Posts Tagged ‘Gesetze’

nachrichtenbrief54

3. August 2017

Was würde ein orgonomischer Kanzler tun?

22. November 2016

Wäre nicht viel zu tun? Lauter „orgonomische“ Gesetze könnten eingebracht und „orgonomische“ Prinzipien angewendet werden! Tatsächlich würde ein „orgonomischer Kanzler“, der diesen Namen verdient, rein gar nichts bzw. weniger als gar nichts tun, d.h. er würde die gesamte Gesetzgebung seit etwa 1973 rückgängig machen, als die „Gesellschaftspolitik“ begann, die normale Politik zu überwuchern.

Die Menschen sollen selbst die Verantwortung für ihr Leben übernehmen und alles, was man tun kann, ist ihnen dabei sowenig Steine in den Weg zu legen wie irgend möglich. Nur ein Beispiel: Es gibt derartig viele Gutmenschen, deren gesamtes Fühlen und Denken dem Wohlergehen der „Unterprivilegierten“ gilt. Gut, schaffen wir den Sozialstaat ab, dann können sie sich frei entfalten und das Elend weitaus effektiver bekämpfen als ineffiziente Bürokratien. Auch die ach so moralischen Christen könnten sich endlich entfalten und „den Armen dienen“!

Alles, was ein genuin orgonomischer Kanzler zu tun hätte, wäre die Bekämpfung der Emotionellen Pest, insbesondere solcher Linker, die gar nicht selbst den „Armen und Entrechteten“ praktisch helfen wollen, sondern das Thema der „sozialen Gerechtigkeit“ nur benutzen, um selbst an die Macht zu kommen.

Gesetze und das gesamte Rechtssystem sind nur ein Ausdruck der gesellschaftlichen Panzerung (individuelle Fälle werden in das Prokrustesbett allgemeiner „Gesetze“ gezwängt!). Sie sollten auf ein notwendiges (!) Mindestmaß zusammengestrichen und die freiwerdenden Kapazitäten einer einzigen Aufgabe gewidmet werden: der Ausmerzung der aktuellen Emotionellen Pest und der Prävention neuer Ausbrüche dieser schlimmsten aller Epidemien.

Der Rote Faden: Reich und das Recht (Teil 1)

30. Mai 2014

Warum hat sich Reich bei seinen gerichtlichen Auseinandersetzungen teilweise so irrational verhalten? Reichs Selbstdiagnose hinsichtlich dieses Verhaltens lautete: „Wenn akute Gefahr mir den Blick nicht trübte, hatte ich den deutlichen Eindruck, daß ich es mit der durchschnittlichen menschlichen Charakterstruktur (…) zu tun hatte“ („Die emotionale Wüste“, Ausgewählte Schriften, S. 475, Hervorhebung hinzugefügt). In der Auseinandersetzung mit der Emotionellen Pest, die sich für Reich während der Zeit der gerichtlichen Auseinandersetzungen zuspitzte, ist es schwierig die Perspektive zu bewahren, d.h. klar zu blicken („klar im Kopf zu sein“).

Angeblich war Reich „verrückt“ – weil er sich weigerte, ihrem Wahnsinn zu folgen. Wie Reich an seinen Anwalt Charles Haydon am 8. Mai 1955 schrieb: „Sie haben sich selbst eine krankhafte Phantasie zusammengelogen und erwarten von mir, daß ich ihr pathologisches Gebräu mit Wirklichkeit fülle“ (Elsworth F. Baker: „My Eleven Years with Wilhelm Reich (Part XIV)“, The Journal of Orgonomy, 17(1), May 1983, S. 35).

Reichs Mitarbeiter Robert A. McCullough schrieb über Reich:

Er hat mich gelehrt, meine Augen zu öffnen, zu schauen und zu sehen, um die Natur so zu sehen, wie sie wirklich ist. Ich war schockiert zu erfahren, was für ein schlechter Beobachter ich gewesen war. Er lehrte mich sehr scharf zu unterscheiden zwischen Fakten und Theorien über die Fakten. Er lehrte mich Methode. („Rocky Road in Richtung Funktionalismus“, CORE, 7(3,4), Dezember 1955, S. 150)

Man vergleiche das mit dem, was Reich am 2. Juni 1955 an Haydon schrieb:

Zweifellos bin ich in ein amerikanisches Hornissennest getreten, wenn ich so die totale Verwirrung bei der Verwendung von „Tatsache“, „Vorstellung“, „Meinung“ und „Gerichtsverfahren“ bezeichnen kann. Ich habe keinerlei Absicht, die Rolle des Reformers der amerikanischen Rechtspraxis einzunehmen; allerdings, wenn solche Verwirrung zu schlichter Dummheit, was den Fall der Entdeckung der Lebensenergie betrifft, überzuschwappen droht, bin ich verpflichtet, mein Bestes zu tun, um die Verwirrung so weit wie möglich abzuräumen. (Baker, S. 36)

In „EPPO, Case No. 1. Discovery of the Life Energy“ zeigt Reich, daß nicht er, sondern das gegenwärtige Rechtssystem verrückt ist, unlogisch, unwissenschaftlich und – rechtswidrig (Atoms for Peace vs. the Hig, Orgone Institute Press, S. 27-33).

Uns Nachgeborenen obliegt es, die folgenden Worte Reichs über Gesetze und Gesetzgebung mit Leben zu füllen:

Die Allgemeinheit versteht immer weniger von den Regierungsvorschriften, da selbst die Rechtsanwälte sich nicht mehr in den Einzelheiten der Gesetze auskennen, die von eifrigen oder ehrgeizigen Gesetzgebern in konfusen Parlamenten ausgeheckt werden. Dies dürfte so weiter gehen, bis eine große, früher klar denkende, mächtige Nation so in den Papierkrieg verstrickt ist, als hätte sie sich selbst mit Stricken gebunden, bis sie reif ist, durch den lächerlichen Trick eines politischen Schurken zugrunde gerichtet zu werden. Das Heilmittel wäre (…) veraltete Gesetze zu beseitigen, so daß kein pathologischer Rechtsanwalt oder Richter mehr eine Ausrede zur Hand hat, wenn er die unschuldigen Opfer des Durcheinanders aus persönlichen Gründen mißbraucht. („Die emotionale Wüste“, Ausgewählte Schriften, S. 479)

Und an anderer Stelle:

Es wird sich zeigen, daß die natürlichen, so einfachen Lebensgesetze ohne soziale Anerkennung und Schutz sind; daß Wahrheit eine Freibeute jeder Art biopathischer Lebensanschauung ist; daß die Gesetzgebung des 20. Jahrhunderts weder ein Interesse an noch ein Verständnis für die Funktion des ungepanzerten Lebens hat. (Menschen im Staat, Köln 1995, S. 268)

Meines Wissens hat nie jemand erwähnt, daß Reichs Probleme mit dem amerikanischem Recht die logische Folge seiner Überzeugung waren, manche Gesetze seien nichts als kodifizierte Emotionelle Pest. Siehe z.B. die Notiz über „Statutory rape” im International Journal of Sex-economy and Orgone Research (1945, S. 102f). Dabei geht es um die gesetzliche Bestimmung, daß jeder Mann sich der “Vergewaltigung” schuldig macht, wenn er mit einer jungen Frau unter 18 Jahren schläft, selbst wenn der Akt im vollen Einverständnis und im Rahmen einer Liebesbeziehung erfolgt ist. Ohne Rücksicht auf die Umstände und das Alter des „Opfers“ (es kann wenige Tage unter 18 sein!) werden erbarmungslos Leben mit Gefängnisstrafen und öffentlicher Bloßstellung zerstört, auch wenn keinerlei Schaden angerichtet worden ist – überhaupt kein Verbrechen vorliegt.

Die Entdeckung der Bioenergie wird Bestand haben. Sie wird am vehementesten abgelehnt werden von denen, die den Kontakt zur Natur weitestgehend verloren haben. Diese werden dagegen ankämpfen. Sie werden die Entdeckung der Lebensenergie in Zukunft genauso verunglimpfen, wie sie es schon seit Jahren in der Vergangenheit getan haben. Sie werden den Entdecker selbst sowie die Menschen, die in der Orgonomie tätig sind, diffamieren. Sie werden vor keiner noch so teuflischen Mordmethode zurückschrecken, wenn es darum geht, die Entdeckung zunichte zu machen. Nur vor einem werden sie zurückschrecken: nämlich davor, einen Blick durch das Mikroskop zu werfen oder irgendeine Beobachtung zu machen, die Vorhandensein einer alles durchdringenden kosmischen Energie und der Bioenergie als einer ihrer Spielarten bestätigt. (Die kosmische Überlagerung, S. 146)

In einem Brief an Richter Sweeney, der Richter, der ihn verurteilt hat, schrieb Reich:

Die Motive und juristischen Winkelzüge des formalen Siegers von heute, der Hig [Hoodlums in Government, Verbrecher in der Regierung] der Pharma- und Kosmetikindustrie, werden eines Tages aus den Archiven hervorgeholt und ans helle Licht des Tages gebracht werden. (Greenfield: USA gegen Wilhelm Reich, S. 267)

Das bringt natürlich die ominöse „Verschwörung“ aufs Tablett, von der Reich ständig sprach. Was meinte er damit?

Mit Verschwörung meine ich die Verborgenheit, die hinterhältigen Verfahren, daß Verleumdung angewendet wird, das offensichtliche Fehlen von jedem Bestreben, ehrlich die Wahrheit zu finden, daß die Klage benutzt wird, um zu diffamieren. (30. Juni 1954, Where’s the Truth, S. 167)

Zuvor hatte er in Christusmord geschrieben:

Wenn die Pest tötet, tötet sie aus niedrigen Motiven. Um dennoch den Mord sicherzustellen, läßt sie es nicht zu, daß Anklage und die ganze, wirkliche Person des Opfers gegeneinander aufgewogen werden. Sie zieht die Ehre des Opfers in den Dreck und beschmutzt jedes Anzeichen von Unschuldigkeit in Absicht oder Tat; sie bauscht harmlose Einzelheiten in einer tendenziösen und voreingenommenen Weise auf, um auch noch die letzten Reste von Liebe oder Wertschätzung für das Opfer in den Herzen seiner besten Freunde zu zerstören. (Christusmord, Freiburg 1978, S. 236)

Reich konnte nicht glauben, daß er im Gefängnis enden würde, da nur „jene ins Gefängnis kommen, die bereits emotional Gefängnisinsassen sind, sei es als Wärter oder Insasse“ (Reich: „The Silent Observer“, Orgonomic Functionalism, Vol. 1, 1990, S. 92).

1956 schrieb Reich:

Ein freier Mensch ist der, der sich im Angesicht des Todesurteils weigert, etwas preiszugeben, was er aus freien Stücken preiszugeben bereit wäre. (Greenfield, S. 388)

Es gibt einen Satz, geschrieben im Jahre 1940, der Reichs Verhalten während der Zeit der juristischen Auseinandersetzungen Mitte des folgenden Jahrzehnts erklärt:

Es ist zu wenig die Rede von der Pflicht der Wissenschaftler, unter allen Umständen die einmal erkannten Wahrheiten zu vertreten, koste es, was es will. (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 23)

http://www.amazon.de/Wheres-Truth-Letters-Journals-1948-1957/dp/0374288836/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1399805364&sr=8-1&keywords=where%27s+the+truth+reich

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 9)

1. August 2013

Es ist abwegig den Rassismus in den Südstaaten der USA oder die zweitweise Internierung von Japanern insbesondere an der Westküste in irgendeiner Weise mit Deutschlands „Judenpolitik“ in Verbindung zu bringen. Auch wenn die Nürnberger Gesetze, d.h. die „Rassentrennung“, und die Tatsache, daß die Nazis die Juden als „Alien Enemies“ betrachteten… Aber es mutet schon etwas merkwürdig an, wenn es überall in den USA Holocaust-Museen gibt, aber keine über den Genozid an den Indianern; daß in den öffentlichen Schulen Anne Frank und Elie Wiesel gelesen werden, aber die Tragödie der amerikanischen Ureinwohner kaum Erwähnung findet.

Ich mag Amerika sehr, aber die bloße Existenz dieses Volkes basiert historisch auf der Verdrängung, teilweise sogar Ausrottung der Indianer. Und der Reichtum der meisten europäischen Staaten beruht auf ihrer Vergangenheit als Kolonialisten, wurzelt in der imperialistischen Kriegsführung und der Unterdrückung von indigenen ethnischen Gruppen, die über Jahrhunderte als „rassisch minderwertig“ galten und als solche behandelt wurden. Während Deutschland bis 1884 nicht eine einzige Kolonie in seiner Geschichte hatte! Sogar Südafrika, das zu den „Siegern des Zweiten Weltkrieges“ gehörte, fühlte sich bemüßigt, moralische Bedenken über den Rassismus gegen die Juden in Deutschland zum Ausdruck zu bringen, – während die gleichen Südafrikaner bis 1994 an ihrer Apartheid festhielten!

Noch mehr als in Nazi-Deutschland war explizit die ganze soziale Hierarchie im britischen Empire im Rassismus und dem Glauben an eine Herrenrasse „höherer Geburt“ verwurzelt. Wenn du als Sohn eines armen Arbeiters in den Docks von Liverpool geboren wurdest, bliebst du lebenslang Mitglied der Arbeiterklasse. Wenn du als erster Sohn eines Lords geboren wurdest, wurdest du nur durch deine Geburt für den Rest deines Lebens zu einem faulen und dekadenten Edelmann – mit 50 persönlichen Dienern, 5 Häusern, großen Ländereien und einem Einkommen, das zigtausendfach über dem eines Liverpooler Dockarbeiters lag. Die Lordschaften hatten es nicht nötig zu arbeiten und konnten ihre Lebenszeit mit Fuchsjagden, Billard und Poker in ihrem anspruchsvollen „Gentlemen´s Club“ verbringen und ihre Butler herumkommandieren. Darüber hinaus erhielten sie automatisch einen Sitz im House of Lords und konnten das Schicksal der Nation mitbestimmen.

Im London des viktorianischen Zeitalters, der reichsten Stadt der Welt, gab es umfangreiche Slums wo Hunderttausende auf engstem Raum zusammengepfercht lebten, an Unterernährung und Kälte starben. Das Trinkwasser war mit Cholera verseucht. Um 1880 hatte London 200 000 registrierte Prostituierte (plus eine noch höhere Anzahl, die nicht registriert waren). Die meisten von ihnen litten an Syphilis, darunter viele Kinderprostituierte, die für die Spezialwünsche pädophiler „Gentlemen“ zur Verfügung standen. Viertel wie Limehouse oder Whitechapel im East End waren vergleichbar mit Calcutta in den 1960er Jahren. Es gab Wohnhäusern, in denen 20 Arme sich ein Zimmer teilen mußten. Diese Häuser gehörten den gleichen Gentlemen, die auch die Fabriken besaßen, in denen diese Armen arbeiteten. Sie arbeiteten manchmal 16 Stunden am Tag für einen Hungerlohn und vielleicht war nach zwei Jahre ihr Organismus von den Giften in der Fabrik unrettbar zerstört.

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=hxl9Rd00gNQ%5D

Fairerweise muß man aber auch sagen, daß die berühmteste Beschreibung dieser Zustände, Engels aufwühlendes Buch Die Lage der arbeitenden Klasse in England, größtenteils auf offiziellen Parlamentsunterlagen beruhte und daß man ständig darum bemüht war, die gröbsten Ungerechtigkeiten abzustellen. Das größte Übel Englands war sein, fast schon an das indische Kastensystem erinnerndes, starres Klassengefüge, das einen Aufstieg fast unmöglich machte und dekadentes, teilweise schlichtweg debiles Gesindel oben hielt. Davon lebt noch heute ein Gutteil der englischen Comedy. Es wirkt nach, etwa wenn sich Mitglieder der Arbeiterklasse gegen das Oberschichtenprojekt des Multikulturalismus wehren: sie werden von der linken Oberschicht sofort als primitives „Nazipack“ abqualifiziert. Als Neandertaler! Als Untermenschen!

In der englischen Sprache kann man sofort erkennen, welcher sozialen Klasse der Sprecher angehört: ob er ein „Edelmensch“ mit Oxford English oder nur ein Proletarier mit Cockney English ist. Das ganze Selbstverständnis des britischen Empire beruhte jahrhundertelang auf diesem hereditären und rassisch gebundenen Herrenmenschentum. Man war der Überzeugung, daß aufgrund seiner Geburt und seines „Blutes“ ein britischer Gentleman besser war, als alle anderen Menschen auf der Welt und daß England daher das Recht habe, andere Völker zu führen und auszunutzen. Genau deshalb bewunderten und verehrten die Nazieliten, allen voran Hitler selbst, die Engländer so sehr.

Woher das kurz umrissene Elend in dieser Gesellschaft, die die Nazis so sehr bewunderten? Das, was England groß gemacht hatte, seine Kolonien, hat es auch zerstört, denn durch die gesicherten Absatzmärkte für minderwertige Waren und durch die Einfuhr spottbilliger Rohstoffe, wurden zwar die Reichen immer reicher, aber die englische Wirtschaft selbst mußte dabei logischerweise immer mehr auf sozusagen „Dritte-Welt-Niveau“ absinken. Ernsthafte Konkurrenz war praktisch ausgeschaltet und die Fabriken konnten minderwertigen Ramsch produzieren, der von unterqualifizierten und unterbezahlten Arbeitern produziert werden konnte. Zumal eine Binnennachfrage durch eine einigermaßen materiell abgesicherte Arbeiterschaft dank der Kolonien so gut wie bedeutungslos war. Das war auch der Grund, warum England die aufstrebende Industrienation Deutschland mit einem absoluten Vernichtungswillen verfolgte: langfristig war England für die Deutschen keine Konkurrenz!

England war von der Kaiserzeit bis heute immer wesentlich ärmer und in jeder Beziehung rückständiger als Deutschland. Das konnte man etwa daran sehen, daß die „DDR“ nie Probleme hatte England als Referenz zu nehmen, wenn es darum ging das eigene Land mit einem westlichen Land zu vergleichen, insbesondere in Fernsehberichten und sogar bei den wenigen Reisen ins „westliche Ausland“. Bei Westdeutschland wäre der Kontrast zu groß gewesen, bei England fiel er kaum ins Gewicht. Margaret Thatcher wird vorgeworfen, sie habe England „deindustrialisiert“, dabei hat sie nur das Unvermeidliche beschleunigt, denn Englands Industrie war Schrott! Oder man nehme proletarische Protestbewegungen wie die Skins, die Mods und die Punks. Eine Figur wie Johnny Rotten wäre in Deutschland in den 70er Jahren gar nicht möglich gewesen, weil es keine Elendsquartiere und krassen Klassenunterschiede wie in England gab – und das trotz der totalen Vernichtung im Weltkrieg und dem Millionenheer der Umsiedler! Man schaue sich mal an, wo vermeintliche „Punker“ wie die groteske Figur Campino oder Die Ärzte aufgewachsen sind!

Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, daß England als ausschließlich „gut“ und Deutschland als ausschließlich „böse“ dargestellt wird. Ein noch größerer Treppenwitz ist es, daß der idiotische Englandanbeter Hitler ein ähnliches Kolonialreich für Deutschland ersehnte.

Selbst Autarkie ist zerstörerisch genug. Man nehme doch nur die USA, die tatsächlich so gut wie autark sind – und in weiten Teilen ein Entwicklungsland. Welcher normale Mensch kauft schon amerikanische Produkte, etwa amerikanische Kühlschränke oder amerikanische Fernseher. Nur der kapitalistische Weltmarkt, dem Deutschland von Anfang an vollkommen ungeschützt ausgesetzt war, garantiert langfristig Wohlstand und ein hohes Lebensniveau aller Bevölkerungsschichten. Rechte und linke Spinner werden das nie verstehen, um Deutschland „zu retten“.

Wie bereits im 4. Teil angedeutet, war Englands ganzes Kolonialsystem vollkommen irrational und kontraproduktiv: es war nichts anderes als Emotionelle Pest – und genau diese Emotionelle Pest richtete England auf Deutschland, das aus englischer Sicht „sterben muß, damit England leben kann“. Aber kein deutscher Geschichtslehrer wird sich jemals trauen, das seinen Schülern zu erklären!