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PEGIDA: Zeige Respekt für den Islam, indem Du ihn studierst

21. Dezember 2014

In den letzten Tagen haben die Berufslügner, Vertreter der sogenannten „Zivilgesellschaft“, im Klartext Räte, irgendwelche „Zentralräte“ von Religionsgemeinschaft, die niemand demokratisch gewählt hat, und schließlich unsere Volkszertreter PEGIDA davor gewarnt, „Stimmung gegen Muslime“ zu machen. Es sei ungeheuerlich eine Religionsgemeinschaft anzugreifen. Das Gutmenschentum fordert Respekt, zeigt dabei aber selbst die ultimative Respektlosigkeit: man hat sich ganz offensichtlich gar nicht mit dem Islam beschäftigt!

Reich war einer der wenigen, die Hitlers Mein Kampf wirklich gelesen und ernstgenommen haben. Den Koran auf gleiche Weise zu entschlüsseln, ist so gut wie unmöglich. Nur eine Übersetzung zu lesen, bringt so gut wie nichts. Und wer will schon all die größtenteils gar nicht in europäische Sprachen übersetzten Kommentare durchgehen, die eine sinnvolle Lektüre erst möglich machen? Robert Spencer hat uns diese Arbeit abgenommen und ermöglicht so eine Massenpsychologie des Faschismus des 21. Jahrhunderts.

Siehe seinen ins Deutsche übersetzten ausführlichen Kommentar Sure für Sure. Dabei geht es nicht darum, was dieser oder jener Imam oder Islamwissenschaftler sagt, sondern was die Tradition sagt und wie die Tradition gewichtet.

Ein unrühmliches Bespiel für eine willkürliche Exegese ist Obamas berühmte Rede in Kairo 2009, die Amerika mit der islamischen Welt versöhnen sollte. Europa war unisono begeistert! Weil er das moralisch unvergleichbare gleichgesetzt hat, etwa Sklaverei und die Apartheid mit dem Schicksal der „Palästinenser“ oder die Unterdrückung der Frauen in der islamischen Welt mit dem Kampf der Feministinnen in den USA. Der Höhepunkt der Anbiederung ist wohl folgende Stelle:

Der Heilige Koran lehrt, daß wenn jemand einen Unschuldigen tötet, es so ist, als habe er die ganze Menschheit getötet. Und der Heilige Koran sagt auch, wenn jemand einen Menschen rettet, ist es so, als habe er die ganze Menschheit gerettet. Der fortdauernde Glaube von mehr als einer Milliarde Menschen ist so viel größer als der engstirnige Haß einiger weniger.

Islamische Apologeten lieben diese Koran-Stelle. Sie ist ohnehin so gut wie die einzige, die zitierbar ist. Tatsächlich stammt dieser Satz ursprünglich aus dem jüdischen Bibelkommentar Mischna (aus dem sich wiederum der Talmud ableitet). Außerdem folgt im Koran unmittelbar das Gegenteil. Im Zusammenhang geht es in dem betreffenden Abschnitt der 5. Sure zunächst um die Geschichte von Kain und Abel – und führt nahtlos zu einem Aufruf zum Terror gegen die Juden:

30. Doch sein Sinn trieb ihn, seinen Bruder zu töten; also erschlug er ihn und ward der Verlorenen einer.
31. Da sandte Allah einen Raben, der auf dem Boden scharrte, daß Er ihm zeige, wie er den Leichnam seines Bruders verbergen könne. Er sprach: «Weh mir! Bin ich nicht einmal imstande, wie dieser Rabe zu sein und den Leichnam meines Bruders zu verbergen?» Und da wurde er reuig.
32. Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Israels verordnet, daß wenn jemand einen Menschen tötet – es sei denn für (Mord) an einem andern oder für Gewalttat im Land -, so soll es sein, als hatte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und Unsere Gesandten kamen zu ihnen [den Juden] mit deutlichen Zeichen; dennoch, selbst nach diesem, begehen viele von ihnen Ausschreitungen im Land.
33. Der Lohn derer, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten und Unordnung im Lande zu erregen trachten, wäre der, daß sie getötet oder gekreuzigt werden sollten oder daß ihnen Hände und Füße abgeschlagen werden sollten für den Ungehorsam oder daß sie aus dem Lande vertrieben würden. Das würde eine Schmach für sie sein in dieser Welt; und im Jenseits wird ihnen schwere Strafe;
34. Außer Jenen, die bereuen, noch ehe ihr sie in eurer Gewalt habt. So wisset, daß Allah allvergebend, barmherzig ist.

Aber unsere ungebildeten Pseudointellektuellen, unsere „Kulturelite“, ist entsetzt, wenn der „tumbe Populist“ Geert Wilders Mohammeds Koran mit Hitlers Mein Kampf gleichsetzt!

Wie in Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie dargestellt, haben deutsche Sozialdemokraten und Linksintelligenzler sich ganz besonders dabei hervorgetan, das Ende des rotfaschistischen Imperiums zu hintertreiben. (Man denke nur an das skandalöse Verhalten der SPD, insbesondere von Willy Brandt, gegenüber Solidarność!) Heute richten die gleichen Leute alle ihre Anstrengungen auf eine Verhinderung einer entsprechenden grundlegenden Umgestaltung des Mittleren Ostens, dem Zentrum Saharasias. Sei es durch die Politik von George W. Bush oder sei es durch christliche Missionare, die diese „Aufgeklärten“ abgrundtief hassen und verachten, während sie für die islamischen Gotteskrieger nur Verständnis aufbringen, insbesondere wenn sie die christlichen Missionare töten. (Man lese in diesem Link insbesondere die Leserbriefe!)

Sie, die „Aufgeklärten“, „liberal Gesinnten“ und „Progressiven“, solidarisieren sich wieder mit den reaktionärsten, menschenverachtendsten, lebensfeindlichsten Regimen, die man sich überhaupt denken kann. Die panische Angst der Linken vor Bewegung, ihr abgrundtiefer Haß auf das Lebendige ist greifbar: „Frieden“.

Die Reaktion dieser Leute, dieser Gruppierungen, auf die Demokratie-Bewegung im Iran ist bezeichnend und rundet das Bild ab. Sie stellen sich nicht nur durch ihr auffallend unsolidarisches, passives Verhalten, sondern teilweise ganz offen auf die Seite der Mullahs! Man erinnere sich nur an Jürgen Trettin:

Er war Minister unter Schröder, der nun als dickster Kumpel der iranischen Machthaber auftritt. Unter acht Jahren rot-grün ist NICHTS, aber auch nichts geschehen, um von offizieller Seite iranische Oppositionelle zu unterstützen.

Die Linken sind sowas von moralisch bankrott! Verfault bis ins Mark. Stinkende Zombies:

Zu sagen, das ganze linksreaktionäre Gutmenschenpack bestehe zum großen Teil aus abgewrackten Antisemiten, wäre so neu wie die Behauptung, daß tote Fische stinken. Sie haben es zahllose Male bewiesen und sie beweisen es jedes Mal aufs Neue: Die Palästinenser gehen ihnen am Arsch vorbei, ebenso wie die Armenier in der Türkei, die Baha’i im Iran, die Kurden im Irak. Es sei denn, für die Not der Palästinenser sind die Juden mitverantwortlich. Dann geraten sie außer sich, demonstrieren, hyperventilieren und lassen den antisemitischen Schweinehund von der kurzen Leine. Tote Seelen, die für einen Moment zum Leben erwachen, um gleich danach wieder in den Schlaf der Selbstgerechten zu fallen.

Aber bei der nächsten Intifada werden sie wieder mit von der Partie sein. Solidarisch auf der Seite der unterdrückten Palästinenser. Von Berlin, Freiburg, Köln, Dortmund und Kassel aus.

Was für ein Gesindel.

Bei den Wahlen in den Niederlanden kann Geert Wilders’ Partei PVV immer wieder große Erfolge einheimsen. Das niederländische Volk wehrt sich gegen die erneute Okkupation des Landes. Dieser Befreiungskampf begann 2003 als die 10 Jahren zuvor aus Somalia eingewanderte Ayaan Hirsi Ali ins Parlament der Niederlande gewählt wurde. Sie hatte sich von der sozialdemokratischen Partei getrennt und wurde Mitglied der liberalkonservativen VVD, da sie bei den Sozialdemokraten nicht mit ihrer Botschaft durchkam, daß Ausländer (insbesondere Moslems) sich gefälligst an unsere Leitkultur anzupassen haben, was die Rechte von Frauen und Kindern betrifft. Endgültig Schluß mit der falschen, multikulturellen „Toleranz“: keine Beschneidung, keine „gottgewollten“ Züchtigungen, keine Zwangsheiraten, keine Kopftücher, keine Morde wegen der „Ehre“, keine straflosen Vergewaltigungen durch männliche Verwandte. Für Sozialdemokraten sind diese Themen tabu. 2006 wurde sie im Anschluß an eine vom „sozialdemokratischen“ (kommunistischen) Gesindel inszenierten Intrige aus der EUdSSR bzw. Eurabia nach Amerika vertrieben, dem letzten Hort der Vernunft und des Widerstandes gegen den Faschismus auf diesem Planeten…

Ja, der religiöse Fundamentalismus und insbesondere die Apokalyptik sind grundsätzlich verdammenswert. Und das nicht nur bei durchgeknallten Christen in Amerika, sondern auch bei Hindus, Lamaisten, Juden, etc. Aber nehmen wir mal den Buddhismus:

Wie ich schon im Vorwort zu meiner vernichtenden Kritik am Buddhismus (ja, ich nehme mir heraus eine Religion zu kritisieren!) sagte, ist dieser aus gesellschaftspolitischer Sicht harmlos. Europa steht vor der realen Gefahr einer Islamisierung, warum soll ich mich da groß um den Dalai Lama kümmern? Er ist eine Bastion gegen Islam und Kommunismus in Innerasien.

Ich habe nichts dagegen, daß der Westen einst mit dem Kommunismus paktierte, um den Nationalsozialismus in die Jauchegrube zurückzudrängen, aus der er gestiegen war. Ich finde es richtig, daß die Amerikaner sich des Islam bedienten, um den Kalten Krieg zu gewinnen. Und heute habe ich nichts dagegen, wenn man den religiös-faschistischen Nationalismus etwa in Israel und in Indien mobilisiert, um den Islam in seine Schranken zu weisen.

Auch sehe ich nicht (trotz apokalyptischen Atombomben in den Händen dieser Leute), daß fundamentalistische Christen, Juden, Hindus und Lamaisten auf die gleiche Ebene gestellt werden können wie die Islamisten. Auch wenn das weltverbesserische Atheisten a la John Lennon (die eben doch einer Religion anhängen, dem „Humanismus“) das anders sehen: Religionen sind ziemlich harmlose Neurosen (bzw. Psychosen) mit vereinzelten Ausbrüchen an Emotioneller Pest. Der Islam hingegen ist die Emotionelle Pest!

Das können einige aus eigener Anschauung bestätigen. Eine Familie türkischer Islamisten im Mehrfamilienhaus ist wirklich ein Traum: absolut angenehme, ruhige, zuvorkommende, freundliche Menschen. Bilden die türkischen Familien aber erst einmal die Mehrheit im Haus, wird es für die christliche Minderheit zu einem unerträglichen Alptraum. Und so überall und auf jeder Ebene. Die einzelnen Muslime sind wunderbare Menschen, aber der Islam ist wirklich eine Pest, die es auszurotten gilt.

Wie macht man das? Indem man Allah erniedrigt und als impotenten Götzen entlarvt etwa durch Rückeroberung einst freier Gebiete, die Errichtung des dritten Tempels in Jerusalem, die massenhafte Ausweisung gläubiger Moslems aus Europa oder indem man die stolzen Iraner daran erinnert, daß sie nichts mit diesem ekelhaften „Glauben“ der Araber gemein haben. Das hat alles etwas mit Nationalismus, wenn nicht sogar Rassismus, zu tun, den ich aus tiefsten Herzen hasse – aber es ist Krieg. Eins kommt nach dem anderen – und man muß vielleicht auch mit seinen Todfeinden paktieren. Es ist eine Frage des Überlebens des freien Westens. (Aber auch der ist letztlich unser Todfeind! Es geht um die Kinder der Zukunft, d.h.: ungepanzertes Leben muß möglich werden.)

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Christentum → Orgonomie

3. Januar 2012

Wie sich das „mystische“ Judentum aus dem „funktionalistischen“ Matriarchat entwickelt hat, habe ich an anderer Stelle dargestellt.

Nachdem die Römer den „Unruheherd im Nahen Osten“ grausamst befriedet und den Tempel in Jerusalem im Jahre 70 zerstört hatten, stand das Judentum vor dem Aus. Es überlebten nur zwei kleine Sekten, zwei Abspaltungen vom Pharisäertum: die Christen, die eine neue hebräische Nation aufbauten, nämlich die Kirche; und die Gruppe, aus der sich im Laufe der Zeit das talmudische Judentum entwickeln sollte. Die Christen befreiten sich vom alttestamentarischen Gesetz, während sich die Juden immer mehr in das Gespinst „des Gesetzes“ einsponnen. Die beiden Gruppen haßten sich fürderhin, wie sich nur praktisch identische Gruppen hassen können. Man denke an Trotzkisten und Stalinisten oder Schiiten und Sunniten.

Es ist eine der größten Ironien der Geschichte, daß das Römische Weltreich schnell christianisiert (quasi „judaisiert“) war. Das sollte das zersplitternde Imperium ideologisch zusammenhalten, jedoch eignet sich kaum eine Lehre bzw. Religion weniger dazu als das „gesetzlose“ Christentum, das von Anbeginn in zahllose Sekten zerfiel und nur mit Hilfe von Konzilen mühsam zusammengehalten werden konnte. Der Islam war anfangs auch kaum mehr als eine (wenn auch etwas sehr absonderliche) christliche Sekte. Er konnte sich u.a. deshalb so schnell bis zum Atlantik hin ausbreiten, weil er mit seiner simplen Theologie eine willkommene Alternative zur verwirrenden christlichen Sektenwirtschaft war. Die mörderische Ideologie des Islam haben wir in jeder Hinsicht nur dem Christentum zu verdanken, das von ihm seit 1400 wie ein dunkler, bedrohlicher Schatten verfolgt wird.

Im Osten erstarrte das Christentum nicht zuletzt durch den Druck, den der Islam unaufhörlich auf es ausübte, zur Orthodoxie. Mag sein, daß die Orthodoxie die einzige in sich konsistente Theologie besitzt, die das Christentum zustande gebracht hat, jedoch wurde das mit einer geradezu „chinesischen“ Erstarrung erkauft: eine unwandelbare Welt, die keinerlei Impulse zur zivilisatorischen Weiterentwicklung geliefert hat.

Ganz anders sah es westlich Ostroms in der Welt der Barbaren aus: die Westkirche war, angefangen bei der durch und durch gnostischen (manichäischen) Theologie von Augustinus, ein Refugium für Wirrköpfe. Augustin war der erste westliche Mensch, der erste „Individualist“, der erste, der eine „Autobiographie“ schrieb. Die Reihe der Ketzer nach ihm ist lang und auch die Dogmen der Katholischen Kirche rufen bei einem Orthodoxen nur Kopfschütteln hervor.

Allen Westkirchen gemeinsam ist das häretische Dogma vom „Sühneopfer“ Christi, der am Kreuz sterben mußte, um einen rachsüchtigen Gott, einen himmlischen Hitler, Stalin oder Pol Pot, zu „versöhnen“. Die Lehre der Westkirche ist dermaßen widerwärtig, daß jeder anständige Mensch über kurz oder lang zum Atheisten werden muß. Oder, um mit Nietzsche zu sprechen: sie werden aus christlicher Moral heraus zu Atheisten.

Diese Selbstzersetzung des Christentums wurde durch die Reformation beschleunigt, denn die entkleidete die grausamen Dogmen alles religiösen Brimboriums und stellten sie, frei von benebelnden Myrrhe-Schwaden, ungewollt bloß. Sei es in der „Kreuzes-Theologie“ Luthers oder in der „Prädestinationslehre“ Calvins. Aus der Distanz betrachtet ist deren Gott ein wahrhaftiger Teufel!

Hinzu kam, daß mit der Reformation die Kirche wieder zu zersplittern begann. Heute gibt es 25 000 (sic!) protestantische Kirchen mit jeweils einer eigenständigen Theologie. Jährlich kommen Hunderte neue hinzu! Wenn heute christliche Fundamentalisten die „Atomisierung“ und den Wertezerfall der westlichen Welt beklagen, – sollten sie zuerst einmal in den Spiegel schauen!

Besonders kraß ist die Atomisierung in Amerika, wo gegen allen äußeren Anschein das Christentum in seinen letzten Zügen liegt. Selbst der eifrigste Christ kann dieses Chaos nicht mehr ernst nehmen. Das ganze wird nur noch durch Show und die Erzeugung pseudoreligiöser Emotionen zusammengehalten. Und worum geht es dabei immer und ausschließlich? Um „Ich, ich, ich, ich, ich!!!“ – um die „Erlösung“ des Einzelnen. Man kann sich gar nicht weiter vom Evangelium entfernen!

Ein besonders krasses Beispiel für die geistige Verwirrung, die das Christentum im Kern zerfrißt, ist das Überhandnehmen von Endzeitspekulationen. Für einen orthodoxen Christen erfüllten sich die Prophezeiungen des Alten Testaments zu einem Gutteil mit Geburt, Wirken, Kreuzestod und Wiederauferstehung Christi sowie der Kirchengeschichte. Die Prophezeiungen des Neuen Testaments beziehen sich auf das zweite Kommen Christi und erfüllen sich teilweise bereits in der Liturgie, in der Christus Fleisch und Blut wird. Im modernen Protestantismus hingegen löst sich das Christentum in einem psychotischen Gebrabbel über die unmittelbar bevorstehende Endzeit auf. Bibelstellen werden willkürlich durcheinander gemischt und jeder wird zum eigenen Propheten. Christen sind in Amerika die Dorfdeppen der Nation geworden. Die Fernsehprediger tragen das Christentum zu Grabe.

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Was löst das Christentum ab? Um diese Frage sinnvoll beantworten zu können, muß man sich vergegenwärtigen, daß die Westkirche etwas zuwege gebracht hat, was in der Menschheitsgeschichte ohne jedes Beispiel ist. Weder das oströmische Reich und danach die Moskowiter, weder China, Indien oder die muslimische Welt, geschweige denn die restlichen Kulturen, hätten das in Äonen jemals hervorbringen können: die Wissenschaft. Nur im Westen gab es ausreichend „freie Geister“ und nur das Christentum brachte die zwei Ingredienzien der Wissenschaft mit: einen „dynamischen Monotheismus“ und das Ernstnehmen der Materie.

Das Altertum hätte niemals aus sich die Naturwissenschaft hervorbringen können, da ihm die Vorstellung eines abstrakten, alles umfassenden einheitlichen „Naturgesetzes“ fremd war. Dieses konnte sich nur aus der Vorstellung eines monotheistischen Gottes entwickeln. Außerdem gab es im Christentum etwas, was allen anderen Kulturen fremd ist: die Heiligung der Materie. Entweder zählt nur der „Geist“, wie in Indien, oder die Materie wird einzig und allein als Bühne für ethische Probleme betrachtet, wie in China. Aus dem letzteren hat sich beispielsweise die Alchimie entwickelt.

Die Heiligung der Materie kommt besonders im christlichen Reliquienkult zum Ausdruck. Materie ist mehr als ein bloßer platonistischer Schatten oder „das Werk Gottes“, denn Gott selbst ist Mensch, ganz und gar 100prozentig Mensch, geworden, womit Materie an sich etwas Heiliges ist. Hinzu kommt, daß das Denken des westlichen Menschen durch die Beschäftigung mit der Natur Christi (ganz Mensch und gleichzeitig ganz Gott, sowie den Zumutungen der Dreieinigkeit) nicht nur „dialektisch“ geschult wurde, sondern er lernte auch sozusagen „Gott zu denken“, d.h. sich mit „dem Absoluten“ gedanklich auseinanderzusetzen. Zusammen mit der beschriebenen, „atheistischen Selbstauflösung“ des Christentums („kritisches, selbständiges Denken“) entwickelte sich geradezu zwangsläufig die Naturwissenschaft. Sie, und sie allein, ist legitimer Erbe des Christentums.

Bleiben zwei letzte Elemente: Bisher haben wir das Christentum als sozusagen „Abenteuer des Intellekts“ behandelt. Natürlich ist es weit mehr: es ist eine Sache des Herzens. Außerdem ist das Christentum ohne die Person Jesus undenkbar.

Die mechanistische Naturwissenschaft, die aus dem Christentum hervorgegangen ist, hat keinen Platz für das, was die Menschen auf verzerrte Weise „in ihren Herzen“ (im Solar plexus) erfahren, als ungreifbaren „Gott“ mißdeuten und ödipal besetzen: die kosmische Orgonenergie. Die Christen haben entsprechend auch die Person Jesus mystifiziert. In Christusmord hat ihn Reich von diesen Mißdeutungen wieder befreit.

Daß die Orgonomie an die Stelle des Christentums tritt und dieses ersetzt, bedeutet nicht, daß „orgonomische Kirchen“ errichtet werden oder daß Wilhelm Reich zum Propheten ernannt, gar zu einem neuen „Heiland“ gemacht wird. Die Orgonomie ist keine Religion und wird nie eine werden. Es ist eine Naturwissenschaft – und, wie gesagt, die Naturwissenschaft ist die einzige legitime Erbin des Christentums. Der verzerrte Kernkontakt der Religion wird durch wirklichen Kernkontakt ersetzt, die Perversion „Mystizismus“ wird verschwinden und durch Lebensglück ersetzt werden. Siehe dazu Die Massenpsychologie des Faschismus: Die Sexualökonomie im Kampf gegen die Mystik.