Posts Tagged ‘Materie’

Die gescheiterte Orgonomie (Teil 1)

13. Mai 2017

Es gibt zwei grandiose Mißverständnisse hinsichtlich der Orgonomie, die sich in entsprechende Fragen kleiden lassen:

Wo sind denn die tollen Ergebnisse der Orgontherapie? Wo die umstrukturierten, entpanzerten, gesunden genitalen Expatienten?

Warum hat es nach Reich keine neuen weltbewegenden Entdeckungen und Entwicklungen gegeben?

Die Orgontherapie ist die einzige, die einzige, Therapieform, die ein eindeutig umrissenes, klar definiertes und objektiv nachprüfbares Ziel anvisiert: die orgastische Potenz. Es geht dabei nicht darum, dieses Ziel zu erreichen, sondern die Patienten auf dieses Gleis zu setzen. Das ist der einzige wirkliche Wirkmechanismus. Es ist schon viel erreicht, wenn die Therapie aus schier unerträglichen Nervensägen einigermaßen vernünftige Menschen macht.

Bei der Orgontherapie ist es wie überall in der Soziologie und Psychologie. Um beispielsweise den Einfluß des Protestantismus auf die Menschen zu erforschen, muß man zunächst den Durchschnitt und die historische Entwicklung betrachten, so daß man bei Fallstudien an Einzelnen weiß, was man sinnvoller Weise untersuchen soll, um die Dynamik des Protestantismus im Vergleich zum Katholizismus zu verstehen. Man kann sich also dieser Frage nicht „wertfrei“ nähern! Kurz gesagt können Protestanten klarer denken und „klarer fühlen“, weil sie sich weiter vom heidnischen Obskurantismus entfernt haben. Alles andere ist irrelevant. Ähnlich ist das bei der Bewertung der Orgontherapie: es geht um den Entwicklungsprozeß.

Wie willst du entscheiden, was „gesund“ ist? Es kommen unendlich dumme Einwände a la, daß in katholischen Ländern die Menschen fröhlicher sind und ähnlicher irrelevanter Unsinn.

Und was die mangelnde Produktivität betrifft: Es herrscht allgemein ein Mißverständnis vor, was Wissenschaft und technische Entwicklungen betrifft. Nach einer wissenschaftlichen Revolution (etwa Galilei und Newton, später die Quantenmechanik) oder einer technischen (die Dampfmaschine, der Verbrennungsmotor und der Elektromotor) wird jahrhundertelang dran rumgedoktert, aber es gibt keine wirklich neuen Entdeckungen oder grundlegenden neuen Erfindungen. Die Materie ist wie sie ist, die Orgonenergie ist wie sie ist, d.h. ihre Eigenschaften sind jeweils überschaubar, nachdem jemand den Schlüssel gefunden hat, diesen Raum der Natur zu öffnen.

Blaue Orgonenergie und gelbe Matrix im Carinanebel

13. Dezember 2016

In seinem Buch Die kosmische Überlagerung beschreibt Reich, wie kosmische Strukturen (Galaxien) und Mikroorganismen (Bione und Zellen) durch Überlagerung bzw. Kontraktion entstehen. Die kosmische Überlagerung ist die Überlagerung blauer kosmischer Orgonenergie-Ströme, was zur Erzeugung „gelber“ Materie führt (kosmischer Staub und Sterne). Was gemeinhin unterschiedslos als „kosmischer Staub“ bezeichnet wird, ist tatsächlich die blaue massefreie Orgonenergie und der gelber Materiestaub. Man betrachte dazu nur den Carinanebel:

carinanebel

Hier findet sich eine detaillierte Photoserie. Auf die gelbe Lebensmatrix, die durch Kontraktion aus der kosmischen Lebensenergie hervorgeht, ist Reich in Experiment XX gestoßen:

Bionwasser hat eine gelbe Farbe von unterschiedlicher Intensität, die bis ins Braun hineinreichen kann. Man denkt in diesem Zusammenhang unwillkürlich an die Produktion des gelblichenHarzes der Bäume, des gelbem Honigs der Bienen, an die gelbe Farbe des Blutserums der Tiere, an das Gelb der Urins und so weiter. (Die kosmische Überlagerung, S. 41)

Das Wesen der Physik

12. November 2016

Von „Reichianern“ wird häufig ausgeführt, daß Konzepte bildhaft anschaulich und kausal sein müssen, um sie gefühlsmäßig erfassen zu können. Das sei Reichs „funktionelle“ Herangehensweise. Es endet in der Vorstellung, daß das Universum sozusagen ein großer Suppentopf ist („kosmischer Orgonenergie-Ozean“), in dem alles und jedes durch Wirbel, Verdickung der Suppe zu Klumpen („Materie“) bzw. deren Auflösung erklärbar ist. Oberflächlich betrachtet, beschreibt Reich eine derartige Welt. Schaut man aber genauer hin, dann ist das nur sein Versuch sich möglichst allgemeinverständlich auszudrücken. Ähnlich wird die Allgemeine Relativitätstheorie, die komplexeste Theorie, die je entworfen wurde, mit dem berühmten denkbar simplen Gummiband-Gitter versinnbildlicht, über das Metallkugeln rollen.

Die Allgemeine Relativitätstheorie kann man nur verstehen, wenn man sich über viele Jahre in die Formelsprache eingelebt hat und sie anwenden kann, um konkrete physikalische Probleme zu lösen. Als Nichtphysiker war Reichs Ansatz zwar grundsätzlich anders, aber auch bei ihm sollte die allgemeinverständliche Darstellung nicht mit der wirklichen Theorie verwechselt werden.

Physik ist nicht bildhaft und nicht kausal. Beispielsweise soll man berechnen, wie viele Menschen in einen Saal passen. Dazu nimmt man nicht weiter definierte „Objekte“, die weder Farbe, Masse noch sonst etwas haben, sondern nur die durchschnittliche Breite und Dicke des Menschen, einen von anderer Seite vorgegeben Mindestabstand zwischen diesen „Objekten“, und rechnet. Will man diese Rechnung Schulkindern vermitteln, müssen diese Objekte eine bestimmte Form und Farbe haben, etwa Playmobil-Männchen, aber das widerspricht imgrunde dem Wesen der Physik. Beispielsweise wird man die Playmobil-Männchen in einem Lehrfilm nacheinander in den Saal stellen, während „sie“ für die Berechnung, also die echte Physik, sozusagen non-kausal einfach da sind, zumal sie weder Form noch Farbe, noch sonstwas außer den beiden Dimensionen Breite und Tiefe haben.

Genauso ist es mit der Orgonphysik. Wie man sich beispielsweise den Mechanismus bildhaft-kausal vorstellen soll, der die Temperatur im Orgonenergie-Akkumulator ansteigen läßt, ist letztendlich gleichgültig. Von praktischer Wichtigkeit ist, daß die Temperaturdifferenz To-T bei Kontraktion, in der Nacht und bei „schlechtem Wetter“ abnimmt, am Tag und bei „gutem Wetter“ zunimmt, also mit den Funktionen „Kontraktion“ und „Expansion“ verknüpft ist. Der entscheidende Unterschied zur üblichen Physik ist nicht nur das Konzept der orgonotischen Pulsation, sondern vor allem auch, daß die subjektiven Einschätzungen „schlechtes Wetter“ und „gutes Wetter“ besser mit dem Verlauf von To-T korrelieren, als etwa Messungen mit dem Barometer und Hygrometer. Hier bildhaft Anschauliches und mechanisch Kausales ins Spiel zu bringen, wie es das Hobby von „Reichianern“ zu sein scheint, lenkt nur von diesem entscheidenden Punkt ab: daß der (ungepanzerte) Organismus das beste Meßinstrument ist, – weil er nicht (primär) wie eine Maschine bildhaft-kausal nachvollziehbar (mechanisch) arbeitet, sondern als Funktionsgefüge. Entsprechend wird ein Physiker niemals verstehen, warum man einen Orgonenergie-Akkumulator sorgsam wie einen lebenden Organismus behandeln muß, will man vernünftige Meßergebnisse erzielen. Oder wenn man behauptet, daß Hamburg sich für Orgonforschung nur schlecht eignet, weil die Atmosphäre „zu feucht ist“, und daß etwa Bremen viel besser geeignet ist, was man sagen kann, kaum daß man eine halbe Stunde in dieser Stadt war. Ein Physiker ist so konditioniert, daß die Naturgesetze an allen Orten mechanisch gleich funktionieren und daß subjektive Einschätzungen irrelevant sind.

Die Lebensenergie

8. November 2016

Reich betrachtete sich als „Entdecker der Lebensenergie“. „Lebensenergie“ bedeutet aber nicht, daß tote Materie lebendig wird, wenn diese „Energie“ hinzutritt. Das wäre ja auch widersinnig, denn Lebensenergie ist überall vorhanden, d.h. auch auf dem Mond! „Lebensenergie“ bedeutet, daß Materie lebendig werden kann, wenn sie sich genauso verhalten kann, wie diese Lebensenergie. Zunächst wäre da die Pulsation eines abgegrenzten aber elastischen Bereichs, der entsprechend als Ganzheit pulsieren kann. Zweitens formt sich dieses „membranöse“ Gebilde entsprechend der kreiselförmigen Bewegung der Lebensenergie. Praktisch alles Lebendige (die Organismen und so gut wie alle ihre inneren Organe) hat die Orgonom-Form. Auf dem Mond hat buchstäblich nichts eine Orgonom-Form! Und drittens funktioniert ein Organismus als Einheit, d.h. jenseits von Raum und Zeit. Die Gene und deren Funktionsweise sind ein Beispiel. All das tritt rudimentär auch in der toten Natur auf, etwa die Pulsation der Atmosphäre, die Orgon-Form der Wirbelstürme und ihr einheitliches Funktionieren, aber es bedarf besonderer Bedingungen, die Reich beispielsweise in den Bion-Experimenten erforscht hat, bevor die Lebensenergie tatsächlich die spezifische Energie von Organismen werden kann, sich sozusagen vollgültig manifestieren kann.

Transsubstantiation

12. Oktober 2016

Galileo Galilei wurde nicht etwa deshalb verfolgt, weil er das heliozentrische, sondern weil er das atomistische Weltbild vertrat. Letztendlich war es aus theologischer Sicht gleichgültig, ob die Sonne um die Erde kreist oder umgekehrt. Ganz und gar nicht gleichgültig war die Zusammensetzung der Materie. Wenn diese sich nämlich aus Atomen zusammensetzt, gibt es keinerlei Platz für die Transsubstantiation, d.h. die wesenhafte Verwandlung von Brot und Wein in das Fleisch und Blut Christi während der Eucharistie. Atome sind unveränderliche, fixe Einheiten, die sich zwar zu den unterschiedlichsten Objekten zusammensetzen können, aber deren Wesen ist damit fixiert. „Brot ist Brot“ und „Wein ist Wein“. An die Stelle Gottes und seines Wirkens tritt die Materie und deren autonome Gesetze. Beispielsweise kann Brot diesen Gesetzen folgend verschimmeln, Wein verdunsten, etc. Mit anderen Worten: Galilei vertrat den Materialismus. Gott sollte an den Atomen geradezu zerschellen!

Der Materialismus bedeutet, daß nicht nur alles um uns herum, sondern auch wir selbst nichts anderes sind als wesensleere Objekte, die sozusagen aus „Legosteinen“ (Atome) zusammengesetzt sind. Diese Weltsicht hat ein großes Problem: sie bietet keine denkbare Erklärung für unser subjektives Innenleben, unsere mentalen Funktionen, unsere Sinneswahrnehmungen, unsere Emotionen. Und genau hier setzt die „Entdeckung des Orgons“ durch den bekennenden Materialisten Wilhelm Reich an. Zwar machte er in seinen „bioelektrischen Versuchen“ Mitte der 1930er Jahre die Emotionen sichtbar, doch entzogen sich die Meßergebnisse allen materialistischen Erklärungsansätzen. Ähnliches beobachtete er bei den sich unmittelbar anschließenden „Bionversuchen“, wo es darum ging, Materie zu „zerstören“ und sie sich neu organisieren zu lassen. Aus dieser Forschung entsprang die Entwicklung des Orgonenergie-Akkumulators und, schließlich, des DOR-Busters, mit deren Hilfe man Materie mit einer zwar „immateriellen“ (d.h. sich nicht aus Atomen bzw. Quantenobjekten zusammensetzenden) aber doch greifbaren Energie aufladen bzw. entladen kann. Diese „Orgonenergie“ war die spezifische Energie der Emotionen.

Endgültig brach der Materialismus im ORANUR-Experiment zusammen, als sich zeigte, daß Atome nicht nur, wie Jahrzehnte zuvor entdeckt, radioaktiv zerfallen können, sondern Materie sich unabhängig von ihrer atomaren Struktur umwandeln kann. Reich bezeichnete das als „prä-atomare Chemie“.

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.j.

9. Mai 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

6. Äther, Gott und Teufel

a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

b. Spiritualität und die sensationelle Pest

c. Die Biologie zwischen links und rechts

d. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

e. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

f. Die gesellschaftlichen Tabus

g. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

h. Dreifaltigkeit

i. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

j. Die Schöpfungsfunktion

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel V.3.b.

27. Juni 2015

orgonometrieteil12

V. Das Wesen von Zeit und Raum

1. Zeit und Länge

a. Der „Rote Faden“ Zeit

b. Die Zeitmodi

2. Bewegung

a. Das CFP von Zeit und Länge

b. Orgonotische Bewegung und mechanische Bewegung

c. Jenseits der Bewegung

3. Struktur von Zeit und Raum

a. Die „Psychosomatik“ von Zeit und Länge

b. Die Dauer