Posts Tagged ‘Katholische Kirche’

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.h.

30. April 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

6. Äther, Gott und Teufel

a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

b. Spiritualität und die sensationelle Pest

c. Die Biologie zwischen links und rechts

d. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

e. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

f. Die gesellschaftlichen Tabus

g. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

h. Dreifaltigkeit

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Amerika, die neue Schwarze Legende

21. Februar 2016

In den letzten Tagen wurde in den Medien endlich etwas diskutiert, was seit Ende des 19. Jahrhunderts die geistige Atmosphäre dieses Planeten systematisch verpestet: die subversive Propaganda Rußlands. Wie schon Marx und Engels konstatierten, war im 19. Jahrhundert Rußland der Hort der Reaktion in Europa. Insbesondere der Antisemitismus wurde aus dem Land der Pogrome angestachelt. Das unrühmlichste und folgenreichste Beispiel sind Die Protokolle der Weisen von Zion, die vom zaristischen Geheimdienst verfaßt wurden, um den „rechten Kräften“ in Europa Material zur Massenpropaganda zu liefern und in Rußland selbst von den wahren Ausbeutungsverhältnissen abzulenken. Damals gerierte sich Rußland als der Verteidiger des Christentums, genauso wie heute unter Zar Putin.

Zwischenzeitlich hatte Rußland die Seiten gewechselt und sich als Hort des Sozialismus aufgespielt und mit einer ungeheuer ausgeklügelten und umfassenden ideologischen Zersetzungsarbeit den Westen angegriffen, unter deren Auswirkungen wir noch heute zu leiden haben. Ich habe das in der Vergangenheit schon öfters anhand dieses Videos diskutiert:

Praktisch alle „Intellektuellen“ des Westens arbeiteten unter den Vorgaben Moskaus, ohne es selbst zu ahnen. Heute wiederholt sich die Geschichte, nur das es mittlerweile „Rechte“ sind, die im Sinne des zaristischen Imperiums wirken. Lächerlicherweise sind es genau diese Leute, die überall Manipulationen und Verschwörungen wittern, dabei aber gar nicht merken, daß sie selbst nur Marionetten sind, wenn sie etwa von der „deutsch-russischen Freundschaft“ schwadronieren und auf peinlichste Weise von dem „ganzen Kerl“ Putin schwärmen. Kotz!

Der gesamten ideologischen Subversion von Seiten der Russen in den letzten eineinhalb Jahrhunderten ist die „Schwarze Legende“ Amerika gemeinsam: der Westen als Quell alles Bösen, Gemeinen und Widerlichen.

Ein Gutteil dessen, was heute gegen die Katholische Kirche gesagt wird, ist „schwarze Legende“: ein Produkt des Kampfes Englands gegen Spanien, der Französischen Revolution gegen das Ancien Regime, etc. – und hat wenig bis nichts mit der historischen Realität zu tun. Es entstammt dem Kampf der damaligen Linken (den Vertretern der mechanistischen Staatsidee) gegen die damalige Rechte (den Vertretern der überkommenen Kirche).

Als Kaiser Karl V. und sein Sohn Phillip II. der damaligen „Supermacht“ Spanien vorstanden, wehrten sich die militärisch hoffnungslos unterlegenen protestantischen Mächte mit Hilfe der Druckerpresse gegen die damalige Supermacht Spanien. Das „Gehirn“ gegen die „Muskulatur“ – Links gegen Rechts. So entstand die Schwarze Legende, die sich hauptsächlich um die sprichwörtliche „Spanische Inquisition“ dreht. Dieser Propagandamythos beruht auf zweierlei: erstens wird der historische Kontext außer acht gelassen und zweitens werden alle zweifellos vorhandenen Missetaten tendenziös auf groteske Weise überzeichnet. Noch heute arbeitet die fast durchweg linke Presse mit dieser Methode!

Spanien wurde seit Jahrhunderten vom Islam bedroht. Über Jahrhunderte war fast das gesamte Land besetzt. Erst 1492 fiel der letzte islamische Brückenkopf in Granada. Der Islam war eine reale Bedrohung und es ist nur natürlich, daß sich das spanische Königreich gegen „ideologische Subversion“ zur Wehr setzte. So erklärt sich im übrigen auch das brutale Vorgehen der Spanier in Südamerika: im Kampf gegen die Mauren waren die Sitten hoffnungslos verroht. Um so erstaunlicher ist es, wie differenziert und für damalige Verhältnisse human die Inquisition vorgegangen ist. Die Folter war auf wenige Gefangene beschränkt, in ihrem Umfang stark begrenzt und wurde von Ärzten überwacht. Den durchweg hochgebildeten Inquisitoren ging es um Hinweise, die zu weiteren Aufdeckungen führen konnten, nicht um wertlose Geständnisse. Die Haftbedingungen waren für die Opfer der Spanischen Inquisition besser als für alle anderen Gefangenen weltweit. Den Inquisitoren ging es schließlich um das „Seelenheil“ ihrer Mitkatholiken (bekennende Moslems und Juden waren von vornherein keine Objekte der Inquisition!), nicht um austauschbare seelenlose Untertanen, wie sie den Vertretern der mechanistischen Staatsidee vorschwebten. Man kann die damaligen Zustände in den „Kerkern der Spanischen Inquisition“ durchaus mit dem in Grund und Boden verteufelten Club Mediterran Guantanamo vergleichen.

Während im übrigen Europa Hexen und Ketzer zu Abertausenden bei grausamen Folterungen umkamen, wurden in Spanien in den 350 Jahren der Inquisition von dieser gerademal drei- bis höchsten fünftausend Menschen hingerichtet! Wer die Spanische Inquisition mit dem nationalsozialistischen Deutschland oder dem stalinistischen Rußland vergleicht, weiß nicht wovon er redet! Selbst ein Vergleich mit der Stasi ist fehl am Platze, denn die Spanische Inquisition war personell hoffnungslos schlecht ausgestattet. Von einer landesweiten alles erdrückenden Terrorherrschaft zu sprechen, ist schlichtweg lächerlich. Das einfache Landvolk hatte zumeist nie von dieser Institution gehört!

Warum ich das ausführe? Weil heute die öffentliche Meinung von einer neuen in jeder Hinsicht praktisch identischen Schwarzen Legende beherrscht wird: das teuflische Amerika als Grund aller Übel dieser Welt. Ähnlich wie damals die Protestanten haben in dieser Hinsicht die Sowjets den Kalten Krieg gewonnen, denn die Legende wirkt fort und wird sogar immer wirkmächtiger.

Es beginnt mit der Besiedlung Nordamerikas. Die war alles andere als ein immerwährendes Massaker an den Ureinwohnern. Zunächst einmal war es der Bevölkerungsdruck in Europa, der die Menschen nach Amerika trieb. (Dafür sollten doch die Linken heute noch am ehesten Verständnis haben, die wie selbstverständlich der Einwanderung der arabischen und afrikanischen Massen nach Europa das Wort reden!) Die Indianer der Ostküste wichen immer weiter nach Westen aus, was zu entsprechenden Umschichtungen im Mittleren Westen führte. Insbesondere den Pawnees wurde übel mitgespielt und sie mußten sich wehren. Entsprechend sind die Pawnees immer die „bösen Indianer“, Verräter an der „indianischen Sache“ in den Western, die ansonsten praktisch durchweg „pro-indianisch“ waren und sind – noch heute verehren viele Indianer John Wayne! Man zeige mir auch nur einen „rassistischen“ Western!

Im großen und ganzen war die Besiedelung Amerikas ein tragisches Geschehen. Die überwiegende Mehrzahl der Indianer sind nicht den Kugeln der Weißen zum Opfer gefallen, sondern ihrer mangelnden Immunabwehr erlegen, lange bevor sie überhaupt irgendeinen Weißen zu Gesicht bekommen hatten. Es hat schlicht und ergreifend keinen Völkermord in Nordamerika gegeben!

Nachdem man Amerika in ein Land des organisierten Genozids umgelogen hatte, wurde ihm, ausgerechnet Amerika, Kolonialismus und Imperialismus angedichtet. Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 war Amerika bloßer Erbe Spaniens auf Kuba, Puerto Rico, Guam und den Philippinen – wurde also noch später als Deutschland zur Kolonialmacht. Und Imperialismus… Ich weigere mich schlichtweg mit antiamerikanischen Kindsköpfen zu „argumentieren“. Hier nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Wahnsinn der Linken:

In Verbindung mit dieser Pseudogelehrsamkeit präsentiert Chomsky oft etwas als Geschichtstatsache, was tatsächlich Propaganda oder bloße Dichtung ist. (…) Über die Befreiung Grenadas durch Ronald Reagan, zum Beispiel, hat Chomsky geschrieben: „Als Grenada eine gemäßigte soziale Revolution in Angriff nahm, setze Washington schnell alle Hebel in Bewegung, um diese Bedrohung zu beseitigen.“ In Wirklichkeit hatten natürlich Marxistische Ideologen in einem Staatsstreich die Macht in Grenada ergriffen, der von den Sowjets angespornt wurde, die, selbst ermutigt durch die „amerikanische Malaise“ der Carter-Jahre, überall kommunistische Revolutionen in Lateinamerika aggressiv förderten. Dann begannen die Kubaner auf der Insel einen Flughafen zu bauen, der für sowjetische atombestückte Langstreckenbomber geeignet war. Schließlich installierte ein weiterer gewaltsamer Staatsstreich noch einen weiteren Marxistischen Diktator, der, nach der Ermordung seiner Rivalen, die ganze Insel einschließlich amerikanischer Staatsbürger unter Hausarrest stellte. Erst jetzt intervenierten die Vereinigten Staaten, die von vier karibischen Nationen darum gebeten worden waren. Danach freuten sich 85 Prozent der Bewohner Grenadas darüber, daß die Vereinigten Staaten gehandelt hatten und dieser Art einer sogenannten „gemäßigten sozialen Revolution“, die überall sonst Gulags und Unterdrückung mit sich gebracht hat, Einhalt geboten hatten.

Und so in allem, was das „antiimperialistische” linke Gesindel so von sich gibt!

Und dann das ewige Aufdecken von angeblichen „Widersprüchen“ bei 9/11. Mir bleibt da immer schlichtweg die Spucke weg angesichts des schieren Ausmaßes an Irrationalismus. Deshalb zitiere ich mal wieder aus einem Leserbrief aus einem anderen Blog:

Woher kommt bloß immer dieser Unsinn, da wäre mirakulöserweise was verschwunden? Da war alles, was zu einem Flugzeug-Crash gehört: Leichenteile, Trümmer plus Flugdatenschreiber und Cockpit Voice Recorder.

Geht auch mal weg von den eingestürzten Gebäuden und fragt Euch endlich mal: Wo ist das Flugzeug geblieben, was angeblich in den Pentagon geflogen ist? Jetzt kommt mir nicht damit, alles verglüht einschließlich Menschen und Gepäck.

Flug AA 77: Die verbrannten , zerfetzten Reste der Passagiere lagen samt Flugzeugtrümmern überall herum. Die Ersthelfer mußten durch Leichenteile waten. 184 von 189 der im Pentagon getöteten Menschen konnten per DNA-Analyse identifiziert werden. Die Datenschreiber wurden gefunden, waren aber so zerstört, daß sie keine brauchbaren Informationen lieferten.
http://en.wikipedia.org/wiki/American_Airlines_Flight_77#Rescue_and_recovery
Hier bitte unter „Remains“ zu lesen beginnen.

Wo ist das weitere Flugzeug geblieben, was angeblich auf einem Acker abgestürzt sein soll? Es war immer nur ein großes Loch in der Erde zu sehen und man wollte und will uns klarmachen, das gesamte Flugzeug ist im Erdboden verschwunden. Klar doch.

Vollkommener Unfug. Flug UA 93: Aufschlag mit 903 Km/h, 40 Grad-Winkel, Krater 3 Meter tief und 12 Meter breit. Massenhaft Trümmer gefunden (Bilder vom Ausgraben und Bergen alle frei im Internet zu besichtigen), dazu die Reste der Passagiere (1.500 Einzelfetzen, insgesamt 272 kg schwer. Das größte gefundene Leichenteil war ein Teil einer Wirbelsäule, bestehend aus 5 Wirbeln.) Alle Passagiere durch DNA-Tests identifiziert; Flugdatenschreiber und Cockpit Voice Recorder gefunden und ausgewertet. Auf ihnen basiert u.a. der Film United 93.
Zum Einlesen: http://en.wikipedia.org/wiki/United_Airlines_Flight_93, hier Punkt 3 „Aftermath“ angucken.

Wieso wurde nie gezeigt, zumindest ist mir kein Bericht bekannt, wo die Trümmerteile des WTC und der anderen Gebäude hingebracht wurden?

Es wurde laufend darüber berichtet. Ein riesiges Areal in NY (der Fresh Kills Landfill auf Staten Island) diente einzig und allein zum Lagern und durchsieben der der WTC-Trümmer. Hier landeten auch die Flugzeugreste und die zerstörten Autos, von denen es reichlich gab. 4.257 menschliche Überreste (z.T. lediglich Fleischfasern) wurden hier gefunden (ja, die werden so akribisch registriert und gelistet), 300 von ihnen konnten per DNA-Analyse zugeordnet werden.
Über die Arbeit auf dem Fresh Kills Landfill gibt es seit 2003 eine Dauerausstellung in NY.
Trümmer, Überreste und die Arbeit der Helfer können Sie alles angucken: Einfach bei der Google-Bildersuche vier Worte eingeben: fresh kills landfill WTC.
Ein Teil des WTC-Stahls wurde beim Bau der USS New York (24 Tonnen) verwendet. Es ist der Bug des Schiffes. Und ja, diese Symbolik wurde bewußt gewählt.

Und klar, bei dem ganzen Chaos wurde der Paß eines der Flugzeugentführer einige Häuser vom WTC entfernt gefunden.

Da wurde noch viel mehr gefunden. Über 54.000 persönliche Gegenstände, darunter Brieftaschen, Portemonnaies, Ausweise, Ringe und Uhren.

Die sozialen Zustände in Amerika: Es ist unsinnig Amerika mit Deutschland zu vergleichen. Passend wäre einzig ein Vergleich mit dem gesamten europäischen Kontinent, einschließlich der Slums von Neapel und Palermo! Deren Einwohner ausnahmslos von Amerika träumen…

Das Tragikomische an der ganzen Sache ist, daß stets jene, die sich für ganz besonders schlau, kritisch und aufgeklärt halten, die beiden Schwarzen Legenden mit ganz besonderem Gusto weiterverbreiten. Über die Jahrhunderte ist die Linke nie reale Probleme angegangen, sondern hat mythologische Chimären bekämpft. Zeitweise hat sie sich sogar mit dem Islam verbündet, um gegen das „absolut Böse“, das die beiden Schwarzen Legenden verkörpern, anzukämpfen. Bis vor kurzem war es dann der Rote Faschismus. Heute ist es erneut der Islam. Für die Linke ist jeder massenmörderische Despot Amerika vorzuziehen.

Sowohl die „Diskurse“ nach der Reformation, als auch die heutigen „Diskurse“ sind das Papier nicht wert, auf denen sie endlos lange ausgetragen wurden und werden. Es ging nie um die Realität und eine wirklichkeitsgerechte Einschätzung der Vorgänge, sondern immer nur um neurotischen Irrationalismus, dummes Gequatsche, Massenverblödung. Fackelt die geistes-„wissenschaftlichen“ Fakultäten ab, werft die Zeitungen weg und schmeißt Bauziegel in die Bildschirme, auf denen die linken Hackfressen ihren eitrigen Hirnschleim in Form von Verschwörungstheorien absondern!

Dieser charakterologische Gegensatz prägt das Weltgeschehen, nicht das, was Marxisten und ähnliche grenzdebile Faschisten verbreiten!

Der Zusammenbruch der Trennung zwischen Kirche und Staat

30. September 2015

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über den Besuch des Papstes in Amerika:

Der Zusammenbruch der Trennung zwischen Kirche und Staat

Schütze dich und das, was du liebst!

21. September 2015

Sie, die linken Pestratten, wollen uns vernichten, auslöschen, ausmerzen, verbrennen:

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Bei den Sikh gehört es zur heiligen, religiösen Pflicht sich und seine Gruppe wenn nötig mit Gewalt zu schützen. Der Gläubige hat gar nicht die Option aufzugeben, kleinbeizugeben. Diese Haltung entwickelte sich in der Auseinandersetzung mit der militärisch bewaffneten, organisierten Emotionellen Pest, d.h. dem Islam. Das sollte auch die Haltung des Studenten der Orgonomie sein, zumal er heute unter ähnlichen Bedingungen lebt. Schütze dich und laß dich nicht verarschen!

Ich beschäftige mich schon seit längerem mit dem Thema Selbstverteidigung, denn wenn ich eins weiß, dann daß man niemals zum „Opfa“ werden darf. Es zerstört das Selbstbewußtsein und was immer deine Mitmenschen auch sagen und tun, im Herzen tragen sie doch Schadenfreude und Verachtung. Ganz offensichtlich ist das bei Vergewaltigungsopfern. Es schwingt immer ein „Selbst schuld!“ mit.

Was tun? Seine Freizeit für Selbstverteidigungskurse opfern? In die Welt der „martial arts“ mit ihren abgedrehten Philosophien eintauchen? Seinen Körper „stählen“? Ich hatte jedenfalls eines Tages genug davon, ständig mit Muskelkater durch die Gegend zu laufen, weil ich fortwährend meine atrophierten Armmuskeln mit Klimmzügen und Liegestützen malträtiert habe. Und gegen, beispielsweise, durchtrainierte Kickboxer hat man eh keine Chance. Ältere Herren wie ich sterben bei solchen Keilereien eh an Herzversagen.

Sich illegal bewaffnen? Ich für meinen Teil habe eine pathologische Aversion gegen Schießeisen und würde mir im Zweifelsfall wohl eher selbst in den Fuß schießen. Und wenn die Knarre in die falschen Hände gerät, wird man seines Lebens nie wieder froh.

Etwas, was niemals verboten werden kann, sind die beiden effektivsten und für den Gegner denkbar verheerendsten Verteidigungswaffen: Taschenlampe, Zeitschrift und Kugelschreiber.

Es sind jetzt lichtstarke LED-Taschenlampen auf dem Markt, die in jede Hosentasche passen. Die Dinger, inklusive Batterie, sind für wenig Geld überall zu haben. Sie blenden bereits bei Sonnenschein, wenn man sie direkt auf die Augen richtet. Bei Nacht machen sie den Gegner vollkommen blind und hilflos. Selbst Bruce Lee wäre einem schutzlos ausgeliefert.

Auf jeden Fall öffnet sich ein Fenster von wenigen Sekunden, in denen man Herr der Lage ist. Wenn dich jemand nachts unvermittelt aus dem dunklen Off anspricht: „Eh, hast du mal ‘ne Zigarette“, stehst dank des Flashlights nicht mehr du, sondern unvermittelt er entblößt auf dem Präsentierteller, während du hinter einer gleißenden Lichtwolke verschwindest. Die Lage hat sich um 180 Grad gedreht.

Das zweite, wenn das mit der Taschenlampe impraktikabel ist, sind ganz gewöhnliche Zeitschriften. Zusammengerollt ist so eine Zeitschrift hart wie ein Stahlrohr. Wenn man damit zuschlägt oder zustößt, kann man mit dem Informationsblatt der örtlichen Kirchengemeinde Knochen brechen!

Und schließlich haben wir alle immer eine Art „Kampfmesser“ dabei: einen ganz gewöhnlichen Kugelschreiber, der als Stichwaffe kaum weniger effektiv ist als ein Messer – mit dem Unterschied, daß man sich nicht selbst schneiden kann.

Es geht aber gar nicht darum, irgendjemanden zu verletzen, es geht darum, das subjektive Gefühl zu haben, daß man den üblen Gestalten nicht schutzlos ausgeliefert ist. Sie nehmen das instinktiv wahr und lassen einen in Ruhe. (Ich verweise auf den ersten Absatz!)

Außerdem geht es darum, die eigene Hemmschwelle zu senken: kein einigermaßen normaler Mensch kann selbst in Notwehr beispielsweise auf einen Mitmenschen mit einem Messer einstechen. Was aber jeder, selbst der eingefleischteste Pazifist tun kann, ist in der Nacht ein Gesicht auszuleuchten und einem Angreifer mit ein paar Blatt Papier entgegenzutreten.

Worum es geht, zeigt das Video unten. Das gute daran ist, daß man dem ganzen nicht einfach glauben muß: jeder kann selbst in eine solche spottbillige LED-Taschenlampe blicken und jeder kann selbst mit dem aktuellen Spiegel seine Wohnungseinrichtung zu Kleinholz verarbeiten – und danach das so gut wie unbeschädigte Nachrichtenmagazin weiterlesen. Ramme einen Kugelschreiber in eine Melone und male dir aus, was mit dem Hals oder Kopf des Bioabfalls geschieht, das dich vergewaltigen will!

Im übrigen muß man improvisieren. Beispielsweise sind neulich spät nachts, als ich mit meinem Koffer bepackt von der U-Bahn nach Hause ging, zwei Jugendliche von der Seite so auf meinen Weg eingeschwenkt, daß nur ich das Ziel ihres offensichtlichen Umweges sein konnte. Ein paar Schritte von mir zum nahen Glascontainer gemacht, mit einer leeren Schnapsflasche in der rechten Hand demonstrativ gelassen-aggressiv weitergegangen – und die Sache war geklärt.

Wie gesagt, es geht nicht darum irgendjemanden zu verletzen, sondern nur darum zu signalisieren, daß „sie“ einen sehr hohen Preis bezahlen werden, wenn sie versuchen sollten dich zu verletzen.

Das alles ist blutiger Ernst, wie die beiden folgenden Fälle zeigen. Es geht darum jederzeit mit maximaler Gewalt zurückschlagen zu können, die nicht nur den Täter lähmt, sondern die Gruppe (diese feigen Ratten treten fast immer in Gruppen auf!) vor Grauen paralisiert. Fall 1 und Fall 2. Die Polizei kann und will dir nicht helfen und die Richter… Lassen wir das!

Kommen wir zu einem Beispiel, wie arbeitsdemokratische Organisationen gefährdet sind:

Selbst unter eingefleischten Verschwörungstheoretikern sind die „reisenden Bischöfe“ so gut wie unbekannt, dabei spielen sie in der Schattenwelt der Geheimdienste, des Rechtsradikalismus und der organisierten Kriminalität (mit allen möglichen Überlappungen dieser drei Bereiche) durchaus keine marginale Rolle. Manchmal sind es auch nur Fälle für die Psychiatrie… – die Übergänge sind da fließend.

Priester, erst recht Bischöfe, insbesondere wenn sie in ihrer Berufskleidung, gar im vollen Ornat, auftreten, genießen automatisch jede Art von Privilegien und Immunitäten, selbst wenn sie ihnen formal rechtlich gar nicht zustehen. Das haben sich die „Agenten“ der oben genannten Kreise zunutze gemacht, indem sie sich gegen entsprechende Barzahlungen von irgendwelchen katholischen oder orthodoxen Kirchen zu Priestern und Bischöfen ordinieren lassen.

Da wäre etwa die „lateinisch-tridentische Kirche“, von der sich für viel Geld Sinéad O’Connor hat weihen lassen. Ähnliches geschieht in der nur noch in Rudimenten existierenden weißrussischen Orthodoxen Kirche. Wenn ich daran denke, was für ein Schindluder mit dem Erbe der Märtyrer der orthodoxen Kirchen getrieben wird, – zur Hölle!

Neuerdings kann man gegen Cash auch Lama, gar wiedergeborener „Tulku“ (also ein auf Erden inkarnierter Bodhisattwa) werden und damit fast die Ebene des Dalai Lama betreten. Der amerikanische Schauspieler Steven Seagal hat nach entsprechenden „Spenden“ diesen Status von der Nyingma-Sekte (dem ältesten Zweig des tibetischen Buddhismus) verliehen bekommen. Du darfst ihn also mit „Seine Heiligkeit“ ansprechen!

Diese Leute werden als „reisende Bischöfe“ bezeichnet, weil sie keine Gemeinde oder sonst irgendwelche sie bindenden religiösen Verpflichtungen haben, dafür aber alle Vorteile einer „Exzellenz“ genießen. Und welcher Polizist und sogar Paßbeamte an der Grenze kennt sich schon im Kirchenrecht bzw. in der Kirchengeschichte aus! Zumal die Priester- und Bischofsweihen in direkter apostolischer Linie stehen und deshalb gültige, unwiderrufbare Sakramente darstellen.

In dieses Gebiet fallen auch die diversen „Ritterorden“, die sich auf die Templer, die Malteser oder die Deutschritter berufen. Die wirklichen Malteserritter, die direkt dem Papst unterstehen und einen ähnlichen völkerrechtlichen Status besitzen wie der Vatikan (also beispielsweise weltweit gültige Pässe ausstellen können), sind ständig damit beschäftigt falsche Ritterorden abzumahnen.

Sogar Vertreter der Orgonomie sind einem solchen betrügerischen „Malteser-Orden“ zum Opfer gefallen. Ich diskutiere das kurz in Jerome Eden auf Abwegen. Unsäglich peinlich! Es war sowohl unverzeihlich in Bezug auf die Orgonomie als auch in Bezug auf die Malteser, die ihr Blut für den Schutz Europas vor der islamischen Unterjochung gegeben haben und bis heute humanitär tätig sind.

Wir alle sind isoliert und im Grunde verachtet man uns, beschäftigen wir uns doch mit „Orgasmusforschung“, UFOs und der Orgonkiste! Deshalb sind wir ganz besonders anfällig, wenn sich uns jemand einen respekthaschenden Titel andient. Ich bin da keine Ausnahme. Ein Freund von mir lästert des öfteren: „Peter und die Großen dieser Welt…“ Reichs Witwe Ilse Ollendorff beschreibt in ihrer Reich-Biographie wie ihr Ehemann immer wieder auf obskure Vereine hereingefallen ist und in seiner teilweise kindlichen Naivität ganz stolz auf deren Ehrungen war.

Ein ganz offensichtlich seriöser reisender Bischof ist der in Palermo, Sizilien ansässige Vittorio (Viktor Ivan) Busá. Er ist Präsident des „Internationalen Parlaments für Sicherheit und Frieden“, das Diplomatenpässe ausgibt und bei dem alle möglichen natürlich vollkommen seriösen Universitäten akkreditiert sind. Prof. Dr. Viktor Busà war nicht nur orthodoxer Erzbischof, sondern in Personalunion Präsident von Danzig und aufgrund einer 800jährigen Familientradition Nachfolger von Dschingis Khan, also Großkhan der Tartaren und Mongolen.

Im Spiegel ist 2008 ein sehr interessanter Artikel über den internationalen Titelhandel erschienen.

Der orgonomische Bibelforscher (Teil 5): Jesu Funktionalismus

15. September 2015

Vergleicht man das Neue mit dem Alten Testament, fällt auf, daß sich erst Jesus in Gleichnissen ausdrückt; „nichts sagte er ihnen, ohne Gleichnisse zu gebrauchen“ (Mt 13,34). Der berühmte Neutestamentler Joachim Jeremias bestätigt uns denn auch:

Jesus Gleichnisse sind (…) etwas völlig Neues. Aus der Zeit vor Jesus ist uns in der gesamten rabbinischen Literatur kein einziges Gleichnis überliefert. (Die Gleichnisse Jesu, Gütersloh 1980)

Im Gegensatz zu seinem Propagandisten Paulus zwingt Jesus niemandem Lehrsätze auf. Vielmehr ist die Lehrweise Jesu geradezu „arbeitsdemokratisch“ und „funktionell“ zu nennen. Indem der Zuhörer nicht an den Einzelheiten kleben bleibt, sondern das Ganze des Gleichnisses erfaßt, kann er sich den Sinngehalt des Gleichnisses selbstständig veranschaulichen, ohne daß Jesus ihm etwas aufzwingt.

Daß die Art der Vermittlung mit dem Inhalt der Botschaft Jesu übereinstimmt, ist an folgendem Gleichnis aus dem Markusevangelium (4,26-29) ersichtlich:

Mit der neuen Welt Gottes ist es wie mit der Saat und dem Bauern: Hat der Bauer gesät, so geht er nach Hause, legt sich nachts schlafen, steht morgens wieder auf – und das viele Tage lang. Inzwischen geht die Saat auf und wächst; wie, das versteht der Bauer selbst nicht. Ganz von selbst läßt der Boden die Pflanzen wachsen und Frucht bringen. Zuerst kommen die Halme, dann bilden sich Ähren, und schließlich füllen sie sich mit Körnern. Sobald das Korn reif ist, fängt der Bauer an zu mähen; dann ist Erntezeit.

Seit Paulus haben die Theologen immer wieder versucht diesen autonomen Erkenntnisprozeß „zwischen Aussaat und Ernte“ zu hintertreiben. Es mag stimmen, daß sich die Kirche immer schärfstens dagegen verwahrt hat, einzelne Aussagen Jesu aus dem Zusammenhang herauszulösen. Nur „das Wort“ in seiner Gesamtheit gilt. Leider hat die Kirche dabei umgekehrt für sich selbst nie erkennen wollen, daß damit auch ihrer Dogmatik der Boden entzogen ist. Sie kümmerte sich um den Splitter im Auge von Leuten, die wie ich Jesu Worte aus dem Zusammenhang rissen, bemerkte aber nicht den Balken in ihrem eigenen Auge. Man kann „das Wort“ Jesu nicht zum Dogma erstarren lassen, wie es die Kirche tat, ohne es zu töten. Zuerst nagelten sie den Sohn Gottes ans Kreuz, dann den Geist Gottes!

Ich sage euch: jede Sünde und jede Gotteslästerung kann den Menschen vergeben werden; aber wer den Geist Gottes beleidigt, der wird keine Vergebung finden. Wer den Menschensohn beschimpft, kann Vergebung finden. Wer aber den Heiligen Geist beleidigt, wird niemals Vergebung finden, weder in dieser Welt noch in der kommenden. (Mt 12,31f)

In seinem Fragment Jesus der Mensch (München 1986) spricht Alfons Rosenberg davon, daß die Theologen die Spannung im Worte Jesu nicht hätten ertragen können und daß sie deshalb nach Eindeutigkeit gesucht hätten, wodurch die Botschaft Jesu einseitig und falsch interpretiert worden sei. Das führte zur Erstarrung des Evangeliums. Die Frohe Botschaft hat sich so in ihr Gegenteil verkehrt. Sie wurde zu einem neuen Gesetz, das zum Tode führte – nicht nur im übertragenen Sinne. Genau wie Reich spricht Rosenberg davon, man könne Jesus erst dann verstehen, wenn man das „Sitzen“ aufgäbe und in das dynamische Leben eintaucht, wie man es in den Gleichnissen Jesu findet.

Jesus war (…) ein Wanderer durch die Landschaften und Völker, durch ihre Geistesgeschichte. Will man darum Jesus verstehen, darf man sich nicht in einen gesicherten Winkel zurückziehen und ihn wie auf einer Guckkastenbühne betrachten. Will man erfahren, was er uns weisen wollte, muß man den festen Standort aufgeben und mit ihm wandern – denn seine Weisheit ist keine ersessene, sondern eine erwanderte. Erst wenn wir bereit sind, mit ihm zu wandern, werden wir seines Wesens inne. Und ist nicht in seinem Wesen auch die Botschaft enthalten? Schon viele haben sich beklagt, daß Jesus so widersprüchlich sei, daß er die letzten Geheimnisse verhülle und vordergründig in sprichwortartigen Sentenzen spreche. Wie diese Wiedersprüche vereinen? Indem man mit ihm wandert und so erfährt, was er selber erfahren hat. Nur wo Widerspruch und Gegensatz ist, wirkt Wahrheit. Der „widersprüchliche“ Jesus ist uns heute näher als der theologisch harmonisierte.

Bei Jesus fehlt jede einengende, dogmatische Eindeutigkeit. Man vergleiche nur die folgenden Punkte miteinander:

  • Einerseits sagt Jesus vom Gesetz Mose solle kein i-Punkt geändert werden (Mt 5,17f), um dann in der Bergpredigt (Mt 5-7) das ganze Gesetz umzustoßen.
  • Jesu radikale Aussagen gegen den Ehebruch (Mt 5,27-30) stehen seiner Verteidigung der Ehebrecherin entgegen (Joh 8,3-11).
  • Einerseits soll man seine Mitmenschen lieben, so wie man sich selbst liebt (Mt 22,39), andererseits wird gesagt, man müsse sich und seine Wünsche aufgeben (Mt 16,24).
  • Desgleichen widerspricht Mt 22,39 Jesu Zurückweisung seiner Mutter und Geschwister (Mt 12,46-50) und der Aufforderung an seine Jünger, ihre Familien in Stich zu lassen (Mt 4,18-22).
  • Mt 4,18-22 widerspricht wiederum dem Wort, daß die Eheleute eine Einheit bilden, die man nicht auseinanderreißen darf (Mt 19,6).
  • „Ich bin gekommen, um die Söhne mit ihren Vätern zu entzweien, die Töchter mit ihren Müttern (…). Die nächsten Verwandten werden zu Feinden werden. Wer seinen Vater mehr liebt als mich, verdient es nicht, mein Jünger zu sein“ (Mt 10,35-37) gegen Jesu Bekräftigung des Gebotes unter Androhung des Todesstrafe seinen Vater und seine Mutter zu ehren (Mt 15,4-7).
  • „Freuen dürfen sich alle, die keine Gewalt anwenden, denn Gott wird ihnen die Erde zum Besitz geben“ (Mt 5,5) gegen „Glaubt nicht, daß ich gekommen bin, Frieden in die Welt zu bringen. Nein, ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern Streit“ (Mt 10,34).
  • „Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns!“ (Mk 9,40) gegen „Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich (…)“ (Mt 12,30).

Wie Jeremias in seiner Neutestamentlichen Theologie (Erster Teil: Die Verkündigung Jesu, Gütersloh 1971) feststellt, ist Jesu Rede durch und durch vom „antithetischen Parallelismus“ geprägt. Wenn Jesus den antithetischen Parallelismus benutzt, liegt der Akzent immer auf der zweiten Aussage, was ein persönliches Merkmal der Rede Jesu gewesen zu sein scheint. Im Alten Testament und im Talmud liegt der Akzent meist auf der ersten Aussage. Und während hier der antithetische Parallelismus nur ganz selten auftaucht, macht er bei Jesus das innerste Wesen seines Wortes aus:

Jede Lästerung kann vergeben werden, aber nicht die wider den Heiligen Geist. Wenn man anderen verzeiht, wird auch Gott einem vergeben. Wenn man aber den anderen nicht verzeiht, wird einem auch Gott nicht vergeben. Man kümmert sich um den Splitter im Auge des Bruders, aber bemerkt nicht den Balken im eigenen Auge. Man soll sich nicht vor denen fürchten, die nur den Körper, aber nicht die Seele töten können. Gott ist zu fürchten, der Leib und Seele ins ewige Verderben schicken kann. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil er im Innersten gut ist. Ein schlechter Mensch kann nur böses hervorbringen, weil er von Grund auf böse ist. Von einem gesunden Baum kann man Früchte erwarten. Ist er aber krank, kann man nur schlechte Früchte von ihm erwarten. Weh den Pharisäern! Ihre Becher und Schüsseln halten sie äußerlich rein, aber was sie daraus essen und trinken, haben sie zusammengestohlen. Sie schüren schwere Lasten zusammen und laden sie den Menschen auf die Schultern, aber sie selbst machen keinen Finger krumm, um sie zu tragen. Nichts was der Mensch von außen in sich aufnimmt, kann ihn unrein machen; nur das, was aus ihm selbst kommt, macht ihn unrein! Die wohlhabenden Leute haben lediglich von ihrem Überfluß etwas abgegeben. Aber eine arme Witwe opfert tatsächlich alles, was sie zum Leben hatte. Die Vorbereitungen zum Fest sind getroffen, aber die geladenen Gäste waren es nicht wert. Viele sind berufen, aber nur wenige von ihnen sind Erwählte. Wenn der Herr die zukünftige Schreckenszeit nicht abgekürzt hätte, würde kein Mensch gerettet werden; aber er hat sie denen zuliebe abgekürzt, die er erwählt hat. Von zwei Frauen, die zusammen Korn mahlen, wird die eine angenommen, die andere bleibt zurück. Die Gedankenlosen nahmen nur ihre Lampe mit, während die Klugen auch noch Öl zum Nachfüllen mitnehmen. Wer sich vor den Menschen zum Menschensohn bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn bekennen. Wer aber den Menschensohn nicht kennen will, den wird auch der Menschensohn nicht kennen. Wenn man von jemanden aufgenommen wird, soll man in dessen Haus bleiben, bis man weiterzieht. Wenn man aber in einen Ort kommt, wo man nicht aufgenommen wird, soll man weiterziehen. Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihr Nest; aber der Menschensohn hat keinen Platz, wo er sich hinlegen und ausruhen kann. Gott ist dafür zu preisen, daß er den Unwissenden zeigt, was er den Klugen und Gelehrten verborgen hat. Den Eingeweihten läßt Gott erkennen, wie er jetzt seine Herrschaft aufrichtet, aber die Außenstehenden erfahren davon nur in Gleichnissen. Wer die Worte des Menschensohns hört und befolgt, baut sein Haus auf felsigen Grund. Wer dagegen Jesu Worte nicht hört, baut sein Haus auf Sand. Der eine Teil der Körner fällt auf schlechte Erde, doch nicht wenige fallen auf gute Erde. Das Senfkorn hat den kleinsten Samen; aber er wird größer als alle anderen Gartenpflanzen. Himmel und Erde werden vergehen, aber nicht die Worte Jesu.

Welche Rolle der antithetische Parallelismus im Wort Jesu spielt, zeigt sich besonders schön beim Anfang seiner „Feldpredigt“ im Lukasevangelium (6,20-26):

20 Jesus blickte auf seine Jünger und sagte; „Freut euch, Ihr Armen!
Ihr werdet mit Gott in der neuen Welt leben.
21 Freut euch, die ihr jetzt Hunger habt!
Gott wird euch satt machen.
Freut euch, die ihr jetzt weint!
Bald werdet ihr lachen.
22 Ihr dürft euch freuen, wenn euch die Leute hassen, wenn sie euch aus ihrer Gemeinschaft ausstoßen, euch beschimpfen und verleumden, weil ihr euch zum Menschensohn bekennt!
23 Ja, freut euch und springt vor Freude, wenn das geschieht, denn Gott wird euch reich belohnen. Mit den Propheten haben es die Vorfahren dieser Leute auch so gemacht.
24 Aber weh euch, ihr Reichen!
Ihr habt nichts mehr zu erwarten!
25 Weh euch, die ihr jetzt satt seid!
Ihr werdet hungern.
Weh euch, die ihr jetzt lacht!
Ihr werdet weinen und klagen!
26 Weh euch, wenn euch alle Leute loben, denn genauso haben es ihre Vorfahren mit den falschen Propheten gemacht.“

Hier findet sich der antithetische Parallelismus wie folgt:

20-23 // 24-26
20b // 24
21a // 25a
21b // 25b
22f // 26

Die Größe des katholischen Denkens wird evident, wenn man den einflußreichen katholischen Theologen und Philosophen Romano Guardini (1885-1968) betrachtet. Als „Gegensatz“ bezeichnet Guardini jenes Verhältnis, „in dem jeweils zwei Momente einander ausschließen, und doch wieder verbunden sind, ja (…) einander geradezu voraussetzen.“ Als Beispiel für derartige Gegensatzpaare führt Guardini folgendes an (Der Gegensatz, Mainz 1955, S. 99):

Derartige Gegensatzpaare bilden für Guardini das lebendige Ganze. Wobei sich das lebendige Ganze aber nicht aus den beiden Momenten zusammensetzen läßt.

Die Elemente der Antithese können für Guardini nicht ineinander „umschlagen“, weil eben ihre Gegensätzlichkeit das Lebendige konstituiert. Aus diesem Grunde war Guardini Antihegelianer. Das erinnert natürlich an die antihegelianische Philosophie Kierkegaards. Angesichts der „paradoxen“ Struktur der christlichen Offenbarung sollte für Kierkegaard These und Antithese bestehen bleiben. Als Christ wollte sich Kierkegaard nicht mit Hegels Lehre von der Synthese zufriedengeben, sondern sich, wie Jesus lehrte, der radikalen, „existentiellen“ Entscheidung stellen.

Der Neutestamentler Joachim Jeremias führt folgende Stellen bei Jesus an, wo zwei Extreme so scharf gegenübergestellt werden, daß kein Raum für Zwischengrößen bleibt. Es wird die „existentielle“ Entscheidung gefordert:

  • Wer viel hat, dem wird noch mehr gegeben werden, aber wer wenig hat, dem wird auch noch das wenige genommen, das er hat. (Mk 4,25)
  • Viele, die jetzt vorn sind, werden am Schluß stehen und viele, die jetzt die Letzten sind, werden schließlich die ersten sein. (Mk 10,31)
  • Niemand kann zwei Herren zugleich dienen. Er wird den einen vernachlässigen und den anderen bevorzugen. Er wird dem einen treu sein und den anderen hintergehen. Ihr könnt nicht beiden zugleich dienen: Gott und dem Geld. (Mt 6,24)
  • Wenn dich jemand zu einem Hochzeitsmahl einlädt, dann setz dich nicht gleich auf den besten Platz. Es könnte ja sein, daß eine noch vornehmere Person eingeladen ist. Der Gastgeber, der euch beide geladen hat, müßte dann kommen und dich bitten, den Ehrenplatz abzutreten. Dann müßtest du beschämt auf dem untersten Platz sitzen. Setz dich lieber auf den letzten Platz, wenn du eingeladen bist. Dann wird der Gastgeber kommen und zu dir sagen: „Lieber Freund, komm, setz dich auf einen besseren Platz!“ So wirst du vor allen geehrt, die mit dir eingeladen sind. (Lk 14,8-10)

An diesen Existentialismus des Kierkegaardschen „Entwder-Oder“ knüpfte nach dem Ersten Weltkrieg die protestantische „Dialektische Theologie“ von Karl Barth an. Für Barth ist eine Versöhnung zwischen These und Antithese nicht möglich, denn die Wahrheit Gottes ist nur in der unversöhnten These und Antithese aussagbar. Nur im Niemandsland zwischen ihnen ist Barth zufolge Platz für die Wirklichkeit Gottes. Weshalb in jeder eindeutigen Aussage Gott verschwinden muß. Seine Wirklichkeit läßt sich nie mit nur einem Wort aussprechen, sondern ausschließlich mit Satz und Gegensatz umschreiben:

Man darf nicht von der Gottesebenbildlichkeit sprechen, ohne in aller Deutlichkeit die Gefallenheit des sündigen Menschen hervorzuheben. Man darf nicht von der Freiheit des Christenmenschen sprechen, ohne gleichzeitig deutlich hervorzuheben, daß der Mensch Gottes Knecht ist. Man darf nicht von der Unsterblichkeit de Menschen sprechen, ohne deutlich zu machen, daß der Mensch als Lohn seiner Sünde dem Tod verfallen ist.

Der Mensch kann grundsätzlich nur im ungelösten Widerspruch über den geoffenbarten Gott sprechen, denn dieser Gott ist der, dem Sünder unerkennbare, „ganz Andere“. Für Barth sind Schöpfer und Geschöpf absolut getrennt. Einzig und allein Jesus Christus stand in der sonst unzugänglichen „lebendigen Wahrheit in der Mitte“. Der sündige Mensch, also jeder Mensch, steht dem hingegen Gott im ewigen Widerspruch gegenüber. Barth behauptet also die radikale Seinsunähnlichkeit von Gott und Welt.

Diese Position der Dialektischen Theologie lehnte Guardini als „protestantischen Extremismus“ radikal ab. Guardini hielt ihr die katholische Lehre von der „Analogie“ entgegen. Damit ist die unvollkommene Ähnlichkeit von Gott und Kreatur gemeint, die einen von der Welt her aufsteigenden Weg zu Gott ermöglicht.

Barths Dialektische Theologie, die nicht mehr nur vom Menschen, sondern von „Gott“ reden will, hat einen zutiefst menschenfeindlichen Grundzug. Sie stellt nichts weiter als eine weitere totalitäre Ideologie des 20. Jahrhunderts dar, die den Menschen zum „sündigen Menschenmaterial im göttlichen Heilsplan“ macht.

Man kann Jesu Lehre im Judentum nicht verorten, denn sie ist eine einzige Doppelzüngigkeit. Was sogar ganz explizit mit der Spaltung von exoterisch und esoterisch in Mk 4,10-12.33f gesagt wird. Einerseits offenbart Jesus einen gnostischen Gott, der sich nicht aus der Kette jüdischer Überlieferung herleitet, sondern der direkt dem Sohn das verkündet, was er den alttestamentlichen Propheten und Königen vorenthielt (Lk 10,21-24) und der Jesus in der Bergpredigt sagen läßt: „Ich aber sage euch!“ Andererseits tritt Jesus in der Bergpredigt (Mt 5-7), in der er den neuen Gott verkündet, ausdrücklich in alttestamentlicher Moses-Tradition auf. Gleichzeitig stellt er sich jedoch außerhalb der mit Moses begonnenen prophetischen Tradition, da er als König auftritt, also etwas verkörpert, wogegen das ganze Alte Testament wettert.

Es geht sogar noch weiter. In Joh 10,34 zitiert Jesus ausdrücklich Ps 82,6: „Ihr seid Götter, meine Söhne seid ihr, Söhne des Höchsten!“ Als Messias ist Jesus ganz und gar irdischer König, doch als „Menschensohn“ ist er ein übernatürliches Wesen, ein von Gott gesandter Engel (Dan 7,13). Jesus redet ständig von seiner besonderen Beziehung zu Gott, gleichzeitig verkörpert Jesu Lebenspraxis ganz binnenweltlich die Beziehung zwischen Menschen ohne Umweg über Gott. (Dies gibt es schon im Alten Testament: „Wer einem der ärmsten hilft, hilft mir – Gott.“ Spr 19,17) Die Gleichnisse mit den Samen kann man transzendental gnostisch auffassen (göttlicher Funke in der Materie), während das Bild an sich ganz binnenweltlich ist und auf alte matriarchale Ackerbaurituale verweist:

Das Weizenkorn muß in die Erde fallen und sterben, sonst bleibt es ein einzelnes Korn. Aber wenn es stirbt, bringt es viel Frucht. (Joh 12,24)

Jesus war kein Zelot, sondern predigte mit Jeremia die Unterwerfung unter die fremde Macht und wird deshalb von der jüdischen Menge bedroht wie Jeremia 26,24. Jesus war Zelot, was sich eindeutig an kriegerischen Äußerungen ersehen läßt und z.B. durch einen „indirekten Beweis“ wie Mk 5,1-20, wo im Heiligen Land plötzlich Schweine auftauchen! Wie kommen Schweine ins koschere Israel? Die „Schweine“ waren natürlich die Römer und hinter dem Einfahren der Dämonen in ihre Körper und ihrem grausigen Tod verbirgt sich nichts weiter als eine Guerilla-Attacke der Zeloten.

Jesus war kein Pharisäer, denn er wendet sich gegen die Überbürdung es Lebens mit immer neuen Ausformulierungen des Gesetzes durch die Pharisäer, die das ganze Volk durch diese Ausuferung des Gesetzes priesterlich heiligen wollten. Jesu Anklage gegen das Ungültigmachen von Gottes Gebot durch immer neue Gesetzesauslegungen in Mk 7,13 ist eindeutig antipharisäisch, genauso wie Mt 23,2ff, wo das Verhalten der Pharisäer drastisch abgelehnt wird. Das macht ihn zweifelsfrei zum Sadduzäer, wenn er sich gegen die pharisäische Rabulistik wendet und auf dem ursprünglichen Wort und Sinngehalt der Bibel besteht.

Andererseits war Jesus aber das Gegenteil eines Sadduzäers, deren Starrheit er anklagte und denen er rundweg absprach, daß „Gott ihr Besitz ist“, wie es nach Ez 44,28 der Fall sein soll. Die Vorwürfe ein Trinker und Säufer gewesen zu sein, schließt auch aus, daß er ein Mitglied der Essener war, einer radikalen asketischen Abspaltung der Sadduzäer. Und selbst bei der Etikette „Apokalyptiker“ sollte man angesichts der offenbar langfristigen Pläne für eine Organisation, die Jesus hegte, vorsichtig sein (z.B. hat der richtige Apokalyptiker Johannes der Täufer keine eigene Kirche hinterlassen).

Für alle Einordnungen von Jesus gibt es unwiderlegbare Argumente, die jeweils schon ganze Bibliotheken gefüllt haben. Gleichzeitig fehlt bei Jesus aber auch alle verwaschene Beliebigkeit und über die Jahrtausende scheint eine unverwechselbare alles eintönende Persönlichkeit bis zu uns durch. Hans Küng hat Jesus mit Mozart verglichen (die Fastgleichsetzung von Jesus und Mozart ist bei Theologen, z.B. Karl Barth, sehr beliebt – die göttliche Vollkommenheit bei einem Menschen), in dem alle Elemente der damaligen Musik vertreten gewesen wären und ihre abschließende Erfüllung fanden, der ihnen jedoch gleichzeitig ein unverwechselbares persönliches Gepräge gegeben habe. Man braucht nur zwei Takte hören und weiß sofort, daß es Mozart ist, ähnlich geht es einem mit Jesus. Keiner redet wie er.

Umweltschutz: Die mystische Übereinkunft zwischen der Linken und der Rechten

12. August 2015

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über Franziskus I. und Obama:

Umweltschutz: Die mystische Übereinkunft zwischen der Linken und der Rechten

Das Miasma Saharasias

30. Juli 2015

Ich kehre von meinem Kurzurlaub aus Nizza zurück. Auf der Rückfahrt von Nizza nach Hamburg haben wir eine interessante Beobachtung gemacht: während am Nordrand Saharasias, der mittlerweile über Freiburg weit hinausreicht, der Himmel irgendwie flach ist, weitet sich ab etwa Frankfurt der Blick auf dramatische Weise und die Landschaft wird dreidimensional. Es ist, als wenn man aus einem benebelnden Drogenrausch erwacht. Gleichzeitig schwindet ein schwer zu definierender „toxischer Druck“. Es zeigt sich die funktionelle Identität von DOR-Verseuchung, Kontaktlosigkeit, okularer Panzerung, Machismo, Fatalismus, paranoider Zweidimensionalität (= alles ereignet sich auf der gleichen Ebene, z.B. werden fernstehende Menschen unmittelbar bedrohlich, etc.).

Die Wüste ist öde, leer und konturlos. Das okulare Segment wird eingelullt, man verliert mit dem Wegfall von Anhaltspunkten in der Landschaft an Kontakt und an dreidimensionalem Weltgefühl, es kommt zum Weltverlust und zur Vergeistigung. In Wäldern mit ihrer dreidimensionalen Gestaffeltheit ist man demhingegen wirklich in der Welt und so wirklich in seinem Körper.

Mir ist von jeher aufgefallen, daß Christen immer bei Bildern der Wüste sofort an Gott denken, während umgekehrt in Berichten über die Wüste über kurz oder lang von Gott die Rede ist.

Bäume sind natürliche Cloudbuster, die nicht nur Sauerstoff erzeugen, Kohlendioxid binden und den Wasserhaushalt regeln, sondern darüber hinaus die Atmosphäre von DOR freihalten. Abholzungen sind der erste Schritt hin zur Wüste. Das Naturempfinden etwa des Spaniers zeigt sich in seinem Haß auf Bäume. Ein Deutscher, der sich in Kastilien ein Landhaus kaufte und in seinem Garten Bäume pflanzte, wurde sogleich von seinen erbosten Nachbarn angegangen, wie er denn die herrlich leere Landschaft mit diesem schrecklichen Gestrüpp verunstalten könne. Wisse er denn nicht, daß Bäume die Luft verderben, Ungeziefer und Vögel anziehen, die alles vollscheißen würden!

Zur Zeit der Römer war die iberische Halbinsel noch ein einziger großer Wald, dann kamen die Araber und danach der katholische Zentralstaat. Das Land wurde kahlgeschlagen. Eine Mentalität, die sich auf die gesamte weltweite Hispania übertrug und ein Hauptgrund für das erst jetzt möglich gemachte Abholzen (Bandsägen, Bulldozer) der tropischen Urwälder in Südamerika ist. In minderem Maße findet sich dieses Denken noch im romanischen Frankreich, das sich über den teutonischen Waldkult lustig macht. Im gesamten Südeuropa von Spanien bis Griechenland gibt es vorsätzliche Brandstiftungen, um die lästigen Wälder endgültig zu beseitigen.

Ja, unsere Vulgärmarxisten werden jetzt einwenden: Peter, das hat wirtschaftliche Gründe! Tatsächlich bringen sie mit derartigen Einwürfen aber nur die Gaunermentalität zum Ausdruck, die Südeuropa und mittlerweile auch Deutschland zerstört.

Der Anthropologe Marvin Harris hat die These vertreten, im Vorderen Orient sei das Schwein dem religiösen Bann anheimgefallen, weil die Wälder verschwanden, in denen die Schweine lebten. Die Schweine wurden zu einer Last, die weder Milch, Heizmaterial oder Dünger, noch Zugkraft bereitstellte (Wohlgeschmack und Widerwille. Die Rätsel der Nahrungstabus, Stuttgart 1990).

Wenn man im Herbst durch Frankreich fährt, sieht man praktisch hinter jedem Busch einen Jäger, der auf alles schießt was sich bewegt. Richtige Todesschwadronen gegen das Lebendige. Es ist wohl nichts gegen die weidmännische Jagd einzuwenden (z.B. muß, um dem deutschen Wald zu helfen, endlich mal ein Großteil des Rotwildes weggeschossen werden), das, was die Südeuropäer machen, ist nach eigener Aussage „Sport“: Freude am Töten. Besonders schockierend ist die Singvogeljagd in Italien und auf Malta, die wirklich nichts weiter ist als die perverse Lust am töten. Neulich ein Malteser vor der Fernsehkamera: „Das ist doch die einzige Freude in meinem Leben und das wollen Sie mir verbieten?!“

Warum wurde Marcos auf den Philippinen gestürzt? Nicht etwa wegen Korruption, denn die ist nach ihm ja fröhlich weitergegangen, sondern weil er ein Programm zur Geburtenkontrolle durchgesetzt hatte. Die Katholische Kirche hat daraufhin die „Demokratiebewegung“ initiiert, ihre Präsidentin an die Macht gehievt und die hat dann sofort alles gestoppt, so daß die Philippinen heute wieder eine der höchsten Geburtenraten der Welt hat und praktisch nicht mehr zu retten sind. Gott wird alles richten:

Bezeichnend ist folgende Stelle aus einer deutsch-israelischen Netzseite:

Förster der KKL erlebten gestern eine böse Überraschung, als sie in der Nähe des Ortes Omer bei Beer Sheva junge Bäume gießen wollten. Vandalen hatten Tausende Bäumchen abgehackt und dann liegengelassen. Der Bürgermeister von Omer, Pini Badash, reichte Klage bei der Polizei ein und meinte, daß im Negev schon lange ein Krieg stattfindet, in dem die Beduinen immer mehr Land für sich annektieren. Badash ist sich sicher, daß diese Tat von den Beduinen in der Gegend verübt wurde, weil diese behaupten, daß das Land, auf dem die Bäume angepflanzt wurden, ihrem Stamm gehöre. „Für jeden gefällten Baum werden wir zehn Neue pflanzen, wir weigern uns aufzugeben“, so der Bürgermeister.

In der deutschnationalen Zeitschrift Deutsche Geschichte (5/2010) lese ich unter der Überschrift „Israels Polizei zerstörte ein Beduinendorf“ folgendes mit genau gegenteiliger Tendenz:

1500 israelische Polizisten zerstörten mit fünf Bulldozern etwa 40 aus Lehm und Stroh errichtete Häuser eines Beduinendorfes in der israelischen Negev-Wüste. Außerdem entwurzelten sie Hunderte Olivenbäume. Die Aktion steht im Zusammenhang mit der fortgesetzten Enteignung und Vertreibung von nichtisraelischen Israelis bei gleichzeitiger Siedlung von Israelis in palästinensischen Gebieten.

Ohne genaue Orts- und Zeitangabe sind solche „Meldungen“ vollkommen wertlos. Naja, hier ein seriöser Bericht von einem linksliberalen Blatt.

Interessant sind die Leserkommentare im Standard von Linken, die ähnlich erbost sind über die Doppelmoral der Israelis, wie jene, die dem Großdeutschen Reich hinterhertrauern.

Funktionell betrachtet, d.h. aus der Distanz, die die Zusammenhänge überschaubar macht, sieht das ganze natürlich anders aus, als es rechte und linke Ideologen mit ihrer starken Augenblockierung wahrnehmen können. Dazu folgender Leserkommentar:

warum steht illegal errichtet in Anführungszeichen?
ah natürlich, illegal kann nur das sein was Jews machen.
by the end of 2007 there were more than 100,000 illegally built structures in Israel. The overwhelming majority were constructed on state land seized by Arab land thieves in the Negev and the Galilee. By the end of 2009, the number of illegal buildings grew to an estimated 150,000. The scope of the theft is so vast that the Comptroller’s Report referred to it as a “national scourge.”
http://www.jpost.com/Opinion/C… ?id=171861

Es geht um den Überlebenskampf Israels als kleiner demokratischer Insel in einem arabischen Meer der Despotie. Aber versuch das einmal einem linken oder rechten Ideologen zu erklären!

Und was die Zerstörung der Olivenbäume in der Negev-Wüste betrifft: Olivenbäume brauchen relativ viel Wasser, würden also letztendlich zur weiteren Verwüstung der Region betragen statt ihr entgegenzuwirken.

Für Europäer mögen Nomaden etwas Romantisches sein, doch aus ökologischer Sicht sind ihre Ziegenherden eine Pest. Sie verhindern seit Jahrtausenden, daß sich die Wüsten des Nahen Ostens erholen.

Natürlich kommen jetzt alle möglichen Einwendungen, etwa die absurde Frage, was denn eigentlich die funktionelle Betrachtungsweise von jenen „geopolitischen“ Überlegungen unterscheidet, die beispielsweise das Projekt „Großdeutsches Reich“ inspirierten. Das sind Zwangsgrübeleien, die von dem einen grundlegenden Konflikt ablenken sollen, um den es geht:

Die Frage muß schlicht immer sein, „wohin es führt“. Wem ist damit geholfen, wenn Israel im „arabischen Meer“ untergeht?

Die Diskussionen, die einen in solchen Zusammenhängen aufgezwungen werden, versanden immer in einem „Aber die reißen doch auch Bäume aus!“, d.h. in einem Relativieren, dessen Funktion nicht etwa das Erlangen tieferer Einsichten ist, sondern ganz im Gegenteil das Herstellen von noch mehr Augenpanzerung und Kontaktlosigkeit. Derartige angeblich „kritische“ Diskussionen dienen der Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Panzerung, die das Durchbrechen des Lebendigen verhindern soll.

Nach der Lektüre der Deutschen Geschichte, des Standard, etc. fühle ich mich bleiern und beschmutzt und es fällt mir schwer einen klaren Gedanken zu fassen. Das Miasma der gesellschaftlichen Panzerung, in dem wir alle zu ersticken drohen.

Warum sie uns hassen und verachten

11. Juni 2015

Es gibt einige Hinweise darauf, daß sogar Arabien einst matriarchal geprägt war. James DeMeo verweist in seinem Buch Saharasia (S. 250) darauf, daß manche Stadtstaaten der arabischen Halbinsel am Rande der Wüste zumindest einige ihrer „matristischen“ Aspekte beibehielten. Er erwähnt insbesondere das legendäre Land der „Königin von Saba“ (vgl. 1 Kön 10,1-13).

Mohammed legt Salomo folgendes über die Königin in den Mund:

Siehe, ich fand eine Frau über sie herrschend, der von allen Dingen gegeben ward, und sie hatte einen mächtigen Thron, und ich fand, daß sie und ihr Volk statt Allah (Mond) die Sonne (Allat) anbeteten. (Sure 27,23f)

So entstand der Islam in Mekka in einer Ecke, die noch immer von matriarchalen Traditionssträngen durchzogen war.

Dieser Hintergrund wird sogar anhand der arabischen Sprache evident, wo ständig alles auf die „Mutter“ zurückgeführt wird: von Saddam Husseins „Mutter aller Schlachten“ bis zur „Mutter des Buches“ (Sure 13,40 und 43,5), dem Original des Koran, das bei Allah ist; die Grundsäulen des Koran heißen „Mutter der Schrift“ (Sure 3,8); die Hölle ist die „Mutter des Sünders“ (Sure 101,10); andere Völker und Menschengruppen sind das Schwestervolk, der Koran spricht von der „Schwester“ (Sure 7,39).

Man denke auch an die dank Salman Rushdie allseits bekannt gewordenen „satanischen Verse“ des Koran: Um die noch teilweise etwas matriarchal geprägten Mekkaner leichter zum Glauben zu bekehren, hatte Mohammed zeitweilig drei heidnische Göttinnen akzeptiert. Die Satanischen Verse waren zwischen Vers 20 und 21 von Sure 53 plaziert. Dort ist von drei weiblichen Gottheiten die Rede: „Dies sind die erhabensten und schönsten Jungfrauen, deren Vermittlung wohl zu erwarten ist.“ Gleich darauf widerrief er diese Aussage, meinte, sie sei ihm nicht vom Erzengel Gabriel, sondern vom Satan eingegeben worden (siehe Sure 22,53). Im schrecklich desorganisierten Koran blieb nur noch die Frage in Sure 53,19f, ob die drei Göttinnen als „Töchter Allahs“ anzusprechen seien:

Was meint ihr denn, wie es sich mit Allat (Himmelsgöttin, weibliche Form von Allah) und Alussa („die Starke“, Venus) verhält und weiter mit Manat (Schicksalsgöttin), der dritten dieser weiblichen Wesen?

Die ganze Ambivalenz der Situation auf der arabischen Halbinsel ist aus Sure 16,58 ersichtlich, wo Mohammed über die zeitgenössischen Araber sagt, sie würden Allah die besagten drei Töchter zueignen, während sie sich selbst nur erwünschte, männliche Kinder wählen. Sie brachten nämlich ihre Töchter gleich nach der Geburt um, wie noch heute im hochspirituellen Indien gang und gäbe:.

Wird ihm die Geburt einer Tochter verkündet, dann färbt sich sein Geist aus Kummer schwarz, und er ist tief betrübt. Wegen der üblen Kunde, die ihm zugekommen ist, verbirgt er sich vor den Menschen, und er ist im Zweifel, ob er sie zu seiner Schande behalten oder ob er sie nicht im Sande begraben soll. (Sure 16,59f)

Der Koran verbietet dies ausdrücklich und in Sure 81,9 gedenkt Mohammed der, von den für die Hölle bestimmten Heiden, lebendig begrabenen Mädchen (siehe auch Sure 6,138). Gleichzeitig klagt Mohammed aber an, daß die Männer die hochwertigen Söhne für sich behalten, während Allah mit minderwertigen Töchtern (weiblichen Engeln) vorliebnehmen solle?! (Sure 53,22). „Hat Allah denn Töchtern Söhnen vorgezogen?“ (Sure 37,154).

Dem Gegenspieler Mose, dem Pharao wird angelastet, daß er die Söhne der Israeliten tötete und nur ihre Töchter am Leben ließ. „Dies war eine große Prüfung von eurem Herrn“ (Sure 14,7).

Ganz ähnlich sieht es im christlichen Abendland aus, das vom zutiefst widersprüchlichen Marienkult geprägt ist. Nicht erst seit Maria, sondern schon mit ihrer Urform, der ägyptischen Isis, war die Große Göttin alles andere als ein Ebenbild der selbstbewußten matriarchalen Frau. Die Göttin wurde zum Vorbild der devoten Frau und damit zur Stütze des Patriarchats. Und auch auf die Männer übte die Göttin nicht erst mit Maria einen verheerenden Einfluß aus. Galt Maria im Katholizismus als Orientierungspunkt männlicher Zurückhaltung gegenüber der zur Sünde verführenden Eva, trieb die jungfräuliche Göttin in der Frühphase des Patriarchats Männer nicht nur zu dieser psychischen, sondern sogar zur physischen Kastration.

Im alten Kanaan gaben sich in Frauengewänder gehüllte Kastraten bei der rituellen Tempelprostitution anderen Männern hin. Wie die Geschichte von Sodom und Gomorra zeigt, wurden so die kanaanitischen Städte für die einwandernden Hebräer zum Inbegriff der Homosexualität. Im syrischen Kult der Atargatis gab es auch später noch „ekstatische Orgien zur Musik syrischer Flöten, bei denen sich die Priester peitschen und entmannen. Danach trugen sie Frauenkleider (…), um der Göttin zu gleichen“ (Heide Göttner-Abendroth: Die Göttin und ihr Heros, München 1984, S. 79).

Die Matriarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth weist des weiteren darauf hin, wie sehr doch die römisch-katholische Messe dem Kybele-Kult gleicht, der im ganzen römischen Reich verbreitet war. Kybele war eine androgyne Erdmutter-Göttin aus Kleinasien, deren Priester sich kastrierten, um der androgynen Göttin gleich zu werden. Die katholischen Priester sind genauso gekleidet wie Kybeles Priester.

Sie tragen lange Frauengewänder mit weiblichen Accessoires wie gesticktem Mantel und Stola. Auf dem Kopf haben die höchsten von ihnen eine Mitra, die hohe Haube oder Krone aller Muttergöttinnen, besonders der Kubaba-Kybele. Kybeles Priester wählten diese Kleidung, um ihrer Göttin möglichst zu gleichen, aus demselben Grund kastrierten sie sich auch. Sie strebten eine mystische Einheit mit ihr an. Die christlichen Priester sind ebenfalls Eunuchen-Priester, nicht durch Kastration, sondern durch Zölibat, einer psychischen Kastration. Beim Entschluß dazu („Weihe“) flehen sie auf dem Boden liegend ihre Große Mutter um Hilfe an. (ebd.)

Wegen derartiger Elemente wird das Christentum vom Islam verachtet. Allah vergibt nicht, daß neben ihm noch andere Götter angebetet werden. Und schon gar keine göttlichen Frauen. Frauen, die in Sure 5,6 mit dem Abort gleichgesetzt werden Der Moslem habe sich vor dem Gebet zu reinigen, „wenn einer von euch vom Abort kommt oder ihr mit Frauen in Berührung gekommen seid.“ Und was machen die Christen? Sie werfen sich vor einem solchen Behälter der Unreinheit, einem Stück Dreck (Maria), nieder!

Statt zu Gott beten sie zu nichts als weiblichen Wesen, und sie beten (indem sie Götzendienst treiben) zu nichts als einem rebellischen Satan. (Sure 4,117)

Göttner-Abendroth schreibt, daß sich die patriarchalischen Großreligionen

gegenseitig um so stärker verachten, je mehr sie von der anderen Großreligion annehmen, daß sie noch matriarchale Relikte enthält. So ist es unter Mohammedanern verbreitete Ansicht, daß das Christentum eine Religion der Frauen sei (Marienkult und Jesus als Agent Mariens). Damit gerate es zu einer verachtenswürdigen Abweichung von der Linie des reinen Monotheismus, der im Judentum beginne und im Islam seine Vollendung finde. (Für die Musen, Frankfurt 1988, S. 53)

Im Hamburger Offenen Kanal habe ich vor Jahren mal eine Sendung gesehen, in der dem Kalifen der Ahmadiyya–Sekte Fragen gestellt werden durften. Auf die Frage, warum Frauen denn so verschleiert sein müssen, antwortete er lapidar: „Götzenanbetung!“. Frauen würden Männer dazu bringen, sie wie Götzen zu bewundern und anzubeten und würden sie so von Allah ablenken. Öffentlicher Frauen-Chic sei im Grunde dasselbe wie Götzenanbetung.

In den Augen eines Moslems gibt es zwischen einer katholische Kirche (man stelle sich mal den Innenraum einer barocken katholischen Kirche vor!) und einem beliebigen „Sex-Etablissement“ keinerlei unterschied: Götzenanbetung!

Robert hat auf folgende Ausschnitte aus einer Analyse der Sexualneurose des Islam verwiesen, die auf pi-news erschienen ist:

Das Haar der Frau wird zum symbolischen Ort des Geschlechtsaktes, der männliche Blick zu dessen Vollzieher. „Blickficken“ ist die dafür auf deutschen Großstadtstraßen von muslimischen Jugendlichen zu hörende Vulgärbezeichnung. Davor muß sich die Frau durch ihr Kopftuch z.B. schützen. Tut sie dies nicht, macht sie sich ihm sexuell verfügbar, ist eine „Hure“ oder „Schlampe“ und somit selbst schuld, wenn sie belästigt wird.

Aus Berichten von Frauen, die eine islamische Erziehung genossen haben, geht hervor, dass sie im Zuge ihrer religiösen Unterweisung aufgefordert werden, sich dem Mann verführend hinzugeben, wie seine höchstpersönliche, jederzeit sexuell verfügbare Hure.

Um durch die von ihm erzeugte Geschlechterspannung Männer und Frauen hinsichtlich ihrer Sexualität „religiös“ zu konditionieren, schiebt das islamische Patriarchat die Behauptung vor, es ginge um die „Tugendhaftigkeit“ der Frau und deren Schutz. In Wirklichkeit geht es um Herrschaftssicherung, um die Aufrechterhaltung eines religiös-sexuellen Machtsystems, einen geheimen sexuellen Totalitarismus, in welchem der Schritt zum Wahn, zum sexuellen Beziehungswahn nicht weit ist.

In keiner anderen „Kultur“ sind Sexualität und Religion derart miteinander verzahnt, wirkt die Religion derart in die sexuelle Tiefenstruktur hinein wie im Islam. Keine andere „Kultur“ kennt, weder offen noch „verschleiert“, einen derartigen „sexuellen Totalitarismus“, der die Individuen bis in ihre sexuelle Tiefenstruktur bindet.

Bei der Münchner Internationalen Konferenz für Orgonomie 1984 hat Reichs Biograph Myron Sharaf auf ein neues Buch des mit ihm befreundeten Kunsthistorikers Leo Steinberg aufmerksam gemacht. Steinberg habe indirekt Reichs Jesus-Interpretation in Christusmord bestätigt. Es ging darum, daß bei allen bildlichen Darstellungen in der Renaissance Maria die Genitalien von Jesus berührt.

In der London Review of Books wurde The Sexuality of Christ in Renaissance Art and in Modern Oblivion damals wie folgt beschrieben:

Im Laufe der letzten vier Jahrhunderte ist die wahre Bedeutung eines Großteils der religiösen Kunst der Renaissance verloren gegangen. So die überraschende Behauptung in Leo Steinbergs neuem Buch. Ihm zufolge hatten in den Darstellungen von Christus, ob als Säugling oder als Erwachsener, die Geschlechtsorgane eine besondere theologische Bedeutung, die uns heute wegen des neuzeitlichen „massiven historischen Rückzugs vom mythischen Boden des Christentums“ unzugänglich geworden ist.

Dazu vor kurzem eine bemerkenswerte Auseinandersetzung um das „pornographische“ Altarbild in einer katholischen Kirche in Oklahoma City.

Das inkriminierte Bild ist eine Ikone, d.h. sie wurde streng nach einer uralten Vorlage gemalt. Diese Vorlage findet sich in der Kirche San Damiano, Assisi. Es war genau jene Kreuzikone, vor der der Heilige Franziskus den Auftrag vernahm, die Kirche wiederherzustellen.

Der Haß der Moslems auf uns und ihre Verachtung für uns ist fundamentaler, als wir es uns überhaupt vorstellen können. Es geht alles zurück auf den Einbruch der sexuellen Zwangsmoral und die Wirrnisse, die mit dem katastrophalen Übergang vom Matriarchat zum Patriarchat einhergingen. Das kämpfen wir bis heute aus.

Bei Jesu Taufe ist überhaupt keine Rede von einem Vatergott, der ihn adoptiert und auf seine Mission schickt. Als Jesus aus dem Wasser stieg, riß der Himmel auf und der Heilige Geist sank „wie eine Taube“ auf ihn herab. Zugleich erklang die Stimme: „Du bist mein Sohn, dir gilt meine Liebe, dich habe ich erwählt“ (Mk 1,11). Im alten Orient war aber die Taube ein Attribut der Himmelskönigin. Und auch das hebräische Wort für Heiliger Geist, ruach ist ein Femininum. Wie in Das Matriarchat im Judentum und Christentum erwähnt, bezeichnete Jesus den Heiligen Geist als seine Mutter. Im apokryphen Philippusevangelium heißt es:

Manche sagten: Maria ist schwanger geworden vom Heiligen Geist. Sie irren sich. Sie wissen nicht, was sie sagen. Ist eine Frau je schwanger geworden von einer Frau?

Die Jungfrauengeburt, gegen die sich liberale Theologen so heftig wenden, ist im übrigen eine typisch matriarchale Vorstellung. Man nahm an, daß sich die Föten in der Mutter parthenogen wie Blutgerinsel aus dem ausbleibenden Menstruationsblut zusammenklumpen. Der Mann hatte nur die Aufgabe „den Schoß zu öffnen“ und das Sperma galt allenfalls als Gleitmittel.

Interessanterweise ist im denkbar starken Kontrast dazu in der patriarchalen Schrift per se, im Koran, ständig von der lebensspendenden Potenz des Spermas die Rede. „Allah hat den Menschen aus einem Tropfen Sperma erschaffen“ (Sure 16,4).

Der Mensch möge doch bedenken, aus was (für einem Stoff) er erschaffen ist! Er ist aus hervorquellendem Wasser (d.h. Sperma) geschaffen, das zwischen Lende und Brustkasten (?) herauskommt. (Sure 86,5-7)

Siehe auch Gen 30,1-3.

Die matriarchalen Vorstellungen über die Zeugung kommen noch in Ps 139,13 zum Ausdruck: „Du hast mich geschaffen mit Leib und Geist, mich zusammengefügt im Schoß meiner Mutter.“ Im Zusammenhang mit dieser Bildung des Fötus aus dem Menstruationsblut der Mutter denke man auch an die ganze Blutmystik der Bibel – „denn im Blut ist das Leben“ (Lev 17,11).

Im christlichen Mythos spielt das Menstruationsblut ebenfalls indirekt eine große Rolle und zwar im Zusammenhang mit dem „Heiligen Gral“, dem Becher aus dem beim Abendmahl „das Blut Christi“ getrunken und in dem später sein am Kreuz verflossenes Blut aufgefangen wurde. Vorher war dieser Heilige Gral das „Füllhorn“ der Glücksgöttin Venus (und anderer Göttinnen wie der irischen Dana), die blut- respektive lebensspendende Vulva der Göttin – „der Schoß der Jungfrau Maria“. Dieser ganze Komplex ist mit der Verstümmelung (Blut!) bzw. Beschneidung des „Blutbräutigams“ (Ex 4,24-26) verknüpft.

Über den Begriff der „jungfräulichen Mutter“ schreibt Heide Göttner-Abendroth, daß alle Göttinnen (z.B. Anat, Aphrodite, Ischtar) „ohne naturalistische Verrenkung“ Jungfrau-Mütter waren,

weil sie sich nach rituellen Akten wie der Hochzeit, der Geburt und der Königsopferung einem Bad unterzogen, aus dem sie als jungfräuliche Mädchen wieder auftauchten. Diese Wandlungen deuten das zyklische Auftreten der Triebe an, denn jede Göttin war alles zugleich: Jungfrau, Mutter und weise Greisin. (Die Göttin und ihr Heros, München 1984, S. 129)

Das Christentum imitiert, so Göttner-Abendroth, mit der Trinität von Vater, Sohn und Heiligem Geist diese matriarchale Triade der Göttin, die eine Widerspiegelung der antiken dreistufigen Weltvorstellung ist (Himmel, Erde und Unterwelt). Der Vatergott herrscht im Himmel, der Gottessohn lebt auf der Erde, „und der Heilige Geist verbindet die Sphären von Diesseits und Jenseits (Andere Welt) (ebd., S. 127).

In der volkskirchlichen Form der Trinität als Vater-Gott, Mutter-Maria und Sohn-Jesus ist eine Rückkehr zur kanaanitischen Vorstellung gegeben mit dem Hauptgott El, seiner Gattin Anat und ihrem Bruder (-Gatten-Sohn) Baal. El ist eine Gottheit, die nachträglich mit semitischen Stämmen aus Arabien in die Levante eindrang und dem Paar Anat-Baal aufoktroyiert wurde.

Mythologisch zeigen sich diese Zusammenhänge darin, daß der Vatergott El den rebellischen Baal vernichten wollte, wie ja auch später Jahwe gegenüber Adam, Ijob und Christus gehandelt hat. Im Patriarchat wurde so der frühere Heros der Göttin in einem konfliktgeladenen Verhältnis auf den Vatergott bezogen. Starb der Heros vorher für die Göttin, stirbt er nun für den Vater: Zeus und Herakles (ursprünglich Hera und Herakles), Re und Horus (ursprünglich Hathor und Horus) und natürlich El und Baal, bzw. Jahwe und Christus (ursprünglich Anat und Baal, was zu Maria und Christus mutierte).

Auf jeden Fall verweist das trinitarische Christentum in allen denkbaren Beziehungen zurück auf das Matriarchat. El (d.h. Allah) ist zurückgekehrt, um nach 2000 Jahren endgültig aufzuräumen. Natürlich weiß das Mordgesindel aus dem geheimnisumwitterten „Südland“, das unsere Straßen unsicher macht, nichts von diesen Zusammenhängen, doch die kulturelle Dynamik ist identisch mit der der biblischen Zeit. Die gesamte Diskussion um Migration und „Dialog der Religionen“ leidet darunter, daß die bio-historischen Prozesse nicht gesehen werden. Stattdessen werden wir mit sozioökonomischen (mechanistischen) und theologischen (mystischen) Analysen malträtiert.

Die Vergangenheit befruchten und die Zukunft zeugen – das sei mir Gegenwart! (Nietzsche)

Diskussionsforum 2010: eine Nachlese (Teil 2)

5. Juni 2015

Futjah wendet sich Anfang September 2010 direkt an mich, PN:

Deine Grundeinstellung wirkt auf mich sehr feindselig und VERurteilend.

Ich habe nichts gegen BEurteilungen, aber deine Abfälligkeit ist sehr auffällig.

Versteh mich nicht falsch, dafür möchte ich dich nicht verurteilen, finde es eher unheimlich verständlich, nur wenig hilfreich und damit unlebendig. Damit tust du dir selbst keinen Gefallen!

Ich hoffe du nimmst meine Kritik auf und verstehst, daß ich mich mit dir, dem „breitbeinig dastehenden Araber“ und allen anderen Menschen auf Augenhöhe fühle und ihnen nicht mehr ihre „Schwächen“ vorwerfe, die hat nämlich jeder auf seine Weise.

Botschaft Reichs ist für mich, daß jeder Mensch im Grunde gut bzw. lebendig ist. Was nicht bedeutet, daß ich mein Leben in die Hände anderer legen möchte und ihnen keine Grenzen bzgl. meiner Selbst aufzeigen werde.

Doch i.d.R. nicht ohne Verständnis für den anderen. Werte ich ihn ab, weil er angelblich mehr DOR und weniger Orgon ausstrahlt o.ä., so bin ich mehr „DOR-Verseucht“ als ich mir eingestehen möchte.

Ich hoffe bei dir ist nicht Orgon sowas wie Arier und DOR sowas wie Juden! Das Spiel hatten wir schon, bitte nicht nochmal! Auch wenn die Gefahr sehr groß ist wie man immer wieder mal sieht…

Klingt gut, worum es aber wirklich geht, scheint deutlich durch: die Angst davor, daß es mit dem „Gutsein“ des Menschen nicht sehr weit trägt und daß dies alptraumhafte Konsequenzen hat. „Reichianer“, größtenteils liberale Charaktere ohne jede Tiefe, können meist nicht begreifen, daß Christusmord eine Wasserscheide in Reichs Werk darstellt und Blütenträume über das Gute im Menschen, das man nur freilegen müsse, passé sind – das Böse real ist, keine bloße Oberflächenerscheinung. Ich verweise beispielsweise auf den Blogeintrag Verfilmungen von Reichs Buch CHRISTUSMORD.

Und was die abfällige Art von PN betrifft… Karl Klein wendet sich ebenfalls an mich:

Was die orgonomische Qualität ihrer Nachrichtenbriefe betrifft, möchte ich nur an einen Nachrichtenbrief erinnern, in dem sie ihre „Gegner“, hier Linke, ganz allgemein als „Kinderficker“ beschimpfen.

Ich antwortete damals: „Welchen? Wohl https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2015/05/13/kommunarden%C2%A0kinderficker/ Ich hätte noch ganz anders argumentieren können, insbesondere auf die Anfänge der GRÜNEN verweisen können.“

Was mich wirklich unermeßlich ankotzt, ist die Arroganz der Grünen: daß ausgerechnet dieses DRECKSPACK, diese schmierigen Sexkunde-Onkel und -Tanten, es wagt, die Katholische Kirche wegen deren Vergehen an Kindern anzuklagen. Und so in allem: daß diese „Israelkritiker“ überall „Nazis“ sehen, diese Vogelschredder („Windkraftanlagen“) es wagen, den Begriff „Umweltschutz“ in den Mund zu nehmen. Eine Partei, deren Klientel überwiegend von Steuergeldern lebt, „Ausbeutung“ anklagt. Leute, die „Bürgerrechte“ einklagen, aber gleichzeitig einen bürokratischen und Meinungsterror aufgebaut haben, der seinesgleichen sucht… Diese Pfaffen der Political Correctness hatten uns freie Rede versprochen. Niemand spielt virtuoser auf der Klaviatur der Schuldgefühle, denn die grünen ARSCHLÖCHER! Schluß, ich muß auf meine Herzgesundheit achtgeben.

Mal etwas Grundsätzliches über bestimmte Herrschaften: Jene, die sich in der Partei Die Grünen, im Umfeld der TAZ und nicht zuletzt im Reichianismus zusammengefunden haben, sind Menschen, die alles zerstören, mit dem sie in Kontakt kommen. In der DDR wurden die „Petra Kellys“ von der Stasi erbarmungslos verfolgt, während die Kommunisten freudig zuschauten, wie sie die westlichen Gesellschaften mit immer neuen Absurditäten unterminierten. Wären die Russen zum Atlantik durchmarschiert, wären „Die Grünen“ die ersten gewesen, die man an die Wand gestellt hätte. In dieser Hinsicht kann man von den Kommunisten nur lernen! Wenn die Orgonomie überleben soll, muß man diese Leute durch ständige Provokationen draußen halten. Es sind Zecken, nichts weiter als Zecken. Verpißt euch! Meinetwegen gendergerecht. Aber verpißt euch!

Robert zitiert folgende Stelle, die er hier gefunden hat:

An diesem Punkt möchte ich auf Deleuze und Guattari zu sprechen kommen. Im Anti-Ödipus schreiben sie an einer Stelle, die mir zentral erscheint: „So bleibt die grundlegende Frage der politischen Philosophie immer noch jene, die Spinoza zu stellen wußte und die Reich wieder entdeckt hat. Warum kämpfen die Menschen für ihre Knechtschaft, als ginge es um ihr Heil? Was veranlaßt einen zu schreien: ‚Noch mehr Steuern, noch weniger Brot‘?” Das ist eine sehr aktuelle Erscheinungsform von Askese, sie paart sich mit dem neuen, nicht-asketischen Gestus der Eliten.

Braungebrannte Sportwagenfahrer treten derzeit als politische Führer auf, die den Massen signalisieren, daß sie jetzt um ihre soziale Absicherung gebracht werden. Oder sie kündigen der Bevölkerung, wie der gegenwärtige Finanzminister es genannt hat, einen „Verlust von Annehmlichkeiten“ an. Wenn die Massen daraufhin nicht sagen, „Na gut, das müssen wir einsehen“, sondern statt dessen sogar noch rufen, „Hurra, endlich wird das Sozialsystem, werden die Gewerkschaften zerstört, die uns vor dem amoklaufenden internationalen Kapital vielleicht noch hätten schützen können“, dann zeigt sich hier ein offen einbekannter Hedonismus der politischen Führer mit einem eigenartigen asketischen Geist auf Seiten der Massen gepaart: Was der Führer an Nicht-Askese verkörpert, das verkörpern die Massen nun als asketische Haltung.

PN sagt dazu: So wird Reich für den Sozialismus dienstbar gemacht. Die Massen, die schließlich die Arbeitsdemokratie tragen, werden wie Kinder betrachtet, die geschützt werden müssen. (Bezeichnenderweise immer vor „denen da oben“, aber nie von „denen da unten“!)

Robert an anderer Stelle:

Reich in den Fängen der Stalinisten

In der Yale Universität existiert ein Dokument aus der Sowjetunion von 1936, bei der die meistgesuchten Trotzkisten aufgeführt werden. Folgender Eintrag ist dort zu finden:

10) OTTO KNOBEL (OTTO BRANT) [xxv] – ein ehemaliger Mitarbeiter des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands, der beim Internationalen Jugendverlag in Deutschland gearbeitet hatte und der 1933 ohne Zustimmung der Partei nach Paris emigrierte. [Ihm] wurde kein Status als politischer Emigrant zuerkannt. [Knobel] kehrte nach Deutschland zurück und emigrierte dann erneut. In Paris war [er] mit den Trotzkisten verbunden. [Er] zog, um zu arbeiten, nach Kopenhagen, wo er nicht mit der Partei verbunden war und keine Verbindungen mit der Gemeinde der Emigranten hatte. In Kopenhagen arbeitete [er] im Verlag von Wilhelm Reich [xxvi], der aus der KPD wegen Trotzkismus ausgeschlossen worden war. Ihm zufolge brach er mit Reich wegen persönlicher Differenzen. Einigen Parteigenossen zufolge ging er jedoch mit Reichs Zustimmung nach Berlin und ein Monat später, Ende 1935, kam er über Inturist in die Sowjetunion ohne Verbindungen und ohne Erlaubnis der Partei. Er stand Reich so nahe, daß er [Reichs] Briefe an Trotzki gelesen und sie sogar selbst abgeschickt hat.

Im April 1936 meldete die Kaderabteilung Knobels Vergangenheit an die zuständigen Organe. Seine letzte Adresse [war]: Hotel „Novomoskovskaia“.

[xxv] Otto Knobel (Brandt). Geboren 1908 in Schwerin, Deutschland, war seit 1929 Mitglied der KPD. Juni 1935 zog er in die UdSSR und unterrichtete an der deutschen „Karl-Liebknecht-Schule“ in Moskau. Er wurde am 1. Oktober 1936 verhaftet und am 22. Juni 1937 zu fünf Jahren in einem Arbeitslager verurteilt.

[xxvi] Wilhelm Reich (1897-1957). Ein Psychoanalytiker, spezialisiert auf Sexualprobleme und sexuelle Aufklärung, trat 1930 der KPD bei und wurde 1934 ausgeschlossen.

http://www.yale.edu/annals/Chase/Documents/doc20chapt4.htm#_edn25

Zu Knobel fand Robert noch folgenden Eintrag:

Knobel, Otto Ernst (alias Brand). Geb. 8.2.1908 in Schwerin. 1922-1928 Besuch der Karl-Marx-Aufbauschule in Neukölln, Freundschaft mir Bruno Krömke. Mitglied des SSB und Redaktionsmitglied der Zeitschrift Schulkampf. Seit 1927 Mitglied des KJVD, seit 1929 in der KPD, Redakteur der Zeitung Kommunistische Jugendinternationale. Fünf Semester an der Berliner Universität. 1935-1935 Emigration nach Frankreich und Dänemark, im Juni 1935 in die UdSSR. Im Sommer 1935 zeitweilige Arbeit am Moskauer Elektrotechnischen Institut für Nachrichtenwesen. Seit September 1935 Unterricht in der Karl-Liebknecht-Schule (Werken bzw. „Technologie“), seit September 1936 Klassenleiter und Biologielehrer, verantwortlich für das Biologiekabinett. Im Sommer 1936 einer der Leiter bei der Schulreise zum Sewan-See (Armenien). Am 1.10.1936 verhaftet, am 22.6.1937 zu 5 Jahren Arbeitslager verurteilt, vermutlich im Lager ums Leben gekommen. Rehabilitiert 9.3.1989.

Quelle: Natalja Mussienko, Alexander Vatlin: Schule der Träume. Die Karl-Liebknecht-Schule in Moskau (1924–1938), Klinkhardt Verlag 2005, S. 243

martincoldwar

Es geht um die Seele, nicht um den Geist!

20. Mai 2015

In Wachkomapatienten sind keine seelenlosen Körperhüllen! habe ich mich mit der von der Katholischen Kirche bekämpften modernen Kultur des Todes auseinandergesetzt, in der Leben und Leiden zu einem Störfaktor werden, die durch Abtreibung und Euthanasie zu beseitigen sind.

In dem besagten Blogeintrag beschäftigte ich mich insbesondere mit neuen Entdeckungen, die darauf hinweisen, daß man Wachkomapatienten zwar nicht auf „geistiger“ Ebene, dafür jedoch auf emotionaler erreichen kann. Das läßt sich mittels Magnetresonanztomographie nachweisen. Auch wenn sich Wachkomapatienten uns nicht mitteilen können und kein Bewußtsein ihrer selbst haben, emotional „sind sie da“!

Eine Studie von Justin Feinstein (University of Iowa, Iowa City) et al. hat mit Probanden, die unter ständigem Gedächtnisverlust litten, gezeigt, daß man immer noch Gefühle empfindet, nachdem deren Ursachen längst vergessen sind. Die Versuchsteilnehmer litten unter Verletzungen am Hippocampus, der für das Abspeichern von neuen Erfahrungen verantwortlich ist. Betroffene vergessen neue Erlebnisse gleich wieder.

Die Forscher zeigten ihnen jeweils einen kurzen Film, einer davon mit lustigen Inhalten, der andere mit trauriger Grundstimmung. Fünf bis zehn Minuten nach Filmende wurden die Versuchspersonen über Details befragt. Wie erwartet, erinnerten sich die Probanden kaum mehr an den Film (…). Bei einer Befragung nach dem Gedächtnistest zeigte sich aber, daß die Emotionen immer noch vorhanden waren, die die Probanden während des Films erlebt hatten. Bei zwei Patienten blieben die Gefühle sogar deutlich länger bestehen, als bei den Gesunden, die den Film noch präsent hatten.

Diese Befunde zeigen, daß ein liebe- und respektvoller Umgang mit Menschen, die unter stark eingeschränkten Geistesfunktionen leiden, etwa Alzheimer-Patienten, alles andere als „vergebliche Liebesmüh“ ist. Feinstein erläutert dazu:

Ein Besuch oder Anruf kann also bei Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind, anhaltende Freude auslösen – auch wenn sie den Besuch oder das Telefonat bereits wieder vergessen haben.

Im übrigen bestätigen die Forschungen Feinsteins Reichs psychotherapeutischen Ansatz, bei dem es, anders als bei der von der Psychoanalyse beeinflußten tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie und der kopflastigen kognitiv-behaviouralen Therapie, in erster Linie um die Befreiung der Emotionen geht. Sie sind weitaus fundamentaler als die „Psyche“ und machen den eigentlichen Wesenskern des Menschen aus. Sie machen uns zu liebesbedürftigen Menschen, auch wenn die höheren (d.h. oberflächlicheren) mentalen Funktionen weitgehend erloschen sind.

Emotionen haben primär gar nichts mit dem Gehirn zu tun, sondern sind unmittelbarer Ausdruck der Bewegung der Orgonenergie in einer geschlossenen Membran. Selbst Amöben spüren Lust (Expansion) und Angst (Kontraktion gegen die Expansion). Mit der Entwicklung einer Muskulatur tritt die Wut hinzu (expansive Bewegung der Energie in die Muskulatur hinein). Reich hat die Emotion Sehnsucht als Energiefluß definiert, der in den Brustbereich und die Arme geht. Unsere Sprache bringt die Verbindung zwischen Trauer, Sehnsucht und dem Herzbereich sehr klar zum Ausdruck.

Ich habe mich bereits mit Botox beschäftigt. Dieses Zeugs ist so bedeutsam, weil es viel über die muskuläre Panzerung sagt. Beispielsweise verschwinden Kopfschmerzen, wenn man die Gesichtsmuskulatur lahmlegt.

In Amerika machen sich konservative Kommentatoren häufig über die fast durchweg extrem linken „Reichen und Schönen“ (insbesondere in Hollywood) lustig, deren Markenzeichen mittlerweile jugendlich entspannte und gleichzeitig puppenhaft tote Gesichter sind: offensichtlich sei das Botox auf ihr Gehirn geschlagen.

Neuere Forschungen zeigen, daß das tatsächlich passiert. Botox setzt die kognitiven Funktionen herab, insbesondere das Sprachverständnis.

Ein Team um David Havas von der Universität Wisconsin-Madison habe 20 Frauen vor und nach einer Botox-Behandlung einem Sprachtest unterzogen. Nach der Therapie benötigten die Frauen eine Sekunde länger, um etwa folgenden Satz zu verstehen: „Sie verabschieden sich von einem guten Freund, den sie nie wieder sehen werden.“
Eine Sekunde Verzögerung klinge zwar nicht besonders lang, sagte Havas laut Magazin, sie genüge aber, um gewisse emotionale Schwingungen in einem Gespräch nicht mitzubekommen. Nach Vermutungen der Forscher benötigt das Gehirn ein Feedback der Gesichtsmuskeln, um Emotionen steuern zu können.

Jeder, der die Orgontherapie aus eigener Erfahrung kennt, weiß, daß Emotionen Ausdruck unseres gesamten Körpers sind. Botox und geradezu tragikomische Sätze wie „Nach Vermutungen der Forscher benötigt das Gehirn ein Feedback der Gesichtsmuskeln, um Emotionen steuern zu können“ – zeigen, wie weit wir auf dem Weg fortgeschritten sind, zu seelenlosen Barbiepuppen zu werden.