Posts Tagged ‘Gesellschaft’

Sozialismus und orgonomischer Funktionalismus

7. Oktober 2017

Rousseau war der archetypische Vertreter der kollektivistischen Grundhaltung der Linken. Sein „Gesellschaftsvertrag“ hat im Kern „einen einzigen Paragraphen: das vollständige Aufgehen des Individuums mit allen seinen Rechten in der Gesamtheit. Jedermann muß sich gänzlich hingeben, sich selbst und alle seine Kräfte, zu denen auch das Vermögen gehört, das er etwa besitzt. Ebenso wie die Natur jedem Menschen eine absolute Gewalt über alle seine Glieder gibt, verleiht der Gesellschaftsvertrag dem Gesellschaftskörper eine absolute Gewalt über seine Angehörigen“ (Klaus Hornung: Das totalitäre Zeitalter, Berlin 1993, S. 29).

Dieses Konzept hat eindeutig seine Wurzeln in der damals aufkommenden mechanistischen Lebensauffassung. Man vergleiche das mit Reichs Ausführungen in Äther, Gott und Teufel, wo er die die totalitäre Staats- und Gesellschafsauffassung mit der mechano-mystischen Auffassung des menschlichen Körpers gleichsetzt, wo das Gehirn als Diktator seine Anweisungen an die Organe und Gliedmaßen erteilt. Er kontrastiert das mit der arbeitsdemokratischen Vorstellung des gesellschaftlichen und organismischen Funktionierens.

Marx zitiert Rousseau in seinem antisemitischen Machwerk Zur Judenfrage (1843), einem Fanal sowohl für den rechten als auch für den linken Faschismus, wie folgt: „Wer den Mut hat, einem Volke eine Rechtsordnung zu geben, muß sich fähig fühlen, sozusagen die menschlich Natur zu ändern, jedes Individuum, das in sich selbst und für sich allein ein vollkommenes Ganzes ist, in den Teil eines größeren Ganzen umzuwandeln, von dem dieses Individuum in gewisser Weise sein Leben und Sein empfängt, an die Stelle einer physischen und unabhängigen eine moralische Teilexistenz zu setzen. Er muß dem Menschen seine eigenen Kräfte nehmen, um ihm fremde dafür zu geben, die er nur mit Hilfe anderer gebrauchen kann.“ Daran schließt Marx an, der behauptet, die „menschliche Emanzipation“ sei erst vollbracht, wenn der individuelle Mensch ganz im „Gattungswesen“ aufgegangen sei (Konrad Löw: Das Rotbuch der kommunistischen Ideologie, München 1999, S. 38).

Mit erstaunlicher Offenheit reden die Linken von der „Vergesellschaftung des Menschen“. Erstaunlich auch, wie 1977 die angesehene Chronistin der SPD, Susanne Miller, in einer einschlägigen Untersuchung darlegte, worauf das letztendlich hinausläuft: „Der Ansatzpunkt der Freiheitsvorstellungen der Sozialisten war stets die Freiheit ‘des Proletariats’, ‘der Klasse’, ‘des Volkes’, ‘der Menschheit’, niemals die Freiheit des einzelnen. Das Problem der Freiheit des Individuums lösten sie durch einen Identifikationsprozeß von Individuum und Gemeinschaft auf, der sich in einer klassenlosen Gesellschaft vermeintlich von selber vollziehen werde. (…) Der einzelne wurde der Gesellschaft gegenüber als ‘nichtig’ betrachtet (Karl Kautsky), und es wurde ihm das Recht abgesprochen, seine Freiheitsansprüche gegenüber einer sozialistischen Gesellschaft geltend zu machen, sobald diese dem etablierten Kodex dieser Gesellschaft nicht entsprachen“ (z.n. Löw: …bis zum Verrat der Freiheit, München 1993, S. 66f). Freiheit oder Sozialismus!

Der Führer der national-sozialistischen Deutschen Arbeitsfront, Robert Ley, verglich das Volk mit einem Kind, das genauso störrisch, trotzig und unartig sei, wie gläubig treu und liebebedürftig. Ley: „Das Volk hat einen Anspruch darauf, von seiner Führung gehegt und gepflegt zu werden. Es war die größte Torheit des demokratischen Systems zu glauben, daß sich ein Volk selber führen kann“ (z.n. Hornung: Das totalitäre Zeitalter, S. 233f).

Nur ein Traumtänzer kann glauben, daß die linken, die roten Faschisten mit ihrer Version des Sozialismus eine andere Haltung zur Selbststeuerung haben, sei es bei der Erziehung der Kinder oder bei der Organisierung der Gesellschaft. Es ist ein und der gleiche lebensfeindliche mechano-mystische Geist, den Reich in Äther, Gott und Teufel bloßgelegt hat.

Im National-Sozialismus „wurde die Anrede ‘Genosse’ benutzt, die Ferien sollten kollektiv organisiert werden, es galt das Prinzip ‘Das Volk ist alles, Du bist nichts’. Volk ist lediglich durch ‘Arbeiterklasse’ zu ersetzen, und von da ab gelten die gleichen Vokabeln“ (Erwin K. Scheuch,: „Vom Weiterwirken des Sozialismus“. In: Heiner Kappel/Alexander von Stahl: Für die Freiheit, Berlin 1996, S. 79f).

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3. August 2017

Charles Konia und die Zukunft der Menschheit

4. März 2017

In seinen Blogeinträgen führt Dr. Konia immer wieder aus, daß Politik, d.h. in diesem Zusammenhang die Rückkehr zu den „1950er Jahren“, etwa durch Trump oder die AfD, nicht die Lösung sein kann, weil die charakter-strukturellen Veränderungen im Verlauf der Transformation von einer autoritären zu einer antiautoritären Gesellschaft zu weit fortgeschritten sind. Generell kann die Politik nicht die Lösung sein. Was tun?

Langfristig hat Reich die Antwort gegeben: die Kinder der Zukunft. Aber erstens umfaßt eine Generation 30 Jahre und es braucht viele Generationen, um einen „meßbaren“ Effekt zu haben. Und zweitens ist seit Reichs Zeiten eher ein ständiger Rückschritt zu verzeichnen. Man vergleiche die heutigen fast flächendeckend mit Psychopharmaka gedämpften Zombies, die nichts besseres mit ihrem Leben abfangen können, als jeden Abend vor dem Fernseher oder der Spielkonsole zu sitzen, mit den freien, frischen Menschen noch der 1960er und 1970er Jahre! Als Kind habe ich mein Leben selbst organisiert, bin mit meinen Freunden den ganzen Tag durch Industriebrache, Feld, Wald und Wiese gestreunt, nie wußten meine Eltern, wo ich war – heute schlichtweg undenkbar.

Natürlich kann man trotzdem alles Menschenmögliche tun, damit Reichs Traum sich doch noch materialisiert, etwa für die natürliche Geburt eintreten! Aber sonst? Nichts spricht dagegen sich für „Trump und die AfD“ zu engagieren, zur Schadensbegrenzung und auf daß der gesellschaftliche Zerfall zumindest gestoppt wird! Die eigentliche Lösung liegt aber darin genau das zu tun, was Dr. Konia macht: die Massen auf die biosozialen Zusammenhänge hinweisen, d.h. die Tatsache der Panzerung bekannt machen und was sich aus der Panzerung ergibt. Alles andere ist das leere Gewäsch von „Reichianern“, die Emotionelle Pest. Darunter fallen irgendwelche ach so großartigen „Gesellschaftsmodelle“ irgendwelcher anarchistischen oder kommunistischen „Aktivisten“ (die Avantgarde des Antiautoritarismus) oder der Verweis auf die allheilende Kraft der „Liebe“, Propaganda für Cannabis, etc.pp. Ohne Dr. Konia gäbe es heute keine Orgonomie mehr – und die Menschheit hätte keine Zukunft.

Reich und Hegel

23. Januar 2017

Ausgangspunkt von Hegels Philosophie ist die Frage, wie Bewegung überhaupt möglich ist. Zenons Paradoxon ist allgemein bekannt: ein Pfeil kann sich vom „philosophischen“ Standpunkt her nicht bewegen, denn in jedem Moment, an dem wir den Pfeil mit unserem „philosophischen Auge“ betrachten, steht er still. Es ist wie bei den Einzelbildern einer Filmrolle. Hegel zufolge ist Bewegung nur möglich, weil zwei sich gegenseitig ausschließende Tatsachen (der Pfeil ist entweder hier oder dort) koexistieren können (der Pfeil bewegt sich). Diese Einheit von „hier“ und „dort“ ist die synthetische Funktion des Geistes, und so ist alles um uns herum eigentlich nichts als Geist oder vielmehr die Entfremdung des „reinen Geistes“, d.h. der Logik und ihrer Bewegungsgesetze jenseits von Raum und Zeit. Dieser „Geist“ ist autonom, d.h. weder mein Verstand („hier“) noch dein Verstand („dort“), sondern der allgemeine Geist. Der „reine Geist“ wird zum „absoluten Geist“, wenn er sich in Kunst und Musik, Religion und Philosophie manifestiert, wo sich der Geist seiner selbst bewußt wird. Der „absolute Geist“ ist die höhere Synthese des „subjektiven Geistes“ des Individuums und des „objektiven Geistes“ der Ethik (Familie, Gesellschaft, Staat). Dieser „objektive Geist“ manifestiert sich in der Geschichte der Welt, und die Geschichte der Welt ist nichts anderes als die Geschichte von Staaten, Reichen und Dynastien. Das endgültige Ziel dieser Entwicklung ist, wie angedeutet, der „absolute Geist“. Daher muß das egoistische Individuum, das die Entwicklung des „objektiven Geistes“ behindert, unterjocht, d.h. vollkommen der Ethik unterworfen werden. Der Staat ist alles, denn der Staat ist die Manifestation Gottes, oder vielmehr führt der Staat zur endgültigen Manifestation Gottes als „absoluter Geist“. Dergestalt waren „Staaten mit einem philosophischen Ziel“, also kommunistische (und faschistische) Staaten die höchsten Manifestationen des Hegelschen Denkens. Marx war die Fortsetzung von Hegel: die vollständige Unterwerfung des egoistischen Individuums unter die Idee „Menschheit“ (heute „Globalismus“). Max Stirner war das Gegenteil von Hegel: die „subjektive“, „unethische“ Selbstregulierung.

Reich hat sich von Anfang an auf die Seite von Stirner gestellt. Warum er dann als „Marxist“ galt und sich auch selbst mehr oder weniger bis zum Schluß als solcher betrachtete? Weil er Anhänger der Dialektik war, d.h. glaubte, daß es bestimmte „Bewegungsgesetze“ gibt. Der Unterschied ist nicht nur, daß die „Reichsche Dialektik“ nach zur Zukunft hin offen ist. Er wurde aus der KPD geworfen, weil er behauptet hatte, daß die Kommunisten, auf der Seite doch „die Geschichte“ stand, verloren hatten. Er glaubte nicht an die Rationalität des bisherigen „eisernen“ Geschichtsablaufs. Aber vor allem: Reich vertrat nicht die „Vergesellschaftung des Menschen“, die „Ethik“, d.h. das Verinnerlichen der Vorgaben jener, die dich in der Hand haben. Stalin war die Verkörperung des Über-Ichs schlechthin, der Stalinismus die denkbar brutalste Vorführung, wie das Über-Ich installiert wird: werde wie ich oder stirb.

Die US-Wahlen und das Wesen der Demokratie

31. Oktober 2016

Im US-Wahlkampf sehen wir, viel deutlicher als in Europa, den Unterschied zwischen liberal (linksliberal) und konservativ (rechtsliberal), teilweise bis zur geradezu karikaturhaften Illustration der entsprechenden Ausführungen von Elsworth F. Baker in Der Mensch in der Falle Die ersteren sind mehr im Kopf gepanzert, die letzteren mehr im Körper (Muskelabwehr). Um das zu sehen, muß man nur nach Amerika blicken!

In einer einigermaßen intakten Gesellschaft gibt es eine entsprechende Zweiteilung, d.h. ein Zweiparteiensystem mit der Pulsation zwischen liberal (Expansion) und konservativ (Kontraktion). Beide Sichtweisen der Welt sind notwendig, damit die Gesellschaft stabil bleiben bzw. organisch wachsen kann. Regierten immer nur die Liberalen, würde die Gesellschaft sehr schnell ihre Identität verlieren und zerfallen. Bei den Konservativen würde sie stagnieren und wäre ebenfalls dem Untergang geweiht.

Das Fragwürdige an den gegenwärtigen US-Wahlen ist die Tendenz, dieses Zweiparteiensystem aufzulösen. Es entspricht dem anti-autoritären Zerfall der Gesellschaft in lauter „Stämme“, was die Demokratie nachhaltig zerstört. Wenn jedes Sonderinteresse im Parlament eine Gruppierung hat, die nie Verantwortung für das Ganze wird tragen müssen, ist das Endergebnis nicht „mehr Demokratie“, sondern das Chaos, das nur in einer Diktatur münden kann.

Außerdem macht sich durch den Koalitionszwang die Politik selbständig, löst sich vollständig vom Wähler und Wahlen werden zur Farce. Ich werde nie vergessen, daß ich in Hamburg explizit die CDU gewählt habe, um Rotgrün zu verhindern. Was bekam ich? Eine schwarzgrüne Senatsmehrheit!

Die Krebsbiopathie der Wirtschaft

27. September 2016

Kommunismus ist vor allem eins: die Krebsschrumpfungs-Biopathie auf dem sozialen Schauplatz. Die Gesellschaft hört damit auf Orgonenergie in Gestalt von Dienstleistungen und Waren zu produzieren, kollabiert und reorganisiert sich auf primitiverer Ebene. Sie kann in den Anfangsstadien weiter vegetieren, so als wäre alles in Ordnung, ähnlich einem Krebskrankem, der weiterlebt, etwa Körperwärme erzeugt, sich bewegen kann, verdauen, sogar sich fortpflanzen etc., doch das Reich-Blutbild zeigt bereits den allgemeinen Zerfall, der schließlich in der Tumorbildung plastisch wird, wo sich der Organismus auf unterster Ebene reorganisiert. Letztendlich zerfällt das Metazoon in Protozoen („Krebszellen“), die wiederum zu einer amorphen Masse von T-Bazillen werden. Der Mensch verfault bei lebendigem Leibe. Ähnliches beobachten wir heute in den Scheinmarktwirtschaften des Westens, besonders deutlich aber im kommunistischen China, das „Kapitalismus“ spielt.

Reich definierte Biopathien als Pulsationsstörungen. Alles Lebendige pulsiert, nicht zuletzt auch die Wirtschaft. Politiker und die wirtschaftliche „Elite“ versuchen dies zu verhindern, da der periodisch auftredende Abwärtstrend der Wirtschaftsdaten schlecht für die Politik und fürs Geschäft ist. In einem kommunistischen Land wie China ist es vollkommen undenkbar, daß die Wirtschaft stagniert oder gar schrumpft. Um dies zu verhindern, wird gegen jeden wirtschaftlichen Sachverstand billiges Geld ins System gedrückt, obwohl es nicht sinnvoll investiert werden kann. Es entstehen beispielsweise „Immobilienblasen“.

Stellen wir nun die Frage, wer eigentlich der letztendliche Gläubiger ist. Wem schulden wir die Abertrillionen, mit dem dieser Planet verschuldet ist? Die gängige Antwort lautet beispielsweise „die Rothschilds“, doch das ist nur ein Teil der Antwort, denn enteigneten wir alle Superreichen, könnten vielleicht für ein halbes Jahr sämtliche Staatsausgaben bestritten werden, wir würden dann aber vor dem Nichts stehen, weil der Kapitalismus mittlerweile kollabiert wäre. (Damit will ich nicht ungerechtfertigte Megavermögen rechtfertigen!) Tatsächlich endet jeder Ökonom in vollständiger Konfusion, wenn er jenseits klassenkämpferischer Polemik erklären soll, bei welchen Leuten oder Stellen wir denn nun in letzter Konsequenz mit solchen astronomischen Summen verschuldet sind! Für wen arbeiten wir? Des Rätsels Lösung bietet Reichs Konzept der Arbeitsdemokratie. Wir sind alle netzartig voneinander abhängig, was sich ökonomisch u.a. als Schuld ausdrückt. Geld ist letztendlich eine Anweisung für menschliche Arbeit, d.h. die Verrichtung einer Dienstleistung (wozu man auch die Produktion eines Gutes zählen kann). Auf diese Weise basiert die gesamte Ökonomie in letzter Konsequenz auf der organismischen Orgonenergie („Arbeitsenergie“). Entsprechend bedeutet eine „Schuldenkrise“ nichts anderes als ein Wegbrechen der Energieproduktion analog dem, was beim Individuum in der Krebsschrumpfungsbiopathie geschieht.

Eine Ökonomie kollabiert, wenn (a) die Arbeitsfunktion der Massen wegbricht, wie es gegenwärtig in der anti-autoritären Gesellschaft geschieht, und (b) die hilflosen Massen mit einer Finanzpolitik ruhiggestellt werden müssen, bei der Geld (= Schulden) in die Wirtschaft gepumpt wird, das immer weniger durch Arbeit gedeckt werden kann. Die Arbeit, d.h. die besagte ominöse „Energieproktuktion“, wird (a) absolut immer kleiner und spielt (b) relativ eine immer geringere Rolle.

Die „Sowjetunion“ geht ein zweites Mal unter. Der diesmal weltweite Magakollaps wird höchstwahrscheinlich und bezeichnenderweise im kommunistischen China anfangen. Und niemand in der Welt wird wissen, was geschieht (Krebs!) und warum es geschieht (Emotionelle Pest)!

Verschwörungstheoretiker und Marxisten

14. September 2016

Wie in Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie ausgeführt, spaltet sich die Gesellschaft in Vertreter des „rechten“ Mystizismus (historisch repräsentiert durch die Kirche) und des „linken“ Mechanismus (historisch repräsentiert durch den Staat). Je weiter die Menschen rechts stehen, desto mehr führen sie die Probleme der Gesellschaft und das heißt letztendlich immer ihre eigenen Probleme auf irgendwelche intentionale Machinationen dunkler Mächte zurück. Auf der linken Seite geht es stets um „gesellschaftliche Strukturen“, die grundlegend verändert werden müßten, damit es den „Revolutionären“ endlich besser geht. Beide Seiten tun alles, nur niemals das eine: in sich selbst zu schauen und die eigenen „psychischen“ (bioemotionalen) Probleme zu lösen. Diese Unfähigkeit zu wirklicher Veränderung brandmarkt beide Seiten als pestilente Charaktere. Sie sind prinzipiell untherapierbar und tun auch alles, damit andere nicht therapiert werden. Stattdessen verbreiten und verteidigen sie ihre jeweilige Weltsicht mit einem fanatischen Eifer.

Merkel und die Panzerung der Gesellschaft

12. Februar 2016

1942 beschrieb Reich im Vorwort der damals geplanten Neuausgabe von Die Massenpsychologie des Faschismus die Gesellschaft mit Hilfe des radial organisierten „orgonotischen Systems“: der Kern entspräche der Arbeitsdemokratie, die mittlere Schicht dem Faschismus und die Fassade dem Liberalismus. Ich habe das auf diesem Blog bereits zur Genüge ausgeführt. Erst letztens hier. In diesem Eintrag soll es nun darum gehen, die Gesellschaft mit Hilfe der longitudinalen segmentären Anordnung der Panzerung im „energetischen Orgonom“ zu beschreiben. Reich hat das in seinem 1949 in der Charakteranalyse erschienen Aufsatz „Die Ausdruckssprache des Lebendigen“ für das Individuum erläutert.

Die Gesellschaft ist ähnlich aufgebaut wie das Individuum. An der Spitze steht der „Visionär“ und „Führer“, der sagt, wo es perspektivisch und jeweils konkret hingehen soll. Er entspricht dem okularen Segment, das von Wilhelm Reich in „Die Ausdruckssprache des Lebendigen“ beschrieben wurde.

Vor kurzem hat Thilo Sarrazin einen hervorragenden Artikel veröffentlicht, der mit traumwandlerischer Sicherheit die orgon-energetischen Zusammenhänge erläutert. Wie er das kann, ohne je von der Orgonomie gehört zu haben? Der Mann steht in Kontakt mit der biosozialen Realität, er ist bioenergetisch kontaktvoll! Ich will seinen Artikel gar nicht weiter referieren, da alles so offensichtlich ist: die unmittelbare Beziehung der Stärke der jeweiligen okularen Panzerung (der „Blindheit“) des Führers und dem Schicksal des Staatsschiffs und die Bedeutung der Stärke der Rigidität einer Gesellschaft, der „gesellschaftlichen Panzerung“. In einer weniger gepanzerten, weniger starr hierarchisierten Gesellschaft, kann die „zweite Reihe“ immer noch eingreifen und das Unheil abwenden. Man lese das bitte alles bei Sarrazin nach!

Diese „zweite Reihe“ sind die unmittelbaren „Gefolgsleute“ des Führers, die in ihrer Abhängigkeit weitgehend an das orale Segment gemahnen: die „sucker“, wie man im Englischen so schön sagt. Ein Gutteil unserer politischen und historischen Literatur handelt von diesen Leuten. Man nehme nur etwa die ganzen Bibliotheken, die über das Ende der Kanzlerschaft Willy Brandts geschrieben worden sind: die Intrigen, der Verrat, das unverantwortliche, feige Verhalten von Verantwortungsträgern; wie gestandene Mannsbilder buchstäblich zum Säuglingsalter regredierten. Es ist die Sphäre der Speichellecker und Intriganten.

Das Halssegment entspricht den „Sekretären“, die als eine Art „Flaschenhals“ die Machtelite von der Gesellschaft abschirmen, indem die zufließende Information gefiltert wird – eben das, was Sekretäre tun. Im gepanzerten Organismus trennt der Hals den Kopf vom übrigen Körper. Wie es in einem Handbuch für Sekretärinnen heißt, sei es zwar ihre Aufgabe, die Termine für den Chef so abzustimmen, daß es zu wirklich fruchtbaren Gesprächen komme, doch durch eine konsequente Abschirmung des Chefs, verhindert sie, daß wichtige Informationen zu ihm gelangen und „wird damit praktisch zu einer Instanz zwischen dem Vorgesetzten und den Mitarbeitern“ (Brigitte Diez: Sekretärinnen Handbuch, Wiesbaden 1982, S. 240). Beim Individuum spricht man beispielsweise von „Halsstarrigkeit“.

„Sekretärinnen“ sind die natürlichen Feinde jener, die für „neue Impulse“ oder „das Gewissen der Organisation“ (sozusagen „alte Impulse“) stehen. Das Brustsegment wird von jenen verkörpert, die „das Herz“ einer Gesellschaft ausmachen: jene, die den „Ethos“, die Ideale, die Sehnsüchte der Gesellschaft ausdrücken. Wir haben hier die Kultur vor uns, die Schriftsteller, „Denker“, Musiker, etc.

Merkels Kanzlerschaft ist erst jetzt verloren, wo sich diese Kaste der „Meinungsmacher“ und „Kulturschaffenden“ von ihr zu distanzieren beginnt. Man nehme etwa diesen Aufsatz ausgerechnet im linksliberalen Stern, wo „das Gewissen Deutschlands“, „die Stimme der Vernunft“ aufzeigt, wie moralisch bankrott Merkel ist. Was ist das eigentlich für eine merkwürdige, seltsam kontaktarme Frau, ohne erkennbare Überzeugungen?!

Die beiden Segmente die folgen, das Zwerchfell und der Bauch, sind der eigentliche Motor der Gesellschaft: der Mittelstand, die Handwerker, die technischen Experten, die „den ganzen Laden in Gang halten“.

Hier beschreibt der Präsident einer Handwerkskammer kurz und knapp die zentralen Funktionen dieser beiden Gesellschaftssegmente: sie sind der energetische Motor der Gesellschaft und stehen für Autonomie, für Eigenverantwortung. Deutschland hatte seine beste, seine „arbeitsdemokratischste“ Zeit, als diese Schicht in Gestalt der CDU/CSU und der FDP die Politik dominierte.

Ganz unten finden wir schließlich den eigentlichen Sinn und Zweck des ganzen Unterfangens „Gesellschaft“: die Produktion, der Arbeiter und sein unmittelbares Arbeitsprodukt. Gegenwärtig zerstört Merkel, die Generalirre an der Spitze des Staates, das, was Generationen von Arbeitern für sich und ihre Kinder erarbeitet haben. Was die „Entladung der Arbeitsenergie“ betrifft verweise ich auf meinen Blogeintrag Kapitalismus und die Funktion des Orgasmus (Teil 6).

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Der drohende Untergang des Zweiparteiensystems

5. September 2015

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über Donald Trump:

Der drohende Untergang des Zweiparteiensystems

Flirten, Beerdigen und Therapieren

22. November 2013

In traditionellen und autoritären Gesellschaften ist das soziale Leben durch Rituale geregelt. Früher wußte man, wie man eine Frau für sich gewinnen kann und wie man beispielsweise mit dem Tod umgeht.

Heute, in der antiautoritären Gesellschaft, vereinsamen die Menschen zusehends, da niemand mehr die Signale des anderen richtig deuten kann. Schon die harmlosesten Annäherungsversuche können dir als „sexuelle Belästigung“ ausgelegt werden.

Kein Mensch weiß mehr, wie er mit seiner Trauer umgehen soll, zumal es häufig eher ein Gefühl der Erleichterung ist oder der Schmerz ist derartig groß, daß er zum Selbstschutz von gegenteiligen Affekten überlagert wird. In traditionellen Gesellschaften wurde das durch festgelegte Trauerrituale aufgefangen. Heute müssen die Menschen „spontan“ reagieren und sind entsprechend von der Situation überfordert.

Insbesondere die 68er haben uns einen Terror der Spontanität, „Echtheit“ und „Eigentlichkeit“ eingebrockt, der die Menschen hilflos und todunglücklich macht.

Dort, wo Rituale ihren Platz haben, nämlich im Leben der Gesellschaft, wurden sie beseitigt und werden in ihren Restbeständen noch heute von den linken Zersetzern rigoros bekämpft. Auch die letzte Anstandsregel, auch der letzte Verhaltenscodex wird im Namen der „Authentizität“ infrage gestellt.

Bezeichnenderweise hält jedoch gleichzeitig in den Kernfunktionen Partnerschaft, Familie, Sexualität, Erziehung eine Regelwut Einzug, die alles spontan Lebendige erstickt. Die Menschen werden mit Ratgebern überflutet, wie man mit dem Partner und den eigenen Kindern umzugehen hat, sogar was genau man im Bett zu tun hat, um „Supersex“ zu haben. Hier obwaltet eine Ritualisierung, Standardisierung und Vergesellschaftung, die die bioenergetischen Kernfunktionen erstickt. Es ist Emotionelle Pest und nichts außerdem.

Ein typisches Beispiel sind „Reichianische Therapien“, wo wirklich alles vorgegeben wird: genaue Zeitabfolgen, Übungen, Körperstellungen, etc. Alles extrem mechanistisch und zwanghaft. Natürlich verwendet auch der genuine Orgontherapeut „Techniken“, aber diese nur in einem funktionellen Zusammenhang, d.h. schlicht und ergreifend er weiß, was er tut! Leute, die nach Schema F vorgehen, wissen dies offensichtlich nicht. Vielmehr werden Patienten in genau jene Rolle gedrängt, unter der sie schon als Babys und Kleinkinder litten: es wird ihnen eine bürokratische, stereotype, mechanische und gedankenlose Routine übergestülpt. Und das alles im Namen Wilhelm Reichs! Eine solche Form von „Therapie“ ist Emotionelle Pest und nichts außerdem: das diametrale Gegenteil von Orgontherapie.

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