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nachrichtenbrief23

18. Mai 2017

DOR-Wolken und DOR-Linien

20. März 2015

DOR-Wolken sind eine alltägliche Erscheinung. Sie sind typischerweise eckig und sehen aus wie Stahlwolle, die am Himmel hängt. Beobachtungen überzeugen schnell, daß ihre schwarz-graue Farbe weder etwas mit der dicke der Wolke zu tun haben kann noch mit dem Stand der Sonne.

Derartige Wolken „inmitten von Regenwolken zeigen das Vorhandensein von Ea an“ (Reich: Das ORANUR-Experiment II, S. 226). Siehe dazu auch Edens Die orgonomische UFO-Forschung – Ein Überblick.

Hier weitere Photos von DOR-Wolken, wie Reich und Eden sie beschrieben haben:

http://www.flickr.com/photos/94061424@N00/861224878/

http://www.flickr.com/photos/14580645@N05/2308197992

http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Beleuchtete_Wolken_Dresden.jpg

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1028745/bilder/image_main/

http://www.boisedailyphoto.com/2012/04/cloud-contrast.html

http://www.free-background-wallpaper.com/image/117/Deep-Bank-Cloud-Background&search=clouds

Zur Ergänzung möchte ich auf etwas verweisen, was mehr oder weniger auf meinem eigenen Mist gewachsen ist. In Ea und die Wellenfunktion habe ich dazu u.a. folgendes geschrieben:

Der amerikanische Arzt Max Bloom hat zweimal am morgendlichen Himmel seltsame linealgerade dunkle Streifen beobachtet, wobei einer zusammen mit einem welligen Kondensstreifen auftrat, der verwehte und sich auflöste, während die schnurgerade Linie bestand hatte. Durch diesen Bericht sensibilisiert habe auch ich Anfang 1985 in Schleswig-Holstein, erneut etwa ein Jahrzehnt später in Hamburg und dann wieder 2004 in Westfalen, jeweils am frühen oder späten Nachmittag solche subtilen aber nichtsdestoweniger unzweideutig mathematisch perfekten und zweifellos artifiziellen dunklen Streifen gesehen, die übrigblieben, als die verwirbelten Kondensstreifen langsam verwehten und sich auflösten.

Charakteristischerweise erwägt Bloom, der (genau wie ich) kein Flugzeug sah, nicht die Möglichkeit, daß UFOs für diese seltsame und offensichtlich sehr seltene Erscheinung verantwortlich sein könnten. Eine solche Spekulation wäre nur folgerichtig gewesen, denn einerseits wurden UFOs mit bestimmten „Kondensstreifen“ oder „gasförmigen Himmels-Bändern“ in Verbindung gebracht und andererseits glaubte Reich, daß DOR-Wolken (genauer gesagt die typischen „Trockenheitswolken“), welche „mechanisch kantig“ aussehen und eine „schmutzige, stahlgraue Farbe“ haben, von UFOs erzeugt werden. Ich kann mir jedenfalls keinen Mechanismus vorstellen, wie Flugzeuge die von Bloom beobachteten Linien zuwege bringen sollen, zumal sich normalerweise Kondensstreifen und DOR ausschließen.

Besonders interessant ist Blooms Beobachtung eines „nackten“ DOR-Streifens ohne begleitenden Kondensstreifen, der einen Schatten auf eine unter ihm befindliche Wolke warf. Die Dunkelheit des geworfenen Schattens wollte nicht recht zu der scheinbaren Dichte des DOR-Streifens passen. „Für etwas“, schreibt Bloom, „das so durchsichtig war, blockierte es viel des Sonnenlichts.“ Ähnliches habe auch ich beobachtet, obwohl ich nur den Schatten auf der weißen Cumuluswolke sah, nicht aber den schattenwerfenden DOR-Streifen selbst, der offenbar viel zu subtil war, um vom Boden aus gesichtet werden zu können.

Hier das Photo einer DOR-Linie: „Etwas fiel vom Himmel und hinterließ eine lange schwarze Wolke, die auf die Erde herabreichte. Die schwarze Wolke sah wie Satan aus, der auf die Erde fiel.“ Zur weiteren Illustration hier einige Videos aus YouTube, wobei ich mich jedoch ausdrücklich von all dem „Chemtrail“-Unsinn, der hier geboten wird, distanzieren möchte. Siehe dazu Die Wolken sterben (Teil 2).

Was die Verbindung von DOR-Linien und UFOs betrifft, möchte ich auf folgendes verweisen: dieses Photo zeigt eine DOR-Linie in Verbindung mit einem UFO. Allgemein zur Verbindung von DOR-Wolken und UFOs siehe den Blogeintrag Jerome Eden: Kann der Planet Erde gerettet werden? (Teil 1).

Im Anschluß an den Italiener Giobanni Schiaparelli hat der bedeutende amerikanische Astronomen Percival Lowell die berühmt-berüchtigten „Marskanäle“ entdeckt. Über 50 Jahre später mit Beginn der Raumfahrt war „natürlich“ Lowells Theorie widerlegt und für die amerikanischen Wissenschaftler Carl Sagan und Paul Fox war

die überwiegende Mehrzahl der Kanäle (…) weitgehend ein Phantasieprodukt (…) ein anschauliches Beispiel für die Unzuverlässigkeit des Systems von Augen, Hirn und Hand unter schwierigen Beobachtungsbedingungen. (A.C. Clarke: Geheimnisvolle Welten, München 1981)

So wurde wieder einmal eine potentiell sehr wichtige Entdeckung vom Strom des sich akkumulierenden menschlichen Wissens entfernt.

1971, im Jahre der kartographischen Erfassung des Mars durch Mariner 9, machte der amerikanische Astronomen Peter Boyce eine überraschende Entdeckung in Chile an einem der besten Teleskope der Welt. Er sah „plötzlich von der Spitze eines der trompetenförmigen Dunkelgebiete (Syrtis major) in der Äquatorzone des Planeten einen klassischen Lowellschen Kanal ausgehen.“ Dann „erschienen weitere Markierungen, darunter immer mehr Linien und ‘Oasen’.“ Durch ein weiteres Teleskop sah auch sein Kollege Jim Westfall, sie „plötzlich überall auftauchen“ (ebd.).

Was hatte Lowell wirklich gesehen? Über die Oberfläche ziehender Staub, wie Boyce glaubt? Oder waren es vielleicht eine Art von „DOR-Linien“? Was hat es mit den dunklen Linien („Brücken“) auf dem Mond auf sich, die ich in Ea und die Wellenfunktion beschreibe? DOR-Linien?

Auf dem Jupitermond Europa wurden rätselhafte Linien entdeckt – dunkel und gerade – sie werden als „Risse in einer dicken Eisschicht“ interpretiert. Man sprach aber auch von

Serien von eigenartigen, feinen, dunklen Linien, die bis zu Tausenden von Kilometern lang und über diese Distanz bemerkenswert gerade sind. Ihr Ursprung bleibt vorerst ein Rätsel. (Guest, J., et al.: Planeten Geologie, Freiburg 1981)

Am 19.10.03 machte der Astrophotograph Olivier Meeckers ein Photo des Jupiters, auf dem ein unerklärlicher schwarzer Fleck zu erkennen ist. Eine DOR-Wolke?

Nun, die Linien auf dem Jupitermond seien Bruchlinien und die schwarzen Flecken auf dem Jupiter selbst Folgen von Meteoriten-Einschlägen. Klingt vernünftig und stimmt mit großer Wahrscheinlichkeit auch. Trotzdem sollte man DOR-Linien und DOR-Wolken nicht ausschließen, die man schließlich auf der Erde direkt beobachten kann.

Was ist mit den Sonnenflecken? Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die Theorie des berühmten britischen Astronomen Fred Hoyle und seines Schülers N. Chandra Wickramasinghe, denen zufolge Viren und Bakterien im kosmischen Staub vorhanden sind und vom Sonnenwind getrieben auf die Erde herunter prasseln.

Die beiden Forscher konnten für die Zeit seit 1761 alle 11 Jahre eine große Grippeepidemie nachweisen. Dabei ist nicht nur auffällig, daß dieser 11-Jahresrhythmus mit der Sonnenfleckenaktivität synchron läuft, sondern auch mit dem Rhythmus, in dem Dürrekatastrophen auftreten.

Vielleicht haben die Grippeepidemien nichts mit „Viren aus dem All“ zu tun, wie Hoyle und Wickramasinghe annehmen, sondern mit einem vermehrten DOR-Gehalt der Erdatmosphäre entsprechend dem periodischen DOR auf der Sonnenoberfläche.

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Der Pesthauch der Bibel (Teil 1)

25. September 2011

Die gesamte Bibel atmet den Hauch der Wüste. Ich kann mich noch gut an meinen Religionsunterricht erinnern. Was uns da als „Frohe Botschaft“ verkauft wurde, hinterließ bei mir nichts als einen faden Nachgeschmack von Trockenheit, Dürre, Wüste und vor allem Grauen. Ich bin sicher, daß jeder als Kind mit dem untrüglichen Sinn des noch relativ ungepanzerten Lebens diesen Mumiengeruch wahrgenommen hat.

Was hält denn die Bibel, Altes und Neues Testament, konzeptionell zusammen? Die Geschichte des Wüstendämons „Asasel“. Am „Versöhnungstag“ wurde ihm ein „Sündenbock“ dargebracht, auf dem zuvor vom Priester alle Sünden des Volkes übertragen worden waren (Lev 16). Genauso wurde, Paulus zufolge, Jesus mit den Sünden des Volkes beladen und (dem Wüstendämon) Jahwe geopfert.

Oder nehmen wir das Abendmahl, mit dem ich mich bereits an anderer Stelle beschäftigt habe. – Unter dem Druck der Wüste ist es mit Sicherheit zu Fällen von Kannibalismus gekommen. Noch in Dtn 28,53-57 hallen diese ersten alptraumhaften Schrecknisse des aufdämmernden Patriarchats nach, wenn wir dort als weiteren „Fluch des Ungehorsams“ über Ereignisse lesen, die aus späteren Dürrekatastrophen im Nahen Osten durch unbezweifelbare Zeugenaussagen belegt sind:

In der Hungersnot, die während der Belagerung in euren Städten herrscht, werdet ihr das Fleisch eurer eigenen Kinder essen, die der Herr, euer Gott, euch geschenkt hat. Der vornehmste Mann, der auf seine feine Lebensart stolz ist, wird sich nicht scheuen, seinen eigenen Sohn zu verzehren; er wird eifersüchtig darüber wachen, daß keiner von seinen Verwandten einen Bissen davon bekommt, nicht einmal die geliebte Frau und die übrigen Kinder. So groß wird die Not sein in den Städten, die von euren Feinden belagert werden. Die verwöhnteste Dame, die vor lauter Vornehmheit keinen Fuß auf die Erde setzt, wird in der höchsten Not ihre Nachgeburt verzehren und sogar das Kind, das sie soeben geboren hat; sie wird es in aller Heimlichkeit tun und nicht einmal dem geliebten Mann und den übrigen Kindern etwas davon gönnen.

Den Höhepunkt der Blutorgie, die die Bibel beschreibt, stellte der „Bann“ dar. Zu diesem Komplex zitiere ich aus der Sachkunde zur Biblischen Wissenschaft, einer Unterrichtshilfe für Religionslehrer von Hans-Jochen Gamm:

Der „Heilige Krieg“ galt den Israeliten als eine kultische Handlung. Das Heer befand sich dabei unter strenger, sakraler Ordnung. Die Krieger waren geweiht (Jos 3,5), auch ihre Waffen (2 Sam 1,21). Nach einer Niederlage fastete das Heer (Ri 20,26). Vor dem Kampf wurden Opfer dargebracht (1 Sam 7,9; 13,9). Als besonders wichtig galt die Gottesbefragung (Ri 20,27). Auf Grund des zusagenden Gottesbescheides verkündete der Heerführer: „Jahwe hat (…) in eure Hand gegeben“ (Jos 2,24; 6,2.16; Ri 7,9-15; 1 Sam 14,12; 17,46). Man meinte, daß Jahwe vor dem Heer dem Feind entgegenzog (Dtn 20,4; Ri 4,14) – und scheute sich die Krieger zu zählen, weil das Wunder Jahwes nicht rationalisiert werden durfte (2 Sam 24,1ff). Die heiligen Kriege galten als Jahwes Kriege (1 Sam 25,28), die Feinde als Jahwes Feinde (Ri 5,31; 1 Sam 30,26). Deshalb sollte das Heer sich nicht fürchten (Ex 14,13; Jos 8,1; 10,25; 11,6). Man glaubte, daß Jahwe durch Verwirrung der Feinde, durch Finsternis, Gewitter, Erdbeben, Steinschlag (Hagel oder Meteorite?) zugunsten der Geweihten in die Schlacht eingriff (Ex 23,27; Jos 10,10f; 24,7; Ri 4,15; 1 Sam 7,10; 14,15-20). Der geweihte Krieger meinte, er käme Jahwe zu Hilfe (Ri 5,23). Den Höhepunkt und Abschluß des Kampfes bildete der Bann, die Übereignung der Beute an Jahwe, deshalb wurden die gebannten Menschen und Tiere getötet; Wertgegenstände gingen in den Schatz Jahwes ein (Jos 6,18f). Nur „Heilige Kriege“, nicht die profanen, endeten mit der Bannung. (München 1965, S. 67)

Der Ausrottungsbefehl Jahwes hat sich auf das ganze Land Kanaan erstreckt. Die Bewohner des Landes gab er preis, „so daß ihr sie vernichten und ihr Land in Besitz nehmen könnt“ (Dtn 12,29). Die Beschreibung dieser heiligen Endlösung (die im übrigen nie so total stattgefunden hat, sondern nur in der Phantasie der heiligen Männer, die das Alte Testament verfaßt und kompiliert haben) überlasse ich der Heiligen Schrift:

Der Süden Kanaans wird erobert: Nachdem Josua Jericho ausgeplündert, alle seine Einwohner umgebracht und die Stadt verbrannt hatte, dasselbe mit der Stadt Ai getan und fünf Kanaaniterkönige gefangen und hingerichtet hatte,

griff Josua die Stadt Makkeda an und eroberte sie. Am König und an allen Einwohnern ließ er den Bann vollstrecken. Alle wurden getötet; niemand konnte entkommen. Josua bereitete dem König von Makkeda dasselbe Schicksal wie dem König von Jericho. Von Makkeda zog Josua mit dem Heer der Israeliten vor die Stadt Libna und griff sie an. Der Herr gab auch Libna und ihren König in die Gewalt der Israeliten. Sie töteten alle Einwohner und ließen niemanden entkommen. Dem König von Libna bereiteten sie dasselbe Schicksal wie dem König von Jericho. Von Libna aus zogen sie vor die Stadt Lachisch, umzingelten sie und griffen sie an. Am zweiten Tag der Belagerung gab der Herr die Stadt in die Gewalt der Israeliten. Sie eroberten sie und töteten genau wie in Libna alle Einwohner. Auch König Horam von Geser, der den Leuten von Lachisch zu Hilfe eilte, wurde von Josua besiegt, seine Truppen wurden bis auf den letzten Mann aufgerieben. Von Lachisch aus zogen sie in die Stadt Eglon, umzingelten sie und griffen sie an. Sie eroberten sie am gleichen Tag und vollstreckten an allen Einwohnern den Bann, genau wie sie es in Lachisch getan hatten. Von Eglon aus zogen sie vor die Stadt Hebron, griffen sie an und eroberten sie. Sie vollstreckten den Bann an der Stadt genau wie in Eglon und töteten den König und alle Bewohner, auch die der umliegenden Ortschaften, keiner konnte entkommen. Darauf kehrten sie um und griffen die Stadt Debir ab. Sie eroberten sie mit den umliegenden Ortschaften und vollstreckten den Bann an ihrem König und allen Bewohnern. Wie in Hebron ließ Josua niemanden entkommen. Er bereitete Debir und seinem König dasselbe Schicksal wie Libna und seinem König. Auf diese Weise eroberte Josua das ganze Land (…). Er besiegte alle Könige und ließ niemanden in diesem ganzen Gebiet am Leben; an allen vollstreckte er den Bann, wie der Herr, der Gott Israels, es befohlen hatte. In einem einzigen Feldzug eroberte Josua diese Gebiete und besiegte alle Könige, die dort regiert hatten; denn der Herr, der Gott Israels, kämpfte für sein Volk. (Jos 10,28-42)

Der Norden Kanaans wird erobert: Die Könige Nordkanaans versuchten die Eindringlinge aus ihrem Gebiet herauszuhalten, aber Josua gelang ein Überraschungsangriff auf ihr Lager und sie wurden in die Flucht geschlagen.

Dann kehrte Josua um und eroberte die Hazor, die damals alle Städte in dieser Gegend samt ihren Königen beherrschte. Er erschlug ihren König, und die Männer Israels vollstreckten an allen Einwohnern den Bann. Niemand blieb am Leben; die Stadt wurde verbrannt. Auch alle anderen Städte eroberte Josua und ließ ihre Könige und alle Einwohner töten, wie es Moses, der Diener des Herrn, befohlen hatte. Diese Städte wurden jedoch nicht verbrannt; sie stehen noch heute auf ihren Hügeln. Die Israeliten nahmen alle wertvollen Dinge und alles Vieh für sich; aber von den Menschen ließen sie keinen am Leben. So hatte der Herr es seinem Diener Mose befohlen, und Mose hatte den Befehl an Josua weitergegeben. Josua hielt sich genau an alle Weisungen, die Mose vom Herrn erhalten hatte. Josua eroberte das ganze Land von Süden bis Norden (…). Alle Könige dieses Gebietes nahm Josua gefangen und tötete sie. Er mußte jedoch lange gegen sie kämpfen. Außer der Hiwiterstadt Gibeon schloß keine andere Stadt mit den Israeliten Frieden. Alle mußten erobert werden. Der Herr hatte ihre Bewohner so starrsinnig gemacht, daß sie den Israeliten Widerstand leisteten; denn er wollte, daß sie alle dem Bann verfielen und ohne Erbarmen vernichtet würden. So hatte er es Mose befohlen. Damals vernichtete Josua auch die Anakiter, die in den Städten Hebron, Debir und Anab und in anderen Orten im Bergland von Juda und Israel lebten. Er vollstreckte den Bann an ihnen und ließ niemand von ihnen übrig. Nur die Anakiter in Gaza, Gat und Aschdod entkamen dem Untergang. Josua eroberte das ganze Land, wie der Herr es Mose angekündigt hatte. Er gab es den Israeliten als Besitz und teilte jedem Stamm sein Gebiet zu. Die Israeliten lebten nun in Ruhe und Frieden. (Jos 11,10-23)

Es ist die deuteronomistischen Tradition der Leviten, die von Israel als dem „erwählten Volk“ spricht (obwohl doch die Leviten selbst nicht zur Summe der Israeliten hinzugezählt werden, Num 1,49). Es sei „ein Volk von ganz besonderer Art, das sich mit anderen Völkern nicht vermischt“ (Num 23,9). Ein Volk, das Gott „hoch über alle anderen Völker erheben will, die er geschaffen hat“ (Dtn 26,19), „kein anderes Volk wird danach noch zur Herrschaft kommen und (sein) Reich ablösen. Es beseitigt alle anderen Reiche, aber es selbst bleibt für alle Zeiten bestehen“ (Dan 2,44). Ein Volk, ein Reich, ein Führer (Jos 1,16-18) – und die Untermenschen, oder wie die Bibel sie nennt: das „Un-Volk“ (Dtn 32,21). Bei Sach 14,9-17 finden wir schließlich folgende imperialistische Wahnphantasie:

Dann wird der Herr über alle Völker der Erde König sein. Es wird keinen anderen Herrn neben ihm geben, und man wird keinen anderen Gott mehr auf der Erde verehren. Das ganze Land (…) verwandelt sich in eine Ebene, Jerusalem selbst aber bleibt erhöht und überragt das übrige Land. (…) Die Völker (…), die gegen Jerusalem herangezogen sind, wird der Herr mit einer schrecklichen Krankheit schlagen. Ihr Fleisch verfault, während sie noch auf ihren Füßen stehen; die Augen und die Zunge, die sie eben noch bewegt haben, zerfallen ganz plötzlich. Der Herr wird sie so sehr erschrecken, daß sie völlig verwirrt sind und einer über den anderen herfällt. Auch die Männer von Juda werden Jerusalem verteidigen helfen, und man wird als Beute die Schätze aller Nachbarvölker einbringen, eine große Menge Gold, Silber und kostbare Gewänder. (…) Die Überlebenden aus den Völkern, die gegen Jerusalem herangezogen sind, werden jedes Jahr nach Jerusalem pilgern, um das Laubhüttenfest zu feiern und den Herrn der ganzen Welt als ihren König zu verehren. Wenn ein Volk sich weigert, zu kommen und dem Herrn Ehre zu erweisen, wird auf sein Land kein Regen fallen(!).