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Orgonomie, eine Wissenschaft

5. Januar 2017

Reich war zu Beginn Psychoanalytiker und seine ersten methodologischen Überlegungen kreisten um die bereits in den 1920er Jahren virulente Kritik, die Psychoanalyse sei keine Wissenschaft, da sie nur mit subjektiven Gegebenheiten hantiere. Er wandte dagegen ein, daß jeder, der die Psychoanalyse richtig anwende, zum gleichen Ergebnis kommen würde, daß also objektive Vorgänge erschlossen würden. Durch die Anwendung seiner speziellen, d.h. systematisch vorgehenden Art von Psychoanalyse, die „Charakteranalyse“, stieß Reich schließlich regelmäßig auf etwas, was er als „vegetative Strömungen“ bezeichnete. Sie waren der Ausgangspunkt seiner Erforschung der Natur. Zunächst versuchte er diese subjektiven Strömungen 1935 mit Hilfe von „bio-elektrischen“ Messungen zu objektivieren, d.h. dem Potentialunterschieden zwischen einer aufgekratzten „neutralen“ Hautstelle und der Hautoberfläche an den erogenen Zonen. Bei Lust kam es nicht nur subjektiv, sondern, wie die elektrischen Potentialveränderungen zeigten, auch objektiv zu Expansion, bei Angst entsprechend zur Kontraktion. Sodann versuchte Reich die „vegetative Strömung“ direkt unter dem Mikroskop, etwa bei durchsichtigen Würmern und Einzellern, zu beobachten. Über diese ungewöhnliche Art der ausführlichen Beobachtung gelang ihm über den Umweg der Entdeckung dessen, was er als „Bione“ bezeichnete, schließlich die „Entdeckung des Orgons“, also dessen, was durch den Körper strömt. Die Entwicklung des „Orgonakkumulators“ führte ihn dann weiter zur Erforschung der „Orgonenergie“ in der Atmosphäre, was schließlich im „Cloudbuster“ kulminierte, der bis heute zur Wetterbeeinflussung verwendet wird, indem „atmosphärische Strömungen“ umgeleitet werden.

Diese Entwicklung wäre unmöglich gewesen, wenn Reich nicht subjektive Empfindungen als Leitfaden genommen hätte. Er konnte sich auf diese verlassen, weil er mit seinem in der Charakteranalyse entwickelten Konzept der „Panzerung“ ein Kriterium dafür hatte, was an Subjektivität vertrauensvoll ist und was nicht, bzw. was weiterführt und was nur in die Sackgasse. Das ist beispielsweise Thema seines Buches Äther, Gott und Teufel: daß diese drei Vorstellungsbereiche, Äther, Gott und Teufel, zwar jeweils Teile dessen abdecken, was er auch selbst entdeckt hat, aber auf verzerrte Weise. Der „Äther“ (und alles, was sich nach dem 19. Jahrhundert in der Quantenphysik und Relativitätstheorie daraus entwickelt hat) ist eine mechanistische Verzerrung und „Gott“ eine mystische. Der „Teufel“ ist die Wahrnehmung der Panzerung selbst bzw. der Triebe, die durch sie entstellt werden („sekundäre Triebe“).

Fast in allen Darstellungen von Reichs Theorien wird es so dargestellt, als habe Reich sozusagen ein umfassendes „Weltbild“ entworfen, das weitgehend der Äther-Vorstellung des 19. Jahrhunderts oder dem „lebenden Universum“ der diversen Religionen entspricht. Diese Darstellungen sind selbst eine ungemeine Verzerrung des Reichschen Lebenswerks. Tatsächlich hat Reich nur entdeckt, daß auf den verschiedensten Ebenen (Einzeller, der menschliche Körper, die menschliche Gesellschaft, die Atmosphäre und schließlich bei Galaxien) die gleichen energetischen Funktionen auftreten, insbesondere Expansion, Kontraktion, die „Kreiselwellenbewegung“ und die Überlagerung.

Bei seiner Forschung suchte er stets nach den gemeinsamen energetischen Funktionen, die unterschiedlichste Bereiche miteinander verband. Nach außen mag es ausgesehen haben, als habe er in den unterschiedlichsten Bereichen dilettiert (was hat ein Psychotherapeut in der Meteorologie zu suchen?), doch tatsächlich hat er sich stets nur mit seinem eigenen begrenzten Fachbereich beschäftigt: den energetischen Funktionen, die er unter dem Begriff „Orgon“ zusammengefaßt hat.

Der Begriff „Funktion“ läßt sich nur an konkreten Beispielen erklären. Beispielsweise hat das Stachelkleid eines Igels und der Werkschutz einer Firma ungefähr die gleiche Funktion, doch von der Entwicklung her und von den materiellen Strukturen her verbindet beide Bereiche rein gar nichts. Sie haben nur die gleiche Funktion. Im „energetischen Funktionalismus“ bzw. „orgonomischen Funktionalismus“ geht es spezifisch darum, wie die Orgonenergie in den unterschiedlichsten Bereichen und auf den unterschiedlichsten Größenordnungen zum Ausdruck kommt. Dabei hat die Orgonenergie bestimmte charakteristische Eigenschaften: sie bewegt sich spontan aus sich heraus, pulsiert, bewegt sich in Kreiselwellen, ist anti-entropisch, etc.

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Orgonometrie (Teil 2): Kapitel VI.19.

24. Juni 2016

orgonometrieteil12

I. Zusammenfassung

II. Die Hauptgleichung

III. Reichs „Freudo-Marxismus“

IV. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

V. Reichs Biophysik

VI. Äther, Gott und Teufel

1. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

2. Spiritualität und die sensationelle Pest

3. Die Biologie zwischen links und rechts

4. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

5. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

6. Die gesellschaftlichen Tabus

7. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

8. Dreifaltigkeit

9. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

10. Die Schöpfungsfunktion

11. Die Rechtslastigkeit der Naturwissenschaft

12. Bewegung und Bezugssystem

13. Der Geist in der Maschine

14. Orgonomie ist Wissenschaft, keine Naturphilosophie!

15. Die Identitätsphilosophie

16. Das Wesen des Marxismus

17. Reichs Auseinandersetzung mit Marx und Freud

18. UFOs und Magie

19. Die Orgonometrie von E. coli

Die Verfassungen des Lebendigen

10. Februar 2016

Der Brauch ist der Herrscher in allem. (Pindar, 522-442 v.Chr.)

Hans Hass‘ Energontheorie zufolge gibt es drei Arten von Energonen:

  1. die Einzeller,
  2. die Mehrzeller, die zusammen die erste Hälfte der Evolution bestimmt haben, und, in der zweiten Phase der Evolution,
  3. die „Hyperzeller“ („Berufskörper“ und Erwerbsorganisationen)

Die Energiequelle der ersten Hälfte der Evolution ist die Sonne. In der von den Hyperzellern getragenen zweiten Hälfte der Evolution lebt das einzelne Energon vom Bedarf, insbesondere dem Luxusbedarf, der anderen Energone.

Wir können entsprechend von einem „gesellschaftlichen Organismus“ sprechen. Er müßte, wäre diese Denkweise korrekt, Funktionselemente mit den „herkömmlichen“ biologischen Organismen gemeinsam haben. Hier wird es sinnvoll sein, zwischen Protozoen (Zellkern) und Metazoen (Gehirn) und so die folgenden drei Ebenen zu unterscheiden:

In der ersten Phase der Evolution baut das Genom das Menschentier auf, das dann mit Hilfe seines Gehirns in der zweiten Stufe in der Lage ist, Berufskörper aufzubauen. Wir, die Berufskörper, werden so selber zu „Keimzellen“ höherer Einheiten.

Die funktionelle Identität zwischen der ersten und zweiten Evolutionsphase beschreibt Hass wie folgt:

Wenn ein Unternehmen ein weiteres, ebensolches hervorbringt (…), dann sind eine Unmenge von Einzelbefehlen dazu nötig (…). Bringt eine Tanne eine andere hervor oder ein Fuchs einen Fuchs, dann ist das wiederum nur über entsprechende Steuerungen möglich.

Das geht so weit, daß die beiden Phasen von den gleichen Marktgesetzen bestimmt werden: die Produkte der DNA können auf ihre Produktion sowohl stimulierend als auch hemmend rückwirken, so daß hier der Bedarf die Produktion steuert und rationell mit den Ressourcen umgegangen wird. Genauso sieht es in der freien Marktwirtschaft aus.

In der zweiten Phase der Evolution entsprechen den Genen die „Meme“: Ideen, die wichtiges „kulturelles Erbgut“ transportieren. Der Unterschied zwischen der ersten und zweiten Phase der Evolution ist vor allen Dingen die Geschwindigkeit der Entwicklung. Während die natürliche Evolution nach menschlichen Maßstäben unendlich langsam abläuft, überfordert uns die Geschwindigkeit der technischen („zivilisatorischen“) Evolution.

Demgemäß ist nach Hass das Erbrezept, das als erste Einheit des Lebens Erfahrungen speichern konnte, „die eigentliche zentrale Regierung im Körper“. Im Verlauf der Evolution bildete dieser „Herrscher in allem“ ein flexibleres Organ aus, das Zentralnervensystem, „das ihm einen Teil der Steuerungsgeschäfte abnimmt“.

Der Physiker Alfred Gierer weist aus einer etwas anderen Perspektive auf die Kontinuität von DNA und ZNS hin:

Ganz formal kann man die Evolution der erblichen Eigenschaften als Lernprozeß ansehen, ebenso gut läßt sich aber auch individuelles Lernen als Evolutionsprozeß auffassen; in beiden Fällen werden nämlich durch Versuch und Irrtum Verhaltensweisen mit nützlichen Folgen selektiv begünstigt. (Die Physik, das Leben und die Seele, München 1985)

In jeder einzelnen Zelle ist das gesamte Erbrezept des Organismus vorhanden. Daß eine Leberzelle nicht als Nervenzelle funktioniert, wird dadurch erreicht, daß bestimmte Hemmstoffe („Repressoren“) die nicht benötigten Genbereiche maskieren. Bemerkenswerterweise gibt es entsprechende Vorgänge auch in der Hirnphysiologie. Beim Prägungslernen werden aus einem Überangebot an Synapsenverbindungen bestimmte ausgewählt und verstärkt, während andere abgebaut werden. Diese Art von Lernen geht demnach mit einem Minus an Nervenzellmaterial einher, Teile des Gehirns werden sozusagen „maskiert“.

Es ist nicht so, daß sich die Gene entschließen nun eine Leber aufzubauen, vielmehr sendet das umgebende Gewebe Signale aus, die die Gene soweit inaktivieren, bis nur noch z.B. Leberzellen entstehen können. Diese Situation kann man mit der Reizverarmung beim Gehirn vergleichen, bei der nur eine Prägung eingehämmert wird, was wie bei den Genen zur dramatischen Abnahme der ursprünglichen Kapazität führt. Je reichhaltiger die Eindrücke aus der Umgebung sind, desto kleiner ist der Synapsenverlust – je unspezifischer das umgebende Gewebe ist, desto weniger spezialisiert sich die Zelle.

Auch kommt man immer mehr zu der Erkenntnis, daß Gene nicht etwa den Organismus mechanisch in allen Einzelheiten vorprogrammiert aufbauen, dazu wäre auch ihr Informationsgehalt viel zu gering, sondern vielmehr das autonome (orgonotische) Funktionieren des Protoplasmas „stören“ und in neue Richtungen lenken. Genauso stört das Gehirn das autonome Funktionieren des Organismus, was man dann „instinktive Handlung“ oder „willentliche Handlung“ nennt – je ob die orgonotische Pulsation von Memen oder Genen gestört wird.

In der Keimbahn sind die Erbrezepte potentiell unsterblich. Nach Hass gibt es in der zweiten Phase der Evolution eine Entsprechung: die Sprache gibt „dem Menschen die Möglichkeit, Erfahrungen, die sonst mit seinem Tod erlöschen würden, auf Nachkommen zu übertragen“. So sei schließlich über die Sprache die umstrittene Lamarcksche Vererbung erworbener Eigenschaften doch möglich geworden.

Dem Erbgut, das sich nur über Mutationen verändern kann, tritt ein weiterer Steuerungsmechanismus zur Seite: das entsprechende, seine Erfahrungen auf andere übertragende Gehirn. Es ist ungleich anpassungsfähiger, ungleich fähiger, individuell Erarbeitetes im Erbgang weiterzugeben.

Hass bezeichnet den Menschen als „aufbauende und steuernde Keimzelle“. Während beim Genom noch die Funktion „aufbauendes Rezept“ und „Steuerung“ zusammenfallen, würden sie sich in der weiteren Entwicklung, der Funktionsverlagerung zum Gehirn, trennen. Bei den Tieren verlagert sich die Steuerung auf das Gehirn, während die Steuerungsrezepte noch vom Genom stammen. Auf dem Weg zum Menschen schließlich, könnten sich die beiden Funktionen aufs neue vereinigen, da das Gehirn selbstständig neue Verhaltensrezepte aufbauen kann.

Nach Hass kam es infolge zu einem weiteren, letzten Entwicklungsschritt, denn die „Rezepte zur Steuerung künstlicher Funktionsträger“ verblieben nicht im Gehirn.

Bei der Zusammenarbeit von mehreren Menschen verteilten sich diese Rezepte (…) über die beteiligten Gehirne (…). Bei weiterem Anwachsen löste sich in diesen „Organisationen“ das Steuerungsrezept vom einzelnen Gehirn los – in Gestalt von geschriebenen oder gezeichneten Vorschriften.

Hass spricht schließlich von der Wissenschaft als „Riesengemeinschaftsorgan“ in der Tradition: DNA – ZNS – Bibliotheken, Computer, etc.

Hass findet auch eine funktionelle Verbindung zwischen dem Genom und den Verfassungen der Staaten: so wie die Rechtsordnung das den Staat Konstituierende sei, „so ist auch die ‘Rechtsordnung’ Erbrezept das den individuellen Körper eines tierischen und pflanzlichen Organismus Konstituierende“.

Das mechanistische Denken haftet an den Strukturen und ist blind für die beschriebenen funktionellen Identitäten. Der Mystizismus zieht kurzschlußartig Verbindungen, wo gar keine funktionellen Beziehungen bestehen.

Psychopharmaka und Orgonomie (Teil 1)

10. März 2015

Zum folgenden siehe auch Psychischer Kontakt und vegetative Strömung.

Eine „dogmatische Orgonomie“ ist ein Widerspruch in sich selbst, da nach dem Orgonomischen Funktionalismus jedes Phänomen zwei Seiten hat und es vom Zusammenhang abhängt, welche Seite lebensförderlich („funktionell“) ist und welche nicht. Beispielsweise bedeutet bei Leberkrebs die Option „Orgonakkumulator“ den sicheren Tod, während jene, die sich für die „lebensverneinende“ Chemie, das Messer oder „Todesstrahlen“ entschieden haben, weiterleben dürfen.

Oder mit anderen Worten: Ideologen und „Rechtgläubige“ sind nichts anderes als Vollidioten.

Ein schönes Beispiel ist die so gern verteufelte Psychopharmakotherapie. Es stimmt, teilweise ist sie wirklich vollkommen hoffnungslos und man frägt sich, was das denn für eine „Wissenschaft“ sei. Andererseits gibt es aber auch ganz erstaunliche Erfolge, die „orgonomische“ Ideologen einfach nicht wahrhaben wollen.

Besonders eindrucksvoll ist die Wirkung des Antidepressivums Escitalopram (z.B. Cipralex) bei hirnorganischen (!) Schädigungen, genauer gesagt nach einem Hirnschlag. Man hatte angenommen, dieses SSRI hätte nur Auswirkungen auf die nach einem Hirnschlag sekundär auftretende (vollkommen verständliche) Depression und würde so indirekt den Heilungsprozeß unterstützen. Jedoch scheint das Psychopharmakon tatsächlich auf die Hirnstruktur selbst einzuwirken!

Offensichtlich stimulieren Antidepressiva wie Escitalopram die Produktion von Stoffen, die für das Wachstum von Nervenzellen notwendig sind.

Nach dieser notwendigen Einführung traue ich mich, daß folgende zu schreiben:

Wer noch etwas Lebendigkeit in sich hat, spürt, daß seine „innere Amöbe“, das kontraktile autonome Nervengeflecht, durch Medikamente (d.h. Zellgifte) zeitweise lahmgelegt und vielleicht dauerhaft geschädigt wird.

Für die mechanistische Medizin existiert diese hochempfindliche „innere Amöbe“, die uns erst zu Menschen macht, nicht. Vielmehr sind wir wie Roboter, die von starren Nervenbahnen durchzogen werden und in denen Hormone, Enzyme, etc. ungefähr nach dem gleichen Prinzip ausgeschüttet werden, mit dem ein Kühlschrank seine konstante Innentemperatur aufrechterhält.

Daß dem nicht so ist, sieht man an der neurotischen Entwicklung, die nichts anderes darstellt als die von Reich entdeckte „negative bio-energetische Konditionierung“ (Enttäuschungsreaktion) der besagten „Amöbe“: das Biosystem streckt sich nie wieder vertrauensvoll aus, nachdem es „doch harmlosen“ Erziehungsmaßnahmen, „die noch niemanden geschadet haben“, ausgesetzt worden ist oder von Anfang an in einer kalten, emotionalen Wüste ohne genuinen Kontakt vegetieren mußte.

Das Problem ist wirklich, daß sich die Menschen kaum noch als pulsierende, sich streckende und zusammenziehende, Lebewesen fühlen, sondern als starre Roboter. So werden sie „aufgezogen“, das wird ihnen im Unterricht und durch die Medien eingetrichtert und so werden sie von ihren Ärzten behandelt.

Mit den modernen Antidepressiva sind einst gefürchtete Nebenwirkungen in den Hintergrund getreten, dafür kristallisiert sich jedoch die aus Sicht der Orgonomie vielleicht wichtigste Nebenwirkung klarer heraus: sexuelle Dysfunktionen. In der Januarausgabe 2010 von INFO Neurologie & Psychiatrie wurde eine Metastudie referiert, derzufolge die Prävalenz von sexuellen Dysfunktionen unter der Einnahme von Antidepressiva um ein etwa Zehnfaches höher liegt, als bis dahin angenommen wurde.

Unter Placebo lag die Rate von sexuellen Dysfunktionen bei 14,2 %, während sie unter Citalopram (z.B. Cipramil), Fluoxetin (z.B. Fluctin), Paroxetin (z.B. Tagonis), Sertralin (z.B. Zoloft) und Venlafaxin (z.B. Trevilor) bei sage und schreibe 70 bis 80 % lag. Ganz anders sieht die Sache bei einer zweiten Klasse von Antidepressiva aus. Hier liegt die Rate von sexuellen Dysfunktionen teilweise sogar niedriger als unter Placebo, d.h. zwischen 4 und 20 %: Amineptin (wird seit 2005 weltweit nicht mehr hergestellt), Agomelatin (z.B. Valdoxan), Bupropion (z.B. Elontril), Mirtazapin (z.B. Remergil), Moclobemid und Nefazodon (2003 vom Markt genommen).

Ein ähnlich trauriges Bild zeichnet sich ab, wenn man die Wirkung von Antidepressiva (SSRIs) auf Kinder, Pubertierende und jüngere Erwachsene unter 24 betrachtet. In der diesjährigen Februarausgabe von Info Neurologie und Psychiatrie ist zu lesen, daß es bei hohen Dosierungen durch die Induktion innerer Unruhe und Antriebssteigerung zu selbstschädigenden Handlungen bis hin zu Selbstmorden kommen kann, bevor eine Stimmungsaufhellung eintritt. Warum hohe Dosierungen? Metaanalysen haben gezeigt, daß die Wirksamkeit von Antidepressiva in diesen Altersgruppen nur sehr gering ist. Stimmungsaufhellung? Es gibt ohnehin oft keinen Zusammenhang zwischen Dosis und antidepressiver Wirkung!

Man muß Psychopharmaka kritisch, aber auch differenziert sehen. Ähnlich war Reichs Herangehensweise.

Hier, was Reich selbst zum Thema in Der Krebs zu sagen hat (damals gab es so gut wie keine Psychopharmaka):

Ich persönlich hatte von jeher eine Abneigung gegen Injektion körperfremder Substanzen (…) in einen lebenden Organismus. Man konnte nicht übersehen, daß so viele schmerzstillende Chemikalien zwar die Schmerzen lindern, aber gleichzeitig den autonomen Lebensapparat schädigen. Ja, die schmerzstillende Wirkung der Alkaloide (Morphium etc.) besteht gerade in einer Herabsetzung der vegetativen Empfindungsfähigkeit des Organismus. Sie bewirken also biologisch genau das Gegenteil dessen, was die Orgontherapie erzielen will: Herabsetzung und nicht Steigerung der Lebensfunktion. (Der Krebs, Fischer TB, S. 307)

Reich sagt aber auch, daß der Orgonenergie-Akkumulator künstlich eine Erstrahlung des Organismus hervorrufe und fährt fort:

Wir stehen vor der Aufgabe, die Wirkungen mancher chemischen Heilmittel von diesem Standpunkt aus zu begreifen. Dadurch könnten die guten von den schädlichen chemischen Heilmitteln unterschieden werden. Ein Heilmittel, das den Bazillus tötet, aber gleichzeitig die Blutzellen und das Plasmasystem schädigt, statt sie zu stärken, sollte nicht zugelassen werden, auch wenn mächtige Profitinteressen solche Maßnahmen verhindern wollten. Es kann auch nichts anderes als die orgonotische Erstrahlung im Organismus sein, die Schmerzen aller Art rasch herabsetzt oder sogar beseitigt. (ebd., S. 323)

Dazu führt er weiter aus:

(…) orgonotisch versagendes Gewebe verträgt Giftmittel schlecht. Es wird uns zur Regel, bei Krebsbiopathien keine chemischen Substanzen zu applizieren, die sympathikoton auf den Lebensapparat wirken oder die Gewebe schädigen, auch wenn sie die Schmerzen lindern. Sie fördern die Anorgonie, statt sie zu beheben. (S. 355)

Abschließend zwei Aussagen über Psychopharmaka von dem Medizinischen Orgonomen Charles Konia:

Der Niedergang der autoritären sozialen Struktur hat zu einer allgemeinen Schwächung der Muskelpanzerung und einer Verstärkung der Augenpanzerung der Massen geführt. Die verminderte Verfügbarkeit der Abwehrfunktion der Muskelpanzerung, d.h. des Dämpfens von Ängsten und Empfindungen, brachte in den letzten Jahrzehnten den epidemischen Gebrauch und Mißbrauch von illegalen Rauschgiften und den steilen Anstieg in der Vorschreibung aller Arten von psychopharmakologischen Medikamenten mit sich. Sicher benötigen einige Patienten Psychopharmakotherapie – aus einer Vielzahl von Gründen sind sie keine Kandidaten für die medizinische Orgontherapie oder für andere Arten von Therapie. Jedoch verschlimmert die Behandlung von Emotionen mit Medikamenten, so als seien sie pathologische Symptome, den zugrunde liegenden kontaktlosen Zustand. Es ist das Verabreichen von Medikamenten, die die emotionale Intensität und den Kontakt abstumpfen, an Menschen, bei denen bereits eine verminderte Kapazität für Kontakt vorliegt. (The Journal of Orgonomy, Vol. 32, No. 2, Fall/Winter 1998)

Aus massenpsychologischer Perspektive sieht Konia die moderne Psychiatrie wie folgt:

Die mechanistische Herangehensweise der zeitgenössischen Psychiatrie ist der funktionellen, energetischen Herangehensweise diametral entgegengesetzt, dem Einzelnen dabei zu helfen, größeren Kontakt zu sich selbst und seiner Umgebung zu gewinnen. Trotz der Minderung von Symptomen macht sie die Massen in ihrem Gefühlsleben noch kontaktloser, als sie es vorher waren. Manchmal beginnt ein Patient, der bereits psychopharmakologische Medikamente nimmt, die ihm von einem anderen Arzt verschrieben wurden, die Behandlung bei einem Medizinischen Orgonomen. Die Erfahrung, die der Patient während der medizinischen Orgontherapie macht, erlaubt es fast immer diese Medikamente auszuschleichen und ganz abzusetzen. Dadurch wird sich der Patient der Wirkung des Medikaments bewußt. Er beschreibt sie als „Neutralisierung der Emotionen“, als: „Ich bin irgendwie von mir getrennt.“ Heute umgeht die pharmazeutische Industrie die rationale Autorität des Arztes und wendet sich in ihrer Werbung direkt an das Publikum. Auf den ersten Blick scheint diese Praxis das Ziel zu verfolgen, das Publikum zu informieren, entsprechend der von der Pharmaindustrie bekundeten Absicht. Tatsächlich ist es jedoch offenkundiger Kommerzialismus, der durch einen medizinischen Berufsstand ermöglicht wird, der bereits durch sein eigenes Abgleiten in den Kommerzialismus und durch den Mißerfolg seiner mechanistischen Herangehensweise geschwächt ist. (ebd.)

Weltall und Krebs

4. März 2015

Reich hatte die Tendenz, Gegebenheiten nicht auf die mythische Vergangenheit zurückzuführen, sondern mit dem Geschehen im Hier und Jetzt zu erklären. Beispielsweise führte er die chemischen Elemente der Atmosphäre auf Überlagerungsvorgänge zurück, die sich heute abspielen und nicht nur während der Formierung der Sonne und ihrer Planeten aus der Urwolke oder gar auf den Urknall zurückgehen. Ähnliches läßt sich über die Entstehung von Mikroorganismen sagen.

Mechanistische Wissenschaft erkennt man daran, daß keine Funktionsgesetze angegeben werden, auf deren Grundlage sich die Phänomene organisch entwickelt haben. Vielmehr wird alles auf mechanische Zufallsereignisse zurückgeführt.

Beispielsweise würden sich Sterne aus kosmischem Staub entwickeln, wenn dieser zufällig durch die Schockwellen von Supernovae zusammengepreßt wird. Die Planeten hätten sich dann aus den um die Sonne kreisenden Resten des kosmischen Staubes aufgrund von Gravitation „zusammengeklumpt“. Die Entwicklung auf der Erde bis heute wäre ähnlich mechanisch verlaufen.

Reich hatte ein grundsätzlich anderes Bild vom Kosmos, bei dem die Überlagerung eine zentrale Rolle spielt. Die Galaxien sind aus der Überlagerung freier kosmischer Orgonenergie entstanden. Die Sterne und ihre Planeten wären das Resultat der Überlagerung auf nächst kleinerer Ebene. Die Elemente der Atmosphäre und des Wassers (insbesondere Wasserstoff und Sauerstoff) bildeten sich durch Mikroüberlagerung in der dichten Orgonenergie-Hülle der Erde und bilden sich noch heute kontinuierlich.

In der Schule, den Universitäten und der populärwissenschaftlichen Literatur lernt man, daß die Atmo- und Aquasphäre in der Frühzeit der Erde durch Vulkanismus sozusagen „ausgedünstet“ wurde. Das wird uns als unumstößliche, kaum hinterfragbare Wahrheit verkauft. Reichs Theorie wirkt da hoffnungslos antiquiert.

Francis Albarède vom Laboratoire des Sciences de la Terre der Claude Bernard Universität in Lyon wendet gegen die herrschende Lehrmeinung ein, daß der Erdmantel, aus dem die Lava der Vulkane emporsteigt, sehr wenig Wasser enthält. Während der Frühphase des Sonnensystems wäre die Temperatur bis etwa zur Jupiter-Bahn viel zu hoch gewesen, als daß Wasser zusammen mit dem anderen Material des Planeten hätte kondensieren können. Erst viel später hätte die Anziehungskraft der großen äußeren Planeten wasserbedeckte Asteroiden aus den kalten Randbereichen des Sonnensystems in Richtung Erde geschleudert.

In der Biologie wird alles auf Urzellen zurückgeführt, die sich vielleicht schon vor 3,5 Milliarden Jahren über zufällige chemische Reaktionen auf der sich langsam erkaltenden Erde gebildet hätten. Manche verlagern die Anfänge des Lebens sogar in die unerforschlichen Weiten des Weltraums: „Panspermie“.

Als möglicher Beleg für die Panspermie gilt beispielsweise der Meteorit ALH84001. 2002 lieferte eine Studie von NASA-Forschern des Johnson Space Center in Houston die bis dahin stärksten Beweise, daß die in dem vom Mars stammenden Meteoriten gefundenen Magnetit-Körnchen von Bakterien produziert worden sind. 25 Prozent des Materials, so zeigte ein Test, müssen organischen Ursprungs sein. Noch heute wird ALH84001 kontrovers diskutiert.

Natürlich hätte auch die Orgonomie ein wirkliches Problem, sollte im Sonnensystem es außerhalb der Erde kein mikrobiotisches Leben geben, entstehen doch Bione überall dort, wo Materie in Wasser quillt.

Das mit den Bionen und dem beständigen Entstehen von neuem Leben ist keine bloß akademische Frage, sondern eine von Leben und Tod, die uns alle ganz konkret betrifft:

Vor einigen Jahren hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete und Mediziner Wolfgang Wodarg vor möglichen Gesundheitsrisiken von Massenimpfungen, damals gegen die Schweinegrippe, gewarnt.

Der Nährboden des Impfstoffs von Novartis bestehe aus Krebszellen tierischer Herkunft. Man wisse nicht, ob es dabei ein Allergierisiko gebe. „Und viel wichtiger: Einige befürchten, daß bei geringen Verunreinigungen aus diesen hochpotenten Krebszellen ein Krebsrisiko für die Geimpften besteht“, so der Mediziner weiter. „Das kann man aber erst nach vielen Jahren und vielen Testpersonen auswerten. Das ist also ein Massenversuch.“

Verunreinigungen aus Krebszellen!

In Der Krebs führt Reich aus, daß „T-Bazillen“ aus Gewebsdegeneration hervorgehen. Das Gewebe verfault buchstäblich und zerfällt in winzige toxische Mikroorganismen, die man unter extremer Vergrößerung gerade noch im Lichtmikroskop erkennen kann, die besagten T-Bazillen. Sie regen zur Tumorbildung an und die Tumoren zerfallen wiederum in T-Bazillen.

Reich zeigte diese Zusammenhänge, indem er Versuchsmäusen verhältnismäßig gigantischn Dosen von T-Bazillen injizierte. Es ist kein Vergleich zu dem, was bei einer Impfung in den menschlichen Organismus gelangen könnte, trotzdem verlohnt es sich, Reichs Beschreibung mit Wodargs Befürchtungen zu vergleichen. Reich:

Die Überschwemmung des Organismus mit T-Bazillen führt zu allmählicher Kontraktion und Schrumpfung der Gewebe sowohl wie der einzelnen Zellen. Infolge davon treten auf: Abmagerung, Atrophie und Degeneration der Zellen, die schließlich in putriden Zerfall, einfach in Fäulnis übergehen. Es ist genau derselbe Prozeß, der sich beim krebskranken Menschen abspielt. Bei den T-Versuchs-Mäusen ist dieser Prozeß der Schrumpfung durch die Injektion von vornherein allgemein hervorgerufen. Bei den krebskranken Menschen geht die biophysikalische Schrumpfung infolge charakterologischer Resignation der T-Bazillen-Bildung voran. Die nun immer mehr zur Ausbildung gelangenden T-Bazillen beschleunigen den allgemeinen Schrumpfungsprozeß und regen zu lokalen Abwehrversuchen, d.h. Tumorbildung an. (Der Krebs, Fischer TB, S. 268).

Reich (S. 295f) erklärt einen Teil der Vererbung von Krankheiten damit, daß über die Blutbahn T-Bazillen von der Mutter auf das ungeborene Kind übergehen können.

Aus orgonomischer Sicht ist es schon etwas gruselig, wenn bei Impfungen „inaktivierte“ Viren oder Bruchstücke von Viren in die Blutbahn Gesunder injiziert werden, um so deren Immunsystem zu aktivieren. Ungewollt könnte hier das gleiche Geschehen wie im Mutterleib: die Weitergabe einer „Krankheitsanlage“ von einem Organismus zum anderen.

Hinzu kommt ein anderer Aspekt, den die Reichsche Bion-Forschung nahelegt: die Möglichkeit von „Pleomorphismus“, d.h. Viren können sich in Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen verwandeln und so das ganze schlichtweg unkontrollierbar werden. Pleomorphismus muß der im wahrsten Sinne des Wortes „sterilen“ mechanistischen Biologie durch die Lappen gehen, weil bei seinem Auftreten die entsprechenden Proben als „kontaminiert“ verworfen werden.

Siehe dazu meine Besprechung von Alan Cantwells The Cancer Microbe.

Betrachtet man Bione, etwa „rote“ Blutkörperchen, aus näherer Distanz, d.h. unter dem Mikroskop, erweisen sie sich als kleine blaue Orgonenergie-Sphären. Entsprechendes findet sich auch auf einer ganz anderen Größenebene. Man betrachte nur einmal die Orgonenergie-Hülle der Erde.

Das gleiche gilt für unseren Mond. Jeder kann den von Reich als Orgonenergie-Hülle interpretierten blauen Saum des Mondes sehen. In den Worten von Jerome Eden:

Eigene, persönlich gemachte Beobachtungen des Mondes mit einem 16x-Fernrohr weisen auf eine tiefblaue Orgonenergie-Hülle hin, die den Erdtrabanten umgibt. Besonders bei Vollmond kann man beobachten, wie diese bläuliche Energiehülle um die Ränder des Mondes schimmert und pulsiert.

1942 hat Reich bei einer Mondfinsternis beobachtet, daß der dunkle Halbkreis des Mondes viel kleiner ist als der helle und interpretiert dies als eine Erstrahlung der Orgonenergie-Hülle des Mondes.

Die NASA berichtet, daß bei Vollmond, wenn der Erdtrabant vom Schweif unserer Magnetosphäre getroffen wird, Staubstürme und elektrostatische Entladungen auf dem Mond auftreten. Dieser Effekt sei zum ersten Mal 1968 beobachtet worden, als Surveyor 7 nach Sonnenuntergang ein seltsames Leuchten am Mondhorizont photographierte.

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Zu dieser Zeit konnte niemand dieses Phänomen erklären. Doch heute glaubt die NASA, es sei Sonnenlicht gewesen, das vom elektrisch aufgeladenen Mondstaub, der knapp über der Oberfläche schwebte, gebrochen wurde. Die mechanistische Theorie besagt, daß der Mond mit Elektronen beschossen wird, die vom Magnetfeld der Erde eingefangen wurden. Während die Photonen des Sonnenlichts diese Elektronen wieder aus der Mondoberfläche wegschlagen, könnten sie sich auf der sonnenabgewandten Seite ansammeln und so der Mondoberfläche eine starke negative Ladung geben. Der negativ geladene Mondstaub würde anfangen zu schweben und sich aufgrund der Ladungsunterschiede zwischen der Tag- und Nachtseite bewegen.

Die mechanistische Wissenschaft findet für alles eine meist recht komplizierte „Erklärung“. Sie verliert dabei aber den Überblick und geht an den Zusammenhängen vorbei. Etwa dem, daß „blaue Säume“ universell im Planetensystem zu finden sind. Beispielsweise entdeckte die Sonde Cassini sowohl beim Saturn als auch beim größten Saturnmond Titan blaue Orgonenergie-Hüllen.

Von der Erde aus gesehen erscheint der Saturn gelb, doch hat Cassini 2005, zur Überraschung der Wissenschaftler am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena, über der Nordhalbkugel des Saturn einen Himmel photographiert, der in einem satten Orgonblau erstrahlt:

Saturn

Auch vom Vorbeiflug am Titan schickte uns Cassini Photos zu, auf denen eindeutig eine blaue Orgonenergie-Hülle zu sehen ist:

Titannackt

TitanSchichten

Auf einem Falschfarbenphoto (Ultraviolett und Infrarot) sieht das ganze noch spektakulärer aus:

Titanblau

Titan ist der erdähnlichste Himmelskörper im Sonnensystem. Was sein blaues Energiefeld betrifft, das dem der Erde ähnelt, ist vielleicht erwähnenswert, daß dieser Saturnmond ungefähr so von Methan bestimmt wird, wie die Erde von Wasser und daß auf der Erde Methan mit bionösem Zerfall assoziiert ist, der mit einem bläulichen Leuchten einhergeht. Außerdem setzen die Wissenschaftler die Methan-Atmosphäre mit der ursprünglichen Erdatmosphäre gleich – der Voraussetzung des Beginns bionösen Lebens.

Schließlich zwei Kleinstplaneten, die von Hubble aufgenommen wurden. Ceres:

Ceres

Vesta:

Vesta

Zum Abschluß: der Sonnenuntergang auf dem „roten Planeten“ Mars ist blau.

Ist die Gesellschaft ein Organismus?

29. Dezember 2013

Zunächst muß man Wahrnehmung und Bewußtsein voneinander unterscheiden. Die Wahrnehmung ist eine primordiale Funktion, d.h. sie ist bereits in der kosmischen Orgonenergie angelegt. Die Orgonenergie reagiert auf Reize auf eine sozusagen „lebendige“ Art und Weise. In unserem Organismus finden sich entsprechende Funktionen etwa im Immunsystem, das vollkommen unabhängig von jedem Bewußtsein extrem komplexe Aufgaben erledigt.

Emotionen, Sensationen und schließlich Bewußtsein (die Integration und Koordination von Emotionen und Sensationen) tritt erst in Erscheinung, wenn sich durch eine Membran ein kleiner Teil des Orgons vom restlichen Orgonenergie-Ozean abgespalten hat. Es kommt zur Pulsation (die Grundlage der Emotionen) und zur orgonom-förmigen Bewegung (die Grundlage der Sensationen). Es entwickelt sich ein „Innenleben“… Ähhh, – falsch! Mit den bisherigen Ausführungen ist erst die eine Hälfte der Voraussetzungen für ein Innenleben gegeben:

Mit dem Innenleben sind wir zu jenem Bereich gelangt, den Freud untersucht hat. Das Innenleben ist nur in einem sozialen Kontext denkbar. Vom ersten Augenblick an ist der Mensch von seinem sozialen Umfeld abhängig, d.h. zunächst von der Mutter. Seelische Pathologie ist nichts anderes als die Verinnerlichung eines pathologischen sozialen Umfeldes.

Der soziale Bereich ist tiefer als der psychologische Bereich und deshalb nicht mit dessen Mitteln beschreibbar, etwa den Begriffen der Psychoanalyse. Eine Gesellschaft hat beispielsweise ebensowenig ein „Unterbewußtes“ wie etwa eine Wolke Emotionen hat!

Der soziologische Bereich geht aus dem biologischen Bereich hervor. Wie das geschieht, kann man unmittelbar an Bionen beobachten, die dazu tendieren, sich zu Einzellern zusammenzufinden, diese zu Vielzellern und diese wiederum zu Gemeinschaften. Der entscheidende Unterschied ist, daß diese Gemeinschaften natürlich nicht mehr von einer physischen Membran umgeben sind. An die Stelle biologischer Funktionen treten funktionelle Entsprechungen, wie sie Hans Hass beschrieben hat. Die Membran entspricht dann funktionell der „Ausgrenzung“, die sich auf die verschiedenste Weise manifestieren kann.

Wir haben es mit vier Bereichen der Natur zu tun, die nach rechts hin immer oberflächlicher werden und die deshalb nicht die jeweils links von ihnen liegenden Bereiche adäquat beschreiben können:

1. Physik → 2. Biologie → 3. Soziologie → 4. Psychologie

Von daher kann man die Gesellschaft durchaus als Organismus beschreiben, muß dabei aber vorsichtig sein, denn erstens hat der 3. Bereich seine eigenen Gesetzmäßigkeiten und zweitens tendieren wir automatisch dazu wirklich alles in Begriffen des 4. Bereichs zu erklären, d.h. zu psychologisieren. Selbst die Physik leidet darunter.

Doch selbst das ist noch nicht das ganze Bild, denn selbstverständlich gibt es auf einer ganz praktischen Ebene Rückwirkungen von höheren auf niedrigere („linkeren“) Bereiche. Man betrachte dazu die folgenden beiden orgonometrischen Gleichungen:

Itdrorg

Organismen leben nicht nur passiv in ihrer „physikalischen“ Umwelt, sondern wirken auf diese zurück und schaffen damit aktiv ihre Umwelt. Das gleiche gilt erst recht für die Individuum und die Gesellschaft.

Dieses Thema durchzieht das gesamte Schaffen Wilhelm Reichs angefangen von der Neurosenprophylaxe und kulminierend in seinen Bemühungen den Cloudbuster für eine Art „Massentherapie“ zu nutzen.

Am Rande: Bione

16. Dezember 2013

bionsapaIn den 1930er Jahren hat Reich die „Bione“ entdeckt. Er hat gezeigt, daß seine Bione nicht mit Hilfe von „Luftkeimen“ erklärt werden können, da Bione sofort nach Herstellung der Präparate nachweisbar sind, während Gebilde, die sich aufgrund von „Luftinfektion“ bilden, Stunden zur Entwicklung brauchen und ohnehin keine Ähnlichkeit mit Bionen haben. Durch Luftinfektion konnte er nur „bestimmte Formen von großen Stäben und einfachen Kokken“ erzeugen (Der Krebs, S. 94-96).

In den amerikanischen Proceedings of the National Academy of Sciences wurde 2007 erstmals ein umfassender Zensus der Bakterien in der Luft vorgelegt, der eher ein Fragezeichen hinter Reichs Forschung setzt:

Früher mußten Forscher versuchen, die Luftkeime zu kultivieren, um sie identifizieren zu können, was problematisch ist, weil bis zu 99% der Bakterien in den Nährböden gar nicht überleben können. Inzwischen kann man mit dem sogenannten „PhyloChip“ die DNS bzw. RNS der Bakterien nachweisen und sie so identifizieren. Auf diesem Weg wurden 1800 Bakterienarten in der Luft von Texas gefunden.

Interessant ist der Befund, daß nicht der Ort so wichtig ist, an denen die Probe genommen wird, sondern vielmehr die Jahreszeit und die Witterungsbedingungen. Reich fand entsprechend, daß frisches Gras sich in einer Nährlösung weniger schnell bionös zersetzt und sich durch die Organisierung der Bione weniger schnell Protozoen bilden, als es bei Aufgüssen mit Heu der Fall ist.

Je extremer Reich die Stoffe behandelte (d.h. je besser er sie „sterilisierte“), etwa durch Glühen, desto einfacher bildeten sich Bione in der Nährlösung.

Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, daß man Mikroben auch an Orten findet, an denen sie theoretisch keine Überlebenschancen haben. Tatsächlich wurden in den letzten Jahren Bakterien in immer lebensfeindlicheren Umgebungen entdeckt.

2002 ist man in den Goldminen Südafrikas, mit 3,5 km den tiefsten Minen überhaupt, in Wassereinschlüssen auf Bakterien gestoßen. Im gleichen Jahr hat man entsprechendes auch in Millionen Jahren alten Sedimenten unter dem Meeresboden gefunden. Wie das Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie berichtet, wurden vor der Küste Perus bei bis zu 420 m tiefen Bohrungen lebende Einzeller gefunden. Es sei nicht bekannt, wie diese Zellen existieren können.

2008 haben französische und britische Forscher sogar 1600 Meter unter dem Meeresboden lebende Mikroorganismen entdeckt. In den Bohrkernen fanden sie Mikroben, die offenbar trotz der widrigen Bedingungen, zu denen Temperaturen zwischen 60 und 100 Celsius gehören, einen aktiven Stoffwechsel besitzen und sich vermehren.

Die Biosphäre im Inneren der Erde scheint global vernetzt zu sein – oder tatsächlich deshalb identisch zu sein, weil es halt Bione sind. Matthew Schrenk (Michigan State University) und sein Team untersuchten Proben aus dem tiefen Untergrund Kaliforniens und Finnlands, aus den tiefen Minenschächten Südafrikas und den tiefsten hydrothermalen Spalten des karibischen Meeres.

Schrenk berichtet:

Noch vor zwei Jahren hatten wir nur eine vage Vorstellung welche Mikroben in unterirdischen Gesteinsschichten vorhanden sind oder was sie fressen. Wir gewinnen jetzt dieses neue Bild nicht nur darüber, welche Art von Organismen man in diesen Systemen findet, sondern eine gewisse Übereinstimmung zwischen den Standorten weltweit – wir sehen die gleichen Arten von Organismen, wo wir auch hinschauen. Es ist leicht nachzuvollziehen, wie Vögel oder Fische sich ähneln können, obwohl sie Ozeane voneinander entfernt sind. Aber sich vorzustellen, daß 16 000 Kilometer voneinander entfernte Mikroben in den Ritzen harten Gesteins in extremen Tiefen, unter extremen Drücken und Temperaturen nahezu identisch sind, fordert die Phantasie heraus.

2005 wurde berichtet, daß Forscher im Grönlandeis in 3000 Meter Tiefe methan-produzierende Bakterien entdeckt hätten.

Die Wissenschaftler um Buford Price von der University of California schätzen das Alter der Bakterienkolonie auf mehr als 100 000 Jahre. Sie gehen davon aus, daß die Mikroben sich in der unwirtlichen Umgebung nur mühsam am Leben erhalten. Anstatt ihre Gemeinschaft zu vergrößern, müssen sie sich damit begnügen, Erbgutschäden zu reparieren.

Das auch für Einzeller winzig kleine Bakterium Herminiimonas glaciei hat über ein Jahrhunderttausend eine Umgebung praktisch ohne Sauerstoff, Nahrung, bei minus 50 Grad Celsius in dünnen Schichten flüssigen Wassers überlebt, in denen einen gewaltiger Druck herrscht.

2009 ist es Forschern der der Pennsylvania State University gelungen, diese Bakterien über 12 Monate hinweg langsam aufzutauen, d.h. zu einem Teil unserer Biosphäre zu machen. Sie haben kleine Kolonien gebildet.

Zum Gedenken an Hans Hass (Teil 2)

8. Juli 2013

Was die Einteilung der Energone betrifft, hält Hass die geläufige Unterteilung in Pflanzen und Tiere bei:

Hier liegen zwei große klar unterschiedene Gruppen vor – ebenso wie im zweiten Evolutionsteil jene der Berufstätigen und Erwerbsorganisationen. Auf diese Weise wird freilich nach verschiedenen Kriterien eingeteilt: erst nach der Art des Energieerwerbes, dann nach der Integrationsstufe. Formal richtiger wäre die Einteilung: Einzeller, Vielzeller, Berufstätige, Erwerbsorganisationen. Da jedoch jedes Einteilungssystem etwas künstlich in die Natur Hineingetragenes ist, scheint mir übertriebene Konsequenz hier nicht am Platz. (Hass: Naturphilosophische Schriften, Bd. 2, München 1987, S. 93)

Man kann das Lebendige auch von Hass‘ „Hyperzeller-Theorie“ aus betrachten: Was wäre ein Wolf ohne Beine? Tot, denn er würde schnell verhungern. Was wäre eine Spinne ohne Netz? Tot, denn sie würde schnell verhungern. Der Unterschied ist nur, daß der Wolf ein Vielzeller ist, dessen sämtliche Organe zu seinem Zellgefüge gehören. Während eine Spinne imgrunde immer nur ein Zellgefüge plus ein zusätzliches Organ (das Netz) ist, das nicht zum Zellgefüge gehört. Deshalb ist die Spinne nicht nur ein Vielzeller, sondern auch ein Hyperzeller. Während sich der Zellkörper nur aus natürlichen Organen zusammensetzt, kann sich der Leistungskörpers zusätzlich auch aus „zusätzlichen Organen“ zusammensetzen. Ohnehin bedeutet „Organ“ (griechisch organon) nichts anderes als „Werkzeug“.

Stellen wir uns nun mal vor, wir würden den werten Leser nackig machen und irgendwo in der russische Tundra aussetzen. Außerdem hätten wir ihn lobotomiert, so daß er die Intelligenz eines durchschnittlichen Säugetiers hat und sich keine Werkzeuge bauen könnte. Er wäre selbst im Sommer innerhalb von Tagen, wenn nicht Stunden tot. Der Mensch kann nur als Hyperzeller überleben. (Seine Vorstellungen vom Paradies beinhalten stets Szenarien, in denen er „nur Vielzeller“ sein kann!)

Er ist noch weit mehr von seinen zusätzlichen Organen abhängig als die Spinne. Zum „Hyperzeller“ wird er dadurch, daß er seinen Beruf ausübt und genauso wie die Spinne mit ihrem Netz mit seinen Werkzeugen und Kenntnissen („immateriellen“ Werkzeugen) Energie gewinnt, um leben zu können (konkret erhält er Anweisungsscheine auf Energie: Geld). Da er aber in einer Firma angestellt ist und alleine seinen Beruf nicht ausüben könnte, ist er nur Teilorgan eines umfassenderen Hyperzellers: der „Soundso GmbH“. Etwa so, wie auch eine einzelne Ameise biologisch betrachtet ein Unding ist und nur als Teil des Ameisenhaufens biologisch sinnvoll funktioniert.

Ich brauche den Leser nicht zu erklären, daß einerseits die Firma, in der er arbeitet, ihm sein Leben garantiert, es aber andererseits zerstört, weil sie keinerlei Rücksicht auf ihn als „nacktes Menschentier“ nimmt. Seine zusätzlichen Werkzeuge kommen über ihn und zerstören ihn. Aus den Sklaven, d.h. den Werkzeugen des Menschen, werden die Meister. So geht es gegenwärtig allen Menschen und zwar nicht nur als Individuen, sondern auch als Tierart, denn die Entwicklung der vom Menschen ausgehenden Hyperzeller (die die Lebensentfaltung der Ein- und Mehrzeller bruchlos fortführen) macht nicht nur aus den Einzelnen Wracks, die ihr Leben nur im Suff ertragen können, sondern sie zerstört auch die Lebensbasis der Tierart Mensch: der Planet geht an der Umweltzerstörung zugrunde.

Über die vierte Art von Energonen (nach Pflanzen, Tieren und Berufskörperen) bzw. den Hyperzeller höherer Integration schreibt Hass:

Ebenso, wie vor mehr als einer Milliarde Jahren manche Arten von Einzellern dazu übergingen, größere, vielzellige Lebewesen zu bilden, kam es auch bei den Hyperzellern zur Bildung von größeren, auf gemeinsame Aufgaben ausgerichtete Erwerbsorganisationen. Und ähnlich, wie im vielzelligen Körper die Zellen größere, leistungsfähigere Organe aufbauen – zum Beispiel die aus vielen Zellen bestehenden Flossen, Augen und Knochen, so bestehen auch in den größeren, von Tausenden von Hyperzellern gebildeten Lebenskörpern „Abteilungen“, die auf bestimmte Aufgaben ausgerichtet sind, in Wirtschaftsunternehmen etwa die aus zahlreichen Hyperzellern gebildete Betriebsleitung samt ihren ausführenden Organen, die Produktionsabteilung, die Verkaufsabteilung und andere. (Hass: Die Hyperzeller, Hamburg 1994)

Damit kann man den Menschen funktionell mit den Einzellern vergleichen, aus denen die Vielzeller hervorgegangen sind. Hass:

Wie bis heute jeder vielzellige Organismus aus einer Einzelzelle – der Keimzelle – hervorgeht, so haben auch die größeren Leistungskörper, die der Mensch aus zusätzlichen Organen aufbaut, stets einen oder mehrere Menschen als steuerndes Zentrum. Ich bezeichne die größeren Lebenseinheiten als Hyperzeller und behaupte, daß sie die Evolution der Einzeller und der Vielzeller unmittelbar fortsetzen. (ebd.)

Anders ausgedrückt: aus Sicht des lebendigen Funktionierens ist nicht der biologische Körper, wie man ihn in Präparatesammlungen begutachten kann, wichtig, sondern das lebendige Leistungsgefüge als ganzes, das aus mehr Einheiten bestehen kann als der bloße Zellkörper.

In der Entwicklung der Energone von den Pflanzen bis zu den Tieren, lassen sich vier Entwicklungsstufen unterscheiden:

  1. das Erbrezept (das Genom) baut Organe auf, die dann nach eigener Kompetenz funktionieren (Pflanzen);
  2. zusätzlich baut das Erbrezept das Zentrale Nervensystem auf, das das Zusammenwirken der Organe koordiniert, wozu zusätzlich Rezepte vererbt werden (die Tiere mit ihren angeborenen Verhaltensprogrammen);
  3. das Zentralnervensystem übernimmt selbst die Bildung dieser Rezepte (das Säugetier als „Lerntier“);
  4. durch Vormachen und Nachahmung („Erziehung“) und durch Sprache, Schrift, etc. können diese erworbenen Rezepte „vererbt“ werden. (Hass: Naturphilosophische Schriften, Bd. 2, S. 47-51)

Das ist eine Entwicklung zu immer mehr Freiheit und Autonomie, die aber gleichzeitig mit einer zunehmenden Gefährdung von Freiheit und Autonomie einhergeht: im Gegensatz zu einem Fisch oder Reptil kann man ein Säugetier dressieren – und einen Menschen kann man fast beliebig „erziehen“, d.h. ihm ein „Über-Ich“ verpassen. Betrachtet man dazu parallel die Entwicklung der Organe von den angeborenen, über die erworbenen zu den selbst hergestellten Organen (Werkzeugen), hat man die Naturgeschichte des menschlichen Elends vor sich: die Einheit von Panzerung („Über-Ich“) und „technischer Zivilisation“:

  1. alle Organe werden vom Genom aus Zellen gebildet;
  2. das Genom enthält Verhaltensrezepte für den Erwerb und Gebrauch zusätzlicher Organe (z.B. der Einsiedlerkrebs und sein Schneckenhaus);
  3. mit Hilfe seines Zentralnervensystems kann der Mensch beliebig viele zusätzliche Organe zur Anwendung bringen;
  4. es kommt zur Ausbildung der technischen Zivilisation, in der der Mensch selbst zum Anhängsel der Maschine wird.
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Grasinfusion

13. Mai 2013

Gastbeitrag von Oliver Gerlach

Hallo Herr Nasselstein, ich wende mich mit einigen äußerst interessanten Beobachtungen an Sie, die ich im Verlauf meiner Versuche mit Grasinfusionen gemacht habe.

Seit September 2012 konzentriere ich mich in meinem Labor auf die Beobachtung von Heu- und Moosinfusionen. Wie ich Ihnen bei unserem Treffen in Hamburg erzählt habe, möchte ich eine Dokumentation der Prozesse in den Infusionen mittels Zeitraffer anfertigen. Ich ringe hier immer noch mit einigen technischen und methodischen Schwierigkeiten, mit denen ich Sie heute aber nicht langweilen will. Es geht um Beobachtungen in den Infusionen, die unübersehbar orgonomische Relevanz besitzen und bisher anscheinend noch niemandem aufgefallen sind.

Ich fertigte eine Infusion aus Heu (frisch vom Zoohandel) mit Volvic-Wasser an. Die Halme werden „handverlesen“; nicht zu gelb, nicht zu grün, nicht zu dick usw. Ein großes Einmachglas wird mit kleingeschnittenem Heu und ca. 1 L Volvic gefüllt. Nach 5 – 6 Tagen zeigen sich mikroskopisch die wohlbekannten Bläschen- und Zystenformen an den Rändern der Halme, Pantoffeltierchen, Amöben usw. Aber das kennen wir ja alles schon. Um die Proben aus den Infusionsgläsern zu beobachten, legte ich einige Halme zusammen mit Flüssigkeit aus der Infusion in eine Petrischale. Mein Mikroskop kann auf dem Objekttisch eine Petrischale aufnehmen und führen. So kann ich dieses isolierte „Stück“ aus dem großen Infusionsglas über Wochen beobachten, ohne dass es austrocknet. In dieser Probe machte ich folgende Beobachtung (siehe Plasma 1-Video unten): Es scheint, als ob sich hier die feinen Bläschen geschlossen vom Grashalm lösen und davonkriechen!

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=PJtrbjQ3du0%5D

Etwas später fand ich in der selben Probe dieses seltsame Gebilde (siehe Plasma 2-Video unten). Es handelt sich hierbei um ein amöboides Gebilde von gigantischen Ausmaßen. Der Bildausschnitt überdeckt mehr als 1 mm in der Diagonalen. Es verzweigt sich blumenkohlartig von einem „Uroid“ und zeigt nur an den äußersten peripheren Stellen ektoplasmatische Vorwölbungen (siehe Amöbe). An den „Stengeln“ gibt es kein Ektoplasma, dafür aber feine Bläschen, die hier wild umherschwirren und den Anschein erwecken, als wären sie eine Vorstufe von Ektoplasma. Die Strömungsbewegungen innerhalb dieses Gebildes zeigen äußerst eindrucksvolle Spannungs-Ladungs-Vorgänge.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=_jcYf52pLq4%5D

Was ist nun das besondere an diesem Gebilde?

Meiner Erfahrung nach ist es zu groß für eine Amöbe, die verzweigte Gestalt und die fehlende ektoplasmatische Umhüllung ist ebenfalls merkwürdig. Es gibt einige Amöbenarten, die äußerst groß werden (z.B. Chaos bis zu 5 mm) aber dieses Ding sieht anders aus. Bei dem Film Plasma 2 sehen Sie etwa bei 00:37 oben links am Rand ein durchscheinendes Gebilde neben dem riesigen Blumenkohl. Das ist eine „normale“ Amöbe, die schon richtig groß ist. Ich werde den Eindruck nicht los, dass hier Plasma aus den abgestorbenen Pflanzenzellen zusammenfließt und umherwandert.

Gestern schaute ich mir das große Kulturglas, in dem sich die Heuinfusion befindet, genauer an. Mir fielen weißliche, geschwungene Streifen auf, die an der Glasinnenseite wachsen. Es sieht aus wie eine Art schleimiger Pilz, der großflächig am Glas bis hinauf zum Rand wächst. Sofort hatte ich den Eindruck, dass es sich hier um das selbe Gebilde handeln könnte, nur noch viel, viel gigantischer, mit Ausmaßen von mehreren QUDRATZENTIMETERN! Also merkte ich mir eine markante Stelle der Struktur. Heute morgen konnte ich feststellen, daß eben dieses Stück der Struktur verschwunden war: ES BEWEGT SICH! Ich entnahm eine Probe aus dem Aufwuchs und untersuchte sie mikroskopisch: Plasmaströmungen wie in Plasma 2, schwächer aber eindeutig.

Ich fertigte eine Zeitrafferaufnahme dieses Gebildes am Glas an (siehe Plasma 3-Video unten). Der Film zeigt das Gebilde im Verlauf von etwa 4,5 Stunden ohne jegliche Vergrößerung. Da ich heute morgen einige Proben entnahm und den Deckel öffnete, entkam anscheinend einige Luftfeuchtigkeit und die Glasinnenseite trocknet im Verlauf des Films ab und das Gebilde trocknet ein. Trotzdem kann man sehr eindrucksvoll Pulsation in den blutgefäßartigen Verzweigungen des Gebildes beobachten. Als ich den fertigen Film dieses plasmatischen „Monsters“ sah, musste ich mich erstmal hinsetzen. Gut dass es nicht im Trockenen „überleben“ kann, sonst würde es aus dem Glas rauskriechen…

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Was bedeuten diese Beobachtungen meiner Meinung nach?

Ich interpretiere die Beobachtungen im ersten Eindruck so, dass aus zerfallendem Gewebe neben einzelligen Protisten auch „Plasma-Ansammlungen“ entstehen, die zusammenfließen und ein „System“ bilden. Bei der Beobachtung „normaler“ Amöben hatte ich schon immer den Eindruck eines „Tröpfchen Lebendes“ – ohne Form und trotzdem reizbar, stoffwechselnd usw. Anscheinend ist die kritische Masse eines solchen „Tröpfchens“ weitaus größer als ich dachte. Überaus eindrucksvoll ist auch der Eindruck der Plasmaströmungen: pulsierend, ein-und ausströmend, spontan. Das bultgefäßartige Mäandern der „Pseudopodien“ am Kulturglas scheint eine Fließ- und Bewegungsfunktion der Orgonenergie im Plasma zu zeigen, die sich auch im Körper und in den Geweben niederschlägt: Adern in tierischen oder pflanzlichen Geweben, Nervenbahnen.

Orgonomisches Potential und Bewußtsein

12. Juli 2011

Aus funktionalistischer Sicht entwickelte sich das Bewußtsein wie folgt:

  1. der kosmische Orgonenergie-Ozean ist „erregbar“ (Wahrnehmung)
  2. mit der Bildung von Bionen und Einzellern die Pulsation im orgonotischen System (Emotion)
  3. im Verlauf der Evolution die Koordinierung unterschiedlicher Wahrnehmungen und Gefühlsregungen im Zentralen Nervensystem, dem Zentrum des Orgonoms (Bewußtsein)

Entsprechend gibt es drei mechano-mystische Theorien über das Bewußtsein:

  1. Das Gehirn wird als eine Art „Radioempfänger“ betrachten, der ein „Bewußtseinsfeld“ empfängt.
  2. Bewußtsein ist schlicht eine Art „geistiges Wesen“, das den menschlichen Organismus okkupiert.
  3. Es wird als eine Art „innerer Projektionsschirm“ betrachtet. Frei nach Konrad Lorenz und Hans Hass kann man sich das etwa wie folgt vorstellen: Um sicher von Baum zu Baum springen zu können, mußten die Affen den Sprung vorher innerlich simulieren, sozusagen als inneren Film vor dem geistigen Auge abspielen. Daraus hat sich dann nach und nach das Bewußtsein entwickelt.

K. Lorenz führt das menschliche Vorstellungsvermögen auf die bei höheren Tieren entwickelte „Raum-Repräsentanz“ zurück. Wenn etwa Affen von einem Ast zum anderen springen, müssen sie vorher gleichsam „theoretisch“ ermitteln, ob dieser Sprung praktisch möglich ist. Aus dieser Fähigkeit könnte sich der innere Projektionsschirm unserer „Phantasie“ weiterentwickelt haben. (Hans Hass: Der Hai im Management, München 1988, S. 310)

Alle drei Theorien haben etwas für sich:

  1. Die Vorstellung von „Radioempfänger“ macht in mystischer Verkleidung deutlich, daß man das Bewußtsein nicht auf das Gehirn beschränken kann.
  2. Der „Geist in einer fleischlichen Hülle“ macht deutlich, daß wir tatsächlich primär keine „materiellen Wesen“ sind, sondern freie Orgonenergie, die in einer Membran gefangen ist. Die dergestalt hervorgerufene Trennung zwischen Außen und Innen ist der letztendliche Urgrund des Phänomens Bewußtsein.
  3. Entsprechend macht die Theorie von Konrad Lorenz und Hans Hass deutlich, daß es sich beim Bewußtsein um eine Widerspiegelung der Außenwelt handelt. Wären wir wirklich im Kern „überweltliche“ Wesen, könnten wir kaum überleben.

Das ist das Bewußtsein objektiv betrachtet, aber Kennzeichen von Bewußtsein ist ja gerade seine Subjektivität. Wie kann man diese Seite konzeptionell erfassen?

Die Antwort für diese „unlösbare Frage“ ist denkbar einfach, wenn wir uns überlegen, was denn das Gegenteil von Bewußtsein ist. Chaos! Maximale Entropie.

Hier kommt der Gegensatz von mechanischem Potential (wachsende Entropie) und orgonomischem Potential (abnehmende Entropie) ins Spiel.

Ein mechanisches Uhrwerk, das zu Boden fällt, zerspringt in seine Einzelteile. Die zeitliche Umkehr dieses mechanischen Vorgangs, daß nämlich Schrauben, Federn und Zahnräder sich spontan zu einer laufenden Uhr zusammensetzen, wurde bisher nicht beobachtet. (…) Eine Kanne mit warmem Kaffee kühlt spontan auf die sie umgebende Zimmertemperatur ab. Der umgekehrte Vorgang einer spontanen Mehrerwärmung gegenüber der Zimmertemperatur wurde bisher noch nicht beobachtet. (Klaus Mainzer: Zeit, München 1995, S. 73f)

Wurde doch! Und zwar beim sich spontan erwärmenden Orgonenergie-Akkumulator, wie James DeMeo erst vor kurzem erneut und zwar wissenschaftlich endgültig nachgewiesen hat. Und was die spontan sich zusammensetzende Uhr betrifft: nichts anderes ist die Entwicklung der Lebewesen, die schließlich im Menschen kulminierte und sich auf höherer Ebene fortsetzte. Um das nachzuweisen habe ich lang und breit Hans Hass Energontheorie präsentiert. (Siehe Die Energetiker: Kurt Wieser.) Entsprechend kann man auch einfach sagen: daß es Uhren überhaupt gibt, ist der Beweis dafür, daß in der Natur ein Prozeß existiert, der der Entropie entgegenarbeitet.

Entropie ist Information, welche nicht zur Verfügung steht. Es war eine wichtige Entdeckung von Ludwig Boltzmann, daß die Entropie, die zuerst als eine rein thermische Größe definiert worden war, etwas mit Information zu tun hat. In der statistischen Deutung der Thermodynamik wurden die untersuchten Systeme als aus lauter kleinen Teilchen bestehend aufgefaßt. Wenn man nun Kenntnis über den globalen Systemzustand hatte, zum Beispiel über sein Volumen, seine Temperatur und den Druck, dann reicht diese Kenntnis nicht aus, um auch noch Genaues über die unzähligen einzelnen Bestandteile zu wissen. Die Information, die ein allwissender Dämon zu unserer bloß makroskopischen Kenntnis noch hinzugewinnen könnte, ist gerade gleich der Entropie. In diesem Sinne soll der obige Satz verstanden werden. (Thomas Görnitz: Quanten sind anders, Heidelberg 1999, S. 249)

Was die „Maxwellschen Dämonen“ betrifft siehe Maxwells Dämonen und die Orgonenergie.

Entropie ist Information, welche nicht zur Verfügung steht. Im Umkehrschluß bedeutet das, daß jeder Faktor, der der Zunahme von Entropie, sozusagen der „Zunahme von Nichtwissen“, entgegenarbeitet mit Informationsgewinn verbunden sein muß. Man denke nur an die Lebewesen, die aus einer Planetenoberfläche die nicht mehr war als ein Haufen Geröll eine wunderbar geordnete „Landschaft“ gemacht haben, in der „alles seinen Platz“ hat.

Je mehr sich ein System der Tendenz zur zunehmenden Entropie widersetzt, nimmt es desto eindeutiger eine orgonomische Gestalt an. Das reicht von der Orgonomform bestimmter Einzeller bis zur Spiralform der Galaxien. Es ist geradezu zwangsläufig, daß am Ende dieses Prozesses innerhalb von Galaxien auf Planeten schließlich Lebewesen auftreten, die ein Bewußtsein entwickeln. Bewußtsein ist schlichtweg der höchste Ausdruck von Ordnung.

Ich höre dich an, ich lese deine Sachen, ich schaue mir deine Wohnung an – und weiß alles über deinen „Grad an Bewußtsein“ und sogar über die groben Umrisse deiner „Subjektivität“!