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Der Rote Faden: Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

1. Juni 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion:

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

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DER ROTE FADEN: Der Weg in den Faschismus (Wien)

15. Mai 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion:

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

 

 

Robert (Berlin) schrieb 2011: Lebt zusammen mit seinem Bruder Robert und einem Mitstudenten, der später Psychoanalytiker wird (er wurde m.W. nie identifiziert)
Könnte es Edward Bibring gewesen sein?

O. schrieb: Was mit dem Bruder Robert passierte wird immer nur am Rande erwähnt oder mal in einem Gerücht ausgeschmückt, vielleicht gibt es dazu ja noch differenzierte Informationen. Um es mal einfach anzusprechen, angeblich hätte es einen Identitästausch zw. Robert u. Wilhelm gegeben, nach dem Tod eines der beiden (wie man es dann sehen möchte). Das klingt nach totalem Schwachsinn, soll aber mal intern benannt worden sein. – Das mal so als Hinweis, in welche Richtung man auch mal schauen könnte, wenn da was dran wäre.

Dazu Peter: 1922 hat Robert Ottilie Heifetz geheiratet. Mit der hat Myron Sharaf noch Anfang der 70er Jahre gesprochen. Es ist schlichtweg kein Raum für irgendein „Szenario“. BTW: Ich habe noch nie ein Photo von Robert gesehen. Kennt jemand eins?

Jonas: „Auf Wilhelm Rouxs zum gleichen Thema erschienenem Buch fußend, führt Kammerer den Begriff „Selbstregulation” ein, die als Fähigkeit des Organismus definiert wird, die unterschiedlichsten Eingriffe durch die Umwelt aufzufangen.“
Evt. lohnt es sich, Reichs späteres Verständnis von „Selbstregulation“ mit anderen Konzepten zu vergleichen, die sich direkt oder indirekt von Roux/Kammerer herleiten. Ich denke da z.B. an die Affekt-Theorie von Silvan Tomkins, in der auch gelegentlich die Orgasmusfunktion gestreift wird.
http://atheoryofmind.wordpress.com/2011/06/15/affect-week-part-2-silvan-tomkinss-affects/

Pierre: „Ab wann „zählen“ dann seine Schriften? Für Reich selbst war diese Wasserscheide ungefähr 1940 erreicht, als er sich der Entdeckung des Orgons sicher wurde und sich an das Verfassen seiner „wissenschaftlichen Autobiographie“ Die Entdeckung des Orgons: Die Funktion des Orgasmus machte.“
Dort lesen wir gleich zu Beginn, datiert Nov. 1940,
was so ganz anders klingt:
„Es ist nützlich, wissenschaftliche Biographien in jungen Jahren zu schreiben … Auch ich könnte nachgeben und ableugnen, was in jungen Kampfjahren ehrliche wissenschaftliche Überzeugung war.“
Wenig später, am 2. April 1941 schrieb er an Neill:
„1. Ich verfüge über die Orgonstrahlung … und niemand außer mir weiß, wie man mit ihr umgeht.
2. …
3. …
4. …
5. …
Mein lieber Neill, das bedeutet MACHT, und Du kannst sicher sein, ich werde sie gegen jeden gebrauchen, der …“
Was kann diesen Umschlag bewirkt haben? Das zwischenzeitliche Treffen mit Einstein?

Robert schrieb 2013: „Im ursprünglichen Manuskript“
Was ist damit gemeint. Etwa nicht die deutsche Ausgabe, sondern eine Xerox-Kopie?
„Folgende Sätze aus dem Originalmanuskript von 1937 strich er ganz“
Passt zu Bennets Theorie, dass Reich sich an die USA im Politischen anpasste.

Dazu Peter: In der vom Verlag Stroemfeld/Nexus zu verantwortenden Ausgabe von 1995 ist in spitzen Klammern eingefügt, was Reich aus dem ursprünglichen Manuskript von 1937 für die amerikanische Ausgabe von 1953 gestrichen hat. Es handelt sich dabei meistens um Interna aus der psychoanalytischen Bewegung und um Stellen, wo Reich als politischer Kommunist sichtbar wird. Er hat das alles damals mit Myron Sharaf zusammen gemacht, der bezeugt, wie Reich sich gewunden und mit sich gekämpft hat: nicht aus Angst vor „McCarthy“, sondern weil er sich selbst kaum widererkannt hat. Er habe dann aber der historischen Wahrheit nachgegeben – bis eben auf seine Tätigkeit als „Revolutionärer Sozialdemokrat“ und KP-Funktionär. Was idiotisch war, denn das hätte bewiesen, daß Reich in Moskau durchaus eine bekannte Größe war – von wegen der kommunistischen Verschwörung gegen ihn!
Es ist etwa so wie mit den Grünen: Ich kenne Leute, die haben sich Anfang der 80er Jahre bei denen engagiert und haben damals die Kinderfickerei mitgekriegt (NICHTS ist übertrieben – eher im Gegenteil!!!) und können heute nur noch den Kopf über sich selbst schütteln: „Wie blind und blöd konnte ich bloß sein!“ Andererseits ist die damalige Situation heute kaum nachvollziehbar. Damals waren die Grünen noch nicht flächendeckend in kommunistischer Hand wie heute.

Peter: Was bleibt, ist EKEL:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-debatte-um-gruene-volker-beck-taeuschte-oeffentlichkeit-a-923357.html

Zeitgenosse: Eine Schande ist auch, dass sich viele Grüne der 68er, wie dieser Daniel Cohn-Bendit, auf Wilhelm Reich berufen haben.
Willy muss tatsächlich für vieles herhalten – auch posthum. Oder man fragt halt einen Hrn. Fischer um die Meinung eines toten Reichs.

Peter: „Sexualpolitik“ (Sexpol) heute…
http://www.spiegel.de/media/media-32292.pdf
Allein schon dafür werde ich die GRÜNEN ewig hassen!!!

Zeitgenosse: Ob Reich sich nun aus Überzeugung oder Opportunismus gewandelt hat, spielt im nachhinein kaum eine große Rolle. Es unterstreicht einfach nur, dass WR ein normaler Mensch und Forscher war und kein Halbgott, Prophet oder Mr.perfect (also nicht so, wie in manche Reichianer gerne hinstellen).
Auch aus diesem Grunde bin ich sehr vorsichtig bei der Interpretation von Reden und Äußerungen von Menschen – denn man weiß nicht in welchem genauen Kontext man sie einordnen kann. Auf alle Fälle keine unumstößliche Wahrheit und kein Bibel.
Hinsichtlich Anpassung: Ich kann es schon irgendwie nachvollziehen. Zuerst war die kommunistische Bewegung in Kontinentaleuropa eine Enttäuschung, der Rauswurf bei der Psychoanalytischen Vereinigung, der Kampf in Skandinavien und am Schluß das trügerische angeblich so „Freieste Land der Erde“; also die USA.

Zeitgenosse: Nachtrag: Daher meine Meinung, dass die Orgonomie in politischer Hinsicht keine absolute Wahrheit darstellen kann. Dafür ist zu viel Wendehals dabei in meinen Augen. Immerhin kann man sogar die Orgontherapie (wie alle anderen Therapien) als eine Art der Gehirnwäsche interpretieren. Man kann eine leere Hülle hinterlassen, die man mit „genehmen“ Ideologien wieder auffüllt. Daher mache ich auch keine.
Wo allerdings für mein dafürhalten die Orgonomie tatsächlich FAST an eine absolute Wahrheit hereinreichen kann, sind die Erkenntnisse in den Bereichen Medizin, Biologie und Physik. Aber diese Bereiche sind mir selber auch die liebsten wie ich zugeben muss.

Peter 2014: Die heutige SPÖ ist genauso verachtenswert wie ihre Vorgängerin, die SDAP zu Reichs Zeiten. Halt Sozialdemokraten… Ausspuck!!!
http://www.pi-news.net/2014/12/oesterreich-identitaere-stellen-neues-holzkreuz-auf/

Robert 2013: „Die Weltliga war 1928 in Kopenhagen gegründet worden als internationales sexualwissenschaftliche Diskussionsforum von den Deutschen Magnus Hirschfeld, Max Hodann, August Forel, Helene Stöcker,“
Auguste Forel ist meines Wissens Schweizer.

David: „Reich versucht in Massenversammlungen durch die kollektive Atmosphäre der Sexualbejahung den neurotischen Widerstand und die moralistische Hemmung des Einzelnen zu umgehen. Deshalb war Reich in gewisser Weise Begründer der Gruppentherapie.“
Begründer der Gruppentherapie – und auch eine Antithese zu Hitler und Goebbels, die auf ihre Weise die Hemmungen der Einzelnen umgingen („Wollt Ihr den Totalen Krieg?“)
Zu dieser Zeit wußte Reich nicht, daß die KPD nur an der parteipolitischen Mobilisierung der Massen interessiert war, aber nicht an Massen, die eigene Bedürfnisse vorbringen.
Nein, der Kommunist will nur die Massen anlügen, ausbeuten, sie vor seinen Karren spannen. Die Massen befreien will er nicht; das täuscht er nur vor. Nicht anders als die Nazis.

O.: Gibt es eine Quelle, die belegt, dass Emmy Rado beim OSS war (in leitender Funktion) und (daher auch) mit Reich Kontakt pflegte?
Robert:
http://de.wikipedia.org/wiki/Geheimreport

O. schrieb 2013: Sehr schöner klarer Artikel. Gibt es den Brady Artikel irgendwo zum Lesen? „Masse und Staat“ (Kap. 9 in Massenpsychologie d. Faschsimus) war also der direkte Auslöser, wo sich Frau Brady provoziert fühlte. Auch hier gibt es ein Auflagen-Wirrwarr mit hinuzgefügten Kapiteln, so dass sich Raubdrucke der 70-er (Nachdrucke der ersten Auflagen) und spätere Auflagen (meist auch unter Berücksichtigung der Orgonthese) unterscheiden. Dieses Kapitel ist aber auch nicht mit „Menschen im Staat“ zu verwechseln, wenn ich das richtig sehe. (Habe die Bücher nicht griffbereit.)

Dazu Peter: Hier das, was neben dem Mord an Reich, von Wertham übriggeblieben ist:
http://www.decaturdaily.com/stories/Anti-comics-crusader-seduced-himself,113321

Peter weiter: Und hier die Geschichte aus einer zugegeben bizarren Quelle:
http://books.google.de/books?id=VTx9dI9Iw4MC&pg=PT281&lpg=PT281&dq=wertham+brady&source=bl&ots=Aa0v9mog3_&sig=L-b9mmhMbBZQC1Gd0W9U6SnAy0s&hl=de&sa=X&ei=NAiUUZvzApHltQaaxoC4Dg&ved=0CFYQ6AEwBA

O.: Aus dem Turner Buch kann man nicht einen Satz zitieren, Ernst nehmen, aber es zeigt, zu was Reich-Hasser imstande sind, zu erfinden. Das Buch muss er doch in der geschlossenen Psychiatrie geschrieben haben als ihm langweilig wurde, normal ist das nicht.

Robert schrieb 2011: Zu Marie Frischauf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Pappenheim

Zur Broschüre:
http://www.file-upload.net/download-3448844/Frischauf_Reich-Ist-Abtreibung-sch-dlich.pdf.html

Robert weiter: Siehe auch:
http://www.schoenberg.at/index.php?option=com_content&view=article&id=701%3Asatellite-collection-p10&Itemid=330&lang=de
„Zeitdokumente
Zeitungsartikel aus der Reichspost vom 5.5.1933/7, Nr. 124 „Wien die neue Zentrale der kommunistischen „Sexualreformbewegung“? – Hände weg von Österreich!“ 1 Seite
Der Artikel wirft Maria Frischauf vor in Österreich an der Verbreitung und Organisierung der Kommunistischen Sexualreformbewegung in Österreich beteiligt zu sein.
Bericht über Hausdurchsuchung des Münster-Verlag in Wien wegen Verbreitung unzüchtiger Duckwerke. Von der Bundes-Polizeidirektion in Wien an das Landesgericht für Strafsachen Wien I, Abt.26. am 25. März 1934. Es wurden 95 Stück des Buches von Dr. Marie Frischauf und Dr. Anni Reich: „Ist Abtreibung schädlich?“ gefunden. 3 Seiten“

Peter: Auch sei [so Reich] eine „sexualbejahende Ethik“ de facto ein Widerspruch in sich selbst.
Allgemein zur Lebensfeindlichkeit der Ethik siehe
http://www.pi-news.net/2011/05/weltwoche-die-ethik-und-moralseuche/

Robert 2014: Zu Arnold Deutsch
„Der Österreicher Arnold Deutsch hatte seinen Doktortitel mit 24. Er fing zuerst an als einfacher Geheimdienstkurier, dann schloss er sich Wilhelm Reichs Sex-Bewegung an, leitete einen Wiener Verlag für “sexuelle und politische Befreiung”. 1932 bekam er seine Ausbildung zum Auskundschafter für geheime Übergangsstellen und Kommunikationspunkte an den Grenzen zu Holland, Belgien und Deutschland. Später wurde er in England eingesetzt. In London gelang es ihm, 20 Personen als Agenten anzuwerben, darunter die Cambridge-Absolventen Anthony Blunt, Guy Burgess, John Cairncross, Donald MacLean und Kim Philby.“
http://recentr.com/2014/07/der-kunstliche-mythos-cia/

David 2016:

Geht die Sexualreformbewegung auf die damals vorhandene – eher bürgerliche – Lebensreformbewegung zurück?

Robert 2011: Siehe auch die Doku bei Laska
http://www.lsr-projekt.de/wrb/revsozdem.html
auf die sich Fallend ohne Quellenangabe bezieht.
Die Politik der Sozialdemokraten war leider tatsächlich so, alle Errungenschaften der erkämpften Republik zu verspielen. Sie redeten unentwegt von der Revolution, es war eine reine „Als-Ob“-Rhetorik, aber praktisch war es ein ständiges Zurückweichen vor der reaktionären Rechten, die quasi einen Faschismus a la Franco errichten wollten.
Insofern blieb Reich gar nichts anderes übrig, als bei dem winzigen Haufen der KPÖ anzuklopfen.

O. 2013: Wie ist das zu verstehen?
„…, daß seine charakterologische Forschung z.B. für die Durchsetzung der Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion nutzbar zu machen sei.“
Wollte er die Arbeitskraft durch Steigerung der Liebeskraft und Liebesfähigkeit steigern, um so mehr zu Essen für die Menschen zu produzieren?
Gibt es Quellenangaben zu den spannenden Vorgängen dieser Zeit?

Peter antwortet: 1933 begrüßte er die Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 64) – was er in späteren Ausgaben nicht mal kommentierte. Die Stelle, die ich referiert habe findet sich im vorletzten Absatz des 1. Vorwortes der Charakteranalyse.

Robert 2013: Die Massenpsychologie wurde übrigens bei
Frantz Christtreu’s
Bogtrykkeri, København K.
gedruckt und kostete
8 Dän. Kr (steht auf dem Buchrücken)

Bogtrykkeri heißt Buchdruckerei. Frantz Christtreu’s Bogtrykkeri hat meines Wissens bis 1974 bestanden.

O. 2013: Wäre die Massenpsychologie des Faschismus ein intellektuelles Aufklärungsbuch gegen den Faschismus gewesen, wie es mir in der dritten (amerikanisch-orgonomischen Version) Auflage erscheint, hätte es zur Charakteranalyse noch gepasst und hätte Reich Karrieres als Lehrpsychoanalytiker nicht geschadet.
In der ersten Auflage mit dem sozialistischen Vokabular und der Forderung nach einer straffen Organisation für eine kampfbereite Gegenbewegung mit Reich als kommunistisches Mitglied (also noch verwoben in dieser Struktur und Organisation und diese gleichzeitig in Seitenhieben angreifend) muss die Psychoanalytische Vereinigung (Freud) seine Psychoanalytikerkarriere unwiderruflich beenden.
Reich war gewarnt worden, seine politischen Ansichten nicht weiter (mit der Psychoanalyse in Verbindung) für 1-2 Jahre fortzusetzen. Doch was macht Reich? Er versucht sich zu versichern, ob er nicht trotzdem politisch weitermachen könne und Psychoanalytiker beliben könne, er bringt nach der Charakteranalyse auch die Massenpsychologie selbst heraus.
Hinter diesem Hintergrund – und alleine schon aus der sexpolitischen Haltung (mit „sozialistischem“ Parteibuch) – muss die Psychoanalyse ihn ausschließen und auch die Kommunisten folgen seinen Angriffen nur rational mit Ausschluss.
Reich ist danach in der Defensive. Von beiden Organisationen wird er als „gefährlich und radikal“ eingestuft und muss/ wird zeitlebens bekämpft. Nur sieben Jahre später formuliert Reich seine „Orgontheorie“ und entwickelt bis 1942-45 diese zur Orgonomie, in dem er seine Schriften Funktion des Orgasmus, Charakteranalyse und Massenpsychologie orgonomisch umschreibt.
Die Psychoanalytiker und Kommunisten haben ihn aber nicht vergessen und auch die Amerikaner (FBI) überprüfen seine „Gesinnung“, ob sie noch kommunistisch sei.
Ich stelle nach diesem Blogbeitrag die These auf, dass 1933 Reichs Schicksalsjahr war, in der er die kommende Forschung schon eigens zerstörte, bevor sie entwickelt war. Unter diesen Vorzeichen hatte die Orgonomy im Wissenschaftsbetrieb keine Chance mehr – nicht unter Reich.
Konsequent als Reaktion wurde Reich 1934 ausgeschlossen, dies als emotionelle Pestreaktion zu deuten (wie ich es auch schon gemacht habe) finde ich wenig haltbar.
Natürlich hätte Freud aus persönlichen Gründen (Charakteranalyse) Reich auch ausgeschlossen, zumal er ihm die Show zu stehlen vermochte. Auf dieser Ebene hätte/ hatte Freud pestig reagiert.

O.: Eine Übersicht zur Sexpol:
http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/1544963

Jean:
„Ich stelle nach diesem Blogbeitrag die These auf, dass 1933 Reichs Schicksalsjahr war, in der er die kommende Forschung schon eigens zerstörte, bevor sie entwickelt war.“
Nachdem ich einiges aus „My eleven years…“ mehrfach gelesen habe, habe ich mich gefragt, warum er sich in den USA auch noch mit den Gerichten angelegt hat. Inhaltlich natürlich voll nachvollziehbar. Aber hätte er auch anders gekonnt, oder gab es etwas in ihm, was ihm gar keine Wahl ließ, war kein Finger breit mehr zwischen seinen Strömen und der Blockade draußen.
Er hat es sich aus Überzeugung mit allen verscherzt, was für ihn und seine wundervolle Arbeit in einer Tragödie geendet hat.

O.: Nachdem Reich sich mit dem Faschismus angelegt hatte, was jeder junger anständiger Menmsch mit Weitblick und Mut wohl ähnlich gemacht hätte, ließ er sich mit dem zweiten Todfeind und Diktator Stalin (indirekt über die Kommunistischen Organisationen) ein und erkannte auch hier schon deren Destruktivität. Letztere halfen nicht – und dies hat Reich schon 1933 bloßgestellt – den Hitlerfaschismus zu zerstören.
In Amerika über Umwege (Kopenhagen und Oslo) angekommen, hielt sich Reich politisch bedeckt und konzentrierte sich auf seine eigene Forschung. Vielleicht hätte er so einer weiteren Verfolgung entkommen können, doch Reich war gekränkt, von Freud (und den Kommunisten) enttäuscht und wollte bzw. brauchte Anerkennung.
Er versuchte seine Orgonforschung der Atom-(Waffen-)Forschung entgegen zu stellen. Er kontaktierte das AEC und hielt die Regierungsorganisationen aktiv über die Orgonforschung auf dem laufenden. Er diskutierte mit Einstein über den ORAC (Temperaturdifferenz). Einstein wusste dies könnte eine „Bombe für die Physik bedeuten“. Tatsächlich wurde seine Bion und Orak Forschung zur Bombe für die Medizin und damit für die Chemieindustrie (= Pharmaindustrie), denn er versuchte das Krebsproblem zu lösen.
Reich hat sich mit seinem Geltungsbedürfnis und seiner rechthaberischen Art – stets bestehend auf die Wahrheit – naiv auf „Amerika“ vertrauend mit den größten „Menschheitsfreunden“ angelegt.
Dem natürlich nicht genug – Reich saß schon in der Tinte – und gerichtliche Aktionen über die FDA liefen vor Gericht, er musste nach dem ORANUR Disaster, dass das AEC sicherlich nicht erfreute, da der tödliche Charakter der atomarer Niedrigstrahlung schon erkennbar wurde, auch das Militär, speziell die ATIC (Luftwaffengeheimdienst) über seine Oranur 2 Experimente informieren: Er hatte sich nach eigener Vorstellung mit außeriridschen Raumschiffen angelegt. Die CIA trat hier auf dem Plan und kassierte Reichs Dokumente auf dem Treffen mit der ATIC ab. Nun waren auch Militär, CIA und Außerirdische alarmiert.
Doch Reich sollte schon 1947 mit der Entwicklung des ORAK vernichtet werden. Wen schickt man vor, wenn man jemanden loswerden will? Natürlich nicht gleich die eigene Armee, sondern für die Drecksarbeit werden Unterorganisationen zur Ablenkung aktiviert: Mafia oder „Kommunisten“. Brady schrieb ihren Schmierartikel über den „Sexbesessen“ und „Kurpfuscher“ Reich der mit „Sexboxen“ seine PatientInnen zum Orgasmus gegen den Krebs bringen möchte (Turnerstyle eben). Dann müsse eine „Gesundheitsbehörde“ (Amt für Chemie und Pharmaindustrie) handeln und brachte den „Fall Reich“ vor Gericht. Die AMA hielt sich im Hintergrund.
Das Gericht war nur ein Instrument, als der Richter zu weich war, wurde er ausgetauscht, damit das richtige Urteil gesprochen werde: Inhaftierung. In seinem Prozess glaubte Reich an die Gerechtigkeit (Amerika, den Präsidenten und an das Recht) und dass die Wahrheit siegen müsse. Er hat sich nicht mit dem Gericht angelegt!
Wundervoll ist seine Arbeit nur für Leute, die an die Wissenschaft glauben, als sei sie nicht Teil der privaten Industriekonzerne, für Menschen, die an die „Wahrheit“ glauben als wäre die Lüge nicht allgegenwärtig.
Ob Reich auch anders gekonnt hätte? Reich hätte von seiner Persönlichkeit her nicht anders gekonnt und die Pest kann nie anders in ihrem Zwang als Mr. Goodguy aufzutreten und im Stillen zu zerstören. Reich hat uns aufgezeigt, warum wir nicht anders können. Das macht ihn für alle Seiten sympatisch und sein Werk unsterblich; selbst wenn sein letztes Buch verbrannt werde – fast jeder kennt seine „Wahrheit“, ob er sie charakterlich ertragen kann oder nicht.

Warum Reich Marx als obsolet betrachtete (Teil 7)

4. Juli 2014

Im Journal of Orgonomy haben Dr. Ellsworth F. Baker, und andere nicht weniger qualifizierte orgonomische Ärzte, die quacksalberische und gemeingefährliche Art angeprangert, mit der verschiedene „Reichianische Therapeuten“, „Bioenergetiker“, Urschrei-Provozierer etc. die Medizinische Orgonomie mißbraucht haben. In der typisch arroganten Art und Weise des „kleinen Mannes“ (siehe Reichs Rede an den Kleinen Mann), verschlimmern sie den Zustand ihrer meist Reich-gläubigen Opfer, wenn ihre Anstrengungen überhaupt irgendein Resultat zeitigen.

Ich muß gestehen, daß intern der inzwischen verstorbene italienische „Orgontherapeut“ Federico Navarro immer wieder für Erheiterung bei uns sorgt. Insbesondere seine Behauptung, Glatzenbildung bei Männern hätte etwas mit „okularer Panzerung“ zu tun!

Mir persönlich gefällt besonders seine urkomische Erklärung des Faschismus: er sei, soweit ich das im Navarroschen Wortdschungel ergründen kann, Ausdruck der Blockierung des Halses!

Und noch mehr Hals: Die drei Instinkte Schlaf, Hunger und Sex seien „Ausdruck des Selbsterhaltungstriebes (…), den wir gerade im Hals lokalisieren“!

Genauso wie die bereits in Teil 4 erwähnte Gerda Boysen („Biodynamik“) war Navarro „Schüler“ des Orgontherapeuten und Psychologen Dr. Ola Raknes. Raknes war der älteste und treuste Schüler Reichs und einer der wenigen, mit denen Reich auch eine engere persönliche Beziehung eingegangen ist. Später war Raknes Fellow des American College of Orgonomy. Hier sieht man ihn rechts, neben ihm Elsworth Baker und links Paul Mathews Mitte der 1960er Jahre:

Wie konnte solche ein unglaublich verdienstvoller und kompetenter Mann Monster wie Frankenstein schaffen?

Lois Wyvell schrieb 1982 in ihrer Zeitschrift Offshoots of Orgonomy (V), daß Raknes

im Übermaß verständnisvoll und tolerant war, was ihn dazu brachte, mit einigen der trügerischen Neo-Reichianer zusammenzuarbeiten, im besonderen den Marxistisch orientierten italienischen „Reichianern“. Er verursachte dadurch einigen Schaden in seinen letzten Jahren, in denen er Anerkennung suchte, was verständlich aber nicht entschuldbar ist; unerfüllte Bedürfnisse des Ego dominieren oft das Verhalten greiser Menschen. Ola war nicht fähig auf irgendetwas zu bestehen. Sogar bei seinen Schülern bestand er nicht auf die Existenz der Orgonenergie, sondern brachte sie soweit in Reichs Arbeit hinein, wie sie bequem gehen konnten.

Hier sieht man besonders klar, daß der Reichianismus der Krebs der Orgonomie ist, der sich nur dort festsetzen kann, wo das „Gewebe“ sich in einem energetischen Verfallsprozeß befindet. Genauso wie Modju sich nach dem ersten Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise in Rußland und danach in Deutschland festsetzen konnte.

Ein Beispiel war Reichs Tochter Dr. Eva Reich. Ihr Bruder Peter Reich schrieb 1973 dazu in Der Traumvater (München 1975):

Das Auf und Ab in der Diskussion um das Werk Reichs und seine Problematik veranlaßte Eva zu einer Haltung, die sie als „übernatürliche Abkehr“ von den Machtkämpfen bezeichnete.

1974 erhielt sie eine Einladung zu einem „Reichianischen“ Kongreß in Esalen, an dem auch Raknes teilnahm.

Über diese Veranstaltung schrieb der Orgonom Michael Glass (Journal of Orgonomy, Nov 1975):

Was am wenigsten zum Ausdruck kam, war Bescheidenheit. Du bekommst den Eindruck, daß mit wenigen Ausnahmen es eine Sache persönlicher Ambitionen der Vortragenden war, die sie nach Esalen führte. Da gab es wenig „Reich sagte…“ oder „Reich hat entdeckt…“, sondern sehr viel „Für mich bedeutet Reichs Idee…“, „Nach meiner Meinung…“ oder „Ich habe besonders Reichs Konzept über … brauchbar gefunden…“. Wenige waren Willens über den eigentlichen Reich zu sprechen; die meisten wollten für sich selber Werbung machen.

In einer kurzen Lebensbeschreibung von Eva Reich in emotion Nr. 8 wird ausgeführt, daß sich an diese Konferenz weitere Einladungen anschlossen.

Seitdem reist Eva Reich um die ganze Welt, um Vorträge zu halten mit dem Schwerpunkt Neurosenprophylaxe und Selbststeuerung von Geburt an. Außerdem leitet sie Selbsterfahrungsgruppen, in denen sie Techniken der „emotionalen ersten Hilfe“ lehrt. Ende 1986 besucht sie auf Einladung des „Ströme Zentrum für Reichianische Körperarbeit“ West-Berlin zum zweiten Mal, diesmal für einen ganzen Monat.

Weiter schreibt der leitende Kopf der Ströme über sie:

„I’m a social reformer, not a therapist“, ist ein Satz, den ich oft von ihr vernahm. Sie zeigt und deutet auf das, was in einfachen Schritten zu tun ist, vermeidet Universalrezepturen und großspurige Theorien, sie lehrt radikal, d.h. an die Wurzel gehend, und die „Wurzel für den Menschen ist der Mensch selbst.“ (Karl Marx)

Im Band I der Marx-Engels-Werke (herausgegeben vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED) heißt es auf Seite 385:

Radikal sein ist die Sache an der Wurzel fassen. Die Wurzel für die Menschen ist aber der Mensch selbst.

Folglich gelte der „kategorische Imperativ alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“.

Ist wirklich der Mensch der Urgrund des Menschen? So etwas kann nur der von seinem Kern abgetrennte modern-liberale Charakter von sich geben. Nach Reich ist

die soziale Existenz des Lebewesen Mensch (…) bioenergetisch betrachtet an sich nur ein kleiner Gipfel auf dem gigantischen Berg seines biologischen Daseins. (Ausgewählte Schriften)

Dies haben die sogenannten „Reichianer“ nie verstanden; daß Reich mit der Entdeckung des Orgons (erst als Strömungsempfindung, dann als „Bioelektrizität“, in den Bionen und schließlich in der Atmosphäre) so „radikal“ wurde, daß Marx‘ Ansichten im Vergleich dazu absolut irrelevant sind! (Wenn sie es nicht ohnehin schon wären…) So gilt auch, was das „Umwerfen der Verhältnisse“ betrifft, für die Orgonomie einzig die Reproduktion dieser Verhältnisse in unseren Kindern zu verhindern. Wofür Eva Reich ja auch weltweit eingetreten ist! Nur daß sie dabei den Feinden ihrer und ihres Vaters Arbeit in die Hände gefallen ist – wie sich spätestens Mitte der 1990er Jahre herausstellte, als die Berliner „Wilhelm-Reich-Gesellschaft“ per Abstimmung beschloß, daß es die Orgonenergie nicht gibt.

Betrachten wir die „ökonomisch-philosophischen Manuskripte“ von 1844, die Marx kurz nach der oben zitierten „Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ geschrieben hat. Als Bernd Senf diesen frühen Marx via Erich Fromm kennenlernte,

konnte ich die Begeisterung allmählich nachvollziehen. Die Sprache bei Marx war zwar unheimlich schwierig, aber die Gedanken, die er in seiner Entfremdungstheorie formuliert hatte, drückten für mich eine tiefe Menschlichkeit aus – ganz anders als in meinen Vorurteilen, wo ich Marx und Marxismus lange Zeit eher mit Unmenschlichkeit gleichgesetzt hatte und davor zurückgeschreckt war (nach dem Motto: Marx-Marxismus-Kommunismus-Stalinismus-Massenmord). (emotion 5:125)

In seinen Schriften über Entfremdung schrieb Marx z.B. über den „rohen Kommunismus“, den er später „Diktatur des Proletariats“ nannte und der nach dem Umwerfen aller Verhältnisse, „in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“, wie folgt auftritt: Der „rohe Kommunismus“ wolle

alles vernichten (…), was nicht fähig ist, als Privateigentum von allen besessen zu werden; er will auf gewaltsame (Hervorhebung von Marx!) Weise von Talent etc. abstrahieren. (…) [Man denke an Marx‘ spätere Arbeitswerttheorie!] die Bestimmung des Arbeiters wird nicht aufgehoben, sondern auf alle Menschen ausgedehnt; (…) Wie das Weib aus der Ehe in die allgemeine Prostitution, so tritt die ganze Welt des Reichtums (…) in das Verhältnis der universellen Prostitution mit der Gemeinschaft (…) indem [der rohe Kommunismus] die Persönlichkeit des Menschen überall negiert (…).

Marx war dergestalt Prophet des Roten Terrors. Die Trotzkistische „romantische“ Phase beschrieb 1927 Prof. Paul Miljukow, einst Führer der „Kadetten“ (die konstitutionellen Demokraten der Russischen Revolution), wie folgt:

Jede Abteilung der Tscheka in der Provinz hatte ihre eigenen, von ihr bevorzugten Foltermethoden. In Charkov wurden die Leute skalpiert und von den Handknochen „Handschuhe“ abgezogen. In Voronez setzte man die Gefolterten nackt in Fässer, die innen mit Nägeln ausgeschlagen waren und brachte die Fässer ins Rollen; man brannte den Opfern einen fünfzackigen Stern in die Stirn, und den Priestern setzte man einen Kranz aus Stacheldraht auf. In Caricyn und Kamysin zersägte man die Knochen mit einer Säge. In Poltava und Kremencug setzte man die Opfer auf einen Pfahl. In Ekaterinoslav kreuzigte und steinigte man sie. In Odessa briet man die Offiziere im Ofen und zerriß sie in Stücke. In Kiew legte man sie in einen Sarg mit einem sich bereits zersetzenden Leichnam, begrub sie lebendig und grub sie nach einer halben Stunde wieder aus. (z.n. Michael S. Voslensky: Sterbliche Götter, Erlangen 1989)

Hoevels hätte sich sicherlich köstlich amüsiert, denn das Foltern „der Üblen“ ist ja, nach seiner eigenen Aussage, sein Weg zur Regulierung der „psychischen Energie“!