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nachrichtenbrief23

18. Mai 2017

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Die Beschneidung der Lust

5. Oktober 2015

Nicht nur in der Orgonomie, sondern auch in der Türkei hat das Wort „Panzer“ (zırh) einen biophysischen Gehalt: so nennt man umgangssprachlich die Vorhaut der Jungen (sünnet derisi), die zwischen dem 2. und 15. Lebensjahr, allerspätestens aber beim Militärdienst entfernt wird. Beschneidung ist in der Türkei Pflicht, egal welcher Religion man angehört. Man spricht davon, daß die Kinder „entpanzert“ werden! Früher wurde auf die frische Wunde Salz gestreut.

Interessant, daß das Wort „Panzer“ auch eine gegenteilige Bedeutung haben kann wie bei Reich, für den „Entpanzerung“ gleichbedeutend mit der Befreiung von allen verinnerlichten irrationalen Forderungen der Gesellschaft war. Dem hingegen werden die türkischen Jungen mit der Entfernung ihres „Panzers“ ihrer „Eigenheit“ beraubt, sie werden domestiziert und staatstauglich gemacht. Bei der Beschneidung tragen die Jungen eine symbolische Offiziersuniform.

Bedeutsam ist dabei sicherlich nicht nur der Schmerz (der sich heutzutage durch örtliche Betäubung in Grenzen hält), sondern daß dieser intime, ohnehin bereits emotional traumatische, Vorgang öffentlich zelebriert wird, mitten auf dem Dorfplatz: damit du zu uns gehören kannst, müssen wir dich erst kastrieren und dich so deiner Lust berauben. Eine Woche lang nach der Beschneidung tragen die Jungen einen Rock, da eine Hose zu sehr scheuern würde. Die ultimative Kastration!

In Der Mann Moses und die monotheistische Religion (Studienausgabe Bd. IX, S. 567) sieht Freud hinter der „Heiligung“ des Volkes durch die von Moses durchgeführte Beschneidung einen symbolischen Ersatz für die Kastration, die der „Urvater“ über seine Söhne verhängt hatte.

Wer dies Symbol [der Beschneidung] annahm, zeigte damit, daß er bereit war, sich dem Willen des Vaters zu unterwerfen, auch wenn er ihm das schmerzlichste Opfer auferlegte.

Es ist eine perverse Art seinen „Panzer“ fahren zu lassen und sich masochistisch „hinzugeben“. Wobei der Masochist, wie Reich in der Charakteranalyse ausführt, wirklich alles tut, um seinen Penis zu schützen. Der Masochist bringt lauter kleine Opfer, läßt sich etwa „gerne“ auf den Po schlagen, um das ultimative Opfer, die Kastration, zu verhindern. Ganz so ist es allgemein mit der Panzerung: wir nehmen „gerne“ all die kleinen neurotischen Schmerzen auf uns, weil wir vor dem ultimativen Schmerz, der alles hinwegfegenden Energieschwemme, die uns ohne Panzerung durchfluten würde, fliehen (Orgasmusangst).

Reich hat sich schon 1932 mit dem Sündenfall aus sexualökonomischer Sicht beschäftigt:

Freud faßt die religiöse Idee vom Sündenfall, von der Jesus die Menschheit befreien wollte, als den Ausdruck einer urgeschichtlichen Mordtat [am Urvater] auf. Der biblische Mythus von Adam und Eva sowie die ganze katholische Ideologie der Erbsünde enthüllen sich dagegen im wesentlichen als Mythus eines sexuellen Vergehens, als Vorstellung einer Versündigung gegen ein sexuelles Verbot. (Einbruch der sexuellen Zwangsmoral, S. 122)

Und tatsächlich sieht die Bibel die menschliche Entfremdungsgeschichte von Gott als eine Abfolge von sexuellen Vergehen:

  • Ham, der die Scham seines Vaters sieht (Gen 9,21ff);
  • die Männer von Sodom und Gomorra (Gen 19);
  • Ruben, der mit der Nebenfrau seines Vaters schläft (Gen 35,21f);
  • Juda, der mit seiner Schwiegertochter schläft (Gen 38) und
  • Josef, der von Potifars Frau sexuell bedrängt wird (Gen 39).

Nichts erzürnt Jahwe so sehr wie verbotener Sex. Was in der einen biblischen Tradition die Vertreibung aus dem Paradies ist, ist in der anderen die Sintflut. Hier sieht sich Gott zum Eingreifen genötigt, weil die „Gottessöhne“ mit den „Menschentöchtern“ schliefen (Gen 6,1f). Nach einer alten Legende habe das Laster, daß die Frau beim Liebesakt auf dem Manne liegt, zur Sintflut geführt (Hans Biedermann: Die Großen Mütter, München 1989, S. 212).

Aber auch der Sündenfall selbst ist eng mit dem „verkehrten Koitus“ verbunden. Nach einer kabbalistischen Legende war die erste Frau von Adam nicht etwa Eva, sondern Lilith (in Jes 34,14 taucht sie als weiblicher Sturmdämon auf), die aber verstoßen wurde, nachdem sie zu Adam gesagt hatte:

Weshalb soll ich unten liegen? Ich bin ebenso viel wert wie du. Wir beide sind aus der gleichen Erde geschaffen! (z.n. Biedermann, S. 117)

Im Mittelalter betrachtete man den „verkehrten Koitus“ als Todsünde, denn er „verhindert die Aufnahme und die Bewahrung des Samens im Gefäß der Frau“ (Biedermann, S. 216).

Nach der Sintflut ging es nicht mehr um Lust, sondern einzig und allein um den verzweifelten Versuch, den Fortbestand des Lebens durch Fruchtbarkeit zu sichern. Man opferte die Lust, um die Götter zu beschwichtigen. – Im kurzen Erzählfragment Ex 4,24-26, wo Gott über Moses herfällt, um ihn zu töten, ist es dessen Frau Zippora, die daraufhin einen scharfen Stein nimmt, damit die Vorhaut am Glied ihres Sohnes abschneidet und mit dieser die Beine ihres Mannes berührt, um so Jahwe dazu zu bringen, von Mose abzulassen. Dabei sagt sie zu Mose wegen der erfolgten Beschneidung: „Du bist mein Blutbräutigam.“

Der Sacherklärung der Einheitsübersetzung zufolge scheint diese dunkle, konfuse Überlieferung „auf einen urtümlichen Zusammenhang zwischen Beschneidungsakt und Hochzeit hinzuweisen“. Ein Fruchtbarkeitsritus?

In Neuguinea und Australien gibt es Volksstämme, bei denen die Unterseite des Penis aufgeschlitzt wird, „um darauf eine Schein-Vulva darzustellen, oder es wird auf andere Weise Blut abgezapft, wie um eine Menstruation zu simulieren“ (Biedermann, S. 161f). Und was die noch viel grausamere („grausigere“ wäre wohl in diesem Fall das bessere Wort) Beschneidung der Frau betrifft (die in der Bibel nicht erwähnt wird), wird sie sich sicherlich aus einer kultischen Defloration entwickelt haben, die den Weg für die Fruchtbarkeit freimachen sollte. Wollte man mit der Entfernung der Vorhaut ähnliches erzielen?

Nach den Rabbinen soll die Beschneidung die Erschaffung des Menschen vollenden. Es drängt sich der Eindruck auf, als hätte man, im wahrsten Sinne des Wortes, die Lust beschnitten, um dadurch die Fruchtbarkeit zu steigern. Noch in der Spätantike wurde die Sexualität verteufelt, weil man glaubte, sie sei verantwortlich für die Austrocknung des Leibes. War der Kampf gegen die sexuelle Lust ein verzweifelter Versuch, durch gesteigerte Fruchtbarkeit und Vermeidung „sinnloser Entladung“ gegen die vordringende Wüste anzukämpfen? Man kämpfte gegen den Tod an (Jahwe versucht Moses zu töten), indem man die sexuelle Lust opfert und stattdessen, durch ein buchstäbliches Aufreißen der „Fruchtwege“, neues Leben in die Welt setzt, wobei unterschwellig auch der Mann gebären will, um dem Tod etwas entgegenhalten zu können.

Der orgonomische Bibelforscher (Teil 1): Freuds Christusmord

11. September 2015

Der Gott der Bibel war ursprünglich Mensch. Er wandelte im Garten Eden (Gen 3,8), er sprach mit Abraham von „Mensch zu Mensch“ (Gen 18,1ff), er kämpfte „Mann gegen Mann“ mit Jakob (Gen 32,23ff), er „sprach mit Mose Auge in Auge wie ein Mensch mit einem anderen“ (Ex 33,11 und Num 12,8).

Gott war ursprünglich der siegende Feind, der den unterworfenen symbolisch kastrierte, d.h. beschnitt. Man denke nur an die Großtaten des Kastrators David (1 Sam 18,25-27.)

So jedenfalls Freuds „Ägypterhypothese“ in seinem letzten Werk Der Mann Moses und die monotheistische Religion (Studienausgabe, Bd. IX), wonach sich die Juden homosexuell dem kastrierenden Ägypter Moses unterwarfen.

Freuds Hauptargument dafür, daß Moses ein Ägypter war, bestand darin, daß in allen anderen orientalischen Mythen über die Kindheit des Heros, er königlicher Herkunft sein soll, aber in einer ärmlichen Familie heranwächst, während Moses ganz atypisch von niederer Abstammung ist, jedoch von der Tochter eines Königs großgezogen wird. Genauso wenig wie die orientalischen Heroen wirklich königlicher Abstammung waren, sondern der Mythos ihre ärmliche Abstammung kaschieren sollte, war Moses wirklich jüdischer Abstammung. Moses war der leibliche Sohn der ägyptischen Prinzessin. Daß sie das Kind aus dem Wasser gezogen hatte, stellte nur eine Deckbehauptung dar.

In der biblischen Vorstellung von der Adoption des „Juden“ Moses durch die Tochter des Pharaos klingt durch die Verdrängung hindurch, daß, so jedenfalls Freuds These, die Juden vom Ägypter Moses „adoptiert“ worden sind. Ebenso wie in der späteren jüdischen Geschichte Sabbatai Zevi vom türkischen Sultan und Jakob Frank vom polnischen König „adoptiert“ wurden (David Bakan: Sigmund Freud and the Jewish Mystical Tradition, Princeton, NJ 1958, S. 150f).

Der Ägypter Moses war es, so Freud, der den Juden die (vorgeblich) monotheistische Aton-Religion Echnatons aufzwang. Später wiederholte sich in der jüdischen Geschichte ähnliches mit der zweiten Gründungsfigur des Judentums, mit dem bereits erwähnten David, der ja auch kein Jude war. Man denke nur an die ambivalente Überlieferung in Ps 144,2, wo David Jahwe preist: „Du unterwirfst mir fremde Völker.“ So wird jedenfalls mit zahlreichen Handschriften übersetzt. In der Hebräischen Bibel heißt es „mein Volk“.

Das unterworfene Volk übernahm die Doktrin seiner Unterwerfer, den Monotheismus. Für Freud ist es die Religion des Urvaters, die wiederersteht, wenn sich Stämme und Völker zu immer größeren Einheiten zusammenfinden, wobei auch die Götter vereinigt werden.

Einer unter ihnen wird häufig zum Oberherrn über Götter und Menschen erhöht. Zögernd geschieht dann der weitere Schritt, nur einem Gott zu zollen, und endlich erfolgt die Entscheidung, einem einzigen Gott alle Macht einzuräumen und keine anderen Götter neben ihm zu dulden. Erst damit war die Herrlichkeit des Urhordenvaters wiederhergestellt, und die ihm geltenden Affekte konnten wiederholt werden. (Der Mann Moses, S. 578)

Der Einheit des Volkes entsprach die Einheit Gottes. Dies hat sich, Freud zufolge, zuerst unter der pharaonischen Weltherrschaft erfüllt, die zu Echnatons Monotheismus führte, welcher dann durch Moses zu den Juden kam. Sie wurden in Folge zu den Hauptträgern des Monotheismus. Die „Weltherrschaft“, auf die dies alles zurückging, eine Wunschphantasie, die vom jüdischen Volk längst aufgegeben worden ist, „lebt noch heute bei den Feinden des Volkes im Glauben an die Verschwörung der ‘Weisen von Zion’ fort“ (ebd., S. 533f). Aus den Sklaven der Ägypter sind gefürchtete „Superägypter“ geworden.

Freud sah die Ursache für den Antisemitismus auch darin, daß die Nichtjuden eifersüchtig auf die besondere Beziehung des „auserwählten Volkes“ zu Gott waren.

Wenn man der erklärte Liebling des gefürchteten Vaters ist, braucht man sich über die Eifersucht der Geschwister nicht zu verwundern, und wozu diese Eifersucht führen kann, zeigt sehr schön die jüdische Sage von Josef und seinen Brüdern. (ebd., S. 552)

Freud hält dem entgegen, die Juden seien nicht das auserwählte Volk Gottes, sondern das auserwählte Volk des Moses gewesen. Dieser Nichtjude sei darüberhinaus für das jüdische Gesetz verantwortlich zu machen, so daß der Antisemitismus an sich dem Nichtjuden Moses zu gelten habe (Bakan, S. 153).

Freuds Umwandlung von Moses in einen Nichtjuden ist für David Bakan ein Akt der Apostasie nach dem Vorbild der beiden berühmtesten Messiasse des Judentums, Sabbatai Zevi und Jakob Frank. Indem Freud aus Moses einen Nichtjuden machte, erfüllte er, Bakan zufolge, „die traditionelle messianische Funktion, von Schuld zu befreien“ und reiht sich so neben Jesus ein. Freud befreit von Schuld, indem er vom Gesetz befreit. Darüber hinaus befreit er die Juden vom Antisemitismus, denn sie sind nun nicht mehr verantwortlich für das verhaßte Gesetz, das ja von einem Nichtjuden stammt (ebd., S. 168).

Freuds Ägypterhypothese steht auf ziemlich wackeligen Füßen und ist für Freuds ganze Argumentation hinsichtlich von Ursprung und Entwicklung des Monotheismus vollkommen irrelevant (ebd., S. 146). Wir haben es also mit verborgenen Motiven bei Freud zu tun. „Auf der Grundlage der Freudianischen Theorie würde die Umwandlung von Moses zu einem nichtjüdischen Ägypter als eine Wunscherfüllung auf Freuds Seite erscheinen.“ Wenn Freud schreibt, Moses sei ein Ägypter gewesen, aus dem das Volk einen Juden machen mußte, kann eher so formuliert werden, daß Moses ein Jude war, aus dem Freud einen Nichtjuden machen mußte (ebd., S. S. 147f).

Neben dem Motiv der Abwehr des Antisemitismus, gibt es m.E. ein noch weit gewichtigeres, zwanghafteres Motiv bei Freud, nämlich Antisemitismus bei Freud selbst. Stellt doch die Ägypterhypothese eine merkwürdige Distanzierung vom Judentum dar, das seines Religionsstifters beraubt wird. Wenn Moses gar kein Jude war, dann ist der Jude, wie Bakan (S. 154) sagt, „der Hanswurst der Menschheitsgeschichte“. Moses, der nicht nur kein Jude war, sondern darüber hinaus auch noch Vertreter jenes Volkes, das die Juden unterdrückt hatte, hat den Juden mit der Idee ihre Köpfe verdreht, eine besondere Beziehung zu Gott zu haben. So werden die durch den Mann Moses verführte Juden mit ihrer ganzen Lebensgeschichte zu den homosexuell depürten „Deppen der Weltgeschichte“ (Bakan, S. 155).

Man kann darin, wie Bakan es tut, Freuds Versuch sehen, den Antisemitismus dadurch zu überwinden, daß nun der Jude „von einer bedrohlichen zu einer komischen und stumpfsinnigen Figur“ wird. Wenn man aber an Freuds offensichtlicher Identifizierung mit Moses denkt, ist es doch wohl eher Ausdruck schlimmsten Antisemitismus von Seiten des „Juden“ Freud. Etwas Pathologisches bei Freud, das man nur noch psychoanalytisch verstehen kann. Wenn Bakan Freud in der sabbatianischen Tradition eines Jakob Frank sieht, sollte er nicht vergessen, daß die Frankisten schlimmste Antisemiten waren und daß ihre Nachkommen später im polnischen Adel die widerwärtigsten Judenfeinde stellten.

Freuds zweite Hauptthese in Der Mann Moses und die monotheistische Religion besagt, daß Moses von den Juden ermordet worden ist. Da Moses eine hervorragende Vatergestalt gewesen sei, sei das jüdische Volk durch seine Tötung schicksalhaft der „Großtat und Untat der Urzeit, der Vatertötung“ nähergerückt. Womit die Juden, so Freud, zu den „Gottesmördern“ par excellence geworden sind. Hier steht der Jude also nicht mehr stellvertretend für das Über-Ich, sondern ganz im Gegenteil für schuldbeladene Rebellion. Die Christen hingegen haben ihre Schuld getilgt, indem sie zur Sühne für den durch den Mosesmord aktualisierten Mord am Urvater die Symbolfigur des rebellischen Sohnes opferten. Christus, der Nachfolger und die Reinkarnation des Anführers der vatermörderischen Brüderbande der Freudschen Urhorde.

Für Freud war Moses sozusagen der „Schnittpunkt“ zwischen dem Urvater und Jesus. Moses’ Monotheismus war nichts Neues, sondern nur die Wiederbelebung des Urvaters. Aber diese „Wiedereinsetzung des Urvaters in seine historische Rechte“ konnte nicht das Ende sein, da auch die anderen Elemente der prähistorischen Tragödie vom Urvatermord nach vorne drängten. Die Mordtat der Söhne verlangte nach Schuld und Sühne. Und genau die habe Paulus mit seiner „Erbsünde“ gebracht, die der „Sohn Gottes“, also der Sohn des Urvaters mit seinem Tod abbüßte und so die Welt erlöste: die frohe Botschaft (Der Mann Moses, Studienausgabe, Bd. IX, S. 534).

Die Wunschphantasie „Messias“ speiste sich aus der Reue um den Mord an Moses, so daß die Auferstehung Christi gleichzeitig die Auferstehung Mose und damit des Urvaters war. Indem aber Christus, der Sohn an die Stelle des Vaters rückt, endet die vorgebliche Versöhnung doch mit der Entthronung und Beseitigung des Vaters.

Das Judentum war eine Vaterreligion gewesen, das Christentum wurde eine Sohnesreligion. Der alte Gottvater trat hinter Christus zurück. Christus, der Sohn kam an seine Stelle, ganz so, wie es in jener Urzeit jeder Sohn ersehnt hatte. Paulus, der Fortsetzer des Judentums, wurde auch sein Zerstörer. (ebd., S. 535f)

Hat aber überhaupt ein Mosesmord stattgefunden? In seinem Buch über Moses – Der Mann aus Ägypten (Hamburg 1983) stimmt Johannes Lehmann vollständig mit Freud überein: „Seinen Befreier behält man anders im Gedächtnis als einen Mann, von dem man sich befreit hat“ (Lehmann, S. 265). Der Bibel nach muß Moses ständig einer Steinigung durch das Volk gewärtig sein. Niemand will ihn begraben haben. Die Lage des Grabes ist unbekannt. Alles weist also auf einen verdrängten Mord hin. Außerdem machte man aus dem Opfer einen Schuldigen, dem man keine Schuldgefühle schuldet. Moses wird in der Bibel ja nicht gerade als Idealgestalt, sondern voll negativer Züge gezeichnet.

Hingegen ist für David Bakan der Mosesmord eine Phantasietat Freuds, die Freud beim Akt des Schreibens beging. Was Freud um so leichter fiel, als er Moses vorher in der Ägypterhypothese zum Mitglied eines fremden, feindlichen Volkes gemacht hatte. Es war, so Bakan, Freuds Wunsch, daß Moses von den Juden ermordet worden ist. Doch sei es eben keine Tat der Juden, sondern Freuds gewesen, die gegen das mosaische „Joch des Gesetzes“ gerichtet war (Sigmund Freud and the Jewish Mystical Tradition, Princeton, NJ 1958, S. 164). Ein Schlag gegen Urvater = Gott = Über-Ich = Rabbinismus.

Spätestens hier möchte ich den wilden Spekulationen Bakans Einhalt gebieten, denn Freud war nun wirklich alles andere als ein Vertreter von Triebbefriedigung, die von der Moral nicht eingeschränkt wird. Vielmehr unterstellt Bakan Freud eine Anschauungsweise, die weit besser auf Reich zutreffen würde.

In einer hellen Minute schreibt Bakan:

Typischerweise wird behauptet, daß der Beitrag des Judentums zur westlichen Kultur seine starke ethische Orientierung ist und dies wird von Freud nochmals bestätigt. Moses Wirken bestand darin, die Juden zum leisten von „Triebverzicht“ zu führen. Die Juden nahmen das „Joch des Gesetzes“ auf sich und über sie wurde es auf das Christentum übertragen. Freud weist darauf hin, daß einer der Gründe für den Antisemitismus genau darin besteht, daß der Jude symbolisch für das Über-Ich steht. Antisemitismus, sagt Freud, ist bei jenen Menschen am stärksten ausgeprägt, die erst jüngst die Last der mosaischen Moral auf sich genommen haben. (ebd., S. 156f)

Und dies ist doch gerade der Punkt – daß Freud sich vollständig mit dieser rabbinischen Mission identifizierte. Auch die Psychoanalyse stand für Triebverzicht. Auch die Psychoanalyse wurde vom „triebhaften, wotanischen Heidentum“ des Nationalsozialismus bedroht. Und ihre Abwehr des Triebhaften erstreckte sich nicht nur auf die sekundären Triebe, wie sie der Nationalsozialismus verkörperte, sondern auch auf die primären Triebe der Sexualökonomie. In Reich Speaks of Freud führt Reich Freuds Ablehnung der Orgasmustheorie auf Freuds Verhaftetsein an mosaischen Moralvorstellungen zurück.

Freud hatte gar keine Veranlassung Moses zu töten, denn für ihn war Moses die Verkörperung des Erwachsenen, der mit dem Es vollständig fertig geworden ist. Um sich dies Ideal zu erhalten, fälschte Freud sogar das Mosesbild auf recht grobe Weise.

Freud sah in Moses eine (geläuterte) Wiedergeburt des tyrannischen mythischen Urvaters, während Christus den rebellischen Heldensohn verkörperte, der den Urvater stürzte. Freud stellte sich eindeutig auf die Seite des Vaters und betrachtete dementsprechend den Schritt vom Juden- zum Christentum als kulturelle Regression. Demgegenüber sah Reich darin einen kulturellen Fortschritt. Er identifizierte sich mit Christus, in dem er die Verkörperung des ungepanzerten Menschen sah. Das „Christuskind“, das eins mit seinen unverdorbenen Trieben ist. Bei Freud Sublimation, bei Reich Genitalität. Natürlich nahm Reich Freuds Haltung ein, wenn er mit sekundären Trieben konfrontiert war.

Freud glaubte, daß Moses von den Juden ermordet worden ist, weil er ihnen den Monotheismus und Triebverzicht aufgezwungen hatte. Ohne Reichs Haltung zu Moses zu kennen, würde ich nun ausführen, Reich hätte mit Sicherheit die Meinung vertreten, Moses wäre sozusagen der Christus der Hebräer gewesen, die ihn dann aus Angst vor der Freiheit ermordet hätten. Doch in Christusmord (Freiburg im Breisgau 1978, S. 194) scheint Reich eher mit Freuds Anschauung übereinzustimmen (obwohl Der Mann Moses merkwürdigerweise nicht in der Bibliographie von Christusmord erwähnt wird), nämlich, daß Moses nach der Manier von Paulus den Hebräern den hochvergeistigten Monotheismus brachte, um sie zu organisieren und zu zivilisieren, d.h. ihre sekundären Triebe in Schach zu halten. Reich teilt Freuds Meinung, Moses wäre als Abwehrreaktion gegen diesen zivilisatorischen Gewaltakt ermordet worden.

In der Mosessage kann man den Reichschen Christusmythos finden vom unverdorbenen Leben, das vom gepanzerten Leben gefürchtet und deshalb verfolgt wird. Die Kindheitsgeschichte des Moses erinnert fatal an das „Christkind“. Die Sage soll ursprünglich so gelautet haben, daß der Pharao durch einen prophetischen Traum gewarnt wurde, sein Sohn, bzw. ein Sohn seiner Tochter werde ihm Gefahr bringen. Deshalb läßt er das Kind im Nil aussetzen. Es wird von jüdischen Leuten gerettet und als ihr Kind aufgezogen (Freud: Der Mann Moses und die monotheistische Religion, Studienausgabe, Bd. IX, S. 165).

Freud erwähnt auch die außerbiblische Sage, daß, als der Pharao einmal den dreijährigen Moses auf den Arm nahm, ihm das Kind die Krone vom Haupt riß und auf seinen eigenen Kopf setzte. Ein Vorfall, der den König sehr erschrocken hat (ebd., S. 482). Schließlich wendet sich Moses tatsächlich gegen den Pharao, indem er zunächst einen einzelnen Ägypter tötet, dann das ganze Land Ägypten ins Unglück stürzt und endlich den Pharao selbst in den Tod führt. Von Moses geht dabei die mythische Sohnesrolle auf das ganze Volk der Hebräer über, die sich im Land zu stark vermehren, vom Landesvater vertrieben werden, um dann doch über ihn zu triumphieren. Der Exodus und der Einzug ins Gelobte Land entspricht dabei der Auferstehung und Himmelfahrt Christi.

Während Reich seine Hoffnung auf den mythischen Sohn setzte, war Freuds Idealbild zumindest der liebende, nicht der strafende Vater. In Moses findet man natürlich beides, den liebenden und den strafenden Vater, was mit Spr 3,12 hervorragend zum Ausdruck gebracht werden kann: „Denn wenn der Herr jemand liebt, dann erzieht er ihn mit Strenge, genauso wie ein Vater seinen Sohn.“ Offenbar sehnte sich Freud nach einem Vater, der sich in dieser Hinsicht unter Kontrolle hat und nicht sozusagen „über die Strenge schlägt“. Das Idealbild „konfuzianischer“ Mäßigung, für das die ganze Psychoanalyse steht.

1914 stellte Freud in seinem Aufsatz über „Den Moses des Michelangelo“ Moses als archetypische Verkörperung der Sublimation vor. Bezeichnend ist, daß Freuds Interpretation nicht nur nicht durch die Bibel gestützt wird, sondern erst recht nicht durch die Statue Michelangelos. Freud zufolge soll Michelangelos Werk Moses nach dem ersten Abstieg vom Sinai zeigen, doch in der Bibel ist Moses ausgerechnet dort alles andere als ein Vorbild vornehmer Zurückhaltung und Sublimation. Freuds Manipulation geht so weit, daß er die betreffende Stelle Ex 32,7-35 zitiert, aber Ex 32,21-29 ausläßt, wo beschrieben wird, wie auf Anordnung von Moses die Leviten die jüdischen Götzenanbeter abschlachten.

Bakan schreibt zu Freuds Mosesbild:

Über die sinnbildliche Besprechung einer Statue bringt Freud zum Ausdruck, daß die befürchtete Bestrafung niemals erfolgen wird. Das Über-Ich hält sich zurück. Das Über-Ich wird seinen Zorn zurückhalten und bändigen. Das Über-Ich wird seinen Zorn zügeln und nicht zuschlagen. In diesem neuen Moses-Bild hat Freud ihn in ein steinernes Standbild verwandelt; eines das nicht jene töten wird, die um das Goldene Kalb tanzen; jene die die Vorschriften, die von der rabbinischen Tradition aufrechterhalten werden, nicht annehmen, sondern übertreten. (Sigmund Freud and the Jewish Mystical Tradition, Princeton, NJ 1958, S. 128)

Des weiteren unterschlägt Freud, daß der Moses des Michelangelo Hörner trägt. Hörner, die Moses erst nach dem zweiten Abstieg hatte. Freud selbst schreibt, Michelangelo habe im Vergleich zum unvollkommenen historischen Moses einen verbesserten, idealisierten Moses in Stein gehauen. In Wirklichkeit war es aber einzig und allein Freud, der besserte, idealisierte und „sublimierte“. Freud brauchte und wünschte sich einen solchen geschönten Moses. Freud verdrängt den Mann, der voll Zorn die Gesetzestafeln zerschmettert (Ex 32,19), und wählt stattdessen den „sanftmütigsten und geduldigsten aller Menschen“. Den Moses, der nichts gegen die frevlerischen Juden unternimmt, „denn er war der bescheidenste Mensch, der je auf der Erde gelebt hat“ (Num 12,3).

Freuds Moses-Buch und Reichs Christus-Buch waren jeweils Bücher der Hoffnung nach Unsterblichkeit angesichts der Nazi-Bedrohung, bzw. der Bedrohung der Orgonomie in den USA.

Moses’ Monotheismus setzte sich durch, trotzdem sich die Hebräer von ihm befreit hatten. Das Verdrängte kehrte zurück. Wenn im Exil die Priester ihre Gebote und Institutionen in die Zeit Mose zurückversetzten, um damit ihre Unanfechtbarkeit zu begründen, entbehrte dies Verfahren trotz seiner geschichtlichen Fälschung Freud zufolge

nicht einer bestimmten psychologischen Berechtigung. Es spiegelte die Tatsache wider, daß im Laufe der langen Zeiten (…) die Jahwereligion sich zurückgebildet hatte zur Übereinstimmung, vielleicht bis zur Identität mit der ursprünglichen Religion des Moses. (Der Mann Moses, S. 496)

Wenn Freud dann abschließend anfügt, dies sei „das wesentliche Ergebnis, der schicksalsschwere Inhalt der jüdischen Religionsgeschichte“, dann meinte er wohl in erster Linie sein eigenes Schicksal, bzw. das Schicksal seiner Psychoanalyse, die in einer vom Nationalsozialismus überrannten Welt doch eines Tages aus der Verdrängung wieder auftauchen würde, so wie Moses immer wieder in den Propheten und schließlich im biblischen „Priesterkodex“ wiedergekehrt sei.

Ganz ähnlich sah Reichs Vision aus: Trotz aller Panzerung bricht sich das Lebendige in Gestalt der Neugeborenen doch immer wieder Bahn und eines Tages würden die Kinder der Zukunft Träger der Orgonomie sein. Das gepanzerte Leben ist nur eine Oberflächenerscheinung, unter der im Verborgenen das Lebendige und die Arbeitsdemokratie autonom weiterlaufen, um in Zukunft wieder an die Oberfläche zu treten. Herbert Marcuse, der von Freuds Spätschriften ausging, die er ziemlich frei interpretierte, hat beide Visionen von der „Rückkehr des Verdrängten“ in der Vorstellung miteinander verbunden, daß die Erinnerung an nichtrepressive Traditionen eine befreiende Funktion hat, wenn sie sich mit revolutionärem Aktionismus verbindet.

Auf diese Weise ist Reich doch auch irgendwie in Freuds letztem Werk verborgen. Bemerkenswert an Der Mann Moses ist z.B., daß Freud wie ganz zu Beginn seiner Arbeit plötzlich wieder den frühen Traumen (insbes. der Kastrationsdrohung) eine zentrale Rolle einräumt. Es geht um Triebeinschränkung von außen. Der „Todestrieb“ wird in Freuds Buch an keiner Stelle erwähnt. In der Zeit, als das Buch veröffentlicht wurde, brachte Freud zum Ausdruck, daß ihm Das Unbehagen in der Kultur fremd geworden sei. Jenes Buch, das Freud faktisch gegen Reich geschrieben hatte (Walter Hoppe: Wilhelm Reich, München 1984, S. 66).

Verglichen mit Totem und Tabu (1913) wird den Muttergottheiten in Der Mann Moses ein weit größerer Raum zuerkannt. Das Machtvakuum, das nach dem Urvatermord entstand und das durch die rivalisierenden Brüder nicht gefüllt werden konnte, sei auf die Frauen übergegangen, so daß sich das Urpatriarchat in das Matriarchat umgewandelt habe. In der Diskussion um die Umwandlung der totemistischen Tiergötter zu menschlichen Göttern schreibt Freud sogar, daß die Muttergottheiten wahrscheinlich vor den männlichen Göttern aufgetreten seien, von denen die Muttergottheiten dann langsam verdrängt wurden (Der Mann Moses, S. 531f). Leider sind Freuds Ausführungen sehr vage, z.B. sollen merkwürdigerweise die Muttergottheiten erst zur Zeit der Einschränkung des Matriarchats entstanden sein „zur Entschädigung der zurückgesetzten Mütter“. Im übrigen spricht Freud von nicht weiter bestimmten „äußeren Momenten“, die zur Ablösung des Matriarchats durch das Patriarchat geführt hätten (ebd., S. 560).

Freuds Theorie könnte man wie folgt zusammenfassen: Das Urpatriarchat wurde durch den Mord am Urvater beendet, der zum Totemismus führte. Über den Umweg des Matriarchats stabilisierte sich langsam die Sohnesherrschaft, was sich im patriarchalen Polytheismus widerspiegelte, bis der eine Urvater als Wiederkehr des Verdrängten im Monotheismus zurückkehrte, um dann im Christentum erneut vom Sohn gestürzt zu werden. Wie ich erwähnte, betrachtete Freud das Christentum als kulturelle Regression. Hier ist anzufügen: u.a. weil es mit Maria „die große Muttergottheit wiederherstellte“ (ebd., S. 536).

Im Zusammenhang mit dem Mord an Moses, der eine Wiederholung des Urvatermordes gewesen sei, erwähnt Freud, diese Tat hätte „sich in Urzeiten als Gesetz gegen den göttlichen König gerichtet“ und er verweist auf James George Frazer (ebd., S. 556). Frazer beschrieb, wie der König als Vegetationsheros geopfert wurde und daraufhin in der unfruchtbaren Jahreshälfte in der Unterwelt verweilte, die er dann in Gestalt seines Nachfolgers im Frühling wieder verließ, um mit seiner Herrin, der Himmelskönigin, die Heilige Hochzeit zu feiern. So erweist sich Freuds wirklich vollständig abwegige Theorie vom Mord am völlig abwegigen Konstrukt „Urvater“ als ein letztlich matriarchaler Mythos. Von Frazers Arbeit geht z.B. die Matriarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth aus.

Für Freud selbst ist der mythische Heros natürlich der Anführer der vatermörderischen Brüderbande gegen den Urvater. Freud nennt als Beispiel die griechische Tragödie, in der der Held und der Chor eben diesen Anführer und seine Brüderbande darstellen sollen. Da auch Christus Reinkarnation dieses Urhelden ist, ist es nicht verwunderlich, daß im Mittelalter das Theater mit der Darstellung der Passionsgeschichte wieder neu beginnt (ebd., S. 535). Zu Ende gedacht führt praktisch Freud Christus auf den matriarchalen Kultheros zurück, denn die griechische Tragödie läßt sich auf matriarchale Mysterienspiele zurückverfolgen.

Außerdem macht Freud an der betreffenden Stelle folgende Anmerkung:

Ernst Jones macht darauf aufmerksam, daß der Gott Mithras, der den Stier tötet, diesen Anführer darstellen könnte, der sich seiner Tat rühmt. Es ist bekannt, wie lange die Mithrasverehrung mit dem jungen Christentum um den Endsieg stritt. (ebd., S. 535)

Dieser „Stiertöter“ leitet uns direkt zum spätmatriarchalen Moses des Stierkults, auf den ich bereits in Der verdrängte Christus zu sprechen gekommen bin. Der Sonnengott Mithras wurde relativ spät zum patriarchalen „Stiertöter“. Vorher war er der Fruchtbarkeitsheros der persischen Himmelsgöttin Anahita. Über den babylonischen Tammuz und den kanaanitischen Baal geht eine direkte Linie zum gehörnten Moses und dem Goldenen Kalb als „Heros der Göttin“. Nichts mit Freuds spinnerten Ideen über den „Urvater“ und den „Urvatermördern“! In wirklich jeder Hinsicht führt uns der ganz späte Freud schnurstracks zum einzig legitimen Erben der Psychoanalyse, Wilhelm Reich!

Der HIV-AIDS-Komplex

31. Oktober 2014

Das Thema AIDS, zu dem ich mich bereits vor einem Jahr ausgelassen habe, zeigt, wie Sexualverdrängung und Sexualhunger einen rationalen Diskurs unmöglich machen. Beispielsweise symbolisiert für den Neurotiker der „schwarze Süden“ „da unten“ das Genital und „das geile Tier“. Deshalb wurde ausgerechnet Afrika zum „AIDS-Kontinent“ erkoren. Mittel aus der Entwicklung der Infrastruktur (z.B. für eine bessere Hygiene im Gesundheitswesen) wurden abgezogen und für die Verteilung von Kondomen, „Anti-Geschlechtsverkehr-Propaganda“ und die massenhafte Verteilung anti-retroviraler Medikamente verpulvert.

2004 wurde im Lancet eine Studie des britischen Medical Research Council veröffentlicht, die zu dem Schluß kam, daß spottbillige Antibiotika die Todesrate der HIV-positiven Kinder Afrikas halbieren könnte. In Sambia mußte eine Versuchsreihe nach 19 Monaten abgebrochen werden, da man der Kontrollgruppe das Antibiotikum unmöglich weiter vorenthalten konnte. Zur gleichen Zeit rief Mandela auf dem Welt-Aids-Konferenz 2004 in Bangkok dazu auf, stärker gegen Tuberkulose vorzugehen. Deren tödliche Folgen würden oft unterschätzt. Nach Angaben der WHO leiden 70% der HIV-Infizierten in Afrika auch an TBC.

Da frägt man sich doch, warum nicht von einer „TBC-Epidemie“ gesprochen wird – gegen die bereits Albert Schweitzer gekämpft hat? Hängt das vielleicht damit zusammen, daß Tuberkulose nichts mit Sex zu tun hat und deshalb kein Faszinosum ist?

Uns wurde jahrelang weisgemacht, daß die Lage in Afrika ein schlagender Beweis für die (hetero)sexuelle Verbreitung von HIV ist. Ein warnendes Menetekel für das sexuell freizügige Jugend Europas! Doch bereits 2003 erschien im britischen International Journal of STD & AIDS ein Artikel, der zeigte, daß die Daten nicht zu den bisherigen Theorien passen und für das AIDS in Afrika wohl eher unsterilisierte Spritzen und Bluttransfusionen verantwortlich seien.

Wann wird man endlich einsehen, daß der HIV-AIDS-Komplex selbst infiziert ist – durch tiefverwurzelte Sexualängste! Es sei auf Reichs Ausführungen über „Rassereinheit, Blutsvergiftung und Mystizismus“ in Massenpsychologie des Faschismus verwiesen.

ekelaids

Den wirklichen (nämlich sado-masochistischen) Hintergrund der HIV-Begeisterung offenbart vielleicht das Phänomen der „Bug Chaser“: das sind Homosexuelle, die es darauf anlegen, von „Gift Givers“ mit dem AIDS-Virus angesteckt zu werden – als ultimativer erotischer Kick. Man spricht bei der „Befruchtung“ (sic!) mit HIV von „Fortpflanzung“, wobei „Bug Chasers“ bestimmte „Gift Givers“ suchen, die für ihre Ansteckung die Rolle des „Vaters“ übernehmen.

In unseren Breiten ist es für einen Heterosexuellen ausgeschlossen, daß er sich eine „Infektion“ durch normalen Geschlechtsverkehr zuzieht. Trotzdem wird ihm in einer millionenschweren Kampagne nach der anderen das Kondom, d.h. chronische orgastische Unbefriedigung, aufgedrängt. Außerdem wird mit missionarischem Eifer die Beschneidung propagiert. Man könne Millionen von Afrikanern vor dem sicheren AIDS-Tod retten, wenn man die Männer in Ost- und Südafrika genauso flächendeckend beschneidet, wie in West- und Zentralafrika!

Man sollte sich einmal ernsthaft fragen, warum es in Nordafrika (und der restlichen islamischen Welt) keine „AIDS-Krise“ gibt, obwohl dort „riskante Sexualpraktiken“ (insbesondere homo- und heterosexueller Analverkehr) die Norm sind. Die einfache Erklärung: dort ist Sexualität allgemein, im besonderen aber Geschlechtskrankheiten und erst recht AIDS, das größte Tabu überhaupt. Der Osten und Süden Schwarzafrikas ist einfach noch nicht islamisiert genug und deshalb für die AIDS-Industrie noch zugänglich. Es entbehrt nicht einer, na ja, „gewissen Komik“, daß die UN Afrika „retten“ will, indem sie islamische Praktiken verbreitet…

Daß hinter dem bizarren und pseudowissenschaftlichen, ja geradezu pseudoreligiösen, AIDS-Kult nichts anderes steckt als Emotionelle Pest, wird anhand der einfachen Einsicht deutlich, daß wie gesagt unsterilisierte Injektionsnadeln ein weit größeres Problem darstellen, als der Geschlechtsverkehr. Anders wäre wohl auch kaum zu erklären, warum im promiskuen Europa AIDS keinerlei Rolle spielt, aber ausgerechnet im (entgegen rassistischer Wahnvorstellungen: „Die Schwarzen schnakseln einfach zuviel!“) weitaus zugeknöpfteren Afrika eine Pandemie sein soll. Doch WHO und UNAIDS fürchten, daß, wenn man zu viel Gewicht auf die Gefahren legen würde, die von mangelnder Hygiene ausgehen, dies nur vom Problem der sexuellen Ausbreitung ablenkt.

Es geht diesen Herrschaften gar nicht um AIDS an sich, sondern darum, das Lebendige zu erdrosseln – auch wenn dabei Millionen Menschen draufgehen. Man lese Reichs Massenpsychologie des Faschismus über den Nexus zwischen sexuellen Ängsten, rassistischen Wahnvorstellungen, Haß auf alles Lebendige und Denkstörungen, die nicht nur Individuen, sondern ganze Gesellschaften erfassen. Wer erinnert sich nicht an die messianischen Auftritte von prominenten „AIDS-Aktivisten“ wie Bono (dem Sänger von U2) und die seltsam masochistische Begeisterung, mit der die Massen die Botschaft empfingen, die genitale Umarmung sei tödlich. Wer dann noch glaubt, Hitler und die 1930er Jahre lägen weit hinter uns…

Bei all dem muß man natürlich auch stets die andere Seite sehen, d.h. schlicht die Welt ungepanzert („unideiologisch“) betrachten. Man nehme etwa das Leben der HIV-positiven Aktivistin Christine Maggiore, die ganz offensichtlich an AIDS gestorben ist, genauso wie ihre Tochter. Ein Gutteil der „AIDS-Kritik“ ist an AIDS selbst gescheitert: die Verfechter sind an AIDS gestorben, etwa die gesamte Redaktion des einschlägigen Blattes Continuum.

Die emotion Nr. 15, 2002 (Marc Rackelmann: „Lustseuche. Zur Sexualökonomie von AIDS“), entblödete sich nicht, folgenden Dialog als Beispiel kritischen Denkens abzudrucken:

Mathilde Krim: Ich denke, [Maggiore] macht sich was vor. Sie ist infiziert. Das [sich Leute gesund fühlen] passiert oft bei Leuten, die „slow“ oder „non progressors“ sind.
Christine Maggiore: Mathilde Krim beschrieb mich als „slow progessor“, als wäre es für mich ein Fortschritt, wenn ich krank würde und damit meine Pflicht als HIV-Positive erfüllen würde.

Ein Gutteil der AIDS-Kritik scheint auf dieser hohlen „Logik“, dieser schlichtweg kindischen Rhetorik beruht zu haben.

Oder man nehme etwa den Artikel „AIDS denial: A lethal delusion“ Der Autor führt aus, daß zu Anfang diese Kritik vielleicht teilweise berechtigt war, aber sie sich mittlerweile zu einem Kult gewandelt habe und immer wieder die längst überholten alten Argumente widergekäut werden. Beispielsweise sei der AIDS-Test mittlerweile sehr spezifisch und bei der modernen antiviralen Therapie habe man die Nebenwirkungen mittlerweile besser im Griff, außerdem seien sie eindeutig lebensverlängernd. Der Angriff kulminiert im Vorwurf, daß die HIV-AIDS-Kritiker in Südafrika 365 000 Menschen auf ihrem Gewissen haben, die hätten gerettet werden können, wäre nicht der ehemalige Präsident Mbeki von den besagten Kritikern beschwatzt worden.

An diesen Vorwürfen ist sicherlich etwas dran, insbesondere was die Immunität gegen kritische Gegenargumente betrifft, andererseits sind auch die Argumente der hysterischen Kritiker der „AIDS-Kritiker“ sehr fraglich. Vor allem stellt sich die Frage, warum sich die Voraussagen über die Entwicklung in Amerika und Europa in keinster Weise bewahrheitet haben. Wie kann es sein, daß die „klassischen“ Geschlechtskrankheiten explosionsartig zunehmen, es aber mehr als fraglich ist, ob es so etwas wie „heterosexuelles AIDS“ in Amerika und Europa überhaupt gibt?! Selbst „Sexarbeiter“ sind hier keine Ausnahme, wenn man mal von der verhältnismäßig großen Zahl von Drogenabhängigen in dieser Branche absieht. Sogar die regelmäßigen Besucher von „Swinger-Clubs“ scheinen kaum gefährdet zu sein!

Warum ist die Lage in Afrika so vollkommen anders? Es wird über einen anderen Stamm von HIV-Viren und eine unterschiedliche Partnerwahl spekuliert, doch das will nicht recht überzeugen.

Ich neige eher zu der Auffassung von Alan Cantwell, der glaubt, daß die AIDS-Epidemie unter den Homosexuellen in Amerika und den Schwarzafrikanern auf experimentelle Impfkampagnen insbesondere gegen Hepatitis zurückzuführen sind. Ich erwähne diese Theorie ungern, weil sie zum klassischen Repertoire der Verschwörungstheoretiker gehört. Hinter diesen Impfprogrammen lag aber mit Sicherheit alles andere als eine diabolische Intention, da die Homosexuellen (aufgrund ihrer Promiskuität und ihrer unphysiologischen Sexualpraktiken) und die Afrikaner (aufgrund ihrer Umwelt und des feuchtheißen Klimas) durch Infektionserkrankungen extrem gefährdet sind.

Vor diesem Hintergrund würde ich auch nicht ausschließen, daß AIDS eine infektiöse Komponente hat. Gleichzeitig spielt das Verhalten und die Umwelt aber sicherlich auch eine entscheidende Rolle.

Einer der prominentesten „AIDS-Kritiker“, Robert Root-Bernstein, Autor von Rethinking AIDS: The Tragic Cost of Premature Consensus, hat sich von seiner einseitigen Position befreit: „Beide Seiten liegen falsch, die, die sagen, HIV sei eine Schmusekatze, und die, die behaupten AIDS wäre ausschließlich HIV … Die Leugner treffen Aussagen, die vorliegenden Studien eindeutig widersprechen.”

Wenn man zugibt, daß alle Parteien irgendwo Recht haben, zeichnet sich etwas ab, was in Harmonie steht mit Reichs Ausführungen über die „Biopathien“ in Der Krebs.

Was nun die besagten Impfprogramme betrifft: Reich konnte künstlich Krebs erzeugen, indem er seinen Labormäusen T-Bazillen injizierte. Nun macht man aber bei der Impfung (jedenfalls bei der „aktiven“) genau dasselbe: („aktive“) Impfstoffe bestehen aus abgetöteten, geschwächten oder fragmentierten Krankheitserregern oder aus deren Toxinen, um die Immunabwehr gegen die wirklichen Erreger zu mobilisieren. Problem ist, daß auf diese Weise große Mengen von aus Sicht der Bion-Theorie energetisch extrem toxischen Stoffen direkt in die Blutbahn gebracht werden. Entsprechend erinnert die Reaktion von Kindern auf die Impfung an die Reaktion von Reichs Labormäusen. Wiederholt haben Orgonomen und orgonomisch bewanderte Eltern beobachtet, daß Impfungen bei Säuglingen und Kleinkindern zu einer sehr starken Kontraktion im Inneren führen kann und so möglicherweise die Grundlage für spätere biopathische Erkrankungen gelegt wird.

Man nehme das „Golfkriegssyndrom“, das seit 1991 durch die Medien geistert und auf chemische Kampfstoffe, Uran in der Munition, die brennenden Ölquellen und anderes mehr zurückgeführt oder als „psychosomatische“ Erkrankung, wenn nicht sogar „Massenhysterie“ abgetan wurde. Es weist alles darauf hin, daß das gleichzeitige Impfen zur Vorbeugung gegen biologische Kampfstoffe wie Anthrax sowie gegen Gelbfieber, Tetanus, Typhus, Polio, Cholera, Hepatitis, Meningitis, etc. verantwortlich war. Der Organismus der Soldaten wurde mit T-Bazillen überschwemmt und hat schließlich zu einem Erkrankungsbild geführt, das in vielem Krebs und AIDS ähnelt. Ich möchte jetzt aber nicht die Partei der teilweise kultischen „Impfgegner“ ergreifen, sondern vielmehr dazu auffordern die Scheuklappen abzunehmen. VERNUNFT!

Der gefühllose Penis

18. August 2014

In Folge der flächendeckenden AIDS-Kampagne („Safer Sex“, d.h. „Dry Sex“), Piercing, dem SadoMaso- und Porno-Boom macht die Mechanisierung und „Entlüstung“ unserer Sexualität weiter Fortschritte.

Durex hat mit dem Condom „Performa“, das seit 2002 im Handel ist, einen sensationellen Verkaufserfolg. Motto: „Länger lieben“. Es enthält ein Betäubungsmittel, das den Penis unempfindlich macht und so das „Liebemachen“ (die „PERFORMAnce“) verlängert. Der Penis wird zum Dildo. Im Reservoir des Kondoms befindet sich der auch von Zahnärzten benutzte Wirkstoff Benzocaine, der sich während des Aktes auf der Eichel verteilt und sie taub macht.

Nordirische Ärzte haben ein „Sexspray“ entwickelt, daß Männern mit Ejaculatio praecox helfen soll. Das Mittel führt zu einer örtlichen Betäubung und verlängert so die Zeit, in der die Erektion erhalten bleibt, um das Sechsfache.

Dazu paßt auch, daß sich immer mehr Männer beschneiden lassen, damit die Eichel weniger empfindlich ist.

Ich kann mich an eine Fernsehsendung über Beschneidung erinnern. Die Emotionelle Pest in Reinkultur. Aufhänger war ein denkbar seltener Exot: ein jüdischer Beschneider in Deutschland (– untergründig: Wer gegen Beschneidung ist, ist ein Nazi!). Dann: fast alle Amerikaner, ein guter Teil der Engländer und Franzosen sind beschnitten – nur die tumben Deutschen sind dazu zu dumm und feige. Ohne Beschneidung droht (wohl unausweichlich) Peniskrebs (Bild wird eingeblendet), der zur Amputation führen kann (Bild wird eingeblendet). Außerdem sind Beschnittene bessere Liebhaber. Eine Medizinerin spricht von der Beschneidung als einer „Modewelle“.

Beschneidung ist nichts anderes als eine Kastration, die, während sie die erektive Potenz weitgehend intakt läßt, direkt auf die orgastische Potenz zielt.

Robert Van Howe (Michigan State University) maß bei 163 Männern an 19 Stellen entlang ihres Penis die Sensitivität für Druckempfindungen. Dabei stellte er fest, daß die fünf empfindlichsten Stellen in jenen Bereichen zu finden sind, die bei der Beschneidung amputiert werden.

Die Verstümmelung von kleinen Jungen sollte genauso streng bestraft werden, wie die von kleinen Mädchen!

Extrem wichtig ist in diesem Zusammenhang ein Artikel im Deutschen Ärzteblatt, der Ärzte vor dieser medizinisch nicht indizierten „Behandlung“ warnt. Nicht einmal eine religiöse Rechtfertigung könne vor einer möglichen Anzeige wegen Körperverletzung schützen! Man kann sich kaum etwas besseres vorstellen, um Ärzte davon abzubringen, kleine Jungs sadistisch zu verstümmeln! Das Deutsche Ärzteblatt:

Der Schaden bei einer Zirkumzision liegt im irreversiblen Verlust von Körpersubstanz. Manche halten den Verlust der Vorhaut allerdings für unbedeutend, weil der Vorhaut keine Funktion zukomme. Eine solche Sicht ist nicht überzeugend, weil es sehr wohl Funktionen gibt, die die Vorhaut erfüllt. Fehlt sie, wird etwa die Eichel nicht mehr feucht gehalten, ist vielmehr ständig einer trockenen äußeren Umgebung ausgesetzt – weswegen die Empfindungsfähigkeit abnimmt.

Bedacht werden müssen zudem mögliche Risiken einer Zirkumzision. Schwere Komplikationen (zum Beispiel eine Harnröhrenfistel) sind sicherlich selten, kommen aber gerade nach nicht ärztlich durchgeführten Beschneidungen vor. Komplikationen, die ohne Verschulden des Operateurs auftreten, sind dagegen viel häufiger und müssen dementsprechend gewürdigt werden: In bis zu 32 Prozent werden Meatusstenosen [Verengung der Harnröhrenmündung] nach Neugeborenenzirkumzisionen beobachtet. Schließlich sind die möglichen psychischen Auswirkungen zu berücksichtigen: Es gibt Hinweise darauf, daß ältere Kinder den Eingriff als Angriff wahrnehmen, der dem Körper Schaden zufügt. Selbst bei Feten ist Schmerzempfinden vorhanden, spätestens ab der 22. Schwangerschaftswoche, ganz zu schweigen von einem „Schmerzgedächtnis“ nach der Geburt.

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Gekreuzigt schon im Mutterleib

21. Mai 2014

In seinem Interview mit Kurt Eissler (Reich Speaks of Freud) sagt Reich 1952 über die Beschneidung:

Nehme den armen Penis, nimm ein Messer und fange an zu schneiden. Und jeder sagt, „es tut nicht weh“. Verstehen Sie? Alle sagen nein, es tut nicht weh. Das ist eine Entschuldigung, klar, eine Ausrede: daß die Nervenenden sich noch nicht entwickelt hätten, weshalb sich die Wahrnehmung in den Nerven noch nicht entwickelt hätte und deshalb das Kind nichts spüren würde. Nun, das ist Mord.

In dem Übersichtsartikel Wie Ungeborene auf Schmerzen reagieren berichtet Erich Lederer beispielsweise über die Forschungen zum kindlichen Schmerzgedächtnis von Anna Taddio (University of Toronto):

Viele Jungen – in Deutschland sind es rund 15 Prozent – werden beschnitten. Wie die Kinderärztin herausfand, schreien Babys bei einer späteren Impfung viel länger, wenn man sie bei der Entfernung der Vorhaut nicht mit einer schmerzstillenden Creme behandelt. Ängste und Depressionen oder Abstumpfung beobachten Kinderärzte immer wieder bei Kindern, die ganz früh unvorbereitet gepiekst, geschnitten oder intubiert wurden.

Lederer fährt fort:

Möglicherweise reicht dieses Schmerzgedächtnis noch weiter in die Entwicklung des ungeborenen Kindes zurück in eine Zeit, in der ein Fötus den Schmerz zwar noch nicht spürt aber dennoch darauf reagiert. Sunny Anand vermutet, dass entsprechende Eindrücke schon vor der 20. Woche zu fehlerhaften Nervenverbindungen und damit zu einer Überreaktion bei späteren Reizen führen.

Man lese den gesamten Artikel! Bemerkenswerterweise wird dort zwar die Folter von Föten besprochen, mit keinem Wort jedoch der millionenfache Massenmord an ihnen. Undenkbar, das das in einem „fortschrittlichen“ Blatt wie dem Spiegel thematisiert wird.

Wiederholt habe ich mich damit befaßt, daß Tiere, die von ihrer Gehirnkapazität dazu eigentlich nicht in der Lage sein sollten, zu erstaunlichen „kognitiven“ Leistungen fähig sind. Das zeigt sich auch in der Ontogenese. Auf einer primitiven Entwicklungsstufe, d.h. noch im Mutterleib, wenn das Gehirn kaum ausgereift ist, zeigt der Mensch erstaunliche Gaben, die an sich nur mit einem voll entwickeltem Gehirn möglich sind.

Jan Nijhuis und seine Kollegen vom medizinischen Zentrum der Universität in Maastricht et al. konnten zeigen, daß bereits 30 Wochen alte Föten ein Kurzzeitgedächtnis besitzen. Sie können sich mindestens zehn Minuten lang Ereignisse merken.

Als Maß für das Kurzzeitgedächtnis diente den Forschern der sogenannte „Habituationseffekt“. Es wurde gemessen, wie lange die Föten brauchten, um nicht mehr auf einen Reiz aus Vibrationen und Tönen zu reagieren, weil sie ihn als ungefährlich erkannt hatten.

Dergestalt untersuchten die Forscher Föten in der 30, 32, 34, 36 und 38 Schwangerschaftswoche. 34wöchige Föten schienen sich an das erinnern zu können, was sie vier Wochen zuvor gelernt hatten.

Wir kommen nicht als weiße Blätter auf die Welt, vielmehr hat die Umwelt (in diesem Fall die Gebärmutter) bereits tiefe Spuren in uns hinterlassen. Für Reich begann das Projekt „Kinder der Zukunft“ entsprechend nicht erst mit der Geburt, sondern bereits mit dem Zeitpunkt der Empfängnis. Es geht hier nicht nur um stoffliche schädliche Einflüsse, etwa durch Alkohol und andere toxische Chemikalien, wie sie die Medizin seit langem kennt, sondern vor allem um Einflüsse auf die rudimentäre „Psyche“ des sich entwickelnden Menschen.

Agens dieser Beeinflussung ist die organismische Orgonenergie, deren primordiale Wahrnehmungsfunktion sich im entwickelnden Gehirn organisiert und strukturiert.

beschneidung

Beschneidung: Ein Angriff auf das Neugeborene

26. Juni 2013

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über die Irrationalität in der heutigen Medizin:

Beschneidung: Ein Angriff auf das Neugeborene

Warum die Sexualökonomie heute „rechts“ steht

17. Oktober 2012

Ich schreibe das, nachdem ich auf www.psychorgone.com einen Beitrag über Sandra Fluke gelesen habe. Wer ist Sandra Fluke? Nein, sie ist keine moderne Wilhelmine Reich, wie der Autor, ein Orgontherapeut, dem Leser nahelegt, sondern Teil der pestilenten Wahlkampfstrategie von Barack Obama. Vergleicht man den Fall Sandra Fluke damit, wie mit der gläubigen Christin und Konservativen Sarah Palin umgegangen wurde, bekommt man das kalte Kotzen.

Ich sage nicht, daß Fluke von Rush Limbaugh und anderen konservativen Kommentatoren in Amerika fair behandelt wurde, aber im Vergleich zu der Verachtung, dem Haß, der Häme, der blanken haßerfüllten Pornographie, mit der Palin und ihre Familie überschüttet wurden… Von Seiten jener Leute, die wie Fluke in Fächern wie „Feminist, Gender, & Sexuality Studies“ einen Abschluß machen und sich freiwillig in eine katholische Universität einschreiben, um dann dagegen zu protestieren, daß die damit einhergehende Krankenversicherung nicht die Kosten der Verhütung trägt.

Hier ein passender Kommentar auf Frontpage:

Fluke, Sie erinnern sich, erschien letzten Februar vor einigen Kongreßabgeordneten und behauptete, daß Geburtenkontrolle 3000 Dollar koste und sie argumentierte, daß Frauen diese finanzielle Belastung tragen müßten, sei ein sexistisches Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie ein Angriff auf „die Gesundheit von Frauen“. Lassen wir mal beiseite, wie gruselig es ist, Schwangerschaft als Krankheit zu behandeln. Angesichts der zahlreichen Kliniken, die kostenlos Geburtenkontrolle anbieten, waren Flukes Behauptungen absurd. Und eine Studentin an einer renommierten juristischen Fakultät zur Sprecherin für Frauen zu machen, die nicht die Möglichkeiten, Chancen und Ressourcen von Fluke haben, war noch lächerlicher. Es zeigte sich einmal mehr die Scheinheiligkeit der wohlhabenden Feministinnen, die ihre eigene Karriere vorantreiben durch Ausnutzen des Elends der Armen und der Frauen aus der Arbeiterklasse.

Und dann werde ich gefragt, warum ich mit dieser Art von „Orgonomie“, wie sie auf http://www.psychorgone.com präsentiert wird, nichts zu tun haben will!

Der Kampf gegen Saharasia ist funktionell identisch mit dem Kampf gegen die Political Correctness der Linken. Entsprechend sind konservative Seiten wie www.faithfreedom.org, www.jihadwatch.org und www.frontpagemag.com Orgonomie!

Man nehme etwa The Real Roots of Palestinian Terror von P. David Hornik, der die Wurzeln des palästinensischen Terrors auf extreme und praktisch universelle Kindesmißhandlung zurückführt. Schwere und schwerste körperliche Bestrafungen sind an der Tagesordnung. 50 Prozent der Jungen und 31 Prozent der Mädchen sind Opfer sexuellen Kindesmißbrauchs. Jungen werden zwei oder drei Jahre gestillt, um dann abrupt abgestillt zu werden, was mit einem extremen Trauma der Zurückweisung einhergeht. Die Beschneidung der Jungen ist sehr schmerzhaft und ebenfalls extrem traumatisch. Hinzu kommt die weitverbreitete Genitalverstümmelung der Mädchen. Im Westen würden diese Opfer schließlich gegen die Familie und die Gesellschaft rebellieren, doch bei den kollektivistischen, autoritären und patriarchalischen Arabern muß sich dieser mörderische Haß auf ein Ersatzobjekt richten: die Juden.

Daß der Konflikt um „Palästina“ zentral sexualökonomischer Natur ist, wird heutzutage praktisch nur von Konservativen diskutiert.

Texte wie Jamie Glazovs Boys of the Taliban zeigen, daß heute die Grundthesen von Reichs Massenpsychologie des Faschismus treffender und aktueller sind als zu Zeiten des National- und Realsozialismus. In diesem Text geht es um die weitverbreitete unterdrückte Homosexualität in der arabischen und islamischen Welt. Sex mit Jungen und weiblich wirkenden Männern zu haben, ist in Ländern wie Afghanistan gesellschaftliche Norm! Ein Mann, in den nicht eingedrungen wird, wird nicht als homosexuell betrachtet und ein Junge wird nicht als Mann betrachtet: es liegt also kein homosexueller Akt vor – der sofort mit dem Tode bestraft werden würde. Ohnehin wird in diesen Gesellschaften der Geschlechtsakt nicht als ein wechselseitiges Geben und Nehmen betrachtet, sondern es geht einzig um das Erlangen von männlicher Lust, die Männer ausschließlich durch gewalttätige Dominanz erreichen.

Was der deutsche Islam-Experte Peter Raddatz ebenfalls auf www.frontpagemag.com über das tumbe Gesindel der „Intellektuellen“ und „Künstler“ sagt, die unsere Kultur im Geiste Michel Foucaults vergiften, entspricht in vielem dem Anliegen von Die Massenpsychologie des Buddhismus und Der Blaue Faschismus. Mit Raddatz kann man das auf den Islam und seine degenerierten („linksliberalen“) Apologeten im Westen übertragen. Tatsächlich hat Raddatz, der vielleicht nie von Reich gehört hat, in der Diskussion eine bewunderungswürdig tiefsinnige orgonomische Analyse der bioenergetischen Fehlentwicklung unserer Kultur abgeliefert.

Da sich derartige Analysen um den Begriff der „psychischen Gesundheit“ drehen, sind sie in den politisch korrekten linken Medien undenkbar!

Was Deutschland betriff verweise ich auf die an der rechten Seite meines Blogs unter Links genannte Kybeline, die wiederum eine ausführliche Linkliste anbietet. Natürlich ist da nicht alles koscher, aber wir sind ja alle erwachsen und können entsprechend selbst differenzieren.

The Journal of Orgonomy (Vol. 31, No. 1, Spring/Summer 1997)

19. August 2012

In „Circumcision From an Orgonomic Perspective“ (S. 91-96) diskutierten der medizinische Orgonom Richard Schwartzman und seine Tochter Rebecca Schwartzman vor 15 Jahren jenes Thema, das die Republik seit Wochen umtreibt: die Beschneidung. Dazu muß man wissen, daß das in Amerika ein seit jeher virulentes Thema ist, weil aufgrund pseudomedizinischer Propaganda im 19. Jahrhundert die Beschneidung gleich nach der Geburt praktisch jedem amerikanischen Jungen widerfährt. Den wunderlichen Gesundheitsaposteln des 19. Jahrhunderts ging es um Eindämmung der „gesundheitsschädlichen Masturbation“. Man denke nur an den klismaphilen Adventisten John Harvey Kellogg, Erfinder der Kellogg‘s Cornflakes.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=cQ4yvfzBt-c%5D

Sicherlich spielte auch die „bibelfeste“ amerikanische Variante des Christentums, man denke nur an den Adventismus, eine Rolle, die sich insbesondere am Alten Testament und seinen Geboten orientiert. Mittlerweile gehört das Beschnittensein einfach zum „Amerikanertum“.

Die Schwartzmans schreiben über die amerikanische Praxis, bei der die Beschneidung sozusagen zur „Erstversorgung des Babys“ gehört:

Die Geburt und die ersten Tage bilden den wichtigsten, die entscheidendsten Entwicklungsabschnitt. Die frühsten Traumen rufen den schwersten Schaden hervor. Das ist so, weil dem Neugeborenen noch keinerlei Möglichkeiten zur Verfügung steht, sich gegen die schockartige Verletzung zu wehren. Das Beschneidungstrauma ruft eine schwere körperliche Kontraktion hervor, die sich auf die Stelle der Verletzung konzentriert. Ohne bereits Mechanismen entwickelt zu haben, um sich gegen die entsetzlichen Schmerzen zu wehren, kann der Säugling nur schreien und sich in sich selbst zurückziehen.

Erwachsene erinnern sich während des Verlaufs einer medizinischen Orgontherapie regelmäßig an vergangene Traumen, wenn sich die Panzerung auflöst. Es mag zwar unmöglich erscheinen, aber manchmal erlebt ein Patient seine Beschneidung erneut. Es ist eine entsetzliche Erfahrung für den Patienten und sehr beunruhigend für den Arzt. Wenn die Leute sehen könnten wie Beschneidung wiedererlebt wird, mit all dem Schmerz und dem Schrecken, der mit ihr verbunden ist, würde sich die Frage nicht stellen, daß sogar die frühsten kindlichen Erfahrungen im Erwachsenen lebendig bleiben und ganz und gar nicht „vergessen“ sind.

Die so überaus schmerzhafte und grauenerregende Beschneidung ruft spezifisch eine Beckenpanzerung hervor, was die ganze Körperregion gefühllos und energetisch tot macht. Entsprechend suchen, wie klinische Studien gezeigt haben, beschnittene Männer starke, „unzärtliche“ Reize und wenden sich überdurchschnittlich Praktiken wie Masturbation (bei einer zur Verfügung stehenden Partnerin), Oral- und Analverkehr zu. Dadurch soll die physische und auch emotionale Gefühllosigkeit kompensiert werden. Es braucht stärkerer Reize!

Die Schwartzmans weisen darauf hin, daß Moses Maimonides zufolge die Beschneidung im Judentum dafür sorgen sollte die sexuelle Leidenschaft einzudämmen. Sie zitieren Rabbi Elie Munk, der in seinem Kommentar zu Maimonides schrieb:

So wird der Jude, kaum hat er die Welt betreten, auf den Pfad der Selbstkontrolle gesetzt. Es ist der erste einer langen Reihe von religiösen und moralischen Schritten, die alle von einer moralischen Reinheit durchgedrungen sind, ihn in einer Atmosphäre von Keuschheit und menschlicher Würde einhüllen und ihn davor bewahren auf die Ebene eines Tieres zu fallen.

Unter anderem wegen solcher schrecklichen Rabbis wollte der „Jude“ Reich nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Judentum zu tun haben! Es sei auch darauf hingewiesen, daß die Schwartzmans, wie so viele Orgonomen, „Juden“ sind. In der gleichen Ausgabe des Journal of Orgonomy (S. 97-99) bespricht Richard Schwartzman das Buch Circumcision – The Hidden Trauma von Ronald Goldman, ebenfalls ein „Jude“. Von ihm stammt auch das Buch Questioning Circumcision – A Jewish Perspective. Soviel zu einem ganz bestimmten Todschlagargument, mit dem man versucht die Debatte in Deutschland abzuwürgen! Ich glaube es hackt! Geht’s noch?!

Rebecca Schwartzman (heute Rebecca Wand) betreibt heute einen eigenen Blog zum Thema.

Weitaus wichtiger ist natürlich die Beschneidung bei den Millionen Moslems, insbesondere Türken und Kurden, die in Deutschland leben. Hier kommt einer zu Wort. Unbedingt anschauen!

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=1VQyLvhd28o%5D

Zum Schluß gestatte man mir eine eigenständige Überlegung. Schwartzman wirft Goldman vor, die Sache etwas zu übertreiben, wenn dieser Gewalt, Krieg und Vergewaltigung einseitig der Beschneidung zur Last legt. Natürlich ist dieser Einwand berechtigt, wenn man etwa daran denkt, wie die „unbeschnittenen“ Perser, Griechen und Römer in Israel gewütet haben. Aber auf tieferer, sozusagen „feinstofflicher“ Ebene ist die Beschneidung wirklich ein Eingriff, der Menschen zu Seelenkrüppeln macht. Das Herz wird beschnitten:

Zum Volk Gottes gehört nicht, wer äußerlich ein Jude ist, sondern wer es innerlich ist. Es kommt nicht darauf an, daß er an seinem Körper beschnitten wurde, sondern daß sein Herz es ist. (Röm 2,28)

Die Vorhaut des Mannes ist mit seinem Herzchakra verbunden. Das bewirkt, daß er ähnlich zärtlich und „herzlich“ fühlen kann wie eine Frau. Empfindsame Männer wissen das, Arschlöcher grinsen jetzt nur fies und voll Verachtung.

Zum Thema siehe auch meinen Blogeintrag Die Beschneidung.

Und schließlich Dr. George C. Dennistons Artikel über Die Zirkumzisions-Psychopathologie.

Von Idil nach Hamburg

6. Mai 2012

In der Türkei hat sich in der Jetztzeit genau das ereignet, was vor Jahrtausenden in Israel passiert ist und seit 6000 Jahren in Saharasia und den angrenzenden Gebieten ständig geschieht.

Sukru Tutus war in den 1960er und 1970er Jahren der letzte christliche Bürgermeister des südostanatolischen Städtchens Idil, das damals noch Azech hieß und fast ausschließlich von Christen bewohnt wurde. Bis langsam der Terror von Seiten der kurdischen Landbevölkerung der Umgebung einsetzte. Die christlichen Weinberge und Obstgärten wurden geplündert und schließlich dem Erdboden gleichgemacht. Christen wurden auf ihren Feldern erschossen aufgefunden. So setzte langsam aber sicher der christliche Exodus ins sichere Europa ein.

Im Juni 1994 wurde Tutus, der sich schon längst im Ruhestand befand, auf offener Straße vor einer Kirche mit einem Kopfschuß ermordet. Das war das Ende von 1900 Jahren christlichen Lebens in Idil. Innerhalb eines Monats hatten die paar verbliebenen aramäischen Familien die Stadt verlassen und waren nach Deutschland, Schweden und der Schweiz ins Asyl geflohen. Heute ist Idil eine rein mohammedanische Stadt, in der nur Kurden und einige Araber sowie türkische Verwaltungsbeamte leben. An die Christen erinnern nur noch pittoreske Ruinen und die sieben verwaisten Kirchen.

Jahrhunderte hatte Idil dem islamischen Ansturm getrotzt. 1915 wurden im Rahmen des staatlich organisierten Völkermordes an den Armeniern die aramäischen Orte der Umgebung von den Kurden überrannt, nur Idil überlebte, weil die Einwohner eine Mauer um die Stadt errichteten und einer monatelangen Belagerung standhielten. In den 1960er Jahren wurden in der noch immer fast rein christlichen Stadt vom türkischen Staat Sozialwohnungen errichtet und dort massenhaft Kurden einquartiert, was schließlich 1977 zur „demokratischen“ Abwahl von Tutus führte. Der kurdische Klanchef Abdurrahman Abay, der vom türkischen Staat aufgefordert worden war für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, jede erdenkliche staatliche Hilfe erhielt und schließlich durch Wahlbetrug siegte, bekam damals sogar ein Glückwunschtelegramm des ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat, der ein Jahr später den Friedensnobelpreis (sic!) erhalten sollte: „Ich gratuliere dir als erstem Moslem, der Idil einnehmen konnte.“

Wie gesagt: das gleiche Szenario spielt sich so ähnlich seit Jahrtausenden ab. Städte mit einer hochstehenden Kultur werden von ärmlichen, unzivilisierten Ziegen- und Rinderhirten zunächst belagert, terrorisiert und schließlich überrannt.

Groteskerweise passiert heute im gesamten Westeuropa genau, wirklich exakt dasselbe wie vor wenigen Jahren in Idil: sogenannte „Sozialwohnungen“ werden errichtet und schon bald gibt es ganze Stadtteile, in denen sich die autochthone Bevölkerung nicht mehr blicken lassen kann. „Was willst du hier, das ist meine Straße!“

In Idil wollte die türkische Obrigkeit nicht länger dulden, daß die Christen „unter sich bleiben wollten“. In Europa kommt es mittlerweile dem sozialen Selbstmord gleich, jeweils vom deutschen, englischen, dänischen, schwedischen, etc. Volk auch nur zu sprechen.

Und was den Terror betrifft. Man nehme die Kleingartenvereine, die erkennbar immer mehr von „Migranten“ dominiert werden, bis auch der letzte Deutsche einfach keine Lust mehr hat. Schulspeisung mit Schweinefleisch im Angebot? Undenkbar! So manche junge Frau hat einfach keine Lust mehr in die öffentliche Badeanstalt zu gehen. Selbst bei der Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs bekommt man ein mulmiges Gefühl. Noch in den 1970er Jahren habe ich mich in Hamburg überall und zu jeder Tages- und Nachtzeit hundertprozentig sicher gefühlt. Es war meine Stadt, es war eine deutsche Stadt. – Es ist wie in Idil: ein schleichender Prozeß der Verunsicherung, des Gefühls der Unsicherheit, der Beklemmung – und der realen Lebensgefahr.

Das grundsätzliche Problem ist, daß niemand die zugrundeliegende Dynamik erkennt. Das, was wir gegenwärtig erleben, sind nicht nur Probleme einer sich formierenden „multikulturellen Gesellschaft“ oder „Folgen der Globalisierung“, auch wird sich nicht alles von selbst richten, wie die Integration der Polen im Ruhrgebiet Ende des 19. Jahrhunderts. Nein, wir sind Zeugen bzw. Opfer eines spezifischen Vorganges, der vor 6000 Jahren infolge der zunehmenden Desertifikation Nordafrikas, Arabiens und Zentralasiens seinen Ausgang nahm und sich seitdem zunehmend verselbständigt hat. James DeMeo hat diesen Prozeß „Saharasia“ genannt.

Die Aufarbeitung dieser Vorgänge hat nichts mir Nationalismus, „Eurozentrismus“, Fremdenfeindlichkeit, „Paranoia“ oder gar Rechtsradikalismus zu tun, sondern es geht um die Wahrnehmung von biosozialen Prozessen, d.h. es geht um die Rolle der Panzerung in sozialen Abläufen. Entsprechend können auch Europäer Agenten Saharasias sein, wie im Kolonialismus.

DeMeo hat nachgewiesen, daß vor etwa 6000 Jahren im oben umrissenen Gebiet, lebensfeindliche, konkret insbesondere frauen- und sexualfeindliche Einstellungen überhandnahmen. Frauen wurden unterdrückt, Beschneidungsrituale wurden eingeführt, es entwickelten sich rigide Kastensysteme, etc. Schaut man sich entsprechende Karten an, die die Verteilung der Kulturen vor der Zeit des Kolonialismus zeigen und Dinge angeben wie „niedriger Status von Frauen“, „Homophobie“, etc., dann springt Saharasia sofort ins Auge. Das ganze wird sogar eindeutig sichtbar, wenn man die heutige Welt, also eine Welt, die vom Kolonialismus und der „Globalisierung“ weitgehend eingeebnet wurde, betrachtet: man betrachte beispielsweise diese neun Karten, die den Status der Frau in der heutigen Welt angeben.

Über die Jahrtausende breitet sich Saharasia immer weiter aus, bis alle Reste einer „vor-saharasischen“ Welt restlos ausgelöscht sind. Das ist in Iblis geschehen. Und das gleiche, wirklich exakt das gleiche geschieht heute im Süden Hamburgs. Weder die Einwohner von Iblis noch die Menschen in den Arbeitervierteln Hamburgs hatten und haben die geringste Ahnung was genau ihnen widerfährt. Sie wissen nicht, warum genau sie so gut wie keine Probleme mit Menschen haben, die aus Gegenden stammen, die weit von Saharasia entfernt sind, und warum Menschen aus Kleinasien, Arabien und Nordafrika, also aus den Kerngebieten Saharasias, so auftreten, wie sie auftreten.