Archive for the ‘Psychologie’ Category

Die depressiven KINDER DER ZUKUNFT

24. Februar 2018

Auf der Heimatseite der Jungen Freiheit ist ein interessanter Artikel über die auffällige Depressivität der heutigen Studentengeneration erschienen. Die Erklärungsversuche bewegen sich im üblichen Freudistischen (gegen das Ich gekehrte Aggression) und Marxistischen (Entfremdung in der neoliberalen Welt) Erklärungsansätzen. Im Prinzip immer noch der gleiche Murx, mit dem Reich in den 1920er und 1930er Jahren konfrontiert war! Was wäre dann eine „Reichistische“ (bioenergetische) Erklärung dieses Phänomens?

Zunächst einmal: Was sollen eigentlich die Generationen des 30jährigen Krieges der Neuzeit (Erster und Zweiter Weltkrieg) und des Wiederaufbaus eines in jeder denkbaren Hinsicht hoffnungslos zerstörten Landes sagen?! „Überforderung“, „Leistungsdruck“, „Zukunftsangst“, „Existenzangst“? DASS ICH NICHT LACHE! Den wahren Grund des modernen Jammerns findet sich in einem Faktor, den niemand berücksichtigt, obwohl er jedem ins Auge springen sollte: die antiautoritäre Gesellschaft.

Was die Kindererziehung betrifft geht sie mit zweierlei her: 1.) eine Entfremdung zwischen Kind und Eltern, die, frei nach Fritz Perls, sich selbst entfalten wollen; und 2.) auf dem Insistieren, daß sich ihrerseits die Kinder frei entfalten sollen: frei von allen Gefahren und Herausforderungen. Ergebnis sind überängstliche und gleichzeitig arrogant altkluge Jugendliche, denen es an Urvertrauen („Substanz“) mangelt und die nie dem rauhen Wind der Wirklichkeit ausgesetzt waren, der ihre hehren Vorstellungen und Illusionen sofort zerfetzen würde. Kontaktlose Kreaturen, die in einer kontaktlosen Welt aufgewachsen sind. Kein Wunder, daß sie mit dem Beginn des Erwachsenseins deprimäßig abkacken!

Würde man uns Ältere in der abgelegensten Wildnis Sibiriens aussetzen: Nichts kann das Urvertrauen erschüttern, das uns unsere Mütter mit auf dem Weg gegeben haben. Den Widerstand eines kalten und vollkommen gleichgültigen Universums gewöhnt, würden wir Verantwortung übernehmen und uns zunächst einen Unterstand für die Nacht herrichten und überlegen, wie wir an Wasser, Nahrung und Feuer kommen können. Die heutigen Memmen würden – um Hilfe rufen und hemmungslos flennen, bis irgendein Wolfsrudel oder ein hungriger Bär sie aus ihrer Agonie befreit.

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Peter liest Peter Gays Freud-Biographie

13. Februar 2018

Freud warf Jung vor, die Libido zu einer „universalen Energie“ zu verwässern. Adler habe die Libido durch eine „universale aggressive Kraft“ („Wille zur Macht“) ersetzt. Freud beharrte auf seinem explizit dualistischen Ansatz, da die „psychologische Aktivität im wesentlichen von Konflikten geprägt sei“ (Peter Gay: Freud, Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 2006, S. 447). „Seine Schriften sind voll von Gegenüberstellungen wie aktiv und passiv, männlich und weiblich, Liebe und Hunger und (…) Leben und Tod“ (S. 447).

Gay erwähnt Stefan Zweig: „Zweig mit seiner Begabung für die Übertreibung und die auffälligen Antithesen hat eine Strähne, eine sehr bunte Strähne, aus einem wirren Gewebe von Druck und Gegendruck herausgegriffen“ (S. 574). Das ist genau jene Fruchtbarmachung von Antithesen, die Reich in der Charakteranalyse vorexerzierte, zu der Freud aber weitgehend unfähig war.

Am nächsten kommt Freud dem „Universalen“ vielleicht mit seinem Konzept des Es, das er bei Groddeck entlehnt hatte. Groddeck über Das Ich und das Es: „Dabei hat (Freuds) Es nur bedingten Wert für die Neurosen. Er macht den Schritt in das Organische nur heimlich, mit Hilfe eines von Stekel und Spielrein genommenen Todes- oder Destruktionstriebes. Das Aufbauende meines Es läßt er beiseite, vermutlich um es das nächstemal einzuschmuggeln“ (z.n. Gay, S. 461). Freuds „Es“ bringt, so Freud am Ende von Das Ich und das Es „keinen einheitlichen Willen zustande“, weil in ihm Eros und Todestrieb miteinander ringen (S. 462).

Das „Aufbauende“, dessen Fehlen Groddeck monierte, kam beispielsweise in den Schlußworten zu Das Unbehagen in der Kultur zum tragen. Freud: „Und nun ist zu erwarten, daß die andere der beiden ‚himmlischen Mächte‘, der ewige Eros, eine Anstrengung machen wird, um sich im Kampf mit seinem ebenso unsterblichen Gegner zu behaupten“ (z.n. Gay, S. 621).

Freud bezeichnete die Analytiker, sich selbst eingeschlossen, „als „im Grunde unverbesserliche Mechanisten und Materialisten“ (S. 498), doch immer wieder scheint das imgrunde mystische Grundwesen der Psychoanalyse durch. Von wegen „himmlische Mächte“!

Freud sprach stets von „die Wissenschaft“, doch was meinte er damit eigentlich konkret? Er, der sich spätestens seit 1900 kaum noch mit der Wissenschaft beschäftigte und vollkommen in einer „Psychologie“ aufging, die sich in Deutungen erschöpfte („Tiefenpsychologie“). Man denke nur an seinen Lamarckismus, der bei ihm einen dezidiert mystischen Charakter annahm („Geist über Materie“). Dazu Gays folgende Anmerkung:

Während des Krieges spielte er, wie er Abraham schrieb, mit der Möglichkeit, Lamarck für die Sache der Psychoanalyse zu rekrutieren, indem er zeigt, daß Lamarcks Idee des „Bedürfnisses“ nichts anderes ist als „die Macht der Vorstellung über den eigenen Körper. Wovon wir Reste bei der Hysterie sehen, kurz die ‚Allmacht der Gedanken‘“. (S. 414)

Andererseits: in seinem Dialog mit Romain Rolland, wo dieser von „ozeanischen Gefühlen“ sprach, die Grundlage des religiösen Empfindens seien, konnte Freud nur konstatieren, daß er dieses Gefühl nicht kenne (S. 612).

Die Psychoanalyse sei, so Gay über Freud, „die Kunst und Wissenschaft des geduldigen Zuhörens“ (S. 293). Immerhin hier konnte Reich Freud folgen: die Natur nicht im Kantschen Sinne „foltern“, sondern sie sprechen lassen.

Und was schließlich den orgonomischen Funktionalismus betrifft: In Gays Worten ist es „ein Gemeinplatz der psychoanalytischen Lehre, daß die dramatischten Unterschiede, wie weit auseinanderstehende Äste aus demselben Stamme entspringen können“ (S. 632). Beispielsweise schrieb Freud über die Gefühlskonflikte des „Rattenmanns“, sie seien „nicht unabhängig voneinander, sondern paarig miteinander verlötet. Der Haß gegen die Geliebte mußte sich zur Anhänglichkeit an den Vater summieren und umgekehrt“ (S. 302).

ZUKUNFTSKINDER: 3. Die Entstehung des „Nein“, d. Autismus und Schizophrenie

12. Februar 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

3. Die Entstehung des „Nein“, d. Autismus und Schizophrenie

Eine Charakteranalyse von KINDER DER ZUKUNFT

11. Februar 2018

Ich habe kritisiert, daß und wie die Herausgeber der amerikanischen Originalausgabe von 1983, Children of the Future mit der Zusammenstellung von Reich-Texten ein Buch „von“ Wilhelm Rech kreiert haben. Aber es ist nun mal da und je mehr ich mich hineinlese, desto mehr lerne ich es schätzen. Man nehme etwa das Kapitel „Fallangst bei einem drei Wochen alten Säugling“, dessen Bedeutung, etwa was die Beschreibung des „oralen Orgasmus“ von Babys betrifft, kaum überschätzt werden kann, das aber ungelesen und unbeachtet, und als Abschnitt eines längeren Kapitels auch praktisch unsichtbar, am Ende des dicken und nur schwerverdaulichen Buches Der Krebs sein Dasein fristet. Um so trauriger ist es, daß es jetzt in einer lieblosen (man nehme nur die redundante Fußnote des Übersetzers S. 112) und teilweise grob falschen Rückübersetzung (sic!) präsentiert wird.

Da heißt es, Mechanisten würden soweit gehen einen Plan auszuarbeiten, „wie viele Entwicklungsschritte ein Kind jeden Tag machen muß“ (S. 118). Dabei ist in den beiden Ursprungstexten nur von „steps“ bzw. „Schritten“ die Rede. „…stuttering, mutism, etc. are consequances of poor orgonotic functioning of the mouth and neck organs“, wenn die Mutter während des Stillens keinen orgonotischen Kontakt mit dem Säugling aufnehmen kann. Beim Übersetzer wird daraus: „…Stottern, Taubstummheit usw. sind Folgen mangelhaften Funktionierens der Mund- und Nackenorgane“ (S. 111). Ohne „orgonotisch“ macht das gar keinen Sinn: die Organe funktionieren nicht, weil sie nicht funktionieren… Im Original ist es „Mutismus“ und „orgonotisch schlecht funktionierende Mund- und Halsorgane“. Gott habe Erbarmen! Die Kinder werden doch nicht taub! Mutismus ist nicht „Taubstummheit“, sondern – Mutismus! Bitte bei Wikipedia nachschlagen! Wie um Himmels Willen soll ich sowas kommentieren, ohne ausfällig zu werden?!

Wie ungeschickt kann man sich eigentlich ausdrücken? Fußnote des Übersetzers S. 121: „Die vorgeburtlichen Einflüsse sind heutzutage zu einem wichtigen Bereich der Säuglingsforschung geworden. Zu Reichs Lebzeiten war dieser Zeitraum noch vollständig unerforscht.“ Warum nicht einfach: „Zu Reichs Lebzeiten waren sie noch vollständig unerforscht“?! Und so im ganzen Buch: es hat dank des Übersetzers etwas zutiefst Ungelenkes und Kontaktloses. Man könnte glatt sagen, daß das Buch „gepanzert“ ist und damit ein Widerspruch in sich selbst ist. Das fällt mir insbesondere ins Auge, weil angesichts dieser Texte meine Bewunderung und Liebe für Reich noch weiter gewachsen sind, – wenn das denn überhaupt noch steigerungsfähig gewesen wäre.

Man nehme nur folgenden – ja, Schwachsinn: „Die psychoanalytische Erklärung einer ‚Instinktangst‘, die in solchen Fällen meist zitiert wird, hilft uns auch nicht weiter. Denn dabei stellt sich die Frage: Welcher ‚Ich-Instinkt‘ soll hier verdreht worden sein?“ In Der Krebs stand: „Die psychoanalytische Erklärung der ‚Triebangst‘, die in einem solchen Fall vorgebracht wird, ist unbefriedigend: Welcher Art Trieb wurde abgewehrt?“ By the way frage ich mich, wo der amerikanische Übersetzer eigentlich den „ego instinct“ her hat: „The psychoanalytic explanation of ‚instinct anxiety‘ usually offered in such cases is not satisfactory. For the question would then be: What kind of ego instinct was being warded off?” Es geht bei Reich um die Abwehr der Sexualtriebe, nicht der Selbsterhaltungstriebe. Das macht doch alles überhaupt keinen Sinn, was Reich da von seinen beiden Übersetzern in den Mund gelegt wird!

Manches schmerzt, als würde jemand mit den Fingernägeln auf der Kreidetafel kratzen: „Vor der ersten [Fallangst-] Attacke ließ sich das Kind fröhlich von jedem Fremden nehmen“ (S. 115). Reich hatte geschrieben: „Das Kind pflegte vor dem ersten Anfall gern zu jedem Fremden auf den Arm zu gehen.“ So auch wörtliche ins Englische übersetzt („happily go into the arms of every stranger“), aber nein, der deutsche Übersetzer muß abartige Assoziationen im Unbewußten von mißtrauischen Lesern lostreten! Ich würde darauf nicht hinweisen, wenn das nur vereinzelt auftrete, aber diese Tendenz, alles in ein sadistisch-perverses Licht zu tauchen, prägt die Übersetzung!

Jetzt, wo ich genauer hinschaue, frage ich mich eh, ob das Buch nicht eher von Anton Salat, dem Übersetzer, als von Wilhelm Reich stammt. Erstmal ist das ja, wie gesagt, eh kein Buch von Wilhelm Reich, sondern eins von Mary Boyd Higgins und Chester M. Raphael, die selbstherrlich eine Sammlung von Reich-Manuskripten zu einem Buch kompiliert haben, das so tut, als wäre es ein so von Wilhelm Reich geplantes Projekt. Das sieht man etwa daran, daß bisher im Buch immer von „Orgonomie“ und „orgonomisch“ die Rede war, weil die Texte 1949/50 geschrieben wurden. Dem folgt unvermittelt ein „Kapitel“, das einige Jahre vorher geschrieben wurde, als Reich noch von „Sexualökonomie“ und „sexualökonomisch“ sprach. Das führt zu einer wahrhaftigen Katastrophe, denn der Text spricht angesichts der Abwehr von beginnenden Biopathien von der Notwendigkeit einer „sexualökonomischen Erziehung des Neugeborenen“ (S. 116). In Der Krebs, aus der dieses „Kapitel“ herausgerissen wurde, klingt das im Zusammenhang vollkommen harmlos. In Kinder der Zukunft, wo man in Fortführung der vorangegangenen Texte doch „orgonomische Erziehung des Neugeborenen“ erwartet, klingt das nach – SEX!

Das haben Higgins und Raphael durch ihre dilettantische Herausgeberschaft zu verantworten, die allen akademischen Standards spottet. Darauf ist nun eine schlechte deutsche (Rück-) Übersetzung aufgepropft, die man teilweise schon gar nicht mehr als Übersetzung bezeichnen kann, nicht mal als „Nachdichtung“, denn sie hat manchmal kaum noch etwas mit dem originalen Reich-Text zu tun. Also: es ist von der Notwenigkeit einer sexualökonomischen Erziehung für Säuglinge die Rede. Nächster Satz: „Soweit ich dies überblicke, gibt es, trotz aller wichtigen sozialen Maßnahmen auf dieses Ziel hin, keinen anderen Weg“ (S. 116) Ein sinnloser, wirrer Satz! Aber Reich hat ohnehin etwas volkommen anderes geschrieben: „Soweit ich sehen kann, gibt es keinen anderen Weg. Wir wissen, welch strenge sozialen Konsequenzen dies hat.“

Reich: „Der Säugling tritt begreiflich gar nicht oder nur schwer aus sich heraus, wenn ihm aus der Umgebung keine lebendige Wärme, sondern nur starre Erziehungsregeln und unechtes Verhalten entgegenkommen.“

Amerikanische Übersetzung: „The infant will quite understandably not emerge from himself – or will do so only with the greatest difficulty – if only inflexible rules and ungenuine behavior are extended to him rather than living warmth.

Salats Rückübersetzung: „Es ist doch leichtverständlich, daß kein Kind sich von sich aus zurückziehen wird – oder wenn, dann nur unter den allergrößten Schwierigkeiten – außer wenn es dauernd starre Regeln und unnatürliches Verhalten anstelle von lebendiger Wärme ausgesetzt ist“ (S. 116).

In dem Kapitel fällt auf S. 118f ein bemerkenswerter, in unserem Zusammenhang sehr erhellender Satz Reichs, über Charakterstruktur und Schreibstil, den ich hier nach dem Original aus Der Krebs zitiere:

Ich meine, es sollte (und es wird einmal) üblich werden, eine Aussage ebenso von der charakterlichen Struktur des Aussagenden her zu beurteilen, wie man sie heute nur von der Eleganz des Stils her zu beurteilen pflegt (…).

ZUKUNFTSKINDER: 3. Die Entstehung des „Nein“, a. Die Emotionelle Pest im Angriff auf den Urquell des Lebens

6. Februar 2018

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ZUKUNFTSKINDER:

3. Die Entstehung des „Nein“, a. Die Emotionelle Pest im Angriff auf den Urquell des Lebens

ZUKUNFTSKINDER: 2. Die Vererbungsfrage, c. Das Menschentier

4. Februar 2018

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ZUKUNFTSKINDER:

2. Die Vererbungsfrage, c. Das Menschentier

Freundschaft und „Liebe“

28. Januar 2018

Gestern habe ich „Männerhäuser“ erwähnt. Das möchte ich an dieser Stelle etwas ausweiten:

Ein Wortwechsel in einer der nachmittäglichen Talk-Shows im Fernsehen vor über 20 Jahren, der bei mir haftengeblieben ist. Ein junger Mann, etwa 18, wird gefragt, was das wichtigste in seinem Leben sei: „Erst kommen meine Freunde, an zweiter Stelle steht mein Auto und an dritter meine Freundin!“ Abfälliges bis schockiertes Gelächter im Publikum. Der Talkmaster ist bass erstaunt, daß die kleine Blondine das offenbar völlig normal findet und es so akzeptiert. Aber nicht der junge Mann, sondern das Publikum und der Talkmaster sind die gefühllosen und rücksichtslosen Idioten. Die Kumpels sind unersetzbar, Tussis kommen und gehen, jedenfalls in dem Alter, und sie werden stets weniger wichtig sein als die Dinge oder Projekte, mit denen sich ein junger Mann identifiziert. Keine gesunde Frau wird sich für ein gruseliges Weichei interessieren, das einzelne Frauen anbetet, ständig am Rockzipfel eines Mutterersatzes hängt und keinen wichtigeren Lebensinhalt hat als SIE. Hier wird nämlich die Genitalität von prägenitalen und ödipalen Strebungen überwuchert (die Suche nach Wärme, Sicherheit und „Sinn“).

Im Mittelpunkt des Lebens eines Mannes stehen die Freunde, die Arbeit und seine Hobbys. Und die Beziehung zu Freunden wird von exakt den gleichen bioenergetischen Gesetzen bestimmt, wie das Verhältnis zur Freundin: Kontakt an der Grenze zur „Telepathie“, Anziehung und Erstrahlung. Die Wangen röten sich und in die Genitalien strömt Blut und Energie. Der einzige, wirklich der einzige Unterschied ist, daß es keinerlei Drang zum Geschlechtsverkehr, zur „genitalen Überlagerung“ gibt. Dies hat in Bezug zu anderen Männern ungefähr den gleichen Appeal wie die Aufforderung „einen Elch zu bumsen“. Es gehört nicht in dieses Universum!

In der heutigen Gesellschaft werden Liebesbeziehungen überlastet. Jeder kennt das Phänomen aus seiner Jugend, als sich Freundschaften auflösten, weil deine Kumpels plötzlich nur noch im Verbund mit ihren teilweise schlichtweg unerträglichen Freundinnen zu haben waren, wenn überhaupt. Das Todtraurige war, daß diese unzertrennlichen Pärchen sehr schnell ein Mief von Depression und Überdruß umgab. Das war schlichtweg so, weil die Liebesbeziehung praktisch alle denkbaren sozialen Funktionen erfüllen sollte, für die sie vollständig ungeeignet ist. In normalen Gesellschaften verbringt ein Mann nicht die ganze Zeit mit seiner Partnerin, sondern ist im Männerhaus, geht in der Dorfgemeinschaft und Großfamilie auf. Anders kann auch die sexuelle Spannung zwischen den Partnern nicht über längere Zeit aufrechterhalten werden. Sie wird sehr schnell von einer prägenitalen Klebrigkeit abgelöst: statt Lebensfreud ist Lebensangst der Kitt der Beziehung. In dieser ekligen Melasse werden dann Kinder großgezogen!

Politiker gegen die Arbeitsdemokratie

22. Januar 2018

Aus orgonomischer Sicht kann man sich einem Verständnis des Phänomens „Politiker“ von drei Seiten her nähern. Erstens von der Sexualökonomie her (Politik als Sexualitätsersatz, Ersatzbefriedigung), zweitens von der Charakterologie her (Politik als Ausdruck der verschiedenen soziopolitischen Charaktertypen nach Elsworth F. Baker) und drittens von der Arbeitsdemokratie her.

Wer Politiker persönlich kennt, weiß, daß es hinter all dem Gerede um das soziale Wohl der Gemeinschaft, ihnen nur um zwei Faktoren geht: die Befriedigung und Vergrößerung des Ego und den Drang nach Vernetzung und „Strippen ziehen“. Beides steht im direkten Gegensatz zur Arbeitsdemokratie, d.h. der Politiker an sich ist der Todfeind der Quelle unseres Lebens, d.h. von Liebe, Arbeit und Wissen.

Statt beispielsweise etwas wirklich auszuarbeiten, zu arbeiten, haue ich einen vermeintlich „brillanten“ Nachrichtenbrief raus, nur um mich narzißtisch spreizen zu können. Politikern geht es um ihre „Vermächtnis“, ihr „Bild in der Öffentlichkeit“, ihre „Zustimmungswerte“, was dabei aus dem Land wird, etwa wenn Merkel sich als Mutter aller Verfolgten und Beladenen aufspielt, gerät dabei vollkommen aus dem Blick. Daß sogar die Arbeitsdemokratie in ihren Grundfesten zerstört wird, sieht niemand. Und das perfide ist, daß der Politiker alles Tut, um sich in Netzen und „Seilschaften“ zu verankern, so daß er schließlich unangreifbar wird. Die besten Beispiele sind aktuell Merkel und Hillary Clinton, die buchstäblich NUR Mist gebaut haben, sich aber so gut vernetzt haben, daß es unmöglich scheint, sie aus ihrer Verankerung zu lösen und sie endlich beiseite zu wischen. All ihre „Arbeit“ bestand seit jeher im Knüpfen dieser Netze, um darin unangreifbar und „alternativlos“ zu werden.

WIE LANGE LASSEN SICH DIE HARTARBEITENDEN MASSEN DIESES GROTESKE AFFENTHEATER NOCH BIETEN?!

Peters Herangehensweise an Verschwörungstheorien

17. Januar 2018

1. Das ganze macht nur Sinn, wenn sich die Verschwörungstheorie einem aufdrängt, nachdem man sie stets von sich gewiesen hat. Man muß von ihr und ihrer Logik überwunden werden: „OK, das sehe ich ein.“ Die meisten Leute WOLLEN etwas glauben und blenden systematisch alles aus, was diesem Glauben widersprechen könnte.

2. Alles hängt von den Quellen ab. Q, Alex Jones & Co. und Assange sind gute Quellen, einfach weil sie Voraussagen getroffen haben, die dann genau so eingetroffen sind. So viele andere haben null Zugang zu Geheimdiensten, den Eliten, etc., „offenbaren“ aber ständig irgendetwas, was null, wirklich null Relevanz hat, Zeitverschwendung ist und vom Wesentlichen ablenkt.

3. Der indirekte Beweis: man schaut nach irgendwas und plötzlich taucht eine Sache im Bild auf, die da gar nicht hingehört und auch gar nicht von irgendjemanden dort willentlich plaziert werden konnte. Im folgenden Beispiel ist das „Bild“ wörtlich zu nehmen. Das Photo von zwei NASA-Wissenschaftlern bei der Arbeit. Denkbar unspektakulär. Niemand denkt sich dabei was. Bis zufällig entdeckt wird, daß da ein Photo der Mondoberfläche auf dem Schreibtisch liegt, von dessen Existenz niemand wissen darf. Es ist übrigens mit der Bombardierung des Mondes 2009 verbunden, um angeblich nach Wasser auf dem Erdtrabanten zu suchen:

Nochmals zu William Steigs Vorwort zu KINDER DER ZUKUNFT (Teil 1)

9. Januar 2018

Das Vorwort von Kinder der Zukunft habe ich bereits besprochen.

Christopher Krupenye und Brian Hare von der Duke University, Durham konnten nachweisen, daß Bonobos antisoziale Schurken, Kriminelle, „pestilente Charaktere“ vorziehen, also „Leute“, die selbstsüchtig sind, andere mobben und schlichtweg gemein und hinterhältig sind.

Im krassen Gegensatz zu Schimpansen verhalten sich Bonobos gemeinhin „altruistisch“, d.h. sie helfen Artgenossen, obwohl sie nicht um Hilfe gebeten wurden und sie selbst keinerlei Vorteil daraus ziehen.

Als die Wissenschaftler den Bonobos jedoch Videos zeigten, in denen einige Charaktere andere daran hinderten, ein Ziel zu erreichen, zogen die Bonobo-Probanden unerwarteter Weise die gemeinen Individuen den hilfreichen vor.

In drei Experimenten betrachteten Bonobos animierte und reale Videos, die Charaktere zeigten, die den Versuch unternahmen eine Aufgabe zu erfüllen. Es gab Charaktere, die halfen und es gab Charaktere, die störten. Nachdem die Bonobos die Videos angesehen hatten, hatten sie die Wahl, eine Belohnung entweder von dem hilfreichen Charakter oder von dem Schädling anzunehmen. Die Mehrheit der Bonobos wählte den Unruhestifter als Überbringer des Leckerbissens aus.

Ein viertes Videoexperiment zeigte den Bonobos eine Konkurrenzsituation zwischen zwei Charakteren, wobei ein dominanter Charakter den Rivalen erfolgreich verdrängte. Als den Bonobos später eine Wahl zwischen den beiden Individuen angeboten wurde, wählten sie, wie die Forscher entdeckten, denjenigen aus, der sich energischer verhalten hatte.

Die übliche evolutionstheoretische Erklärung dieses unvorhergesehenen Verhaltens soll uns hier nicht weiter interessieren. Bedenkenswert ist, daß entsprechende Studien gezeigt haben, daß Menschen weitaus positiver auf altruistisches Verhalten reagieren, d.h. dazu neigen soziales Verhalten zu verstärken und pestilents Verhalten auszugrenzen.

Es ist schlichtweg nicht so, wie William Steig nahelegt und wie es allgemein in der Orgonomie suggeriert wird, daß Tiere und „die Natur“ gut sind und wir uns einfach nur auf unsere tierischen Ursprünge besinnen müßten, damit in der Welt Friede, Freude und Eierkuchen herrschen. Angesichts der extrem gewalttätigen Schimpansen hat sich mittlerweile allgemein herumgesprochen, daß das einfach nur Unsinn ist. Die Bonobos waren ein letzter Rettungsanker, aber jetzt…

So gut wie alles, 99%, dessen, was ich zur Orgonomie ins Netz stelle, ist nicht originell, es ist schlichtweg Plagiat. Das einzige, was wirklich mein geistiges Eigentum ist, sind die Ausführungen über die „orgonogenetische Entwicklung“, die diese Widersprüche beseitigen, die klaffende Lücke im Zentrum der Orgonomie ausbügeln. Eine überragende Leistung!