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Die Krebsschrumpfungsbiopathie heute

4. Mai 2017

Habe heute zwei Zeitschriften für Psychiater durchgeblättert. Zunächst einmal die NeuroDepesche (4/17): eine norwegische Studie hat nachgewiesen, daß körperliche Aktivität von sechs- und achtjährigen diese vor depressiven Symptomen mit Acht und Zehn schützt. Adjustiert auf Symptome komorbider psychiatrischer Störungen und das Körpergewicht (Body Mass Index) war das Ergebnis signifikant.

Es gibt jede Menge Untersuchungen, die zeigen, daß mehr Bewegung weniger Depressivität bedeutet. Die Erklärung ist einfach: Depression ist Folge der Niedergedrücktheit („Depression“) der organismischen Orgonenergie. Entsprechend mobilisiert der Orgontherapeut bei schweren Depressionen, statt sich auf die oberen Panzersegmente zu konzentrieren, sofort das Brustsegment, um die energetische Schrumpfung zu stoppen. Es geht um besseres Atmen.

InFoNeurologie & Psychiatrie (April 2017): Hier stolperte ich über die Überschrift „Häufiger Krebs bei Angst und Depression?“, las aber zunächst den Kommentar von Prof. Dr. med. Susanne Singer, die die Untersuchung in der Luft zerreißt: man könne nie sicher sein, „alle relevanten konfudierenden Störgrößen“ zu berücksichtigen. Tja, die Krebsschrumpfungsbiopathie hat heutzutage null Chance…

Batty, Russ, Stamatakis et al. baben bei der Analyse von 16 Studien mit insgesamt über 160 000 Patienten alles berücksichtigt, d.h. Alkohol, Tabak, psychische Belastung durch Krebs statt umgekehrt, etc. Nach Ansicht der Autoren kann man von einer erhöhten Ängstlichkeit und Depressivität auf ein erhöhtes Krebsrisiko in späteren Jahren schließen.

Es geht schlicht darum, daß Krebs folge eine Schrumpfung der Lebensenergie ist, von buchstäblicher Niedergeschlagenheit. Würde man bei solchen Krebsstudien den Reich-Bluttest regelmäßig machen, würde das sofort evident werden.

Unabhängig davon: die ultrakritische Haltung von Prof. Singer durchweg und konsequent eingenommen – wie viele Arzneimittel könnten eigentlich auf dem Markt bleiben? Warum solche Einwände immer nur, wenn es um Forschung geht, die (wie indirekt auch immer) ins Lebensenergetische geht?

nachrichtenbrief11

16. April 2017

Krebsiger Zerfall nach dem Tod

30. Januar 2017

Alex E. Pozhitkov (University of Washington) et al. konnten in ihrer Arbeit „Tracing the Dynamics of Gene Transcripts after Organismal Death” zeigen, daß nach dem Tod sich das Leben im Körper fortsetzt, vielleicht für zwei Tage. Die Forscher stellten eine „schrittweise Abschaltung“ nach dem Tod fest, wo einige Gentranskriptionen, die Übertragung von DNA auf RNA und der erste Schritt der Genexpression, geringer wurden, während andere sich nach dem Tod sogar verstärkten. Einige Zellen scheinen zu kämpfen und zu versuchen, sich selbst zu reparieren, speziell Stammzellen. Dabei kommt es insbesondere zu Aktivitäten, die üblicherweise mit Streß, Immunabwehr, Entzündung und Krebs verbunden sind. Interessanterweise ist auch Gentranskription, die mit der embryonalen Entwicklung verbunden ist, erhöht. Es sei, als ob Teile des Körpers in der Zeit zurückgingen, d.h. zelluläre Eigenschaften der sehr frühen Entwicklung zeigen.

Wie Reich in Der Krebs gezeigt hat, versucht sich der Körper beim Absterben auf einem primitiveren Niveau neu zu organisieren.

Schicksalsgläubigkeit

11. Dezember 2016

2005 erschien eine Studie der University of Leicester, der zufolge indigene Briten hochsignifikant besser mit einer Krebserkrankung umgehen als asiatische Einwanderer. Das scheint damit zusammenzuhängen, daß die letzteren sich eher hilflos fühlen und davon ausgehen, daß das Leben vom „Schicksal“ (Astrologie, Karma, Kismet) bestimmt wird.

Lebensüberdruß, Depression und Angst sind in „Religionen“ wie Buddhismus (vgl. Die Massenpsychologie des Buddhismus) und Islam (vgl. Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie) organisiert. Sie nehmen aber auch im christlichen Westen zu.

Ihr wolltet euch vom Christentum befreien und seit wieder in der gleichen finsteren, engen Welt des Aberglaubens versunken, in dem die germanischen Stämme vegetierten.

Habe gerade ein paar Esoterik-Zeitungen durchgeblättert und frage mich erstaunt: Wie können diese „Esoteriker“ eigentlich atmen? Aus allen Ecken und Kanten werden sie von Dämonen attackiert. Aus „Chemtrails“ rieseln toxische Chemikalien und alle möglichen Krankheitserreger auf sie herab, die Medien sind von „Mind Control“ durch freimaurerische Symbole durchdrungen, „Zionisten“ ziehen die Fäden in Wirtschaft und Politik. Die Gestirne und Angst vor Schwarzer Magie bestimmen das Leben der „Esoteriker“, Engel und Dämonen umschwirren sie in dichten Schwaden, alles, was ihnen widerfährt, hat eine Bedeutung, es gibt keine Zufälle. Kurz: das Leben als paranoider Alptraum.

Man könnte auch sagen, daß das Leben ganz offensichtlich nicht durch „Karma“, „den Stand der Planeten“, „das Schicksal“ oder irgendwelche anderen Surrogate für einen allmächtigen „Gott“ bestimmt wird, sondern die „wertfreien“ und schuldfreien autonomen Funktionen einfach ablaufen. Aber selbst so mancher „Reichianer“, der über „Funktionalismus“ quatscht, verpestet das Leben mit moralinsaurem mystischen, bzw. natürlich „spirituellen“, und vermeintlich „esoterischen“ Unsinn.

Tantra (1996/1997)

10. Dezember 2016

Bücherlogo

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

Tantra (1996/1997)

 

 

O. 2011: Ein sehr klar und bestens formulierter Beitrag. Er trifft den Kern des Gegensatzes zwischen den zwei sexual-energetischen Ansätzen. Nun beide Richtungen sind letztlich eine Quälerei – Psychotherapie ist kein Vergnügen und das, was wie pures sexuelles Vergnügen in Form von Tantra aussieht, womöglich mit einer schönen Frau, ist nicht nur sexuelle Triebunterdrückung, sondern zugleich Gehirnwäsche mit dem Ziel Körper und Geist (in diesem Fall kann man davon sprechen) zu formen. Energetische Aufladung als Machtinstrument für mystisch-religiöse Zwecke und zur Bildung von Abhängigkeiten mit Suchtcharakter.
Was hier unerwähnt bleibt, ist, dass die Reichzene mit ihrer socalled „Ogrontherapie“ (etc.) nicht anderes macht!!!
Energetisches Wissen kann immer wieder missbraucht werden zur Bildung faschistoider Strukturen. Dies wird natürlich nicht bewußt, so doch wissentlich angewandt und konzipiert. Wer hierfür blind ist, dem ist nicht zu helfen. Ohne ein vernünftige Psychotherapie – ich wage nicht mehr von Orgontherapie zu sprechen – ist eine faschistische Orgontherapie a la östlicher „Energetik“ vorprogrammiert. Und diese Form der „deutschen Orgonomie“ ist leichter zu ertragen, als sich mit den Schmerzen seiner Psyche in einer Körpertherapie auseinanderzusetzen.
Deswegen ist man noch lange kein „Reichianer“, weil man sich einen Orgonakkumulator baut und da reinsetzt, oder weil man Eva Reichs Methode benutzt, um andere von der „Reichlehre“ zu überzeugen. Man ist noch derselbe Faschist, der man vorher strukturell war. Nur dass hier keine Rassenideologie verbreitet wird, sondern Reichs Dogma „orgastischer Puslation“ zum Kriterium für die Heilslehre genommen wird.
So wird aus einem kleinen privaten esoterischen Interesse eine faschistische Interpretation und Okkupation der Orgonomie. PN hat den Mut dies hier in den vielen Artikeln zu diskutieren. Und die Vermischung von blauen, roten und braunen Faschismus zerstört jeden Ansatz Reichs Gesellschaftskritik zu einer erkenntnistheoretischen und strukturellen Veränderung werden zu lassen. Es macht keinen Unterschied, ob Reich bildlich gekreuzigt wird, seine Bücher verbrannt werden oder ob man Reich auf diese Weise vertritt und in den blauen Himmel der lebensenergetischen Forschung lobt, wo die Engelchen fliegen.

Klaus: „Meditation führt zur Panzerung des okularen Segments und zur Zerstörung des Orgonenergie-Feldes.“
Solche Aussagen interessieren mich sehr; ich kenne regelmäßig Meditierende, die mir tatsächlich irgendwie so vorkommen, und eigene Versuche z. B. mit Stille-ChiGong erweckten bei mir den Eindruck einer merkwürdigen Einkapselung des Energiegefühls in einzelne ‚Bahnen‘, was einerseits für eine Weile konzentrationsfördernd sein konnte, sich andererseits aber unangenehm künstlich und verengt anfühlte. Doch gibt es Erfahrungen – etwa aus therapeutischer Praxis -, die diese Annahme in Bezug auf das okulare Segment und das Orgonfeld genauer stützen?

Peter 2011: Ich verweise etwa auf http://www.w-reich.de/nelson.html
Noch etwas:

Yoga, meditation, and mind control are processes of relaxed concentration that slow down the autonomic functions (breathing, heart, etc.) whereby the intuitive and telepathic processes are tapped. Demonstrably, they work, despite the mystical trappings usually associated with them; but, for most, they lessen contact with their direct organ perceptions. This was as true for me when I took courses in mind control and meditation, as it was for some of my classmates. Yet, when these orgonotic senses are used spontaneously and naturally, they have no side effects. Dr. Elsworth Baker says he habitually uses this kind of contact in treating patients, but he doesn’t hold his breath or slow down his heartbeat. When I, on rare occasions, have spontaneously had telepathic and intuitive experiences, they have not been accompanied by any detectable changes in other functions. This is not conclusive, but it is fairly good circumstantial evidence that mind control, meditation, and yoga are artificial, forced ways of achieving what is natural to the unarmored. The deliberate efforts to attain orgonotic sensory perceptin tend to fail or are at least miniscule in their results compared to the great effort put into them, probably because they are an effort to force an orgonotic function, and that doesn’t work any better than does trying to force love or human contact – they are purely spontaneous events that occur from the free flow of energy. (Loi Wyvell: „Orgone and You“ Offshoots of Orgonomy No. 1, S. 19f)

Tzindaro 2016: While in India, I visited a Reichian Ashram where the guru had a copy of Reich’s function Of The Orgasm on his bookshelf. He told me he thinks he is the only married guru in India. He said this is because his own teacher had a stroke at the age of 75 and after meditating on it, told his students he thought it had happened to him because of pent-up pressure from more than 50 years of sexual abstinence, so he advised his students to marry.

Denis Roller 2012: Ja, es gibt sie noch, die echten Vampirjäger, Exorzisten und-Männer. Nehmt euch in Acht ihr Spassemacken. Wir fackeln nicht lange…

Klaus: „Liste von „Erleuchteten“, die an somatischen Biopathien, insbesondere Krebs, verreckt sind“
Darüber wüsste ich gerne mehr!
Warum ‚Erleuchtung‘ überhaupt erstrebenswert sei, wird auch nie gesagt.

Klaus: Etwa so stelle ich mir das vor: http://blog.stuttgarter-zeitung.de/licht/2011/03/15/erleuchtungsram/

Robert: Der einzige Heilige in Hamburg-Altona

O.: Wer bei Reich bis jetzt die Erleuchtung des Orgasmus gefunden haben mag, wird hier fündig:
Nein jetzt kommt nicht Fischers Seite, sondern die hier:
http://www.advaita-tantra.de/wordpress/

Robert: Hier mal was zum Thema Körpertherapie bei Amazon läuft
http://www.amazon.de/gp/bestsellers/books/557528/ref=pd_zg_hrsr_b_1_5_last

Robert 2014: OSHO: Jenseits der Grenzen des Verstandes. Das Märchen von der Psychologie
Wilhelm Reich, ein Tantra-Meister unserer Zeit
Der deutsche Psychologe Wilhelm Reich stieß auf ein paar innere Geheimnisse der Bioenergetik, und er wandte sie auch in der Behandlung seiner Patienten an. Aber man warf ihm vor, er sei anti-sozial; er wurde eingesperrt und für verrückt erklärt. Was war es, woran Reich gearbeitet hat und woran ist er gescheitert ? … Wilhelm Reich fing an, mit der menschlichen Energie zu arbeiten. Und natürlich, wenn du mit der menschlichen Energie arbeitest, dann stößt du unweigerlich auf die Quelle von allem – und das ist die sexuelle Energie … Und im Gefängnis müssen sie ihn ungeheuer gequält haben. Er war kein Mann, der so leicht zerbricht; er war ein ausgeglichener Mensch, und diejenigen, die ihn kannten, haben bezeugt, dass es nur wenige gibt, die so stark, so in sich gefestigt und mit beiden Beinen auf der Erde sind, wie er es tat – aber im Gefängnis wurde er verrückt. Ich habe den Verdacht, dass man ihn mit Absicht in den Wahnsinn getrieben hat … Ich nenne Wilhelm Reich einen modernen Tantra-Meister, obwohl er selbst sich dessen nicht bewusst war. … Wilhelm Reich wird eine Renaissance erleben, denn was er getan hat, war absolut wissenschaftlich. … Er gehört zu uns. Ich gebe ihm nachträglich Sannyas.
http://h0rusfalke.wordpress.com/bernd-senf-uber-wilhelm-reich-die-bildung-des-charakterpanzers-in-der-kindheit/

Politik aus internistischer Sicht

11. November 2016

Worauf wollen die extreme Linke und die extreme Rechte eigentlich jeweils hinaus? Beziehungsweise, was ist das Endergebnis der jeweiligen Agenda? Ein Blick auf den linken Rand, sei es in Südamerika oder an der Universität vor Ort, zeigt eine unbändige Zerstörungslust. Sie sind erst zufrieden, wenn die gesellschaftlichen Institutionen irreparabel zerstört sind. Das erinnert frappant an die Schrumpfungs-Krebsbiopathie, bei der der Organismus schließlich in T-Bazillen zerfällt, d.h. verfault.

Ein rechtsradikales Regime finden wir beispielsweise in der Türkei. Hier sticht ein alles bestimmender Reinheitswahn hervor. Es dreht sich alles um die „reine“ Rasse, die „unbeschmutzte“ nationale Ehre. Das ganze gemahnt an die „Stauungsneurose“, mit zu hohem Blutdruck und Herzbeschwerden. Im Gegensatz zur Krebsbiopathie produziert der bioenergetische Kern zwar noch Energie, doch die Peripherie ist kontrahiert und starr. Dagegen muß das Herz anpumpen. Am Ende steht der gesellschaftliche Kollaps, sozusagen der „Herzinfarkt“. Bisher ist noch jedes autoritär organisierte Reich kollabiert, man denke nur an den endgültigen Untergang des deutschen Reiches 1945.

Die Wiederauferstehung der abgetöteten Lebensenergie, DOR

18. September 2016

Wir erkennen immer mehr wie wertvoll Moore als Ökosysteme sind. Von jeher wußten wir, wie wertvoll Torf ist. Als ich Kind war, haben wir unsere Gemüsebeete, insbesondere die Kartoffeln mit der schwarzen Jauche aus der Grube hinter dem Haus gedüngt. Jeder Schrebergärtner hat einen Misthaufen, in dem aus verfaulenden Gartenabfällen lebensspendender Humus wird. Das vor Leben geradezu explodiernde Watt der norddeutschen Küste ist ein einziger tiefschwarzer Modder. Es ist eine funktionelle Entsprechung des karzinomatösen Schrumpfungsprozeß, an dessen Ende eine schwarze unförmige Masse aus T-Bazillen steht:

Eines der wesentlichen Merkmale der Krebs-Biopathie ist der spontane Gewebezerfall mit CO2-Anstieg (analog zu dem organischen Zerfall, der zur Humusbildung führt) und den wir jetzt mit DOR-Produktion in Zusammenhang bringen. (Brief von Courtney F. Baker an Jerome Eden, PPCC Bulletin 8(1), S. 12)

Pflanzen nehmen das DOR-Äquivalent Kohlendioxid auf und geben das OR-Äquivalent Sauerstoff ab.

Körper und Seele

25. Juni 2016

In Die Funktion des Orgasmus (Teil 2) habe ich mich bereits mit dem Psychologieprofessor Stuart Brody (University of the West of Scotland) beschäftigt, der in jeder Beziehung Reichs sexualökonomische Forschung bestätigt.

Es geht weiter:

Bereits 2008 hatte Brody festgestellt, daß Frauen mit einem fließenden und energischen Gang größere Chancen auf einen vaginalen Orgasmus haben als jene mit einem stark beckenlastigen, behäbigen Gang. Beckenpanzerung!

Ähnliches verraten sinnliche bzw. „unsinnliche“ Lippen. Demnach treten vaginale Orgasmen häufiger und zügiger bei Frauen mit einem ausgeprägten Lippenherz auf, als bei jenen, die eine eher dünne Oberlippe haben. Dabei ist der knubbelartige Bereich unter dem Lippenherzbogen ausschlaggebend. Ist dieser recht ausgeprägt, entspricht dies einer verbesserten Fähigkeit einen vaginalen Orgasmus zu erreichen.

Was der Körper einer Frau zwischen Kopf und Becken über ihren Charakter aussagt, siehe Die Panzersegmente (Teil 3): Der Brustpanzer.

Instinktiv wissen die Menschen natürlich von diesen Zusammenhängen. Entsprechend sind das Aufspritzen der Lippen und das Aufpolstern der Busen ein verzweifelter Versuch, Lebendigkeit und Lustfähigkeit wiederherzustellen. Tatsächlich sind die angeblichen „Schönheitsoperationen“ nichts anderes als ein extrem mechanistischer Ersatz für eine Orgontherapie!

Der Mensch tut alles, läßt sich sogar verstümmeln, nur um nicht die Angst zu spüren, die in seiner muskulären Panzerung gebunden ist. Reich hat beschrieben, wie bei der Freilegung der Energie in der Orgontherapie die Lockerung der Panzerung von Angst gefolgt wird, die in zunehmend lustvollen Klonismen ausläuft, die letztendlich zu orgastischen Sensationen im Genitalapparat führen (Der Krebs, Fischer TB, S. 348).

Die innige Beziehung zwischen „Äußerlichkeiten“ und dem Innersten des Menschen zeigt sich auch an so etwas simplen wie der Körperlänge.

Jane Green, University of Oxford, et al. haben die Daten von mehr als 1,3 Millionen Frauen mittleren Alters ausgewertet, die über ein Jahrzehnt hinweg beobachtet wurden. In dieser Zeit traten 97 000 Krebsfälle auf. Nachdem man alle anderen Risikofaktoren heraus rechnete, ergab sich, daß das Krebsrisiko pro 10 Zentimeter mehr Körpergröße um 16 Prozent steigt.

Bemerkenswerterweise gilt dies für die unterschiedlichsten Arten von Krebs, sagt also etwas über „den Krebs an sich aus“, – den es für die moderne Medizin zunehmend gar nicht mehr gibt.

Der mechanistische Erklärungsversuch:

Entweder gibt es bestimmte Umweltfaktoren oder genetische Besonderheiten, die sowohl das Wachstum als auch das Krebsrisiko beeinflussen. Oder die größere Anzahl von Zellen, die in einem großen Körper vorhanden sind, erhöht per se die Wahrscheinlichkeit, daß es zu Entartungen kommt. In jedem Fall könnte der Größeneffekt laut den Forschern zumindest zum Teil erklären, warum es in unterschiedlichen Ländern verschiedene Krebsraten gibt – und warum die Anzahl von Krebserkrankungen seit Jahren stetig zunimmt, denn auch die Durchschnittsgröße steigt kontinuierlich an.

Zunächst einmal hat Reich in Der Krebs ebenfalls die Behauptung aufgestellt, daß die Anzahl der Biopathien, insbesondere aber die der Krebserkrankungen steigt. Reich:

Es wird in der Literatur der Krebsstatistik behautet, daß das Anwachsen der Zahl der Todesfälle infolge Krebses in den letzten Jahrzenten der besseren Diagnostik am Lebenden und an Leichen zuzuschreiben ist; daß also das Anwachsen der Todesziffern ein Artefakt ist. (ebd., S. 407f)

Die mechanistische Wissenschaft müsse das sagen, „um an der rein erblichen Natur des Krebses (festhalten zu können)“ (ebd., S. 408).

Wir sehen anhand der obigen aktuellen Meldung, daß aus heutiger Sicht das Anwachsen des Krebsrisikos kein Artefakt ist. Die mechanistische Wissenschaft kann das heute einräumen, weil sie gleich eine naheliegende genetische Erklärung zur Hand hat: mehr Zellen bedeutet, daß mehr Zellen genetisch entarten, d.h. sich zu Kondensationskernen von Krebstumoren entwickeln können. Und da in den industrialisierten Ländern die Menschen von Generation zu Generation immer größer werden, wachse dort das Krebsrisiko, während es in den unterentwickelten Ländern, wo dieses Längenwachstum nicht in diesem Ausmaß auftritt, in etwa gleich bleibt.

Für Reich ist Krebs eine Art „Enttäuschungsreaktion auf Zellebene“. Große Erwartungen, d.h. ein entsprechend mobilisiertes Energiesystem, führen zu entsprechend verheerenden Enttäuschungsreaktionen; eine bioenergetische Reaktion, die bis auf die Zellebene zurückwirkt. Wir alle wissen aus eigener Anschauung, wie es „bis ins Mark geht“, wenn große Erwartungen brutal enttäuscht werden. „Bremsen bei voller fahrt!“

Und warum breitet sich dann die Krebserkrankung immer weiter aus? Reich:

Menschen, die durch die Veränderung der Sitten zur Bewußtheit ihrer sexuellen Bedürftigkeit kommen, denen aber die Mittel und Wege fehlen, der sexuellen Energie den natürlichen Ablauf durch volle natürliche Befriedigung zu geben, müssen notwendigerweise zerrissen werden, müssen biopathisch erkranken (…). (ebd., S. 412)

Die Lebendigkeit der Menschen bliebe, so Reich weiter, immer mehr hinter ihren Ansprüchen zurück, was zu immer weiter steigender sexueller Frustration führt.

Parallel zu der von Reich beschriebenen sexualökonomischen Entwicklung wurden die Menschen auch immer größer. Anthropologen fanden anhand von Knochensammlungen heraus, daß es immer wieder Zeiten mit regelrechten Wachstumsschüben gegeben hat. Seit Ende des 19. Jahrhunderts, als die Industrialisierung begann, sind wir größer geworden als jemals zuvor. Die Ursachen dafür sehen sie in den optimalen Umweltbedingungen. Wir haben ausreichend Nährstoffe und Nahrung zur Verfügung. Aber auch die sonstigen Bedingungen, wie ein hoher Standard an Hygiene, sind sehr gut.

Der Wirtschaftshistoriker Marco Sunder (Universität Leipzig) weist darauf hin, daß es, was die Körpergröße betrifft, im Laufe der Jahrhunderte entscheidend war, in welcher Familie man geboren wurde. So haben soziale Unterschiede im vergangenen Jahrhundert eine sehr große Rolle gespielt. Gleichaltrige Schüler, die auf Schulen für Arme gingen, waren oft 20 cm kürzer als diejenigen, die Schulen für Adlige besuchten. Auch heute sind solche Unterschiede, je nach sozialer Schicht, erkennbar. Allerdings beträgt der Unterschied nur noch zwei bis drei Zentimeter.

Und was hat eine Zunahme der Körpergröße direkt mit einer Zunahme des Krebsrisikos zu tun? Aus bioenergetischer Sicht ist Krebs gleichbedeutend mit einem Hang zur Anorgonie.

In der Anorgononie ist weniger biologische Energie frei und tätig; die träge Masse des Organismus wird im Verhältnis zur tätigen Energie, die den Körper zu bewegen hat, größer, also schwerer. (Der Krebs, S. 400)

Offenbar, so können wir angesichts der neuen Daten spekulieren, „hinkt die organismische Orgonenergie der hypertrophierenden Masse hinterher“.

Interessanterweise haben große Menschen ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Herz-Kreislauferkrankungen sind in vieler Hinsicht das Gegenteil der Krebs-Schrumpfungsbiopathie, nämlich eine „Stauungsbiopathie“. „Zu viel Energie für die zu kleine Masse.“

Weitere Ausführungen würden vollends in Spekulation abgleiten, weshalb ich es mit folgender Aufstellung bewenden lassen will:

Michael Haselhuhn und Elaine Wong (University of Wisconsin in Milwaukee), haben in zwei Studien gezeigt, daß je breiter ein Männergesicht im Verhältnis zur Höhe ist, es desto wahrscheinlicher ist, daß Männer lügen und betrügen. Das gilt nur für Männer, bei Frauen ist die Gesichtsform in keinster Weise mit dem Hang zum Betrug verbunden.

Ein breites Gesicht ist [bei Männern] ein klares Indiz dafür, daß sein Besitzer zum Mogeln und zum Betrügen neigt. Damit sei zum allerersten Mal eine Verbindung zwischen unethischem Verhalten und einem genetisch festgelegten körperlichen Merkmal nachgewiesen worden, jubeln Haselhuhn und Wong. Vermittelt werde diese Verbindung ganz offensichtlich durch das persönliche Machtgefühl. Das mache auch aus Sicht der Evolution Sinn: Wäre das breite Gesicht lediglich ein Indikator für einen Hang zum Lügen, dürfte es seinen Trägern in der Vergangenheit ausschließlich Nachteile gebracht haben und müßte mittlerweile völlig verschwunden sein. Ist es jedoch gleichzeitig ein Anzeichen für positiv gewertete Qualitäten, könnte das den negativen Effekt aufgehoben haben. Genau das sei hier der Fall: Macht beziehungsweise das Gefühl von Macht bringe auch Optimismus, zielgerichtetes Verhalten und Führungsqualitäten mit sich.

Mir fällt dazu das Kindchenschema ein, das ich an anderer Stelle versucht habe orgonenergetisch zu erklären. Das hier weiterzuspinnen würde sich jedoch in Spekulationen verlieren.

1980 hat mich meine damalige Freundin zu einer „charakterkundlichen“ Vorlesungsreihe mitgeschleppt. Im Anschluß an Johann Caspar Lavater (der heute vor allem durch seine Beziehung zu Goethe bekannt ist) ging es darum, aus der Schädelform und den Gesichtszügen den Charakter zu lesen. Entsetzt saß ich da im altertümlichen Vorlesungssaal, den der Veranstalter von der Hamburger Universität angemietet hatte, und fühlte mich um 40 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Ich ärgerte meine Freundin, indem ich sie als „Ernährungstyp“ charakterisierte und sie mich: ich sei vom Typus des „genialen Verbrechers“ (hohe Stirn mit unausgewogenen Gesichtszügen).

Merkwürdigerweise sahen fast durchweg alle Schachgroßmeister, Teilchenphysiker, Mathematikprofessoren, etc., denen ich im Leben begegnet bin, ausgesprochen „unintelligent“ aus.

Weniger witzig war, daß dieses System auch auf „Rassen“ angewendet wurde, wobei die „weiße Rasse“ als „vergeistigt“ galt, die „schwarze Rasse“ als „animalisch“.

Bereits Reich mußte sich bei seiner Formulierung der Charakteranalyse mit derartigen Vorstellungen herumschlagen, insbesondere mit der Charakterkunde von Ludwig Klages (Charakteranalyse, Fischer TB, S. 198).

Das ganze läuft darauf hinaus, daß der Mensch aus drei Schichten aufgebaut ist: bioenergetischer Kern, Mittlere Schicht und soziale Fassade.

Diese drei Schichten entsprechen der angeborenen Natur des Menschen (ich habe beispielsweise das aufbrausende Temperament meiner Mutter geerbt), sein Charakter, d.h. die Art und Weise, wie er sich im Leben durchsetzt und schließlich seine Persönlichkeit, mit der er sich mehr oder weniger willentlich der Umwelt präsentiert (beispielsweise: „Immer nur lächeln, auch wenn einem zum Weinen zumute ist!“).

„Charakterologen“, wie Klages, werfen diese drei Bereiche wild durcheinander. Dergestalt ist „Charakterkunde“ ein Beispiel für die Emotionelle Pest. Der Charakter zeigt, wie man mit dem „angeborenen Material“ umgeht. Meist ist dies kontraproduktiv, läßt sich aber in einer Orgontherapie weitgehend verändern.

Autoimmunbiopathien

8. Mai 2016

In Der Krebs beschreibt Reich, wie das Gewebe an gepanzerten Stellen des Körpers bionös zerfällt und sich dort bevorzugt Tumoren bilden. Eine gegenteilige Reaktion finden wir bei Entzündungserkrankungen, hier zerfällt das Gewebe nicht an durch Panzerung „inaktivierten“ Stellen, sondern ganz im Gegenteil kommt es an diesen Stellen zu den klassischen Entzündungssymptomen „Rötung, Schwellung, Hitze, Schmerz“. (Obzwar natürlich jede Entzündung krebsig entarten kann). Der Orgontherapeut und Internist Robert A. Dew nennt in „The Biopathic Diathesis: Autoimmune Inflammatory Biopathies“ (Journal of Orgonomy, Vol. 3, No. 1, March 1969) diesen Entzündungsvorgang in Anlehnung an Reich (Der Krebs, Fischer TB, S. 318f und S. 370f) „Erstrahlung“.

Erstrahlung wird bei Krebspatienten zunehmend schwächer, während sie bei den entzündlichen Biopathien in den stark gepanzerten Bereichen überstark wird und so zerstörerisch wirkt.

Ich vermute, daß ganz allgemein in entzündlichen Autoimmunbiopathien die Panzerung des Patienten nicht in der Lage ist ausreichend Energie in sich zu binden, um Unheil abzuwenden. Sie hält jedoch den explosiven Drang zur Peripherie zurück. Diese Stauung ruft eine Erstrahlung hervor, d.h. das plasmatische System strebt danach die Stauung zu überwinden. Die Erstrahlung entspricht dem Krankheitszustand in seiner akuten Phase. Das häufige Auftreten von Hautläsionen bei diesen Erkrankungen deutet, so mein Eindruck, auf einen chaotischen Durchbruch an der Peripherie hin. (Dew, S. 79)

Dew weiter:

Was in den entzündlichen Biopathien generell geschieht, entspricht dem Entzünden von Schießpulver (Kernexpansion) im inneren eines geschlossenen starren Behälters (das gepanzerte Biosystem). Das Ergebnis ist eine Explosion, die verständlicherweise den Behälter zerstört. Offensichtlich ist die Kraft der Explosion von der Menge des Schießpulvers und der Starrheit des Behälters abhängig. (ebd., S. 75)

Es ist offensichtlich, daß diese Entzündungs-Krankheiten dann an den gepanzerten Stellen ausbrechen.

Aus orgonomischer Sicht sind Heuschnupfen, Asthma, Nesselsucht und aktopische Ekzeme segmentäre Erscheinungsformen ein und derselben Biopathie: Erstrahlung gegen Kontraktion durch bestimmte Panzerungen. Die unterschiedlichen betreffenden Allergene lösen einfach den Prozeß in jenen Segmenten aus, die zuvor durch die Blockierungen dafür „empfänglich“ gemacht worden sind. (ebd., S. 76)

So zeigt sich in diesen Biopathien an der erkrankten Haut unmittelbar die starke Segment-Panzerung, denn Hautkrankheiten wie Nesselsucht und Ekzeme entstehen durch eine pathologische Entladung der Energie mittels der Haut. „Viele dieser Erkrankungen tauchen meist während bestimmter Phasen der Therapie auf, wenn die Energie bis zur Haut durchbricht“ (Elsworth F. Baker: Der Mensch in der Falle, S. 288). Wie die Läsionen emotional sinnvoll auftreten, zeigt sich z.B. bei einer Patientin des Orgontherapeuten Morton Herskowitz:

Die Panzerung war bis auf das Becken bereits aufgelöst und nun sollte auch das Becken selbst gelöst und so die vollständige Heilung bewerkstelligt werden.

Als sie zu ihrer nächsten Sitzung erschien, machte sie den Eindruck, als kenne sie ein ganz großes Geheimnis. „Mensch, ich habe Ihnen etwas zu zeigen“, sagte sie (…): Als ich sie auf der Behandlungscouch betrachtete, war ein unscharfer rosaroter Ausschlag zu sehen, der von einer wohldefinierten Linie, die über die Mitte des Bauches reichte, ausging. „Sehen sie das“, fragte sie, „das ist ein rotes Licht und sagt ‚Stop!‘“. (Morton Herskowitz: „The Segmental Armoring“, Annals of the Institute for Orgonomic Science Vol. 4, September 1987, S. 86)

Reich selbst litt unter einer schweren Hautkrankheit mit Ausschlag (Psoriasis). Inwieweit diese einen biopathischen Hintergrund hatte, ist schwer zu sagen. Immerhin hat Reich so etwas im persönlichen Gespräch durchblicken lassen. Seine Sekretärin und zeitweilige Geliebte Lois Wyvell berichtet:

Als ich ihm begegnete war Reich in seinen Fünfzigern und die Haut seiner Hände und seines Gesichts war meist von roten Flecken leicht bedeckt, da wo die Haut irritiert war. Ein Ausbruch unterdrückter Wut, der nach seiner eigenen Aussage anfing, als er auf Ellis Island interniert wurde. Ilse Ollendorff und Elsworth Baker schreiben, es sei eine Hautkrankheit gewesen, die in seiner Kindheit begann und die wieder ausbrach, als er auf Ellis Island festgehalten wurde. Jene, die ähnliche Ausschläge gehabt haben, können sich nur wundern, wie ich es tue, daß er seine Haut nie gerieben oder sich gekratzt hat. Er schien es einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen. (…) man bemerkte es nicht nach dem ersten Blick; der Mann selbst war bemerkenswert, nicht dieses Detail. (Lois Wyvell: „Orgone and You“, Offshoots of Orgonomy, No. 3, Autumn 1981, S. 4f)

Reichs guter Umgang mit seiner Hautkrankheit kann auch mit seinem Gebrauch des Orgonenergie-Akkumulators zu tun haben (vgl. A. Alan Cott: „Orgonomic Treatment of Ichthyosis“, Orgone Energy Bulletin, Vol. 3, No. 3, July 1951, S. 165).

An ihre Erinnerungen schließt Wyvell eine interessante Spekulation an:

Der Hautausschlag wies auf ein Ungleichgewicht hin, das durch eine soziale Notwendigkeit verursacht wurde. Es war ein direkter Weg, um die Wut teilweise zu entladen, die durch die ständigen Angriffe auf ihn verursacht wurde. Obwohl er seine Wut kaum zurückhielt, wenn er seinen Gefühlen freien Lauf ließ, verbaten ihm die Anforderungen des zwischenmenschlichen Umgangs und das Gesetz den vollständigen Ausdruck seiner Wut. Sein Körper mußte irgendwie das Gleichgewicht herstellen, da er ohne Unterlaß angegriffen wurde und nicht in einem Zustand dauernder Wut leben, arbeiten und lieben konnte; so quoll der Zorn durch die Haut heraus. (Wyvell, S. 5)

Siehe dazu auch Fury on Earth, wo Myron Sharaf auf den biopathischen Hintergrund von Reichs Hautkrankheit verweist (New York 1983, S. 47f und S. 63).

Baker schreibt über Allergien:

Es scheint, als ob das fremde Protein eine übermäßige (allergische) Energieerregung im Organismus hervorruft, wodurch eine Erweiterung eintritt, die der Organismus nicht ertragen kann. Es erfolgt eine Gegenkontraktion, die die Energie am Verlassen des Körpers hindert. Dann bläht die Energie, die zwischen dem Druck von innen und der Blockierung gefangen ist, die Gewebe auf. Juckreiz und Schmerzen sind die Folge von Lustempfindungen, die über der Toleranzgrenze liegen, wenn die Energie die Hautoberfläche erreicht. (Der Mensch in der Falle, S. 205f)

Merkwürdigerweise scheint, so Baker, „die Hauptblockierung meist im Augensegment zu liegen“ (ebd., S. 287). Auch vergleicht er die Allergien mit den Phobien, die ebenfalls eng mit dem okularen Segment verbunden sind:

Auch die Phobie scheint ein allergischer Zustand zu sein, nur ist sie auf den psychischen Beriech beschränkt. Auch hier ist ein Erregungsfaktor vorhanden, der eine übermäßige Erregung verursacht, und eine Gegenkontraktion, die starke Angst hervorruft. (…) ich habe Fälle erlebt, wo sich eine Phobie entwickelte, als der allergischer Zustand verschwand. Ich habe auch einen Fall erlebt, in dem das Umgekehrte eintrat (…) Menschen, die an diesen Erkrankungen leiden, scheinen überempfindlich zu sein, d.h. „dünnhäutig“ oder vom ektodermen Typus. Sie sind überempfindlich gegen ihre Umwelt, die für sie bedrohlich ist. Sie neigen dazu, sich zurückzuziehen, besonders in den Augen. In ihnen baut sich eine explosive, destruktive Wut auf, die sich gegen das als gefährlich ausgewählte Objekt richtet (…).Der Rückzug in den Augen ermöglicht wahrscheinlich die Projektion der Angst auf ein Symbol. (ebd., S. 294f)

Bioenergetik im alltäglichen Medizinbetrieb

27. April 2016

Es kann leicht der Eindruck entstehen, daß die Orgontherapie auf lange Behandlungszeiträume ausgerichtet ist und bei akuten Problemen kaum helfen kann. Nichts könnte der Wahrheit ferner sein. Tatsächlich ist es so, daß in den meisten Akutfällen die medizinische Orgonomie effektiver ist als die Schulmedizin, teilweise sogar die einzige effektive Hilfe zu bieten hat. Das gilt nicht nur für den psychiatrischen, sondern sogar für den allgemeinmedizinischen Bereich. Ich erinnere nur an den selbsterlebten Fall, den ich hier neulich in einem Leserbrief zum besten gab:

Eine 80jährige Verwandte, die für Außenstehende eher wie eine 60jährige wirkte, war in ihrer Wohnung hingefallen und kam nicht wieder hoch. Mein Bruder, der sie zufällig besuchen wollte und zum Glück einen Schlüssel hatte, fand die nach einem halben Tag auf dem Fußboden ganz verzweifelte alte Dame. Auf mein telefonisches Drängen hin brachte er sie ins Krankenhaus, weil sie sich beim Robben durch die Wohnung beide Ellenbogen aufgerissen hatte. Sie sollte nur richtig verbunden werden, stattdessen insistierten die Ärzte, daß sie ein paar Tage zur Kontrolle im Hospital bleiben solle. Aus Angst, daß sie erneut hinfällt und wegen Personalmangel bzw. Bequemlichkeit, zwang man sie drei Tage lang praktisch ununterbrochen im Bett zu bleiben. Resultat? Die für ihr Alter erstaunlich sportliche Frau, die unmittelbar nach dem Sturz festen Schrittes bei der Notfallaufnahme erschienen war, konnte nach den drei Tagen nicht mehr selbständig gehen und wenn wir gemeinsam durch den Krankenhausflur gingen, wollte sie nach wenigen Schritten sofort zurück und sich hinsetzen, aus panischer Angst wieder hinzufallen. Es hatte sich ein klassischer Fall von Fallangst entwickelt, wie Reich ihn in Der Krebs beschreibt. Hätten die Ärzte nur einen Funken bioenergetisches Verständnis gehabt, die Frau wäre nicht innerhalb von drei Tagen Jahrzehnte gealtert („geschrumpft“). Der Kontrast war wirklich erschreckend!

Allein schon diese Kontaktlosigkeit (ich hätte beinahe geschrieben „institutionalisierte Kontaktlosigkeit“)! Auch ohne Reich gelesen zu haben, weiß jeder, daß, wenn man mal vom Pferd gefallen ist (oder ähnliches), man sofort wieder aufsitzen muß – oder man wird sich nie mehr trauen. Wenn jemand hinfällt und die Gefahr besteht, daß er „Fallangst“ entwickelt, schont man ihn nicht, indem man ihn zu tagelanger (vollkommen sinnloser!) Bettruhe zwingt, „damit er nicht nochmal hinfällt“, sondern man insistiert, daß er jetzt gerade so viel aufrecht steht und spazieren geht wie nur irgend möglich (natürlich mit den entsprechenden Sicherungen, etwa einem Rolator).
Diese Kontaktlosigkeit, diese Ignoranz, diese Dummheit und Idiotie! Ich war schlicht fassungslos.

Die alte Dame hat Monate gebraucht, um zumindest einigermaßen buchstäblich „wieder auf die Beine zu kommen“. Ganz knapp am Dauerpflegefall vorbei. Und das alles nur, weil ich auf eine gute Wundverpflegung bestanden hatte.

Das, was einen Organismus lebendig macht, ist die Pulsation der Orgonenergie in einer Membran. Ist das hohe Energieniveau, das diese außerordentlich kräftige Pulsation aufrechterhält, nicht mehr aufrechtzuerhalten, bleibt beispielsweise das Herz stehen, tritt sehr schnell der Tod ein. In Windeseile zersetzt sich das, was pulsierte, „das Fleisch und die Innereien“, bionös und es bleibt das sozusagen „steinerne“ Knochengerüst zurück, daß unter den richtigen Bedingungen Jahrhunderte, wenn nicht viele Jahrtausende überdauern kann.

Nicht ohne Grund wird der Tod durch Knochen symbolisiert. Von allen Strukturen des Körpers scheinen sie am weitesten vom „Lebendigen“ entfernt. Sie entsprechen damit unseren Werkzeugen, etwa Lanzenspitzen aus Stein, die uns ebenfalls überdauern. Um so erstaunlicher ist die Tatsache, daß die Knochen das räumliche Zentrum des Körpers ausmachen, der kaum mehr ist als ein „mit Fleisch umwickeltes Gerüst“. Entsprechend schlägt sich der Zustand der organismischen Orgonenergie unmittelbar im Knochengerüst nieder. Man denke nur an Ernst Kretschmers Konstitutionslehre (Körperbau und Charakter, 1921), die wir bereits an anderer Stelle diskutiert haben.

Sie gilt zwar als weitgehend überholt, doch bei der einen oder anderen Beobachtung springt sie doch sinnhaft ins Auge. Der sich formende Charakter schlägt sich, leider Final, auch im sich ausformenden Skelett nieder. Man denke nur an Haltungsschäden, die unmittelbarer Ausdruck des emotionalen Zustandes sind. Der „Buckel“, der „die Last der Welt“ tragen muß oder etwa das zurückgezogene Becken, das Sexualangst signalisiert. Siehe dazu auch die orgonmedizinische Analyse der Skoliose.

In Der Krebs beschreibt Reich, wie ebenso am Ende des Lebens, d.h. wenn der Orgonenergie-Spiegel wieder sinkt, Knochen ganz besonders empfindlich auf den orgonotischen Zustand des Organismus reagieren. Reich beschreibt auch, wie umgekehrt Knochenbrüche durch ihren Einfluß auf die „Psyche“ (d.h. die Emotionen) den orgonotischen Zerfall ungeheuer beschleunigen. Das ist nicht nur bei den Krebspatienten der Fall, die Reich untersucht hat, sondern desgleichen bei Senioren, die kurz vor dem natürlichen Tod stehen. Jeder, der mit solchen Menschen zu tun hat, weiß welche zentrale Rolle in diesem Zusammenhang die „Fallangst“ spielt, die Reich bei Krebspatienten beschrieben hat. Der Rolator ist mehr eine seelische als eine körperliche Stütze. Er ist eine „energetische Stütze“ – was auch ziemlich genau die eigentliche Funktion des Skeletts widergibt!

Osteoporose ist in erster Linie eine Sache der Seele. So wurde vom 117. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin 2011 berichtet:

Depression und Osteoporose gehen oft Hand in Hand. Den Zusammenhang von Depression und abnehmender Knochendichte belegte eine große Metaanalyse. Dabei ist der Knochendichteverlust nicht nur eine Folge des veränderten Lebensstils depressiver Patienten mit Nikotin- und Alkoholkonsum sowie mangelnder Bewegung, betonte PD Dr. Kai G. Kahl, Hannover. Die Dysregulation des Streßhormonsystems und der relative Hyperkortisolismus beeinflussen die Knochendichte ebenfalls negativ. [Reich hat das im Begriff „Sympathikotonie“ zusammengefaßt!] „Das Knochenkompartment [der Raum, den die Knochen einnehmen] ist quasi ein Gedächtnis für Aktivität und Streß“, meinte Kahl. Dazu kommen ein negativer Einfluß bestimmter Antidepressiva auf die Knochendichte und ein erhöhtes Sturzrisiko (INFO Neurologie & Psychiatrie, Juni 2011).

Man sieht, wohin eine Medizin führt, bei der nicht energetische, sondern rein mechanische und chemische Überlegungen im Mittelpunkt stehen! Immerhin ist jedoch zu konstatieren, daß beim neusten Antidepressivum diese Probleme nicht auftreten:

Agomelatin (Valdoxan) führt nicht zur Orthostase [Schwindel beim Aufstehen, tritt interessanterweise auch bei Jugendlichen auf, die besonders groß und schlank sind] oder Sedation [Dämpfung des Zentralen Nervensystems, „Beruhigung“]. Die Substanz wirkt als Agonist an den Melatoninrezeptoren MT1 und MT2 und als 5-HT2c-Antagonist synergetisch auf den zentralen Taktgeber der inneren Uhr im Nucleus suprachiasmaticus. Prof. Göran Hajak, Bamberg, bezeichnete die Substanz deshalb als potenten Rhythmusstabilisierer. Wie wichtig die zirkadiane Rhythmik ist [also die dem Organismus inhärente Pulsation über den Tag hinweg], zeigt die erhöhte Mortalität bei der Dysregulation der Schlaf-Wach und Aktivitätskurve bei Depression. Bei schlechtem oder zu wenig Schlaf steigt zudem das Sturzrisiko. Kommen Hypnotika oder bestimmte Antidepressiva dazu, erhöht dies die Sturzrate älterer Patienten weiter – mit der Folge von Hüft- und Oberschenkelhalsfrakturen (ebd.).

Irgendwie erahnt die mechanistische Medizin einen Zusammenhang zwischen orgonotischer Pulsation und Skelett!

Die energetische Betrachtungsweise ist der materialistisch-mechanistischen fast immer überlegen! Die letztere ist sozusagen eine bloße „Hilfsdisziplin“ der ersteren. Alles andere ist gemeingefährliche Quacksalberei.

Morton Herskowitz beschreibt in „Treatment of an Episode of Catatonic Mutism“ (The Journal of Orgonomy, Vol. 2, No. 1, March 1968) einen Fall aus seiner Tätigkeit in der Notaufnahme eines Allgemeinen Krankenhauses. Es geht um einen Patienten, der von seiner Frau in die Notaufnahme gebracht worden war, weil er bewegungslos vor sich hinstarrte und auf seine Umwelt nicht mehr reagierte. Ab und an zeigte sich auf dem sonst ausdruckslosen Gesicht eine gewisse Irritation, er blickte dann auf seinen Unterarm und rieb ihn mit der anderen Hand.

Herskowitz interpretierte dies als Versuch des Patienten energetische Bewegung und Kontakt wiederzuerlangen. Offenbar war das psychotische Gleichgewicht noch nicht ganz hergestellt, so daß die Möglichkeit bestand den Patienten „zurückzuholen“. Herskowitz setzte sich vor ihn hin und versuchte Augenkontakt herzustellen. Gleichzeitig nahm er die Hände des Patienten und streichelte sie sanft.

Nach etwa einer Viertelstunde begann der Patient seine Hände ungläubig anzuschauen und den Umriß der Finger der einen Hand mit denen der anderen nachzuzeichnen. Wobei der Therapeut ihm versicherte, dies sei seine Hand, seine eigene Hand.

Auf diese Weise löste ihn Herskowitz, indem er ihn beispielsweise „mütterlich“ in den Arm nahm, langsam aus seiner katatonen Erstarrung. Der Patient wurde in den Arm genommen, als er infolge des Streichelns, und der so erzeugten Bewegung von Energie („e-motion“), Zeichen von Traurigkeit zeigte. Das In-den-Arm-nehmen führte zu einem kurzen Weinen, wodurch sich die Atemsperre lockerte. Dies führte wiederum zu noch mehr energetischer Bewegung und entsprechend zu mehr Kontakt.

Die Augenpanzerung (das „Weggetretensein“) wurde durch die Herstellung von Augenkontakt und das Erklären der einfachsten Dinge, Vorgänge und Beziehungen angegangen. Als sich der Patient mit seinem leeren Blick beispielsweise für das Kissen zu interessieren begann, das auf dem Behandlungstisch lag, auf dem der Patient saß, zeigte ihm Herskowitz den Stoffbezug, nahm das Kissenfutter heraus und tat es wieder hinein, wobei er alles in einfachen Worten erklärte. Auf diese Weise lernte das Gehirn wieder Zusammenhänge herzustellen und wie gewohnt zu funktionieren.

Normalerweise kommen Patienten aus solchen katatonen Zuständen erst nach wochen- oder gar monatelanger Behandlung mit Neuroleptika, Elektrokrampftherapie oder Psychotherapie wieder heraus. Herskowitz schaffte das innerhalb weniger Stunden.

Es hat etwas zutiefst Beunruhigendes, daß die mechano-mystischen Ärzte nicht die geringste Vorstellung davon haben, was in solchen Patienten vor sich geht. Die kaum vorhandene Atmung, die „Sprachlosigkeit“, der leere Blick, die Ticks, das Berühren des eigenen Körpers bis hin zur Selbstverstümmelung sind für sie nur Ausdruck einer „gestörten Hirnchemie“ (Mechanismus), sie „gehören zum Störungsbild“ (Mystizismus, so als sei „das Störungsbild“ eine „platonische Idee“, die sich offenbart!).

Tatsächlich haben diese Symptome alle eine eindeutige Funktion: Die eingeschränkte Atmung mindert den Energiefluß und damit die Angst, die den Patienten „in den Wahnsinn treibt“. Entsprechend muß der Patient ganz langsam lernen, die Angst zu ertragen. Die orale Blockade weist auf tiefsitzende Abhängigkeitswünsche hin, die Augenblockierung auf die Spaltung zwischen Erregung und Wahrnehmung, d.h. den zentralen Mechanismus der Schizophrenie. Das Agieren schließlich ist tragischer Ausdruck des verzweifelten Versuchs des Organismus, irgendwie den energetischen Kontakt wiederherzustellen.

Psychiater sehen so etwas nicht. Es ist, als wenn ein Irrer einem anderen Irren gegenübersitzt. Einer kontaktloser als der andere!