Posts Tagged ‘Fötus’

Malträtierte Embryos, Säuglinge, Kinder und Jugendliche

22. Dezember 2014

Seit es „Retortenbabys“ gibt, wird uns versichert, daß bei ihnen das Risiko von Entwicklungsstörungen nicht höher läge als bei der natürlichen Befruchtung. 2002 haben jedoch Forscher des Johns-Hopkins-Krankenhauses in Baltimore festgestellt, daß bei jenen Kindern, die aus einer Befruchtung im Reagenzglas hervorgegangen sind, das sogenannte Beckwith-Wiedemann-Syndrom sechsmal häufiger auftritt. Dieses Syndrom ist eine normalerweise extrem seltene Entwicklungsstörung, bei der es zum übermäßigen Wachstum einzelner Organe oder Körperteile kommt.

In der Folgezeit gab es Studien, die zu belegen schienen, daß kein größeres Fehlbildungsrisiko vorliegt. 2008 mußte das Deutsche Ärzteblatt jedoch zugeben, daß es zumindest vorläufige Hinweise für eine Risikoerhöhung für Fehlbildungen bei Kindern gibt, die künstlich gezeugt wurden. „Hier besteht weiterer Forschungsbedarf.“ 2009 verwies DocChec News auf eine kanadische Studie, die zeigte, „daß Babys, die auf dem Labortisch entstanden sind, zu rund 60 Prozent häufigereine Veränderung aufweisen als natürlich gezeugte Kinder.“

Es wird angeführt, daß das erhöhte Fehlbildungsrisiko, das sich nach künstlicher Befruchtung zeigt, nicht von der Technik abhängt, sondern vor allem von den Paaren und deren „Subfertilität“ auszugehen scheint. „Womöglich hat es dieselben Ursachen wie der unerfüllte Kinderwunsch.“

Das klingt etwas anders in einem Artikel, der Anfang dieses Jahres im British Medical Journal erschienen ist:

Es ist auch Besorgnis hinsichtlich der langfristigen Gesundheit der Kinder aufgekommen, die durch IVF (In-vitro-Fertilisation) geboren wurden. Ansonsten gesunde Kinder, die durch IVF gezeugt wurden, haben höheren Blutdruck, Adipositas, einen erhöhten Blutzuckerspiegel und mehr generelle vaskuläre Fehlfunktionen als Kinder, die natürlich gezeugt wurden.

Diese Effekte scheinen auf das IVF-Verfahren selbst zurückzugehen, statt auf die zugrundeliegende Subfertilität. Tierversuche haben epigenetische und entwicklungsbedingte Anomalien nach künstlicher Reproduktion gezeigt, was weiteren Anlaß zum Nachdenken gibt.

Ganz offensichtlich ist, ähnlich wie beim Krebs, durch die mangelnde orgonotische Ladung zum Zeitpunkt der Befruchtung die organisierende und koordinierende Funktion der organismischen Orgonenergie von Anfang an gestört. (Reich hat bereits 1921 [!] in diesen Bahnen gedacht. Siehe dazu die Chronik der Orgonomie.)

Ein weiteres Beispiel für aus mechanistischer Sicht kaum greifbare Veränderungen in der energetischen Entwicklung des Embryos sind Ultraschalluntersuchungen.

Eine an Labormäusen unternommene Studie (Pasko Rakic et al., Yale Medical School in New Haven, Connecticut) hat 2006 gezeigt, daß Ultraschalluntersuchungen die Entwicklung des Gehirns beeinflussen. Die schwangeren Mäuse waren zweimal 30 Minuten Ultraschall ausgesetzt worden – wie bei menschlichen Gravida üblich. Bei Obduktion der neugeborenen Mäuse stellte man fest, daß 6% der Gehirnzellen während der embryonalen Entwicklung nicht dorthin gewandert waren, wo sie normalerweise hingehören.

Andere Studien weisen darauf hin, daß Ultraschalluntersuchungen für ein überproportional häufiges Auftreten von Linkshändigkeit, eine verzögerte Sprachentwicklung und sogar genetische Defekte verantwortlich sein könnten.

Natürlich wurde, ähnlich wie bei der Diskussion um die extrakorporale Befruchtung, in der Folgezeit das Risiko wieder relativiert oder ganz in Abrede gestellt. Man lese dazu jedoch den ausgezeichneten Artikel „Gefahr für Ungeborene“ auf www.zentrum-der-gesundheit.de!

Mangels orgonotischen Kontakts vertraut die gepanzerte Maschinenzivilisation nicht mehr den eigenen Gefühlen, sondern invasiven technischen Apparaturen, mit deren Hilfe sie selbstregulative Prozesse überwachen und kontrollieren will, damit alles „sicher“ ist – d.h. keine beängstigenden bioenergetischen Impulse durchbrechen. Wir suchen nach „Sicherheit“ und verlassen uns auf die Maschinen – und zerstören damit das Lebendige in uns endgültig.

Eva Reich sagt etwas sehr Interessantes über das Aufstoßen, spielt das „Bäuerchen machen“ doch eine prominente Rolle im Leben der Babys. Viele Mütter sind richtiggehend besessen davon – nicht ohne lebensfeindlichen Grund:

Man muß erklären, daß der erste Teil der Fütterung die Hungerphase der Fütterung ist und daß, nachdem das Baby genug gegessen hat, es sehr in sich geht, die Augen schließt und dann mit der Lustphase der Fütterung abschließt; es hält ein und sinkt zurück, hat einen oralen Orgasmus. (…) Nach dem oralen Orgasmus entspannt sich das Baby, sinkt zurück und schläft. Wenn man das Kind mit Aufstoßen unterbricht, erzeugt man einen Teufelskreis. Wenn man auf halbem Weg durch die Fütterung, wenn die Lustphase beginnen sollte, das Baby nimmt und [es auf den Rücken klopft], kontrahiert das Baby und das Zwerchfell wird angespannt; sie bekommen Schluckauf und „Koliken“. Wenn Sie ein Baby mit Koliken haben, müssen sie das Zwerchfell entspannen, wenden sie sehr leichte Massage den Rücken hinunter an, und Sie müssen der Mutter erklären, daß, wenn er eine Luftblase hochsteigen lassen muß, es von allein geschehen wird. Dann ist alles, was man zu tun hat, es aufrecht zu halten. Stellen Sie nur sicher, daß es aufrecht sitzt und reiben sie den Rücken sehr sanft oder hängen Sie es über ihre Schulter. Geben Sie ihm keinen Klaps. Dann wird es rülpsen und das Füttern kann weitergehen, aber im Idealfall gibt es keine Pause zum Aufstoßen, das Baby wird ohne Unterbrechung gefüttert und nach der Fütterung können Sie es aufrecht halten und etwas wird hochsteigen. (Eva Reich: „Prevention of Neurosis: Self-regulation from Birth On“, Journal of Biodynamic Psychology, No. 1, Spring 1980)

Reich war schockiert, als er 1942 in den Parks von New York etwas vollkommen Abwegiges beobachten mußte: es war Mode geworden, Babys in den Kinderwagen auf den Bauch zu legen. (N.N.: „Disastrous Fads in Infant Upbringing“, International Journal of Sex-Economy and Orgone Research, November 1942, S. 276-278; wiederveröffentlicht 1983 in Children of the Future, New York 1983, S. 136-139.) Ein Hohlkreuz, lebenslange Rückenprobleme und Sexualstörungen sind vorprogrammiert. Das habe ich bereits in Projekt „Kinder der Zukunft“ diskutiert.

Der Rücken wird entgegen dem energetischen Orgonom verkrümmt.

protoorg3

Ich erwähne es erneut, weil ich selbst wieder gehäuft beobachte, daß Babys wie kleine Robben durch die Gegend gekarrt werden. Es scheint geradezu ein Modetrend zu sein.

Eine Studie von Carl E. Hunt, et al. vom National Heart, Lung and Blood Institute (Bethesda, Maryland) zeigt eine Reduktion der Infektionsrate bei Babys, die in Rücken- oder Seitenlage statt auf dem Bauch schlafen. Die Forscher hatten die Daten von 3733 Kindern analysiert, bei denen die Eltern für den 1., 3. und 6. Lebensmonat die jeweils gleiche Schlafposition angegeben hatten. Daneben wurde überprüft, wie oft die Kinder erkrankt waren. Babys, die in Bauchlage schliefen, waren 40% häufiger von Fieber betroffen. Es wird vermutet, daß die wärmere Atemluft Infektionen von Ohren und Atemwegen begünstigt.

Hierzulande ist der Plötzliche Säuglingstod die häufigste Todesursache bei Kindern im ersten Lebensjahr. Die Ursache ist ungeklärt, man spekulierte sogar über genetische Hintergründe… In den Niederlanden hingegen sank die Zahl der Fälle zwischen 1984 und 2004 um 90 Prozent. Das liegt einfach daran, daß den Eltern empfohlen wurde, ihr Kind zum Schlafen nicht auf den Bauch zu legen.

Ein weiteres Folterinstrument, der Schnuller, wurde vor 65 Jahren erfunden.

Schlapp und ruhebedürftig wie wir sind, versuchen wir unsere nach Kontakt und liebevoller Zuwendung schreienden Babys mit Schnullern ruhigzustellen. Der Ersatzkontakt Dauernuckeln kann, man frage einen beliebigen Kinderarzt, jedoch zu Karies, Zahnfehlstellungen und Störungen in der Sprachentwicklung führen. Es kann außerdem zu Ohrinfekten mit nachfolgender Hörbeeinträchtigung, Mandelentzündungen und adenoiden Wucherungen („Polypen“) kommen. Am besten ist es, Säuglingen den Schnuller von Geburt an vorzuenthalten. Spätestens ab dem 7. Lebensmonat sollte er ganz tabu sein.

Insbesondere sollte zu denken geben, daß die Anlage für Sinusitis schon früh durch den Schnuller verankert wird. Durch das ständige Schnullern werden die Nebenhöhlen schlecht belüftet und sind ständiger Keimüberflutung ausgesetzt. Chronische Nasennebenhöhlen-Entzündungen sind eine Volksseuche, die, wie Alexander C. Chester vom Georgetown University Medical Center in einer Studie feststellte, ursächlich mit chronischen Ermüdungszuständen verbunden sind.

Nicht nur das: Schnuller fördern das Suchtpotential des Menschen erheblich:

Wer seinem Baby unhinterfragt bei jeder Unruhe den Gummischnuller in den Mund schiebt, ahnt meist nicht, was er damit möglicherweise bis zum Lebensende des Kindes anrichtet: Er fördert Alkohol-, Tabak-, Drogen und Eßsucht. Dagegen gilt: Lange gestillte Säuglinge rauchen und trinken später bedeutend seltener als nicht oder nur kurz gestillte Kinder, ihr Risiko für Übergewicht schwindet mit jeder weiteren gestillten Woche. Muttermilch ist die allerbeste Suchtprophylaxe.

Amerikanische Forscher haben festgestellt, daß langjähriges Nuckeln das Risiko für Sprachstörungen erhöht.

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, daß sich Anatomie und Funktion des Sprechapparats verzögert entwickeln, wenn Kleinkinder über den normalen Stillzeitraum hinaus an Schnullern oder anderen Gegenständen saugen. Die Forscher um Mary Parada interessierte nun die Frage, inwieweit die dauerhafte Verwendung von Schnullern und Co auch Sprachstörungen verursachen kann. (…) Kinder, die drei Jahre oder länger an einem Schnuller oder Daumen nuckelten, hatten dreimal häufiger Sprachstörungen als Kinder, die bereits früher entwöhnt worden waren. Eltern sollten sich also gut überlegen, ob sie ihr Kind an einen Schnuller gewöhnen wollen.

A.S. Neill ist aufgefallen, daß die Schüler in Summerhill, im krassen Gegensatz zu öffentlichen Schulen, nicht unter Akne leiden. Neill:

Wenn ich Glück für so wichtig halte, dann deshalb, weil ich Entfaltung für wichtig halte. Es ist besser, frei und zufrieden zu sein und nicht zu wissen, was ein Dezimalbruch ist, als Prüfungen zu bestehen und das Gesicht voller Pickel zu haben. Im Gesicht eines freien und glücklichen Jugendlichen habe ich noch nie Pickel gesehen. (Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung, S. 321)

Akne bei Jugendlichen ist direkter Ausdruck einer bioenergetischen Kontraktion:

Amerikanische Wissenschaftler haben entdeckt, warum die Haut bei Streß eher zu Entzündungen und Pickeln neigt: Die Menge an körpereigenen antimikrobiellen Substanzen in der oberen Hautschicht nimmt rapide ab, konnten sie in einer Studie an Mäusen zeigen. Verantwortlich dafür sind wahrscheinlich die erhöhten Streßhormonlevel, die den Transport der im Körper produzierten Antibiotika in die Haut stören.

Die Sünden der Väter

12. Dezember 2014

Reich ist davon ausgegangen, daß die Charakterstruktur bereits im Mutterleib vorgeprägt wird, d.h. von den orgon-energetischen Verhältnissen im Uterus abhängt. Elsworth F. Baker meinte, daß nicht nur Schizophrenie, sondern wahrscheinlich generell alle Charaktertypen nicht nur durch Entwicklungsstörungen in der Gebärmutter, sondern vielleicht auch genetisch bedingt sind. Der genetische Einfluß bei der Schizophrenie steht mittlerweile außer Zweifel.

Ein entscheidender Einflußfaktor wurde bisher weitgehend übersehen: die Qualität des Spermas. Brian M. D’Onofrio (Indiana University) et al. haben die älteren und jüngeren Kinder von Vätern verglichen und dabei festgestellt, daß:

Im Vergleich mit den Kindern von jungen Vätern im Alter von 20 bis 24, hatten jene, die von den selben Männern gezeugt wurden, wenn diese 45 Jahre oder älter waren, das doppelte Risiko eine Psychose zu entwickeln, das Leitsymptom der Schizophrenie; mehr als dreimal so groß war die Wahrscheinlichkeit der Diagnose Autismus und die Wahrscheinlichkeit der Diagnose einer Aufmerksamkeitsstörung war etwa 13 mal größer. Tendenziell hatten sie auch mehr mit der Schulbildung und mit Drogenmißbrauch zu kämpfen.

Es ist wohl kaum zu viel Spekulation, wenn man das mit der verminderten orgonotischen Ladung und damit einhergehenden Schädigung der Spermien in zunehmendem Alter in Verbindung bringt, zumal alle anderen Faktoren (etwa der unterschiedliche Erziehungsstil) weitgehend ausgeschlossen werden konnten.

Reich zufolge hat die Psychoanalyse durch die Erforschung der libidinösen Entwicklung des Kindes die Rolle der Vererbung eingeschränkt. Der Erblichkeitsfaktor sei vor allem in der konstitutionellen Hervorhebung der erogenen Zonen gegeben. Reich konnte dann weiter als die Psychoanalyse zurückgehen bis zur Geburt, da er die „Organsprache“, die „Ausdruckssprache des Lebendigen“ sprach. Indem er die Panzerung der Mutter betrachtete, und über die Bionenforschung („T-Bazillen“, die von der Mutter auf den Embryo übergehen), richtete sich sein Augenmerk sogar auf das intrauterine Leben.

Die orgonotische Ladungsfähigkeit des Uterus übertrage sich auf den Embryo,

der ja nur einen Funktionsteil der Uterusschleimhaut bildet. (…) Auf diese Weise läßt sich zum ersten Male ein Teil des Riesenproblems der „Charaktervererbung“ fassen. (…) Der „Erblichkeitsfaktor“ wäre somit als quantitativer Energiefaktor prinzipiell faßbar (Der Krebs, Fischer TB, S. 396).

Mit der Betrachtung des orgonotischen Zustandes des Uterus ist Reich zufolge

der mechanistisch mystischen Erblehre ein weiteres Stück ihrer Domäne entwunden und der funktionellen Pathologie eingeordnet. Es liegt nicht mehr eine unkontrollierbare „erbliche Keimschädigung“ vor, die das Kind mit „Krebsanlagen“ „belastet“, sondern wir haben es mit veränderlichen Lebensfunktionen, mit Energiequantitäten und Pulsationsstörungen zu tun. (ebd.)

1968 mußte der Orgonom Robert A. Dew zwar einräumen, daß es unzweifelhaft genetische Erkrankungen gibt, wies aber auch darauf hin, daß der ständige Bezug in der Literatur auf die Häufung von Krankheiten in Familien ebensogut auf charakteranalytische Zusammenhänge deuten könne. Von Anfang an habe Reich darauf hingewiesen, wie die Familie den Charakter formt und so Biopathien „vererbt“ werden. In diesem Zusammenhang weist Dew auch auf die direkte Einwirkung durch den Uterus der Mutter hin („The Biopathic Diathesis: The Uterus and Heredity: The Biopathic Process and Intrauterine Development“, Journal of Orgonomy, Vol. 2, No. 2, November 1968, S. 160-162).

Das ist heute wissenschaftlich unbestritten. Es bleibt nur die Frage der Gewichtung. Neuerdings gibt es Belege dafür, daß sogar die Lebensgewohnheiten (also nicht nur das bloße Alter!) des Vaters über „neben-genetische“ (epigenetische) Mechanismen die Nachkommenschaft beeinflussen.

Australische Forscher haben Rattenmännchen gemästet und festgestellt, daß deren weibliche Nachkommen unter diabetes-ähnlichen Störungen ihres Stoffwechsels litten, einer Art von „prä-diabetischem Zustand“. (In Reichs Begrifflichkeit also eine Biopathie vererbt worden war.)

Zwar wäre man höchstwahrscheinlich zum selben Ergebnis gekommen, hätte man die Mütter zu verfetteten Diabetikerinnen gemacht, doch dann könnte man nicht zwischen Erblichkeit im eigentlichen Sinne und der Beeinflussung des Embryos während der Schwangerschaft unterscheiden.

Der Vater ist sozusagen aus dem Rennen. Seine Spermien befruchten die Eizelle und danach ist der Vater weg. Also da muß ein anderer Effekt vorliegen, der irgendwie über die Spermien kommt, der aber nicht genetisch sein kann, weil er ja vom Verhalten kommt.

Hier kommt ein Faktor ins Spiel, der schon des öfteren in diesem Blog erwähnt wurde: Methylgruppen, die am Erbgut anhaften und die Genaktivität steuern. Durch ihr Verhalten beeinflussen Väter zwar nicht ihre Gene jedoch die „Methylierungen“, die ebenfalls vererbt werden.

Im Nachhinein scheint es so zu sein, daß beide Parteien recht hatten: sowohl die Genetiker, für die die Gene nicht beeinflußt werden können (abgesehen von krankhaften Mutationen), als auch der bekennende Lamarck-Anhänger Reich, der die Genetik radikal ablehnte. Nachdem zunächst die eine Partei für ihre Theorien immer neue Belege fand, wie Dew einräumen mußte, ist nun die zweite Partei an der Reihe, wobei sich beide Sichtweisen überraschenderweise hervorragend ergänzen. Die Epigenetik würde ohne die Genetik gar nicht funktionieren und die Genetik würde, angesichts von Forschungsergebnissen wie dem oben beschriebenen, ohne Epigenetik in eine Krise geraten.

Jetzt ist die entscheidende Frage, was das Gemeinsame Funktionsprinzip von Genetik und Epigenetik ist. In beiden Fällen wird Erfahrung (das Nacheinander, Zeit t) zur Struktur (das Hintereinander, Länge L). Während in der DNA unauslöschlich unsere Phylogenese von den Einzellern über die Fische bis hin zu den Humanoiden eingeschrieben ist, scheint die Methylierung nach wenigen Generationen wieder zu „verwaschen“ (zum Glück!). Der erstere Vorgang scheint weitgehend nach den Gesetzen der Mechanik abzulaufen (Schädigungen der DNA und Auslese des zufällig Brauchbaren), während in der Methylierung sicherlich „plasmatische Funktionen“ zum Ausdruck kommen, wie Reich sie in den 1930er Jahren beschrieben hat.

Ziel der Orgonomie muß es sein spezifischer zu werden und zu ergründen, ob folgender Rahmen wirklich Sinn macht:

Das erinnert stark an die Triade aus Psyche, Soma und Bioenergie. Die Epigenetik würde dann mit ganzheitlichen Funktionen in Zusammenhang stehen (entsprechend dem psychischen, vorübergehenden „Ich fühle mich glücklich!“), die Genetik mit Teilfunktionen (entsprechend dem somatischen, dauerhaften „Meine Leber schmerzt!“). Wie die Bioenergie auf diese beiden Funktionen konkret einwirkt (Pulsation, Kreiselwelle, Überlagerung, etc.), wird zu eruieren sein. Der „Erbcode“ erinnert beispielsweise an das Muster von Spektrallinien.

Reich schrieb 1937 in seinem Aufsatz „Der dialektische Materialismus in der Lebensforschung“:

Die Erbwissenschaft (…) hat, entsprechend dem Kegel, der auf der Spitze steht, höchst vereinzelte Erbbefunde mit einem riesigen Wust an Hypothesen und Theorien überbaut (…). Man stellt sich etwa vor, daß die Eigenschaften der höheren Organismen ebenso wie die der niederen angeboren sind, angeleggt im Keimplasma in Form von stofflich gedachten „Genen“. Die Eigenschaften also seien ewig und unveränderlich. Diese Biologie ist in ihrem Grundzug konservativ, mögen ihre Vertreter, jeder für sich, auch die fruchtbarsten Einzelergebnisse bringen. Sie zerteilt den einheitlichen Lebensstrom künstlich in Fächer, wo die einzelnen Zweige des einheitlichen Lebens fein säuberlich geordnet und beschrieben eingekapselt sind. Man sucht im allgemeinen nicht nach Prozessen, Funktionen, Veränderlichkeit, sondern nach Stoffen und chemischen Reaktionen, was an sich nicht falsch wäre, wenn es in einen allgemeinen Funktionszusammenhang hineingestellt wäre. (Hervorhebungen hinzugefügt).

Orgontherapie: Die Anwendung des funktionellen Denkens in der medizinischen Praxis (Teil XVI: Kinder und Jugendliche) (Teil 4)

27. Juni 2014

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Charles Konia: Orgontherapie: Die Anwendung des funktionellen Denkens in der medizinischen Praxis (Teil XVI: Kinder und Jugendliche) (Teil 4)

acologo

Orgontherapie: Die Anwendung des funktionellen Denkens in der medizinischen Praxis (Teil XVI: Kinder und Jugendliche) (Teil 2)

17. Juni 2014

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Charles Konia: Orgontherapie: Die Anwendung des funktionellen Denkens in der medizinischen Praxis (Teil XVI: Kinder und Jugendliche) (Teil 2)

acologo

Gekreuzigt schon im Mutterleib

21. Mai 2014

In seinem Interview mit Kurt Eissler (Reich Speaks of Freud) sagt Reich 1952 über die Beschneidung:

Nehme den armen Penis, nimm ein Messer und fange an zu schneiden. Und jeder sagt, „es tut nicht weh“. Verstehen Sie? Alle sagen nein, es tut nicht weh. Das ist eine Entschuldigung, klar, eine Ausrede: daß die Nervenenden sich noch nicht entwickelt hätten, weshalb sich die Wahrnehmung in den Nerven noch nicht entwickelt hätte und deshalb das Kind nichts spüren würde. Nun, das ist Mord.

In dem Übersichtsartikel Wie Ungeborene auf Schmerzen reagieren berichtet Erich Lederer beispielsweise über die Forschungen zum kindlichen Schmerzgedächtnis von Anna Taddio (University of Toronto):

Viele Jungen – in Deutschland sind es rund 15 Prozent – werden beschnitten. Wie die Kinderärztin herausfand, schreien Babys bei einer späteren Impfung viel länger, wenn man sie bei der Entfernung der Vorhaut nicht mit einer schmerzstillenden Creme behandelt. Ängste und Depressionen oder Abstumpfung beobachten Kinderärzte immer wieder bei Kindern, die ganz früh unvorbereitet gepiekst, geschnitten oder intubiert wurden.

Lederer fährt fort:

Möglicherweise reicht dieses Schmerzgedächtnis noch weiter in die Entwicklung des ungeborenen Kindes zurück in eine Zeit, in der ein Fötus den Schmerz zwar noch nicht spürt aber dennoch darauf reagiert. Sunny Anand vermutet, dass entsprechende Eindrücke schon vor der 20. Woche zu fehlerhaften Nervenverbindungen und damit zu einer Überreaktion bei späteren Reizen führen.

Man lese den gesamten Artikel! Bemerkenswerterweise wird dort zwar die Folter von Föten besprochen, mit keinem Wort jedoch der millionenfache Massenmord an ihnen. Undenkbar, das das in einem „fortschrittlichen“ Blatt wie dem Spiegel thematisiert wird.

Wiederholt habe ich mich damit befaßt, daß Tiere, die von ihrer Gehirnkapazität dazu eigentlich nicht in der Lage sein sollten, zu erstaunlichen „kognitiven“ Leistungen fähig sind. Das zeigt sich auch in der Ontogenese. Auf einer primitiven Entwicklungsstufe, d.h. noch im Mutterleib, wenn das Gehirn kaum ausgereift ist, zeigt der Mensch erstaunliche Gaben, die an sich nur mit einem voll entwickeltem Gehirn möglich sind.

Jan Nijhuis und seine Kollegen vom medizinischen Zentrum der Universität in Maastricht et al. konnten zeigen, daß bereits 30 Wochen alte Föten ein Kurzzeitgedächtnis besitzen. Sie können sich mindestens zehn Minuten lang Ereignisse merken.

Als Maß für das Kurzzeitgedächtnis diente den Forschern der sogenannte „Habituationseffekt“. Es wurde gemessen, wie lange die Föten brauchten, um nicht mehr auf einen Reiz aus Vibrationen und Tönen zu reagieren, weil sie ihn als ungefährlich erkannt hatten.

Dergestalt untersuchten die Forscher Föten in der 30, 32, 34, 36 und 38 Schwangerschaftswoche. 34wöchige Föten schienen sich an das erinnern zu können, was sie vier Wochen zuvor gelernt hatten.

Wir kommen nicht als weiße Blätter auf die Welt, vielmehr hat die Umwelt (in diesem Fall die Gebärmutter) bereits tiefe Spuren in uns hinterlassen. Für Reich begann das Projekt „Kinder der Zukunft“ entsprechend nicht erst mit der Geburt, sondern bereits mit dem Zeitpunkt der Empfängnis. Es geht hier nicht nur um stoffliche schädliche Einflüsse, etwa durch Alkohol und andere toxische Chemikalien, wie sie die Medizin seit langem kennt, sondern vor allem um Einflüsse auf die rudimentäre „Psyche“ des sich entwickelnden Menschen.

Agens dieser Beeinflussung ist die organismische Orgonenergie, deren primordiale Wahrnehmungsfunktion sich im entwickelnden Gehirn organisiert und strukturiert.

beschneidung

Die Kinder der Zukunft und die Genetik (Teil 3)

29. Januar 2014

cancer22009 wurden in der Februar-Ausgabe der Ärztezeitschrift Info Neurologie & Psychiatrie die Forschungsergebnisse der Entwicklungspsychologin Prof. Dr. Bea van den Bergh von der Universität Tilburg (Niederlande) vorgestellt. Seit 1986 hatte sie in einer bis dahin einzigartigen prospektiven Langzeitstudie an Schwangeren und in den folgenden zwei Jahrzehnten an deren Kindern aufzeigen können, daß bereits im Uterus entscheidende Weichenstellungen für die spätere psychische Gesundheit gestellt werden.

Schon in der 36. Schwangerschaftswoche fanden sich bei den Föten, deren Mütter eine erhöhte Ängstlichkeit aufwiesen, vermehrt Kindsbewegungen und reduzierter Tiefschlaf. Pränatale Angst der Mutter war auch während der weiteren Kindheit und Adoleszenz mit Auffälligkeiten korreliert. So zeigten die Betroffenen als Säuglinge bereits ein auffälliges Verhalten hinsichtlich Irritierbarkeit, Temperament und Aktivität. Mit acht bis neun Jahren erklärte die pränatale mütterliche Ängstlichkeit nach Kontrolle konfundierender Variablen 17-22% der Varianz hinsichtlich von ADHS-Symptomen, extrovertiertem Verhalten und Angst.

Zu den Ergebnissen der Studie zählt beispielsweise, daß 14-15jährige Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft ängstlich waren, eine erhöhte und im Tagesverlauf flachere Kurve von Kortisolausschüttung aufwiesen. Die Mädchen zeigten hier eine Korrelation mit depressiven Symptomen. Bei kognitiven Tests, bei denen die Aufmerksamkeit gemessen wurde, schnitten die entsprechenden 17jährigen schlechter ab. Stichwort „ADHS“. Später, mit 20jährigen, konnte die mangelnde Filterung bzw. das Abbremsen („Inhibition“) von „störenden Stimuli bei Abwesenheit eines externen Signals“ mittels Bildgebungsverfahren („funktionelle Magnetresonanztomographie“) bestätigt werden: es wurden „präfrontale Aktivierungsunterschiede“ nachgewiesen. Was nichts anderes bedeutet, als das die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigt wurde!

Auf die Frage, welche Konsequenzen diese Ergebnisse für die Prävention psychischer Erkrankungen haben, antwortet Prof. van den Bergh:

Zum einen sollte man sich bewußt machen, daß Streß während der Schwangerschaft ein Risiko für das Kind bedeutet. Wenn man epigenetische Effekte berücksichtigt, gilt das sogar für die Bedingungen vor der Schwangerschaft. Prävention beginnt daher bereits im Kindes- und Jugendalter im Hinblick auf die nächste Generation. Spätestens während der Schwangerschaft sollte aber mit der Prävention begonnen werden.

Siehe dazu den ersten und zweiten Teil dieser Serie von Blog-Einträgen. Die Forschungen von Bea van den Bergh befinden sich in einem Ausmaß mit Reichs entsprechenden Ausführungen in Der Krebs in Übereinstimmung, daß man geradezu von orgonomischer Wissenschaft sprechen kann.

Frederica Perera (Columbia University, New York) et al. berichten, daß Smogschäden erblich sind, d.h. Asthma bereits in der Gebärmutter beginnen kann, wenn die Mütter einer starken Abgasbelastung ausgesetzt sind. Die Abgase verändern bei ungeborenen Kindern molekulare Markierungen auf der DNA, d.h. es kommt zwar nicht zu Mutationen, jedoch zu Änderungen der Expression des Lungen-Gens ACSL3 aufgrund der molekularen Markierung des Gens. Diese „Methylierung“ beeinflußt, wie oft das Gen zum Einsatz kommt und in ein Protein übersetzt wird. Solche Eigenschaften, die vererbbar sind, aber nicht direkt mit dem DNA-Code zusammenhängen, werden als epigenetische Informationen bezeichnet. Die Forscher stellten fest, daß die Veränderungen der Methylierung in den Zellen der Kinder mit der Höhe der Schadstoffbelastung der Mütter zusammenhingen. Diese Ergebnisse liefern einen weiteren Beleg für epigenetische Effekte, die in der Vererbungslehre eine immer größere Rolle spielen.

Biologie als Emotionelle Pest

20. August 2013

Über die Biologie als Emotionelle Pest habe ich mich hier erst vor kurzem ausgelassen. In der autoritären Gesellschaft ging es noch darum, daß sich die gebildeten und weißen Menschen als allen anderen überlegen fühlten und sich dabei durchaus wohl in ihrer eigenen Haut fühlten. In der anti-autoritären Gesellschaft trägt diese „Wissenschaft“ dazu bei, daß sich alle gleichermaßen scheiße fühlen. Etwa Schwangere:

Invasion der kindlichen Zellen: Für das Immunsystem der Mutter ist das Kind der Parasit, und die Plazenta ähnelt einem Tumor. Diese Erkenntnisse wollen Forscher im Kampf gegen Krebs und Unfruchtbarkeit nutzen.

So, im typisch schnoddrigen Spiegel-Stil, wird ein Artikel über eine der neusten Großtaten der mechanistischen Wissenschaft eingeleitet. Der Anfang des menschlichen Lebens wird mit dem Krebs gleichgesetzt.

Reich zufolge ist Krebs „verfaulen bei lebendigem Leibe“, der Krebstumor ein verzweifelter Versuch des Organismus sich auf niedrigerem energetischen Niveau neu zu organisieren (siehe Der Krebs). Dabei entstehen genauso groteske wie giftige Gebilde, die Tumoren. Mit denen setzt man nun Embryos gleich!

Das Problem ist weniger die Wissenschaft an sich, sondern wie die Ergebnisse vermittelt werden. Wie muß eine werdende Mutter empfinden, wenn sie so etwas liest, in einem zynischen Schreibstil, dem jeder Respekt für das Lebendige abgeht.

Ich habe mich schon immer schlecht gefühlt, wenn ich in dieses ekelhafte Schmierantenblatt gelesen habe, das wie kein anderes den lebensfeindlichen Geist unserer „Eliten“ verkörpert. Man betrachte etwa das Titelbild des oben verlinkten Spiegel, das das Lebensgefühl der Macher widerspiegelt. Der Autor berichtet über „Das Geheimnis der Gestalt“, beschreibt die wunderbare Einheitlichkeit der Formen des Lebendigen – und endet in einem Horrorszenario der Genmanipulation.

fetusNatürlich ist die Genforschung wichtig, sie macht aber nur Sinn, wenn sie in ein umfassendes bioenergetisches Verständnis eingepaßt ist. Das ist so, weil das Mechanische etwas Sekundäres ist, das Bioenergetische das Primäre. Und was soll das sein, „das Bioenergetische“? Genau das, was der Spiegel unterdrückt, wenn er keine authentischen Gefühle zuläßt, wenn er alles ins Lächerliche, Groteske und Abstoßende zieht. Mechanistische Wissenschaft kann nur jemand betreiben, der sein natürliches Empfinden gewaltsam unterdrückt.

Zwei gegensätzliche Betrachtungsweisen des intrauterinen Lebens

12. Oktober 2012

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über den orgonomischen Funktionalismus in der Gynäkologie:

Zwei gegensätzliche Betrachtungsweisen des intrauterinen Lebens

The Journal of Orgonomy (Vol. 21, No. 1, May 1987)

1. April 2012

Die Orgonomie beschreibt den menschlichen Energiekörper mit Hilfe von zwei Fließschemata: 1. die Pulsation zwischen Zentrum (Solar plexus) und Peripherie (Haut, insbesondere das Genital) und 2. das Orgonom, wie es auch in den indischen und chinesischen „esoterischen“ Traditionen beschrieben wird.

Die mit dem orgonotischen System verbundene Pathologie äußert sich in der chronischen Sympathikotonie (Kontraktion) bzw. der reaktiven Parasympathikotonie (Expansion).

Beim Orgonom fließt die Energie den Rücken empor und am Vorderkörper wieder hinab und wird dabei durch die sieben Panzerungssegmente gehemmt: das okulare (Augen-), das orale (Mund-), das Hals-, das Brust-, das Zwerchfell-, das Bauch- und das Beckensegment. Durch die Wechselwirkung zwischen diesem Energiefluß und den Panzerungssegmenten entstehen die diversen biopathischen Krankheitsbilder, die man sogar in der Therapie eines einzelnen Menschen in dieser Reihenfolge beobachten kann, wie sie entstehen und wieder vergehen. (Weshalb es im übrigen auch so absurd ist, wenn Nichtärzte als „Orgontherapeuten“ tätig werden!). Dazu schreibt Charles Konia aus seiner eigenen orgontherapeutischen Praxis:

Nach Beseitigung der Augenpanzerung bei einem schizophrenen Patienten (…) entwickelten sich Symptome wie Schilddrüsenunterfunktion [Hals], Bluthochdruck [Brust], Diabetes mellitus [Zwerchfell], menstruale Unregelmäßigkeiten und eine Eierstockzyste [Becken] und zwar in dieser Reihenfolge als die Hals-, Brust-, Zwerchfell- und Beckensegmente mobilisiert wurden. Bezeichnenderweise traten erst nach der Beseitigung von Panzerung in den oberen Segmenten Symptome auf, die mit den unteren Segmenten verbunden waren. (Konia: „Orgone Therapy: Part IV. The Application of Functional Thinking in Medical Practice“, S. 92-103)

Auch hier ist wieder eine Anmerkung angebracht: Konias Ausführungen zeigen, wie lebenswichtig es ist, einen wirklich qualifizierten Orgontherapeuten zu wählen, denn der Körper hat sich nicht aus „Jux und Tollerei“ abgepanzert, sondern weil die Panzerung eine jeweils lebenswichtige, lebenserhaltende Funktion hat. Ein Segment ohne Sinn und Verstand zu „entpanzern“ kann ohne Übertreibung tödlich sein! Elsworth F. Baker hat von einem Fall berichtet (der wahr ist, da er Namen nennt): Er hatte einen Patienten bis zu einem bestimmten Punkt geführt und sich dann geweigert weiterzumachen. „Sie werden sterben, wenn ich die Therapie fortführe!“ Der enttäuschte Patient ging daraufhin zu Alexander Lowen in Therapie – und starb kurze Zeit später an akutem Nierenversagen. Gut möglich, daß er heute noch lebte, wenn er nie in Therapie gegangen wäre. „Reichianische“ Therapeuten sind wirklich eine Teufelspest!

Wie die somatischen Erkrankungen sich sinnvoll nach Gebieten besonders starker Panzerung ordnen, zeigt Reich u.a. anhand des Muskelrheumatismus, den er mit jahrzehntelanger Hypertonie der Muskulatur, d.h. mit Panzerung, erklärt:

Es fällt in der Vegetotherapie [also das, was er später als „Orgontherapie“ bezeichnet hat] des Rheumatismus auf, daß er typisch diejenigen Muskelgruppen erfaßt, die die Unterdrückung der Affekte und der Organempfindungen besonders gründlich besorgen. (Die Funktion des Orgasmus, Fischer-TB, S. 273)

Insbesondere sind die „Trotzmuskeln“ im Kopf- und Halsbereich und die „Moralmuskeln“ im Becken- und Oberschenkelbereich betroffen (ebd., S. 273).

Der Orgontherapeut und Internist Robert A. Dew erläutert die neueren Erkenntnisse über den Muskelrheumatismus, bzw. die „Fibrositis“, die auch als „psychogener Rheumatismus“ bezeichnet wird, da es keine entzündliche Krankheit zu sein scheint, sondern eindeutig einen emotionalen Hintergrund hat und mit Depressionen verbunden ist. Dew spricht von Befunden

von denen wir viele routinemäßig in Verbindung mit Muskelpanzerung finden. Die Hauptschmerzpunkte, Triggerzonen und die Verbindung mit Depression und Schlafstörungen sind ärztlichen Orgontherapeuten seit mindestens 50 Jahren vertraut. (Dew: „Fibromyalgia: A ‘Newly’ Recognized Somatic Biopathy“, Annals of the Institute of Orgonomic Science, 8(1), September 1991, S. 43-46)

Auf den gleichen Mechanismus lassen sich auch Neuralgien zurückführen, z.B. Intercostalneuralgien auf die chronische Inspirationshaltung des Brustkorbes (Die Funktion des Orgasmus, S. 274).

Alkohol, Junkfood und die Emotionale Wüste

17. März 2011

Der Mystiker sieht, ähnlich einem Schizophrenen, überall Zusammenhänge, auch da, wo gar keine bestehen. „Es gibt keine Zufälle!“ Ein schönes Beispiel sind Verschwörungstheorien. Demgegenüber ist der Mechanist, ganz der neurotische Erbsenzähler und „Skeptiker“, wie blind für auch die offensichtlichsten Beziehungen. „Man darf keine voreiligen Schlüsse ziehen!“ Der Funktionalist hingegen betrachtet die Welt in erster Linie von den energetischen Prozessen her, die sich in den unterschiedlichsten Bereichen manifestieren können.

Beispielsweise zeigt sich die moderne Lebensfeindlichkeit (d.h. die Eindämmung der Lebensenergie) in der Konditionierung der Kinder auf McDonald-Fraß (Zucker und Fett) genauso wie in der „Emanzipation“ der Frau (d.h. der Zerstörung des Frauseins) und in vielen anderen Dingen, die oberflächlich betrachtet „nichts miteinander zu tun haben“.

In der Märzausgabe der Neuro-Depesche (Schnellinformationen für Neurologen und Psychiater) finden sich gleich drei Berichte über Substanzmißbrauch und Fehlernährung und deren teilweise verheerenden Auswirkungen.

Es beginnt im Bauch der Mutter. Eben wieder, als ich mir das Abendbrot gekauft habe: es ist jedesmal ein Stich ins Herz, wenn ich junge Mädchen und junge Frauen sehe, die mit einem dieser neumodischen Alkopops (oder wie auch immer das Zeugs sich nennt) in der Hand angeheitert um die Häuser ziehen. Gesellige Fröhlichkeit ist wohl nur noch unter Drogeneinfluß möglich! Ich könnte diesen dummen Gänsen, die zu allem Überfluß auch noch ständig paffen, jedesmal eine scheuern. Wissen sie nicht, daß in diesem Augenblick neues Leben in ihnen heranwachsen könnte; Leben, das sie mit Alkohol (und auch Nikotin) irreparabel schädigen?!

Die Neuro-Depesche kommentiert eine entsprechende Untersuchung einer US-amerikanischen Psychiater- und Pädiater-Gruppe (Wedekind D et al.) wie folgt:

Die toxische Wirkung einer Alkoholexposition in utero hat also auf die Struktur des sich entwickelnden Gehirns einen verheerenden Einfluß und kann sich in alltagsrelevanten kognitiven Beeinträchtigungen manifestieren. Sogar Personen, die keine groben Verhaltensauffälligkeiten zeigten, schnitten gegenüber den nicht-exponierten Teilnehmern nicht nur in den Tests schlechter ab, sie wiesen auch diverse hirnstrukturelle Veränderungen auf.

Konkret haben Menschen, die während der Schwangerschaft Alkohol ausgesetzt waren, ein signifikant geringeres Gesamthirnvolumen. Die Verringerung der Volumina betrafen insbesondere mediale Temporallappen-Strukturen und den Hippokampus.

Und die Tortur geht weiter: mit Fastfood, Fertiggerichten aus der Mikrowelle, Chips und Süßigkeiten. Northstone K et al. (University of Bristol) fanden in einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie, daß es einen kleinen aber hoch signifikanten Unterschied für die zukünftige Intelligenz ausmacht, wie Kinder ernährt werden.

Der IQ wurde im Alter von 8,5 und 14 Jahren erhoben und mit der Ernährung im Alter von 3 Jahren abgeglichen. Nahrungsmittel mit einem hohen Zucker- bzw. Fettgehalt korrelierten mit einer Verringerung des IQ um 1,67 Punkte. Eine gesundheitsbewußte Ernährung korrelierte hingegen mit einer Erhöhung des IQ um 1,20 Punkte.

Die Menschen werden nicht nur dumm, sondern auch traurig: Die israelischen Forscher German L et al. untersuchten in einer Querschnittstudie ältere Menschen im Alter von 60 bis 92 mit einem sozialökonomisch niedrigen Status dahingehend, ob sich eine Fehlernährung auf das Risiko auswirke an Depression zu erkranken.

Die Regressionsanalyse ergab, daß insbesondere jede zusätzliche Zufuhr von 1 mg Vitamin E und 1 g mehrfach ungesättigter Fettsäuren mit einem signifikant niedrigeren Depressionsrisiko einherging.

In diesem Blog habe ich wiederholt auf die Bedeutung von Omega-3 für unsere „Psyche“ (d.h. unsere Emotionen), unsere Intelligenz und nicht zuletzt für die Entwicklung im Mutterleib hingewiesen.

Aber zurück zum Alkohol – das zunehmende Komasaufen:

Wer als Jugendlicher Alkohol in großen Mengen trinkt, dem drohen einer französischen Studie zufolge dauerhafte Hirnschäden. Trinken bremst oder blockiert demnach in einigen Bereichen des Gehirns das vollständige Reifen der grauen Zellen, die üblicherweise erst zum Ende der Jugendzeit ganz ausgewachsen sind. Nahe der Stirn zeigten Kernspintomographien Betroffener teilweise bis zu 20 Prozent weniger graue Zellen. Zusätzlich vorgenommene Geschicklichkeitstests zeigten eine Schädigung bestimmter kognitiver Funktionen, etwa beim Planen von Aufgaben oder der Lösung von Problemen. Bestätigt wird das in einer Untersuchung von Chitra Mandyam (Kalifornien) an Primaten, in der vier Tiere über einen Zeitraum von elf Monaten täglich eine Stunde lang ein alkoholhaltiges Getränk mit Zitronengeschmack trinken durften, wobei Bluttests zeigten, daß die Tiere sich bis zu einem Alkoholspiegel betranken, der etwa 2,5 Promille beim Menschen entspricht. Nach einer zweimonatigen Abstinenzphase entdeckt man im Vergleich zu Tieren, die keinen Alkohol getrunken hatten, nach wie vor deutliche Veränderungen in der Struktur des Hippokampus. Man kann daher annehmen, daß regelmäßiger Alkoholkonsum auch bei Menschen langandauernde Effekte auf die Funktionen des Hippokampus zeigen.

Es ist beklemmend, wenn man miterleben muß, wie im Supermarkt Jugendliche mit Kennerblick die Spirituosenabteilung durchstöbern und sich Kinder von vielleicht 12 oder 13 in den Sommermonaten schon am Nachmittag auf öffentlichen Plätzen zusammenfinden, um sich bis in den Morgen hinein volllaufen zu lassen. Hier löst sich die Zukunft unseres Landes in Luft auf, aber niemanden scheint es zu kümmern.

Es geht nicht um zusätzliche „Jugendeinrichtungen“, Sozialarbeiter und ähnlichen Unsinn. Langeweile, innere Leere und die Unfähigkeit sich dem Gruppendruck zu widersetzen haben biophysische Ursachen, d.h. der Schaden ist schon längst angerichtet, ist Teil der biologischen Struktur geworden. Es sind Kinder, die in einer Umgebung herangewachsen sind, in der sie nur Störfaktoren für die „Selbstentfaltung“ der Eltern waren. Kinder, die emotional nicht ausreichend genährt wurden und innerlich verödeten, weil ihren Eltern die lächerliche „Karriere“ und alle möglichen Abwechslungen wichtiger waren, als ein heranreifendes Leben.

Eva Herman hatte recht wie kaum ein anderer Mensch in diesem sterbenden Land.

Was seit ungefähr 1960 vor sich geht ist die umfassende Zerstörung der biologischen Grundlagen unserer Zivilisation.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem neuen Kulturkampf: Leben gegen Tod, der Konservative gegen den pestilenten modern liberal, gegen Satan in Menschengestalt.

Aus purer Neugier habe ich mir am vergangenen Montag zu mittag einen „1955er“ von McDonalds zugeführt – und mich den Rest des Tages beschissen gefühlt. Als nähme man pures DOR zu sich! Dieses Zeugs ist genauso ungenießbar und schlichtweg ekelhaft, wie das gesamte Paket der amerikanischen Unterschichten-„Kultur“: der süßliche Dreck, der aus den Radios quillt, die hirnzerfressenden Seifenopern im Fernsehen, die „Architektur“, die blasierten, vollkommen charakterlosen, von keinen tieferen Gedanken entstellten Puppengesichter der Menschen – einfach alles.

Es hat Zeiten gegeben, da haben sich die „einfachen Menschen“ mit Volksliedern unterhalten, Hering- und sogar Lachs waren „Arme-Leute-Essen“ und die Abende verbrachte man mit Geschichtenerzählen, wenn man nicht in den Arbeiterbildungsverein ging.

Ich will nichts idealisieren, es gab auch Rachitis, Suff und Elend (etwas ganz anderes als bloße Armut), aber trotzdem – es gab auch so etwas wie Würde und Tiefe. Und genau das wird heute zerstört. Auf allen Ebenen und in jeder Hinsicht.


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 43 Followern an