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Reich, die Kennedys, King, Benno Ohnesorg und Moskau

15. Juni 2017

Je älter ich werde, desto mehr bin ich von der soziopolitischen Charakterologie überzeugt, die Elsworth F. Baker in Der Mensch in der Falle dargelegt hat. Und ich werde zunehmend zorniger, wenn diese mit rein politischen oder „verschwörungstheoretischen“ Argumenten beiseite gewischt bzw. zu einem Nichts relativiert wird.

Verschwörungstheorien, etwa über die „Illuminati“, sind Produkt des hilflosen kleinen Mannes, der zwar irgendwie spürt, daß hinter dem Weltgeschehen eine bioenergetisch und charakterologisch bestimmte „Macht“ steckt, die von Reich, Baker und Konia erstmals beschrieben wurde, doch kann er aufgrund seiner emotionalen Panzerung mit diesen Ahnungen nicht recht umgehen und setzt sie kurzschlußartig in irgendwelche wirren Verschwörungstheorien um, die er mit immer mehr angelesenem angeblichen Fachwissen untermauert.

Es hat zahllose Theorien darüber gegeben, wer John F. Kennedy umgebracht hat. Die meisten dieser Theorien beruhten auf dem Unverständnis von Laien, die beispielsweise nicht wissen, daß bei Schußverletzungen die Austrittswunde um vieles größer ist als die Eintrittswunde und daß ein Kopf nach hinten fliegt, wenn von hinten in ihn hineingeschoßen wird und die Kugel vorne wieder austritt. Auch konnten sie nicht verstehen, daß eine einzelne Kugel mehrere Menschen verletzen kann und dabei einen Zickzackkurs verfolgt. Zum Glück kann man heute solche Dinge in der Computergraphik simulieren, so daß jeder sehen kann, daß das scheinbar Unmögliche, eine „magic bullet“, eben doch möglich ist und angebliche „Widersprüche“ gar keine sind, wenn man den Sachverhalt mit Fachwissen betrachtet. (Genau dasselbe läßt sich zu den idiotischen Verschwörungstheorien über den 11. September sagen!)

Oswald konnte am 22. November 1963 der einzige Schütze gewesen sein. Oswald war zweifellos aktiver Kommunist und seine Verbindungen zu Kuba waren eindeutig. Die Behauptung ist demnach alles andere als abwegig, daß Kennedy vom langen Arm des KGB ermordet wurde. Das Motiv ist offensichtlich: man bringt eine gemäßigt linke Hoffnungsfigur um, um die Linke weiter nach links zu treiben. Und es hat hervorragend funktioniert. Viele Amerikaner sind bis heute überzeugt, daß Kennedy vom CIA und „Nazis“ ermordet wurde. Man sehe sich nur mal Oliver Stones idiotischen Film JFK an!

Es folgte am 4. April 1968 die Ermordung von Martin Luther King, der in der letzten Periode seines Lebens immer weiter nach links gedriftet war und anfing, gegen den Vietnam-Krieg und das Wirtschaftssystem der USA zu wettern. Die Umstände seines Todes waren mehr als fragwürdig. Verschwörungstheoretiker gehen davon aus, daß er nicht von einem rassistischen Einzeltäter, sondern von einer großangelegten Verschwörung weißer Rassisten, vielleicht sogar vom FBI (J. Edgar Hoover) ermordet worden war.

Es gibt ein Detail in der Geschichte, das nicht recht ins Bild passen will. Der vermeintliche Attentäter James Earl Ray wurde nach eigener Aussage von einem angeblichen Waffenschmuggler namens „Raoul“ angewiesen, eine Waffe zu kaufen und in jenes Hotel in Memphis zu bringen, von dem aus King erschossen wurde. Welcher amerikanische weiße Rassist würde sich „Raoul“ nennen?! Heute ist Raúl Castro Staatschef Kubas. Es ist gut möglich, daß kubanische Agenten den Vornamen des damaligen Chefs des kubanischen Geheimdienstes verwendet haben.

Robert Kennedy wurde am 6. Juni 1968 von dem christlichen Palästinenser Sirhan B. Sirhan ermordet. In den darauffolgenden Jahren plante die PLO und die Drahtzieher vom KGB, die hinter der PLO standen, Sirhan durch die Entführung amerikanischer Diplomaten freizupressen.

Der Student Benno Ohnesorg wurde nicht von dem durch die rechte Springer-Presse fanatisierten „Nazi“ Karl-Heinz Kurras, sondern von dem Stasi-Agenten Karl-Heinz Kurras ermordet.

Das Neue Deutschland berichtete am 5. Juni 1967 über den „antidemokratischen Polizeiterror“ im Westen:

Dieser tödliche Schuß war nicht Notwehr, und es war kein unglücklicher Zufall. Auf diesen Höhepunkt des politischen Terrors war die Hetze der Springer-Presse seit Wochen angelegt.

Es ist sinnlos bei diesen vier traurigen Morden jeweils groß ins Detail zu gehen. Ich möchte mich nicht in die Reihe der erwähnten Verschwörungstheoretiker einreihen, die sich von einer Abstrusität in die nächste hangeln. Immerhin zeichnet sich ein Szenario ab, das klassischem leninistischen Macht-Zynismus entspricht:

Schaffe linke Märtyrer, indem du linke Gallionsfiguren, die nach der Machtergreifung eh als erste vor den Erschießungskommandos der Tscheka landen würden, ermorden läßt und schiebe diese Taten den Stützen des Regimes zu. Du beseitigst so unsichere, da idealistische Kantonisten im eigenen Lager und deslegitimierst das feindliche Lager. Die Rebellionen und Aufstände, die Folge dieser Morde sein werden, machen die „inneren Widersprüche“ des feindlichen Lagers deutlich und könnten sogar Initialzündung für Aufstände sein, die Wegmarken auf dem Weg zur Weltrevolution sein können. Die Ermordeten waren stets Linke, die, wie etwa der Republikaner (sic!) King, Moskau potentiell mehr Probleme machen konnten als jeder Rechtskonservative.

Die Linke und beispielsweise die Wahl von Obama sind ohne die vorangegangenen Morde kaum vorstellbar!

Blogeinträge April 2010

15. Juli 2016

Im April 2010 stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz, auf die hier erneut hingewiesen wird, damit sie nicht verlorengehen:

Blogeinträge April 2010

  • Was ist falsch daran, die gleichgeschlechtliche Ehe zu legalisieren?
  • Was ist ein Psychopath und wie entsteht er?
  • Warum wird Amerika zunehmend gehaßt?
  • Haben Shows wie „Hannah Montana“ einen schlechten Einfluß auf Kinder?
  • Ist es falsch Kindern einen Schnuller zu geben?
  • Warum Hirnleistungstraining nicht funktioniert
  • Der Ursprung des Konflikts zwischen Links und Rechts
  • Was Rush Limbaugh wissen sollte

 

 
Zu „Was ist ein Psychopath und wie entsteht er?“ schrieb Robert 2012: Ich frage mich immer, ob diese „sexuelle Revolution“ nicht auch indirekt durch Reichs Bücher entstanden ist.

Darauf Peter: Reich hat sich tierisch über die Rezeption seines Werkes bei den „Beatniks“ aufgeregt.

Robert: Es gibt allerdings einen Schwachpunkt in Konias Theorie. Die sozialistischen Länder waren alle autoritären Gesellschaften und demgemäß müssen die Menschen dort gesünder gewesen sein. Zumindest in der DDR waren die Frauen orgastisch potenter wie in der BRD.

„Warum wird Amerika zunehmend gehaßt?“

Peter schrieb 2012: Zu den Türken in Deutschland eine interessante sexualökonomische Analyse: Es geht nicht um Kultur und nicht um Religion. Es geht, davon ist Güner Yasemin Balci überzeugt, im Grunde um nichts anderes als Sex.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.tuerkische-literatur-in-stuttgart-zurueck-in-die-steinzeit.87a85372-866f-4ce1-82b7-a6e66478015c.html

Darauf Robert: Die Ehre der Familie ist auch was Sexuelles, nämlich die Jungfräulichkeit der Tochter und damit wären wir beim „Einbruch der sexuellen Zwangsmoral“. Und der ganze Islam besteht aus Vergewaltigung und Besitz der Frau und ist im Kern auch wieder sexuell. http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/11/463158/sexuelle-gewalt-gegen-frauen-faelle-in-der-tuerkei-sind-dramatisch-angestiegen/

O.: Je gebildeter türkische Familien, eben auch Männer sind, desto weniger herrschen „türkische Zustände wie in der „Steinzeit““, wie wir sie kennen und uns immer vorstellen. Uns fällt immer nur der „soziale Abschaum“ auf, der in der Türkei nichts geworden ist und zu uns kommt. Gebildetere Türken schämen sich genauso dafür.
Und dennoch ist das konservative „Familienglück“ auch noch in ihren Adern.
Mich stört der einseitige feministische Ansatz, Männer sollten gestärkt werden, wenn sie in ihrer Kultur etwas verändern wollen: gutes Beispiel, türkische Männer unterstützen sich gegenseitig in einem Verein, dass sie ihre Frauen und Kinder nicht prügeln.
Aber sicherlich muss da viel mehr passieren. Mehr Geld für Sozialarbeiter und Jugendhilfe. Und vor allem Ausbildung und Jobs, das, was die Globalisierung kaputt macht.

Darauf Robert: Das muss mit Bildung gar nichts zu tun haben, sondern kann auch mit einer festen religiösen Überzeugung zusammentreffen:

Der menschenverachtende Aufruf an unsere Politik, auch die Beschneidung von Mädchen aus religiösen Gründen zuzulassen, zeigt, dass die primitive Praxis der Genitalverstümmelung nichts mit mangelnder Aufklärung, geringer Bildung oder schlechter sozialer Lage zu tun hat. Der Aufruf des eloquenten und weltgewandten ägyptischen Professors ist vielmehr ein Beleg dafür, dass Genitalverstümmelung auch von gebildeten Eliten, die rückständigen Ideologien anhängen, gefördert wird.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/irre-professor-fordert-genitalverstuemmelung-von-maedchen.html

O.: „Warum wird Amerika zunehmend gehasst?“
Was für eine Frage? Amerikaner fühlen sich wohl immer schon per se gehasst und möchten doch nur geliebt werden.
Sharaf kam einmal auf mich zu und sagte: You hate me? Because I am jewish. – Äh, ich wusste nicht dass er jüdisch war und habe mir überhaupt keinen Gedanken gemacht.
Konia meint, dass Authoritäten per se gehasst werden, weil die „sexuelle Revolution“ ab den 50-ern jeden Respekt vor Authoritäten hat verblassen lassen.
Die plakative These ist schon sehr undiffernziert, Respekt bekommen „natürliche Authoritäten“, andere dürfen wohl keinen mehr erwarten, die Zeiten sind wohl wirklich vorbei.
Wobei den Kindern immer noch die Angst vor „Authoritäten“ beigebracht wird. Insbesondere haben Kinder Angst und Panik vor Alkoholikern, Drogenabhängigen, Polizisten oder TV-Stars, da diese für unberechenbar oder gewalttätig gehalten werden.
Konia meint wohl Amerika würde als Land eine Authorität darstellen müssen, die Respekt verdienen würde.
Aber vielleicht assoziiert man mit Amerika auch eher die Vernichtung der Ur-Amerikaner, Hiroshima, Nagasaki, Vietnam, Zerstörung des Irak, Hollywood, Kennedy, kalter Krieg, Nato-Doppelbeschluss und jubelt trotzdem Obama zu als er noch kein Präsident war und niemand wußte, dass sein Vater bei der CIA war.

Darauf Robert: Konia zählt nur die irrationalen, unbewußten Motive der USA-Gegnerschaft auf, aber es gibt auch eine rationale, faktenbasierte Grundlage, die brutale Außenpolitik abzulehnen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass man die USA hasst, sondern nur das Verhalten einer politischen Clique, die die Herrschaft aktuell inne hat.

Peter: Nichts, wirklich nichts wird die 9/11-Idioten jemals überzeugen! Man kann ihnen alles erklären – sie werden immer neue „Ungereimtheiten“ entdecken. Vollkommen hoffnungslos, weil es kein Problem der äußeren Realität ist, sondern eines der inneren: die chrakterstrukturelle Verformung aller Menschen, die sich der antiautoritären Gesellschaft nicht entziehen können.

Peter: Heute abend im Fernsehen WOLFERINE. Wieder ein Beispiel, wie der Antiamerikanismus aus Hollywood kommt. Hier geht es um unmenschliche Machenschaften des vollkommen entmenschten US-Militärs. Eine Bevölkerung die ständig (jeden Tag mindestens ein Film mit dieser Tendenz!) dermaßen indoktriniert wird, muß bei Ereignissen wie dem 11. September vollkommen automatisch an „It was an inside job!“ denken.
Das geht so seit 40 Jahren so, als etwa US-Western grundsätzlich Parabeln über den Vietnam-Krieg waren. Vielleicht die größte Massenindoktrination der Weltgeschichte.
Die massenpsychologischen Hintergründe erklärt Konia.

Klaus: Kann mir jemand kurz erklären, was genau Henry Kissinger vorgeworfen wird und warum manche ihn für einen Kriegverbrecher halten? ich finde in erster Linie Um-den-heißen-Brei-Gerede.

Peter: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Akte_Kissinger

Es wird gerne vergessen, daß zwischen etwa 1947 und 1989 der Dritte Weltkrieg wütete. Es mußten ständig „realpolitische“ Entscheidungen getroffen werden, die fast immer darauf hinausliefen, ob man, was weiß ich, beispielsweise 200 Menschenleben opfert, um WAHRSCHEINLICH 200 000 Menschenleben zu retten. Es müssen Entscheidungen getroffen werden, wie die, ob man dem größten Massenmörder der Weltgeschichte (Mao) die Hand reicht, um so einen Atomkrieg zwischen den Großmächten ein Stück unwahrscheinlicher zu machen.
Jimmy Carter wollte mit seiner betont nicht realpolitischen Ausrichtung alles besser machen: er und niemand sonst hat die iranische Revolution, den Islamismus und Zimbabwe zu verantworten.

Darauf Klaus: OK, es geht also um mehrere Aktivitäten, die jener Hitchens genauso allen anderen Beteiligten vorwerfen dürfte.
„ständig ‚realpolitische‘ Entscheidungen getroffen werden, die fast immer darauf hinausliefen, ob man, was weiß ich, beispielsweise 200 Menschenleben opfert, um WAHRSCHEINLICH 200 000 Menschenleben zu retten.“
Das Dilemma sehe ich durchaus seit Langem und entspricht einem dümmlichen Pazifismus, der bekanntlich kaum zu rechtfertigen ist. Fragwürdig wird es nur, wenn man die Gefahr und die Erfolgsaussicht solcher Aktionen nicht richtig einschätzt, und vom Einschätzen hängt ja eine Menge ab. Was Pinochet angeht, hörte ich immer wieder von blutigsten Folter – bzw. Hinrichtungsorgien (Stadion Santiago); Viatnam My Lai; u. Ä., worauf natürlich die Linken dauernd herumgeritten haben, während sie zu gleich blind für die roten Verbrechen waren. Es bleibt schwierig …
Ich nehme an, dass Kissinger auch durch seine Kindheit (13 Verwandte ermordet) ‚realpolitisch‘ geprägt war.

Und weiter 2016: Die USA unterstützen die Taliban wegen ihrer anti-iranischen Einstellung und in der Hoffnung, diese würden das Land einigen und den Bürgerkrieg beenden, was die Region sehr viel stabiler machen würde.“
Wieder etwas mehr oder weniger weit Hergeholtes; der Vorstellung, in ihrem Land finde ein Stellvertreterkrieg statt, hängen auch einige Afghanen in Deutschland an. Gibt es klarere Hinweise darauf? Oder sind nicht Sachverhalte, die Charakter und Mentalität betreffen, ausreichend?

Peter 2015 zu „Haben Shows wie ‚Hannah Montana: einen schlechten Einfluß auf Kinder?“

The impact of scary TV on children’s wellbeing has been overstated, according to University of Sussex psychologists.
While research has shown that a small minority of children can have extreme reactions to a scary programme or film, the researchers found that, overall, children show very little sign of increased anxiety, fear, sadness or sleep.
problems.
http://www.sussex.ac.uk/broadcast/read/30650

O. 2012 zu „Ist es falsch Kindern einen Schnuller zu geben?”
Die dahinter stehende Diskussion ist, ob Kinder frühzeitig abgestillt werden sollten oder nicht. Wenn man einen Rat geben will, dann ist es besser nicht abzustillen! Das Kind weiß selbst, wann es nach Jahren abstillen möchte. Es geht hierbei nicht nur um Ernährung, die Muttermilch, die viele wichtige Stoffe liefert, sondern vor allem um den energetischen Kontakt, die auch erregenden Sensationen, die die Mutter zu lassen kann (oder nicht).
Wenn eine Mutter dies nicht erträgt, dann stillt sie nicht, einen „orgonomischen“ Zwang hierzu gibt es nicht, und sie wird die Flasche geben.
Der Ernährungsaspekt muss gesondert diskutiert werden. Wer nicht stillt, gibt Aletebrei und die Hipp-Gläschen, gestillte Kleinkinder bekommen dies viel später und nur als Ergänzung zur Muttermilch.
Nestle freut sich über jedes Kind, das nicht mehr gestillt wird. Warum dürfte klar sein.
Als Faustregel, die auch nirgendwo veröffentlicht wurde, können Kinder durch aus bis zur ersten Klasse gestillt werden, wobei es in den letzten Jahren eher um den beruhigenden Aspekt geht.
So und jetzt zum Schnuller. Es kommt auf das Stillen an. Wenn jemand nicht stillt, dann wird dem Kind ein Schnuller angeboten oder auch aufgedrängt, letzteres ist furchtbar. Auch gestillte Kleinkinder werden mal den Schnuller ausprobieren wollen, um zu wissen wie es ist. Dann sollte man auch auf den richtigen achten, der im Plastik nicht irgendwelche Schadstoffe hat.
Zusammenhänge zwischen Schnuller (und Nicht-Schnuller) zu Medienkonsum etc. sind wissenschaftlich nicht untersucht oder belegt, behaupte ich bis mir eine solche Untersuchung vorliegt. Es gehört in den Bereich der plausiblen Mythen, wie bei Navarro, die Idee, dass Kopfpanzerung mit Haarausfall bei Männern zusammenhängen würde.
Was aber anzunehmen ist, sind früh abgestillte Personen oral frustriert worden sind, was für die Psychotherapie insofern später von Bedeutung ist, dass Depressionen und depressive Reaktionen hier ihren Ursprung haben. Da man das später auch nicht mehr ändern kann, man könnte hier einen Schnuller zum therpeutischen Einsatz bringen, ist es nur für die Entwicklungspsychologie von Relevanz und für die Aufklärung der Mütter. Die emotionale Bedürftigkeit des Patienten kommt in der Körpertherapie deutlich zu Tage, hoffen wir, dass eine Therapeut damit umgehen kann und nicht selbst oral frustriert wurde. Die Verhaltenstherapie hat hierfür keinen Sinn und ignoriert dies, da es auch zu sehr an Freud (und Reich) erinnert.

Klaus sagte 2012 zu „Antworten zu “Warum Hirnleistungstraining nicht funktioniert“: Eine Tante von mir, deren einziges geistiges ‚Interesse’ in ihren letzten Jahren zu Hause darin bestand, Kreuzworträtsel zu ‚lösen’, hat Alzheimer.
Eine weitere Verwandte beschäftigt sich mit Sudoku und glaubt, dadurch ihr Gehirn …
Hüther nervt zwar, aber der nette Liebling der linksliberalen Bildungsesos hat hier sicher Recht:
„Das menschliche Hirn sei kein Ablageort für möglichst viel Wissen, da seien Bibliotheken und das Internet viel besser geeignet. Laut Hüther müsse das Hirn vorrangig dazu benutzt werden, um mit dem verfügbaren Wissen kreativ umzugehen und es richtig zu vernetzen. Denn wenn jemand eine Aufgabe mit Interesse und Begeisterung angehe, würden -auch in reiferen Jahren des Erwachsenseins- tiefer liegende Nervenareale des Gehirns dazu angeregt, neue Verknüpfungen zu bilden, die letztlich neue Ideen und Erkenntnisse ermöglichten, so Hüther weiter. Der „Dünger“ für diese erweiterten Hirnaktivitäten sei eigenes Interesse und echte Begeisterung für ein Thema und keinesfalls Leistungsdruck und Stress. In diesem Zusammenhang kritisiert der Professor auch das von vielen engagierten Eltern forcierte frühkindliche Lernen mit zahllosen Angeboten: Kinder, die dauernd etwas angeboten bekommen, lernten vielleicht, viel zu konsumieren; ihre eigene Neugier, Entdeckungsfreude und Kreativität würden auf diesem Weg jedoch nur unzureichend gefördert.“ (http://www.ihre-gesundheit.tv/medical-news/begeisterung-und-kreativitaet-sind-dunger-fuer%C2%B4s-gehirn/)
Vernetzen blabla … OK, aber vor allem: Begeisterung für Themen

Peter: http://www.zdnet.com/article/qa-new-evidence-shows-brain-training-games-dont-work/
New evidence shows brain-training games don’t work
New evidence fails to replicate the very study upon which the brain-training game industry depends
Es geht mal wieder um sehr viel Geld!

Robert: Hirntraining, zB Lernen, bringt durchaus etwas. Das kann man heutzutage sogar bildlich im CTG messen. Nur Lernen mit dem Computer bringt bei Minderjährigen nichts. Siehe Manfred Spitzer, Digitale Demenz.

Klaus: “ bringt durchaus etwas. Das kann man heutzutage sogar bildlich im CTG messen“ Dann kommt es darauf an, WAS es ggf. bringt und WAS gemessen wird. In dem smartplanet-Link wird auf Gedächtnisleistungen Bezug genommmen. Menschen können Alzheimer haben und sich dabei (je nach Stadium) an vieles detailliert erinnern und z. B. perfekt beim Mensch-ärgere-dich-nicht abzählen; das alles allerdings ohne das geringste erkennbare Interesse und ohne jegliche ‚innere‘ Beteiligung.

Und weiter: Ich meinte natürlich: in dem mir bekannten Fall ohne für MICH erkennbare ‚innere‘ Beteiligung. Es ist erstaunlich, wie hingegen Naomi Feil Kontakt herzustellen vermag (Beispiele bei Youtube). Das ist allerdings eine Sache, die wohl besondere Kompetenzen erfordert.

2015 schrieb Peter:

„Bike heißt Fahrrad… Apple = Apfel“… Statt Vokabeln nur stumpf zu wiederholen, sollten Schüler beim Lernen mehr Sinne ansprechen, sagen deutsche Forscher. Ihrer Studie zufolge prägen sich Vokabeln besser ein, wenn man gleichzeitig passende Bilder betrachtet, aber vor allem, wenn man sie durch eine Geste ausdrückt. Die Devise heißt also: Denk an den Begriff und steig auf das virtuelle Fahrrad oder beiß in den imaginären Apfel! Der Effekt dieser Strategie lässt sich sogar an der Aktivität des Gehirns erkennen.

http://www.wissenschaft.de/leben-umwelt/hirnforschung/-/journal_content/56/12054/5711178/Beweg-dich!-Gesten-pr%C3%A4gen-Vokabeln-ein/

Und weiter: In letzter Zeit häufen sich Belege in internationalen Studien, daß sich das Risiko, an Demenzen und Depressionen zu erkranken, insbesondere durch sportliche Betätigung signifikant verringern läßt. Noch gibt es für diesen Effekt keine schlüssige neurophysiologische Erklärung. http://www.assmann-stiftung.de/bestimmte-nervenzellen-erneuern-sich-ein-menschenleben-lang/

Klaus zu „Der Ursprung des Konflikts zwischen Links und Rechts“: „[…] keine Art von politischem Aktionismus […]“
Und es ist gerade Aktionismus, der Linke so sehr prägt: „Bist du aktiv? Was tust du gegen …?“
„[…] Verheißung von Freiheit, Glück […]“, die vielleicht auch darin einen Ausdruck findet, dass so viele der Szene sich mehr oder weniger als Künstler darstellen.
In dieser Gegend habe ich mal gewohnt, und es ist erstaunlich, wie prall gefüllt sie von ‚Künstlern’ sein soll:
http://klausenerplatz.de/online/kunst-und-kultur/kuenstler.html

O.: Nun unter „Szene“ hätte ich was anderes verstanden, jene künstlichen Kunstprodukte, deren Kunst so überflüssig ist, dass es einen wundert, dass es hierfür einen Markt geben soll.
Die hier aufgeführten Kiezkünstler – über Geschmack lässt sich streiten – haben keine MediaSpree hinter sich, keine „Universal Music“, sondern versuchen sich als Hobbykünstler, was doch einfach nur toll ist, dass jeder nach seinen Marotten sich zeigt. Sie bereichern, wenn man es mag, die sozialen Kontakte im Kiez.
Das ist besser als vor der Glotze DSDSS zu schauen.

Klaus: Tja, über diese Sachen, die man so von der Straße aus betrachtet, lässt sich schwer argumentieren – ähnlich wie Theoretisieren über Rechts und Links in der Politik mit Bezug auf ‚Kern‘ und ‚Schichten‘ recht schnell beliebig wird. Am Ende berufe ich mich innerlich wohl doch wieder auf persönliche Eindrücke. Das harte Argument erfordert Theorie auf der Basis klinischer Daten; und da ist man wieder bei den wissenschaftstheoretischen Debatten z. B. über Funktionalismus (das gefiel mir mit Jonas ganz gut).

Klaus: Wenn es einfach nur um Marotten ginge, ok. Marotten sind beispielsweise, wenn Egon jeden Nachmittag um vier Uhr vier Pralinen isst, und das aus Prinzip.
Für mich ist aber recht deutlich, dass die ‚Szene’ z. B. Folgendes praktiziert und zelebriert:
– Kunst = Selbstverwirklichung
– Nichts ist ganz ernst zu nehmen, jeder hat seine eigenen ‚Wahrheiten’
– Nur eins ist sicher: ‚Faschos’ sind böse und gehören weg
Auf einer derartigen Grundlage kann ich mich über nichts ernsthaft unterhalten; man teilt ja nichts. Da bleibt nur noch Selbstverliebtheit mit Stil.
Bin froh, aus Berlin raus zu sein, nun schon einige Jahre.
Und das (oben) nun etwas mit ‚Kern’ und ‚Schichten’ zu tun hat?

O.: Das Problem ist der gepanzerte Mensch … (Konia), sonst würde nach jeder Wahl spätestens nach 2-4 Wochen der Präsident als Gangster am Baum vor dem weißen Haus aufgenüpft werden.
Nachdem die „Konservativen“ (nehmen wir mal diese freundliche Umschreibung an) die Karre an die Wand gefahren haben, KZ mit Folter errichtet haben, was „Konservative“ so lange nicht stört, bis sie selber drin sitzen oder versuchten den harten Cowboy raushängen zu lassen und einen Atomkrieg riskieren oder provozieren mit der dümmlichen Vorstellung, Amerika wird von Gott geschützt oder dem SDI, oder der Patriot II Abwehrrakete und dem AWACS, in frühere Zeit „Neger“ und „Kommunisten“ zu jagen, kein Gesundheitssystem (für alle) zu haben etc. – kommt dann mal ein sogenannter „linker“ Liberaler dran, der die Freiheit verspricht, von der unter den Konservativen nichts übrig geblieben ist (außer für sich selber). Alle Hoffnung liegt auf ihm, eine völlig übersteigerte Hoffnung. Kennedy wurde dann mal eben von einem „Einzeltäter“ von allen Seiten durchlöchert, ein Vorgang, der nie einem Konservativen passierte.
Wilson, den kenn ich gar nicht. Also weiter mit Obama, der den Frieden vom Himmel verspricht und Revolutionen im Ausland lobt (Prag), solange sie nicht gegen Amerika gerichtet sind, er verkörpert auch die neue Hoffnung und Freiheit, die die Konservativen erdrückt und erstickt haben. Es ist der Ausdruck des gepanzerten Menschen, der diese Hoffnung nun will. Kein weiterer Konservativer hätte bestehen können, weil das Volk eben nicht mehr eine „konservative“ Regierung ausgehalten hätte. Obama verhinderte den Umsturz durch das Volk, er hielt seine Versprechen nicht, aber er war die bessere Wahl als zurück zur Bush/Reagan und Co. Regierung.
Nun dass Obama kein Linker ist, muss wohl als Staatgeheimnis aufrecht erhalten werden. Er rettet die Regierung und das demokratische Einparteiensystem zweier gleichgesinnter Fraktionen in die nächste Phase der Konservativen.
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Kaum wird es einen wundern, in D läuft dasselbe Spiel. Hat es die CDU mit allem übertreiben, darf sie pausieren und die SPD führt die Geschäfte in gleicher Manier weiter, doch die Arbeiter und Linken sind zufrieden und hoffen auf ein wenig mehr Freiheit, jedoch werden die „Antiterror und Überwachungsgesetze“ und „Notstandsgesetze“ (für einen Bügeraufstand) durchgesetzt, die unter der CDU nur Widerstand in der Bevölkerung hervorrufen würden. In diesem Sinne sind die „linken“ (und Grünen und FDP usw.) der verlängerte Arm des Teufels.
Wie die „demokratische“ Rückholung der Macht aussieht, weiß man, seit dem Rücktritt von Willy Brandt und dem anschließdenen Putsch von Kohl gegen Schmidt („konstruktiver Misstrauenantrag“ oder so) und Schröder bekommt einen fetten Posten und hebt Merkel in großer Koalition auf den Thron.
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Dann lass ich mich noch hinreißen ein paar Worte zu den „Rotfront-Kapitalisten“ zu sagen, die früher aus Moskau finanziert wurden, was die CDU wusste (der man ja kein Wort glauben kann) und wohl sich als solches herausstellte, als die Zahlungen eingestellt wurden. Doch fand sich leicht für „Linke“ eine neue Investorin, US-Fonds aus schwarzen Kassen. Nun finanziell besser ausgestattet, halten sie keinem festeren Blick mehr stand, der ihr schlechtes Gewissen enttarnt.
Spricht man sie auf Reich an, warum sie diesen nicht in ihren roten Buchläden verkaufen, erntet man misstrauische Blicke, mehr oder weniger offene Ablehnung, insbesondere wo sie jetzt so schön angepasst und konservative Mainstreamwissenschaften vertreten. (Hiervon sind die Grünen genauso betroffen).
Ich sehe keinen Konflikt zwischen rechts und „links“ – alle passen schön zusammen und spielen ihre Rollen.

Claus 2015: Konia:
„Die Ideologie des echten Liberalen wird bestimmt durch und ist Ausdruck der zugrundeliegenden menschlichen Hoffnung auf die Verheißung von Freiheit, Glück und dem Wunsch nach sozialen Verbesserungen, während die Ideologie des echten Konservativen von der Überzeugung bestimmt wird, daß diese angestrebten Zustände, sofern sie denn überhaupt realistisch sind, praktisch nicht, vorsichtig ausgedrückt, über das hinaus zu verwirklichen sind, was die Menschen in Amerika ohnehin schon haben.“
Könnte man sagen:
Konservativ zu sein, heißt, etwas als natürlich zu akzeptieren; also: bewahren
Links und linksliberal zu sein, heißt, nicht etwas als natürlich zu akzeptieren, und stattdessen, bestimmen (z.B. mitbestimmen) zu wollen
Ein Beispiel des linken Denkens ist das Gender Mainstreaming und auch schon die Gleichstellungspolitik, sofern sie Ungleichheit nicht akzeptiert, sondern als ungerecht abzuschaffen versucht.

Darauf Peter: Generell ist es ein Gegensatz von unten und oben:
# Konservative fühlen aus dem Bauch heraus, Liberale (Linke) denken zerebral „differenziert“.
# Konservative leben aus den „unten“ gelegenen Schichten der Vergangenheit heraus, Liberale orientieren sich an den zukünftigen („obigen“) Möglichkeiten.
# Konservative orientieren sich an den wenigen tieferliegenden Funktionsprinzipien, die Liberalen an den oberflächlicheren zahllosen Funktionsvarianten.
# Konservative resignieren („Es war immer so und wird immer so bleiben!“), während Liberale „expandieren“ voller Hoffnung in die Zukunft hinein.
# der Konservative werkelt stumm auf der Stelle, er ist der geborene Tüftler, während der Liberale typischerweise Handel betreibt und dabei redet und redet und redet.
# die Unterschicht ist imgrunde konservativ, die Oberschicht imgrunde liberal.

Claus antwortet: oben – unten ; mmh, wäre wohl ein wenig zu klären.
Auf das reichianische Lob der Bildhaftigkeit möchte ich mich nicht allzu sehr (allenfalls vorübergehend) einlassen.
„Konservative orientieren sich an den wenigen tieferliegenden Funktionsprinzipien, die Liberalen an den oberflächlicheren zahllosen Funktionsvarianten.“ Ja. Übrigens landet neuere begriffliche Behandlung von Naturgesetzen bei David Armstrong und Brian Ellis bei folgenden Merkmalen:
Es sind Allimplikationen („Alle F sind G“), die
notwendig (wenn auch nicht logisch, also aus semantischen Gründen, notwendig), daher auch kontrafaktisch (also auch „Wenn a F wäre, wäre a G“),
und
a posteriori (also so, dass es Erfahrungen bedarf, um sie zu erkennen)
sind.
Das hat sicher mit ‚Funktionsprinzipien‘ zu tun (wohlgemerkt: Das heißt nicht, dass WR daran gedacht hat; das Thema Reich-Talmudismus gab’s hier ja schon mal.)
http://www.cicero.de/salon/politisch-korrekt-oder-die-kultivierung-des-misstrauens/53946
„Die inhaltliche Leere des Konservatismus äußert sich gerade darin, dass entweder politisch korrekte Gepflogenheiten übernommen werden oder aber das Aufbegehren gegen ‚PC‘ verschwörungstheoretische Formen annimmt, ohne dass offensiv für eigene Positionen argumentiert und gestritten wird. Dies wohl, weil es einfacher ist, die Verlogenheit der ‚Anderen‘ anzuprangern, als sich mit dem Zerfall der traditionellen Moral auseinanderzusetzen.“
Man merkt, dass es wichtig wird, „konservativ“ nicht bloß als Festhalten an etwas Altem zu beschreiben, sondern eher als Glauben an dauerhaft Zutreffendes.

Peter: „Die inhaltliche Leere des Konservatismus…“ – Der Konservative ist nicht „politikfähig“, da Politik per se links ist.
Gerade im ARD-Presseclub: Pegida kann in Westdeutschland keinen Fuß fassen, weil hier die Zivilgesellschaft aktiver ist. Zivilgesellschaft??!!

Und: Überhaupt der Presseclub und ähnliches: absolut gespenstisch, wenn man mit Leuten von „ganz oben“ spricht: Deutschland steht mit absoluter Sicherheit kurz vor dem Kollaps, schlimmer als „1933“. Oder anders gesagt: die Katastrophe ist bereits eingetreten, es dauert nur bis die Schockwelle alle erreicht.
Und das weltweit. Trump sagt immer wieder, daß, wenn die nationalen Schulden nur noch ein wenig steigen, der point of no return für die USA erreicht ist. Die 1930er Jahren waren im Vergleich ein Kindergeburtstag.
Das Fernsehen ist wie das Orchester auf der Titanic.

Verschwörungen und orgonotische Funktionen

10. Dezember 2015

Verschwörungstheorien, etwa die um die NSU und Beate Zschäpe, entstehen, weil man einfach nicht die Absurdität unserer Existenz und von uns Menschen akzeptieren kann. Die Geschichte der „NSU“ macht so gut wie keinen Sinn, der Verlauf der Taten (etwa die Anwesenheit eines Verfassungsschutzmitarbeiters bei einem der Morde) ist absurdes Theater der schwachsinnigsten Art. Verschwörungstheoretiker leiden unter dem Zwang, vermeintlichen Sinn in diesen Unsinn zu bringen, aber alles, was sie dabei tun, ist nicht etwa die angebliche „Wirklichkeit“ bloßzulegen – sie legen vielmehr sich selbst bloß, ihre Charakterstrutur, ihren eigenen Wahnsinn. Und nichts auf dieser Welt, nicht mal die Aussage von Beate Zschäpe selbst, kann die Verschwörungstheorie dieser Vollidioten ins Wanken bringen, vielmehr dient sie als Beweis dafür, wie tief doch die Verschwörung reicht! Man kann diese fast schon psychotische Tollerei etwa auf pi-news verfolgen.

Begeben wir uns ins Reich des Wahnsinns:

Menschen wie John Lennon haben ihre Seele an den Teufel verkauft und sind deshalb märchenhaft erfolgreich und wohlhabend geworden. Das erreichten sie, indem sie jedem Modetrend hinterhergelaufen sind, sich an die Gepflogenheiten der Branche angepaßt haben, den abgehobenen Superstar, mit der entsprechenden „Aura“, spielten und alte Freunde, die gestört haben, von sich stießen. Schließlich wurde Lennon von einem wirren Fan erschossen, der glaubte, daß er seine „Ideale“ verraten hätte.

Man vergleiche das mit der Geschichte von Randy California, der mit 15 (sic!) als zweiter Gitarrist in Jimi Hendrix‘ erster eigener Gruppe gespielt hatte, unmittelbar bevor Hendrix nach England ging und berühmt wurde. Danach war California Gitarrist der von ihm mitgegründeten psychedelischen Gruppe Spirit, die zeitweise einflußreicher war als Jefferson Airplane. Doch weil er sich nie anpaßte, sich nie von den Plattenbossen reinreden ließ und nie den „Star“ mimte, verlief seine Karriere im Sande. Nach allen Abzügen hatte er kaum je einen höheren Lebensstandard als ein Facharbeiter.

Lennon ist zu übermenschlichem Ruhm aufgestiegen und wurde zu einem der Superreichen, weil er seine persönliche Integrität verkauft und sich zum Affen gemacht hat, während California, der übrigens selbst ein großer Lennon-Verehrer war, schlicht seinen Weg gegangen ist.

Mein Problem ist nun, daß kaum das Wort „Seele an den Teufel verkauft“ gefallen ist, so mancher Leser sogleich mit irgendwelchem mystischen Unsinn antanzt, gar den Leibhaftigen selbst ins Spiel bringt.

Hierher gehört auch, warum Superstars wie Beyoncé oder Lady Gaga ständig mit der Freimauerer-Symbolik spielen? Ich brauche das hier nicht weiter ausführen, weil das Weltnetz voll von Analysen dieses offenbar nicht an den Haaren herbeigezogenen Phänomens ist. Normalerweise hätte ich hier ein entsprechendes Video hingesetzt, aber – ne, das ist mir echt zu dumm. Meine armen Gehirnzellen 😉 Oder – was soll’s:

Anderes Beispiel: Ich könnte von Trotzkis auffällig intensiver Beschäftigung mit dem Freimaurertum berichten und überhaupt, wie das anarchistische, sozialistische und kommunistische Vereinsleben im 19. und 20. Jahrhundert vom Freimaurertum geprägt zu sein schien. Ein, wie ich finde, interessanter Gedankengang, der sich um ein zentrales Element der Reichschen Analyse des „Roten Faschismus“ dreht: die Verschwörung um der Verschwörung willen, – daß es gar nicht um sozialen Fortschritt geht, sondern um sozusagen „spirituelle“ (d.h. charakterologische, letztendlich also „bioenergetische“) Ziele.

Kaum hat man das gesagt, wird der übliche gequirlte Schwachsinn über die „Illuminaten“ daraus gemacht und ich werde unvermittelt in die okkulte Jauche gezogen, die das Internet durchwabert.

Warum dann überhaupt in mythologischen und „verschwörungstheoretischen“ Gefilden wildern? Weil das die angemessene Sprache für den orgonomischen Funktionalismus ist, dessen Haupttext immerhin die Überschrift „Äther, Gott und Teufel“ trägt. (Siehe auch Reichs entsprechende Ausführungen in Das ORANUR-Experiment.)

Da die kosmische Orgonenergie identisch mit der Lebensenergie und eindeutig die Wahrnehmungsfunktion („Psyche“) in ihr angelegt ist, ist es nur naheliegend einen Begriff wie „Gott“ zu verwenden. Zumal die Vorstellung „Gott“ auf der mehr oder weniger verzerrten Wahrnehmung der Orgonenergie durch den gepanzerten Menschen beruht. Entsprechendes läßt sich über das entstellte, „gepanzerte“, giftige Orgon (DOR) und den Begriff „Teufel“ sagen.

Wenn ich schreibe, John Lennon hätte seine Seele dem Teufel übereignet, um erfolgreich zu sein, ist das ebensowenig eine launige Sprachfigur, die nur besagen soll, daß er sich „dem kapitalistischen Verwertungsmechanismen unterworden hat und dafür mit einem Selbstwertverlust bezahlt hat“ (rationalistischer Mechanismus), noch bin ich unter die christlichen Fundamentalisten gegangen (Mystizismus). Es geht um etwas ganz anderes: um die Umschreibung bioenergetischer Vorgänge (Funktionalismus).

Es geht darum, daß man einen Preis für den Verrat an der eigenen Integrität zahlen muß, d.h. die Abtrennung vom eigenen Kern (Orgon) und das Sichausliefern an Kräfte, die man am ehesten als „teuflisch“ bezeichnen könnte (DOR, Sekundäre Schicht). Inwieweit da im weitesten Sinne auch „Paranormales“ hineinspielt, läßt sich schwer sagen. Ich bin jedenfalls nicht dumm genug, um so etwas a priori auszuschließen.

Entsprechend muß man über den Kommunismus reden können, ohne gleich in den Schlamm des Obskurantismus hinabgezogen zu werden.

Ich möchte mich von Stellen, wie der folgenden aus den Darlegungen des christlichen Predigers Richard Wurmbrand über Marx als Krypto-Satanisten inspirieren lassen können:

Kommunisten haben die Gewohnheit, Frontorganisationen zu gründen. Alles, was wir bisher ermittelten, legt die Möglichkeit nahe, daß die kommunistische Bewegung selbst Frontorganisation für den okkultischen Satanismus ist. Das würde auch erklären, weshalb sich politische, wirtschaftliche, kulturelle und militärische Waffen, die gegen den Kommunismus eingesetzt worden sind, als wirkungslos erweisen. Die Mittel, den Satanismus zu bekämpfen, sind geistlicher, nicht menschlicher Art. Sonst kommt es dazu, daß zwar eine satanische Frontorganisation wie der Nazismus bezwungen wird, dafür aber eine andere einen noch größeren Sieg erringt. (Der unbekannte Karl Marx, Stephanus Edition, 1987)

Von Anfang an hatte die „materialistische“ Marxistische Bewegung ein großes Thema: Ideologie, also „Geist“, ein eher schwarz-faschistisches Ingredienz. Karl Steinbuch verglich die heutigen Spätmarxisten mit den Nazis. Ihr absoluter Bezugspunkt sei ein frei in der Luft hängendes „wahres Bewußtsein“, das einer erfahrungswissenschaftlichen Bestätigung genauso wenig bedürfe wie der mystische Komplott von Juden und Freimaurern, die angeblich die Nation untergraben (Mensch, Technik, Zukunft, Stuttgart 1971).

Man könnte hinzufügen, daß vielleicht sogar so etwas wie Okkultismus in die Marxistische Bewegung hineinspielt. Jedenfalls gibt es (wenn auch recht schwache) Hinweise darauf, daß der „Materialist“ Marx in Baudelaire-artigen satanistischen Okkultismus involviert war. Daß dies nicht allzuweit hergeholt ist, kann man an den „sozialrevolutionären“ Stellen in Baudelaires Fleurs du mal von 1857 ablesen:

O du, weisester und schönster der Engel, Gott, verraten vom Schicksal und beraubt der Lobpreisungen (…) des Himmels, wo du geherrscht hast und in den Tiefen der Hölle, wo du besiegt im Schweigen träumst.

Satan, der Rächer der Enterbten! Man denke nur an Marx‘ glutäugige, „titanische“ Jugendgedichte:

Götterähnlich darf ich wandeln. Siegreich ziehen durch ihr Ruinenreich, jedes Wort ist Glut und Handel. Meine Brust dem Schöpferbusen gleich.

Ob Marx nun „Satanist“ war oder nicht – die weitaus meisten der frühen radikalen Sozialisten und insbesondere die Anarchisten bevorzugten den rebellischen „Satan“ und „revolutionäre“ Schwarze Magie, die „das System“ sabotiert, indem sie alles von den Füßen auf den Kopf stellt. Das ganze Konzept der „Revolution“ hat etwas Schwarzmagisches und Satanistisches. 100 Jahre später war praktisch die gesamte „progressive“ Gegenkultur von Aleister Crowley geprägt: Sympathy for the Devil.

Gerd Koenen sieht folgendes genuin faschistisches Moment im Bolschewismus:

Der von Nietzsche philosophisch artikulierte Wunsch, die gesamte zähe Deckschicht der jüdisch-christlichen und bürgerlichen Zivilisation abzustoßen und den Weg zurück zu einem „dionysischen Zustand“, einer neuen „Echtheit“ des Lebens und einer Moral „jenseits von Gut und Böse“ zu finden, hatte gerade auch in Rußland eine – später sorgsam kaschierte – Wirkungsgeschichte.

In Rußland konnte man von einem „nietzscheanischen Marxismus“ sprechen: dem Bolschewismus (Utopie der Säuberung, Alexander Fest Verlag, 1998, S. 126f).

Hier ist so viel zu ergründen, – doch das kurzschlußartige, keine Spannung ertragende „Denken“ des Mystizismus, das immer wieder alles zuwuchert, macht das so gut wie unmöglich.

Populäre Verschwörungstheorien sind mit dem Problem beladen, daß sie das Gegenteil dessen bewirken, was sie vorgeblich erreichen wollen. Statt dabei zu helfen die Machenschaften hinter den Kulissen offenzulegen, verstellen sie alles mit zusätzlichen Kulissen. Man nehme John F. Kennedy. Es wurden bereits ganze Bibliotheken mit ausschweifenden Arbeiten über seine Ermordung gefüllt. Ein schier endloses Blablabla, das niemals irgendwo hinführen wird.

Der wirkliche Skandal gerät dabei ganz aus dem Blickfeld: daß Kennedys Vater seine alten Mafiaverbindungen aus den Zeiten der Prohibition hat spielen lassen, um seinen Sohn, einen schwerkranken, medikamentenabhängigen, hohlen Playboy die Präsidentschaft zu sichern. Damals kontrollierte die Mafia die Gewerkschaften.

Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Verschwörungstheorien? Das Gebrabbel um die Ermordung ist populär, obwohl bzw. weil es sich in Spekulationen erschöpft. Die Geschichte der Familie Kennedy ist belegt, Spekulieren vollkommen überflüssig. Wichtiger ist jedoch, daß man aus der ersten Verschwörungstheorie aus bioenergetischer Sicht so gut wie nichts lernen kann. Ganz im Gegenteil spürt man geradezu wie sich im Verlauf des Eingehens in dieses Thema die Augenpanzerung immer weiter verstärkt. Es ist ein richtiggehender „Trip“! Bei der zweiten Verschwörungstheorie ist man unmittelbar mit bioenergetischen Themen konfrontiert:

  1. Die Unterhöhlung der Arbeitsdemokratie durch die Emotionelle Pest, die wiederum von den Sekundären Trieben der Massen lebt. In diesem Fall Alkohol- und Vergnügungssucht und der moralistische Versuch, diese durch „Prohibition“ einzudämmen.
  2. Die orgastische Impotenz von Kennedys Vater sorgte unmittelbar dafür, daß es in seinem Leben nur eines gab, Macht und Geld. Dafür hat er buchstäblich alles geopfert, selbst das Lebensglück seiner eigenen Kinder.
  3. Der Faschismus in den Massen, die sich dieses Schmierentheater, diesen Führerkult haben bieten lassen und ihm noch heute frönen. Die absurden Verschwörungstheorien, die sich um die Ermordung Kennedys ranken, sind unmittelbarer Ausdruck dieses faschistischen Personenkults.
  4. Die Präsidentschaft Kennedys fällt mit dem wichtigsten bioenergetischen Ereignis seit dem Beginn des Untergangs des Matriarchats vor 6000 Jahren zusammen: dem Beginn des Übergangs von einer autoritären Gesellschaft (Patriarchat) in eine anti-autoritäre Gesellschaft. Die Zerstörung des gesamten Wertesystems, die Unterhöhlung aller gewohnten Strukturen, insbesondere der Familie, und die Verlagerung der Verantwortung für das eigene Leben auf den Staat. (Man denke nur an vollkommen absurde Existenzen wie „Anarchisten“ und „Autonome“, die alles vom Staat fordern!) Nicht zuletzt reihen sich hier die üblichen Verschwörungstheorien ein, die wie dazu geschaffen scheinen, um wirklich jede rationale Autorität auszuhöhlen und die Grundfesten der Gesellschaft mürbe zu machen.

Man denke in diesem Zusammenhang auch um die schwachsinnigen Mythen, die sich um den 11. September ranken. Alles wie geschaffen, um erstens von der eigentlichen Verschwörung abzulenken, der seit 1400 andauernden systematischen Islamisierung der Welt durch sublimen, manchmal plakativen, Terror, und zweitens jede Gegenwehr gegen die Ausbreitung des Islam prinzipiell zu delegitimieren.

Und schließlich ist da noch ein Element, das Verschwörungstheorien erst ihr hartnäckiges Überleben sichert: der Zufall bzw. das „Das kann doch kein Zufall sein!“ Ich weiß wovon ich rede, denn in den letzten paar Tagen haben sich in meinem persönlichen Leben gleich viermal (sic!) in Folge derartig absurde Zufälle ereignet… „Irgendwie“ scheinen zentrale Ereignisse im Leben eines einzelnen Menschen, erst recht aber im Leben einer ganzen Nation eine ganze Abfolge von vollkommen absurden Zufällen hervorzurufen, bzw. „Synchronizitäten“ zu verursachen (wenn „verursachen“ in diesem Zusammenhang denn das richtige Wort ist).

Hier ein Beispiel aus der Geschichte der Orgonomie: Ein absurder Zufall, der Reich das FBI auf den Hals hetzte und zu seiner Inhaftierung 1941 auf Ellis Island führte. Er wurde mit einem gewissen William Reich aus Newark, NJ verwechselt. Die übliche Inkompetenz von Bundesbehörden. William Reich war ein Kommunist, der als treuer Stalinist Trotzkistische Kreise in den USA infiltriert hatte und vielleicht sogar bei der Vorbereitungen zur Ermordung Trotzkis in Mexico beteiligt gewesen war. Er hatte nicht nur den gleichen Namen wie Reich, sondern war zu allem Überfluß auch noch im gleichen Jahr geboren! Er unterrichtete politische Ökonomie an der Arbeiterschule in Manhattan zur gleichen Zeit, als nur weniger Straßenzüge weiter Reich an der New School for Social Research lehrte (Christopher Turner: Adventures in the Orgasmatron, S. 242f).

Hier ein beliebiges und denkbar banales Beispiel: In der ersten Folge der zweiten Staffel von Entweder Broder stellt das Fernsehteam fest, daß bei der Veranstaltung von Jürgen Elsässer über 9/11, die sie gerade filmen, ausgerechnet jener Neo-Nazi sitzt, der auch in der ersten Staffel eine Rolle spielte:

Ein vollkommen absurder Zufall, zumal er genau zur intendierten Botschaft Broders paßt. „Verschwörungstheoretiker“ zerstören diesen bemerkenswerten Moment sofort: „Das ist doch wohl der Beweis, daß in solchen Filmen alles nur Inszenierung ist!“ Der unmittelbare Reflex des Kleinen Mannes, der sich groß und überlegen („über-legen“) fühlen will. Man lese nur einen beliebigen Kommentarbereich!

Es fallen dann Sätze wie: „Wie bitte sehr erklärst du, daß Derundder ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt Daundda stand?!“ Der Punkt ist, daß so etwas gar nichts, aber wirklich rein gar nichts beweist, – außer daß unsere Wirklichkeit tiefer und (for lack of a better term) „strukturierter“ ist, als wir es uns überhaupt ausmalen können. Verschwörungstheorien verkleistern das. Sie entsprechen in etwa jenem Schizophrenen, dem wir zufällig begegnen und der auf uns zugeht: „Das ist doch kein Zufall, daß wir uns ausgerechnet hier sehen!“ Wobei er impliziert, man wäre Teil einer Verschwörung, eines umfassenden Überwachungs- und Einschüchterungssystems, das ihn tagundnacht verfolgt. Ihm ist es unmöglich, die orgonotischen Prozesse in seinem Körper und in seiner Umgebung (wozu ich auch „Synchronizitäten“ zähle) richtig einzuordnen. Seine Welt ist flach, ohne jede Tiefe. Ähnlich ist die flache Welt der Verschwörungstheoretiker geartet.

Zur bioenernetischen Dimension von 9/11 siehe etwa Random Event Generators And Sept 11th – Tapping into Global Consciousness.

Sexpol 1933 und Sexpol 2015 (Teil 3)

29. Januar 2015

Ein bedauernswerter Undercoveragent des FBI wohnte in den 1970er Jahren einer von der Mafia organisierten konspirativen Pornofilmvorführung bei. Für den ganz besonders anregenden Abend mußten Swingerpärchen einige hundert Dollar zahlen. Die Mafia hatte einen Film gedreht, in dem der Mann während des Geschlechtsaktes unvermittelt ein großes Messer hervorholte und der jungen Frau den Kopf abtrennte. In Großaufnahme und Farbe.

Tatsächlich sind die Masturbationsphantasien mancher Menschen noch weit schlimmer. Etwa eine Frau, die genau dann zum Höhepunkt beim Masturbieren kommt, wenn in ihrer Phantasie einem Kind die Kehl durchgetrennt wird. Psychotherapeuten können ein Lied davon singen – sich aber zumeist keinen rechten Reim darauf machen.

Warum wird ausgerechnet Sex, die lustvolle Quelle des Lebens, so oft mit Folterinstrumenten, Ekel und Mord verknüpft? Warum verbreiten Sex-Shops die gleiche Atmosphäre wie Ausstellungen über die Greuel von Auschwitz? Eine teuflische Welt, die Lady Gaga unseren Kindern nahebringt. In Israel gab es Anfang der 1960er Jahre sogar eine ganze Literaturgattung, die sich um SM-Sex in Komzentrationslagern drehte: „Lagerpornos“!

Ein Gutteil wird durch Reichs Entdeckung der Panzerung erklärt, die primäre Antriebe ins Gegenteil verkehrt, wenn sie aus dem Kern heraus an die Oberfläche streben.

Das erklärt aber nicht die innere Dynamik, die Sexualität immer wieder mit Blut, Dreck, Angst, Schmerz und Erniedrigung verbindet. Die 120 Tage von Sodom. Oder mit anderen Worten: Was ist so geil an Fesselspielen, SM, Toilettensex, etc.?!

Seit dem ORANUR-Experiment wissen wir, daß die Funktion des Orgasmus nicht nur einfach die Entladung überschüssiger Energie ist, sondern die Entladung von DOR. Bei orgastisch impotenten Menschen wird diese Energie in der Panzerung gebunden. Panzerung ist sequestriertes DOR! Wird die „Ladungskapazität“ der Panzerung überschritten, kommt es zu neurotischen (selbstzerstörerischen) und pestilenten (soziopathischen) Symptomen. Bei manchen phallisch-narzißtischen und hysterischen Strukturen funktioniert dieser Mechanismus nur schlecht und das System wird bei sexueller Stauung unmittelbar mit unsequestriertem DOR überschwemmt. Das findet man bei besonders hochenergetischen Männern wie Wilhelm Reich oder John F. Kennedy, denen, wie sie ihrem Umfeld bekundeten, „schwarz vor Augen“ wurde, wenn sie drei Tage hintereinander „keine Frau hatten“. Es ist, als wenn sich „Toxine“ in ihrem Organismus angesammelt hätten.

Solche Menschen fühlen sich nur „sauber“, wenn sie regelmäßig Geschlechtsverkehr haben. Bei anderen, mehr prägenital organisierten Menschen (die charakteristischerweise so aussehen „als wenn sie stinken würden“ – man denke nur an Madonna) ist es so, daß sie derartig im DOR-Sumpf stecken, daß ihre Sexualität ein einziges Suhlen im Dreck ist mit minimaler Spannungsabfuhr. Man lese etwa Reichs Beschreibung der unappetitlichen sexuellen Exzesse des triebhaften Charakters (Frühe Schriften) und des masochistischen Charakters (Charakteranalyse).

Jerome Eden hat die enge Beziehung von DOR und Sexualität vor 30 Jahren in einem kurzen Artikel sehr schön verdeutlicht („Functional Changes in Orgonomic Potential“ EDEN Bulletin, 7,4, Oct. 1980):

In der Orgasmusformel erklärt Reich das Funktionieren der Orgonenergie im Organismus, die vom orgonomischen Potential (Ladung, Energieakkumulation) bestimmt wird.

Doch wie kommt es zur Entladung? Eden geht davon aus, daß die „reine“ atmosphärische Orgonenergie (A) sich verändert, während sie dem orgonomischen Potential gemäß durch das Plasma (B) zum Kern (C) des Organismus fließt. Sie ist nun „gefangen“, ihre freie Bewegung eingeschränkt, ihre Möglichkeit zur Pulsation wird behindert. Auf diese Weise wird die ursprüngliche „saubere“ Energie nach und nach in „schmutziges“ DOR umgewandelt, das als sekundäre Energieform dem mechanischen Potential folgt, d.h. vom Kern wieder wegstrebt (Entladung).

Das erklärt, warum Sexualität das Schönste und Erfüllendste ist, was man sich vorstellen kann. Schließlich beruhen darauf alle unsere Vorstellungen vom Paradies und von der „Erlösung“! Wie Reich in Die kosmische Überlagerung erklärt, kann die organismische Orgonenergie in der Verschmelzung zweier Organismen zu einem, d.h. in der genitalen Überlagerung, ihre Beengung überwinden und weiter ausschwingen. Sie ist wieder so frei, wie die atmosphärische Orgonenergie. Im obigen Zusammenhang kann man anfügen: DOR verwandelt sich zurück in Orgonenergie.

Das skizierte Modell erklärt aber auch, warum Sexualität gleichzeitig das Schrecklichste, Unmenschlichste, Ekelerregendste und Schmutzigste sein kann, was man sich vorstellen kann: sie ist (wie alles Leben, nur besonders intensiv) untrennbar mit DOR verbunden. Auf verzerrte Weise vermittelt das beispielsweise der Katholizismus – der unendlich tiefer ist als das „aufklärerische“ Geschwätz der „Reichianer“.

Diese Überlegungen verdeutlichen auch, warum die zunehmende Verschmutzung der Atmosphäre mit DOR so verheerend ist. Dieser Planet wird sich in eine Sadomaso-Hölle verwandeln, wenn dem DOR-Notstand nicht entgegengewirkt wird.

Lee Harvey Oswald

16. Mai 2013

Genau das ist es! Oswald wollte mit dem Mord an John F. Kennedy unsterblich werden, einer verpfuschten, schizoiden, vollkommen leeren und perspektivlosen Existenz entkommen – und selbst im fernen Hamburg noch nach Jahrzehnten ein Begriff sein; sein Name als Überschrift einen Artikel zieren. Außerdem haßte er Amerika und insbesondere dessen Repräsentanten abgrundtief. Das geht eindeutig aus seinen Aktivitäten, seine „Flucht“ in die Sowjetunion und seine Aktionen für Castro, und aus seinen Äußerungen hervor, seine Tagebucheintragungen und das, was er etwa seinen Kameraden bei den Marines erzählte.

Ich möchte diesem Mörder und widerlichen Gernegroß hier jedoch kein weiteres Denkmal setzen, sondern ihn nur als Beispiel für das nutzen, was jeden rationalen Diskurs zerstört: der fatale Hang zur Mythenbildung im mechano-mystischen Zeitalter. Nach der gleichzeitig mystischen und mechanistischen Auffassung des gepanzerten Menschen muß ein großes Ereignis (etwa der Mord an einem kultisch verehrten jugendlich wirkenden US-Präsidenten) einen entsprechend großen Auslöser haben (eine gigantische Verschwörung).

Repräsentativ für die Verschwörungstheorien ist die neunteilige Filmserie The Men Who Killed Kennedy. An ihr wurde Jahrzehnte lang gearbeitet. Am Ende steht die nach acht Stunden Film fast schon logisch wirkende Schlußfolgerung, daß Lyndon B. Johnson Kennedy ermorden ließ! Denn damit der Mordkomplott möglich war, müssen nicht nur die Mafia, die Polizei von Dallas, das CIA und das FBI involviert gewesen sein, sondern auch der Secret Service, also der Geheimdienst, der für den Schutz der höchsten Regierungsvertreter verantwortlich ist, insbesondere aber für den Präsidenten und den Vizepräsidenten!

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=x2agPurqFJk%5D

Sehenswert ist auch Jesse Venturas Beitrag, der zum Schluß kommt, daß jene Leute, die später für Watergate verantwortlich waren, auch Kennedy ermordet haben.

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Was absolut typisch für derartige extrem exotische Verschwörungstheorien ist, ist die Fixierung auf nebensächliche Details, die über jedes Maß aufgeblasen werden, und der Verweis auf angebliche „Zeugen“, deren Aussagen niemand überprüfen kann. Währenddessen finden die zentralen Punkte, das Wesentliche, wirklich nie Erwähnung. Bezeichnend ist dafür auch Oliver Stones Film JFK, der wirklich an keiner Stelle auch nur eine einzige Andeutung auf die 53 (sic!) Beweise für Oswalds Schuld enthält. Auch erfährt man so gut wie alles über Oswalds Mörder Jack Ruby, nur nicht, daß er mit einer Hündin (sic!) liiert war, deren Welpen er als seine Kinder betrachtete, und daß er unter einem hirnorganischen Schaden litt.

Kaum einer der Verschwörungstheoretiker gibt sich die Mühe, den fünfstündigen Gerichtsprozeß zu verfolgen, in dem Oswalds Schuld ohne Zweifel von einer unabhängigen Jury festgestellt wurde. Hier der erste Teil des 23teiligen Films:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=lsZpaAblc5w%5D

Der Ankläger Oswalds, Vincent Bugliosi hat ein 1600seitiges Buch verfaßt, an dem er über 20 Jahre lang arbeitete. In diesem Buch, Reclaiming History: The Assassination of President John F. Kennedy, wird erstmals der gesamte Fall in allen seinen Aspekten, einschließlich aller bekannten Verschwörungstheorien, abgehandelt. Aber Verschwörungstheoretiker wie Jesse Ventura, der in der oben verlinkten Folge von Conspiracy Theory ein desaströses Interview mit Bugliosi führt, lassen sich durch nichts in der Welt von ihrem Wahn abbringen, daß große Ereignisse, große Ursachen haben müssen.

Am Fall Oswald läßt sich ablesen, worum es im Leben geht: daß man sich an das Wesentliche hält, statt mit unüberprüfbaren Nebensächlichkeiten das Wesentliche wie ein Taschenspieler aus dem Fokus der Aufmerksamkeit zu lenken. Wie in der individuellen Neurose, in der die Lebensenergie beispielsweise in vollkommen sinnlosen Grübeleien über abstruse Nichtigkeiten oder gar über zusammenphantasiertes Zeugs verausgabt wird, gehen in diesen Verschwörungstheorien der Gesellschaft unglaubliche Ressourcen verloren. Ganze Bibliotheken sind mit schierem Unsinn gefüllt – und in all den Hunderten, wenn nicht Tausenden von Bänden wird man nirgends die erwähnten, wohldokumentierten 53 Beweise finden und wenn doch hier und da den einen oder anderen, dann werden sie schlichtweg zerredet.

Man nehme etwa das berühmte Photo, das Oswald mit dem Gewehr zeigt, mit dem er Kennedy erschoß, der Pistole im Halfter, mit der er den Polzisten J.D. Tippit erschoß und einer kommunistischen Zeitung in der Hand. Unzählige Traktate wurden darüber verfaßt, daß dieses Photo, das allein schon in jedem Mordprozeß den Angeklagten an den Galgen bringen würde, „ganz offensichtlich gefälscht sei“, was „zig Experten“ nachgewiesen hätten. Nun, in Venturas Film bestätigt Oswalds Witwe nochmals, daß sie das Photo im Garten ihres Hauses geschossen hat. Es gibt einen Zeugen, der aus dem fünften Stock des School Book Depository direkt in der Etage über sich drei Schüsse hörte und sogar die Patronenhülsen auf den Boden fallen hörte. Der Attentäter hatte sich vor dem Fenster einen regelrechten Hinterhalt gebaut, d.h. Kisten so aufgetürmt, daß man bei Betreten des Raumes den Schützen nicht gleich sehen konnte. Niemand hat irgendjemand Fremden im Haus gesehen. Oswald war der einzige, der nach der Parade bzw. dem Attentat nicht zu seiner Arbeitsstelle zurückkehrte. Er hatte am Morgen erstmals ein längliches Paket mit zur Arbeit gebracht. So kann man mit 53 Beweisen, der jeder für sich für eine Verurteilung ausreichen würde, fortfahren. Doch die Verschwörungstheoretiker wären wahrscheinlich nicht mal zu überzeugen, hätte man Oswald bei der Tat gefilmt! „Fälschung!“ „Wer sagt, daß er überhaupt auf Kennedy geschossen hat?“ „Und wenn, daß er getroffen hat?“ „Und wurde der Film überhaupt am Tag des Attentats aufgenommen?“ „Ist das überhaupt Oswald?“

Das Infame bei der ganzen Angelegenheit ist, daß die Verschwörungstheoretiker mit dem Anspruch auftreten, daß sie „den Finger auf die Wunde“ legten, während Leute wie Bugliosi nur immer ängstlich ausweichen würden. Damit wird in der Gesellschaft aktiv die okulare Panzerung verbreitet: die Menschen sollen nicht mehr glauben, was sie sehen und was bei näherer Betrachtung selbstevident ist, sondern sie sollen sich in der Phantasiewelt extrem komplizierter und vollkommen unglaubwürdiger Plots mit ausufernden Querverbindungen verlieren. Oder mit anderen Worten: sie sollen paranoid werden! Sie sollen so denken, wie Schizophrene denken, bei denen alle Eindrücke das gleiche Gewicht haben! Und das alles im Namen der Aufklärung!

Das ganze ist exakt wie eine individuelle Neurose aufgebaut, deren kompliziertes Gebäude nur dem einen Zweck dient, das Individuum vor der Wirklichkeit, der Wahrheit, vor dem Kontakt zu schützen. Gepanzerte Menschen können klares Denken, wie es Bugliosi vorexerziert, ein Denken von A zu B zu C zu D und letztendlich zu Z nicht zulassen. Alles wird zerredet, nie kommt man zum Kern der Angelegenheit. Noch schlimmer: jene, die auf den Kern verweisen, wird vorgehalten, sie wollten die Wahrheit einfach nicht sehen. Diese aktive Aufrechterhaltung der Neurose, dieses aktive Bekämpfen der Gesundheit, bezeichnet man übrigens als Emotionelle Pest! Auf die gleiche Weise wird etwa von sogenannten „Skeptikern“ die Orgonforschung zerredet.

Es ist wie in der Orgontherapie, wenn der Patient auf den Hinweis, daß er unmotiviert vor sich hin grinse, nicht etwa damit reagiert, daß er seine Kontaktlosigkeit überwindet und etwa anfängt zu weinen, sondern indem er seine „intellektuelle Überlegenheit“ ausspielt. Solchen Patienten, meist pseudo-liberale Charaktere, kann man nicht helfen, sie sind untherapierbar. Genauso kann man Verschwörungstheoretikern nicht helfen, da sie sich mit ihrem Glaubenssystem perfekt abgepanzert haben. Das schlimme ist, daß sie diese ihre Neurose aktiv verbreiten und so die gesamte Gesellschaft verpanzern. Sie sind wie Kiffer, die den unwiderstehlichen Zwang empfinden, andere zu Proselyten zu machen, auf daß schließlich alle um sie herum bekifft, d.h. kontaktlos sind. Verschwörungstheoretiker bekämpfen nicht etwa die Emotionelle Pest, sie sind die Emotionelle Pest.

Muß man also alles glauben, was „die Mächtigen“ vorgeben, um als „gesund“ gelten zu können? Nein, natürlich nicht. Beispielsweise will Bugliosi, den Jesse Ventura als seinen Freund betrachtet, George W. Bush aufgrund des Irak-Krieges wegen Mordes anklagen! Der Unterschied ist, daß Bugliosi mit neuen Beweisen seine Meinung ändern wird. Bei diesen geht es übrigens stets um „berechtigte Zweifel“, nie um absolute Sicherheit. Wenn es nach der ginge, dann könnte niemand niemals zu irgendetwas verurteilt werden! Einmal muß die Gestalt geschlossen werden – oder wir werden alle miteinander verrückt…

Das gesagte läßt sich natürlich auch auf die diversen Verschwörungstheorien um 9/11 anwenden:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=kcrF346sS_I%5D

Das Lincoln-Kennedy-Rätsel, die NSU und Dr. Poch

18. Juli 2012

Das folgende ist ein Nachtrag zum Blogeintrag Baumrindologie und der Angriff der Klingonen. Die Frage ist schlicht, was um alles in der Welt mit der Realität los ist.

Der Satz, um den sich bei Verschwörungstheoretikern alles dreht, lautet: „Das kann doch kein Zufall sein!“ Man unterhalte sich etwa mit einem „Truther“, der, sobald er sich in den Gesetzen der Statik verfangen hat oder man ihm erklärt hat, daß Überschall-Abfangjäger ihre Höchstgeschwindigkeit nicht lange aufrechterhalten können und deshalb entsprechende Berechnungen haltlos sind, zumal wirklich niemand in der Welt innerhalb weniger Minuten entscheiden kann, ein vollbesetztes Verkehrsflugzeug vom Himmel zu holen (und auf dichtbevölkertes Gebiet niedergehen zu lassen!)… – und so weiter und so fort. Am Schluß werden dann immer triumphierend irgendwelche „unmöglichen Zufälle“ hervorgekramt.

Genauso etwa beim Attentat auf John F. Kennedy. Das Problem ist nur, daß dieses „Zufalls-Argument“ implodiert (oder wohl eher „explodiert“), wenn man es auf die Spitze treibt. Man nehme etwa das Lincoln-Kennedy-Rätsel, d.h. die vollkommen absurden „nicht-kausalen“ Übereinstimmungen zwischen den beiden berühmtesten und folgenreichsten Attentaten auf US-Präsidenten. Sogenannte „Skeptiker“ werfen gerne ein, daß viele der verblüffenden Übereinstimmungen frei erfunden seien. Beispielsweise seien nicht beide an einem Freitag erschossen worden – Lincoln erlag seinen Verletzungen erst am Samstag… Oder daß Booth und Oswald nicht im Abstand von 100 Jahren geboren wurden, da Booth 1838 zur Welt kam und Oswald 1939. Es bleiben aber derartig viele und vollkommen absurde Übereinstimmungen… Vor allem ist das ja kein Einzelfall!

Wie wahrscheinlich war etwa die vollkommen absurde Geschichte mit dem Verfassungsschützer, der Vertrauensleute in der „Rechten Szene“ führte und ausgerechnet bei einem der Morde der NSU „zufällig“ anwesend war – und nichts vom Mord mitbekam. Für Verschwörungstheoretiker ist so etwas ein gefundenes Fressen, an dem gleich die ganze Geschichte der Bundesrepublik neu aufgerollt wird. Nur leider… Aber schauen Sie selbst hier.

Dabei möchte ich Verschwörungstheorien durchaus nicht einfach so vom Tisch wischen. Man nehme etwa diesen Bericht aus dem Qualitätsblatt Frankfurter Allgemeine. Der Qualitätsjournalist schlägt sich feixend auf die Schenkel. Er weiß halt nichts von einem gewissen Walter Hewel, der im „Führerbunker“ als „Surabaya-Wally“ bekannt war, weil er dort zwischen 1927 und 1936 gelebt hat und die Nazi-Partei von Indonesien leitete. Also mal ehrlich: Hitler auf die obskure indonesische Insel Sumbawa entkommen? Absurder geht es nun wirklich nicht! Abgründe beispielloser Dummheit. Nur – Dr. Georg Anton Poch und Adolf Hitler sehen für mich tatsächlich absolut identisch aus. Aber ich bin ja auch kein Qualitätsjournalist! Entscheiden Sie selbst:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=BegchXuiL9A%5D

Nein, ich glaube nicht, daß Genmaterial, das man aus Dr. Pochs Gebeinen vielleicht noch extrahieren könnte, diese absurde Geschichte bestätigen würde, aber trotzdem ist die Sache gruselig. Identische Menschen!

Man nehme nur die „Zeitreisenden“, die heute durchs Internet geistern. Etwa Travolta oder Cage.

Ich selbst habe mal so eine Geschichte miterlebt, als ich einem befreundeten Psychiater ein Photo eines amerikanischen Orgonomen zeigte, das zum damaligen Zeitpunkt etwa zehn Jahre alt war. Mein Freund, Psychiater, verfiel in Schockstarre und stammelte nur: „Peter, ich habe Angst!“ Der Orgonom sah nämlich auf dem Photo wie mein Freund zu diesem Zeitpunkt aus, absolut identisch. Er selbst konnte keinerlei Unterschiede feststellen. Seine eigene Mutter hätte ihren Sohn auf dem Photo identifiziert! Nicht nur die Physiognomie, auch die Frisur, sogar der Kleidungsstil, vor allem aber die wirklich unverwechselbare Körperhaltung, insbesondere die Kopfhaltung, der ganze Ausdruck, die Ausstrahlung, alles vollständig gleich.

Reichs Universitätslehrer Paul Kammerer veröffentlichte 1919 ein Buch, das sein damaliger Student mit einiger Sicherheit gelesen hat: Das Gesetz der Serie – Eine Lehre von den Wiederholungen im Lebens- und im Weltgeschehen (Stuttgart/Berlin 1919). Demnach seien

Wiederholungen ein wesentliches Walten und Wirken im Ganzen der Welt (…): gleicherweise eignet sie dem Laufe der Gestirne wie den Wirbel der Atome; den toten wie den lebendigen Teilchen und Massen. Nachahmung, Ausgleichung, Anpassung, Wiederholung leiht der Pflanze ihren Wuchs, dem Tier seinen Bau und seine Bewegung, dem Menschen seinen Geist und sein Geschick und seine Schöpfung: Höchstleistungen des Fühlens und Denkens, ans Göttliche ragende Meisterwerke der Kunst wie der Wissenschaft – sie alle sind der Wiederkehr unterworfen und tragen die Wiederkehr in sich selbst: mit dem Schoße des Weltalls, das alles in der Welt gebar, verknüpft sie alle das Gesetz der Serie. (z.n. Arthur Koestler: Die Wurzeln des Zufalls, München 1972, S. 95)

Was damals Kammerer entdeckte ist heute unter der Version von C.G. Jung bekannt, d.h. als „Synchronizität“. Ihr begegnen wir alltäglich. Hier zwei Beispiele aus dem Leben Friedrich Nietzsches:

Am 5.2.1882 schrieb er an Heinrich Köselitz:

Neulich gehe ich spazieren und denke an gar nichts unterwegs als an die Musik meines Freundes Gustav Krug, – rein zufällig und ohne alle Veranlassung. Den Tag darauf kommt ein Heft Lieder von ihm mir zu Händen (…) und darunter gerade das Lied, welches ich auf meinem Spaziergang mir rekonstruiert hatte. Wunderlichstes Spiel des Zufalls!

Und am 10.3.1882 an eben diesen Gustav Krug:

Mit Deinen Liedern ging es mir seltsam. Eines schönen Nachmittags fiel mir Deine ganze Musik und Musikalität ein – und ich fragte mich schließlich: Warum läßt er nie etwas drucken? Dabei klangen mir die Ohren von einer Zeile aus Jung Niklas. Am nächsten Morgen kam Freund Rée in Genua an und überbrachte Dein erstes Heft – und als ich es aufschlug fiel mir gleich Jung Niklas in die Augen. Das wäre eine Geschichte für die Herren Spiritisten!

Solche Begebenheiten sind zu häufig, zu komplex und zu verrückt, um einfach als Zufall und selektive Wahrnehmung weginterpretiert werden zu können.

  • Substanz, Raum und Zeit beruhen darauf, daß sich etwas ständig wiederholt – so messen wir jedenfalls ihre Kontinuität: mit identischen Abständen.
  • Wir selbst, als „Subjekte“ beruhen darauf, daß wir immer derselbe bleiben.
  • Naturgesetze sind nichts weiter als Aussagen über die Zukunft: daß etwas so geschieht, wie es schon einmal geschehen ist.
  • Die Struktur des Universums ist fraktal, d.h. von Größenbereich zu Größenbereich wiederholen sich die Strukturen ständig.
  • Ästhetik, also das Wohlgefallen am Geordneten, Übersichtlichen, Begrenzten, an der Wiederholung.