betrieb Franck die „Reformation der Reformation“, genauso wie später Stirner die „Aufklärung der Aufklärung“ betreiben sollte. Luther hatte sich zwar vom „Papismus“ losgesagt, nun warf aber Franck den Lutheranern vor, bei ihnen sei die Bibel zum papierenen Papst“ geworden. Der rigiden Rechtgläubigkeit hielt Franck die Freiheit des Heiligen Geistes entgegen, wobei er wie ein neuer Joachim von Fiore klingt:

Sobald man das Christentum in Regeln und in ein vorgeschriebenes Gesetz und Ordnung will einfassen, so hört es auf, ein Christentum zu sein. Niemand will verstehen, daß die Christen dem Heiligen Geist überliefert sind und daß das Neue Testament kein Buch, Lehre und Gesetz ist, sondern der Heilige Geist. Wo nun der Geist Gotte ist, da muß Freiheit sein, Moses schweigen, alle Gesetze weichen und niemand so kühn sein, der dem Heiligen Geist Gesetz, Regel, Ordnung, Ziel und Maß vorschreib, die Seinen zu lehren, regieren und führen.

Demgemäß sah er in den freien Geistern des Christentums, den Ketzern, die einzigen wirklichen Christen.

Vor der Welt sind nie Gott, Christus, Gottesvolk, Christen etc. solche gewesen, die vor Gott dafür in der Wahrheit sind, sondern Antichristen, Teufel, Ketzer, Teufelsvolk.

Wie kein anderer dachte Franck hier jesuanisch: Die Letzten werden die Ersten sein. Die, die vom Menschen verworfen wurden, werden von Gott erhoben werden. Die Ketzer der Christenheit sind die Brüder und Schwestern Jesu, die Heiligen Gottes.

Die größte Frommheit oder Gerechtigkeit ist oft die höchste Unbilligkeit und wiederum ist die größte Ketzerei, Torheit und Sünde die größte Frommheit, Gottseligkeit, Weisheit und Gerechtigkeit.

Franck ging mit 1 Kor 3,19 davon aus, daß das, was in den Augen der Welt in Ordnung ist, Torheit bei Gott ist, und umgekehrt. Aus diesem antithetischen Verhältnis zog Franck eine zutiefst menschenfreundliche, im wahrsten Sinne des Wortes befreiende Konsequenz. Wie Jesus in der Bergpredigt stellt sich Franck auf die Seite der Armen, Unterdrückten und Schwachen. Gott ist nicht der ferne unerreichbare Herr, sondern das, worauf die Welt voll Verachtung hinabblickt.

Alle Dinge verhalten sich anders in der Wahrheit, als es von außen anzusehen ist nach dem Schein. Gott hält immerzu in allen Dingen Widerpart und verteilt das Widerspiel. Darum: wie die Welt ein Ding hält, nennet, glaubet, redet usw., so ergreife du das Widerspiel und das Gegenurteil, so hast du Gottes Wort, Weisheit und Willen ergriffen.

Gott ist zwar der „ganz andere“ Widerpart der Welt, aber Franck läßt ihn nicht à la Karl Barth zu einem kosmischen Hitler verkommen, dem sich kein irdischer Hitler entgegenstellen darf.

Genauso wie schon Eriugena gegen die Prädistinationslehre von Augustin aufgetreten war, verwarf nun Franck die noch verschärfte, selbstgerechte Prädistinationslehre der Reformatoren. Das gleiche galt für die Rechtfertigung durch bloßen Glauben. Ihm war ein sich in Worten und Predigerei erschöpfendes Christentum ein Greuel: „Vor uns waren Werkheilige (…) jetzt sind sie Wortheilige und Maulchristen.“ Das bloße Bekenntnis zu Christus galt ihm gar nichts. Er wollte „in Christus und nicht an Christus glauben“, denn Christus sei „in uns und nicht außer uns.“

Diese Loslösung von jeder Äußerlichkeit machte es Franck möglich, ein universelles Christentum zu vertreten. So konnte er auch die Heiden „Plato, Plotinos, Hermes und andere erlauchte Philosophen“ zum Reich Christi zählen. Nun konnte es sich auch auf andere Religionen erstrecken. Wichtig waren weder äußerliche Riten und Organisationen, noch das Wort der Bibel, sondern einzig das „innere Wort“ in jedem einzelnen Menschen. Nicht der geschichtliche Heiland des Christentums war wichtig, sondern einzig der „innere Christus“. Dieser innere Christus habe unabhängig von der Heilsgeschichte zu allen Zeiten gewirkt. So wird selbst die Bedeutung des Opfertodes Christi als rein äußere Vorstellung relativiert.

Wie bei den Amalrikanern verband sich bei Franck Christusmystik paulinischer Prägung mit einer pantheistischen Grundhaltung, die nicht nach dem äußeren „Gott“ schaut, sondern den inneren Gott in allen Dingen erspürt:

Der Vogel singt und fliegt eigentlich nicht, sondern er wird gesungen und in den Lüften dahergetragen. Gott ist es, der in ihm singt, lebt, webt und fliegt. Er ist aller Wesen Wesen, also daß aller Kreaturen seiner voll sind, sie tun und sind nichts anderes, als sie Gott heißt und will.

Alles Ding ist ein leeres Stroh und ein lautes Nichts, wenn man das Wesen Gottes nicht darin ergreift, besitzt und hat. Er ist des Eines, Weibes, Mannes, Kindes, Geldes Reichtum und aller Kreaturen Wesen, Seele, Kraft und Nachdruck.

Gott ist die Natur, deshalb alle Natur von Natur gut und aus Gott ist.

Dieser „amalrikanischen“ Weltheiligung entspricht bei Franck auch die „amalrikanische“ Heiligung des Selbst:

So sind wir also Gottes fähig, wir sind göttlicher Art, das Licht ist in der Laterne unseres Herzens angezündet und der Schatz liegt schon in den Äckern. Ja, wer nur in sich selbst einkehrte und diesen Schatz suchte, der würde ihn gar nicht jenseits des Meeres finden, noch im Himmel suchen dürfen. Sondern in uns ist das Wort, das Bild Gottes.

„Amalrikanisch“ ist auch, wie bei Franck „Mystik“ rationalistische Züge annimmt. Er übt Kritik an der wörtlichen Interpretation der Bibel. Er mißt die Aussagen der Bibel am Maß der Vernunft. Das gleiche macht er mit jedem Gesetz und jedem Gebot. Und zusammen mit den radikalen Täufern und den Brüdern und Schwestern des freien Geistes vertritt er die Meinung, daß der Christ eh keine Gesetze braucht. Aber nicht nur das angebliche „Wort Gottes“, sondern Gott selbst wird relativiert. Von einem „objektiven“ äußeren Herrn wird Gott zu einer rein subjektiven Gegebenheit:

Gott ist also den Verkehrten verkehrt, dem Stolzen stolz, dem Reichen reich, dem Wollenden willig, und in Summa; einem jeden, wie er ihn selbst findet und will.

Wie bei Dionysius Areopagita verflüchtigt sich Gott zu nichts, denn man kann nichts über ihn aussagen, außer was man in ihn hineintut. Franck „funktionalisiert“ dies darüber hinaus, denn „Gott außer unserer Seele ist nichts nütz.“ Hinzu kommt eine radikale Historisierung der christlichen Religion. Franck hält die christlichen Riten und selbst die Zehn Gebote für rein zeitbedingt. Sie stellen für ihn keine absoluten Werte dar. Ebenso sind auch „Gut“ und „Böse“ für Franck keine absoluten metaphysischen Größen, sondern relative Begriffe.

Dabei bleibt Franck aber Moralist und lehnt z.B. den Egoismus radikal ab. Ganz „christlich“ erniedrigt er sich selbst: „Das muß freilich auch ein Tor sein, der mich armen Fleischbatzen zum Götzen haben will.“ Trotzdem und angesichts seiner nihilistischen Züge und seiner nicht zu überbietenden Einsamkeit, erinnert er mich wie sonst kaum einer an Max Stirner. Zumal Franck sich dem Pöbel verweigerte und sich gegen die Masse und ihre Gebote, auf die Seite des Einzelnen und seiner Freiheit stellt.