Posts Tagged ‘Holocaust’

Adolf Hitler aus Sicht der sozio-politischen Orgonomie

27. Juli 2017

Das Hauptproblem des Linksliberalen ist sein Schuldgefühl. Wegen seines wie auch immer verzerrten Kontakts zum bioenergetischen Kern, findet der Konservative Entlastung von seiner Schuld durch „die Vergebung Gottes“ bzw. deren emotionalen Entsprechungen. Der Linksliberale hat einen sehr prekären Kontakt zum Kern und muß deshalb seine Schuld durch „soziale“ Aktivitäten buchstäblich abarbeiten. Alles, was der Gutmensch tut, ist ein „Ablaßhandel“. Das funktioniert natürlich mehr schlecht als recht und deshalb kommt Hitler ins Spiel. Es muß etwas absolut Böses geben, gegen das man sich wohltuend als das absolut Gute abheben kann. Entsprechend wurde bereits vor langem der antitotalitäre Konsens gekündigt und die Sowjetunion zum „Befreier vom Faschismus“ exkulpiert. Den Holocaust in irgendeinen, wie auch immer gearteten Kontext zu stellen, wäre sozialer Selbstmord, und anzudeuten, daß Hitler durchaus etwas richtig gesehen hat, – man kann sich wirklich gleich selbst die Kugel geben… Damit ist aus charakterologischen Gründen ein Verständnis des Phänomens „Hitler“ in der heutigen Zeit schlichtweg ausgeschlossen!

Soweit ich zurückdenken kann, habe ich Hitler verflucht, weil er „den Russen an die Elbe gebracht hat“. Tatsächlich kann man sich aber die berechtigte Frage stellen, ob die Wehrmacht nicht der in Angriffsstellung befindlichen Roten Armee in letzter Sekunde in den Arm gefallen ist und ob es nicht ihr heroischer Abwehrkampf war, der verhindert hat, daß die Russen bis zum Atlantik durchmarschiert sind. Man muß schlichtweg komplett verpeilt oder dumm wie Brot sein, um nicht zu sehen, daß Stalin, genauso wie etwa Trotzki, die Weltrevolution wollte. Es sollte nur alles schön kontrolliert ablaufen, nämlich auf einem Territorium das zuvor von Sowjetpanzern plattgewalzt worden ist. Aber, wie gesagt, niemand darf böser als der Böse schlechthin sein!

Die Verfolgung und Ermordung der Juden: Ohne den Holocaust macht der Nationalsozialismus keinen Sinn. Man muß sich einfach dazu bequemen, tatsächlich zu lesen, was Hitler und die Hitleristen über die Juden geschrieben haben. Die Juden seien eine Kraft, die allen biologischen Gesetzen (jedenfalls das, was ein Leser der populärwissenschaftlichen Schriften Ernst Haeckels damals dafür hielt!) entgegenarbeiten und die deshalb diesen Planeten über kurz oder lang in einen „weiteren Mond“ verwandeln würden. Die entsprechenden „Charaktereigenschaften“ seien angeboren und nicht veränderbar. Wegen diesem hanebüchenen Unsinn wurden sechs Millionen Kinder, Frauen, Greise, Greisinnen und Männer unterschiedslos ermordet und dazu aus aller Herren Länder herangekarrt.

„Intellekt“ und „Intellektueller“ galt als „undeutsch“ und „jüdisch“. Die Nazis unterstellten den Juden, ganz im „Intellekt“ aufzugehen, d.h. im „kritischen zersetzenden, sterilen Denkvermögen“. Der Jude sei wurzellos, „intellektualisiert“ und zynisch, könne nur „zersetzen und negieren“. Weitere Stichworte: Stadtmenschen, Wurzellose, „Asphalt“, Literatentum, Kaffeehaus, entseelt und diesseitig, bar jeder Tiefe und bar jeder Leidenschaft. Am besten wird das ganze von Goebbels zusammengefaßt, wenn er von „einer bestimmten Geistes- und Charakterhaltung“ spricht, „die das Resultat einer völligen Überwucherung der Kräfte des Instinkts und des Gefühls durch solche eines diabolischen Intellekts und einer eiskalten, dunkelhaften Berechnung ist“ (Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus, Berlin 2007, S. 316f).

Was haben die psychotischen Nationalsozialisten eigentlich verfolgt? Nein, natürlich nicht den emotionell pestkranken „pseudo-liberalen Charakter“ bzw. „modern liberal“, aber eine Entsprechung. Das wird auch deutlich, wenn sie dieser irrealen Chimäre „Jude“ alle nur denkbare Hinterlist und Bösartigkeit andichten, so als wollten sie die Emotionelle Pest beschreiben.

Ähnlich ist es mit dem Haß der Nazis auf das Christentum und der Frage bestellt, warum Leute wie Hitler und Himmler den Islam bevorzugten. Aus ihrer Sicht würde das Christentum mit seiner Friedensbotschaft und dem „Hinhalten der anderen Wange“ im „Überlebenskampf der Rassen“ die christliche „weiße Rasse“ benachteiligen.

Ich will das hier nicht weiter ausführen. Man kann das ganze ohnehin nur vor dem Hintergrund der soziopolitischen Charakterologie verstehen. Als schwarze Faschisten waren die Nazis in vieler Hinsicht das genaue Gegenteil der Kommunisten. Entsprechend hatten sie einen Blick für das, was zum Kommunismus führt: die „Zersetzungsarbeit“, des von seinem biologischen Kern abgeschnittenen pseudoliberalen Charakters und die Naivität und Blauäugigkeit des liberalen Charakters, der eben das ist: „liberal“.

Man kann den Antisemitismus und die Demokratiefeindlichkeit nicht mit Moral überwinden, sondern nur mit der Freilegung der von Reich, Baker und Konia dargelegten charakterologischen Zusammenhänge.

Ohne die Orgonomie muß jede Geschichtsschreibung belanglose Makulatur bleiben!

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Überlebende des Holocaust und die Krebs-Schrumpfungsbiopathie

16. Juli 2017

Eine vom Sheba Medical Center in Israel vorgestellte Studie hat gezeigt, daß das extreme Trauma des Holocaust noch Jahrzehnte später bei der Gesundheit der Opfer Folgen zeitigt. Sie erkrankten weit mehr an bestimmten Krebsformen als andere.

152 622 Überlebende wurden untersucht. Bei 22,2 Prozent wurde nach 1960 Krebs diagnostiziert, im Vergleich zu 16 Prozent bei der Kontrollgruppe. In der ersten Gruppe lag die Wahrscheinlichkeit für Lungenkrebs um 37 Prozent höher, für Darmkrebs waren es 12 Prozent. Interessanterweise gab es kein höheres Risiko bei Brust- und weiblichem Unterleibskrebs.

Für Reich war Krebs mit emotionaler Resignation und bioenergetischer Schrumpfung verbunden. Insbesondere Brust- und Gebärmutterkrebs sind mit sexueller Hemmung und Unbefriedigung verbunden. Also Faktoren, die nicht spezifisch auf Holocaust-Opfer zutreffen. Hier war die Bedrohung, psychoanalytisch ausgedrückt, nicht auf die Sexualtriebe gerichtet, sondern auf die Existenz selbst, die Ich-Triebe. Die Schrumpfung wurde von außen induziert, indem das Leben buchstäblich erstickt und ausgehungert wurde. Man ist an Reichs Ausführungen in Der Krebs erinnert:

Stellen wir uns die biologischen, physiologischen und seelischen Funktionen plastisch-räumlich vor; wir haben einen weiten Kreis mit einem Zentrum („Kern“) vor uns. Das Einschrumpfen der Kreisperipherie entspräche dem Einsetzen der charakterologischen und emotionellen Resignation. Der Kern, das Zentrum des Kreises, ist noch unberührt. Dieser Prozeß schreitet gegen das Zentrum zu fort, das den „biologischen Kern“ darstellt. Der biologische Kern ist nichts anderes als die Summe aller plasmatischen Zellfunktionen. Hat der Schrumpfungsprozeß diesen Kern erreicht, dann beginnt das Plasma selbst einzugehen. Dies fällt mit dem Prozeß des Gewichtsverlustes zusammen. (Fischer TB, S. 224)

DER ROTE FADEN: Der Übermensch

12. Juni 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

 

 

Manuel schrieb 2011: Das EINZIGE was Sinn macht, ist nach einem „persönlichen Motiv“ zu suchen!
Das Hitler seinen Selbsthass und seine Selbstverachtung auf „die Juden“ projeziert hat – ist das etwa kein „persönliches“ Motiv ?
Das Hitler an einer einzigen Stelle – dem Arzt gegenüber, der seine Mutter behandelte- so etwas wie Mitgefühl zeigte – was könnte „persönlicher“ sein?
Das Hitler von allen Deutschen einen Nachweis der „arischen“ Abstammung bis in die dritte Generation verlangte, den er selbst nicht erbringen konnte – ist das nichts „persönliches“??
Das Hitler seinen Vater hasste – von dem er annahm, daß er jüdischer Herkunft war – weil dieser ihn einsperrte, täglich schlug, verspottete (zB. wegen angeblich mangelnder Intelligenz!) und nicht mit seinem Namen, sondern mit einem Pfiff -wie einen Hund- rief, weil dieser Vater seine „arische“ Mutter mit „jüdischer“ Grausamkeit behandelte…
keine persönlichen Motive?
Mir reicht die genaue Betrachtung der Kindheit Adolf Hitlers aus, um das Phänomen Hitler vollständig und logisch zu erklären. Für den Rachefeldzug gegen seine in der Kindheit erlittenen Demütigungen standen dem Führer genügend Menschen zur Verfügung, die aufgrund ähnlicher Kindheitserfahrungen ähnlich strukturiert waren.
Diese Geschichte ist kein Rätsel mehr – dank Alice Miller ( „Am Anfang war Erziehung“).
Hitler hat übrigens versucht, die Spuren seiner Herkunft zu tilgen – er ist sogar so weit gegangen, Gräber seiner Vorfahren zerstören zu lassen!
Trotzdem ist seine Kindheit aussergewöhnlich gut durch übereinstimmende Zeugenaussagen seiner Verwandten und Bekannten dokumenmtiert, so daß es keinen Zweifel an der Situation geben kann, in der er aufgewachsen ist.

Dazu Peter: An Hitlers Werdegang von der Geburt an ist kaum etwas Außergewöhnliches. Nichts unterschied ihn von Millionen anderen. Der Bruch zum exterminatorischen Antisemiten mit Messiaskomplex fand irgendwann zwischen Ende 1918 und Herbst 1919 statt. Was nun der Auslöser war, wird sich wohl kaum je rekonstruieren lassen, zumal bei einem paranoid-schizophrenen Charakter, der darüber hinaus durch eine lange Reihe von Inzucht erblich vorbelastet war, wirklich so gut wie alle Anlässe sonst was auslösen können.
Reich hatte in vieler Hinsicht eine weitaus traumatischere Kindheít, Jugend, Kriegszeit und Nachkriegszeit als Hitler!

Peter: Noch mal zur Verdeutlichung: es geht um MASSENpsychologie, sozusagen um Statistik, nicht um individuelle Biographien. Es gibt genitale Charaktere, die aus einer Familienhölle mit Alkoholismus und Mißbrauch hervorgegangen sind, und es gibt neurotische Wracks, deren Eltern Orgonomen waren.
Statistik wie sie DeMeo in seiner Saharasia-Arbeit vorexerziert hat. Individuelle Biographien sind ziemlicher Quark. Es hilft kaum etwas beim Psychotherapeuten und erst recht nicht bei „Fernanalysen“, die etwa Fromm und Miller bei Hitler vorgenommen haben. Das erinnert mich an eine Möchtegerntherapeutin, bei der ich mal in „Therapie“ war und der ich mal von mir erzählt habe: Ich konnte ihr einfach nicht mehr ausreden, daß meine Kindheit von Gewalt geprägt war. Vollkommener Quatsch! „Arbeiterkind >> Gewalt gegen Kinder!“ Und wenn man dagegen argumentiert, ist das Ausdruck von „Verdrängung“!
Ein Orgontherapeut interessiert sich ausschließlich für das Hier und Jetzt und nicht für irgendwelche mythischen Vergangenheiten – die eh eine Funktion der Gegenwart sind. Ja, diese Gegenwart ist aus der Vergangenheit hervorgegangen, aber das ist ein massenpsychologisches Problem.
Reich: erst Biologie (die Gegenwart), dann Soziologie (Massenpsychologie) und schließlich weit abgeschlagen ein bißchen Psychologie (Freud). Bei Miller und Konsorten ist diese Reihenfolge umgekehrt.

Manuel: „Es ist auffallend, daß alle Charakterisierungen des Juden, auf die Nazis am besten selbst zutreffen.“
Diesem Punkt möchte ich aus eigener Erfahrung zustimmen. Ich hatte einmal einen Alt-Nazi als Chef, der im Geschäftsgebaren alle den Juden zugeschriebenen Eigenschaften zeigte. Er selbst bemerkte das natürlich überhaupt nicht, sondern fühlte sich „arisch-rein“. Das war damals ein Aha-Erlebnis für mich -ich hatte einen Grundmechanismus des Antisemitismus „entdeckt“ (d.h. live erlebt und somit seine Wahrheit bestätigt). Wie wohltuend war es für diesen Mann, all seine miesen PERSÖNLICHEN Eigenschaften einem Sündenbock -den Juden- zuschreiben zu können und sich selbst gut und rein und stark zu fühlen. Vor diesem Erlebnis hatte ich es nicht für möglich gehalten, das die Motivation für antisemitischen Hass so einfach und durchschaubar und bloß auf persönlichen Defiziten basieren könnte, von denen man sich befreien möchte ohne an sich „arbeiten“ zu müssen.
Was Reichs traumatische Kindheit angeht: Reich hatte keinen emotionalen Rückhalt in seiner Familie aber zB. bei seinem Hauslehrer. Ich denke, das hat ihm sehr geholfen und seinen späteren Lebensweg als Wissenschaftler stark beeinflußt. Adolf Hitler ist aber scheinbar ohne eine EINZIGE Person aufgewachsen, die ihm liebevolle Zuwendung gegeben hätte.

Manuel: Ich bin gerade auf folgenden Artikel gestoßen:
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/zeitgeschichte/michael-grandt/adolf-hitler-teufel-daemon-oder-schwer-misshandeltes-kind-.html
Leider wird hier die möglicherweise jüdische Herkunft des Vaters als „Ammenmärchen“ abgetan. Es ist aber wahrscheinlich, daß Hitler dieses Gerücht in seiner Kindheit zu hören bekommen hat. Die Ungewißheit hat in jedem Fall an ihm genagt, denn er versuchte alles über seine Herkunft herauszufinden und gleichzeitig so viele Spuren wie möglich zu verwischen.

Peter : David hat mich neulich auf folgendes verwiesen:
http://www.bild.de/BILD/ratgeber/kind-familie/2010/11/15/horror-eltern-historischer-figuren/joerg-zittlau-luther-balzac-liz-taylor-hitler.html

O.: Was mich immer erstaunte, war, dass es soviel schwule Nazis gab, die aber nicht offen so auftreten konnten. Und gerade aus diesem Zwiespalt wurde der eigenen Trieb (Neigung) ständig unterdrückt und suchte sich um so heftiger ein Ventil …
Ebenso ist die „Elite“ alles andere als arisch, sportlich (athletisch) und nordisch. Auch heute noch sieht die Nazi Szene nicht als typisch arisch aus und würde nach eigenen Maßstäben „ausgesondert“ werden. Aber da sie ihren Hass nach außen projezieren können, scheint die Verdrängung der eigenen Häßlichkeit zu glücken. Je mehr sie sich selbst für minderwertig halten, desto brutaler gehen sie vor. Und wenn die neue „Elite“ besser zu sein scheint, gibt es dann den inszenierten „Röhm-Putsch“ und sie werden vernichtet.
Die Liquidation des SA durch die SS zeigte dem Volk, dass jeder willkürlich vernichtet werden könne, der nicht richtig spurt und ein Widerwort gibt.
Man müsste sich noch einmal die Attribute anschauen, die den Juden angedichtet worden sind: Diese passen wohl am besten zur eigenen Lebensweise und Motivation. (Projektion)
Dennoch kann man nicht die Macht des geschlossenen Gedankensystems, der Propaganda und der Einbeziehung jeder gesellschaftlichen und beruflichen Gruppe in ihrer Wirkung unterschätzen. Und das ist genau das Problem, dass uns heute nicht mehr der „Zauber“ gegenwärtig ist, den die Nazis wirkungsvoll und theatralisch aufgebaut haben.

Peter: Bei der ganzen „Bewegun“g ging es immer nur um eins: Sex, insbesondere Sadomaso. Allein schon der Uniformenfetisch. Das ganze nahm seinen Anfang mit Wagners Musikdramen und all den hysterischen, schwulen Wagnerianern, die bei der „überwältigenden“ Musik zu Gelee wurden. Wirklich alles war auf „Überwältigung“ ausgerichtet.

Manuel Says:
25. März 2011 um 12:52 | Antwort
Und wie kommt es, daß Sex mit Sadomasochistischen Vorstellungen besetzt wird?
Damit schließt sich der Kreis zu dem, was ich Eingangs schon erwähnte

O.: Ich stutze über diesen Satz:
„Nietzsche hat diese „negative Egologie“ [gemeint war Stirner] in eine positive umgeformt, indem er den theologischen Bezugsrahmen zu einem biologischen machte:…“
Ich würde umgekehrt eher von positiver „Egologie“ sprechen bei Max Stirner, da er einen positiv besetzten Egoismusbegriff diskutiert. Beim hier gezeigten Nitzsche Zitat gilt das „Ich“ als „negative besetztes Ich“ mit allen destruktiven Anteilen (sekundäre Schicht bei Reich) und das „Selbst“ bei Nitzsche – als positives Gegenstück (der biologische Kern bei Reich). Die Selbst-Psychologie scheint diesen Begriff dann wohl von Nietzsche übernommen zu haben …

Peter: Anfang des 19. Jahrhunderts hat Stirner die Theologie, die besagt, daß man Gott durch Festlegungen nicht dem Menschen verfügbar machen kann, radikal umgekehrt: ICH bin nicht verfügbar – „habe meine Sache auf nichts gestellt“, bin eigenschaftslos wie Gott. Am Ende des Jahrhunderts war der Bezugrahmen nicht mehr theologisch bzw. antitheologisch, sondern biologistisch: „Ich bin eine wilde Bestie“, d.h. nicht domestiziert – aber ich habe jede Menge „positive“ (definierbare) Eigenschaften.

Erik Jan van Hanussen: Naja Alice Miller hat Adolf Hitler unter die Lupe genommen mit Biographien die auf undurchsichtigen Quellen beruhen.
So ist von der Nekrophilie Hitlers die Rede, der sich gern unter scheissende Frauen gelegt hat und der den Orgasmus bekam wenn er mit Tritten penetriert wurde. Die Quelle ist der damalige englische Geheimdienst OSS.
Den Werdegang von Hitler logisch zu erklären schafft niemand, warum hat er denn während des 2. Weltkriegs jeden Tag das eiserne Kreuz getragen was ihm von einem jüdischen Offizier überreicht wurde? Warum hat er Amerika den Krieg erklärt zu einem Zeitpunkt wo man sich vor Moskau zurückzog?
Vielleicht wurde ihm ja wirklich der Zippedäus von einer Ziege abgebissen sowie es ein Mitschüler aus Leonding später an der Ostfront erzählt und deshalb vom NS-Gericht zum Tode verurteilt wird. Man kann und wird es wohl niemals begreifen.

Peter: Was Hitler letztendlich angetrieben hat, ist ziemlich gleichgültig, Vielleicht war es ja die lange Linie von Inzucht, aus der er hervorgegangen ist. So wie der süße „reinrassige“ Familienhund, der aus heiterem Himmel zur Bestie wird und von der Polizei erschossen werden muß. Wichtig ist nur, daß solch ein Individuum nur wirksam wird, „wenn seine persönlichen Anschauungen, seine Ideologie oder sein Programm am die durchschnittliche Struktur einer breiten Schicht von Massenindividuen anklingt“ (Massenpsychologie des Faschismus, S. 53). Meines Erachtens war dies bei Hitler seine widersprüchliche Doppelstruktur: einerseits das Feige und Beharrende (ein unglaublich willensschwacher Mann, der keine Entscheidungen traf = die Panzerung) und andererseits das Treibende, Kompromißlose (die radikalsten Lösungen wurden jeweils bewilligt = die aufgestaute Energie will RAUS). Das treibt die Massen bis heute: eine alles erstickende feige reaktionäre Indolenz hier und doch der Traum von Glorie, revolutionärer Rache und Befreiung da. Man schaue sich doch die zahllosen heimlichen bis unheimlichen Hitler-Fans im Internet an: sie glauben heroisch gegen den Zeitgeist anzukämpfen, doch tatsächlich verkörpern sie diesen wie kaum welche.

Tzindaro schrieb 2016: Hitler was not unusual. His attitudes toward Judaism was close to the Central European norm, in a tradition going back centuries. Look at the anti-semitic writings of Martin Luther for example. Anyone writing such things today would be arrested for volkverhetzung.
The anti-semitic teachings of the Catholic church over hundreds of years set the stage for the extermination of the Jews. If there was any single root cause of Nazism, that was it. Hitler and almost all the Nazi leadership were brought up in the church and instructed in it’s teachings. They remained church members in good standing throughout their lives. In fact, when they had lost the war, many Nazis were helped to escape by the church, which hid them in monasteries and got them safe passage to South America, where they were granted refuge at the request of the Vatican.
Seen from the long viewpoint of history, Nazi anti-semitism was only the latest outbreak of the long-term program of the Catholic Church to rid Europe of the main competing religion. Nazism, like Lutheranism, was only a sect of the Christian culture that created it.
Fortunately, Europe since the war has rejected religion of all kinds and embarked on an experiment: the first truely secular society in history. An agressive secularism, following the French model, is the best hope of avoiding any future holocausts.

Robert schrieb 2011: Der Hinweis auf Rainer Zitelmann war mir neu. Bei Wikipedia steht etwas über ihn.
Ich frage mich, ob Theleweits „Männerphantasien“ ebenfalls durch Reich angeschoben wurden und ob es neben Zitelmann noch weitere Geisteswissenschaftler gibt, für die Reich den Anstoß gab.

Robert weiter: Diskussion „Hitler Heute“ von 1995 mit Rainer Zitelmann:

Manuel 2011: Die widersprüchliche Persönlichkeitsstruktur Hitlers, die Wilhelm Reich treffend mit den Worten charakterisiert: „Rebellion gegen die Autorität mit gleichzeitiger Anerkennung und Unterwerfung“ lässt sich nur durch die Kindheitssituation Hitlers erklären: Als Kind eines brutalen, sadistischen (usw.) Vaters muss man sich auflehnen und rebellieren um als eigenständiges Wesen zu überleben, gleichzeitig muss man seine Autorität anerkennen, ihn lieben und bewundern, sonst könnte man als KIND emotional (und manchmal auch physisch) nicht überleben.

O.: Rainer Zitelmann scheint Hitler positiv als „Revolutionär“ zu verstehen (Wikipedia) und kann seine Begeisterung auch in der Gesprächsrunde kaum unterdrücken, zumindest passt sein Bart zur inneren Haltung, von der er sich wohl frei glaubt. Ein 25-jähriger Zuschauer betitelt ihn als „mother fucker“, da er Frau M. Mitscherlich aufdringlich widersprechen muss und stellt die interessante Frage, die nicht beantwortet wird: Ob die Deutschen nicht Hitler gegen Ende des Krieges darüber getäuscht haben, dass sie noch hinter ihm stehen würden und vielmehr boykottieren würden?
Die Reduzierung von des deutschen Faschismus auf Hitlers Wahn und die Vernichtung der Juden, wie es in dieser Sendung Tenor ist, verkennt, dass die Basis für einen neuen Faschismus weiter existiert. Um meine Oma zu zitieren: „Hitler war nicht verkehrt, nur das mit den Juden, hätte er nicht machen sollen.“ Hitler hat begeistert und fasziniert und die damalige „deutsche“ Jugend in seinem Sine erzogen, ein Erbe, dass weiter besteht. Insbesondere bei den Arbeitern konnte er Punkten … und seine SA/SS-Terrorherrschaft ausbauen.
Wo Bildung fehlt – wie heute – wird Faschismus geschaffen, an Führer/innen fehlt es nicht. Nur ein neues Feindbild müßte her …
Da der Mut fehlt, W.R.´s Massenpsychologie des Faschismus zu verstehen, gibt es kein Jenseits des Faschismus. Er lebt in den autoritären Gesellschaftsstrukturen weiter und Hitler-Analysen sind Heucheleien.
Hitler war „nicht“ wahnsinnig, sondern hat den üblichen Wahnsinn auf die Spitze getrieben und ihn benutzt. Er hat den Faschismus in der „Demokratie“ entlarvt, in dem er den Faschismus offen ausgelebt hat. Dass er nicht siegreich war, verdanken wir nicht einem „deutschen Widerstand“ (des Militärs) – sondern seiner Dummheit, stets den größten Unsinn zu verzapfen. Wäre er nur ansatzweise genial gewesen, nicht auszudenken, wo wir jetzt leben würden.
Dennoch wird ihm nachgeeifert aller Orten.
Ob Reich hier die (einzig) richtige Antwort gefunden hat, ist schwer zu sagen, doch es ist ein Anfang, die Sache zu verstehen.

Robert: Um meine Oma zu zitieren: „Hitler war nicht verkehrt, nur das mit den Juden, hätte er nicht machen sollen.“
Jede Zeit hat ihre Mythen und heutzutage wird geglaubt, unsere Urgroßeltern wären alle verführte Trottel gewesen, die einem geisteskranken Schreihals hinterherrannten. Womöglich wird man ebenso in 70 Jahren unsere heutige Überzeugung als Unsinn entlarven.
Meiner Überzeugung nach besteht das Problem mit M. Mitscherlich mit ihrem Psychologismus, der bar der Fakten Psyche erklärt. Das Gleiche passt übrigens zu Reichs „Massenpsychologie des Faschismus“ von 1933, die geprägt ist von Reichs kommunistischer Ideologie, die letzlich die eigene Position als Selbstverständlich voraussetzt.
Bei den letzten freien Wahlen waren immerhin 60% der Wähler gegen Hitler, also schneiden unsere Vorfahren gar nicht so schlecht ab. Verwechselt werden heutzutage ständig Volksabstimmungen über Gebiete mit Parlamentswahlen.
Meiner Erfahrung nach ist historisches Faktenwissen zur damaligen Zeit sehr gering. Da liegt der Hang zum Psychologismus nahe.

Manuel: „Hitler war nicht verkehrt, nur das mit den Juden, hätte er nicht machen sollen.“
Ja, so ähnlich habe ich das auch schon öfter von Menschen dieser Generation gehört. Mir scheint, daß ausser einzelnen Perversen kaum jemand in Deutschland die „Endlösung“ wollte – trotz allgemeinem (latenten) Antisemitismus. Ohne Hitler hätten wir einen „ganz normalen“ Faschismus gehabt, so wie in Italien, Spanien etc.
Der Verlauf des Krieges und die Obsession der Judenvernichtung zeigen, daß Hitler wirklich wahnsinnig war und nicht „bloß“ ein manipulativer politischer Stratege.

Robert schrieb 2011: Deswegen auch der irrsinnige Hass auf Sarrazin, der sich Gedanken über Genetik und Intelligenz gemacht hat. Für die linken „Antifaschisten“ soll es soviel Inzucht und künstliche Auslese Richtung Verblödung geben wie nur möglich.
https://i0.wp.com/www.spiegel.de/images/image-20024-panoV9free-ljud.jpg?zoom=2

O.: … Dann wäre die freie und selbstbestimmte Partnerwahl der „Wissenschaft“ geopfert und die Liebe hätte (auch wieder) keine Chance, so wie der Gutsherr, der bestimmt, welcher Knecht welche Magd ehelichen dürfe oder der Vater, der den Schwiegersohn für die Tochter aussucht, was wir ja in der muslimischen Welt noch so als Brauch haben. … „Schöne neue Welt“ – da war es doch ähnlich. Retortenkinder (ohne energetischen Zeugungskontakt), ausgesucht nach deren Erbmaterial.

O.: Was soll die Genetik hervorbringen?
Resistente und somatisch gesunde „Körper“? – Oder das Konstrukt, von dem wir glauben, jemand sei intelligent?
Demnach wäre Intelligenz vererbbar??? Darüber ließe sich trefflich philosophieren und, weiß Gott, streiten.
Mit der Intelligenz verhält es sich so, dass das gemessene IQ-Kontrukt (meist sprach- und kulturgebunden, sowie altersgebunden) eine Varianz um den Mittelwert 100 für die meisten Menschen misst (so ist der Test angelegt). Wer zwei Standardabweichungen drunter oder drüber liegt, bekommt einen auffallenden Wert, der klinisch interessant werden könnte, da er aus dem Rahmen fällt. Nun mag man sich freuen, wenn ein Kind einen höheren IQ nach HAWIK hat als 130, doch was sagt diese Intelligenz für die soziale Realität aus?
Das Kind ist „überbegabt“ (hochbegabt) und wird Probleme bekommen, die nur mit Soziapädagogik auszugleichen wären. Die wenigsten finden eine Nische, in der sie mit ihren einseitgien Fähigkeiten etwas anfangen können. Die meisten werden scheitern. Die Hochbegabung wird zur „quasi-geistigen Behinderung“, wie für jemanden der unter 70 IQ-Punkten liegt. Was nützt also das Geschwafel von der Intelligenz? Jeder normal Begabte hat die Möglichkeit sich besser zu entwickeln und dies hängt von sozialen und finanziellen Mitteln ab.
Hätte Hr. Sarrazin einen Bachelor in Psychologie und hätte die Vorlesung in Differenzielle Psychologie besucht, müssten die Leser nicht solch Laienwissen sich anhören, behaupte ich mal. Ebenso wird es sich mit seinen Genetikkenntnissen verhalten. Aber als Politiker reicht es ja meist nur fürs Jurastudium und dies behaupte ich mit Nichtwissen, wie es Juristen zu tun pflegen.

O.: Wer sich zum Thema Intelligenz noch mal „intelligent“ machen will, dem sei diese Seite empfohlen:
http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzwasistdas.html
Über Genetik steht da auch so manch amüsantes.

Robert: Ich habe mich schon als Jugendlicher mit der Kritik der IQ-Messung beschäftigt. Das Problem ist, die Literatur ist leider ideologische Pseudo-Wissenschaft. Während im Physischen jederman akzeptiert, dass es unterschiede gibt, soll es im geistigen nicht gelten. Klar ist es schwieriger, Intelligenz statt Renngeschwindigkeit zu messen, ohne Frage. Doch es funktioniert, sogar weltweit.. Man kann Japaner mit Afrikaner vergleichen usw. Die Unterschiede von Völkern, Rassen und Individuen anzuerkennen, heißt nicht automatisch, sie in schlecht oder gut einzuteilen.

Peter: Leute, die die „Gleichheit aller Menschen“ propagieren, vermeinen mehr Humanität zu verbreiten. In Wirklichkeit verbreiten sie Terror. Man denke nur an all die armen durchschnittlich, vielleicht sogar unterdurchschnittlich intelligenten Kinder, die von ehrgeizigen Eltern durchs Gymnasium gepeitscht werden. Früher hatte jedes Unterschichtkind normale Rechtschreib- und Rechenkenntnisse. Heute, wo wirklich alle Kinder mit hochwissenschaftlichen Methoden unterrichtet werden, bleiben die weniger intelligenten Kinder auf der Strecke und lernen gar nichts. Beispielsweise macht aus abstrakt mathematischer Sicht es wirklich Sinn mit der Mengentheorie anzufangen (weil die Menge fundamentaler ist als die Zahl) – mit der aber leider kein Mensch etwas anfangen kann, der nicht Mathematik studieren will.
Diese Gleichmache sind zutiefst inhuman. Es geht eh nur darum, daß SIE (die Gleichmacher) sich gut fühlen. „Ich bin kein Rassist!“

claus schrieb 2015:
“ […] manche Leute können einfach nicht genug kriegen von Hitler und Konsorten. Es bringt Bewegung in die erstarrten Glieder.“
Er ist das einzige, was alle Hauptschüler von deutscher Geschichte kennen. Und viele (alte Linke) behaupten immer noch, man laufe Gefahr, den NS nicht ausreichend zu behandeln. Was ja stimmt: Es fehlt Kontext – also Geschichte vor dem NS.

claus: Sehe gerade: „Neuheidentum“ auf dem mittleren Strang. Nee, das ist ähnlich wie Schuler, Wolfskehl, … eher schon etwas, das den NS auf einem Seitenstrang vorbereitet. Es ist einfach zu ästhetisch, träumerisch, versponnen. Man denke auch an Georges Maximin-Kult, der sicher sehr verwandt damit ist, und auch an den theosophischen Runenforscher, dessen Name mir nicht einfällt, …

Peter: Akif Pirincci und das faschistische Merkel-Regime: http://www.pi-news.net/2015/11/p489523/

Peter: Ja, die hege Bunte Republik ist eine Wiedergängerin des Dritten Reiches! Helldeutschland ist ein Terrorstaat, der quasi offiziell Mordaufrufe ausgibt!
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/helldeutsche_wirklichkeit_hass_hetze_brand

Der Rote Faden: Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

1. Juni 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion:

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

DER ROTE FADEN: Der Weg in den Faschismus (Wien)

15. Mai 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion:

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

 

 

Robert (Berlin) schrieb 2011: Lebt zusammen mit seinem Bruder Robert und einem Mitstudenten, der später Psychoanalytiker wird (er wurde m.W. nie identifiziert)
Könnte es Edward Bibring gewesen sein?

O. schrieb: Was mit dem Bruder Robert passierte wird immer nur am Rande erwähnt oder mal in einem Gerücht ausgeschmückt, vielleicht gibt es dazu ja noch differenzierte Informationen. Um es mal einfach anzusprechen, angeblich hätte es einen Identitästausch zw. Robert u. Wilhelm gegeben, nach dem Tod eines der beiden (wie man es dann sehen möchte). Das klingt nach totalem Schwachsinn, soll aber mal intern benannt worden sein. – Das mal so als Hinweis, in welche Richtung man auch mal schauen könnte, wenn da was dran wäre.

Dazu Peter: 1922 hat Robert Ottilie Heifetz geheiratet. Mit der hat Myron Sharaf noch Anfang der 70er Jahre gesprochen. Es ist schlichtweg kein Raum für irgendein „Szenario“. BTW: Ich habe noch nie ein Photo von Robert gesehen. Kennt jemand eins?

Jonas: „Auf Wilhelm Rouxs zum gleichen Thema erschienenem Buch fußend, führt Kammerer den Begriff „Selbstregulation” ein, die als Fähigkeit des Organismus definiert wird, die unterschiedlichsten Eingriffe durch die Umwelt aufzufangen.“
Evt. lohnt es sich, Reichs späteres Verständnis von „Selbstregulation“ mit anderen Konzepten zu vergleichen, die sich direkt oder indirekt von Roux/Kammerer herleiten. Ich denke da z.B. an die Affekt-Theorie von Silvan Tomkins, in der auch gelegentlich die Orgasmusfunktion gestreift wird.
http://atheoryofmind.wordpress.com/2011/06/15/affect-week-part-2-silvan-tomkinss-affects/

Pierre: „Ab wann „zählen“ dann seine Schriften? Für Reich selbst war diese Wasserscheide ungefähr 1940 erreicht, als er sich der Entdeckung des Orgons sicher wurde und sich an das Verfassen seiner „wissenschaftlichen Autobiographie“ Die Entdeckung des Orgons: Die Funktion des Orgasmus machte.“
Dort lesen wir gleich zu Beginn, datiert Nov. 1940,
was so ganz anders klingt:
„Es ist nützlich, wissenschaftliche Biographien in jungen Jahren zu schreiben … Auch ich könnte nachgeben und ableugnen, was in jungen Kampfjahren ehrliche wissenschaftliche Überzeugung war.“
Wenig später, am 2. April 1941 schrieb er an Neill:
„1. Ich verfüge über die Orgonstrahlung … und niemand außer mir weiß, wie man mit ihr umgeht.
2. …
3. …
4. …
5. …
Mein lieber Neill, das bedeutet MACHT, und Du kannst sicher sein, ich werde sie gegen jeden gebrauchen, der …“
Was kann diesen Umschlag bewirkt haben? Das zwischenzeitliche Treffen mit Einstein?

Robert schrieb 2013: „Im ursprünglichen Manuskript“
Was ist damit gemeint. Etwa nicht die deutsche Ausgabe, sondern eine Xerox-Kopie?
„Folgende Sätze aus dem Originalmanuskript von 1937 strich er ganz“
Passt zu Bennets Theorie, dass Reich sich an die USA im Politischen anpasste.

Dazu Peter: In der vom Verlag Stroemfeld/Nexus zu verantwortenden Ausgabe von 1995 ist in spitzen Klammern eingefügt, was Reich aus dem ursprünglichen Manuskript von 1937 für die amerikanische Ausgabe von 1953 gestrichen hat. Es handelt sich dabei meistens um Interna aus der psychoanalytischen Bewegung und um Stellen, wo Reich als politischer Kommunist sichtbar wird. Er hat das alles damals mit Myron Sharaf zusammen gemacht, der bezeugt, wie Reich sich gewunden und mit sich gekämpft hat: nicht aus Angst vor „McCarthy“, sondern weil er sich selbst kaum widererkannt hat. Er habe dann aber der historischen Wahrheit nachgegeben – bis eben auf seine Tätigkeit als „Revolutionärer Sozialdemokrat“ und KP-Funktionär. Was idiotisch war, denn das hätte bewiesen, daß Reich in Moskau durchaus eine bekannte Größe war – von wegen der kommunistischen Verschwörung gegen ihn!
Es ist etwa so wie mit den Grünen: Ich kenne Leute, die haben sich Anfang der 80er Jahre bei denen engagiert und haben damals die Kinderfickerei mitgekriegt (NICHTS ist übertrieben – eher im Gegenteil!!!) und können heute nur noch den Kopf über sich selbst schütteln: „Wie blind und blöd konnte ich bloß sein!“ Andererseits ist die damalige Situation heute kaum nachvollziehbar. Damals waren die Grünen noch nicht flächendeckend in kommunistischer Hand wie heute.

Peter: Was bleibt, ist EKEL:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-debatte-um-gruene-volker-beck-taeuschte-oeffentlichkeit-a-923357.html

Zeitgenosse: Eine Schande ist auch, dass sich viele Grüne der 68er, wie dieser Daniel Cohn-Bendit, auf Wilhelm Reich berufen haben.
Willy muss tatsächlich für vieles herhalten – auch posthum. Oder man fragt halt einen Hrn. Fischer um die Meinung eines toten Reichs.

Peter: „Sexualpolitik“ (Sexpol) heute…
http://www.spiegel.de/media/media-32292.pdf
Allein schon dafür werde ich die GRÜNEN ewig hassen!!!

Zeitgenosse: Ob Reich sich nun aus Überzeugung oder Opportunismus gewandelt hat, spielt im nachhinein kaum eine große Rolle. Es unterstreicht einfach nur, dass WR ein normaler Mensch und Forscher war und kein Halbgott, Prophet oder Mr.perfect (also nicht so, wie in manche Reichianer gerne hinstellen).
Auch aus diesem Grunde bin ich sehr vorsichtig bei der Interpretation von Reden und Äußerungen von Menschen – denn man weiß nicht in welchem genauen Kontext man sie einordnen kann. Auf alle Fälle keine unumstößliche Wahrheit und kein Bibel.
Hinsichtlich Anpassung: Ich kann es schon irgendwie nachvollziehen. Zuerst war die kommunistische Bewegung in Kontinentaleuropa eine Enttäuschung, der Rauswurf bei der Psychoanalytischen Vereinigung, der Kampf in Skandinavien und am Schluß das trügerische angeblich so „Freieste Land der Erde“; also die USA.

Zeitgenosse: Nachtrag: Daher meine Meinung, dass die Orgonomie in politischer Hinsicht keine absolute Wahrheit darstellen kann. Dafür ist zu viel Wendehals dabei in meinen Augen. Immerhin kann man sogar die Orgontherapie (wie alle anderen Therapien) als eine Art der Gehirnwäsche interpretieren. Man kann eine leere Hülle hinterlassen, die man mit „genehmen“ Ideologien wieder auffüllt. Daher mache ich auch keine.
Wo allerdings für mein dafürhalten die Orgonomie tatsächlich FAST an eine absolute Wahrheit hereinreichen kann, sind die Erkenntnisse in den Bereichen Medizin, Biologie und Physik. Aber diese Bereiche sind mir selber auch die liebsten wie ich zugeben muss.

Peter 2014: Die heutige SPÖ ist genauso verachtenswert wie ihre Vorgängerin, die SDAP zu Reichs Zeiten. Halt Sozialdemokraten… Ausspuck!!!
http://www.pi-news.net/2014/12/oesterreich-identitaere-stellen-neues-holzkreuz-auf/

Robert 2013: „Die Weltliga war 1928 in Kopenhagen gegründet worden als internationales sexualwissenschaftliche Diskussionsforum von den Deutschen Magnus Hirschfeld, Max Hodann, August Forel, Helene Stöcker,“
Auguste Forel ist meines Wissens Schweizer.

David: „Reich versucht in Massenversammlungen durch die kollektive Atmosphäre der Sexualbejahung den neurotischen Widerstand und die moralistische Hemmung des Einzelnen zu umgehen. Deshalb war Reich in gewisser Weise Begründer der Gruppentherapie.“
Begründer der Gruppentherapie – und auch eine Antithese zu Hitler und Goebbels, die auf ihre Weise die Hemmungen der Einzelnen umgingen („Wollt Ihr den Totalen Krieg?“)
Zu dieser Zeit wußte Reich nicht, daß die KPD nur an der parteipolitischen Mobilisierung der Massen interessiert war, aber nicht an Massen, die eigene Bedürfnisse vorbringen.
Nein, der Kommunist will nur die Massen anlügen, ausbeuten, sie vor seinen Karren spannen. Die Massen befreien will er nicht; das täuscht er nur vor. Nicht anders als die Nazis.

O.: Gibt es eine Quelle, die belegt, dass Emmy Rado beim OSS war (in leitender Funktion) und (daher auch) mit Reich Kontakt pflegte?
Robert:
http://de.wikipedia.org/wiki/Geheimreport

O. schrieb 2013: Sehr schöner klarer Artikel. Gibt es den Brady Artikel irgendwo zum Lesen? „Masse und Staat“ (Kap. 9 in Massenpsychologie d. Faschsimus) war also der direkte Auslöser, wo sich Frau Brady provoziert fühlte. Auch hier gibt es ein Auflagen-Wirrwarr mit hinuzgefügten Kapiteln, so dass sich Raubdrucke der 70-er (Nachdrucke der ersten Auflagen) und spätere Auflagen (meist auch unter Berücksichtigung der Orgonthese) unterscheiden. Dieses Kapitel ist aber auch nicht mit „Menschen im Staat“ zu verwechseln, wenn ich das richtig sehe. (Habe die Bücher nicht griffbereit.)

Dazu Peter: Hier das, was neben dem Mord an Reich, von Wertham übriggeblieben ist:
http://www.decaturdaily.com/stories/Anti-comics-crusader-seduced-himself,113321

Peter weiter: Und hier die Geschichte aus einer zugegeben bizarren Quelle:
http://books.google.de/books?id=VTx9dI9Iw4MC&pg=PT281&lpg=PT281&dq=wertham+brady&source=bl&ots=Aa0v9mog3_&sig=L-b9mmhMbBZQC1Gd0W9U6SnAy0s&hl=de&sa=X&ei=NAiUUZvzApHltQaaxoC4Dg&ved=0CFYQ6AEwBA

O.: Aus dem Turner Buch kann man nicht einen Satz zitieren, Ernst nehmen, aber es zeigt, zu was Reich-Hasser imstande sind, zu erfinden. Das Buch muss er doch in der geschlossenen Psychiatrie geschrieben haben als ihm langweilig wurde, normal ist das nicht.

Robert schrieb 2011: Zu Marie Frischauf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Pappenheim

Zur Broschüre:
http://www.file-upload.net/download-3448844/Frischauf_Reich-Ist-Abtreibung-sch-dlich.pdf.html

Robert weiter: Siehe auch:
http://www.schoenberg.at/index.php?option=com_content&view=article&id=701%3Asatellite-collection-p10&Itemid=330&lang=de
„Zeitdokumente
Zeitungsartikel aus der Reichspost vom 5.5.1933/7, Nr. 124 „Wien die neue Zentrale der kommunistischen „Sexualreformbewegung“? – Hände weg von Österreich!“ 1 Seite
Der Artikel wirft Maria Frischauf vor in Österreich an der Verbreitung und Organisierung der Kommunistischen Sexualreformbewegung in Österreich beteiligt zu sein.
Bericht über Hausdurchsuchung des Münster-Verlag in Wien wegen Verbreitung unzüchtiger Duckwerke. Von der Bundes-Polizeidirektion in Wien an das Landesgericht für Strafsachen Wien I, Abt.26. am 25. März 1934. Es wurden 95 Stück des Buches von Dr. Marie Frischauf und Dr. Anni Reich: „Ist Abtreibung schädlich?“ gefunden. 3 Seiten“

Peter: Auch sei [so Reich] eine „sexualbejahende Ethik“ de facto ein Widerspruch in sich selbst.
Allgemein zur Lebensfeindlichkeit der Ethik siehe
http://www.pi-news.net/2011/05/weltwoche-die-ethik-und-moralseuche/

Robert 2014: Zu Arnold Deutsch
„Der Österreicher Arnold Deutsch hatte seinen Doktortitel mit 24. Er fing zuerst an als einfacher Geheimdienstkurier, dann schloss er sich Wilhelm Reichs Sex-Bewegung an, leitete einen Wiener Verlag für “sexuelle und politische Befreiung”. 1932 bekam er seine Ausbildung zum Auskundschafter für geheime Übergangsstellen und Kommunikationspunkte an den Grenzen zu Holland, Belgien und Deutschland. Später wurde er in England eingesetzt. In London gelang es ihm, 20 Personen als Agenten anzuwerben, darunter die Cambridge-Absolventen Anthony Blunt, Guy Burgess, John Cairncross, Donald MacLean und Kim Philby.“
http://recentr.com/2014/07/der-kunstliche-mythos-cia/

David 2016:

Geht die Sexualreformbewegung auf die damals vorhandene – eher bürgerliche – Lebensreformbewegung zurück?

Robert 2011: Siehe auch die Doku bei Laska
http://www.lsr-projekt.de/wrb/revsozdem.html
auf die sich Fallend ohne Quellenangabe bezieht.
Die Politik der Sozialdemokraten war leider tatsächlich so, alle Errungenschaften der erkämpften Republik zu verspielen. Sie redeten unentwegt von der Revolution, es war eine reine „Als-Ob“-Rhetorik, aber praktisch war es ein ständiges Zurückweichen vor der reaktionären Rechten, die quasi einen Faschismus a la Franco errichten wollten.
Insofern blieb Reich gar nichts anderes übrig, als bei dem winzigen Haufen der KPÖ anzuklopfen.

O. 2013: Wie ist das zu verstehen?
„…, daß seine charakterologische Forschung z.B. für die Durchsetzung der Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion nutzbar zu machen sei.“
Wollte er die Arbeitskraft durch Steigerung der Liebeskraft und Liebesfähigkeit steigern, um so mehr zu Essen für die Menschen zu produzieren?
Gibt es Quellenangaben zu den spannenden Vorgängen dieser Zeit?

Peter antwortet: 1933 begrüßte er die Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 64) – was er in späteren Ausgaben nicht mal kommentierte. Die Stelle, die ich referiert habe findet sich im vorletzten Absatz des 1. Vorwortes der Charakteranalyse.

Robert 2013: Die Massenpsychologie wurde übrigens bei
Frantz Christtreu’s
Bogtrykkeri, København K.
gedruckt und kostete
8 Dän. Kr (steht auf dem Buchrücken)

Bogtrykkeri heißt Buchdruckerei. Frantz Christtreu’s Bogtrykkeri hat meines Wissens bis 1974 bestanden.

O. 2013: Wäre die Massenpsychologie des Faschismus ein intellektuelles Aufklärungsbuch gegen den Faschismus gewesen, wie es mir in der dritten (amerikanisch-orgonomischen Version) Auflage erscheint, hätte es zur Charakteranalyse noch gepasst und hätte Reich Karrieres als Lehrpsychoanalytiker nicht geschadet.
In der ersten Auflage mit dem sozialistischen Vokabular und der Forderung nach einer straffen Organisation für eine kampfbereite Gegenbewegung mit Reich als kommunistisches Mitglied (also noch verwoben in dieser Struktur und Organisation und diese gleichzeitig in Seitenhieben angreifend) muss die Psychoanalytische Vereinigung (Freud) seine Psychoanalytikerkarriere unwiderruflich beenden.
Reich war gewarnt worden, seine politischen Ansichten nicht weiter (mit der Psychoanalyse in Verbindung) für 1-2 Jahre fortzusetzen. Doch was macht Reich? Er versucht sich zu versichern, ob er nicht trotzdem politisch weitermachen könne und Psychoanalytiker beliben könne, er bringt nach der Charakteranalyse auch die Massenpsychologie selbst heraus.
Hinter diesem Hintergrund – und alleine schon aus der sexpolitischen Haltung (mit „sozialistischem“ Parteibuch) – muss die Psychoanalyse ihn ausschließen und auch die Kommunisten folgen seinen Angriffen nur rational mit Ausschluss.
Reich ist danach in der Defensive. Von beiden Organisationen wird er als „gefährlich und radikal“ eingestuft und muss/ wird zeitlebens bekämpft. Nur sieben Jahre später formuliert Reich seine „Orgontheorie“ und entwickelt bis 1942-45 diese zur Orgonomie, in dem er seine Schriften Funktion des Orgasmus, Charakteranalyse und Massenpsychologie orgonomisch umschreibt.
Die Psychoanalytiker und Kommunisten haben ihn aber nicht vergessen und auch die Amerikaner (FBI) überprüfen seine „Gesinnung“, ob sie noch kommunistisch sei.
Ich stelle nach diesem Blogbeitrag die These auf, dass 1933 Reichs Schicksalsjahr war, in der er die kommende Forschung schon eigens zerstörte, bevor sie entwickelt war. Unter diesen Vorzeichen hatte die Orgonomy im Wissenschaftsbetrieb keine Chance mehr – nicht unter Reich.
Konsequent als Reaktion wurde Reich 1934 ausgeschlossen, dies als emotionelle Pestreaktion zu deuten (wie ich es auch schon gemacht habe) finde ich wenig haltbar.
Natürlich hätte Freud aus persönlichen Gründen (Charakteranalyse) Reich auch ausgeschlossen, zumal er ihm die Show zu stehlen vermochte. Auf dieser Ebene hätte/ hatte Freud pestig reagiert.

O.: Eine Übersicht zur Sexpol:
http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/1544963

Jean:
„Ich stelle nach diesem Blogbeitrag die These auf, dass 1933 Reichs Schicksalsjahr war, in der er die kommende Forschung schon eigens zerstörte, bevor sie entwickelt war.“
Nachdem ich einiges aus „My eleven years…“ mehrfach gelesen habe, habe ich mich gefragt, warum er sich in den USA auch noch mit den Gerichten angelegt hat. Inhaltlich natürlich voll nachvollziehbar. Aber hätte er auch anders gekonnt, oder gab es etwas in ihm, was ihm gar keine Wahl ließ, war kein Finger breit mehr zwischen seinen Strömen und der Blockade draußen.
Er hat es sich aus Überzeugung mit allen verscherzt, was für ihn und seine wundervolle Arbeit in einer Tragödie geendet hat.

O.: Nachdem Reich sich mit dem Faschismus angelegt hatte, was jeder junger anständiger Menmsch mit Weitblick und Mut wohl ähnlich gemacht hätte, ließ er sich mit dem zweiten Todfeind und Diktator Stalin (indirekt über die Kommunistischen Organisationen) ein und erkannte auch hier schon deren Destruktivität. Letztere halfen nicht – und dies hat Reich schon 1933 bloßgestellt – den Hitlerfaschismus zu zerstören.
In Amerika über Umwege (Kopenhagen und Oslo) angekommen, hielt sich Reich politisch bedeckt und konzentrierte sich auf seine eigene Forschung. Vielleicht hätte er so einer weiteren Verfolgung entkommen können, doch Reich war gekränkt, von Freud (und den Kommunisten) enttäuscht und wollte bzw. brauchte Anerkennung.
Er versuchte seine Orgonforschung der Atom-(Waffen-)Forschung entgegen zu stellen. Er kontaktierte das AEC und hielt die Regierungsorganisationen aktiv über die Orgonforschung auf dem laufenden. Er diskutierte mit Einstein über den ORAC (Temperaturdifferenz). Einstein wusste dies könnte eine „Bombe für die Physik bedeuten“. Tatsächlich wurde seine Bion und Orak Forschung zur Bombe für die Medizin und damit für die Chemieindustrie (= Pharmaindustrie), denn er versuchte das Krebsproblem zu lösen.
Reich hat sich mit seinem Geltungsbedürfnis und seiner rechthaberischen Art – stets bestehend auf die Wahrheit – naiv auf „Amerika“ vertrauend mit den größten „Menschheitsfreunden“ angelegt.
Dem natürlich nicht genug – Reich saß schon in der Tinte – und gerichtliche Aktionen über die FDA liefen vor Gericht, er musste nach dem ORANUR Disaster, dass das AEC sicherlich nicht erfreute, da der tödliche Charakter der atomarer Niedrigstrahlung schon erkennbar wurde, auch das Militär, speziell die ATIC (Luftwaffengeheimdienst) über seine Oranur 2 Experimente informieren: Er hatte sich nach eigener Vorstellung mit außeriridschen Raumschiffen angelegt. Die CIA trat hier auf dem Plan und kassierte Reichs Dokumente auf dem Treffen mit der ATIC ab. Nun waren auch Militär, CIA und Außerirdische alarmiert.
Doch Reich sollte schon 1947 mit der Entwicklung des ORAK vernichtet werden. Wen schickt man vor, wenn man jemanden loswerden will? Natürlich nicht gleich die eigene Armee, sondern für die Drecksarbeit werden Unterorganisationen zur Ablenkung aktiviert: Mafia oder „Kommunisten“. Brady schrieb ihren Schmierartikel über den „Sexbesessen“ und „Kurpfuscher“ Reich der mit „Sexboxen“ seine PatientInnen zum Orgasmus gegen den Krebs bringen möchte (Turnerstyle eben). Dann müsse eine „Gesundheitsbehörde“ (Amt für Chemie und Pharmaindustrie) handeln und brachte den „Fall Reich“ vor Gericht. Die AMA hielt sich im Hintergrund.
Das Gericht war nur ein Instrument, als der Richter zu weich war, wurde er ausgetauscht, damit das richtige Urteil gesprochen werde: Inhaftierung. In seinem Prozess glaubte Reich an die Gerechtigkeit (Amerika, den Präsidenten und an das Recht) und dass die Wahrheit siegen müsse. Er hat sich nicht mit dem Gericht angelegt!
Wundervoll ist seine Arbeit nur für Leute, die an die Wissenschaft glauben, als sei sie nicht Teil der privaten Industriekonzerne, für Menschen, die an die „Wahrheit“ glauben als wäre die Lüge nicht allgegenwärtig.
Ob Reich auch anders gekonnt hätte? Reich hätte von seiner Persönlichkeit her nicht anders gekonnt und die Pest kann nie anders in ihrem Zwang als Mr. Goodguy aufzutreten und im Stillen zu zerstören. Reich hat uns aufgezeigt, warum wir nicht anders können. Das macht ihn für alle Seiten sympatisch und sein Werk unsterblich; selbst wenn sein letztes Buch verbrannt werde – fast jeder kennt seine „Wahrheit“, ob er sie charakterlich ertragen kann oder nicht.

Neurose Antifaschismus

9. Mai 2017

Hitler ist nicht wegen seiner ekelerregenden Judenhetze, dem lächerlichen völkischen Okkultismus oder gar wegen des sozialistischen Anstrichs seiner Bewegung an die Macht gekommen, sondern weil er die einzig glaubhafte Alternative zu einem „Sowjetdeutschland“ war. Er hat dem roten Spuk in Deutschland das Rückgrat gebrochen. Mit seinem Präventivschlag gegen die zum Angriff massierten Sowjettruppen 1941 hat er Europa vor einer unmittelbar bevorstehenden Ausbreitung des Sowjetreichs an die Atlantikküste bewahrt. Es kann keinerlei Zweifel geben, daß Stalin Polen, Deutschland, die Beneluxländer und Frankreich wie nichts überrannt hätte. Er hatte damals die größte Armee der Welt und die einzige, die ausschließlich für den Angriff ausgerüstet und gedrillt war.

Antifaschismus schön und gut. Das Wüten der Einsatzkommandos, Auschwitz, der Holocaust in seiner Gesamtheit war schlimmer, als man es sich ausmalen kann. Und mich persönlich widert das nationalsozialistische Regime auch schon ohne jedes Verbrechen an. Aber aus dem Antifaschismus eine Religion zu machen und beispielsweise nicht anzuerkennen, daß die Wehrmacht die beste Armee war, die es je gegeben hat, ganz zu schweigen von der Waffen-SS, ist kindisch. Etwa so kindisch wie die Empörung, wenn man sagt, Hitler sei sehr intelligent gewesen und als Maler nicht gar so schlecht, wie immer behauptet wird.

Das Verhängnis ist, daß man vermeint, daß Heil liege in einer verabsolutierten Antihaltung. Statt die Bundeswehr in ihrer Kernaufgabe (außer Gefecht setzen von gegnerischen Kombattanten!) an einer großartigen Tradition auszurichten, wird das Gegenteil getan. Statt sich der roten Pest (heute der grünen Pest des Islam) mit kompromißloser Härte entgegenzustemmen, unterwirft man sich mit einer verblüffenden Vehemenz, so als wäre es in irgendeiner Weise gut und richtig, unschuldige Menschen dem großen Schlachten a la ISIS anheimzugeben.

Der gesamte heutige „Antifaschismus“ ist ein schlechter Witz, da er genau das bewerkstelligt, wogegen er angeblich ankämpft, nämlich den Triumph des Bösen. Was sollte an der Islamisierung Europas „antifaschistisch“ sein? Dieser „Antifaschismus“ ist neurotisch. Neurose ist, wenn man auf alles auf die gleiche Weise reagiert, kein Differentiationsvermögen besitzt.

Wie die Emotionelle Pest „argumentiert“

3. Mai 2017

Die Emotionelle Pest erkennt man daran, daß der wahre Beweggrund praktisch das Gegenteil des vorgeschobenen Motivs ist. Man denke nur an die Kindererziehung: „Das ist nur zu Deinem Besten!“ Generell, etwa in der Politik: es ist immer „nur zu unserem Besten“! Klar doch…

Das gleiche findet sich in den „Argumenten“ der Emotionellen Pest, etwa den „Argumenten“ der Antisemiten. Mit dem Brustton der Überzeugung werden offensichtliche Lügen verbreitet. Man denke nur an die Leugnung des Holocaust. Auschwitz sei auf einem Feuchtgebiet errichtet worden, wo man deshalb angeblich keine Gruben ausheben konnte, um Leichen zu verbrennen. Äh, ich habe mein gesamtes Leben neben Mooren gewohnt, dort als Kind gespielt und später meine Freizeit dort verbracht. Im Raakmoor kenne ich seit Jahrzehnten Gruben, die partout trocken bleiben. Vor einiger Zeit wurden Gruben ausgehoben, um künstliche Tümpel zu schaffen: es hat Wochen, wenn nicht Monate gedauert, bis die sich endlich mit Wasser gefüllte hatten.

Alle „Argumente“ der Holocaust-Leugner sind dieser Natur: sie klingen nur für den überzeugend, der sich nie mit der Materie auseinandergesetzt hat oder schlichtweg nicht auf diesem Planeten lebt. Oder nehmen wir die Talmud-Hetze, die genauso funktioniert. Jeder, wirklich jeder Antisemit, wird dir irgendwann die erschröckliche Geschichte auftischen, im Talmud stehe, daß man Mädchen unter drei Jahre ruhig vergewaltigen könne, weil sie danach wieder als jungfräulich gelten. Das wird dann noch weiter ausgeschmückt (etwa, daß es angeblich nur um nichtjüdische Mädchen geht) und unvermittelt steht das Judentum da als veritabler Satanskult. Schlägt man aber im Talmud selbst nach, wird man feststellen, daß diese Stelle auf denkbar hinterhältige Weise aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Es wird im Talmud diskutiert, wie man einen Kinderschänder bestrafen soll und wie man das Schicksal seines Opfers lindern kann. In diesem Zusammenhang wird gesagt, daß man dem Opfer, das ja schließlich keinerlei Schuld auf sich geladen hat, nach dem rabbinischen Gesetz weiterhin als jungfräulich betrachten sollte, so daß es später heiraten kann und nicht noch in zusätzliches Unglück gestürzt wird. Aus dem Talmud spricht also Humanismus, Mitmenschlichkeit und Mitleid, doch der Emotionellen Pest gelingt es, dies ins diametrale Gegenteil zu verkehren, da niemand sich die Mühe macht (und auch rein lebenspraktisch sich nicht die Mühe machen kann), dieser Geschichte auf den Grund zu gehen.

Es ist sehr ermüdend, all den „Argumenten“ der Emotionellen Pest auf den Zahn zu fühlen. Man könnte ganze Bibliotheken füllen mit dicken Bänden, die all den gemeinen Unsinn geraderichten, der beispielsweise über Wilhelm Reich und die Orgonomie verbreitet wurde und wird. Durch Diskussionsforen im Internet sich durchzukämpfen, fühlt sich teilweise an, als würde man eine Jauchegrube durchschwimmen. Oder man denke an Fernsehdiskussionen: die „Argumente“, die ausgetauscht werden, sind manchmal so bodenlos nichtig, daß man wirklich den Fernseher ausmachen muß, um nicht vollends an der Menschheit zu verzweifeln. Oder etwa wenn ausgerechnet die öffentlich-rechtlichen Medien „Fake News“ anprangern.

Du weißt, daß du es mit der Emotionellen Pest zu tun hast, wenn du dich vollkommen hilflos fühlst, angesichts der ganzen Niedertracht den Boden unter den Füßen verlierst und geradezu in Schockstarre gerätst.

Der Anlaß für diesen Blogeintrag ist die Lebensbeichte eines holländischen Bankers, der offenlegt, von was für einem ekelerregenden mörderischen Abschaum in den Medien, der Wirtschaft und der Politik wir regiert werden. Wirklich sehenswert:

Nach etwa 25 Minuten wird daraus jedoch unvermittelt eine antisemitische Schmonzette über „die verschollenen Zehn Stämme Israels“ und „die Weisen von Zion“. Die Juden hätten in Babylon Kinder geopfert und seien deshalb vertrieben worden. Liest man das Alte Testament aber selbst, wird man finden, daß das genaue Gegenteil dessen wahr ist, was dieser Idiot andeutet. Die Juden waren die einzigen, die gegen die Menschenopferung vorgingen. Jahwe verfluchte jeden Juden, der so unmenschlich handelte wie die Heiden. Antisemiten stellen stets wirklich alles auf den Kopf, verkehren alles ins vollständige Gegenteil.

Hier die deutsche Zusammenfassung:

Der Holocaust im Kiwittsmoorpark

8. April 2017

Im Kiwittsmoorpark hielten sich am Samstag gegen 0:40 Uhr eine Gruppe von deutschen Jugendlichen auf und wurden „aus einer anderen Gruppe heraus“ ohne ersichtlichen Grund angegriffen und zwei 19jährige schwerverletzt. Einer trug eine Stichverletzung davon, der andere einen Knochenbruch.

Was ich hier gerade im Lokalanzeiger von Langenhorn, Hamburg gelesen habe, wird kaum in die Stadtnachrichten oder gar in die bundesweiten Nachrichten gelangen. Das gleiche gilt flächendeckend für zahllose gleichgeartete Vorfälle im ganzen Land:

Am Rande des Kiwittsmoorparks auf dem Parkplatz des U-Bahnhofs Kiwittsmoor wurden dreistöckig Container für „Flüchtlinge“ aufgestellt, d.h. junge Männer, die den lieben langen Tag rumsitzen und mit den Smartphones, auf die sie unablässig starren, weltweit vernetzt sind.

Worum es geht, ist die schrittweise Verdrängung der autochthonen Bevölkerung aus dem öffentlichen Raum. Welche Frau wird jetzt noch abends durch den Park joggen. Selbst ich: ich könnte da nicht mehr wie früher abends chillen ohne auch nur den Anflug des Gefühls einer wie auch immer gearteten Bedrohung.

Warum tun uns die Grünen, die SPD und die dem Zeitgeist sich anpassende CDU das an? Vordergründig geht es um den Schutz der „Flüchtlinge“, doch das wahre Motiv ist ein anderes. Der ach so weichherzige (links-) liberale Charakter leidet aufgrund seiner Struktur, die nicht auf muskulärer, sondern „intellektueller“ Panzerung beruht („der Intellekt als Abwehr“), unter einer extremen Aggressionshemmung. Er holt deshalb frustrierte und aggressive jugendliche Abenteurer ins Land, damit die stellvertretend einen Genozid am deutschen Volk verüben. Es geht ihm um die Auslöschung der bioenergetischen Kernfunktionen im eigenen Volk.

Das entspricht weitgehend dem Vorgehen der Nationalsozialisten, auch wenn die als Charaktere von der anderen Seite des soziopolitischen Spektrums höchst selbst handelten. Sie waren nicht damit zufrieden, irgendwelche imaginären Führungsfiguren einer angeblichen „jüdischen Weltverschwörung“ auszuschalten, nein, indem sie es gerade auf Frauen und Kinder abgesehen hatten, wollten sie eine „biologische Lösung“. Auf beiden Seiten der gleiche Lebenshaß, ein und dieselbe Emotionelle Pest.

Wilhelm Reichs Jüdischheit (Teil 2)

2. März 2017

Reich hat sich nie als Juden betrachtet, den er als Synagogengeher definierte, und „Reich hat oft angemerkt, daß jeder, der eine organisierte Religion praktiziert, kein Therapeut sein könne“ (Morton Herskowitz: „Recollections of Reich“, Journal of Orgonomy, 12(2), November 1978, S. 192).

Als Elsworth F. Baker ihm auf eine entsprechende Frage sagte, er, Reich, sei ein österreichischer Jude, wies Reich das vehement von sich und sagte er sei ein „Mischling“, die Behauptung, es gäbe eine „jüdische Rasse“, bestritt er. Ein Jude sei jemand, der in der jüdischen Religion aufgewachsen sei. Er sei das nicht und deshalb sei er kein Jude. Punkt (Baker: „My Eleven Years with Wilhelm Reich“, Journal of Orgonomy, Commemorative Issue, February 1986, S. 49).

In seinem letzten Brief an Ola Raknes aus dem Jahre 1957 hob Reich anläßlich eines Artikels von Raknes nochmals hervor, daß er trotz seiner Herkunft auf keinen Fall als Jude betrachtet werden wolle (Myron Sharaf: Fury on Earth, 1883, S. 463 ).

Reich hat zu Michael Silvert gesagt, Silvert würde weniger wie ein Jude aussehen, je mehr er er selbst werden würde (Lois Wyvell: „Orgone and You: 3. An Extraordinary Ordinary Man“, Offshoots of Orgonomy, No. 3, Autumn 1981, S. 4). Dies sagt, glaube ich, das wesentliche über Reich und seine Jüdischheit: Reich hat sich über den Holocaust hinaus vom Judentum losgesagt, um er selbst zu sein und nicht á la Woody Allen ständig die jüdische Neurose, den jüdischen Selbsthaß, mit sich rumtragen zu müssen.

Der antisemitische Jude

26. Januar 2017

Es gibt zwei Arten von antisemitischen Juden. Da den linken Juden jeder Kontakt zum bioenergetischen Kern abgeht, sie in ständiger Rebellion gegen den Vater stehen („die Patriarchen“, Gott) und da sie in der charakterlichen Fassade leben und entsprechend einer universalistischen, humanistischen Ersatzreligion frönen (die sie als genuin „jüdisch“ betrachten), ist für sie Israel ein selbstsüchtiger „rassistischer Apartheidstaat“, der imgrunde keine Existenzberechtigung hat.

Ebenfalls auf die „Werte der Diaspora“ berufen sich die ultraorthodoxen Juden, „die Taliban des Judentums“. Für sie hat Israel kein Existenzrecht, weil es auf universalistischen, humanistischen Prinzipien beruht, d.h. eine westliche Demokratie ist und kein Gottesstaat, der vom „Messias“ ins Leben gerufen wurde. Die Ultraorthodoxen, die in Israel leben, verweigern den Kriegsdienst und machen den säkularen Juden das Alltagsleben zur Hölle. Charakterstrukturell unterscheiden sie sich kaum von Salafisten.

Im Sinne von Jes 42,24f sehen manche Ultraorthodoxen im Holocaust eine Strafe Gottes, weil das Judentum den Sabbat nicht mehr geheiligt hätte. 1972 sprach vor der B’nai B’rith der Pariser Militär-Rabbiner André Chekroun vom „Sühneopfer von sechs Millionen der Unsrigen“ (Ehrlich, et. al.: Religiöse Strömungen im Judentum heute, Zürich 1973, S. 52). Es ist, um mit Hitler zu reden, der Haß auf jene, die sich selbstsüchtigerweise nicht selbst opfern wollen und deshalb geopfert werden müssen.

Derartiger Wahnsinn ist rational nur zu begreifen, wenn man in die bioenergetische Tiefenstruktur der Massen schaut, die die Grundlage ihrer politischen und religiösen Haltungen ist. Diesen Zugang bietet die soziopolitische Charakterologie, wie sie von Elsworth F. Baker und Charles Konia entdeckt wurde. Siehe Dr. Konias Blog http://www.orgonomie.wordpress.com.