Posts Tagged ‘Funktion’

Der Kern des orgonomischen Funktionalismus, die Orgonometrie

27. Oktober 2017

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

Teil 7

Advertisements

nachrichtenbrief67

9. September 2017

nachrichtenbrief63

1. September 2017

Die Geschichte der Orgonometrie

2. April 2017

Funktionalismus liegt vor, wenn man das Teil vom Ganzen her betrachtet. „Welche Funktion hat das Herz?“ Energetischer Funktionalismus liegt vor, wenn die jeweilige Funktion insbesondere vom Energiehaushalt her betrachtet wird. „Die Funktion des Orgasmus.“ Der orgonomische Funktionalismus entstand mit der Entdeckung der Orgonenergie, deren Grundcharakteristik ein autonomes spontanes Funktionieren ist, das beispielsweise im orgonomischen Potential und in der kosmischen Überlagerung zum Ausdruck kommt. „Die kosmische Lebensenergie.“

„Dialektik“ ist ein schillernder Begriff, der am ehesten mit dem Diktum umrissen werden kann, daß Wahrheit nicht behauptet werden, sondern nur im Widerstreit offengelegt werden kann. Alles hat jeweils zwei Aspekte, die, obwohl es Gegensätze sind, auf etwas Drittes verweisen, das sie zwar umfaßt, aber gleichzeitig auch übersteigt; sie, um mit Hegel zu sprechen, in jeder Bedeutung des Wortes „aufhebt“. Hegel, Marx, Engels und Lenin haben gezeigt, daß nicht nur das Reden über die Wirklichkeit dergestalt dyadisch bzw. triadisch strukturiert ist, sondern diese Wirklichkeit selbst, denn ansonsten wäre jede Erkenntnis unmöglich. Im Verlauf der Entdeckung des Orgons, das Geist und Materie zugrundeliegt, hat Reich Hegels Dialektik („Geist“) bzw. den Dialektischen Materialismus („Materie“) entsprechend zum orgonomischen Funktionalismus umgeformt und schließlich in Gestalt der Orgonometrie in seine endgültige Form gebracht.

Ich verweise auf meine beiden Bücher über Orgonometrie hier und hier, denen bald ein dritter Band folgen wird.

Der Begriff „Funktion“

16. September 2016

Den Begriff „Funktion“ kann man vielleicht am besten begreifen, wenn man ihn „räumlich“ und „zeitlich“ sieht:

Zunächst einmal bezieht sich „Funktion“ auf das Verhältnis des Teils zum Ganzen. Beispielsweise spielen Organe jeweils eine bestimmte Rolle im Gesamtorganismus, das gleiche gilt für den Staat in Bezug auf seine „Organe“, für Tiere und Pflanzen in Bezug auf das jeweilige Ökosystem, etc.

Eine „funktionelle“ Betrachtung ist auf die Zukunft ausgerichtet, d.h. beispielsweise, daß sich die Funktion der Leber sehr schnell erweist, wenn sie erkrankt ist oder gar ganz ausfällt. Was eine nicht auf die Zukunft, d.h. nicht auf die langfristigen Folgen ausgerichtete Betrachtungsweise anrichtet, sieht man beispielsweise an Demokratien.

Gleichzeitig ist eine „funktionelle“ Betrachtungsweise kausal, d.h. es geht stets um Prozesse und die Zukunft ergibt sich aus der Vergangenheit durch Bifurkation, was sowohl Regelhaftigkeit als auch Spontanität impliziert.

Gepanzerte Kröten?

20. Juli 2016

Wandelnde Burgen – die heutige Funktion des Schildkrötenpanzers ist klar: Er schützt die langsamen und wehrlosen Reptilien vor Feinden. Doch offenbar stand diese Funktion gar nicht am Anfang der Entwicklungsgeschichte des Panzers: Seine Urform diente allein dem Graben, legen nun neue Fossilienfunde von Vorfahren der Schildkröten nahe. Erst später in der Evolutionsgeschichte verwandelten sich die ursprünglich nur verbreiterten Rippen dann in Rüstungen.

Damit ist die ab und an vorgebrachte These vom Tisch, der Panzer der Schildkröten sei irgendwie ein Analogon zum Muskelpanzer des neurotischen Menschen; eine „abpanzernde“ Reaktion auf eine bedrohliche Umwelt, die bei den Vorfahren der jetzigen Schildkröten, frei nach Lamarck, sozusagen über Generationen hinweg „in Fleisch und Blut übergegangen ist“.

Nach Hans Hass haben wir hier vielmehr eine „Funktionserweiterung“ vor uns (Organe und Werkzeuge lassen sich für unterschiedliche Aufgaben nutzen), gefolgt von einem „Funktionswechsel“ (ein Organ oder Werkzeug, das ursprünglich für die eine Funktionserfüllung entwickelt wurde, übernimmt eine grundlegend andere). Rippen, die ursprünglich Lunge und Herz einen möglichst flexiblen und nachgiebigen Halt geben sollten, wurden verbreitert, was zwar das Atmen erschwerte und die allgemeine Flexibilität des Körpers einschränkte, aber das Graben erleichterte (Funktionserweiterung). Aus diesen Strukturen entwickelte sich schließlich etwas ganz anderes, nämlich ein maximal rigider Ganzkörperpanzer (Funktionswechsel).

Von Freud zu Reich (Teil 2)

18. Oktober 2015

In seinem erkenntnistheoretischen „Plädoyer für die Verwendung von Metaphern in der psychoanalytischen Theoriebildung“ (Psyche, Aug. 1983) führt Leon Wurmser, klinischer Professor für Psychiatrie und Psychoanalyse an der University of West Virginia, aus, daß die Psychoanalyse im Spannungsfeld zwischen „Substanz“ (z.B. im Sinne der Quantität der Libido) und „Funktion“ (z.B. Wechselbeziehungen von Handlungen) stand. Er diskutiert das Bemühen der psychoanalytischen Theoretiker von der „Substanzfindung“ (z.B. Libido als Stoff der „verlagert“ wird) loszukommen.

Sie versuchten, jenen gewaltigen, aber unerläßlichen Schritt zu tun, den [der neukantianische Philosoph Ernst] Cassirer sah und in der Entwicklung allen wissenschaftlichen Denkens beschrieb – den Schritt von der „Substanz“ zur „Funktion“ (…). Die entscheidende Veränderung, die schon von Platon in Phaidon wahrgenommen wurde, ist die Auflösung von „Dingen“ in logische Verknüpfungen und Wechselbeziehungen und letztlich in mathematische Funktionen und Prozesse – eine Veränderung, die jeglichen wissenschaftlichen Fortschritt durch die vergangenen vier Jahrhunderte begleitet hat.

Später sollte ausgerechnet Reich, der wie kein anderer den „ökonomischen“ Aspekt der psychoanalytischen Theorie vertrat, den Begriff „Funktion“ in den Mittelpunkt seiner „libido-ökonomischen“ bzw. orgon-energetischen Überlegungen stellen. In diesem Zusammenhang fällt dem Wort von der „Funktion des Orgasmus“ ein Bedeutungsgehalt zu, der bisher kaum ausgeschöpft worden ist.

Zur Libidoökonomie und ihrer Beziehung zur Physik schreibt Wurmser:

Der ökonomische Standpunkt ist zum Schreckgespenst der Kritiker der psychoanalytischen Theorie, besonders der Metapsychologie, geworden. Vielleicht finden wir in dieser Kontroverse mehr Hitzigkeit als Klarheit, wenn wir sorgfältig untersuchen, was „Energie“ für den Physiker bedeutet und was sie für uns bedeuten kann. Wie stellt sich der Energiebegriff in der Physik dar?

Diese Frage beantwortet Wurmser mit einem Zitat aus Cassirers erkenntniskritischem Werk Substanzbegriff und Funktionsbegriff von 1910:

(…) (es) zeigt (…) sich, daß die Energie in dieser Form der Ableitung nirgends als ein neues Ding, sondern als ein einheitliches Bezugssystem erscheint, daß wir der Messung zugrundelegen. Alles, was sich von ihr mit wissenschaftlichen Grund und Recht aussagen läßt, erschöpft sich in den quantitativen Beziehungen der Äquivalenz, die zwischen den verschiedenen Gebieten der Physik obwalten. Die Energie tritt nicht als ein gegenständliches Etwas den schon bekannten physischen Inhalten wie Licht und Wärme, Elektrizität und Magnetismus zur Seite, sondern sie bedeutet lediglich eine objektive gesetzmäßige Korrelation, in welcher alle diese Inhalte stehen. Ihr eigentlicher Sinn und ihre Funktion liegt in den Gleichungen, die sie zwischen verschiedenartigen Gruppen von Vorgängen herstellen lehrt.

Wurmser geht von hier auf die Psychoanalyse über:

Das ökonomische Modell in der Psychoanalyse ist kein Versuch, jenen physikalischen Inhalt hinzuzufügen, sondern metaphorisch, durch Analogie ein ähnliches System „quantitativer Beziehungen der Äquivalenz“ aufzustellen – eine neuartige Form gesetzmäßiger Wechselbeziehung zwischen emotionalen Phänomenen.

Hier widerspricht Wurmser Freuds Auffassung, wie wir noch sehen werden.

Die Funktion des Orgasmus ist sowohl die Entladung überschüssiger Energie als auch die Befriedigung der Sexualerregung. Während das erstere ein „substantieller“ physikalischer Vorgang ist, ist das letztere ein „funktioneller“ Vorgang im Sinne eines Wechsels von Gefühlszuständen.

Sowohl im objektiven („physiologischen“) als auch im subjektiven („psychischen“) Bereich dient die Energie als „Bezugssystem“. Gemeinhin wird streng zwischen beiden Bereichen unterschieden: im ersten Fall ist sie als „dritter Faktor“ das konkrete Bindeglied zwischen den Faktoren einer physikalischen Gleichung, während die Energie im zweiten Fall gefühlsmäßige Phänomene nur als bloße Analogie sprachlich erfaßbar macht. Wurmser führt aus, daß diese Trennung nicht so glatt ist, wie es zunächst erscheinen mag:

Man kann sie (die Energie) an sich selbst oder einfühlend an anderen beobachten, aber nicht objektiviert wie in der Physik. Meiner Meinung nach sind dies völlig akzeptable metaphorische Begriffe, nicht nur, weil sie so stark ähnlichen Beziehungsgesetzen der Physik gleichen, und nicht nur, weil es uns große Schwierigkeiten bereiten würde, ebenso brauchbare Metaphern und Abstraktionen zu finden, sondern, weil genau die physikalischen Begriffe „Energie“ und „Quantität“ selbst anthropomorphen Ursprungs, selbst Metaphern und Abstraktionen sind. Der einzige Unterschied besteht darin, daß es in der Physik schließlich gelang, diese metaphorischen Begriffe, die ihren Ursprung im aristotelischen Empirismus haben, in numerische Bezüge (angefangen mit Galilei) zu übersetzen, die weitgehend objektiviert werden können (wenn auch nicht völlig; siehe z.B. Heisenbergs Prinzip der „Unschärferelation“).

Ich füge folgendes hinzu:

Energie ist die Fähigkeit Arbeit zu leisten. Ebenso ist das Sein die Kapazität eine Tat auszuführen. Ich kann nur auf das Sein eines Menschen schließen, wenn er etwas tut, etwa am anderen Ende der Telefonleitung etwas sagt. Auf Energie kann ich nur schließen, wenn ich sehe, daß Arbeit geleistet (z.B. To-T, also der Temperaturunterschied zwischen dem Orgonenergie-Akkumulator und seiner Umgebung, aufrechterhalten) wird. Deshalb ist der Begriff „Energie“ genauso abstrakt wie etwa der Begriff „Sein“.

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 1.

16. September 2015

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel VII.4.f.

1. September 2015

orgonometrieteil12

VII. Die Lebensenergie (Orgon) in der Schulphysik

1. Die mathematischen Grundlagen der Schulphysik

a. Algebra

b. Differenzieren

c. Integrieren

d. Vektoren

2. Körper in Bewegung

a. Masse

b. Jenseits der Masse

c. Himmelsmechanik

d. Die Kreiselwelle

e. Kosmische Überlagerung

3. Der Orgonenergie-Akkumulator

a. Die Kreiselwelle (Schwingungen und Wellen)

b. Wellen im Orgonenergie-Medium

c. Von der Thermodynamik zum Orgonenergie-Akkumulator

d. Von der Elektrostatik zum Orgonenergie-Akkumulator

e. Elektrotechnik

f. Orgontechnik

4. Kosmogonie

a. Gravitation im Funktionsbereich „Bewegung“

b. Gravitation im Funktionsbereich „Erstrahlung“

c. Quantenmechanik

d. Spezielle Relativitätstheorie

e. Allgemeine Relativitätstheorie

f. Funktionalismus

Freud, Reich und der Wiederholungszwang (Teil 2)

21. Juni 2015

Für den mechanistischen Materialisten Freud ist die tote, also „mechanische“ Materie der Ursprung und die gegenwärtige Grundlage von allem Leben. Daraus, d.h. aus dem „konservativen Drang zur Rückkehr zum Urzustand“ leitet Freud logisch den Todestrieb her, der so genuiner Ausdruck der mechanistischen Wissenschaft ist. Demgegenüber sympathisiert Reich zunächst mit vitalistischen Konzepten, um dann zu seinem orgonomischen Funktionalismus vorzudringen, wo in Gestalt der Lebensenergie und im zentralen Begriff der „Funktion“ das Leben das Ursprüngliche ist, aus dem erst sekundär alles Mechanische sich ableitet. Dies zeigt einmal mehr, daß die Orgontheorie untrennbar mit der Orgasmustheorie verbunden ist.

Bei Freud bedeutet „Sexualsieg“ (des Lust-Ichs) Perversion, während Gesundheit gleichbedeutend sei mit einem geglückten „Ichsieg“ (des Real-Ichs). Allein schon dies (Freud: Sexualsieg = Perversion und Gesundheit = gepanzerte Eingepaßtheit) zeigt, daß Freud und Reich unvereinbare Gegenpole sind.

Wird das normale Sexualleben behindert, kommen Perversionen zum Vorschein. Die Psychoanalyse ist an diesen Perversionen interessiert (ihr Ursprung, ihre Verknüpfungen, ihr Aufbau, etc.), während für Reich all dies uninteressant war. Ihm ging es nicht um diesen Sumpf, sondern um seine Austrocknung durch Wiederherstellung (bzw. die Verbesserung) des normalen Sexuallebens.

Reich hat nie bestritten, daß es so etwas wie Freudsche perverse Triebe, Geburtstraumata und einen Adlerschen Willen zur Macht gibt. Es ist nur so, daß durch die Orgasmusfunktion diesen seelischen Gegebenheiten die Energie entzogen wird. So hat die Orgasmustheorie einen grundsätzlich anderen Charakter als andere monokausale Theorien. Der Reichsche Gesundheitsbegriff beinhaltet nicht, daß einer keine perversen Triebe hat, sondern daß diesen Trieben die Energie entzogen wird. Etwas, das zu wenig unterstrichen wird: beispielsweise ist der Rassismus möglicherweise biologisch vorgegeben, was aber für die Orgonomie relativ uninteressant ist, denn er wird erst durch den neurotischen Energiestau aufgrund orgastischer Impotenz aktualisiert. Wenn man einen harmlos tropfenden Wasserhahn mit dem Daumen zudrückt, spritzt es nach einiger Zeit gefährlich nach allen Seiten. Bei orgastischer Potenz ist die Frage der „natürlichen Anlagen“ im Endeffekt gleichgültig. (Dies wirft ein Licht auf den orgonomischen Begriff der „Natürlichkeit“, der nicht so naiv ist, wie man Reich vorwirft. Es geht nicht um Natur versus Unnatur, sondern letztendlich um ORgon versus DOR.)

Was Reich auf einer metatheoretischen Ebene von Freud trennte, war, daß Freud immer von einer grundlegenden unaufhebbaren Dichotomie ausging, die von vornherein jede Aussöhnung und damit jedes Gesundheitskonzept unmöglich machte. Von Anfang an spürt man, daß Reich Schwierigkeiten mit Freuds dualistischer Triebauffassung hatte, die streng zwischen Sexualenergie und einer Energie der Ich-Triebe (Selbsterhaltungstriebe) unterschied. Offensichtlich neigte Reich eher der monistischen Triebauffassung Jungs zu, doch stößt ihn hier die philosophische Spekulation und die Entsexualisierung ab. Dinge, die Freud überwunden hatte. Reichs eigene Lösung war die über Freud hinausweisende Unterscheidung von die Spannung erhöhender Prägenitalität und Befriedigung und Entspannung verschaffender Genitalität: die Funktion des Orgasmus beherrscht, oder besser regelt, die Gesamtheit der Triebe, z.B. auch die Aggression.

Wenn Freud auf den Orgasmus zu sprechen kommt, dann bezeichnenderweise in Jenseits des Lustprinzips bei der Begründung seiner Todestriebtheorie, d.h. der angeblich triebhaften Rückkehr des Organischen in das ursprünglich Anorganische. Der Orgasmus, bzw. der „kleine Tod“, fungiert dabei als Beispiel:

Als sein stärkstes Motiv an die Existenz des Todestriebes zu glauben, gibt Freud „das Streben nach Herabsetzung, Konstanterhaltung, Aufhebung der inneren Reizspannung“ an, das „Nirvanaprinzip“ (Studienausgabe Bd. III, Frankfurt 1975, S. 264). Freud spricht von

dem allgemeinsten Streben alles Lebenden, zur Ruhe der anorganischen Welt zurückzukehren. Wir haben alle erfahren, daß die größte uns erreichbare Lust, die des Sexualaktes, mit dem momentanen Erlöschen einer hochgesteigerten Erregung verbunden ist. (ebd., S. 270)

Drei Jahre später in Das Ich und das Es spricht Freud von der „Ähnlichkeit des Zustandes nach der vollen Sexualbefriedigung mit dem Sterben“ und erwähnt

bei niederen Tieren das Zusammenfallen des Todes mit dem Zeugungsakt. Diese Wesen sterben an der Fortpflanzung, insoferne nach der Ausschaltung des Eros durch die Befriedigung der Todestrieb freie Hand bekommt, seine Absichten durchzusetzen. (ebd., S. 113f)

Demgegenüber war für Reich der Orgasmus Ausdruck des produktiven, ausgreifenden Lebensprozesses an sich. Reich betrachtete das Triebhafte als Ausdruck der Lustsensation, nach Wiederholung zu verlangen. Der „Wiederholungszwang“ setze sich im Bereiche des Lustprinzips besonders machtvoll durch („Zur Triebenergetik“, Frühe Schriften I , siehe auch den betreffenden Hinweis in seinem Aufsatz „Über die Quellen der neurotischen Angst“ Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, XII(3), 1926, S. 423). Der „Wiederholungszwang“ bedeutete für Reich also das genaue Gegenteil als für Freud.

Reich steht hier nicht allein. In einem Fernsehbeitrag über Albert Camus sagte der Bonner Hirnforscher Detlev Linke 2005, man könne die Sisyphos-Geschichte auch psychoanalytisch lesen. Es werde versucht, den Höhepunkt zu erklimmen, bei dessen Erreichen man Entspannung findet. Linke:

Kein Wunder, daß Camus den Sisyphos als einen glücklichen Menschen beschreibt.

Linke kann nur an Reichs Die Funktion des Orgasmus gedacht haben.

Hier zeigt sich kraß der Unterschied zwischen orgastischer Impotenz (für die der Orgasmus nur Leere und Todesmüdigkeit bedeutet) und orgastischer Potenz.