Archive for the ‘Sozialpsychologie’ Category

Arbeitsdemokratie (Teil 2)

21. April 2018

Übersetzung eines Auszugs aus einem Kommentar des medizinischen Orgonomen David Holbrook, M.D. auf Dr. Konias Blog. Hier abgedruckt mit freundlicher Genehmigung des Autors

Reich zufolge war, statt Fragen der Wirtschaft oder der Klasse, die verkrüppelte Charakterstruktur der Massen und ihre Unfähigkeit, Verantwortung für ihre eigene Freiheit zu übernehmen, das, was die Menschheit daran gehindert hat, eine rationalere Gesellschaftsstruktur zu entwickeln:

Die soziale Gewissensfrage lautet heute nicht mehr in erster Linie: „Bist du reich oder bist du arm?“, sondern: „Bist du und kämpfst du für Sicherung und größtmögliche Freiheit des menschlichen Lebens?“ (Reich, W. 1949/1966 (ursprünglich 1929 verfaßt). Die sexuelle Revolution: Zur charakterlichen Selbststeuerung des Menschen, vierte Auflage. Frankfurt: Fischer TB, S. 13)

Gemeint ist die echte Freiheit der persönlichen und gesellschaftlichen Entwicklung, die Freiheit von Lebensangst, von ökonomischer Unterdrückung welcher Form immer, die Freiheit von reaktionären Hemmungen der Entwicklung, kurz, die freiheitliche Selbstverwaltung des Lebens. Befreien wir uns von allen Illusionen. In der Menschenmasse selbst wirkt eine reaktionäre, mörderische, entwicklungshemmende Macht, die alle Anstrengungen der Freiheitskämpfer immer wieder zuschanden macht. Diese reaktionäre Macht in den Menschenmassen erscheint als allgemeine Angst vor Verantwortung und als Angst vor Freiheit. Dies sind keine moralischen Werturteile. Diese Angst wurzelt tief in der biologischen Konstitution des heutigen Menschen. (Reich, W. (1946). Die Massenpsychologie des Faschismus. Dritte korrigierte und erweiterte Auflage. Frankfurt: Fischer TB, S. 294, Hervorhebungen im Original)

Reich beschrieb sich grundsätzlich als Liberaler, aber er meinte mehr eine Art Psychobiologie als eine politische Ideologie:

(…) es scheint so, daß Entwicklung, Freiheit, Unendlichkeit und Indeterminismus sich zu einer Gruppe von Variationen zusammenschließen, die mit der anderen Reihung, Struktur, Gesetz, Endlichkeit und Determinismus gepaart sind. Noch mal, diese Gruppierung hat überhaupt nichts mit Ideologien zu tun. Ich persönlich würde geneigt sein, der ersten Reihung von Variationen der zweiten vorzuziehen. Der ideologisch konservative Geist hingegen würde den zweiten Satz bevorzugen. (Reich, W. Oktober 1950. Finity and infinity; determinism and freedom, Orgone Energy Bulletin Vol. 2, No. 4, S. 175)

Obwohl er sich vom Konservativen abgrenzte, erkannte er die tragischen Grenzen der liberalen Ideologie:

In den ethischen und sozialen Idealen des Liberalismus erkennen wir die Vertretung der Züge der oberflächlichen, auf Selbstbeherrschung und Toleranz bedachten Charakterschichte. Dieser Liberalismus betont seine Ethik zum Zwecke der Niederhaltung des „Untiers im Menschen“, unserer zweiten Schichte der „sekundären Triebe“, des Freudschen „Unbewußten“. Die natürliche Sozialität der tiefsten, dritten Schicht, der Kernschichte, ist dem Liberalen fremd. Er bedauert und bekämpft die menschliche Charakterperversion mittels ethischer Normen, aber die sozialen Katastrophen des XX. Jahrhunderts lehrten, daß er damit nicht weit kam. (Reich, W. (1946). Die Massenpsychologie des Faschismus, S. 12)

Der Freiheitskrämer [d.h. der Pseudo-Liberale] macht aus der Wahrheit einen Köder, um die Menschen in eine Falle zu locken. Wahrheit ist für ihn ein „Ideal“ und nicht die Art und Weise, in der alle Angelegenheiten erledigt werden. Ist er rechthaberisch, so glaubt er, daß er die Wahrheit verteidigt. Der Konservative, der aus der instinktiven Kenntnis der großen Schwierigkeiten, die mit dem Streben nach Wahrheit verbunden sind, den STATUS QUO im gesellschaftlichen Leben verteidigt, ist weit ehrlicher. Er hat wenigstens eine Chance, anständig zu bleiben. DER FREIHEITSKRÄMER DAGEGEN MUSS SEINE SEELE DEM TEUFEL VERKAUFEN, WENN ER VORANKOMMEN WILL. (Reich 1953, Christusmord, Freiburg: Walter-Verlag, S. 307; Hervorhebungen und der eingeklammerte Text von Dr. Holbrook)

Die Wahrheit ist, daß Reich keine politische Lösung für die sozialen Probleme der Menschheit angestrebt hat:

Die politikante Form der Regierung über Völker muß durch die naturwissenschaftliche Lenkung sozialer Prozesse abgelöst werden. (Die sexuelle Revolution, S. 16)

Reichs Ansicht war, daß die Menschen nicht in der Lage sein werden, eine gesunde Gesellschaft zu bilden oder eine gesunde Form gesellschaftspolitischen Funktionierens zu bilden, bis nicht die Menschenmassen ausreichend frei von Panzerung sind, um zur genitalen Liebe fähig zu sein: Genitalität.

Der Kern der praktisch-politischen Psychologie ist die Sexualpolitik; denn der Kern des seelischen Funktionierens ist die sexuelle Funktion. (ebd., S. 19)

(…) die seelische Struktur (ist) in ihrem Kern Sexualstruktur und der Kulturprozeß (ist) im wesentlichen sexueller Bedürfnisprozeß (…) (ebd., S. 20)

Ich denke, diese Passagen machen ziemlich deutlich, was Reich hinsichtlich der Lösung des menschlichen Elends nicht glaubte. Die Frage bleibt: Wie würde eine echte „Arbeitsdemokratie“ aussehen? Wie würden sich die „Arbeitsbeziehungen“ in einer solchen Gesellschaft in Bezug auf die Wirtschaftsstruktur praktisch gestalten? Sicherlich müßte die Gesellschaft eine Wirtschaftsstruktur haben, auch wenn es sich um eine genitale Gesellschaft handelt.

Es scheint mir, daß Reichs Sprache und Denken eine Art von Wirtschaftssystem nahelegen, das den einzelnen Bürger dazu verpflichten und befähigen würde, Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen und gleichzeitig für Freiheit der Bewegung und die Funktionsfähigkeit zu sorgen. Es scheint mir, daß eine klassische liberale (nicht moderne, pseudo-liberale) Form des demokratischen Kapitalismus den Menschen die größten Möglichkeiten bietet, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen und die Freiheit zu haben, ihre biologische Energie auf gesunde Weise auszudrücken.

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Arbeitsdemokratie (Teil 1)

20. April 2018

Übersetzung eines Auszugs aus einem Kommentar des medizinischen Orgonomen David Holbrook, M.D. auf Dr. Konias Blog. Hier abgedruckt mit freundlicher Genehmigung des Autors

Reich definierte Arbeitsdemokratie wie folgt:

Arbeitsdemokratie wird als natürliche und wirklich rationale Arbeitsbeziehung definiert, wie sie unter Menschen funktioniert. Das Konzept der Arbeitsdemokratie stellt die Realität (nicht die Ideologie) dieser Arbeitsbeziehungen dar, die, obwohl sie allgemein durch die bestehende Panzerung und irrationale Ideologien entstellt sind, trotz allem die Grundlage aller gesellschaftlichen Leistung bilden. (Reich, W. 1931/1951. Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral. Köln: KiWi, Fußnote [1951], S. 93, Hervorhebung im Original)

Reich spricht also von den „Arbeitsbeziehungen zwischen Menschen“, aber er faßt diese Arbeitsbeziehungen weder in ökonomischen noch politischen Begriffen. Er unterscheidet „soziale“ Vorgänge von „politischen“:

Ich glaubte niemals, daß Sozialisten und Kommunisten wirklich emotionelle Probleme des Menschen lösen könnten. (…) Ich war mir ihrer trockenen ökonomistischen Orientierung wohl bewußt (…) Zwar konnte mich die Politik nie betrügen, aber es dauerte lange, bis ich „soziale“ von „politischen“ Prozessen unterscheiden konnte. Ich hatte eine hohe Meinung von Karl Marx als einem Wirtschaftstheoretiker des 19. Jahrhunderts. Heute jedoch betrachte ich seine Theorie als weit überholt durch die Entdeckung der kosmischen Lebensenergie. Ich glaube, daß von der Marxschen Theorie nur der lebendige Charakter der menschlichen Produktivkraft bestehenbleiben wird. Dies ist ein Aspekt seiner Arbeit, der völlig vernachlässigt (…) wurde (…). (Reich, W. 1953/1995. Menschen im Staat. Frankfurt: Stroemfeld, S. 20)

Er glaubte nicht, daß die Lösung des soziologischen Kernproblems des Menschen in der Ökonomie zu finden sei und [beispielsweise] etwas mit „Steuersenkungen für die Reichen“ zu tun hätte oder etwas, das durch ein System der „Meritokratie“ zu lösen wäre, in der Reichtum beim Tod einer Person konfisziert und neu verteilt würde:

Als ich im Banne der großen sozialistischen Bewegung stand und jahrelang mitten in den unteren Volksschichten als Arzt arbeitete, fiel ich dem groben Irrtum zum Opfer, daß der „Kapitalist am Elend schuld“ wäre. Es bedurfte der grausamen Erfahrung der Entartung der russischen Revolution, um mich von diesem Irrtum zu befreien. Sie hatten die Kapitalisten gemordet, und das Elend wurde größer und umfassender; das Lügen, die Diplomatie, das Politikantentum, die Spionage und Angeberei, die auszurotten sie ausgezogen waren, waren mächtiger denn je. (Reich, W. 1949. Äther, Gott und Teufel. Frankfurt: Nexus, S. 48f)

Die europäische Freiheitsbewegung (…) zwischen 1918 und 1935 (…) war im Irrglauben befangen, daß sich die autoritäre Gesinnung mit dem Lebensprozeß der „Bourgeoisie“ und daß sich freiheitliche Gesinnung mit dem Lebensprozeß des „Proletariats“ deckten. (…) Autoritäre und freiheitliche Gesinnung haben nichts mit den scharfen ökonomischen Klassengrenzen zu tun. Die Ideologie einer sozialen Schicht ist keine unmittelbare Spiegelung ihrer wirtschaftlichen Lage. Den emotionellen, mystischen Erregungen der Menschenmassen muß eine zumindest gleich große, wenn nicht weit größere Bedeutung im sozialen Getriebe zugeschrieben werden als den rein ökonomischen Interessen. Die Praxis autoritären Zwanges geht ebenso kreuz und quer durch alle Schichten der Gesellschaft aller Nationen, wie freiheitliches Denken und Handeln. Es gibt keine charakterlich-strukturellen Klassengrenzen (…) (Reich, W. 1949/1966 (ursprünglich 1929 verfaßt). Die sexuelle Revolution: Zur charakterlichen Selbststeuerung des Menschen, vierte Auflage. Frankfurt: Fischer TB. Vorwort zur dritten Auflage (1944), S. 12, Hervorhebungen im Original)

(…) die Ideologie [kann] nicht mehr als eine bloße Spiegelung wirtschaftlicher Verhältnisse betrachtet werden. Sobald eine Ideologie die Struktur der Menschen erfaßt und geformt hat, ist sie zu einer materiellen, sozialen Kraft geworden. Es gibt keinen sozial-ökonomischen Prozeß von historischer Bedeutung, der nicht in der seelischen Struktur der Masse verankert und in Form des Verhaltens dieser Masse tätig wäre. Es gibt keine „Entwicklung der Produktionskräfte an sich“, sondern nur eine Entwicklung oder Bremsung der menschlichen Struktur, ihres Fühlens und Denkens auf der Grundlage wirtschaftlicher und sozialer Prozesse. Der Wirtschaftsprozeß, d.h. die Entwicklung der Maschinen, ist mit dem seelischen Strukturprozeß der Menschen, die ihn schaffen, antreiben, hemmen und von ihm beeinflußt werden, funktionell identisch. Wirtschaft ohne menschliche, tätige Triebstruktur ist undenkbar, ebenso umgekehrt menschliches Fühlen, Denken und Handeln ohne wirtschaftliche Grundlage und Folge. (ebd., S. 20, Hervorhebungen im Original)

Die Linke und die Psyche

19. April 2018

Von Rechtswegen sind Linke Materialisten, „Dialektische Materialisten“, die nichts mit Psychologie am Hute haben. Reich mußte sich in den 1920er und 1930er Jahren zur Genüge mit diesem „Vulgärmarxismus“ herumschlagen. Dieser extreme Materialismus ist die Ideologie der Roten Faschisten, der Trotzkisten, Stalinisten, Maoisten, DKPler und andere derartige Sektierer am äußersten linken Rand. Man muß mit eigenen Augen gesehen haben, wie sich solche Kommunisten auf Operationstischen buchstäblich ausschlachten lassen, weil sie partout keine „psychosomatischen“ Krankheiten anerkennen wollen!

Die breite Masse der Linken ist vollkommen anders: „Psychosomatik“ ist ihr Lebenselixier, sie lieben Freud, sind ständig am psychologisieren, gehen ganz in der „Kultur“ auf und ihr vermeintlicher „Marxismus“ ist kaum mehr als verweltlichtes „Christentum“, d.h. alles dreht sich um Moral, den Kampf gegen Ungerechtigkeit und die Sünde an den Armen und Geknechteten. Alles dreht sich ums Bewußtsein. Es durchzieht wirklich die gesamte Existenz dieser Klientel: Bewußtmachen des Unbewußten im Sinne der Psychoanalyse, die Pornographisierung des Alltags, die spezifisch „buddhistische“ Spiritualität („Achtsamkeit“), der Wahn alles regulieren und bestimmen zu können, etc.

Warum die, für einen Linken auf den ersten Blick so unnatürliche, Faszination mit dem so „unmaterialistischen“ Bewußtsein? Bewußtsein steht für das einheitliche, koordinierte Funktionieren des Organismus als Ganzheit. Aber gleichzeitig (Vorsicht: Dialektik!) unterbindet das Bewußtsein das einheitliche Funktionieren. Und genau das ist der Hauptmechanismus der linken Charakterstruktur: das, was Reich als „intellektuelle Abwehr“ bezeichnet hat. Der Intellekt dient der Abwehr bioenergetischer Strebungen, was mit einer Verlagerung der organismischen Orgonenergie vom Becken ins Gehirn einhergeht. Während der Konservative im Solar plexus zentriert ist (vegetatives Nervensystem), geht der Linke ganz im Zentralen Nervensystem („energetisches Orgonom“) auf: er ist sein Gehirn. Ein Gehirn, das alles analysiert und in seine Einzelteile „zersetzt“ – entsprechend dem Materialismus. Je weiter die Abwehr sich steigert, d.h. je neurotischer der Linke wird, desto offen materialistisch wird er, bis das anfangs beschrieben Syndrom in reiner Form vorliegt, der beinharte, knochentrockene Kommunist.

Die Selbstsucht des Liberalen

15. April 2018

Der Konservative lebt (wenn auch mystisch verzerrt) aus seinem biologischen Kern heraus, der Liberale („Linke“) ist von diesem Kern getrennt und lebt ganz in der sozialen Fassade. Diese Trennung vom biologischen Kern geht einher mit einer Trennung von den Mitmenschen (Selbstsucht) und vom Kosmos („Atheismus“).

Beim Linken dreht sich alles um ihn selbst. Alles dreht sich um das ach so kostbare Ego. Für die Nation, die Familie, den religiösen Glauben, für Traditionen, etc. empfindet er nur Verachtung. Für Mutti war er ein Gott, entsprechend tritt er für den Sozialismus ein, der ihn vor aller Konkurrenz schützt. Wenn er sich opfert, dann nie für andere, sondern aus Protest, weil es nicht nach seinem Willen geht, oder um hinter seine hohlen „Ideale“ ein Ausrufungszeichen zu setzen. Man denke nur an die Selbstmorde der RAF-Mitglieder in Stammheim.

Der Konservative nimmt sich nicht so wichtig. Instinktive weiß er, daß er Teil einer Kette ist, die von der Vergangenheit in die Zukunft reicht, ein winziger Teil eines Ganzen, das für ihn auf ewig unüberschaubar bleibt. Deshalb glaubt er nicht an gesellschaftliche und ökonomische „Eingriffe“. Gleichzeitig ist sein Selbstgefühl und sein Selbstbewußtsein nicht so prekär wie das des Linken, denn der Konservative weiß, wo er steht, kennt seine Identität und kann sich wenn nötig durchsetzen. Sein „Ich“ hat sozusagen Substanz, so daß er sich niemals für eine bloße Idee wie den „Weltfrieden“ opfern würde, sondern allenfalls, wie im Tierreich üblich, für seine Gene. Der Linke haßt Kinder, ermordet sie („Schwangerschaftsunterbrechung“) auf dem Altar seiner „Selbstverwirklichung“ und zerstört die Zukunft der weniger Überlebenden. Für Reichs Konzept „Kinder der Zukunft“ hat er von jeher nur Verachtung übrig.

Es stimmt zwar, daß im Realsozialismus das Wort „Ich“ tabu war und bei den heutigen Linken das „Wir“ im Mittelpunkt steht, aber das ist alles hohl. Der Staat tat alles, um die Menschen zu einer homogenen Masse von lauter Einzelnen ohne Vergangenheit und ohne Verortung zu machen, die sich nicht autonom organisieren können. „Fraktionsbildung“ war die große Sünde. Und das rot-grüne „Wir“ gilt immer nur einer rein abstrakten Menschheit. Kaum sagt jemand auf eine inhaltlich substantielle Weise „wir“ (etwa „wir Deutschen“), wird er niedergeknüppelt. Auch im täglichen Umgang wird man kaum kältere und rücksichtslosere, ja gemeinere Menschen finden als Linke. Dieses Gesocks hat kein Vaterland, keine Vergangenheit und – keine Zukunft!

Der genitale Charakter und die genitale Welt

13. April 2018

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Paul Mathews: Der genitale Charakter und die genitale Welt

acologo

ZUKUNFTSKINDER: 6. Das sexuelle Elend der Jugend, f. Die sexuelle Revolution

12. April 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

6. Das sexuelle Elend der Jugend, f. Die sexuelle Revolution

Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters (Teil 6)*

8. April 2018

von Paul Mathews

In diesem Sinne ist der Liberale verstohlener als der Rote Faschist, denn er kann seine schmutzige Arbeit verrichten, ohne von ihr zu wissen und sogar während er sich ihr zu widersetzen scheint. Auf diese Weise erlaubt er sich ein williges Werkzeug des Roten Faschisten zu sein. Seine Wahnideen sind Produkt seiner Kontaktlosigkeit und des charakteristischen Augenblocks, den Reich, Baker11 und andere beschrieben haben. So kann er aufrichtig gottesfürchtig, rechtschaffen und moralistisch sein, während er mittels seiner „Toleranz“ und Wortverdrehungen zu den menschlichen Katastrophen beiträgt, gegen die er vorgibt vorzugehen.

Er kann zum Beispiel empört sein über die Zivilopfer, die durch das amerikanische Vorgehen gegen einen fanatischen und skrupellosen Feind12 verursacht werden und zur gleichen Zeit blind sein gegenüber den vorsätzlichen Gräueltaten oder sie rechtfertigen, die dieser Feind verübt hat, um durch Terror Unterwerfung zu erzwingen. Dies enthüllt seine Heuchelei und falsche Humanität. In Wirklichkeit geißelt er sein Land dafür, dass es versucht, die Ausbreitung der emotionalen Pest (via kommunistischer Aggression) zu stoppen, und er stimmt, auch wenn nur durch seine Versäumnisse, den Übeln zu, die von den roten Aggressoren auf ihrem Weg zur Welteroberung begangen werden. Er wird eine Intervention in der Dominikanischen Republik, in Kuba oder Korea aus Gründen der „Souveränität“ verurteilen, während er eine Intervention in Angola, Rhodesien, Südafrika und sogar in Indonesien und im Nahen Osten billigt oder verschweigt.o Es gibt zwei Dinge, die sein Augenblock vernebelt: den Unterschied zwischen einem todbringenden, endemischen Befall und einer lokalen, sich selbst begrenzenden Infektion, und seinen eigenen Doppelstandard zugunsten der Pest des Roten Faschismus. Er versäumt es, den Roten Faschisten als den gefährlichsten Träger der heutigen emotionalen Pest zu erkennen – die größte Bedrohung für die menschliche Freiheit, die Selbstregulierung und die natürliche bioenergetische Bewegung.

Ist eine solche Haltung lediglich Blindheit oder ist sie Aufwiegelung? Reich erklärte (4)p:

Die Menschen tragen ihren Hass nicht offen zur Schau. Sie verheimlichen ihn und leben ihn auf meisterhafte Weise im Verborgenen. Der Hass kommt so perfekt bemäntelt daher, als Hass auf den ewigen Feind, den Imperator, den Übeltäter von außen, dass keine vertrauensvolle und liebende Seele ihn im Traum im Innern eines rechtschaffenen Menschen selbst vermuten würde. Und doch ist es so: Die klammernde Liebe einer Mutter zu ihrem Kind ist in Wahrheit Hass; die unverbrüchliche Treue einer Ehefrau ist in Wahrheit Hass. . . .
Die Abhängigkeit eines Mannes als Versorger seiner Familie ist in Wahrheit Hass. . . .

All das ist so unglaublich, dass wir es weder begreifen noch damit umgehen können. Aber es ist wahr. . . . die Quintessenz der allgemeinen Flucht vor allen Wahrheiten. . . . Bevor wir die Wahrheit greifen können, müssen wir erst diese große Lüge entlarven. Und die Entlarvung dieser großen Lüge stürzt alle Beteiligten ins Unglück.

Der Liberale ist nicht in der Lage, mit diesem Hass13 in Kontakt zu treten, da er ihn in der oberflächlichen Schicht seiner Struktur abwehrt; aber je mehr er ihn abwehrt, desto drängender sind seine Forderungen nach Ausdruck in Ersatzformen und die Notwendigkeit der Rationalisierung. Demgemäß werden der Liberale und seinesgleichen zu den „Freiheitsscharlatanen“, die, wie Reich sagt (4), „Unterstützung erfahren (…) durch Intelligenzmaschinen, die keine andere Funktion haben als die, den abgestorbenen Zustand ihrer Genitalien zu erhaltenq“. Es ist diese verzweifelte Reaktion gegen seinen Hass, die den Liberalen in den pestkranken Kreuzritter verwandelt, der schließlich seinen Hass im Zusammenbruch der Menschheit befriedigt, der mit seiner Hilfe herbeigeführt wird. Masochistische Duldung des Pestverhaltens ist selbst ein Aspekt der Pest. Der Liberale duldet nicht nur, sondern unterstützt es aktiv durch die entstellten Programme sozialen Aktivismus, die leicht zugunsten von Modju kanalisiert werden können.

Wir wissen, dass die letztendlichen Lösungen für die Menschheit, wie Reich betont hat, aus der Arbeit an Säuglingen und Kindern kommen müssen; nicht von der „Politik“. Dennoch glauben wir, dass wir in diesem Zeitalter des nuklearen Alptraums alles in unserer Macht Stehende tun müssen, um sicherzustellen, dass die Welt lange genug besteht, um die Möglichkeit eines solchen Jahrtausends zu testen – wie auch immer die statistischen Chancen gegen uns stehen mögen. Daher müssen wir vorbereitet sein, die Pest in jeder ihrer Erscheinungen und Ausprägungen zu erkennen, denn „Die Waffe der Wahrheit erfordert, dass Fragen gestellt werden ohne Rücksicht darauf, ob sie gefallen oder nicht und zu welchen Antworten sie führen“ (4)r.

 

11 Siehe im speziellen „okulare Charaktertypen“ (1, S. 138ff).

12 Es ist interessant festzustellen, dass bei den amerikanischen Aktionen gegen die Zivilbevölkerung in den Achsenländern während des Zweiten Weltkrieges kein so großes Interesse geäußert wurde und dass selbst Hiroshima und Nagasaki erst dann zu causes célèbres wurden, als der kommunistische Propagandaapparat das Stichwort ausgab.

13 Ein Artikel in der New York Times vom 3. September 1967, (S. 40), berichtet, dass die meisten Morde in Familien und unter Freunden begangen werden; normalerweise von „netten“, „überkontrollierten“ Leuten. „Misshandelnde Eltern haben 1962 mehr Kinder getötet als zusammen an Leukämie, Mukoviszidose und Muskeldystrophie gestorben sind.“

 

Anmerkungen der Übersetzer:

o Mathews bezieht sich hier auf „Volksbefreiungsbewegungen“, die in den 1960er Jahren beispielsweise in Angola von der Sowjetunion ins Leben gerufen und unterstützt wurden und etwa auf Kuba von den USA bekämpft wurden. Nur das letztere sind für den modernen Liberalen „Interventionen“, die das Prinzip der staatlichen Souveränität untergraben. PN

p Christusmord, Zweitausendeins, S. 125

q Christusmord, Zweitausendeins, S. 359

r Christusmord, Zweitausendeins, S. 338

 

4. Reich, W.: The Murder of Christ. Rangeley, Me.: Orgone Institute Press, 1953

Blogeinträge August 2012

6. April 2018

Im NACHRICHTENBRIEF wird gegenwärtig Paul Mathews‘ Artikel „Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters“ aus dem Jahre 1967 veröffentlicht. Hier wie sich die orgonomische Soziologie ein halbes Jahrhundert später darstellt:

Blogeinträge August 2012

  • Die Emotionelle Pest gedeiht im Sozialismus
  • Das System der gegenseitigen Kontrolle in der amerikanischen Regierung ist gescheitert
  • Die Gefahren im Kapitalismus
  • Wie Linke und Rechte die Amerikaner betrachten
  • In der Politik ist die Linke im Vorteil
  • Der freie Markt ist nicht das Problem
  • Kennzeichen eines linken Ideologen

Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters (Teil 5)*

5. April 2018

von Paul Mathews

Durch dieses Verhalten zeigt der moderne Liberale, dass er nicht wirklich „liberal“ ist, sondern tatsächlich ein pestkranker Charakter mit einer langen Geschichte der Unterstützung für die subversivsten zerstörerischen Kräfte in der Gesellschaft – und alles im Namen der Humanität!

Der ehemalige polnische kommunistische Funktionär Wladyslaw Tykocinskin deckte bei der Diskussion der Strategie der kommunistischen Geheimdienste im Westen auf:9

Ihr sucht im Inland immer nach Kommunisten. Aber sie – die echten Kommunisten des Geheimdienstes – wollen keine Kommunisten. Sie wollen Bürger mit Geld und Einfluss. . . . Sie umschmeicheln die Intellektuellen und die nicht-kommunistischen Linken und lassen sie die Arbeit machen. Sie wollen sie nicht als Mitglieder der Kommunistischen Partei, sondern als Strohmänner, die Zugang zur Gesellschaft haben. . . . Um der Welt zu beweisen, dass du die Welt rettest und dass du die Welle der Zukunft bist, brauchst du respektable Menschen – keine Arbeiter, sondern Studenten, Lehrer, Kirchenmänner, Professoren und Ärzte.

Wenn wir die Liberalen dafür verurteilen, dass sie sich Modju zur Verfügung gestellt haben – berufen wir uns bloß auf das Prinzip „schuldig, weil gedanklich eine Verbindung hergestellt werden kann“? Nicht ganz, denn funktionell gesehen, ist die Wahl derer, zu denen du dich gesellst, Produkt deiner Charakterstruktur und eine Projektion deiner Identifikationen. Der wichtigste Punkt ist, dass der moderne Liberale ein Pestcharakter ist, der Modju genausoviel benutzt, wie Modju ihn benutzt – wie ein Paar in einer sado-masochistischen Beziehung. Er braucht Modju, um seine neurotische Abwehr intakt zu halten; er kann unverfälschte Aggression, er kann das Leben nicht ertragen. So versteckt er sich hinter Modju, der ihn benutzt, und plädiert, wenn nötig, auf unschuldig: „Du siehst, ich bin nicht des Verrats schuldig. Ich wurde von Modju reingelegt.“ (Fassade, oberflächliche Schicht.)

Modju dagegen funktioniert im Wesentlichen von der sekundären Schicht aus, mit einem Lippenbekenntnis, andere gegen diese Schicht zu verteidigen.10 Paradoxerweise ist er sowohl offener, bzw. direkter, als auch subversiver als der Liberale. Der Liberale ist in seinen Übertretungen weniger offensichtlich und macht sich sogar selbst vor, dass er ein „herzensguter“ und „fairer“ Kerl sei, ohne zu wissen, dass es „Herzensgüte“ und „Fairness“ im Dienste von Niedertracht und Ungerechtigkeit ist, um Reich zu paraphrasieren (5).

 

9 New York Times, 8. März 1967.

10 Siehe das Schema der sozio-politischen Charaktertypen (1, S. 126).

 

Anmerkungen der Übersetzer:

n Leiter der polnischen Militärmission in West-Berlin (1957-1965), lief am 16. Mai 1965 zu den Amerikanern über.

 

1. Baker, E.F.: Man in the Trap. New York: Macmillan Co., 1967

5. Reich, W.: „Truth Versus Modju“, Orgone Energy Bulletin, 1, Nr. 3

Die Antifa, Hollywood, die Polizei und die soziopolitische Charakterologie

2. April 2018

Der Aufkleber unten sagt so gut wie alles über unsere rotverschobene Gesellschaft. Es handelt sich um eine Szene aus dem Hollywoodfilm Terminator, wo einer der bösen Roboter in Gestalt eines Polizisten den anarchistischen Helden jagt. „Vertraue niemals einem Polizisten.“

Unsere gesamte Gesellschaft (Schule, Universitäten, Medien) ist ein einziger antiautoritärer Alptraum. Er beruht auf einer charakterologischen Verschiebung vom Konservativen zum Liberalen, d.h. von der muskulären Abwehr zur intellektuellen Abwehr. Das geht einher mit Verachtung für und Haß auf die Polizei und das Militär. Beide Professionen beruhen auf der Anwendung bzw. Androhung von unmittelbarer körperlicher Gewalt und beide tun dies im Auftrag von denen „da oben“, letztendlich sind sie Vertreter des verhaßten Vaters.

Diese Charakterdynamik, die das eigentliche Substrat des „Linksseins“ ist, durchzieht sämtliche Gesellschaftsschichten und setzt sämtliche materiellen Interessen außer Kraft. Tatsächlich tut sich eine auffallende Schere auf, zwischen den Klasseninteressen der Unterschicht und deren größeren Hang zur muskulären Abwehr („rechts“, konservative Charakterstruktur) bzw. der Oberschicht und deren größeren Hang zur intellektuellen Abwehr („links“, liberale Charakterstruktur).

Das Photo unten und seine Beschriftung sagt dermaßen viel über den soziopolitisch-charakterologischen Gegensatz aus! Beispielsweise hat der Konservative noch einen gewissen, wenn auch mystisch verzerrten Kontakt zum bioenergetischen Kern (Identifizierung mit dem Vater und der Tradition) und kann deshalb annähernd zwischen primären und sekundären Trieben unterscheiden. Entsprechend ist in seinem Weltbild die bewaffnete Macht dafür da „to protect und to serve“ (zu schützen und zu dienen). Es geht darum, die primären Triebe vor den sekundären Trieben zu schützen und dem Lebendigen zu dienen. Das anarchistische Ungeziefer, das mit Aufklebern wie dem unten unsere Städte verschandelt, empfindet vollkommen anders. Der Linke wendet sich radikal vom Vater und der Tradition ab, verliert damit jedweden Kontakt zum bioenergetischen Kern und hat deshalb keinerlei Empfinden für den Unterschied zwischen primären und sekundären Trieben. In seinen Augen sind die „Bullenschweine“ PER SE unterdrückerisch und „triebfeindlich“. Der Linke identifiziert sich mit den Kriminellen und damit mit den sekundären Trieben. Er identifiziert sich mit der Emotionellen Pest. Er ist der Abschaum dieses Planeten.