Posts Tagged ‘Bernd Senf’

Filmkritik: Der neue Reich-Film

28. Juli 2018

von Robert (Berlin)

In den Räumen der Sigmund-Freud Privatuniversität des riesigen Tempelhofer Flughafengebäudes gab es am 26. Juli 2018 die deutsche Erstaufführung des Films „Love, Work and Knowledge. The life and trials of Wilhelm Reich“.

Am Empfang gab es gleich einen netten Stoffbeutel mit Infomaterial. Für Essen (Knabbereien) und Getränke war obendrein gesorgt. Der Film wurde wegen hoher Anmeldezahlen in zwei Räumen gezeigt.

Augenblicklich erkannte ich die Koryphäen Bernd Senf und Heike Buhl. Nach einer kurzen Einführung durch einen Studenten ging es los.

Der Film selbst hat die Lauflänge von 110 min, was ziemlich mühevoll war. Da der Film in Englisch ist, war hier die Sprecherin von besonderer Bedeutung. Aber sie sprach leider ziemlich verwaschen, wie mir meine Nachbarin bestätigte, was das Verstehen noch schwieriger machte.

Einige Schwerpunkte im Film waren der Konflikt mit Freud und der Verfolgung durch das FBI. Es wurden viele unbekannte Fotos und Filmclips gezeigt, häufig war die Stimme von Reich selbst zu hören. Reich filmte selbst Aufmärsche der KPD. Seiner Zeit als Psychoanalytiker wurde viel Platz geschenkt, aber ob Aussagen von heutigen linken Psychoanalytikern oder eines abgehalfterten Soziologen wirklich so wichtig sind, bezweifle ich.

Der Zeit mit Elsa Lindenberg wurde viel Platz gegeben. Besonders manche Fotos von Reich zeigen ihn von einer mir bisher unbekannten, ausdrucksvollen Art. Weiterhin wurden unbekannte Fotos seiner Familie und Mitarbeiter gezeigt. Teile der Funktion des Orgasmus und People in Trouble scheinen von Reich vor der Publikation auf Magnetband gesprochen zu sein, wie im Film zu hören war.

Sehr interessant ebenfalls spätere Aufnahmen und Filmclips vom Orgonmotor, den Mäuseexperimenten und dem ersten Bau des ORAC, häufig in Farbe. Jedoch ist die amerikanische Periode sehr stark der Verfolgung und dem Prozess gewidmet. Hier fehlte mir einiges, so z.B. die therapeutische Entwicklung.

Leider ist der gesamte Film mit einem traurig klingenden Streichinstrument unterlegt, was eine bedrückende Atmosphäre hinterlässt. Da doch einige Punkte von Reichs Leben wegfielen, ist zu fragen, ob der Film nicht besser in zwei oder drei Teilen hätte gedreht werden sollen. Desgleichen der Schnitt erschien seltsam unausgegoren, manchmal erschienen Szenen aus späteren Zeiten, die Kohärenz war mir nicht ersichtlich. Im Abspann merkte man, dass eine starke Linksdrift vorhanden war, das ACO tauchte nicht auf. Morton Herskowitz wurde mehrmals mit seinen Aussagen wiedergegeben.

Bei der anschließenden Diskussion war ich nicht mehr dabei.

Fazit: Der Film überzeugt mit viel neuem Material. Insgesamt ist er etwas lückenhaft und manchmal wieder weitschweifig. Allerdings bin ich nicht in Lage, alles korrekt zu beurteilen, weil meine Englischkenntnisse verbesserungswürdig sind. Eine Teilnehmerin meinte, Untertitel (in Englisch) wären gut gewesen.

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Nochmals zu William Steigs Vorwort zu KINDER DER ZUKUNFT (Teil 2)

10. Januar 2018

Die Völker, Staaten, Rassen, Sprachgemeinschaften. religiösen Verbände, wirtschaftlichen Körperschaften. Die auch nur im geringsten den Freilandbegriff einzuengen suchen. werden geächtet, in Bann getan und für vogelfrei erklärt.

Das wird gerne zitiert, um Silvio Gesell als „Faschisten“ hinzustellen. Liest man das ganze im Zusammenhang, sieht es schon ganz anders aus:

Der Begriff Freiland läßt keinerlei Einschränkung zu. Er gilt unbeschränkt. Darum gibt es der Erde gegenüber auch keine Völkerrechte, keine Hoheitsrechte und Selbstbestimmungsrechte der Staaten. Das Hoheitsrecht über den Erdball steht dem Menschen, nicht den Völkern zu. Aus diesem Grunde hat auch kein Volk das Recht, Grenzen zu errichten und Zölle zu erheben. Auf der Erde, die wir uns im Sinne von Freiland nur als Kugel vorstellen können, gibt es keine Waren-Ein- und Ausfuhr. Freiland bedeutet darum auch Freihandel, Weltfreihandel, die spurlose Versenkung aller Zollgrenzen. Die Landesgrenzen sollen nur einfache Verwaltungsgrenzen sein, etwa wie die Grenzen zwischen den einzelnen Kantonen der Schweiz.

Oder mit anderen Worten, der „Internationalismus“ soll uns die größte denkbare Barbarei schmackhaft machen: „Völker, Staaten, Rassen, Sprachgemeinschaften, religiöse Verbände, wirtschaftliche Körperschaften“ sollen „geächtet, in Bann getan und für vogelfrei erklärt“ werden, wenn sie nur andeutungsweise Gesells Theorien infrage stellen. Vogelfrei? Definition: Wer für vogelfrei erklärt wurde, darf von jedermann straflos umgebracht werden.

Oder man nehme folgende grandiose Rede:

Ich habe nichts gegen diese Rede, außer daß sie und ihre internationalistische Botschaft zwangsläufig das absolut Böse hervorbringt, d.h. jugendliche Herzen zur Antifa führt, Social Justice Warriors erzeugt, die Welt mit einem rötgrünen Miasma überflutet, das eines Tages die Erde in einen weiteren leblosen Mond verwandeln wird.

Gesell, Chaplin und so viele andere, etwa Mahatma Gandhi, Martin Luther King oder John Lennon, scheinen so lebenspositiv zu sein… Dabei ist Gandhi für die Teilung Indiens verantwortlich und die Millionen Toten, die damit einhergingen. Schlicht, weil er die Religion ins Spiel brachte. King hat in bewußter Nachfolge Gandhis Amerika zerstört, insbesondere aber das Leben der Schwarzen, indem er ihnen vermittelte sie seien Opfer, die ewigen schuldlosen Opfer, denen Amerika etwas schuldig ist. Seit dieser Zeit ist Amerika unrettbar gespalten wie der indische Subkontinent in Pakistan und Indien. – Aber wir haben ja all die schönen Bilder und Reden! Etwa so schön wie John Lennons „Imagine“: der Himmel ist leer, es gibt nichts, das den Einsatz des Lebens lohnt. Friede, Freude, Eierkuchen – und der absolute Nihilismus. Der letzte Mensch blinzelt.

Pseudo-orgonomische Ökonomik

20. November 2017

Willkommen im Land der Negativzinsen und des „billigen Geldes“, in dem dir Kredite hinterhergeworfen werden. Eine Zeit des Diebstahls an unseren Rentenfonds und Sparguthaben und der kompletten wirtschaftspolitischen Verantwortungslosigkeit.

Seit vielen Jahren werden die Vorstellungen Silvio Gesells als quasi „orgonomische Wirtschaftstheorie“ verkauft. Gesell betrachtet das Geld als Ware wie jede andere auch und deshalb solle auch es mit der Zeit sozusagen „vergammeln“, damit man es nicht hortet. Das Geld soll fließen, so wie die Orgonenergie frei durch den Körper fließen soll. Das soll durch „Schwundgeld“ erreicht werden, d.h. statt „ungerechterweise“ Zinsgewinne zu generieren, soll das Geld mit einem Negativzins belastet werden. Also Zustände, wie wir sie gegenwärtig ohnehin haben. Wenn das Bargeld erst einmal abgeschafft sein wird, wird uns das „Horten“ ganz ausgetrieben werden, der Staat uns zu mehr Konsum zwingen und zwar auf eine noch perfidere Art und Weise als durch die bisherige Inflation. Hauptsache das Geld fließt und damit die „Energie“…

Gesells Lösungsvorschlag verschärft das gesellschaftliche Elend statt es zu mildern, da hier das Grundproblem nicht etwa gemindert, sondern weiter akzentuiert wird. Es bedarf großer Kontaktfähigkeit und einem großen Verantwortungsgefühl das stets knappe Geld auszugeben. Konsumiere ich? Investiere ich? Und wenn was bzw. worin? Es ist absolut fatal, bei dieser Kernentscheidung der Arbeitsdemokratie unter ständigem Zugzwang zu stehen. Wir kennen das alle, daß, wenn wir unter Zeitdruck stehen, wir schon automatisch in den Augen „weggehen“, kontaktlos werden und todsicher folgenschweren Mist bauen. „Augen zu und durch!“ Bioenergetische Funktionen brauchen jedoch Zeit, man muß entspannt und gelassen sein. Noch schlimmer ist es bei der Kreditaufnahme bzw. –gabe. Beispielsweise war es verbrecherisch von Griechenland derartige Kredite aufzunehmen und noch verbrecherischer von den Kreditgebern, diese Kredite zu gewähren. „Hauptsache der Rubel rollt!“ Ein drastischer Schuldenschnitt ist unausweichlich – und nur recht und billig. Zu solchen folgenschweren Wahnsinnstaten kann es nur kommen, wenn die Gesetze der Ökonomie im Namen „frei fließender Geldströme“ außer Kraft gesetzt werden.

Himmelsakupunkteure

16. Januar 2017

Harald Kautz-Vella geboren am 16. September 1966, ist ein deutscher Autor, Verleger, Übersetzer und Anhänger der Orgon-Hypothesen von Wilhelm Reich.

Wo man hinsieht, eine selbst zusammengeschusterte Orgonomie. Etwa in Vorträgen wie dem folgenden:

Es fängt mit einer abstrusen Erklärung der Entdeckung des Cloudbusters durch Reich an. Tatsächlich hat Reich den Cloudbuster entdeckt, als er durch Metallrohre („Orgonoskop“) das atmosphärische Orgon beobachtete und dabei den Eindruck gewann, das Orgon damit zu beeinflussen. Nach dem ORANUR-Experiment hat er sich an die längst ad acta gelegte Beobachtung erinnert und so ist der Cloudbuster entstanden. Reich:

Als wir (…) im Jahre 1940 (…) die atmosphärische OR-Energie zum ersten Mal am Mooselookmeguntic-See im Gebiet von Rangeley durch lange Metallrohre beobachteten, hatten wir den Eindruck, daß die Wellenbewegungen sich änderten, wenn wir unsere Rohre zufällig auf die Seeoberfläche richteten. Diese Beobachtung kam uns in jener ersten Periode unserer OR-Forschung völlig unglaublich vor. Wir ließen die Sache auf sich beruhen und vergaßen sie bald wieder. (Ausgewählte Schriften, S. 455)

Im obigen Vortrag wird daraus eine wirre Geschichte, über Wasserleitungen, die Reich von seinem Haus aus in den See legen wollte. Eine Phantasie-Orgonomie mit einer Phatasie-Geschichte! Von den Longitudinalwellen im Äther, die identisch mit der Orgonenergie sein sollen, und dem ganzen mechanistischen Firlefanz, etwa den platonischen Körpern, will ich gar nicht erst anfangen. Das ist mir einfach zu „wissenschaftlich“!

Dann der Verweis in Kautz-Vellas Vortrag auf das Desert-Greening-Programm von Madjid Abdellaziz, einem der eifrigen Zuhörer von Bernd Senfs Vorträgen über „Himmelsakupunktur“ in Berlin. Wer sich Photos und Videos des Projekts anschaut, dem wird auffallen, daß wir es hier mit einer Oase in einer Wüste zu tun haben. Es sieht mehr nach Bewässerung mit Grundwasser, als nach einer Folge von genuiner CORE-Arbeit aus, bei der sich Wüste in Steppe und Grasland verwandelt und Oasen wachsen.

Die Cloudbuster, die offenbar im Dauereinsatz sind, wirken eher wie die Staffage eines „esoterischen“ Projekts. Das ganze kann absolut verheerende Auswirkungen haben. Auch finde ich es beunruhigend, daß eine weltweite Expansion geplant ist. Siehe hier. Wenn da man nicht wieder die CIA dazwischenfunkt!

Ende 2010 veröffentlichte ich auf diesem Blog folgendes:

Wenn man die Wetterkarten der letzten Tage betrachtet, sich an den nicht gerade berauschenden Sommer erinnert und eingedenk des einbrechenden Katastrophenwinters in Deutschland sowie der verheerende Hitzewelle und der seit Monaten andauernden Trockenheit in Israel (der schlimmsten seit Jahrzehnten), zeichnet sich in etwa folgendes Bild ab:

Es ist, als wenn jemand in der westlichen Sahara ständig mit dem Cloudbuster von Norden her abzieht und so den wellenförmig verlaufenden Polaren Jetstream nach Süden zieht, was genau jene Verhältnisse hervorruft, die wir heute beklagen.

Hier kann man den aktuellen Jetstream verfolgen.

Auf diese Weise kann ein einzelner Verbrecher Milliarden-Schäden verursachen, ja ganze Volkswirtschaften lahmlegen und unzählige Menschen – ermorden.

Ich bin damals darauf gekommen, daß jemand dort unten aktiv sein könnte, weil auf den entsprechenden Wetterkarten die Isolienien einen langen Finger bildeten, der von Mitteleuropa auf die algerische Wüste zeigte. Mich würde nicht wundern, wenn dort ein CLB im Dauereinsatz nach Norden gerichtet gewesen wäre.

Bei rationalem Vorgehen würde es in der Sahara nicht darum gehen, Regen in die Wüste zu bringen, sondern das DOR zu beseitigen. Und selbst das ist problematisch, weil der plötzliche Wegfall der atmosphärischen Panzerung ungeahntes Chaos erzeugen könnte. Außerdem könnten „grünere“ Zustände, etwa in Algerien, die Emotionelle Pest der Massen in einer ORANUR-artigen Reaktion zusätzlich anpeitschen.

Man denke in diesem Zusammenhang nur an die Schwarze Pest im Mittelalter. Nach neuen Forschungsergebnissen ging sie auf klimatisches Chaos in Zentralasien zurück. Außergewöhnlich feuchte Jahre führten zu einer explosionsartigen Vermehrung von Pestratten, die mit dem erneuten Einbruch der üblichen Wüstenzusände zwar alle wegstarben, doch deren Flöhe, die den Pesterreger in sich trugen, wechselten um zu überleben auf einen neuen Wirt über, den Menschen. Die Seidenstraße trug das Unglück dann nach Westen.

Entsprechende Forschungen haben auch gezeigt, daß Dschingis Khan seine weltumspannende Schreckensherrschaft nur aufrichten konnte, weil in seiner Heimat die ariden Zustände einer zeitweisen Feuchtigkeitsperiode wichen.

Aber zurück zu OROP Wüste: Ich weiß nicht, ob Deutschland und Israel Opfer des oben beschriebenen verantwortungslosen OROPs waren, aber derartige alles andere als abwegige Überlegungen machen von neuem Reichs Insistieren aktuell, daß Cloudbusting nur von rationalen Menschen in rationalen (arbeitsdemokratischen) Zusammenhängen durchgeführt werden darf.

emotion (Teil 2: Therapie)

17. November 2016

Bücherlogo

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

emotion (Teil 2: Therapie)

 

 

Robert 2009: Was sind eigentlich die Hintergründe dieser Auseinandersetzung? Warum wird die Autorität Dr. Bakers angezweifelt? Gibt es mehrere konkurrierende Reich-Schüler, die behaupten, sein Nachfolger zu sein?

Darauf Peter: Als Reich noch lebte, galt Reichs Autorität als vereinigendes Band. Nach Reichs Tod hatte man es mit Reichs Erbe zu tun, dem Trust Fund in Maine, der aufgrund der gerichtlichen Auseinandersetzungen so gut wie pleite war und um den sich Reichs Tochter Eva Reich und Reichs Ehefrau Aurora Karrer stritten, weil Aurora Karrer behauptete, Reich hätte sie als Nachlaßverwalterin bestimmt – im Testament stand aber Evas Name. Eva war mit dieser Aufgabe total überfordert und bat Baker, der Kopf der in und um New York herum tätigen medizinischen Orgonomen war, doch die Treuhänderschaft zu übernehmen. Nach einigem Hin und Her einigte man sich schließlich auf eine Patientin des medizinischen Orgonomen Chester Raphael, die finanziell unabhängig war und nach einer Aufgabe suchte. Als sich Baker und Raphael zerstritten, war der Bruch in der Orgonomie perfekt.
Reich hatte Baker zunächst inoffiziell dann offiziell als Ausbilder für neue Orgonomen bestimmt (je wie man es nimmt 1949, 1950 oder 1951), er war Supervisor (d.h. leitete das Seminar, in dem der Reihe nach alle Orgonomen ihre Fälle zur Diskussion stellten), er war Therapeut der Familie Reich und er war Herausgeber der Zeitschrift ORGONOMIC MEDIZIN. Mangels Artikel stellte er diese Zeitschrift nach Reichs Tod ein und führte sie dann 1967 als JOURNAL OF ORGONOMY weiter.
In diesem Zusammenhang zeichnete sich bereits der erste Konflikt ab, denn viele Orgonomen waren sauer auf Baker, weil der „eigenbrödlerisch“ sich weigerte, die Orgonomie bruchlos weiterzuführen, sondern stattdessen sich auf die Ausbildung neuer Orgonomen zurückzog. Baker behauptete später, Reich habe ihm das bei ihrem letzten Treffen nahegelegt: sich von den alten Orgonomen zu distanzieren, eine neue (hoffentlich geeignetere) Generation von Orgonomen heranzubilden und so die Orgonomie langsam wieder aufzubauen. Herr Lassek bezieht sich auf diese Behauptung Bakers, der 1968 Reichs alten Plan wieder aufgegriffen hatte, ein „College of Orgonomie“ zu gründen, im Sinne von „Kollegium“, eine Gemeinschaft der Orgonomen.
Hinzu kam, daß neben Reich selbst und dem Orgonomen Michael Silvert, Baker der einzige unter den Orgonomen war, der politisch konservativ eingestellt war. Weitere Faktoren: Aus Angst vor den Berufsverbänden, den Versicherungen (ohne Arzthaftpflichtversicherung keine Praxis!) und vor allem der FDA (der Gesundheitsbehörde, die Reich ins Gefängnis gebracht hatte) distanzierte sich Baker wohl nicht explizit, aber doch implizit vom Orgonenergie-Akkumulator, – was manche als ultimativen Verrat ansahen. Er schuf eine spezielle Nosologie für die psychiatrische Orgontherapie, die viele der alten Orgonomen nicht akzeptierten. Baker bestand im Gegensatz zu vielen anderen streng darauf, daß ausschließlich ausgebildete Psychiater als medizinische Orgonomen tätig werden dürfen. (Einzige Ausnahme war sein Schüler Robert Dew, ein Internist.)
Im Laufe der Jahre, angefangen mit Chester Raphael, distanzierten sich einige Orgonomen öffentlich von Baker, bis schließlich deren Schüler auftraten und frech die Frage stellten: „Wer ist denn schon Baker? Meine Tradition geht direkt auf Reich zurück.“ Sie wollen einfach die Lizenz haben, unkontrolliert drauf los therapieren zu können. Ihre, wie ich finde ziemlich kuriose, Haupttaktik besteht darin, Baker ins Lächerliche zu ziehen.
Verkompliziert wird das ganze dadurch, daß es seit zirka 1980 im von Baker gegründeten American College of Orgonomy selbst zu immer neuen Verwerfungen gekommen ist, aber das beruht weniger auf theoretischen Auseinandersetzungen, sondern vor allem darauf, wie man am besten die Zukunft der Orgonomie sichern kann. Beispielsweise sind in den USA praktisch nur noch orgonomische Psychiater als Psychotherapeuten tätig, während alle übrigen Psychiater Ärzte sind, die Psychopillen verschreiben. So stellt sich die Frage, ob man, dem Trend der Zeit folgend, nicht Psychologen und sogar Sozialarbeiter in Orgontherapie ausbildet. Ich persönlich halte das für Unsinn, weil gerade heute die Patienten teilweise so geschädigt sind, daß es wirklich eines Psychiaters bedarf.

Heiko Lassek:
Lieber Peter Nasselstein,
ich will nicht Bakers Kompetenz als psychiatrischer (!) Orgontherapeut in Frage stellen sondern den immer wieder – und seit der Münchener Konferenz (1984), bei der Vertretern skandinavischer Länder Mikrofone abgestellt worden, insbesondere bei Prof. Rolf Groenseth, der von Sicherheitspersonal vom Mikrofon weggedrängt wurde als er wie auch andere Schüler und Studenten von Ola Rakness (als da waren: Prof. Erik Groenseth und Björn Blumenthal aus Oslo, ein anderer Björn, Ralph und Jan – Ivor aus Bergen)) den ALLEINvertetungsanspruch des ACO in Frage stellte (übrigens wurde Prof. Rolf Groenseth von dem wie Luis de Funes erscheinenden Dr. Camarella (in meiner Anwesenheit im Beisein von Dr. Richard Blasband, dem damaligen Präsidenten des ACO und Nachfolger Bakers, Dr. Schwartzmann und Dr. Konia) – den weder Frederico Navarro noch Francesco Dragotto jemals ernst nahmen – als „linker Homosexueller“ denunziert, (was er nun wirklich nicht ist was würde es denn an sachlicher Kritik bedeuten, wenn er es gewesen wäre?)
meinen Hintergrund darstellen:
wie sie möglicherweise wissen, war – durch Tod im hohem Alter – und bin ich mit seit 1981 und im späterem Verlauf befreundet oder in engem, vertrauensvollen Kontakt mit allen Mitgliedern der Familie Reichs, als da wären Eva, Lore, Renata, Peter, Susan, Ilse Ollendorf – Reich, auch mit Dr. Chester M. Raphael – ausserdem in engster Freundschaft fast zwanzig Jahre lang mit Myron Sharaf und Giselle, Dick Blasband, Kathleen, Betty und anderen seiner Weggefährten, in jahrzehntelanger Zusammenarbeit mit David Boadella, Björn Blumenthal, Will Davis und Vertretern der spanischen, portugiesischen, lateinamerikanischen, finnländischen, italienischen, kroatischen und natürlich österreichischen und schweizerischen Wilhelm Reich Bewegungen und möchte nur als Behauptung an dieser Stelle ausdrücken, das niemand der genannten Personen jemals eine Grundlage für diesen immer wiederholten Vertretungsanspruch des ACOs hat finden können; auch bei den von der EU finanzierten Recherchen 2004- 2006 von Antonin Svoboda und mir war kein Hinweis darauf zu finden (Schon 1997 habe ich im Goethe Institut Boston – unter dem Direktor Dr. Jürgen Keil – darauf hingewirkt, das der damalige Präsident des ACO, Dr. Peter Christ, anlässlich der mehrtägigen Feier zu Ehren Reichs überhaupt reden durfte: wieder ein von den Verantwortlichen des Goethe Instituts als peinlich bewerteter Vortrag über den Alleinvertretungsanspruch, warum eigentlich in diesem feierlichen Rahmen? Christ wirkt heute viel entspannter, siehe „Room for Happiness“. Übrigens sind auch Mary Higgins und ihr designierter Nachfolger Kevin Hinchey oben angeführter Meinung.
Kleiner amüsanter Nachtrag zu ihrem Beitrag „Frankensteins Tochter“: die Absetzung der Dame hatte ganz und gar enge persönliche, keinesfalls sachliche Gründe.
Dr. Nicolas Internetauftritt ist übrigens sympathisch.
Anfang 2010 ist der Beginn der Planung für einen weiteren Dokumentationsfilm aus dem über 90- stündigen Materials der EU – Recherche und alten Materialien anvisiert; wir arbeiten an den letzten Szenen mit Brandauer Anfang Dezember. Kevin Hinchey – zusammen mit James Strick – wird einen Dokumentarfilm über Wilhelm Reichs Jahre in Amerika drehen.
Sie sehen, ich werde unterstütze Sie durchaus mit Informationen, weil ich zahlreiche der Beiträge für sehr informativ halte und NIEMAND ausgrenzen will.
Herzlichen Gruß aus Berlin.

Peter antwortete:
Lieber Herr Lassek,
nur gut, daß ich nicht die Zeit gefunden habe, Ihnen sofort zu antworten, denn ich hätte mich (mal wieder) zum Idioten gemacht. Ich war nämlich drauf und dran zu schreiben, daß ich auch in München war und daß ich bezeugen könne, daß keine Mikrophone abgestellt wurden und niemand herausgeführt wurde. „Ich bin schließlich dabei gewesen!!“ Nun habe ich gerade mit jemanden gesprochen, der ebenfalls in München war – und der Ihre Geschichte bestätigt. Da sieht man mal wieder, wie vorsichtig man mit „oral history“ sein muß, denn ich hätte selbst unter Folter bezeugt, daß nichts an Herrn Lasseks Geschichte dran ist.
Ich erwähne das auch, weil wir alle wirklich vorsichtig sein müssen, wenn wir „Geschichten“ austauschen. Der hat das über Baker erzählt, jener hat dies erlebt, er kann dies bezeugen und sie hat jenes gehört…
„Trotzdem“ glaube ich Ihnen, daß Dr. Cammarella sich homophob und, na ja, sagen wir mal „undifferenziert“ geäußert hat. Zweifellos alles keine Glanzleistung, zumal eine solche Konferenz ja Leute zusammenführen und nicht neue Gräben aufbrechen soll.
Das Problem der Ausgrenzung begleitet die Orgonomie von Anfang an. Schon zu Reichs Zeiten. Ich kann nur immer wieder auf ZEUGNISSE EINER FREUNDSCHAFT verweisen, wo dokumentiert ist, wie Reich, auf ziemlich ungeschickte Weise, diverse „Reichianer“ in ihre Schranken weisen wollte, insbesondere Paul Ritter.
Was ich noch unbedingt erwähnen muß: in Ihrem ersten Kommentar haben Sie Dr. Nicola erwähnt und daß Sie ihn „einbinden“ wollen. Dazu: Dr. Nicola hat nichts mit diesem Blog zu tun. Ich glaube, er hat ihn bisher überhaupt nur zweimal besucht und neulich hatte er ganz vergessen, daß er überhaupt existiert. Also: alles, was hier steht, hat allein meine Wenigkeit zu verantworten. Ich bin kein „Sprachrohr“ und niemandem verpflichtet.
Immer direkt an Dr. Nicola wenden. Seine private Emailadresse findet sich auf http://www.w-reich.de unter „Kontakt“.
Vielleicht schreibe ich demnächst einen Blogeintrag, in dem ich etwas tiefer auf die von Ihnen angeschnittenen Themen eingehe.
Was schließlich Ihre Filmprojekte angeht habe ich eine Heidenangst. Ich traue mich beispielsweise einfach nicht WER HAT ANGST VOR WILHELM REICH? anzuschauen. Ich habe Angst davor, wie schon unzählige Male zuvor enttäuscht zu werden.

Robert an Peter: Danke für die profunde Auskunft.
Was ist denn mit den Psychoanalytikern und RET/NLP-Therapeuten in den USA, die verschreiben doch auch nicht nur Pillen?
Gibt es noch andere orgonotische Schulen ähnlich wie das College, die sich etwa auf Chester Raphael oder Schwartzmann beziehen?

Peter:
Lieber Robert,
soweit ich es sagen kann, hat Raphael, wenn überhaupt, sozusagen nur „inoffiziell“ Ärzte ausgebildet. Ähnliches trifft sicherlich auf Blasband zu. Schwartzman hat sich erst vor wenigen Monaten, wenn nicht Wochen vom College getrennt. Es gibt in Italien und Skandinavien Leute, die sich auf Ola Raknes berufen. Dann gibt es die Schüler von Victor Sobey (dem Orgontherapeuten von Jerome Eden) in New York, meistens Psychologen. Und natürlich das Institute of Orgonomic Science, das sich 1982 vom College abgespalten hat. Es wird von Morton Herskowitz geleitet, dem letzten noch lebenden Schüler Reichs.

Manuel: Bei der Gelegenheit möchte ich mal das Buch „Emotionale Panzerung“ von Morton Herskowitz empfehlen, das ich sehr hilfreich fand. Zur Zeit sind einige gebrauchte Exemplare bei Amazon günstig zu haben.
Es enthält viele Fallbeispiele aus der (Arzt-)Praxis von Dr. Herskowitz und ist deshalb sehr anschaulich, wenn auch nicht besonders systematisch – kein Lehrbuch im klassischen Sinn – gibt es überhaupt eines über Orgontherapie… ich glaube nicht. Dr. Herskowitz praktiziert übrigens immer noch, mit über neunzig, in Philadelphia.

Und schließlich Robert: Das Buch von Herskowitz ist größtenteils online verfügbar
http://tinyurl.com/ygwnoaz

Robert: Meine bescheidene Meinung zu „Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?“.
Zuerst die Freude, dass es einen Film zu diesem Sujet mal wieder gibt.
Dann das Gefühl der Langeweile und Verwirrtheit in der ersten Hälfte, die dann aber weiterem Interesse weicht.
Zwischendrin häufig die Enttäuschung über entstellende Fehler, zB das Foto von Reich und Elsa, wobei über die Ankunft in den USA gesprochen wird oder das Nachsprechen wie bei einer Tonaufnahme, wobei es nicht die Stimme von WR ist (also so etwas wie Täuschung).
Bei allen Nachteilen und Angebereien in diesem Film: es kann froh machen, dass der Film es bis in das österreichischen Fernsehen geschafft hat. Er ist weder grob entstellend noch vermittelt er ein absurdes Bild von WR.

Jonas: Ich wurde von WER HAT ANGST VOR WILHELM REICH eher positiv überrascht. Generell erwarte ich auch eher das Schlimmste von solchen Filmen, was sich in diesem Falle definitv als unnötig erwies.
Ich war durchaus beeindruckt, wie viele größtenteils richtige Informationen hier in kurzer Zeit vermittelt werden.
Meine Kritikpunkte wären:
-Einige kleinere Sachfehler, z.B. wird in mindestens einer Texttafel der Originaltext Reichs, soweit ich nicht selbst eine falsche Version kenne, sinnentstellend verändert (zitiert wird da ungefähr „Man muss die Atmosphäre in der Psychiatrie und Sexologie VON Freud kennen…“ anstatt „…VOR Freud…“, wodurch die Textpassage meines Erachtens ihren Sinn verliert, geht es doch gerade um die Abgrenzung von Freud gegenüber der damaligen Mainstream-Wissenschaft).
-Einige Interview-Partner bekommen für mein Empfinden etwas viel Redezeit zugestanden, insbesondere Frau Prof. Keil, deren Äußerungen ich als ziemlich wirr empfand. Von anderen, zum Beispiel von Herrn Lassek oder auch Herrn Hebenstreit, hätte ich gerne mehr gesehen.
-Die bekannten Schwierigkeiten mit der Interpration, Reich sei ein Opfer der McCarthy-Ära gewesen. Der Film behauptet dies zwar nicht expilzit, unterschlägt aber, dass die Angriffe gegen Reich in den USA auch und gerade von links kamen. Im Film erscheint es so, als seien es mal wieder die „bösen Konservativen“ gewesen. Zumindest wird dies von dem Archivmaterial nahegelegt, mit dem die Kampagne gegen Reich illustriert wird (nämlich einige heutzutage ziemlich lächerlich wirkende Ausschnitte aus „pro-amerikanischen“ Propagandafilmen der 50er).
-Schließlich auch die bereits angesproche „Inszenierung“ des Films, zum Beispiel wenn zum ORANUR-Experiment Archivmaterial aus den 50ern gezeigt wird, dass wohl sicher nicht das Original-Experiment zeigt, aber auf den uninformierten Laien so wirken könnte.
Ingesamt aber durchaus ein gelungener Film.

Klaus 2010: „Zuerst die Freude, dass es einen Film zu diesem Sujet mal wieder gibt.“
Diese Freude erlebe ich nicht. Der Name „Reich“ und vor allem der Name „Orgon“ stehen aufgrund ihrer Verwendungen in der Eso-Szene längst für Mist. Daran ist durch ‚Aufklärung‘ über die ursprünglichen Arbeiten über die betreffenden Phänomene wohl nichts mehr zu ändern. Ich setze eher darauf, diese Phänomene – als physikalische, biologische und therapeutisch nutzbare – künftig möglichst ohne Bezugnahme auf jene Namen zu erforschen. Je mehr „Dr.“ vor dem Namen „Reich“ steht und je mehr Filme über den ach so großen einsamen genialen Mann gemacht werden, desto mehr erinnert einen diese Darstellungsweise an die abgeschmackte Art und Weise, in der etliche andere Leute als geniale und verkannte Entdecker verkauft werden. (Nebenbei: In Fachpublikationen würde man sich damit lächerlich machen, dauernd „Dr. Albert Einstein“ zu schreiben.)

O. 2014: Statt dass der Berliner Pulsationstheoretiker Heiko Lassek nach Amerika gefahren wäre und im ACO Therapie und eine Ausbildung gemacht hätte, gibt er an, dass er 1995 Blasband kennen gelernt hat (was ich bestätigen kann) und er nach seiner Vorstellung sein geschätzter Freund über 25 Jahre gewesen sei, der nachdem er Lassek kennen lernte schon nicht mehr Präsident des ACO war.
Lassek braucht diese ganzen „mein bester Freund“ Geschichten um die ersehnte Nähe zu Reich zu konstruieren und als „Orgontherapeut“ eine Anerkennung sich zu erschleichen, obwohl er keine Ausbildung oder bekannte Therapie auf dem Gebiet gemacht hatte. Er hätte die Zeit und das Geld gehabt, also warum hat er es nicht gemacht?
Vielleicht, weil er es nicht gebraucht hat, denn post mortem werden ihn seine Nachfolger (nicht Freunde) zum „verstorbenen Berliner Orgontherapeuten“ küren. Wie gut waren da noch die Zeiten, wo er sich energetischer Mediziner oder Vegeto/Orgontherapeut nannte.

David 2009: Im letzten Satz wird besonders deutlich, wie bei den „Reichianern“ „Panzerung“ einen ganz bestimmten Sinn bekommt. Es geht um den Kampf gegen die „Erstarrung“ der lebendigen Arbeit im „Kapital“, um den Kampf gegen das „System“!
Erstarrung – das haben wir am meisten in Systemen, welche auf dem Marxismus-Leninismus beruhen, wie z.B. noch heute in Kuba und Nordkorea. Überwunden wurden diese in Europa auf der Grundlage der Religion sowie dadurch, dass in einem Land, wo der Volkscharackter besonders freiheitsorientiert ist sich in den Achtziger Jahren eine Unabhängige Gewerkschaft gebildet hat: Polen.
Weniger Erstarrung, mehr Mitbestimmung der Arbeiter und Bauern gab es in Tito’s System in Jugoslawien. Dieses System war weniger zentral und planwirtschaftlich, war somit dem Kapitalismus ähnlicher, aber ähnlicher auch dem was die Arbeiterbewegung ursprünglich erreichen wollte, als Stalins System.
Über die langfristig mögliche Weiterentwicklung des „Titoismus“ verbietet sich jegliche Spekulation, da das System dort zerbrach: Infolge dessen dass die Leute ethnisch reine Gebiete wollten oder, wie in diesem Blog schon einmal vermutet, infolge russischer Verdeckter Operationen.
Was haben Jugoslawien, Polen und Kuba gemeinsam? Die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft gab es dort nicht (nur in Polen wurde sie begonnen, aber bald abgebrochen, wenn ich mich nicht irre).

Peter: Dazu der köstliche Kommentar der heutigen Stalinisten:

Unter der Phrase der »Selbstverwaltung« der Betriebe wurde die Erstellung eines verbindlichen, im Interesse der Arbeiterklasse liegenden zentralen Wirtschaftsplans verhindert, und die Preise wurden weitgehend freigegeben. Damit standen die Betriebe, wenngleich staatlich, in Konkurrenz zueinander, und die Betriebsleiter konnten weitgehend schalten und walten, wie sie wollten, da die angebliche demokratische Kontrolle durch die Belegschaften auf dem Papier stehen blieb. Mit der »Selbstverwaltung« wurden sozialistische Ansätze liquidiert, wurde der Aufbau des Sozialismus verhindert. (Hervorhebungen PN)

http://www.kommunisten-online.de/Kommunisten/titoismus.htm
Es geht nicht darum, daß das jugoslawische Modell wirklich eine Farce war, sondern um den unüberwindlichen Gegensatz „Selbstbestimmung vs. Sozialismus“. Franz-Josef Strauß hatte ja so Recht: FEIHEIT ODER SOZIALISMUS!

Manuel: Ich würde das nicht als köstlich bezeichnen. Ich lache gerne und viel, aber das ist wirklich nicht lustig…sondern sehr, sehr traurig – aber diese Textstelle ist sicher gut geeignet, um manchen die „blauen“ Augen zu öffnen…

Robert: Zu Luigi De Marchi wäre noch zu sagen, dass er 1984 (dt. 1988, Der Urschock) ein Buch veröffentlichte, wo er die These aufstellte, die Geschichte der Menschen würde aus der „Angst vor dem Tod, sie zu verdrängen und sich in Illusionen des Heils und des ewigen Lebens zu flüchten, bestimmt“ (Cover, Rückseite). Zu Reich schreibt er: „Und nicht ohne Grund entwickelt Reich (…) in den letzten Lebensjahren Phantasien einer übermenschlichen Herkunft. (…) So werden auch bei Reich (…) die ruinösen und entstellenden Auswirkungen der Verdrängung der Todesangst mit seltener Deutlichkeit sichtbar; nicht nur wegen des unkritischen Festhaltens an einem einfachen heilsgeschichtlichen Mythos vom universellen Glück a la Naturalismus, sondern auch aufgrund der messianisch-paranoiden Verzerrung der ganzen Persönlichkeit. (…) Die Überlegung scheint plausibel, daß gerade bei Reich diese Verdrängung (…) so stark war, dass sie ihrerseits die dem naturalistischen Millennarismus ohnehin innewohnenden paranoiden Momente verstärkte.“ (S. 148)

Dazu Peter:

Ich habe das Buch besprochen. http://www.orgonomie.net/hdobespr1.htm#6.

Robert 2014: „Die Geschichte der „Reichianischen Bewegung“ in Europa zwischen den 1950er und 80er Jahren läßt sich in etwa wie folgt grob (sehr grob, aber nicht entstellend) zusammenfassen: Paul Ritter – David Boadella – Luigi de Marchi – Federico Navarro – Roger Dadoun und Gérard Ponthieu – Heiko Lassek und Bernd Senf.“
Was ist eigentlich mit den Freudomarxisten der Marxistisch-Reichianischen Initiative um Fritz Erik Hoevels?
Deren Schriften findet man in
http://www.amazon.de/Jahre-Ketzer-Fritz-Erik-Hoevels/dp/389484809X/ref=sr_1_27?s=books&ie=UTF8&qid=1396421124&sr=1-27

O. 2011: Zu erwähnen wäre hier noch die Fickgesellschaft ZEGG bei Belzig/Brandenburg, die sich auf Reichs angeblich „freie Liebe“ mit ständig wechselnden Partnern bezieht, ohne ihn verstanden zu haben.

Robert 2015: Zum ZEGG hier ein Film (im letzten Drittel)

O. 2014: Solche irrigen Verdrehungen der Reichschen Funktion des Orgasmus hin zu einem irgendwie „Lebendigen“, dem Hebenstreitschen Unverständnis des Orgasmus als „S-L-Formel“ von 1995 bis hin zur Darstellung als banaler Cosmic Superimposition – einer Überlagerungsfunktion (statt Sexualität) – oder einer Pulsationsfunktion sind wichtig zu benennen, und geschehen sie zufällig? Nein, sie liegen in einer Tradition von „Reichianern“, die das Wesentliche sich weigern wollen zu begreifen und einem (anderen) Paradigma folgen. Eben deshalb sind sie keine Orgontherapeuten, da IHRE ORGON-Theorie ein paradigmatisches Kunstprodukt (a la Hellmann) ist, eine Pulsationstheorie vom „Orgon“, dass sie nicht spüren, nicht greifen oder kognitiv erfassen können, dem sie die physikalische Existenz absprechen und sie nur als Oranurbombe noch wahrzunehmen imstande sind. Der Orgasmus wird zum Kastratenprodukt „lebendigen Pulsierens“ als Meditationserfahrung in einem Rosenkranz-Akkumulator, der per definitionem immun gegen Oranur sei, weil dieses nicht gespürt und erfahren werden kann.
Zur Erinnerung: Schon Ritter hatte eine „Orgonomic Functionalism“ Zeitschrift herausgegeben, die gegen Reichs Willen den Anspruch der Orgonomy verwässerte. Und Boadella setzte dies fort – Reich als verrückt bezeichnend in seiner Biographie – was in die EABP und DGK mündete, und von „Körperpsychotherapeuten“ fortgesetzt wird und ganz zu schweigen von der WRG.
Von außen betrachtet sieht natürlich alles so schön bunt und unabhängig aus, jeder erscheint individuell nur Reichs Interesse vertreten zu wollen, wie straff dieses Netzwerk organisiert ist, fällt erst auf dem zweiten Blick auf. Nur ein neuer Reich Schüler wird hier den Überblick verlieren, da die Spreu vom Weizen nicht zu trennen zu sein scheint.

Robert: „oder durch gleichgeschlechtliche Partner – wie bei der Homosexualität.“
Na, dann mal los…
http://www.amazon.de/Fist-Fibel-Einf%C3%BChrung-mit-Hand-Fu%C3%9F/dp/3867874360/ref=la_B001K1J7J8_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1396602104&sr=1-1

Peter: Alternative Erotik!
http://www.amazon.de/Das-Schei%C3%9Fe-Quartett-Voll-Kacke/dp/B004RU262O/ref=sr_1_cc_2?s=aps&ie=UTF8&qid=1396606852&sr=1-2-catcorr&keywords=schei%C3%9Fquartet

Der Hintergrund der deutschen Orgonomie

1. November 2016

Bücherlogo

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

Der Hintergrund der deutschen Orgonomie

Diskussionsforum 2011: eine Nachlese (Teil 7)

17. Dezember 2015

Peter: Reich wird abgewickelt und in die Tonne getreten, als neurotischer Sonderling:
http://www.lrb.co.uk/v33/n20/adam-phillips/am-i-a-spaceman

Robert: Das Od ist ein historischer Vorläufer des Orgon gewesen und wurde im 19. Jahrhundert von von Reichenbach entdeckt:
http://www.karolinger.at/detail-reichenbach-odischmagnetischebriefe.html

Peter: Henryk M. Broder über die systematische Zerschlagung der Arbeitsdemokratie durch den Wohlfahrtsstaat:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=rdUuJk-nDyk%5D

Die Sozialdemokratie ist eine Pest!

Darauf Robert: Wie Broder über die Armutsindustrie spricht, fiel mir wieder der Prozentsatz von 40% ein, der bei den Betroffenen ankommt. Den Rest verschlingen der Apparat und seine Profiteure.

Peter: Die Musik zu Die Funktion des Orgasmus:

Is it wrong to understand
The fear that dwells inside a man?
What’s it like to be a loon?
I liken it to a balloon

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=IO1DCE_43mY%5D

Peter 2015: Übrigens war David Bowie nur ein fader Marc Bolan-Imitator!

Robert:

Umfrage: 40 Prozent der Frauen kommen gelegentlich früher zum Orgasmus
Ein beträchtlicher Anteil der Frauen kommt gelegentlich früher zum Orgasmus als es ihnen lieb ist: 40 Prozent der befragten Frauen haben bereits einen vorzeitigen Orgasmus erlebt. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage unter 18 bis 45-Jährigen, die von einem Krankenhaus in Porto durchgeführt wurde. Für 14 Prozent trete dieser Fall sogar regelmäßig ein.
Davon leiden drei Prozent gar unter chronischen vorzeitigen Orgasmen. Diese Frauen hätten keine Kontrolle über ihre Orgasmusfunktion. Für die betroffenen Frauen ist die Fortsetzung des Geschlechtsaktes oftmals unangenehm. Das hat zur Folge, dass der Mann unbefriedigt zurück bleiben muß. Somit führt ein vorzeitiger Orgasmus bei Frauen, ähnlich wie ein verfrühter Samenerguß beim Mann, häufig zu ernsten Beziehungsproblemen.
http://www.news25.de/news.php?id=38603&title=Umfrage%3A+40+Prozent+der+Frauen+kommen+gelegentlich+fr%FCher+zum+Orgasmus&storyid=1319626687397

Peter 2015: Interessant, wie wir damals den Film Der Fall Wilhelm Reich sahen:

Jonas über den Brandauer-Film über Reich: „Am Ende seines Lebens steht der Psychiater und Grenzforscher Wilhelm Reich auf der Suche nach dem Ursprung des Lebens wegen Betrugs vor Gericht. Sein Traum, das Individuelle im Menschen zu entfesseln, macht ihn zu einem gefährlichen Gegner eines amerikanischen Systems, das nach 1945 mit allen Mitteln die Weltvorherrschaft anstrebt.“ http://www.filminstitut.at/de/the-boundary-man/

Robert: Die Schauspielerinnen sehen überhaupt nicht wie Ilse Ollendorff oder Eva Reich aus!
„Ein Flop an den Kinokassen wäre aber eine Bruchlandung für die Firma“, unterstreicht Glehr das Risiko als Produzent.
Den Flop kann ich euch Trottel schon jetzt voraussagen.

Peter 2011: Das Wilhelm Reich-Museum versucht gerade Hollywood für einen Reich-Spielfilm zu interessieren bzw. für das bereits vorliegende Drehbuch. Die Frage ist, ob die österreichische Schmonzette dieses Projekt verunmöglicht. Beispielsweise mußte Kubrick einen Holocaust-Film aufgeben, weil inzwischen Schindlers Liste erschienen war. Was mich aber wirklich aufregt: in ihrem Text behaupten die Filmemacher, Amerika hätte nach 1945 die Weltherrschaft angestrebt und Reichs Individualismus hätte da gestört. Die Wahrheit ist natürlich, daß die USA 1945 die Weltherrschaft bereits innehatte, aber halb Osteuropa freiwillig an die SU abtraten (sie hätten noch weiter nach Osten vordringen können!), die riesige Militärmacht denkbar drastisch demobilisierten, zuschauten wie China den Kommunisten anheimfiel, den Nahen Osten nicht wegen dem Öl kolonisierten, sondern stattdessen die Scheichs märchenhaft reich machten, etc.pp. Außerdem wird Reich mit den 68ern verknüpft – deren Projekte hoffnungslos diskreditiert sind. Reich wird mit einer Sache verknüpft, die dem unmittelbar bevorstehenden Untergang geweiht ist.

Jonas: Schwer zu sagen, ob der Film Erfolg haben wird.
Zumindest wird sich die Aufmerksamkeit nächstes Jahr wohl vermehrt auf Reich richten, wenn zugleich auch noch eine Übersetzung von Turners Buch kommt.
Interessant ist natürlich, mit welcher Taktik man hier versucht, Reich schmackhaft zu machen: als Kommunist und als „vom U.S.-Geheimdienst bespitzelter Emigrant“. Aurora Karrer (gespielt von Minichmayr) tritt hier als „Denunziantin“ auf. Insgesamt also, soweit man bisher absehen kann, ein recht loser Umgang mit den Fakten.

Peter: Tatsächlich: „Birgit Minichmayr [spielt Aurora Karrer = Frau Reich] tritt als Denunziantin des vom US-Geheimdienst bespitzelten Emigranten auf, während Jeanette Hain als dessen Frau Ilse vor der Kamera stehen wird.“
Dazu fällt mir nun rein gar nichts mehr ein… Bzw. ich muß meine Zunge hüten! ?&%§$!ÄxY&;!!!

O.: Keine Sorge das ist alles Kleingeld … aus gewissen Kassen. Aber interessant ist doch das nebenbei zugegeben wird, daß Reich vom „US-Geheimdienst“ bespitzelt wurde! Da hat sich doch einer ganz dumm verplappert. 🙂

O.: Nun, ich hätte wohl “My eleven years with Reich” von Baker zuerst lesen sollen, doch manchmal greife ich blind in den Bücherschrank und finde eine spannende Lektüre.
So findet sich ab Vol 19, 1/2 bis Vol. 20/1 (85/86) eine dreiteilige Serie (um Bakers Tod), in der Baker die Geschehnisse nach Reichs Tod dokumentiert und kommentiert.
Es soll mir gar nicht darum gehen für oder gegen Baker hier Position zu beziehen. Es zeigt mehr die Streitigkeiten und (von außen betrachtet sinnlosen) Auseinandersetzungen zwischen Eva Reich und Aurora Karrer, Aurora und Mary Higggins, M. Higgens und E. F. Baker, Raphael und Baker, um die Frage, wie wird Reichs geistiges Erbe weiter vertreten. Am Ende haben sich viele Personen, die hier nicht genannt werden, abgewandt und sind nur teilweise (wenn heute bekannt) eigene Wege gegangen.
Wenn unterschiedliche Personen zusammentreffen ist es schwer, eine gemeinsame Position zu finden. Als Reich nicht mehr da war, fehlte plötzlich die gemeinsame Richtung. Offensichtlich gab es nur das Testament, aber nicht einen gemeinsamen Plan, was danach passieren würde. Dennoch sind einige Dinge sehr konstruktiv und gemeinsam noch auf den Weg gebracht worden, ohne die Reich vergessen worden wäre.

Jonas: Kosmische Überlagerung in Vogelschwärmen?
http://www.achgut.tv/201111031093/

Dazu Peter: https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2015/10/07/vogelschwarme/

Peter: Die gegenwärtig „orgonomischste“ Werbung im Fernsehen:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=v_uCeYSbwak%5D

Peter: Die von mir verlinkte Seite POLITICALLY INCORRECT bringt den Eintrag Die Familie und ihre Zerstörer http://www.pi-news.net/2011/11/die-familie-und-ihre-zerstorer/
An prominenter Stelle natürlich Wilhelm Reich als einer dieser Zerstörer: http://www.dfuiz.net/kap_3/3-2/1.html
Das Problem ist, daß seit etwa 1960, d.h. mit dem Anfang der antiautoritären Gesellschaft, Reichs Bücher kontraproduktiv sind. Außerhalb der Orgonomie ist “Reich” eine Pest.

Dazu Robert: Aber auch nur, wenn man von Geschichte und Soziologie keinen blassen Schimmer hat. Die islamische Familie ist genau der Zwangsapparat, den Reich beschrieben hat. Reichs Kritik trifft exakt die autoritäre Zwangsfamilie (egal welcher Religion oder Ideologie). Einzig wer sehr kurz denkt und wenig Intelligenz hat, wird nicht merken, dass das Buch Die sexuelle Revolution sich auf andere gesellschaftliche Zustände bezieht.

Peter antwortet: Erstens die Mißverständnisse (beispielsweise Reich als „Zerstörer der Familie“), die jede Wirkungsmöglichkeit der Orgonomie hintertreiben.
Zweitens der Mißbrauch für Dinge, die Reich nie und nimmer gut geheißen hätte (beispielsweise der Vortrag auf dem Marcuse-Kongreß für den ausgerechnet Dr. Schwartzman Werbung gemacht hat).
Drittens die „Rehabilitierung“ Reichs und seine „Heimholung“ in den allgemeinen Diskurs – er wird Teil des allgemeinen Blablabla. Der ultimative Verrat an Reich!

Peter 2015: Wenn man die Veröffentlichungen und etwa die Face Book-Einträge von so manchem „Nicht-ACO-Orgonomen“ in den USA anschaut, dann leben diese Leute noch immer in der gleichen autoritären Welt, die Reich beschrieben hat, so als wären sie in eine Zeitkapsel eingeschlossen.

Robert: Hier ein Text von Eva Reich (der mir bisher unbekannt war):
http://www.dsaes.de/deutsch/reich_ichundichkom.htm

Jonas: Mein Eindruck von Eva Reich ist, daß sie in ihrem Leben viel Sinnvolles getan und ziemlich viel Unsinn geredet/geschrieben hat. Das ist mir immerhin lieber als umgekehrt 😉

Peter: Dabei muß immer ihr total zerrissenes Leben im Auge behalten werden: Tochter eines rigiden Psychoanalytikers, der plötzlich auf die Idee der Selbstregulation gekommen ist; Tochter eines militant atheistischen Kommunisten, die vom streng katholischen Kindermädchen heimlich indoktriniert wurde; danach Opfer der Kinderpsychoanalyse a la Anna Freud; als kleine Hausärztin wurde sie dann gezwungen sich mit UFOs und ähnlichem zu beschäftigen, was sie vollständig überfordert hat; danach superorthodoxe „Gralshüterin“ – die eine Heterodoxie nach der anderen unterstützt hat. Ich habe sie einmal gesehen und habe sie nicht gemocht – vielleicht wollte ich sie auch nicht mögen.

Robert: Zweimal hab ich sie bei Vorträgen live erlebt. Sie wirkte ziemlich paranoid, als sie mich als ersten Besucher reinkommen sah. Ansonsten war sie jedoch eine liebenswerte Frau, die Interessantes über Babys (auch in verschiedenen Kulturen, z.B. DDR und Japan) zu berichten wußte.
Ihre Schwester Lore wirkte auf mich nicht wie eine Psychoanalytikerin.
Beiden konnte ich anmerken, daß sie Schweres durchgemacht hatten.

Peter: Man betrachte sich die beiden folgenden Berichte:
http://www.cnsnews.com/news/article/grassley-obamas-immigration-policies-are-odds-rule-law
http://www.pi-news.net/2011/11/asyl-schweiz-offen-wie-ein-scheunentor/
Der erste ist aus Amerika, der zweite aus der Schweiz. Gemeinsam ist ihnen, daß die Linke, etwa der Kommunist Obama, wirklich alles tut, um den Westen ethnisch zu säubern. In Amerika werden Grenzkontrollen verhindert, weil das „racial profiling“ gleichkomme. In die Schweiz kann eh jeder reinspazieren.

Peter: Es ist schon erstaunlich, was Menschen aus Langeweile so alles tun. Gestern habe ich ferngesehen! ZDF!! Eine Sendung über das topaktuelle Thema Hitler!!! Hitlers Familie wurde volkspädagogisch aufgearbeitet. Während des Films hatte ich das ungute Gefühl, das was fehlt. Aber erst jetzt fällt es mir ein. Es ist wirklich erschütternd, in welchem Ausmaß hier primitivste Volkspädagogik a la Goebbels betrieben wird. Wirklich das einzige, was erwähnenswert gewesen wäre, wurde mit keinem Wort auch nur angeschnitten: daß der Kerl aus einer degenerierten Inzest-Sippe stammte! Jeder Hundezüchter weiß, was Inzucht anrichtet: unberechenbar aggressive, kränkliche, psychisch gestörte Köter.
Dreimal darf der Leser raten, warum dieses Thema ausgeblendet blieb! Dabei hätte es doch volkspädagogisch so gepaßt, denn Hitler wäre derjenige, der entartet ist, und die Sache mit der „reinen Rasse“ wäre ad absurdum geführt. Aber, nein, das Volk könnte ja auf falsche Gedanken kommen.
Das heutige Deutschland ist eine Realsatire, die in vielem kaum dem „Dritten Reich“ nachsteht!

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=s5F4b2hAQ2U%5D

Robert: Auf der Rohstoffmesse 2011 in München haben wir am 04.11. Prof. Dr. Hans Jürgen Bocker zu seinen Ansichten über die aktuellen Ereignisse befragt.
Die Antworten überraschen nicht jedermann, allerdings spricht Prof. Bocker wie immer Klartext:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=vonXdN1CzIw%5D

O.: Valium für OWS (occupy frankurt), es gibt eine youtube video, dass ihr unter dieser Überschrift finden könnt „Occupy Frankfurt — Demonstration und die komplette Rede von Bernd Senf“.
Ich habe es hier nicht reingestellt, damit es hier nichts verschandelt. Das Video hilft bei Schlafstörungen. Müssen diese Berliner überall rumreisen und ihren SENF dazu geben?? WHY? (answer: liberal character)
Er ist die schärfste Waffe des Establishment, da bedarf es keiner Polizei, die knüppelhart eingreift. Fast möchte auch ich begreifen, was hier im Blog mit „liberalem“ Gerede gemeint ist.
Ich zitiere hierzu Pink Floyd “Another Brick in the Wall”: We don´t need no education, we don´t need no thought control …” we don´t need you, B.S., please go back to “fachhoch-school” and give only there your lectures.
Also einfach weghören und weiter gehts!

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=s3pitXiyS8k%5D

Peter: Ein Plakat wird eingeblendet: “Kollektives Denken um Neues zu erschaffen”. Kollektives Denken?
Die ersten beiden Redner sind einfach nur Wichtigtuer und Demagogen. Senf redet wie immer klug, didaktisch und logisch. Aber worauf läuft das ganze heraus? Die Gläubiger sind die Bösewichter. Nicht etwa Griechenland, daß seinen aufgeblähten Staatsapparat immer weiter wuchern ließ, sondern die Banken. Ich möchte mal den Aufschrei hören, wenn sich die Banken geweigert hätten, griechische Staatsanleihen zu kaufen! Und wenn sich Leute überschulden, sind nicht sie selbst verantwortlich, sondern der „Konsumterror“. Ihnen wurden „Kredite aufgeschwatzt“.
Es ist nie von Eigenverantwortung die Rede, sondern immer vom „System“, dessen Opfer man doch sei. Die Lösung? „Kollektives Denken um Neues zu erschaffen“.

Sebastian: Hm, die letzten Posts waren nur Meckereien von mir. Das ist mir unangenehm, weil ich den Blog richtig gut finde. Ich lerne hier sehr viel. Gerade die letzten Blogeinträge, die Kommentare und ein paar Diskussionsbeiträge gefallen mir sehr (z.B. der mit den Vogelschwärmen, wunderschön!).
Aber das geht jetzt wieder gar nicht!
Wenn das System (Struktur) schuld ist, können nicht die Gläubiger (Personengruppe) schuld sein. Irgendetwas haben Sie da falsch verstanden.
Sie wissen vermutlich, daß jeder Staat der Welt hoffnungslos überschuldet ist, einschließlich Deutschland? Jedes Unternehmen wäre bei solchen Haushalten als bankrott anzusehen. Keine Bank würde einem Unternehmen, das seine Schulden mit neuen Schulden bezahlt, dauerhaft Kredit gewähren, was zu seiner Zahlungsunfähigkeit führen würde. Anders bei Staaten. Sie haben durch Steuern Zugriff auf das Finanzguthaben ihrer Untertanen. Außerdem müssen sie nicht wie Unternehmen bilanzieren.
Bei Griechenland stockt der Fluß an Steuergeldern, um die Zinsen zu bezahlen. Das ist der einzige Grund, warum sie zahlungsunfähig sind – nicht weil sie „verantwortungslos“ einen Haufen Schulden gemacht haben. Da unterscheiden sie sich nicht von jedem anderem Staat. Das exponentielle Auftürmen von Schulden ist eine Zwangsläufigkeit, solange man Sparguthaben hat, die verzinst werden. Wer ist daran „schuld“? Niemand! Es ist einfach die Struktur eines Kredits bzw. von Sparguthaben, das verzinst wird. Früher oder später geht sowieso jeder Staat bankrott, was man auch historisch weiß. Es ist genauso eine systemische Zwangsläufigkeit.

Stellen wir uns die „Wahlmöglichkeit“ von Politikern vor. Entweder Schulden machen, so dass alles weiterläuft wie bisher, oder keine Schulden machen und eine tiefe Depression mit Massenelend in Kauf nehmen. Ist das eine Wahlmöglichkeit? Wie kann man hier von Eigenverantwortung sprechen? Das Problem ist doch gerade das, was dieses System charakterisiert: Die Alternativlosigkeit.

Sebastian weiter: Alles klar! 🙂 Außer, daß der Staat die Menschen selbst sind. Er ist eine Minderheit von Menschen. Die, die über alles entscheiden, sind eine Minderheit von der Minderheit, die größtenteils, wenn es nicht gerade um Verfassungsänderungen geht, von einer Minderheit gewählt/legitimiert ist.
Was Senf betrifft, stellt er sich eine Reform des Finanzsystems in Form einer Monetative vor. http://www.monetative.de/
Im Gegensatz dazu sehe ich das Problem nicht im Zins. Er ist Begleiterscheinung, sobald es Eigentum iSd bürgerlichen Rechts gibt. Um der Sache auf den Grund zu gehen, empfehle ich einfach mal das Buch Eigentum, Zins und Geld von Heinsohn/Steiger. Das sind konservative Wirtschaftswissenschaftler, die das derzeitige System für das Beste halten, was es im Moment gibt. Das Buch beinhaltet 500 Seiten Sprengstoff, um ein grundsätzliches Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge zu bekommen, u.a. eine radikale Kritik am Sozialismus. 😉 Ich denke man verschwendet damit nicht seine Zeit, auch wenn menschliches Handeln ziemlich kurz kommt. Ökonomie ist eben mehr als die Freiheitskrämerei, die wir von Wirtschaftspolitikern zu hören bekommen.
Was real mögliche Alternativen betrifft, sehe ich Selbstversorgung und kleine Solidargemeinschaften als einen guten Anfang an. Ich denke unten bei sich selbst anfangen, ist erfolgversprechender als etwas von oben zu erwarten, was ja leider gerade in Deutschland extrem ausgeprägt ist. Man erwartet „Reformen“ von Oben und B. Senf befriedigt das. ;-(
Die Eigenverantwortung ist in diesen Gemeinschaften maximal. Sie funktionieren also nur mit extrem hohen Idealen (Zwangsmoral) oder sexualökonomischer Selbststeuerung. Ich habe solch eine Gemeinschaft (Ökodorf) besucht. Mir sind (selbstverständlich) vor allem Idealisten begegnet. MMn sind diese Projekte aber fortschrittlicher als jede beknackte „Reform“ von Oben.

Peter: Ich weiß, daß ich hier als Laie auf sehr dünnem Eis herumstampfe, aber „Geldschöpfung in öffentlicher Hand“ – wenn ich allein schon an die Landesbanken denke, dann träufelt bei mir der Angstschweiß. Noch mehr Regulierung als ohnehin schon? Hayek hat vorgeschlagen, „gesetzliche Zahlungsmittel“ ganz abzuschaffen und welches Geld sich durchsetzt, solle der Markt entscheiden. In Krisenzeiten wird das immer Gold und Silber sein! Ist es nicht vollständig absurd, daß sich Politiker mit Wirtschaftsfragen beschäftigen?!

Peter über Obama: Hier http://www.humanevents.com/article.php?id=47438 ein weiterer Beleg dafür, daß Obama Antichrist nichts weiter als ein pestilenter Haufen Scheiße ist. Es geht darum, daß er ausschließlich durch die sexuelle Diffamierung seiner Konkurrenten und Gegner an die Macht gekommen ist – und daß er jetzt mit den gleichen Mitteln versucht an der Macht zu bleiben. Wenn der Begriff „Emotionelle Pest“ überhaupt irgendeinen Sinn macht, dann hier!

O.: Die Maske ist wohl ganz runtergelassen worden, er sieht ja eben doch aus wie Bin Laden.
Von Osbama habe ich mich auch blenden lassen, hätte mich schon mißtrauisch machen müssen, daß der andere seinen Platz so friedlich geräumt hat.

Robert über Saharasia: 80 Millionen Opfer: Die Eroberung Indiens durch arabische Muslime mündete im größten Genozid der Weltgeschichte: http://www.islam-deutschland.info/forum/viewtopic.php?t=10099&sid=4288f0fed15cfbb4db1ebe9e560b310b

Peter: Hinzu kommt, daß die Araber den Indern ihr „Kolonialreich“ genommen haben: Malaysia, Indonesien – das könnte heute noch alles so sein wie Bali. Es ist schlichtweg unfaßbar, was Mohammed der Menschheit gekostet hat.

Robert: Ein Tag bevor ich den Artikel las, erzählte mir ein Freund von einer Arte-Sendung über die Kreuzzüge. Dabei wurde behauptet, erst die Kreuzritter hätten mit den Greueltaten angefangen. Zum Glück konnte ich ihn dann mittels des Artikels aufklären.
Solche Arte-Lügen sind typisch für das westliche Establishment.

Robert: Linke wie Jürgen Elsässer oder der Macher von Schall&Rauch schreiben immer von der Religionsfreiheit im Iran, weil dort Juden im Parlament sind.
Hier ein Bericht von anderen religiösen Minderheiten, die nicht als Buchreligionen im Koran genannt werden: http://de.europenews.dk/Iran-Wie-die-Islamische-Republik-mit-religioesen-Minderheiten-umgeht-108937.html

Peter: Ich glaube, die Zoroastrier sind ausdrücklich als „Buchreligion“ anerkannt. Freiwild sind Naturreligionen, deren Anhänger als Tiere betrachtet werden (Moslems behandeln beispielsweise in Dänemark Eskimos entsprechend), Polytheisten (etwa Hindus, die als Teufelsanbeter betrachtet werden) und natürlich postkoranische Religionen, insbesondere die Bahai (die als abtrünnige Ketzer betrachtet werden).
http://www.politikforen.net/showthread.php?64866-Rassismus-der-keinen-quot-Antirassisten-quot-st%F6rt!-Umsiedlungen-wegen-Moslemterror

Robert: Nacktbild treibt Orks in den Wahnsinn:
http://www.pi-news.net/2011/11/noch-eine-agyptische-revolution/

Peter: Das mechanistische Selbstempfinden des heutigen Menschen:

[youtube:https://youtu.be/y6ItD32BQLE%5D

Peter: Hier wird sehr schön die Verblödung des deutschen Volkes durch die Schundmedien beschrieben:
Das infame deutsche „Nachrichtenmagazin“ Spiegel meldet online, „selbst liberale Kräfte in Agypten rückten von ihr ab“.
Von geforderter Schariastrafe steht da nichts, das alles wird dort wie folgt verharmlost: „Manche haben gedroht, uns zu verklagen und die Polizei zu informieren.“
Das ist ein Kommentar zu folgendem seriösen und sexualökonomisch korrekten Beitrag:
http://parseundparse.wordpress.com/2011/11/18/die-hochste-gesetzliche-strafe-der-scharia-fur-alia-majida-al-mahdi/
Es lebe der freie Iran, es lebe das freie Ägypten, es lebe das freie DEUTSCHLAND!

Peter: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,798906,00.html
Es wäre ein toller Traum, wenn die Sexuelle Revolution den Islam-Faschismus erschüttert.

Peter: http://tangsir2569.wordpress.com/2011/11/20/heldin-des-counterjihad-alia-majida-al-mahdi/

Peter: Organhandel mit Schwarzafrikanern in Ägypten:
http://nachrichten.t-online.de/sinai-halbinsel-beduinen-rauben-fluechtlingen-die-organe/id_51615082/index
Ganz ähnlich ist früher der mohammedanische Handel mit kastrierten schwarzafrikanischen Sklaven abgelaufen.

Robert: http://www.welt.de/politik/ausland/article13723382/Das-blutige-Geschaeft-mit-Organen-vor-Israels-Grenze.html

Robert: Andy Kahn performs his annual fundraiser for the Wilhelm Reich Museum at Orgonon in Rangeley, Maine. This July 14, 2010 excerpt from Andy’s piano solo concert features Cole Porter’s classic “At Long Last Love”

[youtube:https://youtu.be/emcr1Awj2B0%5D

Pianist, songwriter, record producer Andy Kahn performs in a fundraiser to benefit the Wilhelm Reich Museum at Orgonon in Rangeley, Maine on July 11, 2009. Andy’s huge repertoire includes this Cole Porter classic “Everytime We Say Goodbye”

[youtube:https://youtu.be/tyqWUTsfWzY%5D

Peter 2015: Vor kurzem hat Kahn nach 37 Jahren seinen Freund geheiratet.

Robert: Chuck Kelley’s Rendition of The St. James Infirmary Blues
On the occasion of his 80th birthday celebration, Chuck sings his favorite blues song!
The late Dr. Charles R. Kelley learned body psychotherapy directly form the great Wilhelm Reich. Kelley later adapted what he had learned to create his own system of Radix® Education in Feeling and Purpose.

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=WdUDZneZVzk%5D

Peter 2015: Kelley löste sich Mitte der 1960er von den Orgonomen, u.a. da er deren Umgang mit Alexander Lowen nicht gutheißen konnte. Das Problem war, daß Lowen als bloßer praktischer Arzt keine Ahnung von Psychiatrie hatte, ähnlich wie Kelley, der als Psychologe sich auf Ergonomie spezialisiert hatte, also die bedienerfreundliche Ausstattung von Arbeitsplätzen, Konsolen, etc. Zuvor war Lowen Gymnastiklehrer gewesen und hatte nur Zugang zur Körpersprache, nicht jedoch zur Gefühlssprache des Körpers, das, was Reich als „Ausdruckssprache des Lebendigen“ bezeichnet hat. Diese „Therapien“ sind ein kontaktloses Unterfangen, das nirgends hinführt und sogar Schaden anrichten kann.

Robert: Journey to Orgonon
A docudrama based on the mythic life of Wilhelm Reich
(mit einigen Aufnahmen von Orgonon)

[youtube:https://youtu.be/frBHFkLvSMc%5D

Robert: http://www.wilhelmreichtrust.org/orgone_energy_bulletin.html

O.: An einem Novembertag wie diesen, wo der Todeszug „Castor“ wieder in Europa rollt und weite Gebiete mit Oranur überzieht, uns dehydriert – Wasser und Orgon entzieht – und wir das Verbrechen gegen unsere Gesundheit erdulden müssen, Wetter und Gesundheit geschädigt, manipuliert und dem DOR-Prozeß zugeführt werden. An dem Tag von dem der Tod in unsere Häuser ziehen wird, schwache und von Krankheit geschwächte Menschen – infolge diesen Tages – sterben können, Krankheiten ausgelöst werden, unsere Köpfe vom Schmerz gepeinigt sein mögen und ohne daß jemand die Verantwortung hierfür übernehmen möchte – an diesem Tag setze ich dem etwas entgegen in Erinnerung nicht an …

[youtube:https://youtu.be/eiUAuVfmfoY%5D

Robert:

[youtube:https://youtu.be/rU3wNgrxLwc%5D

Robert:

[youtube:https://youtu.be/h29pYhReZPg%5D

Peter: Man schaue sich mal den Anfang folgenden Videos an. So beginnen alle Beiträge der „Kommunistischen Initiative“! Die Heroen der Kommunisten heute sind die Vertreter Saharasias. Mullahs und Stalinisten!

[youtube:https://youtu.be/x6SlBjLxEvI%5D

Diskussionsforum 2009: eine Nachlese

25. Januar 2015

Ich habe mich entschieden im Abstand von etwa fünf Jahren die alten Diskussionsforen auszuräumen und in Auszügen in dieser Reihe mit aktuellen Kommentaren neu zu präsentieren. Im Laufe der Zeit sammelt sich zu viel Text an, der durch seine schiere, meist vollkommen irrelevante Masse den einen oder anderen Punkt verschwinden läßt, an den ein Erinnern sich vielleicht verlohnt.

Der erste Leserbrief betraf Islam und Rassismus:

Dieses Land kann nicht lebenswert bleiben, wenn man ständig Angst haben muß, von jungen aggressiven muslimischen Männern angegriffen zu werden. Wer traut sich abends noch ohne innere Anspannung raus und kann guten Gewissens seine Kinder in die Schule schicken?

Darauf mein Leser: „Sowas nennt man auch Paranoia, vieleicht mal einen Arzt aufsuchen!“

Es ist wirklich frappant, daß linke Gutmenschen immer die gleichen beiden „Argumente“ vorbringen:

  1. Du bist dumm, weil du nicht differenzieren kannst. Beispielsweise gäbe es nicht den Islam. Und überhaupt hätte alles Negative, was man vorbringen könne, nichts mit dem Islam zu tun. – Was für eine Logik!
  2. Du bist seelisch krank, weil du Angst vor „Minderheiten“ hast und diese als vermeintlich „seelisch krank“ ausgrenzt.

Damals antwortete ich darauf:

Oder beim nächsten Volksfest Autoskooter fahren!

Zugegeben, ich sollte echt aufhören Jihad Watch Deutschland anzuklicken.

Oder Videos wie das folgende reinzuziehen:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=t98GAat08gY%5D

Später fügte ich hinzu:

Hier noch ein Bericht aus meinem Hamburg, über einen, der fast genauso aufgewachsen ist wie ich, nur daß ich kein Türke bin:

http://kruppzeuch.wordpress.com/2009/11/09/cem-glay-wir-hassen-euch-ihr-hasst-uns-das-ist-nun-mal-fakt-und-das-hat-grnde/

Cem Gülay sagte damals voraus: „Es werden keine Vorstädte brennen wie in Paris. Nein, die Innenstädte werden brennen.“

Der zweite Leserbrief stammte von dem mittlerweile verstorbenen Berliner Reichianer Heiko Lassek, der Ende 2009 nicht ohne Grund und Berechtigung schrieb:

Bitte, lieber Peter Nasselstein, nicht immer diese Gerüchte um die Berliner Bewegung; in dem ansonsten recht fundierten Arikel immer wieder seltsame Unterstellungen in Bezug auf Berlin (wo Bernd Senf und ich, besonders aber Volker Knapp unterschiedlichste Herangehensweisen vertraten – und vertreten ): wo bitte hat die Wilhelm-Reich-Gesellschaft denn nun das Orgon abgeschafft? Das muss doch nun doch einmal nach zwölf Jahren Vorsitzender und nun Ehrenpräsident und Ehrenmitglied des Wiener Reich-Instituts doch einmal von Ihnen erfahren …
Trotzdem lieben Gruß, ich lese interessiert weiter …

Ich gebe das und das folgende erneut wider, weil es von „historischem“ Interesse ist. Zunächst zitierte ich Auszüge aus dem Protokoll der Vorstandssitzung der Berliner Wilhelm-Reich-Gesellschaft vom 29./30. April 1995:

Während Reichs Erkenntnisse auf biologischen, medizinischen und therapeutischen Gebiet eine zunehmende Evidenz und Bedeutung zukommt, sind Reichs quantitative Formeln als physikalische Definitionen nicht haltbar. Die Begriffe Orgonspannung und Orgonenergie bedürfen einer Korrektur und Neudefinition.

Wir interpretieren den Orgonbegriff Reichs als universelles Lebens- und Liebesprinzip, welches als gemeinsames Funktionsprinzip die Grundlage des gesamten- physikalischen, biologischen, seelischen und geistigen Naturgeschehens bildet.

Und ich fügte hinzu: „Über diese Aussagen wurde abgestimmt – und die ‚Wilhelm Reich Gesellschaft‘ machte mit überwältigender Mehrheit aus der Orgonenergie so etwas wie ein naturphilosophisches Prinzip.“ Ich hätte noch hinzufügen sollen, daß deshalb sich Eva Reich enttäuscht und verärgert zurückzog.

Lassek anwortete:

Lieber Peter Nasselstein,

schade das unser Film Ihnen nicht gefällt!

Aber etwas anderes, wichtigeres:

Nun gebe ich Ihnen Recht, das dieser Protokollauszug falsch verstanden werden kann. Aber in 12 Jahren als erster Vorsitzender und nun Ehrenpräsident der WRG kann man ja auch mal ein Protokoll nicht gänzlich überprüft haben.

Von [xyz] wurde dieser Ausschnitt öffentlich und in einer eigenen Übersetzung an den immer empfindlichen James DeMeo geschickt (Jimmi hatte davor an hunderte Personen eine email geschickt, in der er ernsthaft (!) behauptete, ich hätte ihn “Hitler” (!) genannt; sein Sprachcomputer hatte meinen Satz “DeMeo als Führer der Waldheilungsgruppe…” entsprechend übersetzt!), der ihn in eigener Rückübersetzung weiter zirkulierte… Die Formulierung in dem Protokoll stammt von meinem Freund Dr. med. Hanspeter Seiler, früher Chefarzt der Bircher–Benner–Klinik in Zürich. Prof. Dr. Jerszy Miskowski hatte argumentiert, man sollte “die Formeln der Orgonphysik wie einen entzündeten Blinddarm aus der Reichschen Forschung herausschneiden.”

Kennen Sie ein rein orgonphysikalisches Experiment oder eine mathematische Formel Reichs, das oder die im dem Nachvollzug nachhaltig wiederholbar war (Ich rede ausdrücklich nicht von ORAC – Wirkungen auf BIOLOGISCHE Systeme).

Laurence Rockefeller, enger Freund von Dr. Blasband, finanzierte die aufwendigsten Untersuchungen im Privatlabor von Dick UND in Princeton, alle mir bekannten ernsthaften Forscher fanden keine – das natürlich Joachim Trettin immer eine findet, nehme ich beglückend zur Kenntnis…

Auch über M. Fuckerts Anordnung, die er persönlich vorstellte, mache ich hier keinen Kommentar …

Muss ein Genie wie Reich denn wirklich in ALLEM recht gehabt haben?

Wenn Sie eine andere als die aus Ärzten und Naturwissenschaftlern 38 köpfige WRG kennen, die fast ausnahmslos alle Experimente Wilhelm Reichs in den letzten 23 Jahren kritisch nachvollzogen hat, lassen Sie es mich wissen.. Und natürlich gibt es die Orgonenergie.

Herzlichen Gruß aus Berlin.

Darauf ich:

Hallo Herr Lassek,

das Protokoll habe ich aus dem Netz von einer der zahllosen Trettin-Seiten zitiert. Ihre Erklärung muß ich so akzeptieren. Was ansonsten die Geschehnisse betrifft, die Sie beschreiben: wir alle wissen, daß untergründige Animositäten (Gefühle) nach irgendeiner Rechtfertigung suchen, um endlich an die Oberfläche treten zu können. Ob diese Gefühle selbst rational sind, steht auf einem anderen Blatt. Was die quantitative Orgonometrie betrifft muß man zwischen einfachen Meßwerten (etwa To-T) und den Reichschen Formeln (etwa Org = [To-T] t f³) unterscheiden. Ich halte von diesen Formeln nichts, zumal sie nicht-metrische Einheiten enthalten und vom Dimensionsprodukt her sinnlos sind. Nach Reichs Tod hat sie aber auch wirklich niemand (jedenfalls niemand, der etwas veröffentlicht hat) mehr verwendet. Im genannten Beispiel reicht To-T ohnehin vollkommen aus. Was To-T-Messungen betrifft muß man m.E. unterscheiden: dienen sie sozusagen „intern“ dazu beispielsweise den DOR-Index abzugleichen oder soll „extern“ beispielsweise einem Physikprofessor gegenüber eine thermodynamische Absonderlichkeit aufgezeigt und im Anschluß daran das Orgon nachgewiesen werden. Im ersteren Fall reicht insbesondere Manfred Fuckerts Versuchsaufbau vollkommen aus. Er funktioniert und man kann vernünftige Schlußfolgerungen daraus ziehen, die mit anderen gemessenen Parametern vollkommen harmonieren. Reich selbst hat stets auf das harmonische Gesamtgefüge der beobachteten Phänomene und Meßergebnisse verwiesen. Wie Reich in seiner Auseinandersetzung mit Einstein erfahren mußte, beharren Physiker jedoch auf einzelnen Messungen und kommen dann nach einigen Überlegungen mit allen möglichen grundsätzlichen Gegenargumenten daher, die teilweise wirklich haarspalterisch, wenn nicht sogar abwegig sind, aber leider Gottes berücksichtigt werden müssen. Da fängt das Elend an: komplizierte (und teure) Versuchsaufbauten, die den Effekt jedoch nicht ersticken dürfen, und Standortanforderungen („trocken und energetisch gesund“), bei denen sich jeder Physiker verarscht vorkommen muß, weil er nicht abschätzen kann, was da eigentlich abgeschirmt werden soll. Dr. Blasband wollte das leisten, Dr. DeMeo ist gerade dabei.

Mittlerweile hat DeMeo seine Ergebnisse veröffentlicht. Ich verweise auf seinen Artikel Experimental Confirmation of the Reich Orgone Accumulator Thermal Anomaly. Das Problem mit Physikern ist zweierlei. Erstens werden sie darauf insistieren, die Versuche „unter kontrollierten Bedingungen“ im eigenen Labor nachzuvollziehen, d.h. unter energetisch toten, extremen ORANUR-Bedingungen. Das ist ungefähr so sinnvoll, als wollte man Neutrinos im Labor eines physikalischen Instituts nachweisen, statt tief in einem Bergwerk weit weg von der störenden kosmischen Strahlung! Und zweitens werden sie diese Versuche mit einer von Verachtung geprägten Nachlässigkeit durchführen, weil sie den physikalischen Laien Reich, der sich in dieser Hinsicht immer wieder peinliche Schnitzer erlaubt, schlicht nicht ernstnehmen können.