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Verschwörungstheorien

23. Juli 2017

Grundsätzlich ist das Elend von Verschwörungstheorien, daß sie mit mechanistischen Modellen arbeiten („x wirkt auf y, das auf z wirkt, z wirkt auf x zurück und gemeinsam rufen sie a hervor“, etc.pp.). Wie es typisch für den Mechanismus ist, werden solche „Schaltpläne“ immer verwickelter und schließlich wirkt alles auf alles ein. Verschwörungstheoretiker wählen dann nach eigenem Gusto ihre persönliche Kausalkette aus und streiten sich bis aufs Blut mit anderen, die andere Kausalketten ausgewählt haben. Der Student der Orgonomie läßt sich von vornherein nicht auf einen derartigen Unsinn ein, sondern arbeitet mit einfachen Funktionsschemata, die sich stets auf die drei Grundströmungen jeder Gesellschaft zurückführen lassen: Funktionalismus, Mechanismus und Mystizismus.

Da diese funktionellen Prozesse immer von Menschen repräsentiert werden, sind natürlich überall Strategen tätig. Beispielsweise wurde die Occupy Wall Street-Bewegung von der kommunistischen Obama-Regierung und ihren Freunden in Wall Street, der sie Milliarden, sogar Billiarden zugeschanzt hat, ins Leben gerufen, um der Tea Party-Bewegung den Wind aus den Segeln zu nehmen und dafür zu sorgen, daß Obama in einer zweiten Amtsperiode mit seinem Zerstörungswerk fortfahren kann. Nach der vollkommen unerwarteten Niederlage von Killery wird heute der „Widerstand“ gegen Trump organisiert.

Hierher gehören auch der etwa vom Bertelsmann-Konzern finanzierte „Kampf gegen Rechts“ und die „multikulturelle Gesellschaft“. Projekte, in denen „Rockefeller“ und die Kommunisten Hand in Hand marschieren, um Völker in formbare Massen zu verwandeln. Kritischen Geistern werden Dinge wie „JFK“, „9/11“, „HAARP“ oder beispielsweise „Chemtrails“ vor die Füße geworfen, damit sie mit Unsinn beschäftigt sind und sich vollständig diskreditieren. Die Massen sollen gefälligst David Icke studieren, statt etwa Wilhelm Reich!

Aber trotz der erwähnten „Strategen“: es ist ein grundsätzlicher Fehler rationalistisch an Verschwörungen heranzugehen. Verschwörungen sind in erster Linie „emotionale Verschwörungen“, die größtenteils auf nonverbalen Übereinkünften beruhen und auf gemeinsamen (charakter-) strukturellen Zwängen. Man denke nur ans alltägliche Mobbing oder die heimliche Kumpanei weiter Kreise, insbesondere in den Medien, mit linksterroristischen Bestrebungen. Man versteht sich!

Es ließe sich einwenden, daß doch gerade Christopher Turner in seinem Buch Adventures in the Orgasmatron die Rolle der Rockefeller Foundation dargestellt habe. Ausgerechnet er als Feind Reichs! Wie passe das denn zusammen? Verschwörungen funktionieren schlichtweg nicht so, daß alles zusammenpaßt wie die Zahnräder in einem Uhrwerk. Es geht um gesellschaftliche Funktionen und ihre Repräsentanten. Verschwörungstheoretiker sind hingegen, ja, mechanistische Reduktionisten.

Steve Picenick warnt davor, die globalistischen Verschwörer allzu ernst zu nehmen und dem kindischen Wahn anzuhängen, sie würden keine Fehler machen. They are not very sophisticated! Beispielsweise sprach beim CIA, als das Ganze mit Syrien aktuell wurde, kaum jemand Französisch (die eigentliche Landessprache Syriens), niemand wußte, was „Aleviten“ sind und welche Rolle sie in Syrien spielen und keiner konnte etwas mit den wirtschaftlichen Notwendigkeiten Syriens anfangen. Verschwörungstheoretiker, die nur zuhause rumsitzen und nie wie Picenick an CIA-Operationen teilgenommen haben und die ganzen Mitspieler persönlich kennen, stellen sich das natürlich anders vor in ihrer ödipalen Kindlichkeit: Papa (die Elite) weiß und kann alles!

Das Bertelsmännchen

17. Mai 2017

Seit Jahren lasse ich mir keine Nummer von change entgehen, dem „Magazin der Bertelsmann Stiftung“. Immerhin ist es kostenlos. Man kann sich wohl kaum etwas Kapitalistischeres vorstellen, aber gleichzeitig überkommt einem jedesmal das Gefühl die „Prawda“ der Globalisten zu lesen. Linksliberal bis zum Exzeß.

Es geht hier um einen der größten Medienkonzerne der Welt und diese Medienkonzerne sind in dieser Hinsicht durch die Bank wirklich konsequent. Wohin man schaut Zeitungen, Magazine, Bücher, Fernsehserien, Hollywoodfilme, etc. werden stumpf an den Massen vorbei produziert und fahren nur rote Zahlen ein, weil die linke Ideologie, etwa „Gender“ oder „Black Lives Matter“, wichtiger ist, als jeder Profit. Es sind wirklich Kommunisten! „Kommunisten“, weil sie nicht etwa die Bedürfnisse der Kunden befriedigen, sondern primär das Bewußtsein dieser Kunden verändern wollen.

change bietet mir immer wieder Einblicke in das, was die Elite wirklich mit uns vorhat. Es geht schlicht um die totale Globalisierung, die „offene Gesellschaft“. Es dreht sich alles darum, daß wir unsere „irrationalen Ängste“ gegenüber „der Öffnung“ überwinden sollten. Wie? Durch mehr Wissen!

Das ist natürlich hanebüchener Unsinn. Man denke nur an die Medizin: würden wir alles über das in uns brodelnde Ungemach und die wahrscheinlichen Todesagonien wissen, die uns in nicht allzu ferner Zukunft bevorstehen – wir würden vor Angst vergehen. Hast du mal einen Krebspatienten aus nächster Nähe KREPIEREN sehen?! Gesund ist nur der, der noch nicht gründlich untersucht wurde. Und so in allem: je mehr ich mich über die Weltwirtschaft, den Islam oder etwa die türkische Kultur informiere – desto mehr Angst bekomme ich.

Auf Angstüberwindung durch Wissen kann nur der liberale Charakter kommen, der vollkommen in seinem zerebralen System lebt und keinerlei Zugang zum Reich der Emotionen hat!

In diesem Zusammenhang blitzt in der neuen change für einen Augenblick die Realität jenseits der ideologischen Verblendung auf, als in einem Interview einem nach eigener Aussage „linksliberalen“ Sozialpsychologen, Prof. Dr. Soundso, folgende Frage gestellt wird:

„Offenheit wird begrenzt durch Angst, und Angst entsteht durch Unwissen – müßte nicht mehr für die Bildung getan werden, um die offene Gesellschaft zu stützen?“

Leute, noch mehr?! Seit Anfang der 1970er Jahre habe ich nie etwas anderes gehört als „mehr Bildung“!

Aber zur Antwort von Prof. Dr. Soundso:

Das ist keine Wissensfrage. Wenn sie ressentiment-geladenen Leuten mit Fakten kommen, behaupten die sowieso, die seien gefälscht. Was Menschen für ihre Wirklichkeit halten, ist immer emotional grundiert. Der Umgang mit der Welt ist nicht wissensbasiert. Der hängt ab von den sozialen Beziehungen, die man hat oder haben möchte; von den Wünschen, die man an sich selber hat, wie stark man sich orientieren möchte, welche Pfeiler man dafür braucht. Wissen wird total überbewertet.

Das weist wohl in die richtige Richtung, doch endet in inhaltsleerem Geschwafel. Solche überbezahlten Bertelsmännchen leben von meinem Steuergeld! Bitte das obige Zitat nochmal lesen: „Der Umgang mit der Welt (…) hängt ab von den sozialen Beziehungen, die man hat oder haben möchte; von den Wünschen, die man an sich selber hat, wie stark man sich orientieren möchte, welche Pfeiler man dafür braucht.“

Ohne Kenntnis des Reichschen Konzepts der Panzerung wird die Sozialpsychologie nie auf einen grünen Zweig kommen. Der Umgang mit der Welt hängt ab von der Charakterstruktur!

Der Rote Faden: Rockefeller

22. Oktober 2011

Es gibt kaum etwas Naiveres als zu glauben, die gegenwärtige Schulwissenschaft sei ausschließlich ein „Produkt des Labors“. Vielmehr wurden durch mächtige Organisationen aufgrund außerwissenschaftlicher Überlegungen die Weichen gestellt. Bis heute werden Abweichler, wie einst in kommunistischen Staaten, verfolgt und ihre Existenz vernichtet. Es wird eine Atmosphäre geschaffen, in der genuine Wissenschaft so gut wie unmöglich ist. Kurioserweise erfolgt diese ideologische Ausmerze unter der frechen Überschrift „Skeptizismus“.

Der Wissenschaftshistoriker James Strick hat aufgezeigt, daß in den 1930er Jahren die Rockefeller Foundation weltweit der einzige (nichtstaatliche) Geldgeber in der biologischen Forschung war. Alle Versuche Reichs, Gelder für seine kostspielige Bionforschung zu erhalten, wurden abgeblockt, insbesondere von den beiden „antifaschistischen“ Genetikern Otto Mohr und dessen Protegé Leiv Kreyberg, die offensichtlich Angst davor hatten, daß ihr Kampf gegen die faschistische Eugenik durch Reich kompromittiert werden könnte.

Sowjetische Genetiker wollten, daß Mohr als einer der „progressivsten“ Kritiker der faschistischen Rassenideologie 1937 nach Moskau zu einem internationalen Genetik-Kongreß komme. Dieser Kongreß wurde aber wegen dem aufkommenden „Lysenkoismus“ und den Säuberungen abgesagt (Brigitte Johler: Wilhelm Reich Revisited, Wien 2008, S. 98f).

Die Rockefeller Foundation unterstützte nur Forschungen, die dem Reduktionismus folgten: Biologie → Chemie → Physik. Leben sollte nicht mehr sein als eine besondere Art von „Maschine“.

Christopher Turner hat in seiner neuen Reich-Biographie sehr ausführlich dargestellt, daß auch Reichs zweites Betätigungsfeld, die „sexologische“ Forschung, von der Rockefeller Foundation bestimmt wurde. Hier ist insbesondere Alfred Kinsey zu nennen, der, ursprünglich Insektenforscher, ein direktes Produkt des von der Rockefeller Foundation mit ihrer Finanzmacht durchgedrückten Reduktionismus war. Anfangs ging es der Rockefeller Foundation darum, die Bevölkerung zur weitgehenden sexuellen Abstinenz zu erziehen. Kinseys Veröffentlichungen hatten zwar den gegenteiligen Effekt (Adventures in the Orgasmatron, New York 2011), – aber die Auswirkung auf die genitale Gesundheit war langfristig noch verheerender.

Man kann davon ausgehen, daß die Rockefeller Foundation das 20. Jahrhundert geprägt hat: aus der Biologie wurde eine „Nekrologie“, die unser Selbstverständnis im Kern geformt hat und die einst so hoffnungsvolle „mentalhygienische Bewegung“ degenerierte zur Massenpropagierung von Perversionen und „recreational sex“. Aus der imgrunde mystisch orientierten autoritären Gesellschaft wurde die heute durch und durch mechanistische anti-autoritäre Gesellschaft. Aus den Freiheitsbestrebungen wurde eine Gesellschaft, die fast flächendeckend auf Droge ist.

Das 20. Jahrhundert hätte Reichs Jahrhundert sein können. Die biologische und die sexologische Forschung hätten ganz andere Wege einschlagen können. Wall Street und die Kommunisten haben das gemeinsam verhindert. Statt orgastische Potenz beherrscht die orgastische Impotenz den gesamten Diskurs bis heute.

Es geht hier nicht darum, daß irgendwelche „Geheimgesellschaften“ in Hinterzimmern sitzen und die Völker manipulieren. Es geht darum, daß jene extrem orgastisch Impotenten mit Gewalt und Manipulation an die Spitze der Wirtschaft und der Staaten gelangen, die vor allem ein Grundimpetus nach oben getrieben hat: die Todesangst vor autonomen Funktionen. Deshalb müssen sie die Arbeitsdemokratie („Liebe, Arbeit und Wissen“) mittels „Kinsey“, Sozialismus und mechanistischer Wissenschaft zerstören. Das verbindet Charaktere wie J.P. Morgan und Stalin. Politische und wirtschaftliche Zwänge und Interessen sind nur vorgeschoben.