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Diskussionsforum 2011: eine Nachlese (Teil 9)

2. Januar 2016

Peter: Hier mal wieder anti-islamische Haßpropaganda, die die Religion des Friedens, der Vernunft und der Lebensbejahung denunziert:
http://www.ibtimes.com/articles/262867/20111207/islamic-cleric-bans-women-touching-bananas-cucumbers.htm
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,802216,00.html

Manuel: Tja, so eine Wallfahrt nach Mekka ist schon ein unvergeßliches Erlebnis… 😉
Ich weiß nicht, ob die saudische Religionspolizei die personellen Kapazitäten dazu hat (wahrscheinlich schon…), aber – könnte man nicht direkt ALLE Mekka-Pilger auspeitschen und ins Gefängnis stecken?
Und weiter: Die Frauen müssen sich von Bananen und Gurken fernhalten, die Männer von Schafen und Ziegen…?

Angesichts meiner Rezension ist es interessant, zu sehen, wie wir anfänglich auf das Buch reagierten:

Jonas: Dr. Manfred Fuckerts Buch ist offenbar inzwischen erschienen und bei GoogleBooks zu großen Teilen einsehbar:
http://www.google.de/search?tbm=bks&tbo=1&hl=de&q=Lebenskraft+und+Krankheitsdynamik&btnG=

Peter: Ich habe das Buch soeben vom Postboten überreicht bekommen. Macht immer noch einen guten Eindruck. Vielleicht etwas viel über „Chakren”. Auch fehlt der Hinweis auf Sri Aurobindo, der tatsächlich nicht von den unteren Chakren nach oben, sondern wie die Orgontherapie von oben nach unten „gearbeitet” hat („integraler Yoga”). Interessanterweise mit dem gegensätzlichen Ziel: die Sexualität zu beherrschen und einzudämmen, zu „erleuchten”.
Wie man es auch immer dreht: indischer Mystizismus und Orgonomie sind unvereinbar!

O.: Bei solchen esoterisch verramschten „Reich-Büchern” wird mir schon schlecht bevor ich es in den Händen halte. Früher war ich wohl recht unsensibel und ich habe alles gelesen, im Alter ertrag ich es einfach nicht mehr. Es fiele ja auch nicht schwer den ganzen Unsinn selber zu schreiben, da die Argumentation einem ja vorher schon fast bekannt ist. Also ich erwarte nichts Neues und nichts Gutes. Und ich wollte das Buch noch nicht mal geschenkt haben.
Peter: Das muß man sich mal reinziehen!
http://www.welt.de/politik/article13757549/Die-oeffentliche-und-die-verborgene-Seite-der-Krise.html
armes Deutschland!

Dazu O.: Kein schönes Land zu dieser Zeit.
Die CDU Politiker machen linksrevolutionäre Sprüche und Feststellungen, da weiß man gar nicht, wer da spricht. Die SPD zeigt sich erzkonservativ als Unternehmenspartei. Was soll Die Linke da noch sagen? Brauch sie eben nichts mehr sagen, da die CDU-Sozis es schon sagen, aber nie was machen werden.

Peter: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20111204_OTS0013/sos-abendland-nikolaus-in-meran-von-auslaendischen-jugendlichen-mit-steinen-attackiert
Das ist keine „Einwanderung”, das ist eine Invasion durch feindliche Truppen! Ähnliche Berichte gibt es aus den Niederlanden, wie ich 2009 berichtete:
Derartige schlichtweg ungeheuerliche Ereignisse sind in Europa Alltag. So kann in einem Stadtteil von Den Haag (Niederlande) der traditionelle Laternenumzug zum Sankt Martins-Tag nur unter Polizeischutz stattfinden, da die kleinen Kinder und ihre Eltern von marokkanischen Jugendgangs wüst beschimpft und mit Eiern beworfen werden. „Augenzeugen zufolge fing die Gruppe von mindestens 20 marokkanischen Jugendlichen fast sofort damit an, als die Kinder sich zu ihrem Umzug zusammenfanden. Sie versuchten das kleine Gemeindezentrum zu stürmen, wo die Kleinen eine heiße Tasse Kakao erhielten.“ Einer der Veranstalter: „Es ist bereits schlimm genug, daß wir gezwungen sind, Dutzende von Polizisten, Wachpersonal und andere aufzubringen, um einen Laternenumzug zu ermöglichen. Sie waren kaum in der Lage die Jugendlichen aufzuhalten. Aber draußen drehten die dann ganz durch.“
Der letzte Rest indigener Kultur wird ausgelöscht: Wir sollen ängstlich in unseren Wohnungen bleiben und gefäligst das degenerierte Fernsehen gucken!

Peter: Hier mal wieder was zum Chemtrail-Schwachsinn:

[youtube:https://youtu.be/U2FWU_Nx4Uc%5D

und hier die von Haß zerfressende Antwort:

[youtube:https://youtu.be/Tx6fynLSu8U%5D

Ich bin immer wieder erstaunt wie aktuell Reichs Massenpsychologie des Faschismus immer noch ist:

[youtube:https://youtu.be/4wm6cJXW_1s%5D

Robert: Dieser Kachelmann ist doch ein verhetzter Fantast, wenn er behauptet, 80% der Chemtrailanhänger wären Nazis. Das macht ihn wieder unglaubwürdig.

Darauf Peter: Erstens ist eine solche Aussage selbstredend nicht „quantitativ” gemeint, sondern „qualitativ”, denn eine solche Aussage macht natürlich nur nach einer langen und kostspieligen soziologischen Studie Sinn. Trotzdem: (zweitens) auch ich habe den Eindruck, daß „80%” der „Chemtrailanhänger” Nazis sind. Warum? Weil über kurz oder lang immer die gleichen Stichworte fallen: „Zionisten”, „jüdisches Finanzkapital”, „Freimaurer”, der gesamte Vergiftungstopos („die gesundheitliche Vergiftung des Volkskörpers”).

Peter weiter: Oder sagen wir mal so: man muß schon einen extremen Dachschaden haben, um an „Chemtrails” zu glauben, Je weiter man im politischen Spektrum am Rande steht, desto ausgeprägter die okulare Panzerung. Und da dieser Topos „typisch rechtsradikal” ist – sind „80%” (man beachte die Anführungszeichen!) der Chemtrailanhänger nach meinem Empfinden…

Peter: Ich nehme alles zurück! Hier ist der Beweis, daß es Chemtrails wirklich gibt 😉

[youtube:https://youtu.be/ogbH_35brIE%5D

Robert: Kachelmann nennt Chemtrail-Kritiker Neonazis: Eine Analyse
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/redaktion/kachelmann-nennt-chemtrail-kritiker-neonazis-eine-analyse.html

O.: lol. Die Wahrscheintlichkeit das ich laut Kachelmanns „Wissenschaft” ein Nazi bin oder vielleicht noch werde, liegt bei 80%. Als Psychologe wäre eine Hypothese mit einer Wahrscheinlichkeit von nur 0.8 zu verwerfen.
Kachelmann hat wohl keine Meteorologie studiert und hat wohl früher auch schon nichts sehen können, da nutzt wohl auch keine neue Brille, sondern ein Blindenhund. Im nachhinein doch sehr bedauerlich, daß er frei rumläuft und so dummes Zeug verbreitet, weil es noch nicht mal unter Comedy fallen kann.
Er hätte auch eine Kopie von Picasso zeigen können und sagen: „hierdrauf ist kein Chemtrail zu sehen”. Wie recht er doch hat unser Verschwörungswissenschaftler.

Robert: Narzißten gehen übertriebene Risiken ein
Der Psychoanalytiker Otto Kernberg untersucht den Einfluß narzißtischer Störungen auf Unternehmen und Politik. Und er erinnert sich an Hitlers Einmarsch in Wien, den er als jüdisches Kind erlebte.
http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Narzissten-gehen-uebertriebene-Risiken-ein/story/26698396

Peter: Das Ende des kritischen Geistes:
Da wird aus Saudi Arabien folgendes gemeldet:

Eine wegen Hexerei zum Tode verurteilte Frau ist am Montag in Saudi-Arabien hingerichtet worden. Amina bent Abdelhalim Nassar sei in der nördlichen Provinz Dschawf enthauptet worden, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur SPA eine Erklärung des Innenministeriums.

Die amtlich saudische Nachrichtenagentur zitiert eine offizielle Mitteilung des Innenministeriums. Und dann wirft einer der Leser kritisch ein:

Propaganda
In letzter Zeit kommen immer häufiger solch dürftig recherchierte Nachricht. Sowas dient natürlich nicht einer seriösen Berichterstattung, sondern soll offensichtlich nur eine bestimmte Stimmung verursachen.

http://nachrichten.t-online.de/frau-in-saudi-arabien-wegen-hexerei-hingerichtet/id_52312892/index
Schlecht recheriert? Stimmung machen? Ist es nicht die normalste Sache der Welt, daß im Jahre 2011 über eine Hinrichtung wegen Hexerei berichtet wird?
Linksliberalismus ist eine schwere Geisteskrankheit!
Hier noch so ein schlecht recherchierter Bericht über eine Hinrichtung in Saudi Arabien wegen Hexerei:
http://www.liveleak.com/view?i=b97_1319927921

Peter: Die deutschen Massenmedien sind einfach nur ein Haufen Kot, ähnlich den Massenmedien in der „DDR” und in Hitler-Deutschland.
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/das_schweigen2/
Gebt keinen Pfennig für diese Penner aus! Dieses Gesindel!

Und Peter weiter: Die heutigen Journaillie-sten sind wie Hunde: das einzige, was sie produzieren, ist Kot:
http://www.pi-news.net/2011/12/die-bild-und-der-liebe-killer-nordine-amrani/

Robert: So viel Gefühl für den verstorbenen „geliebten Führer”.

[youtube:https://youtu.be/pSWN6Qj98Iw%5D

Peter grundsätzlich zum Blog: Ein Kommentar zu einem Artikel, etwa von 2009, verschwindet schnell in der Unauffindbarkeit. Ich würde gerne mehr als nur 15 „letzte Kommentare” anzeigen, doch leider sieht das WordPress nicht vor. Andererseits möchte ich niemanden Maßregeln oder unter „Moderation” stellen. Zumal ich unmöglich noch mehr Zeit in dieses Projekt investieren kann. Ich kann nur jeden aufrufen, klare und durchdachte Kommentare zu posten. Auch möchte ich nochmals die Gelegenheit nutzen, daß ich der einzige bin, der unter Klarnamen, sogar mit Adresse auftaucht, und ich leider nicht „Müller” oder „Schmidt” heiße. Nehmt bitte Rücksicht auf den presserechtlich verantwortlichen und setzt ihn (mich) bitte keinen Peinlichkeiten aus… Das Leben ist schon so stressig genug.
Ich kann mich nicht auf jeden Kommentar einlassen, allein schon weil ich mich, wie gesagt, unmöglich täglich noch länger mit dem Blog beschäftigen kann. Auch ist es mir wegen dem offensichtlichen „Machtgefälle“ peinlich bei Leserkommentaren das letzte Wort zu haben. Ich kann nur zu einer gewissen Selbstdisziplin aufrufen und zur Fairneß gegenüber mir der presserechtlich für das alles die Verantwortung trägt – als einer der wenigen Blogger, der sich nicht hinter einem Pseudonym verbirgt.
Ich habe bisher nur drei oder vier Kommentare ersatzlos gelöscht: Zwei heftige Angriffe auf mich wegen Alice Miller und ein zweiter wegen meinem „orgonomischen Faschismus“. Das war am Anfang, als ich noch unsicher war. Heute würden die Kommentare durchgehen. Dann ein Kommentar, wo jemand, von dem ich im übrigen so gut wie nichts weiß, des Plagiats in seiner Diplomarbeit a la Gutenberg bezichtigt wurde. SO ETWAS GEHT NICHT! Ich glaube es hackt!
„Die Spielwiese von Peter Nasselstein.“ Diese Formulierung ist entstanden, als ich mich eines Abends von jetzt auf gleich dazu entschloß, diesen Blog ins Leben zu rufen. Beim Vorgängerprojekt http://www.orgonomie.net habe ich mir noch jede Mühe geben, alles möglichst unpersönlich zu halten. Ein täglicher Blog ist offensichtlich etwas ganz anderes als eine Website. Und bei aller Mühe kann ich unmöglich alles so lange lesen, bis mir mein eigener Text widerlich ist und „aus den Ohren rauskommt“. Ich möchte ab und an meinem Hobby frönen und Dinge aus einer Perspektive betrachten, die nicht zwangsläufig meine eigene ist. Solange es logisch in sich schlüssig ist, ist es OK. Wenn sich der Leser wundert – soll er nur. Meine Spielwiese!

Peter: Saharasia wächst, der Haß gegen das Lebendige breitet sich aus, der Schwarze Faschismus kriecht aus seinen Löchern. Ein Beispiel von vielen:
http://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Israel-wehrt-sich-gegen-Ultra-Orthodoxe-article5088476.html

Dazu O.: Ich wollte es hier nicht erwähnen, das ist im Prinzip dasselbe wie von Rechten gegen „andersartige” (in West- und Ostdeutschland) oder gegen deutsche Schüler auf ihrem Schulweg, die von islamistischen Mitschülern in Großstädten (vermutlich auch in Provinzen) angegriffen werden … nur hier sind es Erwachsene, die Kinder angreifen, das ist schon sehr pervers. Es wird auch nicht angenehmer, wenn die Ultras Erwachsene angreifen, die auch nicht gewalttätig sein wollen.
Wenn dies keine Einzelfälle sind, sondern schon so häufig auftreten, das mit Demonstrationen reagiert werden muß, dann ist schon einiges im Argen.

Robert: Es zeigt m. E. nur auf, dass jede Religion ihre fanatisierte Linie besitzt, und man immer aufpassen muss, sie nicht zu stark werden zu lassen.

Robert: Der „Bund gegen Anpassung”, früher Marxistisch-Reichistische-Initiative, hat ein Flugblatt herausgebracht, wo bemerkenswerte Einschätzungen zu lesen sind. Hier ein Zitat:

Zweifellos war die Kirche jahrtausendelang das wirksamste Instrument zur Erzeugung sexueller Schuldgefühle bzw. zur Enthumanisierung der Sexualität überhaupt, was aus massenpsychologischen Gründen erst die Leibeigenenbesitzer, dann die Kapitalbesitzer sehr gut brauchen konnten. Aber inzwischen geht die Bedrohung der sexuellen Selbstbestimmung kaum mehr von der Kirche aus, da sie ihre Schäflein momentan nicht mit Gewalt halten kann und durch ihre traditionellen Methoden vergraulen würde – diese Bedrohung geht zehntausendmal stärker inzwischen von den USA aus, die erstens den Kind-Begriff zur perversen Ausdehnung zwingen, um damit die Sexualität der Jugendlichen zu verkrüppeln, zweitens Lügnerinnen mit erfundenen Vergewaltigungsbezichtigungen vor Strafe schützen lassen – nie kommen diese in den wohlverdienten Knast oder werden auch nur angeklagt –, um einerseits dem Imperialismus mißliebige Personen des öffentlichen Lebens ausschalten zu können (z.B. Strauss-Kahn), andererseits ganz allgemein ein Klima der Angst, des Muffs und des Mißtrauens um die Sexualität herum zu errichten. So sehr ein solches Klima Herrn Ratzinger vielleicht gefallen könnte: von ihm bzw. seiner Organisation geht es diesmal nicht aus. Sie war zwar jahrtausendelang das Werkzeug der Gewalthaber zu eben diesem Zweck (und ein paar weiteren, tendenzähnlichen Zwecken), aber mittlerweile sind die Werkzeuge dazu Presse, Fernsehen und Gerichte. Selbst in der Frühneuzeit war ja die Hexenverfolgung von der geistlichen auf die weltliche Justiz übergegangen, auch wenn diese in sämtlichen Extremfällen der Hexenverfolgung ausnahmslos im Dienste der Fürstbischöfe stand. Aber was auch immer heute der Kirche an Europas Aufzwingung von US-Scheußlichkeiten sexualfeindlicher Stoßrichtung vielleicht gefallen könnte: der katholische Schwanz kann nicht mehr mit dem amerikanischen Hund wedeln, ob er will oder nicht.
Und die Homosexualität? Genau deren Diskriminierung wurde dem Papst von dessen aktiven Antipäpsten lautstark vorgeworfen. Richtig ist, daß sie jahrhundertelang – nämlich seit der Machtübernahme des Christentums und nicht vorher – übelst bedroht und verfolgt wurde, weil sie als Symbol der nicht zu Anpassungszwecken deformierbaren, also selbstbestimmten, Sexualität überhaupt empfunden wurde. So wahr das ist, so sehr ist sie aber erstens selber ein Randphänomen – bemerkenswert konstant finden sich in allen Zeiten und Gesellschaften, die man untersuchen konnte, immer nur höchstens 2 % Personen mit homosexueller Präferenz oder ausschließlicher Homosexualität –, und zweitens ist sie heute bedeutend weniger bedroht als die ganz gewöhnliche Heterosexualität sowohl Jugendlicher wie auch unneurotischer, d. h. Puff- wie ehefeindlicher Erwachsener. Wenn das Haus lichterloh brennt, und das tut das Haus der sexuellen Unbeschwertheit als hohem Gut aus besserer Zeit seit ein paar Jahren, sollte man die Löscharbeiten nicht auf die einzige Ecke dieses Hauses konzentrieren, wo nur noch ein alter Zigarettenstummel auf dem Fußboden glimmt.
http://www.bund-gegen-anpassung.com/download/de/Flugblaetter/2011.10.Der.Papst.und.seine.Gegenpaepste.pdf

Dazu Peter 2015: Naja, stimmt schon alles – irgendwie, aber, was gegenwärtig in den USA geschieht, ist fast schon ein verzweifelter Versuch die Pforten der Hölle wieder zu schließen, der durch Geschäftemacher, die ständig ehemalige Kinderstars (!) zu Pornoikonen umgestalten, ständig kontrakariert wird. Oder man nehme Jimmy Savile, der Ikone der britischen Popkultur schlechthin. John Lydon wurde jahrelang von der BBC boykottiert, weil er es gewagt hatte, auf das hinzuweisen, was alle wußten.

Peter findet John Lydon gut:
[youtube:https://youtu.be/i0jCNMnJoYY%5D

Peter: Es wird eng! Die Libanonisierung der Welt!
http://www.thegatewaypundit.com/2011/12/wordpress-takes-down-bare-naked-islam-after-threats-from-cair/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+gatewaypundit2+%28Gateway+Pundit%29&utm_content=FaceBook

Und Peter weiter: Boah:
http://www.pi-news.net/2011/12/majestatsbeleidigung-vor-gericht/

Peter Ende 2011: Soeben habe ich erfahren, daß vor einigen Tagen Heiko Lassek verstorben ist. Ich bin schockiert und traurig. Bin ihm zwei oder dreimal persönlich begegnet und ich habe ihn persönlich gemocht. Er war immer fair zu mir. Möge er in Frieden ruhen und möge seine Seele zu Gott finden!
ICH WERDE HIER NICHT ZULASSEN, DASS AUCH NUR ANDEUTUNGSWEISE ÜBER DEN VERSTORBENEN SCHLECHT GEREDET WIRD!!

Darauf Robert: Das ist wirklich sehr traurig, stand er doch für eine gewisse Kontinuität. Zumal sein Reich-Film noch nicht fertig ist. Da er noch nicht alt war, ist nicht einzuschätzen, woran er starb.
Ich bin ihm zuletzt bei Einweihung der Reich-Tafel an dessen Wohnort begegnet (2006).

Peter 2015: Gut, nach Jahren darf ich an den Kerl gar nicht denken. Ich kriege so einen Hals, weil wir hier einen hatten, der ohne Ausbildung und ohne eigene Therapieerfahrung „Orgontherapie“ nicht nur praktizierte, sondern auch lehrte. Oder kann mir irgendjemand denjenigen nennen, der Lassek ausgebildet hat?! Und das ganze als „Wilhelm Reich Institut“. Es ist von vorne bis hinten alles dermaßen empörend.

Robert: Zum Tode Horst-Eberhard Richters
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,804957,00.html

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Sean Connery und der Schrecken der Medusa

28. April 2015

Sean Connery wurde als erster „James Bond“ bekannt. Noch mit 70 und Halbglatze war er „the sexiest man alive“. Obwohl er (ganz ähnlich wie Reich) eindeutig phallisch-narzißtische Züge zeigt, ist er doch einer der wenigen Menschen, den ich vorbehaltlos für einen genitalen Charakter halte.

Ich kann mich an eine dieser ekelhaften Klatschsendungen in Sat1 oder RTL erinnern, wo eine Geliebte von Connery aus Rache ein Interview gab, weil sie sich nur benutzt fühlte. Die übliche Verlogenheit der Frauen… Jedenfalls plauderte sie auch aus dem Bett. Eines Tages sagte sie ihm, daß er immer so komische Zuckungen habe und so einen komischen Singsang von sich gäbe, „wenn er komme“, worauf Connery ihr geantwortet habe:

Ich weiß nicht, was ich tue, wenn ich komme, denn wenn ich komme, verliere ich das Bewußtsein und bin in einer anderen Welt.

In den 60er Jahren am Höhepunkt seines Ruhmes als „007“ war Connery in Orgontherapie. In einer Biographie heißt es dazu:

Connery hat selbst auf seinen inneren Aufruhr angespielt. Er gab an, in den siebziger Jahren mit R.D. Laing geflirtet zu haben und es wird berichtet, daß er in Norwegen einen altgedienten Anhänger von Wilhelm Reich konsultiert habe, den Begründer der Orgonkiste, der damals in Mode war. (Michael Feeney Callan: Sean Connery. The Untouchable Hero, London: Virgin Books, 1993, S. 9)

Es handelte sich dabei um den norwegischen Psychologen Ola Raknes, den damals dienstältesten Orgontherapeuten. Er hatte nicht den geringsten Schimmer, daß Connery ein berühmter Filmstar war und war entsprechend bass erstaunt, als er ihn nach der Sitzung zur Tür begleitete und sehen mußte, daß sein Vorgarten von Reportern, Kamerateams und Fanhorden bevölkert war (Offshoots of Orgonomy, No. 5, S. 11).

Mir fällt kein Film von Connery ein, der für den orgonomisch Interessierten mehr als Unterhaltungswert hätte. Mit vielleicht einer Ausnahme:

Der antiautoritäre Linke Neill war immer wieder perplex, wie gut sich doch Summerhill-Schüler ins britische Militär einpaßten. Summerhillianer wurden durchweg von ihren Vorgesetzten gelobt. Sie waren so unneurotisch, daß sie kein Sand im militärischen Getriebe waren.

1965 spielte Connery in dem Film The Hill (deutsch-idiotisch Ein Haufen toller Hunde) von Sydney Lumet einen derartigen Soldaten, der wegen Gehorsamsverweigerung in ein menschenvernichtendes Militärgefängnis in Nordafrika verbracht wird. Er ist der prototypische Summerhillianer im Militär. Funktioniert hervorragend, ist durch keine Neurosen gehemmt, weigert sich dann aber einen schwachsinnigen Befehl durchzuführen, der den sicheren Tod seiner ihm untergebenen Männer bedeutet hätte. Er läßt sich nicht vom Stigma „Feigling“ und dem Gespenst „Ehre“ tyrannisieren. Im Militärgefängnis ist er dann der einzige Normale zwischen zwangsneurotischen Komißköppen und den noch kränkeren Mitgefangenen, die wegen ihrer neurotischen Rebellion im Militärgefängnis sitzen und sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen.

Der Film lehrt, daß es keine mechanische Beziehung zwischen der neurotischen Charakterstruktur der Massen und den neurotischen Institutionen gibt. Das Militär kann nicht mit Neurotikern funktionieren. Für „Reichianer“ noch verstörender ist Der Schrecken der Medusa, ein Film von 1978 mit Richard Burton in der Hauptrolle.

Ohne, daß die meisten Zuschauer auch nur etwas davon ahnen, ist das einer der politisch unkorrektesten Filme, die je gedreht wurden. Es geht um einen Mann, der die „parapsychologische“ Gabe hat, Katastrophen durch pure „Gedankenkraft“ hervorzurufen. Er kann also genau das vollbringen, was sich das unreife Kind einbildet tun zu können. Es wünscht sich etwa, daß Papa, der ihm kein Fahrrad zum Geburtstag geschenkt hat, doch tot umfallen möge. Stirbt der Vater dann tatsächlich kurze Zeit später durch einen Autounfall, wird das Kind unverrückbar davon überzeugt sein, es selbst habe den Vater „durch Gedankenkraft“ getötet.

Nun stelle man sich mal vor, es gäbe tatsächlich so einen Menschen, der durch reine Gedankenkraft etwa vollbeladene Passagierflugzeuge vom Himmel holen könnte. Und der so etwas aus reiner Lust an seiner Boshaftigkeit auch ständig macht! Wäre es nicht gerechtfertigt ihn zu töten? Nun, die Menschen des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit waren davon überzeugt, daß solche Teufel tatsächlich massenhaft zwischen ihnen lebten: die Hexen. Waren da die Hexenverfolgungen nicht rational gerechtfertigt?!

Ist entsprechend der von Burton gespielte massenmörderische Mann wirklich zu verurteilen? Es wird nämlich in dem Film gezeigt, wie er sich schon als Kind mit seinen parapsychologischen Fähigkeiten gegen seine alptraumhaften Eltern und Erzieher zur Wehr gesetzt hat, indem er sie in Katastrophen, die er durch Gedankenkraft verursacht hatte, umkommen ließ. Reine Notwehr! Und er hat nicht mehr getan, als jedes andere Kind auch. Nur daß seine mörderischen Wünsche tatsächlich in Erfüllung gegangen sind! Als Erwachsener ist es schließlich das „innere Kind“, das sich in ihm auslebt. Böse?

Erhellend ist nun, daß die Macher des Films eine Intention hatten, die meinen Überlegungen von der Tendenz her diametral entgegengesetzt ist: es sollte ein, in heutigen Begriffen, „politisch korrekter“ Film mit einer „progressiven“ Botschaft sein. Sie wollten die Regierung, „das Militär“, „Gott“, kurz „das Establishment“ allegorisch anklagen. Stattdessen schufen sie ungewollt einen Film, der alle gutmenschlichen Gewißheiten über das, was böse ist, schreddert!

Linksliberale sind strukturell nicht in der Lage, einen Gedanken logisch zu Ende zu denken. Ich muß in diesem Zusammenhang immer an den legendären „Alfred Tetzlaff“ denken. Die Serie wurde eingestellt, weil die Macher erkennen mußten, daß die Zuschauer eher Alfred als seinem linken Schwiegersohn zustimmten. Und im Nachhinein: Alfred hat in fast allen Punkten Recht behalten.

Im linken Projekt ist ein Selbstzerstörungsmechanismus eingebaut: es steht in einem fundamentalen Widerspruch zur Logik und zur Realität.

Orgonomie als Weltanschauung

24. September 2013

Es gibt zwei Arten von „Orgonomie“, die kaum etwas mit Reichs Orgonomie zu tun haben. Die erste macht aus Reichs Beiträgen eine in sich geschlossene „Weltanschauung“, die zweite benutzt Reichs Lebenswerk als eine Art Steinbruch, wo man nach Belieben (d.h. nach den eigenen ideologischen Vorlieben) mal das und mal jenes herausklauben kann.

Dem aufmerksamen Leser dieses Blogs wird aufgefallen sein, daß die einzelnen Beiträge untereinander nicht immer harmonieren und ab und an „Widersprüche“ auftreten. Dazu ist zu sagen, daß der Student der Orgonomie die Welt immer wieder von neuem und möglichst unvoreingenommen betrachtet. Er hat keine in sich geschlossene „Weltanschauung“, d.h. er hat kein Brett vor dem Kopf. Er ist offen für alles und im guten und echten Sinne liberal.

Man nehme etwa die drei Grundtabus, auf denen die gepanzerte Gesellschaft aufgebaut ist: Sexualität, Politik und Religion. In der gegenwärtigen anti-autoritären Gesellschaft ist es nur allzu verständlich, wenn der Student der Orgonomie dem Uneingeweihten als „puritanisch“, „konservativ“ und sogar als „christlich“ erscheinen mag. Wenn sich die Umstände geändert haben, könnten wir uns durchaus im entgegengesetzten Lager wiederfinden. Außerdem entwickelt sich die Orgonomie im allgemeinen und die orgonomische Soziologie im besonderen beständig fort.

Das Mißverständnis, daß es sich bei der Orgonomie um eine „in sich geschlossene Weltanschauung“ handelt, entsteht auch dadurch, daß es etwa undenkbar ist, daß sich ein Cloudbuster-Operateur (Meteorologie, Ingenieurwesen) nicht mit Reichs sexualökonomischen Theorien auseinandersetzt (Medizin, Psychologie, Soziologie) und sich nicht fortwährend in orgontherapeutischer Behandlung befindet. Wie überall in der Wissenschaft geht es darum, die Instrumente und Geräte intakt zu halten. In der Orgonomie ist das wichtigste Instrument der menschliche Geist und Körper sowie das soziale Gefüge zwischen den Arbeitenden (Arbeitsdemokratie).

Ab und an hatte ich wirklich genug von der Orgonomie. Es waren „WTF“-Momente. Da war beispielsweise der Augenblick, als ich über die Rolle des Augenkontakts bei Menschenaffen sprach, die ihn als extrem aggressiven Akt wahrnehmen. Mein „orgonomisches“ Gegenüber reagierte heftigst: das müßten die Verhaltensforscher falsch interpretiert haben! – Es paßt nicht zur „orgonomischen“ Weltanschauung, in der beispielsweise der „tiefe Augenkontakt“ eine wesentliche Rolle spielt. Bei solchen Reaktionen denke ich mir dann: „Scheiße! In was für eine Sekte grenzdebiler Irrer bin ich hier bloß reingeraten?“ Andere Beispiele sind irrationale Reaktionen auf meine faktisch begründeten Zweifel über Giordano Bruno oder die Hexenverfolgung oder die offensichtliche Beobachtung daß es, oh Schreck, Rassenunterschiede gibt.

Ähnlich die Reaktion, als ich erwähnte, daß Malinowski seinem posthum veröffentlichten Tagebuch zufolge Probleme mit dem Rassismus der Trobriander hatte, die einen Horror vor Körpergerüchen haben und jedes Körperhaar entfernen. Und dann kommt da so ein übelst vor sich hin müffelnder (generell ist Kleidung, diese Segnung des weißen Mannes, in den Tropen unhygienisch!), ständig schwitzender, blasser und wie ein Halbaffe über und über behaarter Untermensch (ein Mitteleuropäer) wie Malinowski daher! Malinowski hat sich gerächt, indem er von „Niggern“ und, was die jungen Trobrianderinnen betraf, „Huren“ sprach. Aber erwähne das mal gegenüber einem ganz in der „orgonomischen“ Weltanschauung aufgehenden Sektierer, für den Malinowski ein orgonomischer Heiliger ist! „Blödsinn!“ Da müßte ich was mißverstanden haben, blablabla.

Für diese Leute scheint es keine objektive Wirklichkeit zu geben. Alles wird mit einer vermeintlich „orgonomischen“ Brille gesehen, ohne daß sie sich bewußt sind, daß sie eine Brille tragen. Diese Brille ist fast durchgehend rosa gefärbt: Friede, Freude, Eierkuchen.

Reich ist nicht ganz unschuldig für das Aufkommen dieser Weltanschauung, mußte er sich doch zeitlebens mit Leuten auseinandersetzen, für die der Mensch ein „sadomasochistisches Tier“ war, die Welt ein von wachsender Entropie und dem „Todestrieb“ bestimmtes Jammertal; dauerhaftes Glück sei Illusion, der Stoizismus die angemessene Geistesverfassung. Noch heute sind die arroganten Hackfressen der Reich-Hasser von diesem Gedankengut durchfurcht.

Tatsächlich hat sich die Gesellschaft aber mittlerweile grundlegend geändert. Aus der autoritären Gesellschaft wurde die anti-autoritäre Gesellschaft und an die Stelle von Sigmund Freud ist Erich Fromm getreten. Zwar spreizen sich in pseudo-intellektuellen Schmierantenblättern noch immer die Zyniker, aber der Gutmensch dominiert zusehends die Szenerie. Jetzt hat er sich sogar seinen eigenen Reich-Film gedreht: ein weicher, verletzlicher, durch und durch anti-autoritärer Reich, der nahe am Wasser gebaut hat. Aussagen Reichs, die nicht in diese Weltanschauung passen, hat Reich, dieses Weichei, dann halt aus Angst vor „McCarthy“ getätigt!

Ähnlich sieht es im Bereich der Orgonbiophysik aus. Da haben wir ein perfektes Weltsystem vor uns: der Raum ist mit einer Art Sauce (dem Orgon) gefüllt, das durch das Universum, die Atmosphäre und den menschlichen Körper fließt, wie es die „alten Weisheiten“ der Völker und verschiedene moderne Esoteriker lehren. Mein Protest, daß man die Orgonenergie nicht einfach mit dem Äther, dem Od, dem Chi und all den anderen „feinstofflichen“ Essenzen gleichsetzen kann, wird jeweils verächtlich vom Tisch gewischt. Reichs Orgon wird mit den verzerrten Wahrnehmungen von gepanzerten Menschen gleichgesetzt!

Reich war ein Wissenschaftler, kein Begründer von etwas, was die Welt nun wirklich als allerletztes braucht: eine neue Weltanschauung. Tatsächlich ist diese vermeintlich „orgonomische“ Weltanschauung derartig beschränkt, klaustrophobisch und offensichtlich falsch und schlichtweg peinlich, daß man den Kritikern der Orgonomie manchmal nur aus vollem Herzen rechtgeben kann. Tatsächlich entspricht diese „orgonomische“ Weltanschauung dem Weltbild des kleinen Mannes, der nicht etwa nach Erkenntnis sucht, sondern nach Halt und Orientierung in dieser Welt.

downwithhim

Der Familienroman der Menschheit

21. April 2013

Zu einem bestimmten Zeitpunkt, als sich der Mensch von der übrigen Natur abspaltete, begann er mit der Niederschrift seiner Geschichte. Aber warum traf das Niederschreiben der Geschichte mit dieser Abspaltung zusammen? Jetzt beginnt der Mensch mit einer Bewegung zurück zur Natur, obgleich er sich dessen nicht bewußt ist… Es ist ein enormes Problem – dieses zeitliche Zusammentreffen von Geschichtsschreibung und dem Abwenden von der Natur. (Wilhelm Reich, 1948 zu Myron Sharaf, Journal of Orgonomy, March 1969, S. 118f)

Für Freud war der Ödipus-Komplex das zentrale Geschehen. Er schlägt sich beispielsweise im „Familienroman der Neurotiker“ (1909) nieder, demzufolge der im realen Leben enttäuschende Vater tatsächlich ein ganz anderer ist, ein Held, ein König, etc. Für Reich war der zentrale Mythos der Menschheit geradezu gegensätzlich geartet: nicht der Sohn opfert in seiner Phantasie den Vater, sondern umgekehrt der Vater opfert ganz real den Sohn – der „Christusmord“. Für Reich war in dieser Hinsicht Christus und der Mord an ihm in der Tat „das Alpha oder das Omega“, ähnlich wie in der Psychoanalyse der Ödipus-Komplex das A und O ist.

Betrachtet man nun die Geschichte und die Mythen der Völker, stößt man auf eine Illustration von Reichs Buch Christusmord nach der anderen. Der zentrale Mythos des Christentums ist derartig in die Geschichte eingezeichnet, daß manche sogar davon ausgehen, die gesamte Weltgeschichte sei von Christen geschrieben, also kaum mehr als „der Familienroman der Menschheit“. Siehe dazu beispielsweise die Arbeit des russischen Mathematikers Anatolij T. Fomenko.

Vor einigen Jahren habe ich folgende Rezension eines Buches eines dieser Chronologiekritiker auf meine Netzseite plaziert, später dann aber wieder zurückgezogen, weil mir die Sache denn doch zu wenig zum Thema Orgonomie zu passen schien:

Christoph Pfister: DIE MATRIX DER ALTEN GESCHICHTE

Bei seinem geschichtskritischen Ansatz geht der promovierte Historiker Pfister von der folgenden persönlichen Beobachtung aus: In der Nähe von Bern fand man die Fundamente von drei „gallorömischen Vierecktempeln”, die angeblich im 3. Jahrhundert zerstört wurden. Über einem dieser Sakralbauten wurde, wieder angeblich, 1000 Jahre später (ca. 1340) eine Kapelle errichtet, die dann in der Reformationszeit zerstört wurde. Pfister fragte sich, wie um alles in der Welt man nach 1000 Jahren noch wissen konnte, wo ein Kultbau der Kelten oder Römer gestanden hatte. Das wäre für uns Heutige das Jahr 1003!

Wir haben es mit dem Gegensatz zwischen einer funktionalistischen Geschichtsforschung zu tun, die sich am archäologischen Befund, am eigenen Augenschein, am vorurteilsfreien, unverbildeten Menschenverstand, „an der Natur” orientiert und einer mechano-mystischen „Geschichtswissenschaft”, die sich an Bücher hält, die ein „Wissenschaftler” vom anderen abgeschrieben hat. Diese Kette beginnt mit den antiken und mittelalterlichen Schriftquellen, – die durchweg aus dem 16. oder 17. Jahrhundert stammen bzw. zu dieser Zeit „aufgetaucht” sind.

Die Grundaussage von Pfisters Buch lautet, daß einigermaßen gesicherte geschichtliche Kenntnisse bereits ausfransen, wenn man nur 400 Jahre zurückgeht. Mit jedweder Gewißheit ist endgültig Schluß ab etwa dem Jahr 1500 und Geschichte geht über in Geschichtsdichtung, die sich in ihrer Substanz kaum von den Romanen Tolkiens unterscheidet. Das einzige, was einer seriösen Geschichtsforschung bleibt, ist das Herausarbeiten der Konstruktionsmerkmale der beiden Perioden, „Mittelalter” und „Altertum”, die im 16. Jahrhundert erfunden wurden.

Damals ging man wohl so ähnlich vor wie heutigentags bei den diversen Star Trek-Fernsehserien und -Kinofilmen. Ausgehend von den Abenteuern von Captain Kirk, dem Vulkanier Spock und den anderen Crewmitgliedern von „Raumschiff Enterprise” wurde innerhalb von knapp vier Jahrzehnten eine facettenreiche zukünftige Geschichte der Menschheit kreiert, wobei man sich bei jeder Produktion jeweils an den vorangegangenen Machwerken orientierte. Das mußte natürlich immer wieder zu schmerzlichen Ungereimtheiten führen, die bei einer einheitlichen Planung nicht aufgetreten wären.

In der alten Geschichte findet man eine solche auffällige Verwerfung im Mittelalter, das, weil viel zu lang (1000 Jahre!), als daß man es durch einfache Verlängerung der Neuzeit in die Vergangenheit und Dehnung der Antike hätte schließen können, mehr schlecht als recht durch die Hilfskonstruktion „karolingische Zeit” aufgefüllt wurde. Entsprechend ist bei „Karl dem Großen” die Fiktionalität der alten Geschichte am augenfälligsten. Insbesondere Heribert Illig hat sich mit der Bloßlegung dieser grotesken Geschichtsfälschung hervorgetan. (Es ist traurig, daß er von Pfister mit keinem Wort erwähnt wird!)

In der Zeit der „Reformation” wurde der nicht näher bestimmbare und nur lokal organisierte synkretistische „Arianismus” – wie wir ihn vielleicht noch heute in der schiitisch-schamanistischen Mischreligion des anatolischen Alevismus vor uns haben? – durch die dogmatischen Religionen der Lutheraner, Calvinisten, Katholiken, Orthodoxen, Juden und nicht zuletzt auch der Sunniten und Schiiten mit Hilfe von Glaubenskriegen, Inquisition und „Hexenverbrennungen” ausgerottet. Um die alte Religion vergessen zu machen, wurde, ähnlich wie später in den Kolonialgebieten, die Erinnerung an die Vergangenheit von der organisierten und schwerbewaffneten Emotionellen Pest ausgelöscht und „Geschichte geschrieben”.

Wie die Blaupause der alten Geschichte geartet war und mit welcher Technik diese „Matrix” ausgefüllt wurde, kann man sich sehr schön anhand des besagten „Arianismus” vergegenwärtigen. Benannt wurde er nach Arianus, der im Jahre 325 unter KONSTANTIN zum Erzhäretiker erklärt wurde. Arianus entspricht ein Jahrtausend später (1415) dem fast namensgleichen Jan Hus, der auf dem Konzil in KONSTANZ inhaftiert und dann verbrannt wurde. Dieses fiktive Konzil wird auch im Buch Esra des Alten Testaments beschrieben, wo Jan Hus als Johanan (die hebräische Namensform von Johannes = Jan) auftritt, – der in einer „Tempelzelle” eingesperrt ist.

Dergestalt wurden die Epochen mit Variationen immer der gleichen Geschichten aufgefüllt, die der religiösen Erbauung dienten. Zum Beispiel: wer vom Glauben abfällt, den bestrafen die Ostgoten, Vandalen und Alemannen als Geißel Gottes, und da diese arianischen, bzw. heidnischen Völkerschaften in ihrem Unglauben verstockt blieben, verschwanden sie, im Gegensatz zu den katholischen Franken, schließlich aus der Geschichte. Mit Variationen und mit einem fiktiven Zeitkolorit verfremdet hat das Alte Testament den gleichen Inhalt. Wobei es natürlich die Ostgoten, Vandalen und Alemannen genausowenig gegeben hat, wie etwa Philister, Samaritaner oder Midianiter.

Allein schon die Zeitrechnung „ab Christi Geburt” ist ein zynischer Scherz! Sie wurde angeblich im Jahre 525 von dem in Rom wirkenden „skythischen (sic!) Mönch” Dionysius Exiguus eingeführt. Die Schrift aus dem 6. Jahrhundert, die diese Geschichte enthält, wurde aber erst im 17. Jahrhundert in Frankreich „entdeckt”. Zu einer Zeit, als das Zahlengerüst der alten Geschichte, an dem sich noch heute die Historiker orientieren, von dem Franzosen Denis Pétau, latinisiert Dionysius Petavius (1583-1652), ausgearbeitet wurde. In Pétau steckt das französische Wort „petit”, klein. Und was bedeutet das lateinische Wort „exiguus”? „Klein, schmächtig”!

Daß die gesamte Geschichtsschreibung wirklich nichts anderes ist als Dichtung im Dienste der Theologie, wird z.B. auch an der einzigen Quelle für das frühe Rom deutlich: Titus Livius, der angeblich im 1. Jahrhundert v.Chr. schrieb – und dessen Schriften im 16. Jahrhundert „entdeckt” wurden. Auffällig sind die vielen Parallelen zu den Erzählungen des zur gleichen Zeit (16. Jahrhundert!) verfaßten Alten Testaments. So entsprechen z.B. die sieben Könige Roms (die wiederum Alter Egos bei den spätrömischen Kaisern haben) den alttestamentarischen Königen.

Ein Hauptelement der Geschichte, die Livius zu erzählen hat, ist die Emanzipation der Plebejer (= Christen) gegenüber den Patriziern (= Heiden) während der sage und schreibe 400 Jahre andauernden römischen Republik. Die Plebejer ziehen dreimal in der Geschichte der Republik protestierend aus der Stadt (= Ägypten) auf einen von Livius nicht näher lokalisierten „heiligen Berg”, um für ihre Bürgerrechte zu demonstrieren. Schließlich erhalten sie den geforderten gesetzlichen Schutz, z.B. das „Zwölftafelgesetz”. Der heilige Berg der Plebejer = Christen, bzw. der Juden = „Judices” (die Richter, die das lateinische Recht, „Jus”, vertreten, „das Volk des Gesetzes”), ist der Vesuv = der Sinai. Der Auszug der Juden aus Ägypten ist in Wirklichkeit der Auszug aus der ägyptischen Religion. (Dazu muß man wissen, daß Rom wahrscheinlich einst eine ägyptische Provinz war.) Das Heilige Land „Kanaan” ist die Region Kampanien am Fuße des Vesuvs. Jerusalem ist das himmlische Rom.

Auch in der Figur des Jesus Christus finden sich viele römische Elemente, etwa die des Sklaven Spartakus (sozusagen ein Super-Plebejer), der gekreuzigt wurde, und die des armen Mönches Hildebrand, der zur Zeit der Ottonen, also tausend Jahre „nach Christus” nach Rom pilgerte und zum Papst Gregor VII. gewählt wurde. Auf ihn geht der weltliche Machtanspruch der Kirche, die strenge Hierarchie und nicht zuletzt das Zölibat zurück. (Die ins Auge springende schizoide Doppelgesichtigkeit Jesu – Spartakus/Cäsar, Mönch/Pontifex Maximus, Pazifist/herrschsüchtiger Gewaltmensch – wird von mit in Der verdrängte Christus thematisiert.)

Pfiester zufolge gehört das „antike Griechenland” ins 15. Jahrhundert und ist ein Produkt der Landnahme, die Spaniens, Frankreichs und Italiens, die von Griechenland, Kleinasien und die Levante bis hinunter nach Ägypten und weiter nach Tunis reichte. Diese Eroberungen zeigen sich, Pfister zufolge, in den vollendet spät-gotischen Prachtbauten im Nahen Osten, die zur Zeit der angeblichen Kreuzzüge vollkommen undenkbar sind, – und nicht zuletzt in den durchweg iberischen, gallischen und italischen Orts- und Landschaftsnamen dieser Gebiete. Auch erklärt sich mit der religiösen Rechtfertigung der imperialistischen Landnahme zwanglos, warum das Heilige Land Kampanien vom Fuße des Vesuvs in die Levante versetzt wurde („Kanaan”) und warum aus dem Höhenheiligtum Präneste, dem heutigen Palestrina in der Nähe Roms, das Land der Höhenheiligtümer „Palästina” wurde.

Die Expansion nach Osten, dieser Kampf zwischen dem Gallier („de Gaulle”!) Goliath und dem einheimischen „Palästinenser” David, war m.E. die Initialzündung für die Ausbildung des Islams. Ähnlich wie im 20. Jahrhundert der Marxismus in Osteuropa und der Dritten Welt war im 16. Jahrhundert der sich formierende Islam eine antiwestliche „Befreiungstheologie”, die vom Westen inspiriert und inhaltlich geformt wurde – bis zur „kulturrevolutionären” Auslöschung der eigenen Kultur des Mittleren Ostens, die konsequent nach westlich-christlichen Muster „arabisiert” wurde (ein Prozeß, der bis heute andauert!).

Was hat die Humanisten des 16. und 17. Jahrhunderts, also Leute wie den erwähnten Denis Pétau oder etwa seinen Vorläufer Joseph Justus Scaliger (der Begründer der „wissenschaftlichen Chronologie”), zu ihrer verheerenden Fälschungsaktion bewegt? Aus dem „reformatorischen” Geist der Zeit heraus konnte Geschichte nichts anderes sein als Heilsgeschichte. Offenbar wollte man den Kult um die mythische Christus-Figur sichern und zum alleinigen Glauben machen, indem man bis in die kleinsten Einzelheiten hinein eine mehrtausendjährige angeblich profane Geschichte um diese sozialrevolutionäre Erlösergestalt herum konstruierte. Eine Geschichte, die die christliche Theologie perfekt illustriert und „konkretisiert”. Dagegen hatten die anderen Kulte, etwa der des Mithras, nichts aufzubringen: Kopf schlägt Bauch! Geschichte schlägt Mythos! Der Appell an die asozialen „kulturrevolutionären” Entwurzelten schlägt gewachsene Strukturen! Oder mit anderen Worten: das Christentum ist die Urform des Roten Faschismus. (Wie schon Nietzsche feststellte, vgl. Der verdrängte Nietzsche.)

Hinter der Matrix standen „modern liberals” (siehe Der politische Irrationalismus aus orgonomischer Sicht). Das vollständig vom bioenergetischen Kern abgetrennte Denken zeigt sich in ihren im wahrsten Sinne des Wortes „abgehobenen” Konstruktionen und dem von ihnen geschaffenen Alp eines impotenten, verbitterten Intellektuellen-Gottes, der wirre Bücher voll Frauenverachtung, abartiger Gewaltphantasien und das „Jüngste Gericht” schreibt. Ein harter und rachsüchtiger Gott, der, wie Nietzsche in Also sprach Zarathustra anmerkt, sich eine Hölle zum Ergötzen seiner Lieblinge erbaute. (Zum [sexual-]ökonomischen Hintergrund der Vorliebe für die „unterdrückten Massen” im 16. Jahrhundert siehe Ökonomie und Sexualökonomie.)

Leider durchschaut Pfister den charakterologischen Hintergrund der Matrix nicht. Aber immerhin scheint ihre quasi „marxistische” Natur durch, wenn er z.B. im Zusammenhang mit dem fiktiven Spartakus-Aufstand schreibt: „Die Sklaven sind im Grunde immer siegreich, was beweist, daß das Christentum siegen wird. Nur die Zeit ist noch nicht reif für die religiöse Wende” (S. 92). Hier wird förmlich greifbar, daß später der Marxismus (der moderne „Spartakismus”, der zwangsläufig siegen wird, wenn „die Zeit reif ist”!) an der erfundenen christlich-humanistischen Heilsgeschichte weitergestrickt hat. Auf S. 390 sieht Pfister eine Parallele zwischen der einstigen dem Untergang geweihten Sowjetideologie und der heutigen theologisch inspirierten „Geschichtswissenschaft” – die ebenfalls dem Untergang geweiht ist. (Es ist sicherlich kein Zufall, daß Pfisters Hauptquelle, ohne die sein Buch undenkbar wäre, Fomenko ist. Russen wissen aus erster Hand, daß ganze Gesellschaften in einer „Matrix” leben können – in einem Gespinst aus Lüge und Manipulation.)

Was mich im Nachhinein skeptisch gemacht hat, ist beispielsweise die Aufarbeitung der Hexenprozesse. Mit den exakt datierten Gerichtsakten, die den Alltag, den religiösen Glauben und die politischen Verhältnisse dokumentieren, haben Historiker die „schwarze Legende“ widerlegt. Die Inquisition war schlimm, aber kein „Holocaust“, dem Millionen zum Opfer gefallen sind. Wer hätte all diese Geschichtsdokumente fälschen sollen? Und dann auch noch so, daß sie der offiziellen Geschichtschreibung widersprechen!

Chronologiekritiker sehen, wie einst Schopenhauer, daß ganz entgegen den Behauptungen Hegels sich die Geschichte in einer „ewigen Wiederkehr des Gleichen“ zu erschöpfen scheint. Daraufhin fassen sie den Geschichtsverlauf so zusammen, daß sie uns schließlich eine konzise „Geschichte“ vorlegen können. Kann es nicht aber auch so sein, daß die Menschheit auf neurotische Weise immer und immer wieder das gleiche Christusmord-Geschehen durchexerzieren muß und daß dieser „Wiederholungszwang“ die Menschheitsgeschichte zu einer derartig öden und unlogischen Geschehensabfolge machte?

christusallber

Zur Durchsetzung der Hexenverfolgung

21. Juli 2012

Dieser Blogeintrag ist eine Ergänzung zu Amerika, die neue Schwarze Legende. Die „schwarze Legende“, die Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus und seit „1968“ geprägt hat, ist die Mär von der Hexenverfolgung. Natürlich ist dieses Lügenmärchen auch bei sogenannten „Reichianern“ sehr beliebt. Daß das ganze eine Mischung aus Halbwahrheiten, haltlosen Übertreibungen und vollkommenem Unsinn ist, hat Jenny Gibbons, übrigens eine moderne Hexe und „Neu-Heidin“, im Detail aufgezeigt. Siehe ihren neunteiligen Artikel.

Hexen hat es immer gegeben und zwar in jeder Weltregion. Selbst die Trobriander hatten auf „Besenstielen“ durch die Luft reitende Hexen! Nicht nur im alten Europa, sondern auch im alten China war es üblich, Hexen lebendig zu verbrennen. Noch heute werden sie in Afrika und Indien verfolgt und verbrannt. Beim revolutionären Umbruch in Zimbabwe galt Hexerei als „konterrevolutionär“ und als „Hexen“ denunzierte Frauen, meist Frauen, die irgendeinen Luxusgegenstand besaßen, wurden von den marxistisch-leninistischen Freiheitskämpfern lebendig verbrannt. In Angola ließ Sawimbis Unita Hexen verbrennen. Desgleichen in Süd-Afrika, wo der ANC systematisch jagt auf Hexen machte. Noch heute verfolgen hinduistische Glaubensfanatiker in der indischen Provinz Bihar Hexen. Witwen werden gesteinigt oder erschlagen, weil sie Seelen stehlen oder Menschen und Vieh verzaubern können und das Geschäft oder die Ländereien ihrer verstorbenen Ehemänner weiter bewirtschaften.

Bei linken Ideologen sieht es immer so aus, als wären die niederen Schichten Hauptopfer der Hexenverfolgung gewesen, aber es war wohl eher so, wie übrigens auch z.B. bei Luthers Judenhaß, daß die Stoßrichtung hauptsächlich gegen die Reichen und „Kapitalisten“ gerichtet war. Daß ist auch so, wenn im Alten Testament die sozialrevolutionären Jahwistischen Propheten Front gegen die „Hexen“ machen.

Daß z.B. die Hexenbulle 1484 herauskam, um das Bevölkerungswachstum aus ökonomischem Kalkül anzukurbeln, halte ich für rationalistischen Unsinn. Das war die Zeit der Bettelmönche (wie die Dominikaner, die den Kommentar zu dieser Bulle schrieben), die wahrhaftig nichts „Kapitalistisches“ in ihren Köpfen hatten – eher Sozialrevolutionäres gegen das reiche, „herumhurende Pack“. Außerdem frage ich mich, ob heutige Ideologen mit ihrem antikapitalistischen Impetus von den Hexenverbrennern ideologisch wirklich so weit weg sind, wie diese Gutmenschen es sich einbilden. In mancher Beziehung war die Kirche der „Kommunismus des Mittelalters“. Übrigens haben die „emanzipatorischen“ Kommunisten in der Sowjetunion eine ganz bestimmte Gruppe mit einem unbändigen Haß verfolgt – und das bereits lange vor dem Stalinistischen Terror: die Schamanen und Schamaninnen.

Angesichts dessen, was bis heute vom Hexenunwesen geblieben ist, insbesondere des erschreckenden alltäglichen Aberglaubens bei meinen Mitmenschen, Astrologie, „Freitag der 13“, etc., frage ich mich, ob das Christentum und später der Protestantismus sich nicht vielleicht durchgesetzt haben, eben weil sie genuin aufklärerisch und emanzipatorisch waren und die Leute von unberechtigten Ängsten und Einschränkungen des Lebens, Einschränkungen der Lebensenergie, befreit haben.

Die Sache mit den „orgiastischen“ Badehäusern ist der reine Blödsinn: die frivolen Darstellungen, die gerne gezeigt werden, entsprechen durchgehend Bordellen, während die normalen Badehäuser eben nichts anderes waren als eben Badehäuser, wie es sie überall bis in die 1950er Jahre dieses Jahrhunderts hinein gab, als die Wohnungen noch keine Waschgelegenheiten hatten. Daß es, anders als etwa in den islamischen Badehäusern, keine strenge Geschlechtertrennung gab, spricht nicht etwa für weniger, sondern für mehr Schicklichkeit und Zurückhaltung. Welcher normale Mensch würde etwa ein normales Sauna-Bad so beschreiben wie es mit den mittelalterlichen Entsprechungen seit dem unseligen Norbert Elias getan wird! Die in diesem Zusammenhang immer wieder hervorquellenden Gruppensex-Phantasien sind einfach hochneurotisch pubertär.

Was sich wohl für wilde Phantasien im Kopf eines fundamentalistischen Türken (und selbst eines Amerikaners!) abspielen, wenn er an das deutsche Badeparadies denkt? Genau die gleichen Phantasien spielten sich in bezug auf die mittelalterlichen Badehäuser in den Köpfen der Kleriker und der Gelehrten der viktorianischen Zeit ab. Diese verklemmten, extrem sexualfeindlichen pornographischen Phantasien werden nun hervorgekramt, um zu zeigen wie sexualpositiv doch das Mittelalter war.

Auch ich glaube, daß diese mittelalterlichen und modernen Badehäuser ein Zeichen für eine sehr gute gesellschaftliche Sexualökonomie waren und sind – und zwar deshalb, weil es vollkommen entsexualisierte Erscheinungen sind. Die Leute leiden nicht unter einer sexuellen Ausgehungertheit. In anderen Weltgegenden wäre so etwas unmöglich, weil die Männer nur stieren würden, es zu Eifersuchtsdramen und Vergewaltigungen käme, etc. Etwa in Ägypten wäre so etwas vollständig undenkbar!

Wenn dann Ottmar Lattorf in seinem eingangs verlinkten Aufsatz zur Hexenverfolgung im Zusammenhang mit Gemeinschaftsbetten und der Ohrenbeichte von Dingen berichtet, die unter dem Heidentum „nicht oder kaum mißbilligt worden waren: Oralverkehr, Inzest im weitesten Sinne (sic!), weibliche Homosexualität, Masturbationen und andere Positionen als die Missionarsstellung“… Hier muß ich auch daran denken, was Reich in Der triebhafte Charakter über „Gemeinschaftsbetten“ und „Oralverkehr, Inzest im weitesten Sinne, weibliche Homosexualität, Masturbationen und andere Positionen als die Missionarsstellung“ geschrieben hat; und in Christusmord mit bezug auf Moses und Paulus über die von Lattorf so gepriesene polymorph-perverse „heidnische Sexualität“.

Lattorf erwähnt alle möglichen Dinge, die mit allen möglichen anderen Dingen, etwa der nationalsozialistischen Germanentümelei, kompatibel sind (z.B. daß junge Fraue vor alten Männern tanzten, um deren Lebensgeister zu wecken) – aber nirgends die Genitalität.

Der von Lattorf beschriebene radikal anti-sexuelle Umschwung (Todesstrafe für außereheliche Sexualität) erinnert mich an die katholische Gegenreformation: man wurde sittenstrenger als jemals zuvor, um sich gegen die puritanischen Protestanten durchsetzen zu können. Ist es nicht vielleicht so, daß der vergleichbare vorangehende Umschwung zur Zeit der Kreuzzüge ebenfalls infolge einer Gegenreformation erfolgte: man wurde sittenstrenger als jemals zuvor, um sich gegen die Katharer und besonders die Moslems (bei denen Todesstrafe für außereheliche Sexualität eine Selbstverständlichkeit war) durchsetzen zu können? Diese Theorie erscheint mir weitaus plausibler als rationalistische marxistisch-„materialistische“ Erklärungsversuche.

Lattorf: „Die emotionalen sexuellen Verhältnisse bei den Unterjochten müssen damals insgesamt um einige Qualitätsgrade derber und freizügiger und gesünder gewesen sein, als wir das heute in Deutschland leben können.“ Kann man mir mal erklären, inwieweit er oder ich oder der Leser sexuell (genital) eingeschränkt wird durch „die Gesellschaft“?

Auch kann ich nicht nachvollziehen, daß ausgerechnet Europa das Non-plus-ultra an Neurose auf diesem Planeten sein soll.

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