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Reich, die Kennedys, King, Benno Ohnesorg und Moskau

15. Juni 2017

Je älter ich werde, desto mehr bin ich von der soziopolitischen Charakterologie überzeugt, die Elsworth F. Baker in Der Mensch in der Falle dargelegt hat. Und ich werde zunehmend zorniger, wenn diese mit rein politischen oder „verschwörungstheoretischen“ Argumenten beiseite gewischt bzw. zu einem Nichts relativiert wird.

Verschwörungstheorien, etwa über die „Illuminati“, sind Produkt des hilflosen kleinen Mannes, der zwar irgendwie spürt, daß hinter dem Weltgeschehen eine bioenergetisch und charakterologisch bestimmte „Macht“ steckt, die von Reich, Baker und Konia erstmals beschrieben wurde, doch kann er aufgrund seiner emotionalen Panzerung mit diesen Ahnungen nicht recht umgehen und setzt sie kurzschlußartig in irgendwelche wirren Verschwörungstheorien um, die er mit immer mehr angelesenem angeblichen Fachwissen untermauert.

Es hat zahllose Theorien darüber gegeben, wer John F. Kennedy umgebracht hat. Die meisten dieser Theorien beruhten auf dem Unverständnis von Laien, die beispielsweise nicht wissen, daß bei Schußverletzungen die Austrittswunde um vieles größer ist als die Eintrittswunde und daß ein Kopf nach hinten fliegt, wenn von hinten in ihn hineingeschoßen wird und die Kugel vorne wieder austritt. Auch konnten sie nicht verstehen, daß eine einzelne Kugel mehrere Menschen verletzen kann und dabei einen Zickzackkurs verfolgt. Zum Glück kann man heute solche Dinge in der Computergraphik simulieren, so daß jeder sehen kann, daß das scheinbar Unmögliche, eine „magic bullet“, eben doch möglich ist und angebliche „Widersprüche“ gar keine sind, wenn man den Sachverhalt mit Fachwissen betrachtet. (Genau dasselbe läßt sich zu den idiotischen Verschwörungstheorien über den 11. September sagen!)

Oswald konnte am 22. November 1963 der einzige Schütze gewesen sein. Oswald war zweifellos aktiver Kommunist und seine Verbindungen zu Kuba waren eindeutig. Die Behauptung ist demnach alles andere als abwegig, daß Kennedy vom langen Arm des KGB ermordet wurde. Das Motiv ist offensichtlich: man bringt eine gemäßigt linke Hoffnungsfigur um, um die Linke weiter nach links zu treiben. Und es hat hervorragend funktioniert. Viele Amerikaner sind bis heute überzeugt, daß Kennedy vom CIA und „Nazis“ ermordet wurde. Man sehe sich nur mal Oliver Stones idiotischen Film JFK an!

Es folgte am 4. April 1968 die Ermordung von Martin Luther King, der in der letzten Periode seines Lebens immer weiter nach links gedriftet war und anfing, gegen den Vietnam-Krieg und das Wirtschaftssystem der USA zu wettern. Die Umstände seines Todes waren mehr als fragwürdig. Verschwörungstheoretiker gehen davon aus, daß er nicht von einem rassistischen Einzeltäter, sondern von einer großangelegten Verschwörung weißer Rassisten, vielleicht sogar vom FBI (J. Edgar Hoover) ermordet worden war.

Es gibt ein Detail in der Geschichte, das nicht recht ins Bild passen will. Der vermeintliche Attentäter James Earl Ray wurde nach eigener Aussage von einem angeblichen Waffenschmuggler namens „Raoul“ angewiesen, eine Waffe zu kaufen und in jenes Hotel in Memphis zu bringen, von dem aus King erschossen wurde. Welcher amerikanische weiße Rassist würde sich „Raoul“ nennen?! Heute ist Raúl Castro Staatschef Kubas. Es ist gut möglich, daß kubanische Agenten den Vornamen des damaligen Chefs des kubanischen Geheimdienstes verwendet haben.

Robert Kennedy wurde am 6. Juni 1968 von dem christlichen Palästinenser Sirhan B. Sirhan ermordet. In den darauffolgenden Jahren plante die PLO und die Drahtzieher vom KGB, die hinter der PLO standen, Sirhan durch die Entführung amerikanischer Diplomaten freizupressen.

Der Student Benno Ohnesorg wurde nicht von dem durch die rechte Springer-Presse fanatisierten „Nazi“ Karl-Heinz Kurras, sondern von dem Stasi-Agenten Karl-Heinz Kurras ermordet.

Das Neue Deutschland berichtete am 5. Juni 1967 über den „antidemokratischen Polizeiterror“ im Westen:

Dieser tödliche Schuß war nicht Notwehr, und es war kein unglücklicher Zufall. Auf diesen Höhepunkt des politischen Terrors war die Hetze der Springer-Presse seit Wochen angelegt.

Es ist sinnlos bei diesen vier traurigen Morden jeweils groß ins Detail zu gehen. Ich möchte mich nicht in die Reihe der erwähnten Verschwörungstheoretiker einreihen, die sich von einer Abstrusität in die nächste hangeln. Immerhin zeichnet sich ein Szenario ab, das klassischem leninistischen Macht-Zynismus entspricht:

Schaffe linke Märtyrer, indem du linke Gallionsfiguren, die nach der Machtergreifung eh als erste vor den Erschießungskommandos der Tscheka landen würden, ermorden läßt und schiebe diese Taten den Stützen des Regimes zu. Du beseitigst so unsichere, da idealistische Kantonisten im eigenen Lager und deslegitimierst das feindliche Lager. Die Rebellionen und Aufstände, die Folge dieser Morde sein werden, machen die „inneren Widersprüche“ des feindlichen Lagers deutlich und könnten sogar Initialzündung für Aufstände sein, die Wegmarken auf dem Weg zur Weltrevolution sein können. Die Ermordeten waren stets Linke, die, wie etwa der Republikaner (sic!) King, Moskau potentiell mehr Probleme machen konnten als jeder Rechtskonservative.

Die Linke und beispielsweise die Wahl von Obama sind ohne die vorangegangenen Morde kaum vorstellbar!

Reich und die Roten Faschisten

4. Oktober 2015

Als sein Mitarbeiter Sharaf ihn nach der Beziehung zwischen Dialektischem Materialismus und dem orgonomischen Funktionalismus fragte, antwortete Reich:

Ich versuchte fortwährend meine Ideen in deren Rahmen zu halten. Es war der Kleine Mann in mir. Diese Sachen waren nicht bei Freud oder Marx. Ich war zu loyal. (Journal of Orgonomy, 1971)

Fast alle Marxisten greifen bei Reich den „Primat der Genitalität“ an. Wir ersparen uns die Begründungen zu referieren, weil sie einfach zu blöd, eben marxistisch, sind. Wichtig ist einzig, daß scheinbar in ihrer Genitalität schwerstens gestörte Menschen sich zu Marx hingezogen fühlen und dann von dort auf Reich einschlagen. Letztlich haben wir es mit dem Kampf der Emotionellen Pest gegen die Genitalität zu tun.

Man denke nur an den „guten Menschen“ Erich Fromm und seine Angriffe auf Reich. In seinem Marxismus ging er so weit, daß er Freud jede weltgeschichtliche Potenz absprach und sie allein Marx zuschanzen wollte! Bemerkenswert ist, wie dies mit Fromms Verwendung des Marxschen Entfremdungsbegriff zusammenhängt. Fromm schwärmt von der prä-ödipalen polymorph-perversen Glückseligkeit und in Analytische Sozialpsychologie und Gesellschaftstheorie gar von der „Idee des Gruppensex“ „die große Ähnlichkeit mit Bachofens Schilderung der frühen, matriarchalischen Entwicklungsstufe der Menschheit“ hätte.

Während bei Fromm die Entfremdung durch die Erniedrigung und Vergewaltigung der Frau aufgehoben wird, war es bei seinem Mitmarxisten Ernest Borneman das Kind, das dran glauben mußte. Er propagierte in seinem Geschlechtsleben des Kindes vom „Orgasmuszwang“ befreiten Sex zwischen Erwachsenen und Kindern. Wieder wird hinter der Maske der Emanzipation das Lebendige um so besser hingemordet! Später beklagte er „den ‚Triumph‘ der Konfromisten in den USA“, „die Verwandlung linker Reichianer in Orgon-Mystiker“.

Aber gehen wir auf den Vorwurf ein, den der Psychologe Frederick Wyatt Mitte der 1980er Jahre wie folgt ausdrückte:

Selbst wenn [die Psychoanalytiker], wie damals Wilhelm Reich es tat, eine Deutung der NS-Katastrophe veröffentlichten, so hat dies weder etwas geändert, noch den Autor, wie seine weitere Entwicklung zeigte, als besonders gesinnungsfest erwiesen.

Reich war also in den Augen von der Realität entfremdeten linken Intellektuellen ein gesinnungsloser Verräter an „der Sache“. Der amerikanische Historiker Wilfred M. McClay sagte über die New School for Social Research in New York, an der auch Reich zuerst nach der Emigration lehrte, die dort betriebene Soziologie habe die traumatischen Erfahrungen der Emigranten den ganz andersgearteten amerikanischen Verhältnissen in unzulässiger Weise aufgepfropft: Adorno und der „polternde Junker“ Herbert Marcuse hätten auch in ihrer neuen Heimat überall autoritäre Strukturen und „repressive Toleranz“ gewittert. Während der Watergate-Krise habe Hannah Arendt ernsthaft die Rückkehr nach Europa erwogen – wie sie ihren Freunden anvertraute: „rasch, solange noch Zeit dazu ist“. Die Dämonisierung der amerikanischen Gesellschaft sei schließlich in einem solchen Ausmaß Gemeingut unter den Intellektuellen geworden, daß die revolutionäre Bewegung der sechziger Jahre ihren Kampf gegen das „Establishment“ ganz mit deutschen Argumenten habe führen können – der klassische Fall einer self-fulfilling prophecy.

Daß Reich bei diesem Spiel der paranoiden Irren nicht mitgemacht hat, aber ihm Realitätsverlust vorgeworfen wurde, ist der Triumph und das schlimme Schicksal der Orgonomie. Er sah, was wirklich lief und wo die faschistische Gefahr wirklich herkam!

Unglückseligerweise traten fünf Elemente zusammen, die zur Vernichtung Reichs führten:

  1. war Reich zu vertrauensvoll seinen Mitmenschen gegenüber;
  2. war er für viele „ein Verräter an der Sache“;
  3. hatte er bei ihnen die Emotionelle Pest hinter der Maske des Menschenfreundes aufgedeckt – so mußte er sterben, wenn sie überleben wollten;
  4. kam Reich in ein Land, das durch die Depression der 1930er Jahre, die Nazi-Bedrohung, den Emigranteneinfluß und die Waffenbrüderschaft mit der UdSSR jede Widerstandskraft gegen den Roten Faschismus verloren hatte; und
  5. war er durch diesen Umstand in den Machtbereich der roten Faschisten geraten.

Vor und während des Krieges hatte die UdSSR mit der tatkräftigen Hilfestellung „progressiver“ Kreise nachrichtendienstlich alle wichtigen Bereiche der amerikanischen Gesellschaft, vom Pressewesen bis zu höchsten Regierungsämtern, unterwandert. Es gab

in den USA verschiedene Agentenringe des sowjetischen Generalstabs und des NKWD bzw. NKGB. Die sowjetischen Nachrichtendienste haben in mehreren zivilen und militärischen Verwaltungen, einschließlich des amerikanischen Nachrichtendienstes, ein Netz von Mitarbeitern und Informanten eingebaut. In Washington arbeitete ein Ring sowjetischer Spione, zu denen u.a. auch der Vater des Morgenthauplanes, Harry Dexter White, Major William Ullman vom militärischen Nachrichtendienst, Maurice Halperin vom Außenministerium und andere gehörten. Präsident Roosevelt stand unter dem Einfluß zahlreicher Berater, die jahrelang Verbindungen zum sowjetischen Geheimdienst unterhielten. (Borys Lewytzkyi: Vom roten Terror zur sozialistischen Gesetzlichkeit, München 1961)

Solche Leute sollte Reich später als Hoodlums in Government (Higs) bezeichnen und sie für seine organisierte Verfolgung verantwortlich machen.

Nach Jean-Michel Charlier und Pierre Demaret (Der Bulle – Hoover vom FBI, Wien 1977) teilte 1945 der FBI-Chef J. Edgar Hoover Präsident Truman mit, „daß in den letzten beiden Jahren zwölf hohe Staatsbeamte Nachrichten (…) an sowjetische Spione weitergegeben hatten“. Dabei erwähnt Hoover auch den Unterstaatssekretär im Finanzministerium White, „der aus seinen kommunistischen Sympathien keinen Hehl machte“. Aber Truman antwortete nicht auf dies Schreiben und wollte White zum Chef der Vertretung beim Internationalen Währungsfond ernennen. Darauf Hoover im Kreis seiner Mitarbeiter:

„Dieser Truman ist entweder ein Dummkopf oder ein Kryptokommunist. Wobei das eine das andere nicht ausschließt. Wenn er glaubt, daß ich diese Angelegenheit auf sich beruhen lasse, täuscht er sich gewaltig.“ Diese Aussage wurde Truman hinterbracht. Sie dürfte dazu beigetragen haben, daß der Präsident Allan Dulles an die Spitze des 1947 geschaffenen CIA berief, um Hoover in Schach zu halten.

Übrigens wurde White schließlich von Hoover gegen den Widerstand des Weißen Hauses entlarvt.

Aus solcher Perspektive erscheint es wohl kaum als abwegig, daß das CIA von den Sowjets von Anfang an unterwandert war. (Heute wird immer öffentlicher, in welchem schier unglaublichen Ausmaß das britische Nachrichtenwesen es war!) So drückte z.B. 1967 Barry Goldwater

seinen Ärger über den Umstand aus, daß die Agentur Gruppen des „linken Flügels“ finanziert habe. „Warum haben sie das Geld nicht überallhin verteilt? Mit anderen Worten – sie haben, soweit ich sehen kann, den Sozialismus in Amerika finanziert!“ (David Wise und Thomas B. Ross: Das Spionage Establishment, Berlin 1968)

Wie steht es nun mit Sowjetagenten im näheren Umkreis Reichs? Hat Reich nicht das medizinische Establishment mit dem Roten Faschismus in Zusammenhang gebracht? Hier möge das folgende Zitat von Wise/Ross als Fingerzeig dienen: der KGB-Agent „Dr.“ John Gilmore –

ohne Zweifel war er ein bekannter medizinischer Illustrator (…) der von einer Anzahl angesehener Fachverlage und von großen pharmazeutischen Häusern beschäftigt wurde. 1953 scheint er eine medizinische Ausstellung für die Tagung der American Medical Association (…) in New York vorbereitet zu haben. Wahrscheinlich war es das erste Mal, daß ein Sowjetspion für die so überzeugungstreue konservative AMA gearbeitet hat. Er war auch eine Autorität für Sexfragen: Zusammen mit Samuel A. Lewin war er Koautor von zwei illustrierten Büchern mit den Titeln „Sex Without Fear“ (…), erschienen 1950, und „Sex After Forty“, erschienen bei der Medical Research Press und vertrieben durch Grosset & Dunpal, 1952.

Aber war nicht trotz allem Reichs Angst vor den „Roten Faschisten“ maßlos übertrieben? Groteskerweise haben dies immer wieder „Reichianer“ gefragt, die selber in ihren Publikationen dem Kommunismus Vorschub leisteten. Diese Leute sind selbst die Antwort!

Wurde Reich vom KGB (oder gar der GRU) in einem US-Gefängnis ermordet? Unmöglich ist es nicht, man lese z.B. bei John Barron (KGB, München 1982) nach, wie ein ungarischer Überläufer, der Geheimpolizeileutnant Béla Lapusnyik, in einer Sicherheitszelle im Wiener Polizeipräsidium vom tschechoslowakischen STB drei Tage vor seinem Abflug in die sichere (?) USA ermordet wurde. „Bei der Autopsie wurden keine Spuren irgendeines Gifts gefunden.“ Vergessen sei auch nicht, daß Reich mit vielen zusammen einsaß, die im Laufe der McCarthy-Kampagne in den Knast gewandert waren.

Wie läuft so ein sowjetischer Mordplan ab? Ersteinmal können die Mord- und Entführungsaktionen der Abteilung 13 der ersten Hauptverwaltung des KGB „in dieser Ära [den 1950er Jahren] nicht als zufällige Übertretungen des KGB oder gar seiner Agenten und Offiziere gewertet werden. Vielmehr handelte es sich um sorgfältig geplante Akte der sowjetischen Führung“ (Barron). Aber „ohne Rücksicht darauf, ob dieser oder jener Spitzenfunktionär in Moskau beseitigt wurde oder Karriere zu machen begann, arbeiteten alle Residenten der Sicherheitsorgane mit ihrem Geheimnetz im Ausland ungestört. Das war einer der Gründe für ihre Erfolge nach Stalins Tod“ (Lewytzkyi).

Gewalttaten (…) sind nach Aussagen Nikolaj J. Chochlovs, der 1954 überlief, Routinearbeiten des sowjetischen Nachrichtendienstes. Er sagte, er habe den MWD verlassen, um nicht in jenem Jahr einen Mordauftrag ausführen zu müssen, und erzählte folgende Geschichte: Alexander S. Panjuschkin, der von 1947 bis 1952 während der Regierung Truman Botschafter in den Vereinigten Staaten gewesen war, befahl ihm persönlich, Georgij S. Okolowitsch, einen Führer der antisowjetischen Exilorganisation NTS (Nationalbund russischer Solidaristen), zu ermorden. Panjuschkin überwachte die Vorbereitung einer (als Zigarettenpäckchen getarnten) geräuschlosen elektrischen Pistole, deren Geschosse mit Zyankali gefüllt waren. (Wise/Ross)

Reich selber erwähnt diesen Alexander Semjonowitsch Panjuschkin (Paniushkin, Panjuskin) sogar in seinem Prozeßmaterial.

Zwischen 1939 und 1944 war Panjuschkin sowjetischer Botschafter bei Tschiang Kai-Schek, danach Spitzenbeamter im Außenministerium. 1947 bis 1952 war er dann Botschafter in den USA. Nachdem er Washington verlassen hatte, war er ein Jahr lang Botschafter in Rotchina. Fünf Tage nach Stalins Tod 1953 wurde er nach Moskau zurückberufen, um die Auslandsabteilung des MWD zu übernehmen, die über politische Morde im Ausland entschied. Schon im Herbst 1953 hatte er in dieser Funktion Chochlow losgeschickt. Der KGB-General gehörte später dem ZK der KPdSU an und leitete dort die wichtige „Abteilung für diplomatische Kader“, die mit dem KGB in enger Verbindung steht und entscheidet, welche Parteimitglieder und Wissenschaftler ins Ausland reisen dürfen. So wird sich der General wohl auch ausgiebig mit der wissenschaftlichen Entwicklung im Westen und mit deren Sabotage und Beschaffung für die SU beschäftigt haben. Übrigens: als Panjuschkin Botschafter und Leiter des KGB in den USA war, orderte die russische Botschaft die Literatur zur Orgonenergie.

Ea Briefing 6/12

26. Juni 2012

Reich war in den letzten vier Jahren seines Lebens davon überzeugt, daß die Erde einem Angriff aus dem Weltall ausgesetzt ist. In den seitdem vergangenen knapp 60 Jahren hat sich folgendes zugetragen:

Während der Eisenhower-Administration kam es zu einem regelrechten Putsch. – Die Welt der Geheimdienste beruht, ganz ähnlich wie die Welt der organisierten Kriminalität, auf dem Prinzip des streng begrenzten Informationszugangs. Jede Abteilung, jede Unterabteilung und jeder Agent innerhalb der Organisation braucht nur so viel zu wissen, wie sie bzw. er für die Erledigung der jeweiligen Aufgabe unbedingt wissen muß. Auf diese Weise wird der Schaden durch Überläufer und andere Sicherheitslücken minimiert. Aus diesem Grund können solche Organisationen, entgegen jeder „logischen“ Erwartung, auch keine „Pyramiden“ sein. Die „Spitze“ weiß auch nur so viel, wie sie wissen muß, was natürlich die „Spitzenposition“ letztendlich illusorisch macht. Dieses Organisationsprinzip begünstigt die Verselbständigung ganzer Bereiche – von deren bloßer Existenz kaum jemand etwas weiß.

Je sensibler und deshalb geheimer der Gegenstand ist, desto extremer sind diese Mechanismen ausgeprägt. Die Sache mit den UFOs war (natürlich nicht nur in diesem Sinne) derartig „extrem“, daß sich ab Mitte der 1950er Jahre die zuständigen Geheimdienst- und Militärkreise vollständig von der offiziellen, demokratisch legitimierten Regierung abgekoppelt haben.

Nach dem allseits bekannten Zwischenfall von Roswell 1947 war Truman mit einiger Sicherheit noch soweit informiert, wie US-Präsidenten normalerweise in Sachen der nationalen Sicherheit gebrieft werden. Natürlich nicht in jedem Detail (was sowieso denkbar unpraktikabel wäre), aber doch in den wesentlichen Zügen. Eisenhower wurde wahrscheinlich auch weitgehend gebrieft, zumal es glaubhafte Hinweise darauf gibt, daß es zwischen ihm und Außerirdischen sogar zu einem „offiziellen“ Treffen auf einem Luftwaffenstützpunkt gekommen ist:

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Bei Kennedy und Johnson ist das Briefing mit Sicherheit oberflächlicher ausgefallen. Nixon und mit ihm auch Ford waren Überbleibsel der Eisenhower-Administration. Carter, der Außenseiter aus der Provinz, war der Erste, der so gut wie nichts erfuhr. Und Reagan war der Letzte, der gebrieft wurde. Er ist berühmt dafür, wie oft er seine Reden mit Verweise auf „Außerirdische“ ausschmückte und im persönlichen Gespräch das eine oder andere hat durchblicken lassen. Mehr als die gröbsten Umrisse wird seit Eisenhower niemand mehr, inklusive der US-Präsidenten, außerhalb der Schattenregierung erfahren haben. Einzige Ausnahme ist vielleicht Bush senior, der zeitweise Leiter der CIA war und zusätzlich einer der führenden Unternehmerdynastien des Landes angehörte.

Wie kann man sich so eine Schattenregierung vorstellen, die nur über einige wenige Kontakte in den Geheimdiensten und im Militär mit der konstitutionellen Regierung verbunden ist? Die einfachste Art und Weise, so etwas zu organisieren, ist die Privatisierung. Von einem Augenblick zum anderen fällt die Kontrolle durch die Legislative weg und der Exekutive hat das Privateigentum heilig zu sein. Einem US-Präsidenten oder irgendeinem anderen Regierungsvertreter geht es einen feuchten Dreck an, was Privatleute treiben, solange diese die Gesetze einhalten.

Wie so etwas abschotten, daß es den Blicken des Staates und der Medien entgleitet? Desinformation und Lächerlichmachen! Wie das geht, hat der spielsüchtige und auch in anderer Hinsicht erpreßbare J. Edgar Hoover vorgemacht, als er der amerikanischen Öffentlichkeit bis in die 1960er Jahre hinein weismachen konnte, daß es in den USA keine organisierte Kriminalität gab. Wer das Gegenteil behauptete, konnte sich gleich die Pappnase aufsetzen! Als die Existenz der Mafia nicht länger unter den Teppich zu kehren war, hat diese mit Hilfe von Filmen wie Der Pate selbst für ein geschöntes Image gesorgt.

Was die UFO-Sache betrifft wurde durch gezielte Desinformation die öffentliche Atmosphäre derartig verseucht, daß jede offizielle, ernsthafte Untersuchung durch irgendeinen Bereich der Regierung oder der Medien vollkommen undenkbar ist. Diese Desinformationskampagne läßt sich am Fall „George Adamski“ sogar überzeugend nachweisen. Wie kein anderer hat er mit seinen Geschichten über „Besucher von der Venus“ dafür gesorgt, daß sich wirklich kein rationaler Mensch mehr mit dem Thema beschäftigte. Das Problem bei dieser grandiosen Geheimdienstunternehmung war nur, daß die Hand der Geheimdienste in diesem Fall mehr als offensichtlich war. Adamski genoß höchste Protektion. Da Skeptiker das nicht wegerklären können, erklären sie diese Unregelmäßigkeit mit „psychologischer Kriegsführung“ während des Kalten Krieges.

Was genau soll eigentlich unseren Blicken entzogen werden? Seit Mitte der 1950er Jahre hat sich mit Hilfe außerirdischer Technologien eine vollkommen eigenständige menschliche Zivilisation vom Rest der Menschheit entkoppelt. Die Planeten und Monde und sogar fremde Sternensysteme könnten inzwischen von menschlichen Raumstationen übersät sein, ohne daß wir davon erfahren. Buchstäblich über unseren Köpfen könnten ganze „Sternenkriege“ ausgefochten werden, ohne daß wir auch nur den Anschein einer Vorstellung davon haben, was geschieht.

Diese „zivilisatorische Abspaltung“ muß nicht einmal intentional erfolgt sein, sondern ist höchstwahrscheinlich „einfach passiert“ – und mit jedem Jahr wird es schwieriger, wenn nicht sogar „unmöglicher“, diese beiden getrennten Zivilisationen wieder miteinander zu verbinden. Wie soll das auch geschehen? Ganze Religionen würden kollabieren, ganze wissenschaftliche Fakultäten würden als Ansammlung grenzdebiler Idioten dastehen, praktisch alle Politiker würden ihr Gesicht verlieren, die rechtlichen Konsequenzen wären unausdenkbar, da die Schattenregierung wirklich alle Gesetze mit Füßen getreten hat und nicht zuletzt würde es zu Ausbrüchen von Massenpsychosen kommen, die unmöglich zu kontrollieren wären.

Und jetzt versetze man sich an den Anfang der ganzen Entwicklung, wo Reich, dieser Unglücksrabe, mit seinen UFO-Geschichten „diesen Leuten“ wirklich in jeder Beziehung nur ein Dorn im Auge gewesen sein konnte. Übrigens ist er 1954 auf dem Weg nach Tucson, welch ein Zufall, sogar an Roswell vorbeigekommen! Er hat angedeutet Eisenhower begegnet zu sein. Er hat alle möglichen Stellen mit Briefen über seine „Geheimforschung“ bombardiert, entsprechendes vor Gericht angedeutet…

Reich glaubte, daß er mit seiner Forschung den Schlüssel zum Überleben der Menschheit in Händen halte. – Verfolgt man die Aktivitäten der Schattenregierung, ohne sich vom perfekten Schutzschirm des Lächerlichmachens beeindrucken zu lassen, zeichnet sich ab, daß diese Parallelzivilisation kein Selbstzweck ist, sondern die Schattenregierung einen verzweifelten Kampf gegen die Zeit führt. Mit anderen Worten: wir könnten tatsächlich auf eine kosmische Katastrophe zusteuern, so wie Reich es angedeutet hat. Der Realität am nächsten kommt vielleicht die englische Science Fiction-Serie UFO von Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre, die so eine Schattenregierung (in der Serie heißt sie „Shado“) beschreibt. Das Leben der Menschen nimmt seinen gewohnten Gang, während im Geheimen, jenseits aller staatlichen Institutionen, ein Weltraumkrieg ausgefochten wird. Manche Dinge sind zu Ernst, um sie den Politikern zu überlassen oder gar dem dummen Volk.

Übrigens spielt UFO im futuristischen Jahr 1980. 1970 glaubte jedermann, daß wir 10 Jahre später in einem futuristischen Utopia leben würden mit einem regulären Weltraumverkehr, Autos, die kein Benzin mehr schlucken und Menschen, die in einer Umgebung lebten, in dem die meisten sozialen Konflikte gelöst sind. Oder man denke an die 1975 gedreht Serie Space 1999, derzufolge wir vor 13 Jahren in einer futuristischen Weltraumzivilisation gelebt hätten. Ganz zu schweigen vom Kinofilm 2001 von 1968. Wo ist diese Zukunft, wo sind die wissenschaftlichen und vor allem technologischen Durchbrüche? Diese Utopien waren nicht einfach „Spinnkram“, sondern vollkommen rationale Extrapolationen der Entwicklung durch naturwissenschaftliche gebildete Leute wie Arthur Clarke. Was ist geschehen? Wie konnten wir um all das betrogen werden? Ist das alles in der besagten Parallelzivilisation versickert, während wir in einer Welt leben, die sich seit den 1950er Jahren technologisch kaum verändert hat (wenn wir mal von der Unterhaltungselektronik absehen!)? Das ganze ist eine Anomalität, die wirklich niemandem aufzufallen scheint. Und wenn man darauf hinweist, wird man angestarrt, als käme man aus der Irrenanstalt oder „vom Mars“.

Wie sieht die besagte Bedrohung durch die Außerirdischen konkret aus? Es geht, anders als in der Fernseserie UFO, sicherlich nicht um die Abwehr einer „Invasionsarmee“, sondern um einen schleichenden energetischen Prozeß. Reich glaubte an eine stille DOR-Verseuchung des Planeten, die nur mit Hilfe der Orgonomie erfaßt und abgewehrt werden könne. Wenn man die UFO-Literatur der letzten Jahrzehnte verfolgt und entsprechend gewichtet, zeichnet sich ein Szenario ab, das am besten vielleicht fundamentalistische Christen in den USA erfaßt haben, für die es sich bei UFOS schlichtweg um „dämonische Erscheinungen“ handelt, die „die letzten Tage“ und das zweite Kommen Christi ankündigen. Das umfaßt sowohl das Element, das Reich beschrieben hat, als auch die „spirituellen“ Implikationen von ORANUR. Siehe dazu meinen Aufsatz Ea und die Kreiselwelle als auch meinen Blogeintrag über Wilhelm Reich und Whitley Strieber.

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