Posts Tagged ‘Emotionen’

Diedrich: Naturnah Forschen (2000)

13. März 2017

Bücherlogo

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

Diedrich: Naturnah Forschen (2000)

Emotionen sind für den Therapieerfolg wichtiger als Einsicht und Deutung

22. Februar 2017

So der Titel eines Tagungsberichts von dem Psychiater und Psychotherapeuten Andreas Meißner im NeuroTransmitter (Feb. 2017), dem offizielles Organ der Nervenärzte, Neurologen und Psychiater. Im Gegensatz zur ursprünglichen Psychoanalyse sei heute die Therapie dieses Traditionsstranges intersubjektiv statt hierarchisch, partnerschaftlich statt autoritär. Die therapeutische Beziehung ist der entscheidende Wirkfaktor, nicht mehr Deutung und Einsicht. Früheste nonverbale Beziehungserfahrungen werden jenseits der Sprache im prozeduralen Gedächtnis („Beziehungsgedächtnis“) abgelegt und können deshalb nicht „gedeutet“ werden, sondern es kann in der therapeutischen Beziehung allenfalls zur Nachreifung kommen. Die Gesprächsatmosphäre wird wichtiger als die kognitive Verarbeitung, denn sie schafft einen „Entwicklungsraum“. Entsprechend kommt es ganz entscheidend auf die Wahrnehmungsfähigkeit, die Lebendigkeit und das Verständnis des Therapeuten an.

Liest man die entsprechenden Ausführungen, muß man spontan an Reichs Konzept von gegenseitiger orgonotischer Erstrahlung und Anziehung denken. Etwa wenn es bei Meißner heißt:

Es handelt sich [bei Therapeut und Patient] um ein analytisches Paar, das etwas neues Drittes erschafft, eine neue Wirklichkeit, eine neue gemeinsame Erfahrung, aus der nun beide Beteiligten verändert hervorgehen, verändert in verschiedener Weise und in unterschiedlichem Ausmaß.

In dieser Art von Therapie hört der Patient auf, sich als bloßes Opfer längst vergangener Interaktionen zu betrachten, sondern (ganz wie in Reichs Charakteranalyse) tritt das Hier und Jetzt in den Vordergrund.

Soweit referiert Meißner Ausführungen des emeritierten Professors für Psychosomatik und Psychotherapie, Michael Erdmann. Im Anschluß daran beschreibt Meißner ergänzende Ausführungen des Professors für Verhaltensphysiologie und Neurobiologie, Gerhard Roth:

Pränataler und früh postnataler milderer Streß der Mutter führt beim Kind zu einem erhöhten Kortisolspiegel, der einhergeht mit Überängstlichkeit, Melancholie oder Angststörungen. Bei stärkerem, chronischem und nicht bewältigbarem Streß führt der entsprechende Hyperkortisolismus zu atypischer Depression, Empfänglichkeit für posttraumatische Belastungsstörungen und zu emotionaler Unempfindlichkeit bis hin zur Psychopathie (wie man sie etwa beim „gefühllosen Berufskiller“ findet). Der Hyperkortisolismus geht fast immer mit einer verminderten Serotoninproduktion einher, was zu Störungen der Regulation von Nahrungsaufnahme, Schlaf, Temperaturregulation, der Fähigkeit der Verhaltensregulation, Beruhigung und Wohlbefinden, etc. führt. Reich sprach hier von „Sympathikotonie“, der chronischen energetischen Kontraktion des Organismus, die bereits im Uterus anfange, spätestens aber während und unmittelbar nach der Geburt.

Dem könne, so Roth, ein Oxytocinanstieg im Rahmen einer liebevollen Interaktion entgegenwirken. Die Kortisolproduktion werde verhindert, der Serotoninspiegel steige. Damit sei die Möglichkeit einer Kompensation früher psychischer (gemeint ist wohl eher emotionaler) Defizite gegeben.

Aus diesem Grund seien auch rein kognitive Therapiestrategien kaum erfolgreich. Die neurobiologische Forschung zeige, daß die Wirkung etwa der kognitiven Verhaltenstherapie auf emotional wirkenden Faktoren beruhen müsse, wie die Bindung zum Therapeuten und das konkrete verhaltenstherapeutische Training und Einüben im Hier und Jetzt. Ähnliches ließe sich über die „einsichtsvermittelnde und bewußtmachende“ Psychoanalyse sagen. „Eine rein sprachlich aufklärende Mitteilung wirke nicht auf die subkortikalen limbischen Zentren, erläuterte Roth. Wirksam wird die Behandlung, wenn emotionale Dinge eine Rolle spielen.“ Ähnliches sagte Reich in der damaligen Begrifflichkeit seit Anfang der 1930er Jahre. Die psychoanalytischen Sektierer haben ihn dafür mit einem gnadenlosen Haß und abgrundtiefer Verachtung gestraft.

Auf die Orgontherapie verweist folgende Stelle in Meißners Aufsatz: Durch die therapeutische Allianz komme es zu den erläuterten neurobiologischen Veränderungen hinsichtlich Kortisol, Serotonin, Oxytocin, etc. Doch „Roth wies darauf hin, daß die eigentlichen strukturellfunktionellen Defizite dabei aber offenbar nicht behoben werden, was die hohe Rückfallquote von 80% erklären könnte“. Deshalb spiele „das Aufspüren von Ressourcen und das Einüben alternativer Schemata im Fühlen, Denken und Handeln“ in einer zweiten Therapiephase eine große Rolle. Die neurobiologische Umstrukturierung brauche halt Zeit. Schön und gut, aber tatsächlich scheitern diese Therapien letztendlich, weil die PANZERUNG nicht angegangen wird!

Sage dich vom Bösen los!

10. Januar 2017

Neil Garrett (University College London) et al. haben an Versuchspersonen die sprichwörtlich „schiefe Bahn“ verifiziert, auf die man gerät, wenn man einmal mit dem Lügen angefangen hat.

Bei wiederholtem eigennützigen Lügen verringert sich im Laufe der Zeit die Reaktion unseres Gefühlszentrums. Das instinktive Unwohlsein beim Lügen schwindet immer mehr. Das wiederum senkt allmählich die Hemmschwelle auch gegenüber größerer Unehrlichkeit – wir stumpfen ab.

Das Fehlverhalten, etwa Plagiate, führt zu einem Unwohlsein, das aber bei weiteren Verfehlungen immer schwächer wird. Was sich dabei im „Emotionszentrum des Gehirns“, der Amygdala, abspielt, wurde mit Hilfe der funktionalen Magnetresonanztomografie (fMRT) untersucht. Mit jedem weiteren kleinen Betrug wurde die anfangs heftige Reaktion der Amygdala schwächer. „Die Ergebnisse dieses Experiments bestätigen damit den Eindruck, daß ständiges Lügen zu einer Art moralischen Abstumpfung führt – und sie erklären, warum dies so ist.“

Der ungepanzerte Organismus ist wahrhaftig, d.h. der bioenergetische Kern und die soziale Fassade sind unmittelbar miteinander verbunden. Es besteht ein unmittelbarer Kontakt. Entsprechend führen Lügen zu einem Kontaktverlust. Bei gepanzerten Menschen konsolidiert das Lügen die Panzerung und die damit einhergehende Kontaktlosigkeit weiter. Deshalb sind hohe moralische Standards aus bioenergetischer Sicht so wichtig: sie erhalten die emotionale Lebendigkeit.

Die Atemsperre aus Sicht der Neurowissenschaft

14. Dezember 2016

Für die Orgonomie ist Einatmen funktionell identisch mit einer Kontraktion des Organismus, die wiederum funktionell identisch ist mit Furcht und „ängstlicher Aufmerksamkeit“. Das sympathische Nervensystem wird aktiviert. Deshalb wird in der Orgontherapie so viel Wert auf ein intensives Ausatmen durch den Mund gelegt. Wird das Kind auf eine lust- und lebensfeindliche Weise von den Eltern behandelt, entwickelt es eine chronische Einatmungshaltung und wird zeitlebens von dem heimgesucht, was ihm vor langer Zeit widerfahren ist.

Christina Zelano (Northwestern University) et al. haben entdeckt, daß der Atemrhythmus, ob wir ein- oder ausatmen, die elektrische Aktivität im menschlichen Gehirn beeinflußt und damit das emotionale Urteilen und das Erinnerungsvermögen. Damit wurde erstmals das zentrale Element der Orgontherapie, die Rolle der Atemsperre (chronische Einatmungshaltung, Sympathikotonie) mit dem Zentralen Nervensystem in Zusammenhang gebracht. Die Hirnaktivität schwankt mit der Atmung.

Die Forscher entdeckten einen dramatischen Unterschied in der Hirnaktivität in der Amygdala und im Hippocampus beim Einatmen im Vergleich zum Ausatmen. Wenn man einatmet, stimuliert man das limbische System, insbesondere Neuronen im olfaktorischen Cortex, in der Amygdala und im Hippocampus, d.h. in Hirnbereichen, in denen Emotionen, insbesondere Angst, Gedächtnis und Gerüche verarbeitet werden.

Ausgehend von dieser Entdeckung forderten die Wissenschaftler Versuchspersonen auf, sich möglichst schnell zu entscheiden, ob Gesichter, die man ihnen vorlegte, entweder Angst oder Überraschung zeigten. Während des Einatmens erkannten sie ängstliche Gesichter schneller als während des Ausatmens. Bei Gesichtern, die Überraschung ausdrücken, gab es diesen Unterschied nicht. Außerdem wurde der Effekt geringer, wenn die Probanden durch ihren Mund atmeten.

In einem zweiten Experiment, das darauf abzielte, die an den Hippocampus gebundene Gedächtnisfunktion zu untersuchen, wurden denselben Versuchspersonen Objekte auf einem Computerbildschirm gezeigt, die sie sich einprägen sollten. Die Erinnerung war später besser, wenn die Bilder während des Einatmens gesehen wurden. Auch hier verminderte die Mundatmung den Effekt.

Die beiden Experimente werden evolutionär erklärt: wenn man in Gefahrensituationen schneller atmet, gewinnt das Einatmen im Vergleich zum Ausatmen an Gewicht, d.h. man atmet insgesamt länger ein. Das Hirn wird entsprechend beim Einatmen besser aktiviert, weil man schnell auf Gefahrensituationen reagieren muß. Es wird auch auf das „aufmerksame Atmen“ bei der Mediation verwiesen: durch das verstärkte Einatmen „synchronisiert man die Hirnschwingungen über das ganze limbische Netzwerk hinweg“.

emotion (Teil 3: Spiritualität)

3. Dezember 2016

Bücherlogo

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

emotion (Teil 3: Spiritualität)

Peters Hähjt Spietsch

2. Dezember 2016

In der Merkelschen Postdemokratie ist regierungsamtlich viel von „Haß“ die Rede. Etwas ganz Schreckliches, was ausgemerzt werden müsse. Dabei gehört Haß, neben Liebe und Angst, zu den drei Grundemotionen. Phylogenetisch steht sie mit dem Mesoderm und damit der Muskulatur im Zusammenhang: Hindernisse werden beseitigt. Die dazugehörige Emotion ist der Haß. Er ist sowohl eine Antwort auf die Angst (Kontraktion), die das Hindernis hervorruft, hat aber gleichzeitig auch eine expansive, in die Umwelt ausgreifende Komponente. Haß ist dementsprechend etwas Lebensförderndes, Positives.

Der Haß hat einen so schlechten Leumund, weil es ein sozusagen „inneres Hindernis“ gibt: die Panzerung. Alle expansiven, liebevollen Impulse, die vom bioenergetischen Kern aus nach außen streben, müssen dieses Hindernis überwinden und verwandeln sich dabei in Haß. Dementsprechend gibt es einen „rationalen Haß“, der sich gegen reale äußere Hindernisse richtet, und einen „irrationalen Haß“, der eine Funktion unserer gepanzerten Charakterstruktur ist und nicht der Wirklichkeit. Wenn ich mich etwa gegen die Vernichtung des deutschen Volkes durch Umvolkung, die sich ganz konkret in der Vergiftung meines Alltags zeigt, der immer anstrengender und gefährlicher wird, wende, dann ist das rational. Die blinde Niedertracht gegen Ausländer und Fremdrassige („Rassismus“) ist stets irrational (Emotionelle Pest). Das Gesindel, das uns regiert, vermischt das heillos, um darauf sein politisches Süppchen zu kochen. Widerliches Pack!

Was ist Kontakt?

10. August 2016

Es regnet in Kyoto. Der junge Mönch spannt seinen Regenschirm auf und geht von der Meditationshalle über den Klosterhof zum Abt. Auf der Veranda streift er seine Sandalen ab und legt den zusammengefalteten Regenschirm neben sie, betritt die Klosterzelle und kniet vor seinem Meister nieder. Die alles entscheidende Frage steht im Raum, ob er nach Jahren der Zen-Meditation die Erleuchtung erlangt habe. Entsprechend erwartet er eine traditionelle Rätselfrage. Ein „Koan“, etwa ob ein fallender Baum im Wald ein Geräusch macht, wenn niemand da ist, der es hören könnte. Die Beantwortung zeigt dem Meister, ob das große Ereignis bereits eingetreten ist. Stattdessen frägt ihn sein Abt nüchtern, ob er den Regenschirm links oder rechts neben die Sandalen gelegt hat. Der vollkommen aus dem Konzept gebrachte Mönch kann die Frage nicht beantworten. Er war nicht achtsam gewesen, sondern in seinen Gedanken verloren, hat also nicht einmal die primitivste Grundlage buddhistischer Praxis verinnerlicht, die Achtsamkeit, geschweige denn, daß er die Erleuchtung erlangt hätte.

Ein Orgontherapeut würde eine ganz andere Frage stellen. Ihm geht es zwar auch zentral um die Frage, ob der Patient „wirklich da ist“, doch dreht sich diese Frage vor allem um ein Problem: Ist er mit seinen Emotionen in Kontakt? Also genau mit jenen Gefühlen, die man beim Zen ignorieren bzw. als neutraler Beobachter an sich vorbeiziehen lassen soll!

Orgonometrisch stellt sich das ganze wie folgt dar:

Koniasauge3

Der Mönch war auf seinem Weg zum Abt ganz „Erregung“, ohne darauf zu achten, was er tat, entsprechend war er nicht wirklich da. Er hatte keinen Kontakt.

Der Abt weist ihm den Weg zur „Erleuchtung“: er soll die Erregung ignorieren und ganz in der Wahrnehmung aufgehen („Achtsamkeit“). Doch das schneidet ihn letztendlich von seinen Gefühlen ab, d.h. er hat keinen Kontakt.

Der Orgonom frägt, nach den Kontakt mit den Emotionen, weil es letztendlich darum geht, d.h. um die Bewegung von Energie durch den Körper. Diese orgonotische Strömung ist das Gemeinsame Funktionsprinzip (CFP) von Wahrnehmung und Erregung:

Koniasauge4

Entsprechend ist die Grundlage wahrhaftigen Kontaktes das ungehinderte, d.h. ungepanzerte Strömen der Orgonenergie durch den Körper. Kontakt ergibt sich dann von selbst, entspricht den funktionellen Notwendigkeiten und braucht nicht durch Übungen erzwungen werden. Es ist nicht wichtig, wo genau man seinen Regenschirm hingelegt hat, solange man ihn wiederfinden kann.

Was ist emotionale Gesundheit?

30. Juni 2016

Der Psychiater Dr. Charles Konia über den Kern der Orgonomie:

Was ist emotionale Gesundheit?

Die Pharmaindustrie und die Emotionelle Pest

15. Mai 2016

Auf der deutschen Heimatseite der Orgonomie ist ein Aufsatz von Charles Konia erschienen: „Mechanistisches Denken in der Medizin und die Emotionelle Pest“.

Alle Präventionsbemühungen und der ganze Gesundheitswahn hat nichts gebracht. Profitiert an der „Vorbeugung“ hat nur die Pharmaindustrie, die nebenwirkungsreiche Medikamente gegen Schlaganfall, Herzinfarkt, Knochenschwund, Cholesterin, etc. an kerngesunde Menschen verkauft – die dadurch krank werden.

Mit exakt dem gleichen Problem war Amerika und Reich schon vor 70 Jahren konfrontiert. Siehe dazu „Mechanistic Medicine and National Health“ im International Journal of Sex-Economy and Orgone-Research, Vol. 1, No. 2, July 1942, S. 176.

Anläßlich eines Artikels in der New York Times demzufolge, trotz besserer Lebensbedingungen und aller Vorsorgebemühungen, keine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung zu verzeichnen sei, zeigten die medizinischen Erfahrungen der Orgonomen:

    1. Die Medizin findet keinen Zugang zum lebendigen Funktionieren, weil sie mechanistisch und an der Chemie orientiert ist.
    2. Folglich versteht sie die Erkrankungen des vegetativen Systems, welche Störungen der biologischen Pulsation sind, nicht.
    3. Störungen des sexuellen Funktionierens sind dem durchschnittlichen Arzt unbekannt. Sie gehören nicht zum Kurrikulum der medizinischen Fakultäten, trotz der Tatsache, daß 60 bis 80 Prozent der Gesamtbevölkerung unter ihnen leiden.

Der gegenwärtige (1942!) Zustand könne sich erst ändern, wenn ein biologisch-funktionalistisches Denken in der Medizin um sich greife. Krankheiten, die auf Sexualstauung zurückgehen, d.h. die Biopathien, müßten grundlegend verstanden werden. (Siehe auch Konias Ausführungen über „Die mechanistische und die mystische Betrachtungsweise der menschlichen Sexualität” auf seinem Blog.)

Entsprechend führt Reich das, was an Fortschritt zu konstatieren ist, auf die Befreiung der Sexualfunktion zurück. Beispielsweise meint Reich im Zusammenhang mit dem verfrühten Tod, wie er vor allem durch die Krebsschrumpfungs-Biopathie repräsentiert ist, daß

die Pflege der positiven Lebensfunktion wie Lust, Entwicklung, Tätigkeit etc. entscheidend in der Verhütung verfrühter Sterbensvorgänge (ist). Die Verlängerung des durchschnittlichen Lebensalters der Menschen mancher Kulturkreise in den letzten Jahrzehnten ist dem Durchbruch natürlicher Sexualfunktionen zuzuschreiben. (Der Krebs, Fischer TB, S. 259f)

Was mich in diesem Zusammenhang seit Jahren wirklich zutiefst schockiert, ist die Werbung für Psychopharmaka und – Lebensmittel! Man schaue sich einmal das Werbefernsehen an: da wird Werbung für alkoholfreie Erfrischungsgetränke und Süßigkeiten gemacht, – als wäre Kokain beigemischt. Untergründig wird nur eins verkauft: das Versprechen auf sexuelles Glück!

Weil Cola und Orangenlimonade den versprochenen Zustand nicht herbeiführen können, greifen die Menschen schließlich zu den Produkten der Pharmaindustrie. Da lauten dann die Überschriften: „Neue Lebensenergie gewinnen!“ „Neue Kraft schöpfen!“ „Ganz ohne Zwang leben!“ „Entspannt zurück ins Leben!“

Die Menschheit hat die Wahl: entweder folgt sie den Rattenfängern, die künstliche Paradiese versprechen, ins Verderben – oder sie kämpft für ihr Lebensglück.

Man nehme etwa das weitverbreitete Schmerzmittel Paracetamol, das weite Teile der Bevölkerung zu unempathischen, empfindungslosen Arschlöchern macht.

Ich habe mich bereits öfters mit Botox auseinandergesetzt, beispielsweise hier.

Mittlerweile lassen sich Millionen von Frauen Botox spritzen um jünger auszusehen, doch das Mittel zerstört nicht nur die Fähigkeit mit Hilfe der Gesichtsmuskeln Emotionen auszudrücken, sondern beeinträchtigt auch die Fähigkeit die Emotionen in anderen wahrzunehmen.

Dies stellten David Neal von der University of Southern California und Tanya Chartand von der Duke University, North Caerolina in einer nun publizierten Untersuchung fest.

In der Studie wurden Frauen gebeten, die Emotionen von Leuten auf Photos zu benennen, nachdem ihnen zuvor entweder Botox, Restylane (eine Faltenbehandlung, die die Muskeln nicht vollständig lähmt) oder ein Gel verabreicht worden war, das die Muskeln überhaupt nicht beeinträchtigt. Die Probandinnen, die Botox erhalten hatten, waren am wenigsten in der Lage, die abgebildeten Emotionen zu identifizieren. Die zweite Gruppe war etwas besser, während die Gruppe mit dem Gel am besten die Gefühle richtig benennen konnte.

Diese Studie schließt sich an eine vorangehende von Joshua Davis (Columbia University) an, die herausgefunden hatte, daß jemand, dem Botox gespritzt worden war, schlechter in der Lage ist seine eigenen Emotionen wahrzunehmen.

Der Studie von Neal und Chartand zufolge sind mit Botox behandelte weniger fähig, die Emotionen des Gegenübers zu lesen, weil man die Emotionen teilweise dadurch wahrnimmt, daß man sein Gegenüber nachmacht. Wir fühlen uns in andere ein.

Neal, Professor für Psychologie:

Wir beginnen erst jetzt zu ergründen, wie wichtig Nachahmung und der Körper in vielen psychologischen Prozessen ist. Der Geist ist natürlich entscheidend, aber der Körper gibt uns wichtige zusätzliche Informationen, die uns beim Zurechtfinden in unserem sozialen Umfeld helfen.

Wirklich revolutionäre Erkenntnisse 😉

Der Student der Orgonomie muß dem Außenstehenden oft arrogant und anmaßend erscheinen, da er scheinbar alles besser weiß als die vermeintlichen Experten. Aber wie soll man schon reagieren, wenn Leute wie Neal Trivialitäten, die Reich bereits in den 1930er Jahren voll erfaßt hatte, 80 Jahre später als überraschenden Durchbruch feiern. Geht die Entwicklung so weiter, wird „die Wissenschaft“ in weiteren 80 Jahren ungefähr da angelangt sein, wo Reich 160 Jahre zuvor stand, als er die Emotionen und ihre Behinderung durch Panzerung voll erfaßt hatte.

Wir sind in erster Linie energetische Wesen. Emotionen und auch Gedanken sind weder eine Sache des Gehirns noch des Körpers, sondern Ausdruck des Energieflusses im Körper. Wird die freie Entfaltung der Energie durch eine gelähmte Muskulatur oder durch Ideologie (den Mechano-Mystizismus) behindert, ersterben die Emotionen und die Gedanken verlieren jede Bedeutung. Die Kommunikation zwischen den Menschen bricht zusammen und wird durch willkürliche Regeln ersetzt.

Die Charakteranalyse der Menschheit (Teil 1)

11. Mai 2016

Shinobu Kitayama und Jinkyung Na (University of Michigan) konnten zeigen, daß die unterschiedliche Reaktionsweise von unterschiedlichen Ethnien, hier europäisch-stämmige gegen asiatisch-stämmige Amerikaner, nicht auf bloßen angelernten psychologischen Einstellungen beruhen, sondern im Gehirn sozusagen „fest verdrahtet“, d.h. zu „Biologie“ geworden sind. In orgonomischer Begrifflichkeit handelt es sich um (charakter-) strukturelle Unterschiede.

Konkret ging es um unterschiedliche Reaktionsweisen, die etwas über die Persönlichkeit aussagen (zuvorkommend, feige, egoistisch, etc.). Während Asiaten davon ausgehen, daß diese Verhaltensweisen aus Angst vor gesellschaftlichen Sanktionen erfolgen, und deshalb nichts über den intrinsischen Charakter der jeweiligen Person aussagen, gehen Europäer davon aus, daß diese Handlungsweisen das „Wesen“ der Person zum Ausdruck bringen.

In Die Panzersegmente (Teil 1): Der Augenpanzer habe ich ähnliche Experimente diskutiert, in denen es darum ging, daß Asiaten eher auf die Augen schauen, Europäer eher auf den Mund, um den Gefühlszustand des Gegenübers abzuschätzen.

Wichtig ist zunächst nur eins: daß sich Kulturen in der biophysischen Struktur ihrer Mitglieder verankern, daß es also nicht nur um bloße Psychologie („Angelerntes“) geht, sondern um eine Prägung, die Teil der biophysischen Struktur geworden ist.

Konkret wurde den beiden Probandengruppen ein Film vorgespielt, in der eine Person sich beispielsweise ängstlich verhielt oder mutig verhielt. Danach wurde ihnen ein Photo mit dem Gesicht der betreffenden Person gezeigt und unmittelbar darauf Persönlichkeitszüge, die dem Verhalten der Person diametral widersprachen. Die Gehirnaktivität der Europäer zeigte in Bruchteilen einer Sekunde „Überraschung“ angesichts des Widerspruchs an, während diese Hirnsignale bei den Asiaten ausblieben. Die Europäer hatten also vom gezeigten Verhalten unmittelbar auf die Persönlichkeit geschlossen, während die Asiaten keinerlei Zusammenhang sahen, bzw. es kam ihnen gar nicht erst in den Sinn, daß hier überhaupt auch nur entfernt ein Widerspruch vorliegen könnte.

Diese Forschungsergebnisse zeigen, daß Asiaten eher eine Struktur haben, die auf das Kollektiv bezogen ist. Soziale Kontrolle durch Scham („Gesichtsverlust“): man tut, was von einem erwartet wird – und verhält sich ganz anders, wenn niemand hinschaut. Während Europäer sich selbst kontrollieren und dies auch von anderen erwarten. Kontrolle durch „Gewissensbildung“. Zwei vollkommen unterschiedliche Arten von Menschentieren.

Kurz zusammengefaßt kann man sagen, daß die „Weißen“ individualistisch und in ihrer Beziehung zu anderen berechnend eingestellt sind, die „Gelben“ kollektivistisch und mitfühlend.

Dieser Unterschied zeigt sich auch darin, wie wir uns gegen die ultimative Bedrohung, den Tod verteidigen. Dies konnten die beiden Psychologen Christine Ma-Kellams und Jim Blascovich von der University of California, Santa Barbara zeigen. Während westlich geprägte Menschen das unabhängige, individuelle Selbst hochhalten, nutzen Asiaten angesichts des Todes das Gefühl von Gemeinschaft und Gruppenzugehörigkeit als Angstpuffer. Das zeigt sich daran, daß die ersteren im Bewußtsein der eigenen Sterblichkeit Personen stärker ausgrenzen, die sie nicht zur eigenen Gruppe gehörig empfinden, etwa weil sie ihre Überzeugungen verletzen. Sie konzentrieren sich also auf die Kerngruppe und werden auch gegenüber unschuldigen Opfern „engherziger“. Die eigenen Reihen werden fest geschlossen („Kontraktion“). Östlich geprägte Menschen sehen in Anbetracht ihrer eigenen Sterblichkeit über unerwünschtes Verhalten anderer hinweg, weiten ihre sozialen Bindungen aus und werden entsprechend „weitherziger“ („Expansion“).

Zunächst einmal ist interessant, wie der Kommunismus diese beiden emotionalen Grundstrukturen verändert hat: in Osteuropa wurden die Menschen „kollektivistischer“ und „solidarischer“, während sie in Rotchina unter dem Diktat des „Klassenkampfes“ (der sich bekanntlich auf dem Weg zum Kommunismus immer weiter verschärft: Säuberungen, Kulturrevolution, etc.) auf eine für die übrigen Asiaten erschreckende Weise ruppig und unsolidarisch geworden sind. Mit dem letzteren Phänomen habe ich mich in Die „progressive“ Zerstörung des Lebendigen und der Arbeitsdemokratie beschäftigt.

Kommunisten haben nur ein Ziel: Macht um der Macht willen. Entsprechend werden die Grundlagen der Gesellschaft, letztendlich die bioenergetische Pulsation, zerstört. Im Westen war das selbständige Individuum, das die Tendenz hat andere auszuschließen, Ziel dieser Zerstörung, im Osten der „mitmenschliche Mensch“, der im Zweifelsfall für „die anderen“ offen war. Beide Einstellungen untergraben den „Klassenkampf“!

Was der Kommunismus letztendlich zerstören will, ist die bioenergetische Struktur des Menschen, die sich in zwei Energiesystemen manifestiert: erstens das orgonotische System und zweites das energetische Orgonom.

Das erstere konzentriert sich im Oberbauch, im Solar plexus, und bestimmt unsere „selbstsüchtigen“ Emotionen: alles geht vom bioenergetischen Zentrum nach außen (Lust, Wut, Sehnsucht) oder nach innen (Angst, Trauer). Bleibt dabei aber stets im bioenergetischen Kern zentriert. Alles ist auf diesen bioenergetischen Kern bezogen. Die „emotionale Egozentrik“ des Westens.

Das zweite Energiesystem entspricht unserer Sensorik („Sensation“) und der koordinierten motorischen Antwort. Dieses System kennt als „Schnittstelle zwischen Außen und Innen“ keine wie auch immer geartete „Egozentrik“. Es ist archetypisch im Ameisenhaufen verkörpert, wo das Individuum nichts, das Kollektiv alles ist.

Im Westen ist das erste System mehr betont, im Osten das zweite. In einer idealen Gesellschaft wären beide Systeme ungefähr gleich stark bzw. würde die Betonung je nach Situation wechseln. Die Menschen wären nicht „festgefahren“ auf immer den gleichen Reaktionstyp.

Eine zukünftige ideale Arbeitsdemokratie (das diametrale Gegenteil des Klassenkampfs) könnte man geradezu so definieren, daß die Menschen weder ausgesprochen individualistisch, noch ausgesprochen kollektivistisch wären.

Gegenwärtig sieht es so aus, als würde im Westen der Mensch zunehmend von seinen Sensationen bestimmt werden, während es im Osten umgekehrt immer mehr die Emotionen sind. Aber dies ist kein Weg zu einer „Harmonisierung“, sondern ganz im Gegenteil wird die ohnehin gestörte bioenergetische Pulsation nur noch mehr durcheinandergebracht. Es ist ungefähr so, als würde man einem Amphetaminjunkie Beruhigungsmittel geben. Statt eines energetischen Ausgleichs kommt es zu einem endgültigen Zusammenbruch der Pulsation. Wir haben dann den ständig egoistisch „Solidarität“ einfordernden „Ossi“ und den oben erwähnten heutigen Rotchinesen vor uns, den sowohl die übrigen Asiaten als auch die Westler einfach nur entsetzlich finden.

Die Lösung kann nur in der Auflösung der Panzerung liegen. Die gelingt aber nur, wenn sich die westlichen und östlichen Menschen ihren jeweiligen Ängsten stellen und lernen sie auszuhalten. Der westliche Mensch muß lernen sich seinen Mitmenschen mehr zu öffnen, der östliche Mensch muß lernen mehr Eigenverantwortung zu tragen. Kurz, beide müssen jeweils arbeitsdemokratischer werden.

Die vordringlichste Aufgabe aber wird es sein, „kommunistischen“ Menschenexperimenten jedweder Art ein für allemal Einhalt zu gebieten. Kommunisten sind die gesellschaftliche Entsprechung von quacksalberischen „Körpertherapeuten“, die statt die gesunde Pulsation zu fördern sie immer weiter untergraben. Reich hat das (auf dem Entwicklungsstand des damaligen Orgonomischen Funktionalismus) in Die Massenpsychologie des Faschismus und Die sexuelle Revolution am Beispiel der Sowjetunion im Detail ausgeführt.