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DeMeo/Senf: Nach Reich (1997)

21. Januar 2017

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DeMeo/Senf: Nach Reich (1997)

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Saharasia und die sozialistische Mentalität (Teil 2)

25. März 2015

Im Blog Politically Incorrect wurde folgender Zeitungsausschnitt aus der Lokalpresse Sachsens veröffentlicht. Niesky liegt weit im Osten des Bundeslandes nahe der polnischen Grenze.

Im Gewerbegebiet Niesky Nord kam es kürzlich zur gefährlichen Körperverletzung in drei Fällen, wobei Besucher einer Disko und einer Betriebsfeier auf dem Nachhauseweg durch eine Tätergruppe grundlos angegriffen, geschlagen und verletzt wurden. Dabei gab es fünf Geschädigte, die teilweise medizinisch behandelt werden mußten. Durch Bürger konnte ein Tatverdächtiger festgehalten und durch die eingesetzten Polizeibeamten zwei weitere Tatverdächtige ermittelt werden. Dabei handelt es sich um drei Männer im Alter von 28 und 29 Jahren tunesischer, algerischer und afghanischer Herkunft. Die drei wurden vorläufig festgenommen, die Identität festgestellt und später wieder entlassen.

Was daran so bemerkenswert ist? Fast die gleiche vollkommen absurde Geschichte hat sich in der norddeutschen Provinz zugetragen. Ich habe darüber berichtet. Man muß sich das mal plastisch vor Augen stellen: in seinem Gastland mitten in finsterer Nacht wahllos irgendwelche fremden Menschen zusammenzutreten, die von einer Feier kommen. Ich finde, das ist an Absurdität nicht mehr zu überbieten, zumal es ein weiterverbreitetes Verhaltensmuster unter den Neuankömmlingen aus dem geheimnisvollen „Südland“ zu sein scheint.

Was dahinter steckt? Sozialer Protest! Nach dem Motto: wir müssen uns hier in der Kälte der Nacht langweilen, während ihr es euch im Warmen habt gutgehen lassen. Wir hier draußen, ihr da drinnen. Wir hier unten, ihr da oben. Wir, die verdammten dieser Erde.

Eine somalische Flüchtlingsfrau, die in Mogadischu an der Universität gelehrt hatte, und nun in Italien als Hausangestellte auch den männlichen Teil der Familie durchbringen muß; sie schreibt über ihre nichtsnutzigen Brüder, für deren Lebensunterhalt sie sorgt und die sie bedienen darf:

Wenn ich sie mir anschaue, dann sehe ich Gesichter, die kein Bedauern kennen. Wenn ich mit ihnen spreche, höre ich kein Eingeständnis eines Versagens. Ihre Geschichte ist eine der Abhängigkeit, ein chronisches sich Verlassen auf ein mit dem Schweiß anderer erzieltes Einkommen. Faule Knochen sind sie, mit nichts anderem im Sinn als in ein anderes Land zu gehen, wo sie Flüchtlingshilfe beziehen werden. (Nuruddin Farah: Yesterday, Tomorrow – Stimmen aus der somalischen Diaspora, Suhrkamp Taschenbuch, 2003)

In Saharasia arbeiten die Frauen, während die Männer politisieren und ihren „Geschäften“ nachgehen. Diese Mentalität von Parasiten hat sich lückenlos in den sozialistischen Experimenten der „Dritten Welt“, in der ganze Volkswirtschaften zerstörenden „Welthungerhilfe“ und vor allem im Asylantenunwesen fortgesetzt. Saharasia metastasiert.

Die sozialistische Mär lautet, es hätten stets reiche „Kapitalisten“ arme aber glückliche Völker überfallen, um sie auszubeuten. (Was für sich schon eine merkwürdige Vorstellung ist – denn wer bricht schon als Reicher bei einem Armen ein?) In Wirklichkeit war es aber doch meist so, daß eher sozialrevolutionär gesinnte pauperisierte patriarchale Horden in reiche matriarchale Kulturen eingebrochen sind. Cortez und die sich ihm anschließenden von den Azteken unterdrückten Stämme gegen die Azteken. Die ausgehungerten, damals extrem linken puritanischen Pilgerväter (Revolution gegen das englische Königshaus und den Adel) gegen die wohlhabenden vollgefressenen Indianerstämme der Ostküste. Die nomadisierenden Semitenstämme gegen die steinreichen Stadtkulturen an der Mittelmeerküste. Entsprechend die Indoarier und Mongolen gegen die reichen Kulturen Indiens und Chinas.

Natürlich trifft das soeben gezeichnete Szenario nicht auf jede Situation zu, etwa wenn die arme Landbevölkerung wegen der Bodenschätze vertrieben wird, aber auf jeden Fall ist die Welt nicht so holzschnittartig „klassenkämpferisch“, wie uns die Linke weißmachen will

Ihre „Weltsicht“ hat fast nichts mit der Realität zu tun, sondern ist eine Funktion ihrer extremen okularen Panzerung, die sie wie blind für die soziale Wirklichkeit macht.

Zum Abschluß ein Bericht über Volksstämme von vor 10 000 Jahren in der Mitte der Sahara. Es gibt keinerlei Hinweise für Gewalt und kriegerische Auseinandersetzungen:

Islamophilie (Teil 2)

17. März 2015

Man steht der gegenwärtigen Islamisierung Deutschlands und ganz Europas fassungslos gegenüber und frägt sich, warum sie offenbar von allerhöchster Stelle gewollt ist. Nun, das Setzen auf die islamische Karte ist alles andere als ein neues Phänomen.

Man nehme etwa die Engländer und Franzosen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das geschwächte Osmanische Reich und die islamischen Völkerschaften am Südrand Westasiens bis nach Indien hinein instrumentalisiert haben, um das Vordringen des Russischen Reiches nach Süden zu verhindern. Ohne die Unterstützung der Osmanen von Seiten der Westmächte wäre Konstantinopel und ganz Kleinasien von der türkischen Besetzung befreit worden, mit Sicherheit auch das Heilige Land. Das Römische Reich wäre wiederhergestellt worden.

Als sich dann die Türken im Ersten Weltkrieg auf die Seite des Deutschen Reiches schlugen, wurde von den Engländern der arabische Nationalismus gegen die verachteten Türken mobilisiert. Das wird gerne als Beispiel dafür angeführt, daß der Nationalismus doch stärker sei als der Islam, wobei jedoch vergessen wird, daß der Islam eine genuin arabisch-nationalistische Ideologie ist – die Araber sind das auserwählte Volk Allahs. (Andererseits könnte der Nationalismus beispielsweise die stolzen Iraner von dieser arabischen Fremdkultur befreien, die wahrhaftig im Iran nichts zu suchen hat.)

Die Deutschen ließen ungerührt den Holocaust an ihren armenischen Mitchristen geschehen. Die Türken hatten Angst, die Christen im Lande könnten dem russischen Erzfeind als Fünfte Kolonne dienen.

Mussolini träumte von einem neuen Mare Nostrum, das er mit Hilfe der Araber gegen die Briten und Franzosen erstreiten wollte. Hitler setzte ebenfalls auf die arabische und ganz allgemein auf die islamische Karte. (Bis heute hüten sich Nationale Sozialisten vor jeder Islamkritik, da sie Deutschland nicht mit der Feindschaft von einer Milliarde Menschen belasten wollen. Menschen, die uns wegen der Shoah brüderlich lieben. Und tatsächlich waren die Herrscher Ägyptens, Syriens und Iraks durchweg Nazis.)

Man kann das beliebig ausweiten: die Amerikaner und die Saudis; die Briten und ihre pro-arabische Politik in Palästina; die Russen und die Ägypter; de Gaulle hat sogar Algerien, das keine Kolonie, sondern Teil des französischen Mutterlandes war, geopfert, um auf die arabische Karte zu setzen; die europäischen Eliten fördern heute ganz offen die moslemische Masseneinwanderung aus dem Maghreb, „um den Realitäten gerecht zu werden“.

Es ist immer dasselbe geostrategische Kalkül: um deine Macht zu erhalten und auszubauen, mußt du dich mit dem islamischen Block im Zentrum der afroeurasischen Landmasse gutstellen. Dinge wie „Verteidigung des Christentums“ oder der völkischen Identität sind hier vollkommen nebensächlich. Man hat zugeschaut, wie die Türken die störenden Armenier ermordeten und Hitler die störenden Juden, genauso wie man heute gleichgültig mit den Achseln zuckt, wenn die eigene Bevölkerung marginalisiert wird.

Leute, wie etwa der deutsche Generalstab im Ersten und Zweiten Weltkrieg, der zu gerne den Dschihad gegen den westlichen Kolonialmächte entfacht hätte, oder die heutigen Machthaber in der EUdSSR, leben in anderen Sphären: Kartentische und Verlaufskurven statt lebendige Realität. Sie, die sich als kalt kalkulierende „Realisten“ betrachten, leben in einer abstrakten Welt voller grandioser Geostrategien. Das die Sache immer (wirklich IMMER) in die Hose geht, steht auf einem anderen Blatt: Amerika steht vor dem Bankrott; das Russische Reich ist schon längst tot, der Leichnam verwest vor sich hin; Frankreich ist eine Karikatur seiner selbst; Englands grandioser Plan Frankreich, Deutschland und Rußland auf dem Kontinent kleinzuhalten mündete im Untergang des Empire; und „Europa“ ist eine groteske Todgeburt. In Brüssel traut sich die Nomenklatura der EUdSSR ob der moslemischen Gangs kaum noch auf die Straße. Wirklich alles ist gegen die Wand gefahren!

Ausgerechnet der Faktor, mit dem alle spielen wollten, ist dabei zu triumphieren: der Islam im allgemeinen und die arabische Welt im besonderen. Und je mächtiger dieser Faktor wird, desto mehr werden die Genies des Untergangs, die Europa und Amerika regieren, sich dem Islam andienen. Schließlich sind es ja Realisten 😉

Diesen selbstmörderischen Übermut kann man nur verstehen, wenn man noch weiter zurückblickt: mit dem raschen Vordringen der arabisch-islamischen Armeen nach Mohammeds Tod war Europa faktisch abgeschlossen und mußte sich bis ins 17. Jahrhundert hinein gegen immer neue Eroberungsversuche von Seiten des Islam erwehren. Das „Zeitalter der Entdeckungen“, das zufällig zur Entdeckung Amerikas führte, war nichts anderes als ein verzweifelter Versuch diese Blockade zu durchbrechen.

Wir Europäer waren die rückständigen, schwachen und eingeschüchterten! Unsere Leute wurden auf den Sklavenmärkten Nordafrikas gehandelt! Wir wurden als Hinterwäldler betrachtet!

Das wandelte sich schnell nach der Eroberung Amerikas und der beginnenden industriellen Revolution. Wir wurden zu den Herren der Erde, aber die Obsession mit dem Islam, der uns beinahe überrannt und Jahrhunderte zu eingeschüchterten Gefangenen gemacht hatte, blieb. Man denke nur daran, daß die US-Marine im Kampf gegen die islamistischen Terrorzentren am Südrand des Mittelmeers entstand. Beim Versuch endlich zum Indischen Ozean vorzudringen, ist schließlich die Sowjetunion, das Rote Zarenreich, untergegangen – zum Straucheln gebracht durch islamische Bergstämme. Der erste ernsthafte Angriff auf das amerikanische Festland seit 1812 kam von den gleichen Leuten. Deutschland und ganz Westeuropa ist ohne eine gigantische Rückführung der Moslem bald islamisch – ganz „demokratisch“. Heute terrorisieren die gleichen Leute, gegen die die US-Marine Anfang des 19. Jahrhunderts vorging (Marokkaner, Algerier, Tunesier), die europäischen Innenstädte.

Wie gesagt: man kann nur verstehen, was wirklich geschieht, wenn man die Welt genauso betrachtet wie die Moslems – mit einem Blick über die Jahrhunderte zurück.

Ich selbst habe natürlich das wichtigste vergessen: die Kreuzzüge und daß Israel eine Wiederauflage der Kreuzfahrerstaaten ist – die von Europa verraten wurden.

Was tun? Nach 9/11 hat die amerikanische rechtskonservative Kommentatorin Ann Coulter wahrscheinlich den besten Vorschlag gemacht: Tötet ihre Führer und bekehrt sie zum Christentum! Das bleibt solange gefährlicher Unsinn, bis man erkennt, warum etwa in Saudi Arabien bei der Einreise mitgeführte Bibeln öffentlich geschreddert werden. (Und wir Dödel rasten aus, wenn irgendwo in einer amerikanischen Kleinstaat ein Koran verbrannt werden soll!) Die Machthaber haben eine panische Angst vor der Ansteckungsgefahr. Sie ahnen, daß die arabischen Massen, angesichts des geistlosen, dämonischen Drecks, der ihnen tagtäglich aufgetischt wird, hungrig nach der Frohen Botschaft sind.

Von dem Anthropologne Iain Edgar von der Durham University stammt die erste umfassende Studie über Istikhara, die islamische „Traumdeutung“.

Es geht darum, daß, eingerahmt durch entsprechende Gebete, Moslems glauben, daß ihr Gott „Allah“ ihnen in ihren Träumen, die sie symbolisch deuten, Botschaften zukommen läßt, die sie unbedingt befolgen müssen. Es geht dabei um Familienangelegenheiten, Geschäftsabschlüsse und sogar politische Entscheidungen. Beispielsweise wurde der Anführer der Taliban durch Träume geleitet und angeblich besprach Osama bin Laden jeden Morgen seine Träume und die seiner Gefährten.

Edgar, der in den letzten 25 Jahren die Rolle des Traums in den unterschiedlichsten Kulturen untersucht hat:

Träume haben immer eine sehr wichtige Rolle im Islam gespielt – der Koran zeigt, daß der Prophet Mohammed ein großer Träumer war.

Die Traumauslegung im Islam ist eine spirituelle Weise die Zukunft zu prophezeien und sich dem persönlichen Unbewußten und dem Willen Allahs hinzugeben.

Klar! Dem „persönlichen Unbewußten“ und („und“!) Allah…

Moslems sind häufig zurückhaltend, was den Gebrauch von Istikhara betrifft, aber durch unsere Untersuchungen fanden wir Belege für seinen weit verbreiteten Gebrauch bei den unterschiedlichsten Moslems, die in verschiedenen Gebieten der Welt und unter unterschiedlichsten sozioökonomischen Bedingungen leben.

Politisch korrekt fährt Edgar fort:

In der westlichen Kultur sagt man: „Laßt uns darüber schlafen!“, wenn wir schwierige Entscheidungen zu treffen haben, und häufig scheinen sie dann am Morgen klarer zu sein. Istikhara ist eine spirituelle Version dieser Praxis.

Als Anthropologe sollte er wissen, daß diese „Toleranz“ der Sache der Moslems nicht dienlich ist, denn alle großen Kulturen sind an derartigen „spirituellen Praktiken“ zugrunde gegangen. Man denke nur an die Azteken und die Inka.

Sie fällten keine wohlüberlegten rationalen Entscheidungen, sondern folgten „dem Kaffeesatz“ und mußte schließlich den Preis dafür bezahlen. Das fatale ist, daß die „esoterischen“ Methoden, etwa die Astrologie, manchmal tatsächlich zu guten Entscheidungen führen, – so daß man im entscheidenden Augenblick voller Überzeugung genau das falsche tut. Für das Christentum war der Aberglaube stets ein Werkzeug des Teufels, um die Menschen ins Unheil zu stürzen. Ein Christ, der sich der „Esoterik“ hingibt, ist kein Christ. Es ist kein Zufall, daß sich die Naturwissenschaften im christlichen Europa entwickelt haben.

Die mohammedanische Kultur wird aber nicht nur deshalb an ihrem inhärenten Obskurantismus zugrundegehen, weil er kurzfristig zu idiotischen Entscheidungen führt und langfristig den zivilisatorischen Rückstand zementiert, sondern auch ganz unmittelbar.

Es geht darum, daß immer mehr Moslems Jesus im Traum erscheint… Im Moment wird der Nahe Osten von einem Damaskuserlebnis nach dem anderen heimgesucht. Rationalisten mögen über so etwas sarkastisch lächeln, aber genau hier, in den irrationalen Abgründen einer gepanzerten Menschheit, entscheidet sich die Zukunft der Welt. Abkommen, die in Camp David ausgehandelt werden, und die Trends des Rohölmarktes sind im Vergleich dazu vernachlässigbare Marginalien.

Die Welt wird von der Massenpsychologie bestimmt, nicht von den vulgärmarxistischen Konstrukten westlicher Intellektueller. Es ist definitiv am Kippen: der Islam kann ähnlich wie der Realsozialismus das Informationszeitalter nicht überleben. Er wird genauso kollabieren wie der Kommunismus.

Man kann die Emotionelle Pest (das DOR) nicht instrumentalisieren, man kann sie nur vernichten. Dieser Vernichtungsschlag kann nur gelingen, wenn man die Kräfte des Kerns, des „Guten im Menschen“ (das OR), mobilisiert. Wer DOR instrumentalisieren will, kommt im DOR um.

Unsere Kinder wissen, wovon ich rede. Wir haben sie auf den Altären unserer politischen Korrektheit geopfert und den Grauen Wölfen zum Fraß vorgeworfen. Die SPD und die Grünen (also die Roten Faschisten in diesem Land) wollten mittels Umvolkung ein Proletariat kreieren, das ihnen endlich folgt. Doch statt der Emanzipation wird das Mittelalter über uns kommen. Toller Plan!

Menschenopfer und Kannibalismus

1. März 2015

Die Welt ist voller magischer Mythen vom Töten und Verspeisen von Kindern und dem Trinken ihres Blutes, was „Kommunion“ schenkt und damit das Leben verlängert. In unserer Kultur hielt man schon seit dem Alten Testament „Kanaanäern“, Häretikern, „Hexen“, Indianern und anderen „Primitiven“ projizierend Menschenopfer und Kannibalismus vor. Bis vor nicht allzu langer Zeit war praktisch jeder davon überzeugt, unsere Urahnen hätten sich an ihren erschlagenen Artgenossen gütlich getan, so als sei dies die selbstverständlichste und natürlichste Sache der Welt.

Selbst Reich läßt sich von der Literatur zu der Behauptung hinreißen, es hätte Menschenfresserei bei unseren Vorfahren und sogar bei den heutigen Australiern und Polynesiern gegeben (Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral, S. 107).

In Wirklichkeit ist das alles Unsinn. Zwar hat man Verstorbene mitunter rituell entbeint, aber niemals zu Ernährungszwecken. In Bolivien haben jetzt Archäologen einen Raum freigelegt, wo sterbliche Überreste in großen Bottichen mit Hilfe entsprechender Chemikalien gekocht worden waren, um dann die blanken Knochen als Reliquien aufzubewahren. Früher hätte man mit Sicherheit (und absurderweise) sicherlich an Kannibalismus gedacht… Ritueller Kannibalismus ist ein Phantasieprodukt unserer blutdurstigen saharasischen „Kultur“.

Vor 6000 Jahren kam es James DeMeos Saharasia-Theorie zufolge im Gebiet von Nordafrika, Arabien und Zentralasien zu einem klimatischen Umbruch mit verheerenden Dürrekatastrophen. Wüstenbildung, nachfolgende Kriege und Stadtbelagerungen führten zu Notkannibalismus. Hunger kann soweit entmenschen, daß Eltern ihr eigenes Kind kochen und aufessen (vgl. 2 Kön 6,28f und Klgl 4,10). Darauf ist der Mythos vom rituellen Kannibalismus zurückzuführen. Durch Projektion wurden in der Folgezeit die glücklicheren Menschen am Rande Saharasias des rituellen Kannibalismus angeklagt. Aber es gibt keinen einzigen Fall von unbezweifelbarem rituellen Kannibalismus in der Anthropologie. (Ich verweise auf die Arbeiten des US-Anthropologe William Arens und der deutschen Archäologin Heidi Peter-Röcher.)

Kurioserweise gibt es so etwas nur bei uns selbst: das Dogma, daß mit den Worten des Priesters „das ist mein Leib“ sich Brot und Wein tatsächlich in Leib und Blut Christi verwandeln, macht uns alle zu Kannibalen. Bereits Zwingli hatte sich gegen dies Dogma gewandt und verkündet, er würde diesen Gottesfraß nicht mitmachen.

Der ehemalige Pastor Hans-Dieter Leuenberger ging sogar soweit, die Verwandlung von Brot und Wein als schwarzmagisches Ritual zu bezeichnen. Schon zu seiner Zeit als Dorfpfarrer hätte er beim Feiern des Abendmahlrituals „ein äußerst unangenehmes Gefühl“ gehabt.

Jedesmal, wenn ich die Worte sprechen mußte: Das ist mein Leib, das ist mein Blut, da war etwas Grauenhaftes in mir, das nach meinem Herzen griff.

Bei seiner Beschäftigung mit der „Esoterik“ ging Leuenberger auf, daß die Kreuzigung Christi einem magischen Ritual entsprach, und da Blut im Spiel war, das im Judentum absolut tabu ist, sogar ein schwarzmagisches Ritual, das den zerstörerischen Virus im Christentum ausmacht.

Als ich diese Zusammenhänge sah, war mir klar: In der Passionsgeschichte Jesu haben wir die Darstellung eines alten Menschenopfer-Rituals. Menschenopfer aber sind schwarzmagisch. Und wenn dies nun rituell in der Kirche weiterzelebriert wird, so ist das praktische Magie. Jetzt verstand ich das unangenehme Gefühl, das ich damals hatte, als ich am Altar stand und den Kelch hochhob. Ich vollzog schwarze Magie, ohne es zu wissen. (…) Die gesamte Kirchengeschichte ist für mich nichts anderes als ein Resultat dieses jeden Tag überall wieder zelebrierten schwarzmagischen Rituals. Von daher kann ich mir alle Entartung des Christentums logisch erklären. (esotera, 6/90)

Hier schlägt die paranoide Projektion, die Wahnwelt des Patriarchats, auf tragikomische Weise auf die Kirche selbst zurück!

Das die Verbindung von Christentum und Kannibalismus alles andere als weit hergeholt, sondern vielmehr ganz offensichtlich ist, zeigt der berühmteste Fall von neuzeitlichem Notkannibalismus, der sich christlich vermittelt in einen rituellen Kannibalismus umwandelte:

1972 stürzte eine uruguayische Chartermaschine in den Hohen Anden ab. Von den 40 Insassen überlebten sechzehn den Aufprall. Um die 72 Tage zu überleben, die sie im Hochgebirge zubringen mußten, bevor sie gefunden wurden, waren sie gezwungen, jene zu essen, die nicht überlebt hatten. Vor der kannibalistischen Mahlzeit setzten sie sich in einen Kreis, beteten den Rosenkranz und zitierten Jesus: „Nehmet und esset, dies ist mein Leib, dies ist mein Blut.“ Nach der Rettung sagte einer der Überlebenden auf einer Pressekonferenz:

Wenn Jesus beim letzten Abendmahl seinen Leib und sein Blut allen Jüngern anbot, gab er uns zu verstehen, daß wir das gleiche tun müssen.

Ein anderer erklärte dem Vertreter einer Nachrichtenagentur, die „unaussprechlichen Dinge“, die sie getan hätten, wären „wirklich christlich“ gewesen.

Wir gingen bis an die Quellen des Christentums zurück.

Ein dritter sagte:

Wir schluckten die Fleischstücke mit dem Gefühl, Gott verlange es von uns. Wir fühlten uns wie Christen.

Die Mär vom Menschenopfer könnte ähnlich mit dem Beginn Saharasias verbunden sein, wie es oben beim Kannibalismus beschrieben wurde. Es kann sein, daß die Katastrophe, die den Anbruch Saharasias auslöste, soviele Leben forderte, daß die Menschen glauben mußten, den nunmehr als patriarchal empfundenen Göttern Gelüste es nach dem Fleisch ihrer irdischen Kinder á la Saturn. Infolge kam der Mythos auf, man müsse ihnen präventiv Menschenopfer darreichen, um sie ruhigzustellen. Dies scheint z.B. bei einer altägyptischen Grabinschrift durch. Es wird dort von einem Aufstand der Menschen gegen die Götter erzählt, nachdem diese beschlossen hatten, die ganze Menschenrasse zu vernichten. Aber mit einem Getränk aus Menschenblut und Alraunensaft hätte man die Götter wieder beschwichtigt, die einen Teil des Tranks zurückgaben und über die Erde schütteten. Das Leben kam zur Erde zurück. Dies sei, so die Legende, der Beginn des Opfers (Ready Tannahill: Fleisch und Blut, München, 1979, S. 16). Doch genauso wie den rituellen Kannibalismus hat es das rituelle Opfern von Menschen nie gegeben, wenn man von der christlichen Praxis absieht.

Jedermann ist fest davon überzeugt, daß die Irokesen, auf die sich Reich (über seine Rezension von Morgan und Engels) neben den Trobriandern beruft, Menschen zur Volksbelustigung an Marterpfählen über Tage hinweg langsam zu Tod gefoltert haben. Genauso steht es mit praktisch allen Völkern außerhalb des Kernbereiches Saharasias. Doch eine kritische Betrachtung der Anklagen gegen z.B. die Azteken zeigt, daß es keinen einzigen unvoreingenommenen Augenzeugenbericht über nichtchristliche Menschenopfer gibt. Alle „Belege“ stammen von der spanischen Inquisition!

Das Popol Vuh der Maya als ein Hauptbeleg wurde unter spanischer Kontrolle nach Jahrzehnten von spanischer Gehirnwäsche verfaßt und seine Übersetzungen sind sowieso nicht verläßlich. Und was ist mit den mesoamerikanischen Bildern, die Menschenopfer zeigen? Zunächst einmal stellen Kulturen so gut wie nie ihre eigenen Rituale dar, sondern nur ihre Mythen! Und dann schaue man sich mal die Bilder in einer katholischen Kirche an, die das Abschlachten der Märtyrer durch die Römer zeigt (Winni Marold: „Vereint im starken Glauben? Zu den Spekulationen über Menschenopferkulte“, Vorzeit-Frühzeit-Gegenwart, VI:82-95, Juli 1994).

Der Anthropologe Jeffrey Schwartz (University of Pittsburgh) hat die jahrhundertealte These widerlegt, daß im antiken Karthago regelmäßig Kinderopfer dargebracht wurden.

Demnach weisen die Knochenfunde in alten Begräbnisurnen der phönizischen Handelsstadt darauf hin, daß die meisten Kinder eines natürlichen Todes starben. So kam ein Großteil der Kinder bereits vor oder unmittelbar nach der Geburt ums Leben und war damit noch nicht alt genug, um geopfert zu werden (…). Auch aus anderen antiken Städten wie Rom oder Pompeji sei bekannt, daß dort viele Fehlgeburten und eine hohe Säuglingssterblichkeit vorherrschten. Gleichzeitig widersprechen die Ergebnisse den Berichten antiker Chronisten und Zitaten aus der Bibel, wonach in Karthago regelmäßig Kinder geopfert wurden.

„Die bisherige Vorstellung, daß in Karthago regelmäßig Kinder geopfert wurden, beruht (…) nur auf Berichten einiger weniger Chronisten, einigen Grabinschriften und Aussagen im Alten Testament“, sagt Schwartz. „Dies zeigt, daß Geschichtswissenschaftler alle vorhandenen Belege berücksichtigen müssen, wenn sie die Verhaltensweisen einer antiken Gesellschaft entschlüsseln wollen.“

Opfer der haltlosen Spekulationen über Menschenopfer und Kannibalismus war von jeher die Frau, die vom Patriarchat als furchterregend, schrecklich und verschlingend aufgefaßt wurde. Der unschuldige Mann folgt der verdorbenen Frau, „wie ein Ochse, der zum Schlachtplatz geführt wird“ (Spr 7,22). Sie war das „verlockende Böse“ aus dem alles Unheil hervorging. Wie Eva brachte sie das Böse in die Welt. Ihr Geschlechtsorgan wurde zur „Büchse der Pandora“. Bei den Israeliten wird die „Verunreinigung“ einer Frau durch die Monatsblutung mit der Verunreinigung des Landes durch Götzendienst und Mord, also durch Menschenopfer gleichgesetzt (Ez 36,17f). Mitten in der Aufzählung der verbotenen geschlechtlichen Verirrungen taucht das Gebot auf, seine Kinder nicht den Götzen zu opfern (Lev 18,21). Die mittelalterliche Hexerei war denn auch ursprünglich synonym mit weiblichem Kannibalismus á la „Hänsel und Grethel“.

Angeblich wurden der kanaanäischen Anat Kinder geopfert, so daß sich die Bibel veranlaßt fühlt, ständig zu mahnen:

Keiner von euch darf seinen Sohn oder seine Tochter als Opfer auf dem Altar verbrennen. (Dtn 18,10)

Noch Mohammed verehrte vor seiner Übermannung durch Gabriel Anat, bzw. die arabische Venus al-Usa, der bis in jüngste Zeit Kinder geopfert wurden – das behaupten jedenfalls die Mullahs.

Anläßlich der Durchsetzung des Monotheismus in Juda durch Hiskias Kultreform wurde sein Vorgänger Ahas angeklagt, seinen Sohn als Opfer verbrannt zu haben und „damit den abscheulichen Sitten der Völker, die der Herr vor den Israeliten aus dem Land vertrieben hatte“ gefolgt zu sein (2 Kön 16,3). Desgleichen soll Hiskijas abtrünniger Nachfolger Manasse im Tempel von Jerusalem „seinen Sohn als Brandopfer dargebracht“ haben (2 Kön 21,6). Systematisch werden Abtrünnige mit dem Stigma versehen, Menschen zu opfern, z.B. die infolge der assyrischen Eroberung Samarias nach Syrien umgesiedelten, die aus ihren eigenen Reihen Priester einsetzten und „sogar ihre Kinder ihren Göttern Adrammelech und Anammelech als Brandopfer darbrachten“ (2 Kön 17,31f).

In Dtn 12,31 heißt es, die Israeliten dürften Jahwe nicht nach dem Brauch der anderen Völker verehren, denn diese „haben sogar ihre Kinder als Opfer für die Götzen verbrannt“ und dadurch Jahwes Heiligtum unrein gemacht und Jahwes Namen entehrt (Lev 20,3). In Jer 7,31 sagt Jahwe, er habe nicht befohlen, es sei ihm auch nie in den Sinn gekommen, von den Menschen Judas zu verlangen, daß sie im Hinnom-Tal (Ableitung der Bezeichnung Hölle: Gehinnom, Gehenna) die Opferstätte Tofet bauen, um dort ihre Söhne und Töchter in den glühenden Schlund des Götzen Moloch zu schleudern.

Du hast meine Kinder geschlachtet und als Opfer für deine Götzen verbrannt. (Ez 16,21)

Diese Horrorstory, aus der sich die Vorstellung von der Hölle und später der ganze Hexen- und Dämonenwahn entwickelte, ist eine einzige gegen die matriarchalen Völker gerichtete Volksverhetzung. Die Israeliten hätten die Völker Kanaans nicht „ausgetilgt“, wie es Jahwe befohlen hatte (Ps 106,34), so daß sie schließlich die angebliche Menschenopferpraxis der Kanaaniter selbst aufnahmen:

Das Blut von Schuldlosen vergossen sie, das Blut ihrer eigenen Kinder, die für den Götzen Kanaans geschlachtet wurden. (Ps 106,38)

Als Strafe für diese grausame Sitte will Gott Jerusalem vernichten, er will die Stadt belagern lassen, so daß die Einwohner sogar ihre eigenen Kinder essen werden (Jer 19,9). Der Gott der Vergeltung, dessen Jünger im Blut der Unheilstifter waten werden (Ps 58,11). Der Gott der Rache, der die abtrünnigen Israeliten den Feinden preisgibt, die sie wie Opfertiere abschlachten werden (Jes 65,12). In Ez 39,17f lädt nach der für seine Feinde verlorenen Schlacht von Harmagedon Gott die Raubvögel „zum große Opfermahl“:

Ihr bekommt Fleisch zu essen und Blut zu trinken, soviel ihr wollt, das Fleisch der tapfersten Krieger und das Blut der edelsten Fürsten. Sie sind die wohlgemästeten Schafe, Böcke und Stiere, die ich für mein Opfermahl schlachte.

Über dem Stamm Efraim sagt Gott:

Und wenn sie noch Kinder bekämen, würde ich sie, ihre Lieblinge, unbarmherzig töten. (Hos 9,16)

Grade wenn die jüdischen Propheten verkünden, daß Jahwe keinerlei Opfer will (Ps 40,7), sie ihm zuwider sind (Am 5,22), offenbart sich der Projektionsmechanismus. Denn stattdessen will er Gehorsam (Jer 7,21-23) und Reue (DanZ A,16f). Zeichen des Gehorsams ist neben dem „Teil-Menschenopfer“, der Beschneidung, das Gebet, das stets etwas mit Geben, mit Opfern zu tun hat. So lautet ein Gebet des Rabbi Shoshet:

Herr der Welt, als der Tempel noch stand, brachte dir ein Sünder ein Opfer dar, von dem nur das Blut und das Fett genommen wurden, und dadurch wurden ihm seine Sünden vergeben. Ich habe heute gefastet, und durch dieses Fasten sind mein Blut und mein Fett weniger geworden. Betrachte gnädig den Teil meines Blutes und meines Fettes, den ich durch mein Fasten verloren habe, als ein Opfer und vergib mir dafür meine Sünden. (z.n. Ready Tannahill: Fleisch und Blut, München 1979, S. 34f)

Auch in Röm 12,1 findet sich der Aufruf, sich selbst Gott als leckeres Menschenopfer darzubringen. Jenen, die nicht Gottes Gebot folgten, warf man dann reflexartig Menschenopfer vor.

Die Mär vom Menschenopfer ist Ausdruck der saharasischen blutdürstigen Charakterstruktur des vorgeblichen Beobachters, und hat nichts mit den tatsächlichen Begebenheiten zu tun. In dieser Hinsicht ist das Alte Testament nur ein Propagandabuch, das von krächzenden Khomeinis geschrieben wurde. Bezeichnend ist, wie, neben empörten Beschreibungen angeblicher Menschenopferhandlungen, gleichzeitig das patriarchale Opfern des erstgeborenen Kindes für den alten Mann dort oben gepredigt wird. In Ex 22,28 heißt es: „Eure erstgeborenen Söhne müßt ihr mir übereignen.“ Und noch bei Micha 6,7 fragen die Israeliten:

Sollen wir unsere erstgeborenen Söhne opfern, damit Gott uns unsere Schuld vergibt?

Die Opferung der Erstgeburt ist wie eine „Bezahlung“ an Gott. Hierher gehört auch Moses‘ Erstgeborener. In Ex 4,24-26 fällt Jahwe über Moses her und will ihn töten. Doch zur Beschwichtigung schnitt Moses‘ Frau die Vorhaut vom Glied ihres Sohnes ab und berührte damit Moses Bein. Opferte sie ihren Sohn stückchenweise? Dies hatte, wie gesagt, nichts mit tatsächlichen Opferungen zu tun, aber das Denkmuster, das dahinter steckt, ist bezeichnend. Es wirkte fort im Neuen Testament, wo das Opferlamm tatsächlich geschlachtet wurde:

Ihn ließ er sterben zu unserer Rettung. Unsere ganze Schuld hat er uns vergeben, weil Christus sein Blut vergossen hat. So zeigt uns Gott den ganzen Reichtum seiner Gnade. (Eph 1,7)

So wie beim Exodus das Blut eines Lammes, das Passa-Lamm, das Zeichen der Bewahrung und Errettung war, so galt später das Blut Christi als Reinigung von Schuld und Sünde (1 Joh 1,7).

Kosmischer Faschismus

18. Juni 2014

Der orgonomische Sozialpsychologe Paul Mathews hat im Journal of Orgonomy (Nov. 1980), die faschistische Charakterstruktur wie folgt zusammengefaßt:

a. Verlangen nach und Unfähigkeit zur Freiheit
b. Sehnen nach einem „Führer“
c. Massenirrationalität

Faschismus zeichnet sich dadurch aus, daß in der Hauptpflanze der durch DOR entstandenen Emotionellen Wüste der Befreier von eben diesem DOR gesehen wird. Man denke nur an die Azteken, die glaubten, Cortez wäre der verheißende Retter Quetzalcoatl. So partizipierten sie an ihrem eigenen Untergang.

Anfang 1979 schrieb Jerome Eden angesichts des Massakers, das der amerikanische Sektenführer Jim Jones unter seinen Anhängern in Guayana angerichtet hatte, im EDEN Bulletin:

In Guayana folgten 910 Menschen einem Halbgott in Verderben, Verzweiflung und Selbstmord. Angesichts des überlegenen Intellektes und der „übernatürlichen“ Kräfte einer außerirdischen Rasse werden wie viele Tausende, nein, Millionen diesem interplanetarischen neuen Führer auf einer letzten Reise zur „Erlösung“ folgen? (…) Ständige Sehnsucht und Verlangen nach „Befreiung“ und „Erlösung“ basiert auf der Unfähigkeit sexuelle Befriedigung zu erreichen. (…) Generell ist die Menschheit sexuell krank (orgastisch impotent) und sucht deshalb illusorische Befriedigung im irrationalen Mystizismus.

Die orgastische Impotenz des Menschentiers ist der Hintergrund unserer planetaren Notlage und die wahre Machtbasis ihrer Verursacher. So sang Patti Smith einst auf der LP Radio Ethiopia:

Wann, wann wirst Du gelandet sein. Wann, wann wirst Du zurückkehren. Fühle, fühle mein Herz sich ausdehnen. (…) Nimm mich für immer. (…) tief in Dein Schiff. (…) lasse meine Augen in den Himmel aufsteigen und nach Dir suchen. (…) oh, ich warte auf Dich (…)

Wagners Opern-Dramen (wie es schon Nietzsche diagnostizierte), vielleicht Richard Strauß‘ Salome etc., spiegeln eine ähnliche bio-kosmische Lüsternheit wider. Wir wissen, worin diese kulminierte und der orgonotische Drang nach „Emanzipation“ hin zur „Befreiung“ aus angeblich hoffnungsloser Lage hat sogar noch zugenommen.

Wir könnten sehr bald einer Massenirrationalität gegenüberstehen, in der die gleichen bio-kosmischen Funktionen wirksam werden, welche in den deutschen Massen der 1930er Jahre arbeiteten, als diese sich einer unbestimmten Sehnsucht hingaben, die von Hermann Hesse so intensiv weitergetragen bis in die „Jugendkultur“ der 60er Jahre nachwirkte.

In Die Funktion des Orgamus schreibt Reich, die Faschisten träten „mit dem Anspruch auf, die ‚biologische Revolution‘ durchzuführen.“ Im Faschismus wirke, „vom Standpunkt der ihm folgenden Massen gesehen, zweifellos ein unbändiger Lebenswille.“

Im Neuheidentum des deutschen Nationalsozialismus brach sich das vegetative Leben abermals Bahn. (Die sexuelle Revolution)

Die pulsierende Orgonenergie wird zum Wallen „reinen“ Blutes oder zum Zittern „bioenergetisch“ überspannter Muskeln. Der Himmel orgastischer Trieberfüllung wird ersetzt durch „Geist“ und die Befreiung von energetischen Blockaden liegt in den Händen des „Erlösers“.

Heute ist die Situation problematischer als zu Reichs Zeiten, da damals die Charakterstrukturen stabiler und unbeweglicher waren. Heute, wo das Menschentier sicherlich durch ein höheres Energieniveau ausgezeichnet ist, kämpft in den Menschen eine destruktive ORANUR-artige Reaktion gegen die alte DOR-Stasis an und führt zu einem inneren Chaos, das durch Psychopharmaka mühsam kupiert wird.

Schon in Der Krebs, also vor dem ORANUR-Experiment, schreibt Reich über die Entwicklung im 20. Jahrhundert:

Erhöhte Lebensansprüche stießen auf alte (…) innere neurotische Hemmungen. Menschen, die durch die Veränderung der Sitten zur Bewußtheit ihrer sexuellen Bedürftigkeit kommen[, aber orgastisch impotent sind], müssen notwendigerweise zerrissen werden, müssen biopathisch erkranken, asozial und kriminell werden.

Weiter sieht der „Prä-ORANUR-Reich“ dies wohl als notwendige Zwischenphase an, aber grundsätzlich in die richtige Richtung fortschreiten, hebt aber auch hervor, daß wir es mit einem „momentan gefährlichen Fortschritt zu tun“ haben.

Derart zerrissene Biosysteme, in denen diese ORANUR-artige Reaktion wütet (nicht zuletzt aufgrund der allgemeinen atmosphärischen ORANUR-Reaktion) und die unfähig sind, dieses innere Brennen durch Energieentladung zu löschen, suchen sich, der Medizinischen Orgonomin Barbara G. Koopman (Journal of Orgonomy, May 1973) zufolge,

die strengsten Tyrannen aus (…) um ein soziales Milieu zu schaffen, in dem die Reglementierung maximal und die Freiheit (Beweglichkeit) minimal ist.

Sie versuchen,

den inneren Aufruhr dadurch zur Ruhe zu bringen, indem sie sich Zielen anschließen, die alle Bewegung von außen her erstarren lassen.

Deshalb werden diese Homo sapiens Hand in Hand mit den DOR-Menschen aus dem Weltraum zusammenwirken, um aus diesem Planeten einen kosmischen Zoo oder ein planetares Kamputschea zu machen.

Koopman bezog sich auf die „radikale Bewegung“ Ende der 60er/Anfang der 70er. Bald danach wandten sich jene, die einst Ho Che Minh und andere Rote Faschisten angehimmelt hatten, zu einem Gutteil irgendwelchen Gurus und dem „New Age“ zu.

Angesichts der so hoffnungslos ausschauenden Lage unseres Planeten werden die Menschen allen jenen folgen, die ihnen die Droge Hoffnung geben. Angesichts der kindlichen Naivität, mit der man einst auf Gorbatschow reagierte (er brachte die Leute zum „Gorbasmus“) und nun auf Putin, so als könne der Rote oder Schwarze Faschismus nicht jederzeit wieder sein wahres Gesicht zeigen, wie wird man da erst auf die Erlöser aus dem All reagieren?!

Lenin sagte einmal zum Gründer der Tscheka (später KGB): „Die im Westen sind Wunschdenker, wir werden ihnen das geben, was sie denken wollen.“ Unsere ganze Kultur wurde seit 1968 durch den Stalinisten Ernst Bloch von diesem Hoffnungsdenken infiziert. So wurde unsere vermeintliche intellektuelle Elite verdummt, bis die Ferkel die Perlen der Erlösung nicht mehr in der materialistischen Jauche des Marxismus, sondern den Äthersphären des New Age suchten. Mit Sicherheit werden sie sich schließlich den „Brüdern“ aus dem All zuwenden.

Bei all dem wollen wir nicht aus den Augen lassen, daß „Geschichte“ die Entwicklung der Orgonenergie in der jeweiligen Tiergattung (und ihrer Umwelt!) ist und daß wir heute Teil einer kosmischen ORANUR-Reaktion sind.

Reich glaubte, daß die Anwendung der Orgonenergie das Menschentier positiv in Richtung auf mehr Lebensbejahung beeinflussen würde. Aber die Sexuelle Revolution hat z.B. weitgehend doch nur mehr entfremdete, desorganisierte und pestilente Tiere erzeugt. In Christusmord schreibt Reich:

Nichts ist leichter, als aus einer Lehre, die die Liebe und die natürliche Genitale Umarmung umfaßt, eine Religion der permissiven, pornographischen Sexualität zu machen. Und es gäbe für die Menschheit keine größere Katastrophe als [dies].

Die Orgonenergie ohne Orgasmusfunktion ist wie ein Dampfkessel ohne Ventil, das Böse per se. Losgelöst von der Genitalen Funktion ist das Orgon weit gefährlicher als das Atom. Aus dem Weltraum werden wir von einer Zivilisation bedroht, die genau dieses Stadium bereits erreicht hat: Meisterung der Orgonenergie und gleichzeitige Roboterhaftigkeit.

Die Schere in den heutigen Volkswirtschaften

2. November 2013

Ökonomie beruht letztendlich auf den biosozialen Beziehungen zwischen Menschen. Jemand, etwa Bill Gates, hat eine „gute Idee“, die den ungerichteten biophysischen Aktivitäten von Menschen eine Richtung gibt, d.h. aus diesen Arbeit macht. Um aus dieser Idee eine tragfähige materielle Macht zu machen, die tatsächlich neue Arbeitsplätze schafft, benötigt der Erfinder Kapital, d.h. konkret Kredit. Er geht eine langfristige Beziehung mit dem Kreditgeber ein, dem er den Kredit plus Zinsen zurückzahlen muß.

In früheren Zeiten spielte Kredit eine untergeordnete Rolle. Handwerker konnten sich ihr Startkapital noch selbst erarbeiten, Bauern konnten sogar praktisch aus dem Nichts anfangen. Inzwischen sind aus Handwerken Spezialisten geworden, die teure Spezialgeräte benötigen, Bauern wurden zu Agrarmanagern, etc. Der Kapitalbedarf steigt mit der Entwicklung des „Kapital-ismus“ exponentiell an. Doch gleichzeitig nimmt die Fähigkeit der Menschen ab, die ungeheuren Spannungsbögen, die dem Versprechen entsprechen, das aufgenommene Geld in Zukunft mit Zins zurückzuzahlen, auszuhalten und die Aktivitäten entsprechend fokussiert zu halten, d.h. zu arbeiten.

Noch für meine Eltern war es praktisch undenkbar „Schulden zu machen“, selbst wenn sie eine Idee wie Bill Gates gehabt hätten. Hätten sie aber einen Kredit aufgenommen, wäre ihre Arbeitsethik und ihre Kontaktfähigkeit groß genug gewesen, die Verantwortung, die sie auf sich geladen haben, auch zu tragen. Seit etwa 1960 sind jedoch Generationen herangewachsen, bzw. sozialisiert worden, die sich nicht mehr auf die Zukunft vertrösten lassen wollen, die „Genuß sofort“ haben wollen, entsprechend gerne Kredite aufnehmen, jedoch vollkommen unfähig sind, die damit einhergehende Jahre und Jahrzehnte andauernden Spannungsbögen auszuhalten und fokussiert zu bleiben. Das reicht vom kleinen Konsumentenkredit bis hin zu Krediten für ganze Nationen.

Die Schere zwischen der ökonomischen Notwendigkeit, durch die der Kredit eine immer größere Rolle spielt, und der durchschnittlichen Charakterstruktur der Massen, die nicht mehr „kreditwürdig“ ist, geht immer weiter auseinander.

Die Ursprünge des Kapitalismus sind charakterologischer Natur, d.h. er beruhte auf Menschen, die die Befriedigung hinauszögern konnten und nicht nur im Hier und Jetzt lebten. Klassische Beispiele sind die Juden und die Protestanten, die sich vor ihrem Gott verantworten müssen (man lese nur die durch und durch „kapitalistischen“ Parabeln von Jesus!), und nicht zuletzt die Menschen in Nordeuropa, die die Natur zwingt, in langfristigen Zeiträumen zu denken, weil sie in der dunklen Jahreszeit von dem leben müssen, was sie in der hellen erarbeitet haben. Diese charakterologischen Unterschiede sind auch der letztendliche Grund dafür, warum der protestantische Norden Europas keinen gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsraum mit dem katholischen Süden Europas zustande bringt.

Rein ökonomische Faktoren können diese sich immer weiter öffnende Schere zwischen den beiden Regionen nicht erklären. Das fängt beim Zeitmanagement im Alltag an, was beispielsweise simple Verabredungen beinhaltet, führt über Ordnung und Hygiene, die immer mit Zeitverzögerung und Triebaufschub einhergehen, und endet in der großen Fiskalpolitik.

Dank der „multikulturellen Gesellschaft“ ist uns diese Dynamik näher denn je: jeder Handwerker, Händler, Geschäftsmann, etc. wird bestätigen, daß es fast unmöglich ist, mit „Südländern“ normal und entspannt Geschäfte zu machen. Ein ähnliches Verhältnis besteht zwischen jenen, die charakterologisch noch in einer Welt vor 1960 leben und jenen, die eine antiautoritäre Struktur haben. Man sieht es diesen Leuten schon „irgendwie“ an, daß man ewig seinem Geld hinterherlaufen wird müssen, wenn man es überhaupt bekommt!

Hier gehört auch die zunehmende Propaganda gegen den Zins, die ultra-autoritäre Islamisten mit den Antiautoritären verbindet. Sie beruht nicht auf vermeintlich tieferen ökonomischen Einsichten, sondern ist Ausfluß der Charakterstruktur der „Zinskritiker“.

Man könnte einwenden, daß das „Südliche“ und das „Antiautoritäre“ weniger „gepanzert“ und „natürlicher“ seien. Oberflächlich betrachtet stimmt das sogar. Beispielsweise waren die europäischen Eroberer zu Beginn der Neuzeit entsetzt, daß die „Primitiven“ alles stahlen, was nicht niet- und nagelfest war und kaum zur Arbeit motiviert werden konnten, also für den Kapitalismus schlichtweg ungeeignet waren. Dabei wird aber außer acht gelassen, daß die Ureinwohner umgekehrt mindestens ebenso entsetzt waren, daß sich die Europäer über alle möglichen Tabus hinwegsetzten und ihrerseits eingegangene Verpflichtungen nicht einhielten.

Stammesgesellschaften hängen, ähnlich wie der Kapitalismus, auf ihre Weise ebenfalls davon ab, daß lange Spannungsbögen ausgehalten werden, man sich an Spielregeln hält und Verpflichtungen, die man eingegangen ist, sozusagen „mit Zins“ erfüllt. Es stimmt zwar, daß ökonomisch diese beiden Welten kaum vergleichbar sind (beispielsweise weil man in primitiven Gesellschaften kaum etwas „quantifizieren“ und entsprechend mit einem „Preisschild versehen“ kann), aber die charakterologischen Grundlagen sind weitgehend identisch.

Primitive Gesellschaften müssen nicht in jedem Fall „ungepanzert“ sein, können sogar weitaus neurotischer sein, als die westliche Gesellschaft. Und kapitalistische Gesellschaften könnten ebensogut von genitalen Charakteren bevölkert sein. Zu glauben, daß eine „solidarische Gesellschaft“ im Großmaßstab entsprechend den Stammeskulturen möglich wäre, ist illusorisch. Erstens sind Stammesgesellschaften nur solange „solidarisch“, solange sich der Einzelne an die Spielregeln hält und eingegangene Verpflichtungen auch erfüllt. Zuwiderhandlungen werden mit dem Ausschluß aus der Gemeinschaft und damit mit dem sicheren Tod bestraft. Und zweitens können solche primitiven Wirtschaftssysteme, die nicht quantifizierbar sind und ausschließlich auf persönlichem Kontakt beruhen, in größeren Gemeinschaften nicht funktionieren, sondern schlagen unversehens in ihr Gegenteil um: Vetternwirtschaft, Willkür und Tyrannei. Beispiele sind das Inka-Reich und das Reich der Azteken, die vor allem deshalb untergingen, weil sich unterworfene Stämme mit den Europäern verbündeten, um das unerträgliche Joch abzuschütteln.

Auf jeweils eigene Art haben der Kommunismus, der Faschismus und der Nationalsozialismus versucht, zum vermeintlichen Paradies einer „solidarischen Gesellschaft“ zurückzukehren. Es endete stets in einem Desaster. Zum Kapitalismus gibt es prinzipiell keine Alternative. Seine Fehlentwicklungen haben ausschließlich einen charakterologischen Hintergrund.

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