Archive for the ‘Psychologie’ Category

Einen Punkt setzen

6. August 2017

Ich kann mich lebhaft an eine Diskussion mit einem Freund erinnern. Wir saßen in der Küche und sprachen über unser Rechtssystem. Meine Idee war, was wäre, wenn ein Mann in einem hermetisch abgeschlossenen ABC-Anzug, der keinerlei Spuren hinterläßt, hereinstürmen würde, das Küchenmesser aus meiner Hand risse und meinem Freund ins Herz stieße? Oder umgekehrt, was wäre, wenn ich ihn ersteche und behaupte der unbekannte „ABC-Mann“ wäre es gewesen. Wer wollte mir jemals das Gegenteil beweisen! Es gibt keine Zeugen? Er hat sich halt aufs Grundstück geschlichen oder das Schweigen der Zeugen wurde von der Mafia, der CIA oder wem auch immer erzwungen. Meine Fingerabdrücke befänden sich auf dem Messer? Ich habe damit gegessen! Und was alle anderen Spuren betrifft: wir haben eine Stunde zusammen in der Küche gesessen und er ist in meinen Armen gestorben! Welches Gericht der Welt will mich verurteilen?!

Die Antwort ist einfach: jedes Gericht der Welt! Es gibt so etwas wie eine Lebenswirklichkeit und die von mir aufgetischte Geschichte ist einfach lebensfremd. Hinzu kommt das Prinzip des Rechtsfriedens: man kann nicht alles bis in alle Ewigkeit widerkäuen, denn dann gäbe es keine einzige Verurteilung. Oder nehmen wir die unrühmliche Geschichte von Lee Harvey Oswalds Mord an Kennedy. Niemand kann 100prozentig ausschließen, daß Oswald tatsächlich unschuldig war, aber dann gäbe es kein einziges Mordurteil. Niemals und nirgendwo! Schließlich sind Staatsanwälte, Richter und Geschworene keine unfehlbaren Götter, sondern nur fehlbare Menschen. Bis es nicht irgendwelche neuen und umstürzenden Erkenntnisse gibt, ist eine Diskussion über Oswald oder irgendeinen anderen überführten Mörder vollkommen sinnlos.

Derartige Debatten haben nur eine Funktion: Verwirrung zu stiften. Das ist eine der Haupttaktiken der Emotionellen Pest. Eine Arbeitsgruppe arbeitet produktiv zusammen, man kommt zu Ergebnissen und es geht voran. Und dann betritt der pestilente Charakter (oder auch nur ein akut an der Pest erkrankter!) die Szene und bringt alles mit „neuen Gesichtspunkten“ durcheinander. Die einzige Funktion dieser „neuen Gesichtspunkte“ ist es vom Wesentlichen abzulenken. Und es ist ja nicht so, daß der Störer unbedingt falsch liegen muß, vielmehr ist in diesem Moment die von ihm präsentierte Wahrheit nicht zielführend. Man betrachte nur, wie sich Reich hoffnungslos in einem unentwirrbaren juristischem Wirrwarr verfangen hatte, nachdem ihm von dem Modju Michael Silvert eingeredet wurde, man müsse die objektive Wahrheit durchsetzen und sich nicht von Anwälten in juristische Spitzfindigkeiten verwickeln lassen. Abstrakt und „idealistisch“ betrachtet hatte Silvert vollkommen recht, doch das Ergebnis in der realen Welt war, wie gesagt, ein wirklich unentwirrbarer juristischer Wirrwarr.

Abstrakt und „idealistisch“ betrachtet hätte tatsächlich der „ABC-Mann“ meinen Freund erstechen können, könnte Oswald vollkommen unschuldig gewesen sein, etc.pp. Sich auf dieses Spiel einzulassen, bedeutet in die Falle zu tappen. Übrigens ist das auch der tiefere Grund für all die Spaltungen in der Orgonomie nach Reichs Tod. Immer ging es darum, daß Dr. Elsworth F. Baker und nach ihm Dr. Charles Konia sich gegen Leute wenden mußten, die die Orgonomie hoffnungslos vom Weg abgebracht hätten. Man muß den Mut haben einen Punkt zu setzen.

Hierher gehört auch die Sache mit dem gestern erwähnten David Jacobs. Er ist Historiker und die Geschichtswissenschaft gehört zu den aufwendigsten Studienfächern überhaupt, weil man angesichts der überwältigenden Materialfülle lernen muß, das Wichtige vom Unwichtigem, das Charakteristische vom Zufälligen zu scheiden. So ist Jacobs auch ans UFO-Phänomen herangegangen, hat gesehen, daß hinter all den Geschichten ein wahrer Kern stecken muß und hat Jahrzehnte damit verbracht diesen Kern freizulegen. Sein Ansatz war dabei, sich nicht durch das verwirrende Material von der Wahrheitssuche abbringen zu lassen, sich auf das Wesentliche, den besagten „Kern“ zu konzentrieren und nicht Passendes als „Konfabulieren“ zu entlarven, d.h. als falsche Aussagen aufgrund von Fehlwahrnehmungen und Gedächtnisstörungen. Das Hauptkriterium dabei ist, ob etwas unabhängig voneinander von unterschiedlichen Zeugen bestätigt wird. Es ist ähnlich wie beim Fall Oswald: natürlich gibt es immer wieder einzelne Zeugen und Aktennotizen, die nicht zum Gesamtbild passen, aber das entspringt nach aller Lebenserfahrung mit einiger Sicherheit „Konfabulation“. Praktisch bei jedem Fall, etwa von „Schulmassakern“, gibt es hier und da Zeugen, die einen „zweiten Schützen“ gesehen haben wollen. Nochmals: man muß den Mut haben einen Punkt zu setzen oder man wird nichts, rein gar nichts zuwege bringen!

nachrichtenbrief54

3. August 2017

Was passiert mit Präsident Trump?

2. August 2017

Ein Trump-kritischer Text von Dr. Charles Konia:

Was passiert mit Präsident Trump?


Währenddessen hat Dr. Morton Herskowitz
eine Breitseite gegen Dr. Konia, Dr. Elsworth F. Baker und Jerome Eden losgelassen. Ich bin auf die Links-„Orgonomen“ und ihre Kritik am ACO bereits öfter eingegangen. Und was Herskowitz selbst betrifft: siehe „Annals of the Institute for Orgonomic Science (1984)“ ab S. 253 meiner Buchbesprechungen „Reichianische“ Bücher (Teil 3).

Adolf Hitler aus Sicht der sozio-politischen Orgonomie

27. Juli 2017

Das Hauptproblem des Linksliberalen ist sein Schuldgefühl. Wegen seines wie auch immer verzerrten Kontakts zum bioenergetischen Kern, findet der Konservative Entlastung von seiner Schuld durch „die Vergebung Gottes“ bzw. deren emotionalen Entsprechungen. Der Linksliberale hat einen sehr prekären Kontakt zum Kern und muß deshalb seine Schuld durch „soziale“ Aktivitäten buchstäblich abarbeiten. Alles, was der Gutmensch tut, ist ein „Ablaßhandel“. Das funktioniert natürlich mehr schlecht als recht und deshalb kommt Hitler ins Spiel. Es muß etwas absolut Böses geben, gegen das man sich wohltuend als das absolut Gute abheben kann. Entsprechend wurde bereits vor langem der antitotalitäre Konsens gekündigt und die Sowjetunion zum „Befreier vom Faschismus“ exkulpiert. Den Holocaust in irgendeinen, wie auch immer gearteten Kontext zu stellen, wäre sozialer Selbstmord, und anzudeuten, daß Hitler durchaus etwas richtig gesehen hat, – man kann sich wirklich gleich selbst die Kugel geben… Damit ist aus charakterologischen Gründen ein Verständnis des Phänomens „Hitler“ in der heutigen Zeit schlichtweg ausgeschlossen!

Soweit ich zurückdenken kann, habe ich Hitler verflucht, weil er „den Russen an die Elbe gebracht hat“. Tatsächlich kann man sich aber die berechtigte Frage stellen, ob die Wehrmacht nicht der in Angriffsstellung befindlichen Roten Armee in letzter Sekunde in den Arm gefallen ist und ob es nicht ihr heroischer Abwehrkampf war, der verhindert hat, daß die Russen bis zum Atlantik durchmarschiert sind. Man muß schlichtweg komplett verpeilt oder dumm wie Brot sein, um nicht zu sehen, daß Stalin, genauso wie etwa Trotzki, die Weltrevolution wollte. Es sollte nur alles schön kontrolliert ablaufen, nämlich auf einem Territorium das zuvor von Sowjetpanzern plattgewalzt worden ist. Aber, wie gesagt, niemand darf böser als der Böse schlechthin sein!

Die Verfolgung und Ermordung der Juden: Ohne den Holocaust macht der Nationalsozialismus keinen Sinn. Man muß sich einfach dazu bequemen, tatsächlich zu lesen, was Hitler und die Hitleristen über die Juden geschrieben haben. Die Juden seien eine Kraft, die allen biologischen Gesetzen (jedenfalls das, was ein Leser der populärwissenschaftlichen Schriften Ernst Haeckels damals dafür hielt!) entgegenarbeiten und die deshalb diesen Planeten über kurz oder lang in einen „weiteren Mond“ verwandeln würden. Die entsprechenden „Charaktereigenschaften“ seien angeboren und nicht veränderbar. Wegen diesem hanebüchenen Unsinn wurden sechs Millionen Kinder, Frauen, Greise, Greisinnen und Männer unterschiedslos ermordet und dazu aus aller Herren Länder herangekarrt.

„Intellekt“ und „Intellektueller“ galt als „undeutsch“ und „jüdisch“. Die Nazis unterstellten den Juden, ganz im „Intellekt“ aufzugehen, d.h. im „kritischen zersetzenden, sterilen Denkvermögen“. Der Jude sei wurzellos, „intellektualisiert“ und zynisch, könne nur „zersetzen und negieren“. Weitere Stichworte: Stadtmenschen, Wurzellose, „Asphalt“, Literatentum, Kaffeehaus, entseelt und diesseitig, bar jeder Tiefe und bar jeder Leidenschaft. Am besten wird das ganze von Goebbels zusammengefaßt, wenn er von „einer bestimmten Geistes- und Charakterhaltung“ spricht, „die das Resultat einer völligen Überwucherung der Kräfte des Instinkts und des Gefühls durch solche eines diabolischen Intellekts und einer eiskalten, dunkelhaften Berechnung ist“ (Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus, Berlin 2007, S. 316f).

Was haben die psychotischen Nationalsozialisten eigentlich verfolgt? Nein, natürlich nicht den emotionell pestkranken „pseudo-liberalen Charakter“ bzw. „modern liberal“, aber eine Entsprechung. Das wird auch deutlich, wenn sie dieser irrealen Chimäre „Jude“ alle nur denkbare Hinterlist und Bösartigkeit andichten, so als wollten sie die Emotionelle Pest beschreiben.

Ähnlich ist es mit dem Haß der Nazis auf das Christentum und der Frage bestellt, warum Leute wie Hitler und Himmler den Islam bevorzugten. Aus ihrer Sicht würde das Christentum mit seiner Friedensbotschaft und dem „Hinhalten der anderen Wange“ im „Überlebenskampf der Rassen“ die christliche „weiße Rasse“ benachteiligen.

Ich will das hier nicht weiter ausführen. Man kann das ganze ohnehin nur vor dem Hintergrund der soziopolitischen Charakterologie verstehen. Als schwarze Faschisten waren die Nazis in vieler Hinsicht das genaue Gegenteil der Kommunisten. Entsprechend hatten sie einen Blick für das, was zum Kommunismus führt: die „Zersetzungsarbeit“, des von seinem biologischen Kern abgeschnittenen pseudoliberalen Charakters und die Naivität und Blauäugigkeit des liberalen Charakters, der eben das ist: „liberal“.

Man kann den Antisemitismus und die Demokratiefeindlichkeit nicht mit Moral überwinden, sondern nur mit der Freilegung der von Reich, Baker und Konia dargelegten charakterologischen Zusammenhänge.

Ohne die Orgonomie muß jede Geschichtsschreibung belanglose Makulatur bleiben!

nachrichtenbrief45

12. Juli 2017

Witzigkeit kennt keine Grenzen!

9. Juli 2017

Charlie Chaplin wird geliebt, weil er das ewige Kind ist – das erwachsene Kind ohne jede Spur von Würde. Es fällt auf wieviel seines Humors darauf beruht, der Würde der Männer mit hohen Hüten einen Dämpfer zu versetzen. Übrigens ist es interessant, daß den Kindern in Summerhill Charlie gleichgültig ist, ob das aber auf ihrer neuen Einstellung zur Würde beruht, kann ich nicht sagen. (A.S. Neill: The Problem Teacher London, Herbert Jenkins Limited, 1939, S. 88)

Neill schrieb das Ende der 1930er Jahre. Heute in der anti-autoritären Gesellschaft geht es uns ähnlich wie den Summerhill-Kindern damals: niemand, buchstäblich niemand, kann mehr über Charlie Chaplin lachen. Seine Komik funktionierte nur in der autoritären Gesellschaft. Wir lachen heute über Mr. Bean! Was ist der Unterschied zwischen beiden?

Charlie Chaplin war ein Kind des 19. Jahrhunderts. Die Menschen nahmen sich noch selbst ernst; lachten nicht über sich selbst. Worüber sie lachten war die Umkehr der Machtverhältnisse, d.h. daß der geborene Verlierer „der Würde der Männer mit hohen Hüten einen Dämpfer versetzt“. Es ist ein Humor der subversiven Umkehr („ein Kleinkind pafft an einer Havannazigarre, ein dicker Unternehmer saugt am Schnuller“), der nur in einer autoritären Gesellschaft funktioniert, weil er den Druck nimmt.

Dem Gesunden ist dieser „karnevalistische“ Humor, der letztendlich doch dem Erhalt der Klassengesellschaft dient, ziemlich gleichgültig, da er grundsätzlich nur über einen einzigen Aspekt lachen kann, nämlich wenn sich das Lebendige mechanisch verhält. Dem Ungepanzerten erscheint alles Gepanzerte als grotesk und schlichtweg zum Lachen.

Erst recht gleichgültig ist dem Gesunden aber der Humor eines Mr. Bean, der das Mechanische vertritt, das sich mechanisch verhält. Mr. Bean ist ein Kind der Zeit nach etwa 1960, entsprechend spricht aus seinem Humor die Selbstverachtung: ein Trottel benimmt sich wie ein Trottel. Die antiautoritäre Gesellschaft identifiziert sich politisch korrekt mit dem Mechanischen.

Die Gleichgültigkeit des Gesunden gegenüber dem „Humor“ des Gepanzerten beschreibt Neill im Zusammenhang mit den Theaterbesuchen von Summerhill-Kindern. Das Publikum platzt vor Lachen, Frauen gackern hysterisch, wenn Schenkel, Büstenhalter, Unterhosen und dergleichen oder irgendwas im Zusammenhang mit den Ausscheidungsfunktionen erwähnt wird. Bei den Summerhill-Kindern verzieht sich keine Miene.

Wir hören die kosmische Orgonenergie

6. Juli 2017

Bin gerade an einem kleinen Open Air-Konzert im Park, kleine Rockband mit Sängerin, vorbeigegangen und wieder ist mir aufgefallen, was mir seit vielen Jahren durch den Kopf geht: Alle Instrumente das übliche Geschrammel, sind ja schließlich keine Jazz- oder Klassikvirtuosen, nur der Drummer, ausgerechnet der Mann, der auf Trommeln und Zimbeln eindrischt, zeigte Leben, eine Identität, eine Seele. Der Takt ist vorgegeben und die Verzierungen, die das Stück strukturieren und akzentuieren, sind auch nicht gerade besonders und hervorstechend, aber trotzdem: nur hier spürt man unmittelbar die Essenz des Musikers. Die anderen könnten ebensogut Roboter sein. Aber ausgerechnet, der, dessen Musizieren kaum mehr als stupides Roboten ist, wirkt lebendig. Er hat mich wirklich berührt.

Zunächst einmal ist zu sagen, daß der Drummer wirklich der wichtigste Part in einer Band ist. Ihm sind alle anderen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Ein Gitarrist kann sich vergreifen, über den falschen Akkord improvisieren oder seinen Einsatz verpassen – fällt eh nicht auf, wenn er und seine Mitspieler gut sind. Wenn aber der Drummer einen Fehler macht, dann gerät alles durcheinander. Zweitens, Mick Jagger wurde mal gefragt, wann die Rolling Stones definitiv aufhören würden, denn schließlich wurde der Leadgitarrist und der Bassist bereits ausgetauscht. Darauf Jagger: jeder sei ersetzbar, inklusive der Sänger, doch wenn Charlie Watts aufhören sollte, dann wäre die Seele der Stones nicht mehr da und es machte keinen Sinn fortzufahren. Watts ist nun wirklich kein Meistertrommler. Ein Vergleich mit Billy Cobham, Vinnie Colaiuta oder gar dem Gott Buddy Rich wäre einfach grotesk. Aber trotzdem, selbst wenn er nur stur den Takt schlägt – niemand auf diesem Planeten wird es so machen können wie er, während alle anderen Instrumentalisten problemlos ersetzt werden können.

Wie dieses Phänomen erklären? Entspricht das Trommelschlagen der orgonotischen Pulsation? Kaum, denn wo sind hier Expansion und Kontraktion? Die finden sich eher im Auf und Ab von Melodie und Harmonik. Man nehme etwa die kurze sich kontrahiernde und dann wie befreit expandierende Anfangsmelodie meiner Videos! Das Trommeln entspricht eher der Pulsfunktion (p) der Kreiselwelle im Gegensatz zu deren Wellenfunktion (W), der Melodie.

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Die Pulsfunktion ist mit der vorantreibenden Motorfunktion der Orgonenergie verbunden, die uns vorantreibt, uns Dynamik und „Impuls“ gibt. Dieses Vorantreibende wird unmittelbar deutlich, wenn der Drummer den sturen Takt auf der kleinen Trommel und dem Becken verläßt und zu den Tom-Toms und der großen Trommel überwechselt, um vom einen Abschnitt des Musikstücks ins andere überzuleiten.

Es muß nicht erklärt werden, warum die anderen, weitaus komplizierteren und anspruchsvolleren Instrumente, wenn sie denn virtuos und emotionell expressiv gespielt werden, einen Einfluß auf uns haben. Das bloße Schlagen auf Trommeln hat auch einen, weil es ebenfalls ein Ausdruck einer fundamentalen orgonotischen Funktion ist. Hier kommt unmittelbar die bioIologische Energie des Drummers zum Ausdruck, die seine „Individualität“ ausmacht. Wir hören die kosmische Orgonenergie:

Wichser!

3. Juli 2017

In vieler Hinsicht steht es um die Sexualökonomie der Massen heute weitaus schlechter als zu Reichs Zeiten. Damals war die Wahrheit durch die sexualfeindliche Moral nur verdeckt. Heute wird die Wahrheit durch die Political Correctness explizit angegriffen, etwa was die Rolle eines normalen Geschlechtslebens für die Leistungsfähigkeit betrifft oder die Homosexualität als Ersatzkontakt.

Ein Professor J. Dueck in William J. Robinsons Essayband Sexual Truths versus Sexual Lies, Misconceptions and Exaggerations, der 1932 in New Jersey herauskam, über sexuelle Abstinenz bei Männern und Frauen:

Studenten, auch wenn sie gut vorbereitet sind, gehen in ihre Prüfungen mit viel Angst und Beklemmung. Studenten, die normalen Geschlechtsverkehr haben, sind in guter Verfassung und auch die dümmsten unter ihnen zeigen im Verlaufe der Prüfungen ein erstaunliches Maß an Selbstvertrauen. Diese Art von Männern sind erfolgreich, die Unbefriedigten und diejenigen, die der Selbstbefleckung frönen, scheitern…“ (z.n. Max Hodann: History of Modern Morals, S. 248)

A.S. Neill 1936:

Das Fortfallen des Schuldgefühls ist es, das Summerhill, wie der Zweifler sagen würde, „sicher“ macht. Dies Freisein von Schuld ist es, das die Schule seit sechzehn Jahren ohne das geringste Anzeichen von Homosexualität hat bestehenlassen. Vor ein paar Jahren hat ein Junge aus einer Volksschule versucht, Sodomie einzuführen, blieb aber erfolglos und war aufs höchste überrascht und beunruhigt, als er entdeckte, daß die ganze Schule von seiner Absicht wußte. Das Wegfallen der Homosexualität ist von größter Wichtigkeit. Das bringt mich auf den Gedanken, daß Homosexualität nichts ist als Onanieren mit einem Zweiten, man teilt dadurch die Schuld und erleichtert sich die eigene Bürde. Wenn aber Onanieren gar nicht als Schuld angesehen wird, kommt der Gedanke, die Schuld zu teilen, gar nicht auf. Die Wurzel der ganzen sexuellen Frage ist die Onanie. Wenn diese nicht von Schuldgefühlen belastet ist, geht das Kind ganz natürlich zu gegebener Zeit zur Heterosexualität über. (Selbstverwaltung in der Schule, S. 28)

Die Orgasmustheorie ist tot, weil es den Menschen nicht mehr gibt

29. Juni 2017

In seiner Orgasmustheorie ist Reich ein Kind des 19.Jahrhunderts, das gefesselt war vom Problem der psycho-physiologischen Folgen der „Samenverschwendung“, die zur Gehirn- und Rückenmarksschwindsucht und zur „Neurasthenie“ (Freud) führt – sie entspricht so Reichs „orgastischen Impotenz“.

In der antiautoritären Gesellschaft ist für die Orgasmustheorie kein Platz mehr, da sich der Mensch grundlegend anders empfindet: nicht mehr als „Haushalt“ mit Zufuhr und Abfuhr, nicht als „Dampfkessel“ mit einem Ventil, nicht als „Blase“, die platzen kann, etc., sondern infolge von Genetik („Code“, „Programmierung“), Robotik und Digitalisierung als „Hardware“, auf der „Software“ abgespielt wird. „Sex findet im Kopf statt.“ Wir sind vollkommen andere Lebewesen, eine komplett andere Spezies. Ja, den Menschen selbst gibt es nicht mehr. Der Transhumanismus holt nur physisch nach, was „metaphysisch“ längst eingetreten ist!

nachrichtenbrief35

16. Juni 2017