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Der Rote Faden: Reich vor Gericht

18. Dezember 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

f. Die Untermenschen

2. Der Weg in den Kalten Krieg

a. Das rote Berlin

b. Agenten des Roten Terrors

c. Der Friedenskämpfer Nr. 1

d. Der Kalte Krieger Nr. 1

e. Der Warmduscher

3. Mentalhygiene

a. Sexpol

b. Die sexuelle Revolution in der Sowjetunion

c. Psychoanalyse und Kommunismus

d. Otto Fenichel und seine „Rundbriefe“

e. Die Leninistische Organisation

4. Polithygiene

a. Reich in Norwegen

b. Reich und Marx

c. Reich und Lenin

d. Reich und Trotzki

e. Reich und Stalin

5. Reich in Amerika

a. Drei Sozialistinnen

b. Reich und der Kalte Krieg

c. Der rote Faden einer Verschwörung

d. Reich vor Gericht

 
 

Robert (Berlin) schrieb 2013:
http://archive.bangordailynews.com/2001/09/24/former-u-s-attorney-peter-mills-dies-at-90-maverick-lawmaker-took-on-white-only-club/

Robert (Berlin):
“ Es waren Leute wie der Harvard-Ökonom John Kenneth Galbraith, die derartige Agencies ins Leben riefen…“

Galbraith wurde 1908 geboren, die FDA 1927. Ich nehme also an, dass du andere Agencies meinst.

Darauf antwortete Peter:
Die FDA geht auf 1906 zurück und läßt sich sogar weiter zurückverfolgen. Zur allmächtigen Behörde wurde sie erst 1938 nach einer Kampagne von Journalisten, Konsumentenvereinigungen (Brady!) und den linken Beratern der Roosevelt-Administration a la Galbraith. Die kennt heute kein Mensch mehr, deshalb díeser Name.

Robert (Berlin) schrieb 2012:
Ich denke, er wollte wie sein Vorbild Giordano Bruno für seine Überzeugungen sterben. Dass das Gericht ihm nicht folgen würde, war von vornherein klar und damit wollte er als Märtyrer nach seinem Tod erscheinen, was er aber (jedenfalls bis heute) nicht ist.
Ich hätte mir gewünscht, er wäre nicht so ein Fanatiker gewesen und hätte sich vor Gericht klug genug verhalten.
Ellis Island hätte ihm eine Warnung sein müssen, dass die USA nicht der Staat sind, für den ihre Propaganda sich ausgibt.

Darauf Peter:
Nein, das Gegenteil ist der Fall. Reich hat seine grenzenlose Hilflosigkeit überkompensiert zu einer schließlich ausufernden Illusion, daß ihm nichts geschehen könne, da er zu bedeutsam sei.

Wieder Robert:
„grenzenlose Hilflosigkeit“

Damit macht du ihn zu einem Idioten, der für sein Verhalten keine Verantwortung tragen kann. Wenn er nicht durchgeblickt haben soll, heißt es, er war geistig nicht zurechnungsfähig, also indirekt auch die Bestätigung für den Rufmord, er wäre Psychotiker.
Er hatte einen Beraterstab von Ärzten um sich, und da waren auch vernünftige Meinungen gewesen. Reichs Strategie hätte sein müssen, zu retten was zu retten ist, evtl. auszuwandern. Seine naive Dämlichkeit in Bezug auf die USA, die der alten in Bezug auf die UdSSR gleicht, musste in eine Katastrophe münden.

Robert (Berlin) schrieb 2013:
Im Diagramm müsste ganz unten bildlich stehen
Verteidigung versus Anklage führt zu Meinung

Darauf Peter:
In der obigen Gleihung kommt es zur Überlagerung (–> <–), in der unteren nicht (). Im deutschen Gericht wird Arbeit geleistet, aus der ein Produkt hervorgeht, im amerikanischen Gericht findet eine Art „Bürgerkrieg“ statt, aus dem eine Partei als Gewinner hervorgeht.

O.:
Bei der Rechtssprechung gibt es eben viel zu lachen, mit Recht hat es nichts zu tun, dafür aber umso klarer mit gesprochenem Unrecht.

Peter schrieb 2014:
Das angelsächsische Rechtssystem ist eine Schweinerei, das von verbrecherischen Organisationen wie der FDA oder Scientology nach Belieben gebraucht werden kann:

In January 1995, the cult obtained summary judgment for $300,000 in liquidated damages and $334,671.75 in costs. A summary judgment is given without trial. As a general rule, if you can survive the paper mountain tactic and evidence is heard, the cult will lose, such is the horror their own documents arouse. But it is very easy to abuse legal process and keep an opponent locked up in pretrial hearings (‘the law can be used very easily to harass’ as the scripture of Scientology states). None of my own cases was actually heard, save for the first, which allowed the publication of A Piece of Blue Sky. A judge, appointed to review the English legal process, as I was being ploughed under, said ‘The case in English law is that he with the deepest pockets wins.’ Scientology hires the best, and most expensive, lawyers, and if you lose a hearing, you can end up bankrupt. I was charged over £16,000 for a single hearing, through this tactic. By the time I withdrew, in 1996, I was used to spending seven days a week briefing lawyers. Luckily, I was able to escape without signing a gagging order. Tens of other critics have been less fortunate.

http://tonyortega.org/2013/08/10/jon-atack-and-a-special-guest-wrestle-with-gerry-armstrongs-legal-scientology-nightmare/

Ein Amerikaner hat mir mal folgenden Witz erzählt: „Was sind 30 Leichen von Rechtsanwälten am Grunde eines Sees? Ein guter Anfang!“

David:
PN hat gesagt:

Das angelsächsische Rechtssystem ist eine Schweinerei, das von verbrecherischen Organisationen wie der FDA oder Scientology nach Belieben gebraucht werden kann

Und er hat gesagt, dass es gar nicht um die Wahrheit gehe.

Statt dessen gehe es nur darum ohne Rücksicht auf die Wahrheit sich durchzusetzen.

Scheinbar OffTopic ist der folgende Film über das „Wolfskind“ Genie – Kindheit in der Hölle:

… am Ende der Forschungen – so erscheint die Sache mir: Zudrehen des Geldhahns, fragwürdige Beweisführung dass die Forschungen und Experimente dem Kind geschadet hätten; Einweisung der jungen Frau – die bei Auffinden 13, also eigentlich kein Kind mehr sondern schon in der Pubertät war – in das Pflegeheim oder die Wohn-Einrichtung, in der sie immer noch ist.

Am Ende des Films Anwältin der – mit Erfolg klagenden Seite – zu sehen.

Typisch amerikanische, korrupte Murks-Justiz. So sehe ich das.

Peter schrieb 2015:
Hier ein interessanter Artikel über das Unrechtssystem US-Justiz:
http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2015-21/editorial-wahnsinn-regiert-die-weltwoche-ausgabe-212015.html

Peter:
Wchtiger Artikel, um Reichs Frutration mit dem amerikanischen Rechtssystem zu verstehen, das partout nicht an den Hintermännern der FDA-Affäre interessiert war:
http://tonyortega.org/2015/06/27/did-scientology-hire-the-man-sent-to-prison-for-hacking-us-not-his-job-to-find-out-judge-said/
Ortega über den Richter: He wasn’t running a “truth commission,” he said.
DIE WAHRHEIT INTERESSIERT NICHT.

Peter 2016:
Der Rechtsstaat in Deutschland wird zunehmend zu einer Karikatur:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/landgericht-muenchen-i-zeuge-in-handschellen-abgefuehrt-a-1101639.html
Der helle Irrsinn!

Claus 2017:
Welche Rolle spielt die Wahrheit des Sprachlichen in Charakteranalyse und Orgonomie? Klar, Reich entfernte sich vom bloßen Wort und ging dazu über, den Charakter einzubeziehen. Es ist allerdings auffällig, wie wenig Wert Wahrheit in öffentlichen Diskursen zurzeit hat. Migranten werden als Flüchtlinge verkauft, so gut wie unwidersprochen. Alle Medien haben dabei mitgemacht. Wer noch fragt, macht sich zum Affen. Ist Lügen oder wenigstens Täuschen/Verschweigen zum Grundzug des öffentlichen und beruflichen Lebens geworden?

Renate schrieb 2014:
Radionisch gesehen hatte Reich vermutlich folgendes Problem:
Mögliche Prägungen im Familiensystem:
Tuberkulose: Wissen und Macht ergibt EIGENSINN – ICH WILL
Erkennbar an Lunge, Haut und Allergien

Dazu O.:
Radionik ist eine esoterische experimentelle Form energetisch zu wirken und kehrt einen positiven Effekt in einen negativen um, postuliert aber das Gegenteil: angeblich „schützt“ es, „neutralisiert“ schlechte Energien (die es erst potentiert) oder hätte „heilende Wirkung“ – irgendwie auf unerklärliche Weise nach einer Bioresonanz. Radioniker glauben den Gral des Wissens entdeckt zu haben und hätten heilende Macht erhalten. So überzeugt von diesem Unfug ziehen sie wie Rattenfänger durch die Lande und „beraten“ für teuer Geld, welches Tant (nutzloses Giftzeug) man nun einkaufen solle: Einwirbler, Wasserentstörgeräte, Stromentstörer, Wasserorgonisierer und Elektrosmogneutralisier. Mit „Kopierstationen“ werden Wässerchen verteilt in Ampullen oder Energieauflader fürs Trinkwasser in den Raum gestellt.
Radionik sollte Radioaktivik heißen, es produziert ein hochenergetisches DOR Feld und ist dementsprechend total gefährlich. Dies wird von den Verkäufern nicht gespürt, die Freude über das Geld scheint zu groß zu sein. Haut, Mund (Geschmack) und Lunge (Atemwege) reagieren sehr schnell, nicht auszudenken, was passiert, wenn Leute dieses angeblich „gute“ Wasser trinken.
Ich habe bislang keine Methode gefunden, was den Müll neutralisiert.

Renate:
Wie stellst du fest, ob es ein DOR Feld produziert?
Es ist mir sehr wichtig das zu wissen.
Wie ist deine Meinung zur Homöopathie?

O.:
Zunächst spüre ich eine Ladung, erhöhte Ladung im Raum, von der ich zu Anfang nicht genau wusste, ob sie schädlich ist, aber es fühlt sich nicht wie ein ORAC an. Der Raum sollte radionisch entstört (Stromsystem, Steckleiste, Wasserhahn und eine Kegel, um ein Wasserglas z.B. aufzuladen) sein. Letzterer war ein Dauerproblem, der Rest wurde sofort entsorgt (Mülltonne).
Nach 30 Minuten in diesem Raum/ Wohnung ging ich nach Hause und wir hatten alles schon entfernt, weil klar war, dass es schlecht sich anfühlt. Die Instrumente wurden „professionell“ angebracht und hätten ein Vermögen gekostet.
Insbesondere das Wasser im Mund machte ihn taub und wurde sofort ausgespuckt (was schon zu spät war).
Ich nehme so gut wie keine Medikamente, bestenfalls Kräutertees und Aufgüsse, bei Bedarf Homöopathisches, wenn ich weiß es schnell wirkt bei mir. Homöopathie hat nichts mit Radionik zu tun und ich lass mir das vom Arzt „verschreiben“. Mit Heilpraktikern komme ich nicht so gut zurecht, die haben merkwürdige Ansichten und wollen einen lange als Kunden halten, ohne dass etwas (bei mir) erkennbar hilft. Kindern kann es oft gut helfen.
Symptome nach der DOR-Verseuchung mit obigen Raum nach 30 Minuten Aufenthalt. Es fühlt sich nicht gleich wie Oranur an, sondern eher wie eine Überkonzentration von (umgekippten, abgestandenem) Orgon, wie wenn man die falschen Materialien beim ORAC benutzt hat. Im Kegel ist aber von außen kein metallischer Anteil zu sehen.
Erkältungssymptome, Kopfschmerz, Übelkeit – alles nicht übertrieben und Zahnfleischentzündung (schmerzhaft über Tage) ein mattes, energieloses Gefühl; Duschen und etwas Alkohol haben nicht richtig gewirkt, viel Schlaf war wichtig; die Haut war trocken, Hände fühlten sich geschwollen an … das war das, an was ich mich erinnere.
Das Experiment kann ich jederzeit wiederholen (ich verzichte aber gerne darauf und werde radionisch kontaminierte Räume meiden), da ich den Kegel noch nicht entsorgt habe – Jugend forscht eben gerne
Die Geräte basieren auf Paul Schmidt. Seine Pendel und Ruten hatte ich vor vielen Jahren schon probiert und ein Tischentstörer gegen Bildschirmstrahlung hatte keine spürbare Wirkung und entstört auch nicht den DOR-Kegel.

Renate:
Das ist ein Missverständnis, das was du beschreibst hat nichts mit Radionik zu tun, das ist vielleicht Radiästhesie oä. Wenn das die Homepage von dem von dir angesprochenen Paul Schmidt ist
http://www.paul-schmidt-akademie.de/
kann ich deine Reaktion darauf verstehen! Alleine diese Gebäude, omg
Radionik ist eher so wie Homöopathie aber ohne die konkrete Potenzierung von Pflanzen oä.

O.:
Paul Schmidt hat mit Radiästhesie begonnen und heute wird es als Radionik fortgesetzt. Nach dem er völlig überzeugt, das erste verkaufte, wird nun auch das zweite (nach seinem Namen) verkauft unter gleicher Firma Rayonex. Letzteres erinnert an „Informationsmedizin“, die an der „energetischen Medizin“ angekoppelt wurde: Energie und Information mithilfe von sog. „Kopierstationen“ werden „Frequenzen“ oder Schwingungen übertragen, die irgendwie in Resonanz seien.
Das dürfte es doch treffen und wäre somit nahezu dasselbe. […]
Um Wissenschaft und „Medizin“ geht es hier nicht. Den Berufsstand des Heilpraktikers bringt es in Verruf.
Die Gebäude der Akademie sind (mir eigentlich völlig egal) echt wie Walt Disney Land oder illuminatisch (obwohl sie dabei wohl nicht gedacht haben). Die Ausstrahlung dieser Personen ist so sektentypisch, da könnte ich nie eine Ausbildung machen. Eine Kollegin von mir lässt keinen Mist aus und beginnt jetzt auch damit, da kann ich es mir m al anschauen. Es ist so unglaublich wie viel Menschen hiervon sich anziehen lassen. Für mich geht da die Blödheit voll mit in Resonanz. Weiß der Teufel, warum ich mal auch den Kram gekauft habe, obwohl ich es nie benutzt habe, das kann man nur mit Mind Control erklären.
PS: Mag sein, dass ich den Unterschied zur Radionik noch immer nicht begriffen habe. Für mich ist es irgendwelche Information (Schwingung über scheinfunktionsfähige Geräte) auf Quarzsand zu übertragen und das strahlt dann DOR ab, was „Lebensenergie“ oder so genannt wird.
PN: „[…]“ = zensiert aus den üblichen Gründen bei O.

O.:
hier ein paar links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Radi%C3%A4sthesie
„Die behauptete Heilwirkung der Radionik besteht im Wesentlichen darin, Impulse zu erzeugen, die den Selbstheilungsprozess im System des Patienten anregen sollen. Dazu wird der zu Behandelnde schwachen elektromagnetischen Feldern ausgesetzt. Im Erfolgsfall sollen deren Schwingungen im Energiefeld eine Resonanz verursachen, die dazu führten, dass die Störungen verschwinden.
Die Behandlung gliedert sich in eine energetische Analyse und eine anschließende Therapie. Ursprünglich wurden radionische Analysen mit radiästhetischen Werkzeugen wie Pendeln oder Ruten durchgeführt. Die Therapie erfolgte jedoch schon damals über elektronische Apparaturen, die elektromagnetische Schwingungen erzeugen konnten.“
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Radionik
„energetische Analyse“ = Luftblase der Worte.
Demnach geht beides ineinander über, und nachdem schon ersteres Unfug war, ist nicht zu erwarten das zweiteres plötzlich der intelligente Durchbruch sein wird, abgesehen vom Marketing für den radionischen Gerätepark mit den schönen Bildanimationen der Organe.

Robert (Berlin) schrieb 2014:
Welchen Sinn soll es nachträglich machen, Reich als großen Psychologen, der die Justiz reformieren möchte, darzustellen?
Er hat sich dümmlich und vollkommen unrealistisch verhalten, weil er an irgendwelchen aufgesetzten Propagandaquatsch der U.S. Gesetzgebung Glauben wollte – wie vorher an den Kommunismus. Insofern hatte der geborene Amerikaner Baker ganz recht, weil er wußte, wie verlogen die Justiz seines Staates ist und dass man nur mit den Waffen des Systems kämpfen kann.
Reich hatte sich selbst in eine Sackgasse manövriert, weil er ständig seine irrelevanten Theorien über Recht, Wahrheit und Psychiatrie in seinen Prozess einbezog, so dass der Kläger leichtes Spiel hatte. Für die Prozessführung waren seine Theorien hinderlich und sabotierten jeglichen Erfolg. Insofern war es systemimmanent logisch, Reich in eine psychiatrische Gefängnisanstalt einzuweisen.
Es wäre viel klüger gewesen, nach dem Prozess seine Theorien schriftlich auszuarbeiten und sie während des Prozesses peinlichst aus dem streng formalistischen System der Justiz herauszuhalten.
Aber nachher ist man immer klüger!

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Gedanken zu Reichs Orgon- und UFO-Forschung und die Rolle der Spionage

23. März 2017

Behauptung: Die US-Regierung interessierte sich für Reich, weil er ein „Alien Enemy“ war, d.h. jemand, der aus Österreich, Deutschland und der antifaschistischen Emigration kam. Potentiell konnte er sie über seine ehemaligen Genossen informieren. Außerdem war da sein seltsames Treffen mit Einstein. Reich wurde deshalb routinemäßig überwacht. Sie verstanden seine Forschungen nicht und nahmen sie ohnehin nicht ernst. Im Laufe der Zeit behelligte Reich das FBI und die CIA mit gestohlenen „Orgon-Motoren“, später mit privater Atomforschung, privater Wettermanipulation, UFO-Beobachtungen und schließlich sogar mit der Behauptung UFOs Außergefecht gesetzt zu haben. Langsam stieg das Interesse erneut, aber ich glaube nicht, daß sie, nach einer anfänglichen Neugierde, den Orgon-Motor oder das ORANUR-Experiment ernst genommen haben. Siehe z.B. Robert Oppenheimers Brief an Eleanore Roosevelt. Oppenheimer war sicherlich einer der Experten, von denen sich die CIA beraten ließ.

Antwort: Die Frage ist schlicht, ob irgendeine Institution die Entdeckung des Orgons und die UFO-Bedrohung ernstgenommen hat. Da es sich stets zentral um die Frage der Landesverteidigung dreht, ist ein zumindest anfängliches Interesse mehr als wahrscheinlich und zwar sowohl von russischer, als auch von amerikanischer Seite.

Behauptung: Während dieser Zeit interessierten sich die CIA und die US-Air Force für die populäre Vorstellung einer „Invasion aus dem Weltraum durch Außerirdische“. Diese Beamten waren auch nur amerikanische Bürger, die alle Ängste mit der zeitgenössischen Popularkultur teilten. Sie wußten nicht, was sich am amerikanischen Himmel zutrug. Sie konnten mit diesen merkwürdigen Erscheinungen nicht umgehen. Nun gab es diesen verrückten Kerl, Reich, der behauptete, in „Kontakt mit dem Weltraum“ getreten zu sein. Entsprechend waren sie sehr darauf bedacht mit einem von Reichs Mitarbeitern zu sprechen, William Moise. Wir kennen Wertenbakers Kommentare zu Moises Vortrag bei der ATIC (siehe Die kosmische Revolution). Sie hatten zumindest einen neuen Ansatz für das UFO-Rätsel erwartet, aber was der naive Kunstmaler Moise vorgetragen hatte, amüsierte sie nur. Da sie aber nichts zu verlieren hatten, sondern nur zu gewinnen, ermutigten sie Reich, sie weiterhin über seinen „Kontakt mit dem Weltraum“ auf dem Laufenden zu halten. Im Laufe der Zeit hatten sie aber unabhängig davon realisiert, daß es keine Bedrohung aus dem Weltraum gibt, so daß sie schließlich Reich ganz fallenließen. Sie ließen ihn im Gefängnis sterben, nachdem er nicht mehr zu gebrauchen war. In den Jahren zuvor hatten diese verdammten Bastarde ihm signalisiert, sie würden ihn schützen.

Antwort: Das UFO-Phänomen war zweischneidig: einerseits war es eine bequeme Art Geheimexperimente der Regierung mit exotischen (beispielsweise „atomgetriebenen“) Fluggeräten bequem in der ausufernden „UFO-Folklore“ versinken zu lassen, so daß es zu keinen peinlichen Nachfragen kam, doch andererseits machte genau diese „UFO-Folklore“ eine stringente Luftraumüberwachung so gut wie unmöglich, denn schließlich konnten sich ebensogut „die Russen“ hinter „UFOs“ verbergen. Und schließlich konnte niemand ausschließen, daß sich hier tatsächlich „Außerirdisches“ zutrug, wobei wiederum die Beteiligung der Bevölkerung sowohl ein Segen war, als auch ein Fluch, da die ausufernden und phantasievollen Berichte mehr zu verschleiern drohten als etwas offenzulegen. Von daher wäre eine tiefgreifende Ambivalenz Reich gegenüber nur verständlich.

Behauptung: Der Glaube, daß es Aliens gibt, die die Erde angreifen, war eine Mischung aus natürlichen (orgonotischen) Phänomenen, vielleicht künstlichen Phänomenen durch Atomtests, und den sich verbreitenden und ein Eigenleben gewinnenden Memen der Popularkultur. Hinzu kamen Geheimprojekte der Regierung. Seit einigen Jahren wurden auch die US-Air Force und die Geheimdienste durch diese Massenhysterie beeinflußt und sogar in Panik versetzt. Sie kannten Reich, wußten von seiner Forschung auf diesem Gebiet, ermutigten ihn, ließen ihm sogar wissen, daß der Präsident selbst daran interessiert sei (eine Lüge), ließen ihn dann aber im Gefängnis sterben, nachdem sie realisiert hatten, daß an der ganzen UFO-Geschichte nichts dran war. Vielleicht haben sie ihn sogar getötet, weil sie befürchteten, er könnte ihr peinliches Interesse an UFOs und Orgonforschung öffentlich machen, wie er es zuvor in der Einsten-Affäre getan hatte. In späteren Jahren benutzten sie die UFO-Geschichte, um das amerikanische Volk mit Blödsinn zu beschäftigen und einige ihrer Operationen zu decken (beispielsweise das Testen von „Science-Fiction-Fluggeräten“).

Antwort: Derartige Behauptungen machten vor der Massenverbreitung von Handykameras und dem Internet vielleicht noch Sinn, doch mittlerweile wird das Phänomen alltäglich im wahrsten Sinne des Wortes „dingfest“ gemacht. Wobei andererseits natürlich auch zu konstatieren ist, daß es nichts Einfacheres gibt, als auf seinem Computer alles mögliche und unmögliche durch die Atmosphäre fliegen zu lassen…

Behauptung: Sowjetische Spionage war beim Fall Reich nicht beteiligt. Brady und die Nachwirkungen waren nur Rache der amerikanischen Linken an Reich für seinen Verrat, seinem „Trotzkismus“ und „Psychofaschismus“. Natürlich sammelte das KGB alle veröffentlichten Arbeiten über Orgonenergie und schickte es an die entsprechenden wissenschaftlichen Institute, aber das war Routine, und nichts kam dabei heraus. Möglicherweise ein ORAC in Sibirien, einige Bemühungen, den Cloudbuster zu verwenden, Inspiration für „psychotronische“ Forschung und Bemühungen, einen Motor zu bauen, der mit „freier Energie“ funktioniert.

Es gab eine kommunistische Verschwörung, und die Sowjets versuchten, das Orgon zu benutzen. Die USAF und CIA interessierten sich auch für seine Orgonforschung und machten alle Arten von Versprechungen, sie würden ihn schützen. Aber Reich hat die Dinge nicht in ihren richtigen Proportionen gesehen und war zu optimistisch und blauäugig. Beispielsweise als er im Oktober 1933 Trotzki schrieb: „Ich bin noch Mitglied der KPD, stehe jedoch in schwerster Opposition und bin nur deshalb noch nicht ausgeschlossen worden, weil erstens sich kein Kompetenter findet, der meine sexualpolitische Theorie kritisieren kann, und zweitens, weil mein Einfluß zu groß ist.“ Nein, Reich hatte in der Partei keinen Einfluß, und sie scherte sich nicht um seine „sexualpolitischen Theorien“. Auch bei der psychoanalytischen Konferenz 1934 glaubte Reich ernsthaft, daß sein Ausschluß aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung, diese auseinanderreißen würde und die Hälfte der Psychoanalytiker ihm folgen würden. Es ließen sich zahlreiche andere Beispiele anführen.

Die Audiodateien der Jahrestagung der Wilhelm-Reich-Gesellschaft, Berlin vom 1. Juni 2013 zu den ersten Forschungen im Wilhelm-Reich-Nachlaß-Archiv, Boston. Peters Impressionen und Gedanken

2. September 2013

Die Jahrestagung der Wilhelm-Reich-Gesellschaft am 1. Juni 2013 zu den ersten Forschungen im Nachlaß-Archiv ist in 16 Audiodateien im Netz verfügbar. Es liegt nur ein kleiner Filmausschnitt vor, der ausgerechnet die Stelle dokumentiert, an der ich während der Konferenz Erwähnung finde:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=fVMj2-G2Mqw%5D

Im ersten Vortrag ist Thomas Harms zu hören. In den Bildern von der Ersten Orgonomischen Konferenz macht er ein „68er-Feeling“ aus. Er mag den Begriff „Emotionelle Pest“ nicht. Das erläutert er auch nochmals in der Abschlußdiskussion der Konferenz, wo er nahe legt, der Kampf um „die wahre Lehre“ in der Orgonomie wäre etwas durchweg Negatives und Destruktives. Um so besser ist sein Vortrag über das Projekt Kinder der Zukunft. Insbesondere was er über Genitalität in der Kindheit zu sagen hat: ein ausgesprochen wertvoller und hörenswerter Beitrag. Das ist Orgonomie! Gut, Reich hat aber auch gesagt:

Es würde an Wahnsinn grenzen, so große Projekte wie „Die Kinder der Zukunft“ (…) in Angriff zu nehmen, ohne begriffen zu haben, wie es möglich war, daß all dies Elend jahrtausendelang unvermindert, unerkannt und unangefochten bestehen konnte; daß nicht ein einziger der vielen glänzenden Versuche zur Erklärung der Situation und zur Linderung der Leiden Erfolg hatte; daß mit jedem Schritt hin zur Erfüllung des großen Traums das Elend nur schlimmer und tiefer wurde (…). Gegenwärtig ist eine sorgfältige Untersuchung des Christusmordes weit wichtiger als die wunderbarsten Kinder, die wir vielleicht aufziehen könnten. Jede Hoffnung, jemals den Sumpf unserer Erziehungsmisere zu durchdringen, wäre unwiderruflich verloren, wenn dieser neue und so hoffnungsvolle Versuch, Kinder auf bessere Art zu erziehen, sich festfahren und in sein genaues Gegenteil verkehren würde, so wie es allen früheren, hoffnungsvollen Unterfangen des Menschen auch ergangen ist. (Christusmord, Freiburg 1978, S. 40)

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=TDsReuA6Xb0#t=34%5D

Der „Körperpsychotherapeut“ Manfred Tielen erwähnt, daß sich in Reichs Archiv keine Fallgeschichten finden, die die Entwicklung seiner Therapie von der Charakteranalyse über die Vegetotherapie hin zur Orgontherapie detailliert nachvollziehbar machen. Dies unterstreicht m.E. erneut, daß man die Reichsche Therapie ausschließlich von seinen unmittelbaren, von Reich selbst autorisierten Schülern lernen kann. Reich hat einen einzigen Orgontherapeuten diesen Auftrag erteilt: Elsworth F. Baker, der wiederum Charles Konia autorisiert hat.

Nichts gegen den Vortrag von Andreas Peglau über Reich in Berlin, aber – man sollte, so Reichs Meinung, auf einer Konferenz seinen Vortrag niemals vorlesen. Der Vorlesende verkrampft und der Zuhörer mit ihm: denkbar unpassend für eine Konferenz über den Schöpfer der Orgontherapie! Es sind wirklich zwei grundsätzlich verschiedene Medien: das gesprochene und das gelesene Wort! Daß Reich sich 1930 als Abgeordneter für die KPÖ aufstellen ließ, war mir neu. Soweit zu Reichs Behauptung, er sei nie politischer Kommunist gewesen! Ansonsten kann ich zu Peglaus Vortrag nur sagen: LEUTE, KAUFT DAS BUCH!

http://www.amazon.de/Unpolitische-Wissenschaft-Wilhelm-Psychoanalyse-Nationalsozialismus/dp/3837920976/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1378039777&sr=8-1&keywords=peglau

Philip Bennets Vortrag über Reichs politische Zurückhaltung in den USA nach dessen Inhaftierung als „Alien Enemy“ wird von Christian Rudolph übersetzt. Er stockt, bricht in Tränen aus, nachdem er eine entsprechende Stelle aus American Odyssey übersetzt, wo sich Reich bitter über die „Ungerechtigkeit und Gemeinheit“ der USA beschwert. (Auch später wird es während der Konferenz recht tränenreich.) Bennet behauptet, daß die Änderungen in der Massenpsychologie des Faschismus zwischen 1933 und 1946 „im Wesentlichen linguistisch und sehr geringfügig“ seien. Stimmt das? Siehe dazu meine Ausführungen in Marx und die Orgonbiophysik (Teil 1) Und selbst wenn es stimmt, was bleibt dann von Reichs angeblichem politischen Opportunismus?

Wenn Bennet recht hat und Reich einfach Angst vor politischer Verfolgung in den USA hatte, warum dann nur „linguistische und sehr geringfügige“ Veränderungen? Man muß Bennet aber recht geben, daß Reich schlichtweg gelogen hat, wenn er später behauptete, kein Kommunist „im politischen Sinne“ gewesen zu sein. Es ist nur die Frage, ob Reich zwischen 1928 und 1933 „er selbst“ war (und damals innerlich mit sich rang) oder ob er es in den 1950er Jahren war. Bennet legt nahe, daß in Amerika Reich sein „wahres Denken“ kaschierte, um zu überleben. So hätten es ja schließlich viele andere linke Analytiker auch getan! Hmmm…

Bennets gesamte Argumentation (Reichs Verhaftung als „Alien Enemy“ habe diesem einen derartigen Schrecken eingeflößt, daß er sich fortan politisch verstellte) ist schlichtweg nicht tragfähig. Beispielsweise fällt Reichs Auseinandersetzung mit seiner sozialistischen Assistentin Gertrud Gaasland, d.h. sein endgültiger Bruch mit dem Sozialismus, vor seine Verhaftung. Siehe dazu Ilse Ollendorffs Reich-Biographie. Außerdem waren bereits in Norwegen die letzten Nummern der Zeitschrift für Politische Psychologie und Sexualökonomie demonstrativ unpolitisch.

Am Ende seines Vortrags nervt Bennet einfach, wenn er all die sexuelle Repression in den USA beschreibt, was im übrigen nicht zum Thema seines Vortrages paßt. Die Frage ist, was funktionell wichtig ist: die moderne Permissivität der amerikanischen Gesellschaft oder der überkommene Puritanismus.

In der anschließenden Diskussion verweist Bennet auf Reichs Briefwechsel mit Neill, der Reichs Opportunismus belegen würde. Nun, an keiner Stelle hat sich Reich anti-kommunistischer geäußert. Ständig versucht Reich Neill von dessen Marxistischen Flausen abzubringen. Gerade in seinen in den USA nicht veröffentlichten privaten Äußerungen war er ganz so, wie die Orgonomen um Elsworth F. Baker Reich später beschrieben haben. Bennet hält dagegen, daß Reich bis zum Ende eine gesellschaftspolitische „Vision“ hatte. Immerhin räumt Bennet mit der Mär auf, Reich sei im Gefängnis ermordet worden.

Bennet versucht in seinem zweiten Vortrag, das Reichsche Konzept der „Arbeitsdemokratie“ mit Reichs Marxismus zu verknüpfen. Bennet hat entdeckt, daß Reich 1956 in seiner geplanten Zeitschrift CORE Command Bulletin u.a. seine ersten beiden Schriften zur Arbeitsdemokratie veröffentlichen wollte, die er vorher angeblich aus Angst vor den amerikanischen Behörden nicht auf englisch veröffentlicht hatte. Gleichzeitig konstatiert Bennet bei Reich am Ende seines Lebens „paranoide Züge“. Er deutet an, m.E. zu recht, daß Reich vielleicht damals seine politisch inkriminierenden Tagebücher zwischen 1923 und 1933 verbrannt hat.

Peinlicherweise zitiert Bennet, wie Reich in diesem Zusammenhang eine der zehn oder zwölf Sätze von Marx von sich gibt, die immer wieder und wieder und wieder und wieder ad nauseam von Marxisten genannt werden. In diesem Fall ist es: „Ich bin kein Marxist!“ Genauso peinlich ist es, wenn Bennet Reichs Kritik am amerikanischen Liberalismus teilt, etwa was die Äußerungen von Holocaust-Leugnern und Rassisten betrifft. „Haßverbrechen“, – mit deren Verfolgung der Stalinismus in die westliche Welt seinen Einzug hält! Das ganze läuft bei Bennet darauf hinaus, daß er allen Ernstes Reichs Konzept der Arbeitsdemokratie mit der Occupy-Bewegung gleichsetzt. Praktisch in allem ist Bennet das Negativ von Charles Konia. Ich kann den geneigten Leser nur auf Zeugnisse einer Freundschaft verweisen, um zu sehen, wo Reich heute wahrscheinlich stünde und wie genau es mit dessen Antiliberalismus aussieht!

Immerhin können sich Philip und ich auf eines einigen: wir lieben das Mahavishnu Orchestra. Er hat es, wie ich voller Neid von ihm hörte, damals sogar live erlebt:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=rtbvY4aJWps%5D