Posts Tagged ‘Gott’

Orgonomie und christliche Liebe

18. September 2017

Christen sagen, man solle sich im Kampf gegen das Böse nicht dem Haß hingeben, sondern die Liebe leben. Der Haß ist das Wesen Satans, während Gott die Liebe ist. „Liebe deine Feinde!“ Auf mystische (d.h. verzerrte Weise) haben die Christen damit eine tiefe Wahrheit erkannt, die aber keinerlei Früchte tragen kann, wie die letzten 2000 Jahre gezeigt haben, weil es an einer bioenergetischen Fundierung mangelt.

In Bezug auf das Dreischichtemodell (soziale Fassade, sekundäre Schicht, bioenergetischer Kern) geht die Orgonomie davon aus, daß man der Emotionellen Pest nur effektiv entgegentreten kann, wenn man aus dem Kern heraus agiert, bekämpft man sie aus der sekundären Schicht heraus, wird nur das Böse weiter gestärkt! Das beinhaltet aber nicht nur Liebe, sondern auch rationale Wut. Christliche „Liebe“ ist ohnehin fast durchweg bloß eine Reaktionsbildung gegen irrationale Wut aus der sekundären Schicht und gehört damit der sozialen Fassade an. Diese Art von „Liebe“ ist vollständig bedeutungslos.

Satanismus (d.h. der Kommunismus, „Pseudo-Liberalismus“), der heute weitgehend das Christentum abgelöst hat, wirkt oberflächlich teilweise wie das Christentum, was auch seine ungemeinen Erfolg erklärt, doch seine Dynamik ist eine vollständig andere: statt die sekundäre Schicht abzuwehren, wird diese Abwehr nur vorgetäuscht. Tatsächlich dient hier die „Liebe“ der Durchsetzung der sekundären Schicht. Der Fürst der Finsternis tritt im weißen Gewand eines Engels des Lichts auf. Er ist die Lüge!

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Individuum und Masse

8. September 2017

In traditionellen Gesellschaften, wie etwa dem europäischen Mittelalter, gingen die Menschen ganz in der Gemeinschaft, etwa den Gilden, auf. Ein „Ich“ gab es kaum. Literaturwissenschaftlich läßt sich das „Ich“ im heutigen Sinne erstmals bei Michel de Montaigne (1533-1592) nachweisen. Als „Massenphänomen“ trat das Ich erst im Gefolge der Aufklärung des 18. Jahrhunderts in Erscheinung. Man denke etwa an die klassische Musik, die zunehmend individuelle „Seelenlandschaften“ abbildete, bis sich im Verlauf der Romantik die alten „objektiven“ Kompositionsstrukturen vollständig zugunsten des rein subjektiven „individuellen Ausdrucks“ auflösten. Ähnliches ereignete sich in der Malerei, die ebenfalls zunehmend subjektive „Seelenlandschaften“ darstellte.

Gleichzeitig kam es zur Entwicklung der Massengesellschaft und des Kollektivismus. Ausgerechnet mit der Emanzipation des Ichs in der Aufklärung soll der Kollektivismus seinen Anfang genommen haben? Das Problem taucht schon früher auf, nämlich in der Reformation, die das kritische Bibelstudium, die individuelle Meinungsbildung förderte. Aber mit der Befreiung von der menschlichen Autorität ist eine viel erdrückendere Autorität aufgekommen: die unbedingte Autorität „der Schrift“. Luther hat sozusagen eine „lslamisierung“ des Christentums eingeleitet und das Walten des Heiligen Geistes durch das tote „Wort Gottes“ ersetzt. Thomas von Aquin hatte noch sagen können: „Die Wahrheit ist immer die Wahrheit. Sie kommt vom Heiligen Geist, egal wer sie ausspricht.“ An die Stelle der strukturierten Ständegesellschaft trat eine Massengesellschaft aus „Individuen“.

Luther war ein Unglück für das Christentum, u.a. auch deshalb, weil er die Gegenreformation verursacht hat, die zu einer Erstarrung des Katholizismus geführt hat, aus der er sich erst heute langsam löst. Und genauso war die „Aufklärung ein Unglück für die Aufklärung“ weil das Individuum nur befreit wurde, um erst recht Knecht des „Volkes“, der „Nation“, gar der „Vernunft“ zu werden. Dezentrale Autoritäten wurden „antiautoritär“ durch eine zentrale Autorität ersetzt. Besonders schön sieht man das heute in Afrika, wo die „Ureinwohner“ von ihren feudalen Strukturen „befreit” werden, nur um einem diktatorischen Regime in die Hände zu fallen, das sie restlos knechtet und ihnen doch keine emotionale Heimat liefert.

Der Kollektivismus geht ideologisch davon aus, daß alle Menschen gleich sind (einige sind sogar noch gleicher als andere!). Im Katholizismus ist das anders. Der eine ist zum Priesteramt berufen, der andere nicht, der eine zum Klosterleben, der andere zum Leben in der Welt, der eine zum dienen, der andere zum herrschen, etc. Das ist ungefähr so wie in einer Armee, die man auch nicht gerade kollektivistisch nennen kann.

Vielleicht kann man den Kollektivismus am besten am Problem der Kreativität fassen. Beispielsweise fiel Besuchern von DDR-Kindergärten immer wieder auf, daß den Kindern ein „richtiges“ Zeichnen beigebracht wurde und daß man sie davon abhielt sich selbst kreativ zum Ausdruck zu bringen. Das gleiche ist mir selber auch Anfang der 1970er Jahre passiert, als Lehrer die frisch von den linken Universitäten kamen mir ernsthaft vorwarfen, ich wäre „krankhaft originell“ und würde mich nicht in die Gemeinschaft einpassen. Und das ging über den ganz gewöhnlichen Druck von neurotischen Lehrern in neurotischen Schulen hinaus – das war geradezu ein religiöser bzw. ideologischer Verfolgungswahn. Baker zitiert in seinem Buch Der Mensch in der Falle Nietzsche: die modernen Liberalen seien „allesamt Menschen ohne Einsamkeit, ohne eigene Einsamkeit“ – ohne Originalität (Baker 1967). Das mag mit ihrer Rebellion gegen die Vaterautorität zusammenhängen und mit einer existentiellen Angst: ihre Trennung vom eigenen Wesenskern macht sie wurzellos und das erzeugt eine Todesangst vor dem „existentiellen Schock“ der eigenen „Geworfenheit in die Welt“.

Vielleicht kann man das so ausdrücken: der moderne Liberale ist oberflächlich ein Kollektivist, weil er innerlich ein von allem abgetrennter Existentialist ist (Prototyp Sartre). Der Konservative ist demgegenüber äußerlich ein bis ins Extrem gehender aristokratischer Individualist, weil er innerlich fest verankert ist.

Orthodoxie und Katholizismus

27. April 2017

Gestern schon wieder Ausführungen über Religion. Gibt es denn nicht wahrhaftig Wichtigeres? Nun, ich persönlich bin über die Religion zur Orgonomie gekommen. Genauer gesagt über Tantra und Bhakti-Yoga, d.h. das Bewußtwerden und die Mobilisierung der inneren Orgonenergie-Ströme („kosmischer Sex und kosmische Liebe“). In der Religion geht es nicht um „Erlösung“, „Gott“, „den Sinn des Lebens“ und den ganzen übrigen Mumpitz, sondern um den Umgang mit der organismischen Orgonenergie. Deshalb gibt es kaum wichtigere Ausführungen als solche religiöser Natur!

Der Osten ist vom orthodoxen „Denken“, d.h. einer bestimmten Art des organismischen Orgonenergie-Haushalts bestimmt. Typisch für den gepanzerten, will sagen „fragmentarisierenden“, Menschen haben der Osten und der Westen nur jeweils einen Teilaspekt der allumfassenden kosmischen Wahrheit erfaßt. Die Orthodoxie legte alles Gewicht auf die göttliche Natur Jesu. Damit hat die Theologie des Ostens zwar eine unvergleichliche Tiefe und Zwangsläufigkeit erlangt, doch – das Wesentliche klammert sie vollständig aus, weshalb sie die Menschen auch nie motivieren konnte gegen das Unrecht, gegen die Emotionelle Pest aufzustehen.

Schaut man sich die orthodoxe Ikonographie an, wird das Jesuskind immer als ernster, allwissender und alleskontrollierender „Erwachsener im Kleinformat“ dargestellt. Eine Identifikation mit dem „Kind der Zukunft“ ist fast unmöglich. Reich hätte sein Buch Christusmord niemals aus östlicher Perspektive schreiben können! Ausschließlich der Katholizismus (und der Protestantismus) macht es überhaupt möglich, sich Jesus als Mensch zu nähern und die Essenz des Christentums zu erfassen, wie es Reich in Christusmord abschließend getan hat.

Heute hat die westliche Kirche mitsamt ihrer krankhaften Theologie ihre Schuldigkeit getan, ist nur noch eine leere Hülle und gehört in den Orkus gestoßen, angeführt von ekligen Gestalten wie Papst Franziskus und den kommunistischen Clowns, die heute den Protestantismus repräsentieren. Fahrt zur Hölle!

Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht. Eine Ergänzung zu „Peter der Griesgrämige“

16. März 2017

Betrachten wir zunächst die Hauptgleichung der Orgonomie (hier in sehr verkürzter, „amputierter“ Form!):

Zutiefst haben wir die „orgonotische Strömung“. Was das ist, wird am ehesten noch anhand der Orgontherapie deutlich. Die Beseitigung der Augenblockierung führt zum Kontakt mit der Umwelt (dreidimensionales Sehen), die Beseitigung der Zwerchfellblockierung zum Kontakt mit dem eigenen Selbst, dem Körper (dreidimensionales Fühlen) und die Beseitigung der Beckenblockierung zum Kontakt mit dem Kosmos (orgastische Potenz). Dies geht jeweils einher mit einem Gefühl zunehmender Tiefe. Zunächst sieht man die atmosphärische Energie, dann, nach der Öffnung des Zwerchfells, fühlt man sie durch die eigenen Glieder fließen (und lernt entsprechend den Körper wirklich als dreidimensionales Gebilde zu empfinden) und schließlich wird man eins mit diesem Fließen, d.h. wird eins mit der kosmischen Strömung, die in ihrer Überlagerung die Galaxien und damit die Materie aus dem primordialen Orgonenergie-Ozean bildet. Hier setzt die Panzerung an. Indem sie die orgonotische Strömung unterbindet, macht sie die Welt flach, raubt ihr jede Tiefe und führt bei den gepanzerten Menschen zu Derealisation, Depersonalisation und einer generellen orgastischen Impotenz.

Konkret kommt die orgonotische Strömung in der kreiselwellenartigen Bewegung (dem „Orgonom“, siehe Die kosmische Überlagerung) und der orgonotischen Pulsation (siehe Äther, Gott und Teufel) zum Ausdruck.

In der alten, autoritären Gesellschaft führte die Abpanzerung der orgonotischen Strömung dazu, daß die Menschen einseitig aus dem durch das autonome Nervensystem (Plexus solaris) verkörperte orgonotische System heraus empfanden und entsprechend eine konservative, reaktionäre, wenn nicht faschistische Charakterstruktur hatten. In der neuen, antiautoritären Gesellschaft ist es zu einer ebenso einseitigen Verschiebung hin zum Orgonom gekommen, das durch das zentrale Nervensystem verkörpert wird. Die Menschen sind „zerebral“ und von ihren Emotionen getrennt, entsprechend liberal, sozialistisch, wenn nicht kommunistisch strukturiert. Den Unterschied sieht man im gesamten Auftreten. Man vergleiche etwa einen heutigen „typischen Deutschen“ mit einem typischen Türken! Ein „Erdogan“ wäre heute in Deutschland undenkbar!

Aus der obigen Gleichung ist ersichtlich, daß sich die Kreiselwelle in der „Welle“ und im „Puls“ äußert, die Pulsation selbstredend in Expansion und Kontraktion.

Die „Welle“ steht für den Schwung nach vorne, wie er etwa archetypisch im Sprung des Tigers zum Ausdruck kommt – oder in der Flucht der Gazelle. Dem Sprung ging ein mühsames und langwieriges Verfolgen und Lauern voran, der wilden Flucht das Grasen. Das letztere steht für den „Puls“, das „Mahlen auf der Stelle“, die Arbeit am Kleinklein. In der autoritären Gesellschaft „lebte man, um zu arbeiten“. Nur so waren die horrenden Kriegsanstrengungen und das Wirtschaftswunder möglich. Für den antiautoritären Menschen sind das „Sekundärtugenden, die Auschwitz erst möglich gemacht haben“. Arbeit ist eine Last („Ausbeutung“), stattdessen wird umverteilt und konsumiert, man gibt sich der Hedonie hin.

Die entsprechenden Erörterungen über Kontraktion und Expansion erübrigen sich ebenso, wie eine detaillierte Beschreibung, wie sich diese energetischen Funktionen in der neueren Geschichte des Kapitalismus widergespiegelt haben bzw. wie dessen Entwicklung wiederum die jeweiligen Charakterstrukturen perpetuierten. Man braucht nur die Augen aufmachen!

Wilhelm Reichs Jüdischheit (Teil 1)

1. März 2017

1930 erklärte die Sowjetunion die Sowjetisierung des Lebens für weit fortgeschritten, so daß allenfalls noch Sprachunterschiede zwischen den Nationen blieben und jedes Beharren auf beispielsweise jüdische Identität „kleinbürgerlicher Chauvinismus“ wäre. „Ein Buch, das 1931 in einem kommunistischen Partei-Verlag in Wien und Berlin erschien, formulierte diese alte und wiederum neue Linie sowjetischer ‚Judenpolitik‘ programmatisch, nicht zuletzt auch gegenüber der aufkommenden NS-Bewegung in Deutschland“ (Koenen/Hielscher: Die Schwarze Front, rororo 1991, S. 153). Der Titel lautet: Otto Heller: Der Untergang des Judentums. Die Judenfrage – Ihre Kritik – Ihre Lösung durch den Sozialismus, Wien-Berlin 1931. Reich hat dem damals 100prozentig zugestimmt und auch nach dem Krieg war der „Jude“ Reich alles andere als ein Freund der „Judischheit“:

Ich glaube, daß das jüdische Volk irgendwann einmal sich in den Massen der Menschentiere dieses Planeten verlieren wird, zu seinem eigenen Gedeihen, und dem seiner Enkelkinder. Das hörst du nun nicht gerne, kleiner jüdischer Mann, denn du pochst so sehr auf dein Judentum, weil du dich selbst als Juden verachtest, und jeden, der dir nahe ist. Der schlimmste Judenhasser ist der Jude selbst. Dies ist eine alte Wahrheit. Doch ich verachte dich nicht, und ich hasse dich nicht. Ich habe mit dir nur nichts gemein, oder nicht mehr gemein, als ein Chinese mit einem Wiesel in Amerika: den gemeinsamen Ursprung aus dem Weltenall. Weshalb gehst du nur bis Sem, und nicht bis auf das Protoplasma zurück, kleiner Jude? Für mich beginnt das Lebendige in der Plasmazuckung, und nicht mit deinem Rabbinat. (Rede an den kleinen Mann, S. 38f)

Apropos „Weltenall“, berühmt ist Reichs Aussage in Reich Speaks of Freud:

Während Freud im Judaismus befangen war, war ich davon frei. Meine Sympathien gehören eher der christlichen Geisteswelt und der katholischen Sphäre. Nicht, daß ich sie gutheiße oder daran glaube. Ich glaube nicht an diese Dinge. Aber ich verstehe sie gut. Die Christen haben die tiefste Perspektive, die kosmische. (z.n. Wilhelm Reich Blätter, 3/81, S. 146)

Das Christentum ist „kosmischer“ als das Judentum, denn christliche Mystik führt zur unio, jüdische Mystik kann grundsätzlich nur zur communio führen. Es geht also um die Vereinigung mit der kosmischen Orgonenergie, letztendlich um die orgastische Verschmelzung.

Reich widersprach dezidiert der philosophischen Grundlage des Judentums, der jüdischen „negativen Theologie“, daß Gott unnennbar, unerkennbar, sei. Reichs Orgonomie verkörpert das genaue Gegenteil.

Die Natur des Orgons

23. Februar 2017

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Die Natur des Orgons

Maglione: Methods and Procedures in Biophysical Orgonometry (2012)

19. Februar 2017

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Maglione: Methods and Procedures in Biophysical Orgonometry (2012)

Corrington: Wilhelm Reich. Psychoanalyst and Radical Naturalist (2003)

31. Januar 2017

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Corrington: Wilhelm Reich. Psychoanalyst and Radical Naturalist (2003)

Der antisemitische Jude

26. Januar 2017

Es gibt zwei Arten von antisemitischen Juden. Da den linken Juden jeder Kontakt zum bioenergetischen Kern abgeht, sie in ständiger Rebellion gegen den Vater stehen („die Patriarchen“, Gott) und da sie in der charakterlichen Fassade leben und entsprechend einer universalistischen, humanistischen Ersatzreligion frönen (die sie als genuin „jüdisch“ betrachten), ist für sie Israel ein selbstsüchtiger „rassistischer Apartheidstaat“, der imgrunde keine Existenzberechtigung hat.

Ebenfalls auf die „Werte der Diaspora“ berufen sich die ultraorthodoxen Juden, „die Taliban des Judentums“. Für sie hat Israel kein Existenzrecht, weil es auf universalistischen, humanistischen Prinzipien beruht, d.h. eine westliche Demokratie ist und kein Gottesstaat, der vom „Messias“ ins Leben gerufen wurde. Die Ultraorthodoxen, die in Israel leben, verweigern den Kriegsdienst und machen den säkularen Juden das Alltagsleben zur Hölle. Charakterstrukturell unterscheiden sie sich kaum von Salafisten.

Im Sinne von Jes 42,24f sehen manche Ultraorthodoxen im Holocaust eine Strafe Gottes, weil das Judentum den Sabbat nicht mehr geheiligt hätte. 1972 sprach vor der B’nai B’rith der Pariser Militär-Rabbiner André Chekroun vom „Sühneopfer von sechs Millionen der Unsrigen“ (Ehrlich, et. al.: Religiöse Strömungen im Judentum heute, Zürich 1973, S. 52). Es ist, um mit Hitler zu reden, der Haß auf jene, die sich selbstsüchtigerweise nicht selbst opfern wollen und deshalb geopfert werden müssen.

Derartiger Wahnsinn ist rational nur zu begreifen, wenn man in die bioenergetische Tiefenstruktur der Massen schaut, die die Grundlage ihrer politischen und religiösen Haltungen ist. Diesen Zugang bietet die soziopolitische Charakterologie, wie sie von Elsworth F. Baker und Charles Konia entdeckt wurde. Siehe Dr. Konias Blog http://www.orgonomie.wordpress.com.

Orgonomie, eine Wissenschaft

5. Januar 2017

Reich war zu Beginn Psychoanalytiker und seine ersten methodologischen Überlegungen kreisten um die bereits in den 1920er Jahren virulente Kritik, die Psychoanalyse sei keine Wissenschaft, da sie nur mit subjektiven Gegebenheiten hantiere. Er wandte dagegen ein, daß jeder, der die Psychoanalyse richtig anwende, zum gleichen Ergebnis kommen würde, daß also objektive Vorgänge erschlossen würden. Durch die Anwendung seiner speziellen, d.h. systematisch vorgehenden Art von Psychoanalyse, die „Charakteranalyse“, stieß Reich schließlich regelmäßig auf etwas, was er als „vegetative Strömungen“ bezeichnete. Sie waren der Ausgangspunkt seiner Erforschung der Natur. Zunächst versuchte er diese subjektiven Strömungen 1935 mit Hilfe von „bio-elektrischen“ Messungen zu objektivieren, d.h. dem Potentialunterschieden zwischen einer aufgekratzten „neutralen“ Hautstelle und der Hautoberfläche an den erogenen Zonen. Bei Lust kam es nicht nur subjektiv, sondern, wie die elektrischen Potentialveränderungen zeigten, auch objektiv zu Expansion, bei Angst entsprechend zur Kontraktion. Sodann versuchte Reich die „vegetative Strömung“ direkt unter dem Mikroskop, etwa bei durchsichtigen Würmern und Einzellern, zu beobachten. Über diese ungewöhnliche Art der ausführlichen Beobachtung gelang ihm über den Umweg der Entdeckung dessen, was er als „Bione“ bezeichnete, schließlich die „Entdeckung des Orgons“, also dessen, was durch den Körper strömt. Die Entwicklung des „Orgonakkumulators“ führte ihn dann weiter zur Erforschung der „Orgonenergie“ in der Atmosphäre, was schließlich im „Cloudbuster“ kulminierte, der bis heute zur Wetterbeeinflussung verwendet wird, indem „atmosphärische Strömungen“ umgeleitet werden.

Diese Entwicklung wäre unmöglich gewesen, wenn Reich nicht subjektive Empfindungen als Leitfaden genommen hätte. Er konnte sich auf diese verlassen, weil er mit seinem in der Charakteranalyse entwickelten Konzept der „Panzerung“ ein Kriterium dafür hatte, was an Subjektivität vertrauensvoll ist und was nicht, bzw. was weiterführt und was nur in die Sackgasse. Das ist beispielsweise Thema seines Buches Äther, Gott und Teufel: daß diese drei Vorstellungsbereiche, Äther, Gott und Teufel, zwar jeweils Teile dessen abdecken, was er auch selbst entdeckt hat, aber auf verzerrte Weise. Der „Äther“ (und alles, was sich nach dem 19. Jahrhundert in der Quantenphysik und Relativitätstheorie daraus entwickelt hat) ist eine mechanistische Verzerrung und „Gott“ eine mystische. Der „Teufel“ ist die Wahrnehmung der Panzerung selbst bzw. der Triebe, die durch sie entstellt werden („sekundäre Triebe“).

Fast in allen Darstellungen von Reichs Theorien wird es so dargestellt, als habe Reich sozusagen ein umfassendes „Weltbild“ entworfen, das weitgehend der Äther-Vorstellung des 19. Jahrhunderts oder dem „lebenden Universum“ der diversen Religionen entspricht. Diese Darstellungen sind selbst eine ungemeine Verzerrung des Reichschen Lebenswerks. Tatsächlich hat Reich nur entdeckt, daß auf den verschiedensten Ebenen (Einzeller, der menschliche Körper, die menschliche Gesellschaft, die Atmosphäre und schließlich bei Galaxien) die gleichen energetischen Funktionen auftreten, insbesondere Expansion, Kontraktion, die „Kreiselwellenbewegung“ und die Überlagerung.

Bei seiner Forschung suchte er stets nach den gemeinsamen energetischen Funktionen, die unterschiedlichste Bereiche miteinander verband. Nach außen mag es ausgesehen haben, als habe er in den unterschiedlichsten Bereichen dilettiert (was hat ein Psychotherapeut in der Meteorologie zu suchen?), doch tatsächlich hat er sich stets nur mit seinem eigenen begrenzten Fachbereich beschäftigt: den energetischen Funktionen, die er unter dem Begriff „Orgon“ zusammengefaßt hat.

Der Begriff „Funktion“ läßt sich nur an konkreten Beispielen erklären. Beispielsweise hat das Stachelkleid eines Igels und der Werkschutz einer Firma ungefähr die gleiche Funktion, doch von der Entwicklung her und von den materiellen Strukturen her verbindet beide Bereiche rein gar nichts. Sie haben nur die gleiche Funktion. Im „energetischen Funktionalismus“ bzw. „orgonomischen Funktionalismus“ geht es spezifisch darum, wie die Orgonenergie in den unterschiedlichsten Bereichen und auf den unterschiedlichsten Größenordnungen zum Ausdruck kommt. Dabei hat die Orgonenergie bestimmte charakteristische Eigenschaften: sie bewegt sich spontan aus sich heraus, pulsiert, bewegt sich in Kreiselwellen, ist anti-entropisch, etc.