Archive for the ‘Die Kinder der Zukunft’ Category

Babys: „Experten“ fordern die harte Tour!

30. März 2015

Vor einem Jahrzehnt erschien folgende Meldung in der BILD-Zeitung:

Baby kann nicht schlafen? Lassen Sie es schreien! Es ist Abend, das Baby will nicht einschlafen. Es weint und schreit herzerweichend. Was tun? Paul Ramchandani von der englischen Oxford-Universität hat über Jahre verschiedene Einschlafmethoden untersucht. Sein Rat: die harte Tour. „Auch wenn es schwer fällt“, sagte er, „Eltern sollten ihre Kinder, wenn sie nicht einschlafen können, schreien lassen, dann gewöhnen sie sich am schnellsten an den Schlafrhythmus. Es ist ein natürlicher Prozeß, den alle Säuglinge durchmachen.“ In ihren ersten Lebensmonaten würden die Babys lernen, zwischen hell und dunkel, Tag und Nacht zu unterscheiden, und langsam ihren Schlaf mehr zur Nacht hin verlegen.

Die effektivste Methode, Kinder abzurichten, ist es, sie in die emotionale Resignation zu treiben. Das ist jedenfalls das, was beim Publikum ankommt. Die Diskussion sah damals weitaus differenzierter aus:

Beispielsweise wendet die Kinderärztin Mary Fay ein, es sei gefährlich alle Schlafprobleme von Babys auf Verhaltensprobleme zu reduzieren. Es könnten nämlich auch rein physiologische Probleme mit der Atmung vorliegen, was den Schlafrhythmus stört. Im Zweifelsfall müßte eine umfangreiche Polysomnographie durchgeführt werden.

Ein bemerkenswerter Einwand stammt von dem Psychologie-Professor Dieter Wolke: Man solle bei Säuglingen bis zum 6 Monat die Maßnahmen zum Durchschlafen nicht anwenden, da in den ersten Monaten für manche Babys auch das Stillen während der Nacht wichtig ist, um eine schnelle Gewichtszunahme und ein ordentliches Wachstum des Gehirns zu gewährleisten!

Geradezu orgonomisch ist der Einwand der Stillberaterin Zan Buckner:

Die Grundannahme der Studie von Ramchandani et al, daß sehr kleine Kinder sich daran gewöhnen sollten, von ihren Eltern getrennt zu schlafen, so daß sie erst am Morgen wieder gesehen und gehört werden, ist sehr fragwürdig. In vielen nicht-westlichen Gesellschaften würden derartige Schlafgewohnheiten als eine Abirrung betrachtet werden. Die Anthropologin Carol Wortham von der Emory University in Atlanta fand eine Vielfalt von Schlafgewohnheiten in zehn traditionellen Gesellschaften von Jägern und Sammlern, von denen keine mit dem gegenwärtigen Ideal unserer Gesellschaft zusammenfällt, durch die ganze Nacht hindurch alleine zu schlafen, ohne dabei zu erwachen. Vielleicht ist für Babys ein gewisses Maß des nächtlichen Wachens, und ihr Wunsch von den Eltern getröstet zu werden, natürlich und gesund. Unsere Probleme, dieses Verhalten in den Griff zu bekommen, können darauf beruhen, daß wir gegen die Natur und die grundlegende Biologie des Menschen ankämpfen. Wir müssen streng darauf bedacht sein, nicht das, was wünschenswert für die menschliche Gesundheit ist, mit dem zu vermengen, was nur der gegenwärtigen Erwartungshaltung unserer Gesellschaft entspricht.

Unter dem oben angegebenen Link finden sich weitere Diskussionsbeiträge und die abschließende Antwort von Ramchandani und seiner Mitautoren.

Was am Ende bleibt, ist die auf wenige Sätze reduzierte unverantwortliche Anleitung, gegen die Natur und die ganz individuellen (teilweise grob physiologischen Bedürfnisse) von Babys zu kämpfen und sie in unsere „Kultur“ einzupassen, d.h. Panzerung zu erzeugen. Die harte Tour!

Von Interesse ist auch der Artikel aus der WAZ, „Elf populäre Irrtümer zum Babyschlaf“. Besonders hat mir folgende Stelle gefallen:

Die Sozialpädagogin Eva Solmaz liefert mit ihrem Buch Besucherritze: Ein ungewöhnliches Schlaf-Lern-Buch einen pragmatischen Ansatz zum Kinderschlaf und zu Schlafproblemen. Vor allem entdramatisiert sie den Begriff Schlafproblem und wendet sich gegen allzu rigide Formen des Einschlaf-Trainings. Ans Herz geht zum Beispiel ein Selbstversuch: Begeben Sie sich ins Freie, legen Sie sich hin und schreien sie lauthals wie ihr Baby, bevor es ohne Hilfe einschlafen soll. Versuchen sie einzuschlafen, während sie immer mehr schreien und rot anlaufen.

The Journal of Orgonomy (Vol. 48, No. 1, Spring/Summer 2014)

7. März 2015

In dem Artikel „Right from the Start: Pregnancy, Birth and Emotion“ (S. 27-37) befaßt sich die medizinische Orgonomin Susan Marcel mit der zentralen Rolle des emotionalen Kontakts in der Zeit vor, bei und nach der Geburt. Das ganze stellt sie schematisch wie folgt dar:

emotgeburt

Um alles mögliche werde sich in der Geburtshilfe gekümmert, nur nicht um den emotionalen Kontakt, vielmehr würden Gynäkologen und Hebammen von bürokratischen Vorgaben und der Angst verklagt zu werden terrorisiert. Es wird alles getan, um den emotionalen Kontakt mit der Patientin zu unterbinden und jeden ins Abseits zu stellen, der es wagt dafür zeitliche und materielle Ressourcen „zu vergeuden“.

In den USA bewarb sich der Multimillionär John Edwards 2004 und 2008 als demokratischer Kandidat für die Präsidentschaft. Sein Geld hatte der aus armen Verhältnissen stammende Rechtsanwalt mit einer cleveren Geschäftsidee gemacht. Er suchte sich Leute, die Babys mit einer zerebralen Kinderlähmung zur Welt gebracht hatten. Deren Ärzte verklagte er auf Schadenersatz. Als Folge der Klageflut werden nun von den US-Gynäkologen zur juristischen Absicherung viermal mehr Kaiserschnitte vorgenommen als vor Edwards „Tätigkeit“. Und das, obwohl gar kein Zusammenhang zwischen der Behinderung und dem Geburtsvorgang besteht!

Neben der juristischen Absicherung gegen die „Edwards“ dieser Welt und aus Angst vor möglichen Komplikationen bei der Geburt ist ein weiterer Grund für die Zunahme des Kaiserschnitts eine Profitgier, die der „Edwardschen“ in nichts nachsteht:

Anläßlich des Internationalen Hebammentages am 2004 wies der Bund Deutscher Hebammen darauf hin, daß in Kliniken immer weniger Kinder auf natürliche Weise zur Welt kommen. Da sich die normale Geburt nicht mehr rechnet, würden immer mehr Frauen zu künstlichen Einleitungen der Geburt gedrängt. Sie läge bei fast 20 %. Die Dammschnittrate sei auf fast 60 % gestiegen. Jedes fünfte bis vierte Kind werde per Kaiserschnitt entbunden.

Die Pharmaindustrie und die Medizintechnik haben ein finanzielles Interesse an der pathologisierten und medikalisierten Geburt.

Selbst die vaginale Geburt artet zunehmend in Genitalverstümmelung aus – die es demnach nicht nur in Afrika gibt…

Ein Forscherteam der University of North Carolina unter Leitung von Katherine Hartmann wertete 45 Studien der vergangenen 50 Jahren aus. Durch den Dammschnitt werde das Risiko eines Dammrisses nicht etwa reduziert, sondern eher erhöht. Die Gefahr von Fäkalinkontinenz in den ersten drei Monaten nach der Geburt verdoppelt sich. Der Anteil der Frauen, die nach der Geburt über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr klagten, lag bei denen mit Dammschnitt um 53 % höher.

Verständlich, daß trotz der vorliegenden Studien am Dammschnitt festgehalten wird…

Im British Medical Journal berichten Kenneth Johnson vom kanadischen Center for Chronic Disease Prevention and Control und Betty-Anne Daviss von der International Federation of Gynecology and Obstetrics über ihre Studie zu Hausgeburten. Es war die bis dahin umfangreichste Untersuchung zum Thema überhaupt. Bei gut vorbereiteten Hausgeburten waren weder die Frau noch ihr Kind gefährdeter als bei der Geburt im Kreissaal. Ganz im Gegenteil: die Rate medizinischer Interventionen war deutlich niedriger. An der Studie nahmen fast alle Hebammen teil, die Mitglied im North American Registry of Midwives (NARM) sind. Bei den Hausgeburten lag die Dammschnitt-Rate bei 2,1 % gegen 33 % bei den Geburten im Krankenhaus. Ähnlich das Bild beim Kaiserschnitt (3,7 % gegen 19 %) und der Vakuumextraktion (0,6 % gegen 5,5 %).

In Großbritannien kommen etwa 21.5 % der Babys durch Kaiserschnitt auf die Welt. Einer Studie der Liverpool University und des Liverpool Women’s Hospital zufolge, könnten etwa ein Viertel dieser Eingriffe vermieden werden. Nämlich jene, die durchgeführt werden, weil sich die Gebärmutter nicht in einem ausreichenden Maße zusammenzieht und deshalb die Geburt nicht voranschreiten will. Die Verabreichung von Oxytozin, um den Geburtsprozeß zu beschleunigen, würde oft nicht helfen und das Problem nur verschlimmern: Ermüdung der Gebärmutter-Muskulatur aufgrund von Sauerstoffmangel und damit einhergehenden hohen Milchsäure-Konzentrationen. Stattdessen schlagen die Mediziner vor, daß ein Verzicht auf „Behandlung“ der ermüdeten Gebärmutter-Muskulatur erlauben würde, sich auszuruhen und genug Kraft für eine natürliche Geburt zu schöpfen.

Eine Geburt per Kaiserschnitt verläuft keineswegs schmerzfrei. Die Schmerzen treten nur später auf und bleiben zudem stärker im Gedächtnis haften, weil keine natürlichen schmerzdämpfenden Hormone ausgeschüttet werden. Deshalb ist es kein Zufall, daß viele Frauen nach einem Kaiserschnitt kein weiteres Kind mehr wollen. Die bei der physiologischen Geburt produzierten Hormone fördern zudem die Bindung zwischen Mutter und Kind.

Tatsächlich hat die physiologische Geburt eine ähnliche Bedeutung wie der Orgasmus. Nicht nur, daß beide die einzigen Möglichkeiten sind, wie das Metazoon seine gesamte überschüssige Energie entladen kann, beide führen auch zur Überschüttung des Gehirns mit „Glückshormonen“ und binden die Partner dauerhaft aneinander. Dergestalt ist die Orgasmusfunktion die Grundlage des Zusammenhalts der Gesellschaft.

Michel Odent schreibt in Die Natur des Orgasmus (München 2010, S. 65f), daß der Kaiserschnitt eine negative Auswirkung auf die Oxytozin-Ausschüttung während des Stillens und dem Beta-Endorphin-Gehalt der Muttermilch hat, d.h. auf das Wohlbefinden von Mutter und Kind. Zur Mutter-Kind-Bindung aufgrund von „Glückshormonen“ siehe auch Aspekte des Stillens.

Föten wachsen in einer sterilen Umgebung heran. Bei der Geburt werden sie umgehend von außen (Haut) und innen (Darm) von Bakterien besiedelt. Die Art dieser Besiedlung, die die individuelle Zusammensetzung der Bakterienflora für den Rest des Lebens prägt, wird von der Art der Geburt bestimmt: vaginal oder per Kaiserschnitt. Dies konnten Maria Dominguez-Bello von der University of Puerto Rico in San Juan und Kollegen belegen. (Siehe auch das Interview hier.)

Bei einer vaginalen Geburt sind die Babys von der Vaginalflora bedeckt, während es beim Kaiserschnitt überwiegend gewöhnliche Hautbakterien sind. Unter ihnen konnten die Wissenschaftler auch den gefürchteten Krankenhauskeim Staphylococcus aureus identifizieren.

Der Geburtskanal ist ein stark von Bakterien besiedeltes Ökosystem, das relativ wenige Arten beherbergt, die jedoch darauf spezialisiert sind, schädliche Krankheitserreger zu vertreiben. Die direkte Übertragung der Flora von Mutter auf das Kind diene daher dem direkten Schutz des Neugeborenen vor einer Besiedlung durch Krankheitsauslöser, schreiben die Wissenschaftler. Zudem sorgen die Bakterien der Mutter offenbar für die Initialzündung des Immunsystems: Die wichtige Besiedelung des Verdauungstrakts durch gutartige Bakterien findet bei diesen Babys merklich früher statt.

Entgegen den Empfindungen des gepanzerten, d.h. zutiefst sexualfeindlichen Menschen, sind die Genitalien einer Frau ihr „sauberster“ (d.h. orgonotischter) Körperteil überhaupt.

Gerichtsmedizinern ist von jeher aufgefallen, daß ausgerechnet der Uterus und die Schwellkörper des Penis dem Fäulnisprozeß der Weichteile von Leichnamen am längsten widerstehen. Eine Erklärung dafür gibt es nicht. Die Medizin steht vor einem Rätsel. Ob diese Geschlechtsorgane der Fäulnis am längsten widerstehen, weil sie höchste orgonotische Ladung besitzen?

Gegen dieses Heiligtum führt der gepanzerte Mensch einen unerbittlichen Vernichtungskrieg: es wird öffentlich Werbung für die Verstümmelung der Scheide gemacht (und des Penis), „Votze“ ist ein immer beliebter werdendes Schimpfwort (auch unter Frauen), ganze Industriezweige leben von der „Intimhygiene“, es gibt immer weniger Frauen, die sich mit ihrem Körper und ihrem „Frausein“ identifizieren können und nicht zuletzt nehmen immer mehr Frauen den Kaiserschnitt auf sich, nur um ihrer Vagina zu entgehen.

Unsere Gesellschaft ist krank, zutiefst „unhygienisch“ und in einem schier unfaßbaren Ausmaß – frauenfeindlich.

Die Entstellung funktioneller Wahrheiten durch den Kleinen Mann am Beispiel „Kinder der Zukunft“

26. Februar 2015

Ich habe manchmal ein ziemlich schlechtes Gewissen, wenn ich etwas über Reichs Konzept „Kinder der Zukunft“ schreibe. Reich selbst sah es als größtes Hindernis seines Projekts, daß Frauen unerfüllbare Ansprüche an sich stellen. Alles muß perfekt sein: eine Schwangerschaft, die das Embryo nicht belastet, eine „natürliche“ Geburt, ein perfekter Kontakt zum Baby, eine glückliche Kindheit, perfekte Selbstregulation und eine geradlinig verlaufenden Pubertät. Ein solch übermenschlicher Druck muß jede Mutter geradezu zermalmen, wenn sie das alles denn ernst nimmt.

Auf diese Weise trägt die Orgonomie (oder das, was sich dafür hält) zur allgegenwärtigen Versklavung der Frau bei. Sie muß wie ein gestylter Filmstar aussehen, eine „Sexgöttin“ sein, eine erfolgreiche Karriere vorweisen, unabhängig sein und schließlich soll sie noch „gesunde“ Kinder großziehen.

Tatsächlich zerstört das überwunden geglaubte Patriarchat heute die Frau mehr als jemals zuvor. Man denke nur mal an all die Ratgeber, nach denen sich Frauen richten sollen.

Die Generation meiner Mutter brauchte einfach nur Frau und Mutter zu sein, der Rest hat sich ergeben. Sie hat sich nicht von einem erdrückenden Perfektheitswahn tyrannisieren lassen.

Das Kern dieser Art von Tyrannei ist der Wahn des Frühen: je früher die Schädigung eintritt, desto schlimmer für das Kind. „Man kann einen einmal krumm gewachsenen Baum nicht mehr geraderichten.“ Was nichts anderes heißt, als daß man Fehler nicht wieder gut machen kann. Kinderkriegen und Kindererziehung als halsbrecherischer Drahtseilakt!

Der Psychologe Thomas O’Connor (University of Rochester, New York) hat gezeigt, daß Überbelastung in der Schwangerschaft zwar negative Folgen für die spätere Lern- und Denkfähigkeit des Säuglings hat, doch eine intensive Betreuung bis zur Krabbelphase die Beeinträchtigung wieder wettmachen kann.

Die Ungeborenen, die in einem hohen Maß durch die Mutter dem Streßhormon Cortisol ausgesetzt waren, zeigten im Alter von 17 Monaten bei einem Test ihrer kognitiven Fähigkeiten deutliche Schwächen. Die Beeinträchtigungen traten aber nicht auf, wenn die Mütter eine sehr intensive Beziehung zu ihrem Säugling aufgebaut hatten.

O’Connor sagt zu seinen Forschungsergebnissen:

Das ist eine ermutigende Nachricht für Mütter, denn die Schwangerschaft ist eine emotionale Erfahrung mit vielen Sorgen. Es ist sicher eine Erleichterung zu wissen, daß eine gute Elternschaft die Babys im Nachhinein gegen mögliche schädliche Folgen schützt.

Es ist sicherlich keine unzulässige Verallgemeinerung, wenn ich etwas schreibe, was an sich jeder selbst aus seiner eigenen Lebenserfahrung bestätigen wird können: in einem gewissen Umfang kann man wirklich alles wieder geraderichten. Nichts ist verloren!

Vor allem sollten wir aufhören, junge Mütter zu tyrannisieren. Ich jedenfalls schäme mich für den einen oder anderen verbalen Dolchstoß, den ich der einen oder anderen Mutter versetzt habe, deren Schwangerschaft eine Tortur war, die einen Kaiserschnitt hatte, das Baby mit der Flasche großgezogen hat, etc.pp.

Je besser es diese Mütter meinen, desto größer ist die Last, die sie erdrückt – und desto mehr Fehler machen sie.

Es gibt dazu ein eindeutiges mechanisches Äquivalent, dem Forscher in den USA in einer Studie nachgegangen sind:

Angesichts der enormen Anforderungen in der heutigen Gesellschaft haben viele Eltern Angst, ihrem Kind nicht genügend Anregungen zu bieten. Unter anderem deshalb gibt es inzwischen immer mehr Angebote zur Frühförderung von Kindern – von Babymassage und Babyschwimmen über PeKiP-Gruppen bis hin zu Babysprachkursen und Musik für Säuglinge. Vor allem in den USA werden solche Angebote von jungen Eltern zunehmend angenommen. „Die kognitive Stimulation der Säuglinge durch bestimmte Spielzeuge, Vorlesen und anderes, ist hier sehr stark ausgeprägt“, berichtet Koautorin Maria Gartstein von der Washington State University in Seattle. In einigen europäischen Ländern wie den Niederlanden ist dies dagegen weniger ausgeprägt.

Die Forscher fanden, daß in den USA die Babys zwar aktiver und stärker auf Reize reagierten, dafür aber auch häufiger ängstlich, frustriert und traurig waren. Sie brauchten länger, sich nach dem Schreien oder nach Streß wieder zu beruhigen. Niederländische Säuglinge waren zufriedener und sie waren leichter und schneller zu beruhigen.

Nach Ansicht von Gartstein und ihren Kollegen spiegelt die größere Zufriedenheit und Gelassenheit der niederländischen Kinder möglicherweise die andere Kultur im Umgang mit Säuglingen wider. „Für niederländische Eltern sind zwei Dinge besonders wichtig: Ihre Kinder nicht überzustimulieren und von Beginn an regelmäßige Zeiten für den Schlaf einzuhalten“, erklärt Gartstein. So wählen die Eltern die Zeiten für Besuchseinladungen von Freunden oder Familie meist so, dass der Schlafrhythmus der Kinder nicht gestört wird. „Mir fiel auch auf, daß die niederländische Eltern im Umgang mit ihren Kindern sehr viel weniger Spielzeug nutzten als die US-Eltern“, so Gartstein.

Liebe, Arbeit und Wissen: Zwei Arten von Wissen

15. Februar 2015

Hundert Jahre bevor Reich sein Konzept „Kinder der Zukunft“ formulierte, hatte der Orthopäde und Pädagoge Moritz Schreber eine formal ganz ähnliche psychophysische, medizinisch greifbare Utopie: Kinder zu graden Charakteren in graden gesunden Körpern zu machen, um die Welt mit einer neuen Rasse aus „freien“ Gottmenschen zu bevölkern, die souverän über ihre Triebe herrschen. Hitler hatte später einen ganz ähnlichen Plan: hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder. Diese Lebensauffassung hat sich im Leistungssport bewahrt, für den schon Kinder erbarmungslos gedrillt werden.

Reich erwähnt 1948 die schädlichen Säuglingspflegearten, die, so Reich damals, bereits aus der Welt geschafft seien. Tatsächlich feiern sie immer wieder fröhliche Urstände. Es gibt mir stets einen Stich ins Herz, wenn ich (häufig genug) sehe, wie Mütter ihre Säuglinge im Kinderwagen auf den Bauch gelegt haben. Irrwitzigerweise ist sogar das Pucken wieder in!

(…) die strenge Einteilung der Nahrungsmenge und der Nahrungszeiten à la Pirquet, gewaltsame Streckung der Beinchen durch festes Wickeln wie vor 30 Jahren, Verweigerung der Brust in den ersten 24 Stunden in manchen Hospitälern, Überhitzung der Säuglingsräume, die Routinebehandlung von Säuglingen in großen Anstalten, das „Ausschreienlassen“ etc. Solche Zwangsmaßnahmen sind Ausdruck lebensfeindlicher Einstellungen von Eltern und Ärzten. Sie schädigen die biologische Selbststeuerung des Organismus sofort nach der Geburt und legen die Grundlage zur späteren Biopathie, die dann als hereditäre Belastung verkannt wird. (Der Krebs, Fischer TB, S. 384)

Freud reiht sich bruchlos in diese von Reich beschriebene „Schrebersche“ Gesinnung ein. Beispielsweise diente Freud 1917 die Erkenntnisse der Psychoanalyse wie folgt an, um Kinder effektiver, d.h. möglichst von Beginn an zu beeinflussen:

Auch hat die Erziehbarkeit einer jugendlichen Person in der Regel ein Ende, wenn ihre Sexualbedürfnisse in endgültiger Stärke erwachen. Das wissen die Erzieher und handeln danach; aber vielleicht lassen sie sich durch die Ergebnisse der Psychoanalyse noch dazu bewegen, den Hauptnachdruck der Erziehung auf die ersten Kinderjahre, vom Säuglingsalter an, zu verlegen. Der kleine Mensch ist oft mit dem vierten oder fünften Jahr schon fertig und bringt später nur allmählich zum Vorschein, was bereits in ihm steckt. (Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, Fischer Taschenbuch, Frankfurt 1992, S. 340)

Mit dieser Anregung, mit der Dressur so früh wie nur irgend möglich anzufangen, zeigt sich, daß Freud das Negativ von dem propagierte, was Reichs Programm „Kinder der Zukunft“ ausmachte.

Noch verheerender waren die Auswirkungen der Wendung vom Autoritarismus zum Antiautoritarismus seit Anfang der 1960er Jahre. 1973 hat das die Orgonomin Barbara G. Koopman in dem Aufsatz „The Rise of the Psychopath“ erstmals behandelt (Journal of Orgonomy, Vol. 7, No. 1, S. 40-58). Elsworth F. Baker faßte diese neuen Einsichten der Orgonomie 1977 wie folgt zusammen:

(…) der permissive Erziehungstil, der in den letzten ein oder zwei Jahrzehnten üblich wurde, kommt dem Verzicht auf jedwede Rolle der Eltern beim Anleiten und Disziplinieren gleich und ruft eine intensive Angst im Kind hervor, mit dem Festhalten vieler infantiler Züge, kombiniert mit Ichbezogenheit, Rücksichtslosigkeit anderen gegenüber und Haß auf die Eltern. Es führt zu sogar noch größeren Schäden, als wenn alles auf Unterdrückung beruhte. („Medical Orgonomy“, Journal of Orgonomy, Vol. 11, No. 2, S. 188-194)

Aber auch die Orgonomie selbst kann sich in ein Horrorszenario für Kinder verwandeln, wenn sie in die Hände von Mechanisten und Mystikern fällt, d.h. wenn „Gesundheit“ zu einer Ideologie der Perfektion wird. Es sei, so Reich, ein Mißverständnis anzunehmen, daß das gesunde Kind perfekt ist. Er schreibt den „orgonomischen“ Menschheitserrettern ins Stammbuch:

Es stimmt (…) einfach nicht, daß das gesunde Kind keine Angst kennt oder keine destruktiven Antriebe hat, nie aufsässig wird und nie Erwachsene absichtlich ärgert. Wie alle anderen Kinder hat es das ganze Potential für „gute“ oder „schlechte“ Einstellungen. Der Unterschied zwischen ihm und anderen Kindern, die innerhalb dieser falschen Gedankensysteme aufwachsen, liegt darin, daß es nicht in diesen Reaktionsweisen bzw. Einstellungen gefangen bleibt. Es kann vorkommen, daß ein gesundes Kind nachts Angst vor Wölfen hat. Jedoch reicht ein einfaches Gespräch, um diese Angst zu beseitigen. Es entwickelt keine Phobie, die sein gesamtes Leben andauert. Es kommt vor, daß ein gesundes Kind, ob durch Zufall oder mit Absicht, ein Glas zerbricht, aber die Zerstörung von Dingen entwickelt sich nicht zu einem chronischen Charakterzug. Die Struktur des Kindes enthält keine zerstörerische Wut, die im Charakter verankert ist und von der sich das Kind nicht selbst befreien kann. Ein gesundes Kind kennt Angst, weint, haßt, ist aufsässig, „benimmt sich daneben“, aber nichts davon ist strukturell verankert. („The Biological Revolution from Homo Normalis to the Child of the Future“,Orgonomic Functionalism, Vol. 1, Spring 1990, S. 30-74).

In seinem Projekt „Kinder der Zukunft“ konnten, so Reich, „keine Absolutheiten im Sinne von ‚Gesundheit‘ Anwendung finden“ („Armoring in a Newborn Infant“, Orgone Energy Bulletin, Vol. 3, No. 3, July 1951, S. 121-138).

Alexander Neill war solch ein idealistischer Kinderfreund. Reich: „Ich hatte ziemliche Auseinandersetzungen mit Neill. Er glaubt, daß das gesunde Kind keine Konflikte kennt, daß alles schön und perfekt wäre“ („Some Remarks of Reich: Summer and Autumn 1948“, Journal of Orgonomy, Vol. 5, No. 1, May 1971, S. 97-106).

Kommen wir nun zum Wissenserwerb in der Schule: In konservativen Gesellschaften ging es stets darum sich das Wissen der Vorfahren anzueignen. In Karikaturen war der Schüler ein passiver Behälter, in den aktiv etwas eingetrichtert wurde, d.h. sie gewannen an Substanz, mit der sie dann später im Leben arbeiten konnten. Ihre Kompetenzen, d.h. die Fähigkeit dieses Wissen auch anzuwenden, zu modifizieren und auf neue Gebiet zu übertragen, galten als etwas Gegebenes bzw. als etwas, was sie aus der Familie mitbekommen haben und im Leben automatisch erwerben würden. Heute, in der antiautoritären Gesellschaft, ist das Lernziel ein vollkommen anderes; es werden „Angebote“ gemacht und der Schüler soll sie aktiv nutzen:

Anstelle des angeblich unnützen Wissens sollen Kompetenzen, also Fähigkeiten, erworben werden, die unmittelbar auf die zu lösenden Probleme der künftigen Arbeitsmarktteilnehmer anzuwenden sind. Der Kompetenzbegriff eröffnete den Autoren der Lehr- und Studienpläne ein unendlich weites Feld der Beliebigkeit.

Immer neue Kompetenzen – im Schweizer Lehrplan 21 sind es nicht weniger als 4500 verschiedene – werden dem Schüler abverlangt. Allein im Philosophieunterricht beginnt das mit der Reflexionskompetenz, dazu kommt dann die „phänomenologische Kompetenz“ und als Krönung die Handlungskompetenz.

Wenn zwischendurch auch mal von Sachkompetenz die Rede ist, so heißt das nicht, daß der Schüler irgendetwas wirklich wissen muß. Inhalte, also zum Beispiel die Lehren eines bestimmten Philosophen, sind stets nur als Beispiel zu nutzen, an dem der Schüler seine Kompetenz zeigen soll.

Wir haben es hier mit der Aktivierung vollkommen unterschiedlicher Energiesysteme zu tun: dem orgonotischen System, das im Solar plexus zentriert ist, und dem energetischen Orgonom, das sich im Zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückgrat) widerspiegelt. Im ersteren System geht es um Emotionen und entsprechend um eine gewisse Schwere, in letzterer um Sensationen und entsprechend um mehr Leichtigkeit und Unverbindlichkeit, weniger um Inhalt und mehr um Form. In der modernen Welt überwiegt diese „liberale“ Lebenshaltung, was sich eben auch in der Erziehung widerspiegelt. Es ist eine antiautoritäre Erziehung, in der es nicht mehr um vorgegebene Inhalte und Überlieferungen geht, sondern um von jedem konkreten Inhalt abstrahierte „Kompetenzen“.

Das ganze erinnert etwas an das fälschlicherweise als „antiautoritäre Erziehung“ bezeichnete „Prinzip Summerhill“. Auch Neill wandte sich gegen die konservative Erziehung seiner Zeit und das öde Akkumulieren von Buchwissen. Auch Neill glaubte, daß seine Schüler nicht so sehr mit angelerntem Wissen es im Leben schaffen würden, sondern mit ihren im Schulalltag erworbenen Kompetenzen. Dabei gibt es jedoch einen alles entscheidenden Unterschied: das heutige die Schulen bestimmende Erlernen von Kompetenzen ist eine mechanistische Entartung des Neillschen Ansatzes und eine Verkehrung ins Gegenteil.

Neill ging es darum, das Gefühlsleben der Schüler zu befreien, ihre im Bauch zentrierten Emotionen. Wenn sie in dieser Hinsicht nicht mehr belastet seien, würde sich das Lernen von allein einstellen. Das Lebendige entfaltet sich von allein und braucht nicht durch Didaktik künstlich in „4500“ unterschiedliche Kanäle umgeleitet zu werden.

Tatsächlich läßt das Einpauken von festem, unumstößlichen Wissen letztendlich mehr Spielraum (es ist ein „Wissensschatz“ mit dem man später etwas anfangen kann) als das Erlernen von beliebigen, inhaltsleeren, willkürlichen Verhaltensrepertoires („Kompetenzen“), die sich letztendlich auf das unreflektierte Abspulen von Reflexfolgen reduzieren. Man war beispielsweise „gelernter DDR-Bürger“ und wußte sich immer absurderen Vorgaben geschmeidig anzupassen. Diese erschreckende Substanzlosigkeit, die sich etwa in Angela Merkel, einem Musterkind dieses Systems, zeigt, prägt, wenn auch im anderen Gewande, die heutigen Schüler im Westen.

kompetenzwissen

Orgonotischer Kontakt statt „Kinderbetreuung“

1. Februar 2015

Ein selbstgesteuerter Mensch kann Versprechungen machen, da er Eigner seiner selbst ist und weiß, was er will. Was er sagt, meint er auch so. Man kann sich auf ihn verlassen. Das macht die Institution der Ehe und die Organisierung von Arbeit und Handel erst möglich.

Spätestens seit 1968 sehen wir, wie im Rahmen der vermeintlichen „Selbstverwirklichung“ die Gesellschaft zerfällt: Worte sind bedeutungslos geworden, Beziehungen werden bei den kleinsten Unstimmigkeiten abgebrochen, Frauen „emanzipieren“ sich und sogenannte „Männer“ flüchten aus der Verantwortung. Die Kinder bleiben traumatisiert zurück (vgl. Max Stirner und die Kinder der Zukunft).

Wie Reich bereits 1925 in Der triebhafte Charakter ausführte, sind Menschen, die unter chaotischen Familienverhältnissen aufwachsen, bioenergetisch tiefgehender geschädigt als der „intakte“ Neurotiker (vgl. V.L. Whitener: “‘Where’s Papa?'”, Journal of Orgonomy, 37(1), Spring/Summer 2003).

In Der Neurologe & Psychiater (DNP, 12/04) berichtet Prof. W. Maier, Bonn, daß frühzeitige Traumatisierung den Zusammenhalt der synaptischen Verbindungen im Gehirn beeinflußt. Je früher ein Kind traumatisiert wird, desto nachhaltiger wird die Entwicklung der neuronalen Plastizität gestört. Folge ist eine erhöhte Vulnerabilität der Streß-Anpassungs-Systeme im Gehirn. Es kommt zur Reduktion der Neubildung von Nervenzellen und sogar zur Atrophierung des Hippocampus. Im späteren Leben führen dann alltägliche Belastungssituationen zu depressiven Zusammenbrüchen und die Hirnchemie muß mit Antidepressiva wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Wissenschaftler an den Universitäten von Magdeburg und Jerusalem haben anhand von Experimenten bei Ratten herausgefunden, daß Streß während des letzten Drittels der Schwangerschaft auf jene Regionen des embryonalen Hirns wirkt, die für die emotionale Entwicklung wichtig sind. Außerdem gibt es drastische Unterschiede im Nervenwachstum in bestimmten Hirnregionen zwischen der weiblichen und männlichen Nachkommenschaft, was die unterschiedliche Anfälligkeit von Frauen und Männern für psychiatrische Erkrankungen erklären könnte. Beispielsweise sind Frauen für Depressionen anfälliger, Männer für ADHD.

Einen ähnlichen Einfluß hat die Abwesenheit des Vaters in der kindlichen Frühentwicklung. Bei einer besonderen Rattenart, bei der sich auch die Väter um die Aufzucht ihrer Nachkommenschaft kümmern, wurde der Vater von der Mutter und ihren Kindern ferngehalten. Die jungen Ratten entwickelten weniger Neuronenverbindungen in den emotionalen Zentren des Hirns, zeigten einen Mangel an Aktivität und reagierten nicht auf die Stimme der Mutter.

Die Parallelen zur menschlichen Gesellschaft sind evident: in einer sich zunehmend emotional infantilisierenden Gesellschaft lassen „Männer“ Schwangere sitzen, sind eifersüchtig auf die Zuwendung, die ihren Babys zuteil wird, und gehen deshalb eigene Wege. So perpetuiert sich das Elend.

Eine Untersuchung von Danuta Wasserman et al. vom Karolinska-Institut in Stockholm hat gezeigt, daß die Wahrscheinlichkeit einer Person Selbstmord zu begehen, teilweise bereits bei der Geburt festgelegt ist. Eine Untersuchung der Daten von 700 000 Erwachsenen ergab, daß bei geringem Geburtsgewicht oder einer sehr jungen Mutter das Suizidrisiko im späteren Leben um das Doppelte größer ist. Ähnlich ist es bei zu kurzen Babys (weniger als 47 cm).

Mal wieder die Gene? Reich zufolge kann auch der Uterus der Mutter als „Umweltfaktor“ betrachtet werden.

Der Organismus der Mutter ist im strengen Sinne nichts anderes als der erste „soziale Faktor“ des ungeborenen Embryos. (Der Krebs, Fischer TB, S. 296)

Michael Meaney von der McGill-Universität in Montreal berichtet, daß treu umsorgte Rattenkinder später in ihrem Leben Streß besser verarbeiten können. Das sorgsame Lecken und Putzen verändert bei den Rattenbabys langfristig „die Aktivität eines Gens im Hippocampus“, das bei der Streßverarbeitung im Gehirn eine zentrale Rolle spielt. Bereits in früheren Studien hatten Meaney und seine Kollegen herausgefunden, daß bei von der Mutter geputzten und geleckten Rattenbabys kurzzeitig die Aktivität des besagten Gens hochgefahren wird. Nun fand die Forschergruppe heraus, daß die mütterliche Fürsorge bis ins Erwachsenenalter hinein Umstellungen in dieser Genaktivität bewirkt, obwohl die Veränderungen durch unliebsame Behandlung rückgängig zu machen sind. Ratten, die als Babys viel Zuneigung erhalten, sind ihr ganzes Leben lang ausgeglichener und weniger ängstlich als Artgenossen, denen weniger Aufmerksamkeit zuteil wurde. Besonders bemerkenswert ist, daß die umsorgten Tiere sich auch um ihren eigenen Nachwuchs besonders sorgsam kümmern.

Und was den besagten „sozialen Faktor“ des Ungeborenen betrifft sagt Meaney:

Frauen, die während der Schwangerschaft ängstlich oder auch depressiv sind, bleiben meist auch nach der Niederkunft ängstlich oder depressiv. Es gibt jedoch Belege, daß die Prägung bereits während der Fetalentwicklung stattfindet. So konnten wir unlängst zeigen, daß das Gehirn von Neugeborenen, deren Mütter während der Schwangerschaft an starken Ängsten litten, ganz spezifische Veränderungen aufweist – und zwar in Regionen, die bei der Entwicklung von Angststörungen eine wichtige Rolle spielen.

Babys „ausschreien“ lassen, um sie nicht zu „verwöhnen“ und zu kleinen Erpressern zu erziehen, ist (jedenfalls in den ersten Wochen) kontraproduktiv. Zu diesem Ergebnis kommen Ian St James-Roberts und seine Kollegen von der University of London. Babys, die weniger in den Arm genommen und nicht sofort beruhigt wurden, weinten im Durchschnitt um 50% mehr in der 2. und 5. Lebenswoche. Und auch nach 12 Wochen, als sie zum dritten Mal untersucht wurden, schrieen sie immer noch häufiger als Babys, die – wie Babys behandelt worden waren

Emma Adam hat untersucht, wie Kleinkinder alltägliche Streßsituationen verarbeiten. Hatten die Eltern beispielsweise Eheprobleme, erhöhte das die Cortisolwerte und damit die Streßempfindlichkeit des Kindes. Dinge, die andere Kinder neugierig beäugten, führten bei solchen Kindern zu Tränen. Bei Kindern, die z.B. 15 Minuten am Tag von den Eltern in den Arm gehalten wurden, fiel die Streßreaktion deutlich schwächer aus und es ließ sich weniger Cortisol nachweisen.

Sexpol 1933 und Sexpol 2015 (Teil 2)

28. Januar 2015

Eines der populärsten Fakten der Biologie, wenn nicht das populärste überhaupt, ist die Prägung von frisch geschlüpften Gänseküken auf den Menschen. Die Küken schlüpfen und betrachten das nächstbeste sich bewegende größere Objekt als Mutter. Ist diese Prägung einmal erfolgt, ist sie prinzipiell irreversibel. Nichts wird die perversen Küken zurück zu ihrer biologischen Mutter bringen.

Ganz ähnlich ist es mit der menschlichen Sexualität bestellt. Entscheidend sind dabei die ersten Masturbationsphantasien. Bei Jungen können die absonderlichsten „Fetische“ eingeprägt werden, bei Mädchen zumeist masochistische Fantasien. Allein schon deshalb, mal ganz abgesehen von sexualökonomischen Überlegungen, ist es so wichtig, daß Kinder in ein unverkrampftes Verhältnis zum (gleichaltrigen) anderen Geschlecht hineinwachsen und sich ihre Fantasiewelt auf Liebschaften mit Spiel- und Schulkamerad(inn)en ausrichtet.

Früher wurde in dieser Hinsicht viel von der autoritären Gesellschaft kaputt gemacht.

In Übereinstimmung mit der späteren Prägungs-Theorie der Verhaltensforscher, erachtete es Reich für die sich entwickelnde Sexualkonstitution als entscheidend, wie genau das Kind die erste genitale Sensation erfuhr. Unmöglich konnte er voraussehen, daß nach der Jahrtausendwende so gut wie in jedem Kinderzimmer ein Pornokino steht, bei dem auf Knopfdruck Sodomie mit Mensch und Tier abgerufen werden kann.

Psychologen fordern ihr Allheilmittel: die breite Diskussion der Problematik in Schule und Familie – wodurch auch das letzte Kind auf die Möglichkeiten des Weltnetzes hingewiesen wird.

Was tun? Zunächst einmal hätte es niemals zu einer Aufhebung des Verbotes der Pornographie kommen dürfen. Allein schon dadurch haben sich die Liberalen und Sozialdemokraten für immer diskreditiert. Natürlich gab es immer Pornographie, aber das eigentliche Problem ist ja die Pornoschwemme, die durch das Internet jetzt nochmals potenziert wurde.

Nun, wo die Dämonen freigesetzt wurden, wird man sie kaum je wieder einfangen können. Zumal bei einer möglichen Netzzensur das passieren wird, was etwa in den Weltnetz-Stationen der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen geschieht: nicht nur alles, was irgendwie mit Sexualität zu tun hat, wird gesperrt, sondern auch alles was auch nur entfernt in Konflikt mit der gegenwärtigen multikulturellen grün-rot-blutroten Ideologie steht.

Die einzige Lösung, die uns bleibt, nachdem bereits eine ganze Generation irreparabel geschädigt worden ist, ist das, was Reich bereits Ende der 1920er Jahre gefordert hat:

Damals ging es darum, die Kinder und Jugendlichen von vornherein gegen reaktionäre Ideologien zu immunisieren, indem ihnen die Möglichkeit einer altersentsprechenden gesunden Sexualökonomie gegeben wurde. Heute ist dieses Programm von geradezu verzweifelter Aktualität: wer wie die Kinder der Trobriander oder der Muria heranwächst ist gegen „Prägungen“ aller Art gefeit.

Neulich habe ich im Radio ein kurzes Interview mit einem „Konsumenten von Kinderpornographie” gehört: alles hätte damit angefangen, als er ein FKK-Magazin durchblätterte, wo Familien mit Kindern gezeigt wurden. In einer sexuell repressiven Gesellschaft können solche läppischen „Ereignisse“ Leben für immer zerstören! Das fängt bei Fußfetischisten an und hört bei Serienmördern auf. Wie viele Millionen Frauen weinen sich nachts in den Schlaf, weil sie von Fessel-, Würge- und Vergewaltigungsphantasien geplagt werden! Es ist ein seelisches Leid unaussprechlichen Ausmaßes.

Wenn ihr schon die „Freiheit“ gebt, dann gebt gefälligst die GANZE Freiheit! Nicht nur die „Freiheit“ zuzuschauen! Das hat Reich bereits in seinen allerersten sexualökonomischen Ausführungen zur „Nackterziehung“ ausgeführt.

Man lese doch um alles in der Welt bitte Reichs Bücher Die sexuelle Revolution und Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral!

Der neuste Trend sind männliche Jugendliche, die sich beim Masturbieren a la Michael Hutchence und David Carradine für den ultimativen Kick selbst strangulieren, ähnlich wie beim Kiffen der Bong für den totalen Flash sorgt.

Wir erleben heute in breiten Kreisen das, was Reich bereits Mitte der Zwanziger Jahre am Rande der Gesellschaft studiert hat. Siehe dazu sein „Der triebhafte Charakter“ in Frühe Schriften.

Die abgrundtief böse, pestilente Seite der Orgonomie

16. Januar 2015

2003 verstarb der Zeichner William Steig im Alter von 95 Jahren in Boston. Damals ist einer der letzten Mitarbeiter Reichs von uns gegangen. Unter anderem schuf er die Illustrationen für die Rede an den Kleinen Mann und er war maßgebend an der Veröffentlichung von Contact with Space (1957) beteiligt. Auf deutsch ist das Buch als Das ORANUR-Experiment II erschienen. Reich ehrte ihn dort mit einem Photo (S. 7).

Die bekannteste Figur des Zeichners Steig war „Shrek“. Er schuf den grimmig-freundlichen Charakter 1990 für ein Kinderbuch. Elf Jahre später wurde Shrek zur Titelfigur des weltweit erfolgreichen Films Shrek, der sogar einen Oscar erhielt. Steig schuf mehr als 1600 Zeichnungen, fast 120 Magazin-Titelbilder und 30 Kinderbücher. Einige Jahre vor seinem Tod machte ihn Newsweek zum „King of Cartoons“. Bis an sein Lebensende ist er der Orgonomie treu geblieben.

Ich habe ihn bereits in Oh Shrek, „offensichtlicher Unsinn“! erwähnt. Ich erwähne ihn erneut, weil zum wiederholten Mal seine Nichte Susanna an die Öffentlichkeit getreten ist, um über ihre schrecklichen Erfahrungen in der Orgonomie zu berichten. Jahrgang 1944 sei sie Opfer von sexuellem Mißbrauch durch die orgonomische Kindertherapeutin Felicia Saxe gewesen. Reich habe sich zwar später von Saxe distanziert, doch sei es schrecklich gewesen mit ansehen zu müssen, wie vom orgonomischen „Kult“ verblendete Eltern ihre Kinder ins Unglück geschickt hätten, ohne auf die deutlichen Zeichen zu achten, die die Kinder aussendeten. Überhaupt sei die Orgontherapie schmerzhaft und traumatisch für Kinder, die Orgontherapeuten in dieser Hinsicht regelrechte Sadisten. Die Anschuldigen von Susanna Steigs kann man auf einer Anti-Orgonomie-Seite nachlesen, die ein anderes Opfer orgonomischer Eltern ins Netz gestellt hat.

Was immer man zu ihren Ausführungen sagen mag, es wäre widersinnig, Susanna einfach nur als das schwarze Schaf der Familie Steig abzutun. Eine Familie, die als warmherzig und glücklich beschrieben wird. Susanna wurde in die Orgonomie hineingeboren und selbst wenn keine ihrer Anschuldigungen wahr wären, setzt ihre bloße Existenz ein großes Fragezeichen hinter Reichs Lebenswerk, das sich ja immerhin darum gedreht hat, Kinder zu glücklichen, autonomen und selbstbewußten Menschen heranwachsen zu lassen. Menschen, die mit sich selbst in Frieden leben, nicht verbitterte, traumatisierte Neurotiker.

Die Orgonomie ist kein „Heilsweg“, keine Weltanschauung, sondern eine Naturwissenschaft. Deshalb kann ihr die Wahrheit nicht schaden, sondern sie nur voranbringen.

Ich kann mich gut daran erinnern, wie auf mich, als besonders zartes und sensibles Kind, auch die wohlmeinendsten Ärzte und sogar Friseure wie Horrorgestalten aus den Abgründen der Hölle wirkten, die mich sadistisch quälen wollten. Mag sein, daß, wären meine Eltern „kultische“ Reich-Anhänger gewesen, die mich in orgontherapeutische Sitzungen gezwungen hätten, ich heute ein Todfeind der Orgonomie wäre. Ganz zu schweigen von sexuellem Kindesmißbrauch durch Psychopathen, die sich von jeher zur Orgonomie hingezogen fühlen. Man lese nur Reichs (von Steig illustrierte) Rede an den kleinen Mann, wo er sich u.a. mit dem Gesindel befaßt, das sich um ihn scharte. Oder man schaue sich im Internet nach all den „Reichianischen“ Arschlöchern um, die sich narzißtisch spreizen!

Man kann so viel von Susanna Steig lernen, beispielsweise, daß Orgontherapie nichts für Laien ist. Sie sollte nur von psychiatrisch oder psychotherapeutisch ausgebildeten Spezialisten durchgeführt werden, die sich auf dem Stand der gegenwärtig anerkannten Psychiatrie und Psychotherapie befinden.

Ich habe beispielsweise vor 35 Jahren mit einer Person schlechte Erfahrungen gemacht, die ohne jede psychiatrische oder psychotherapeutische Ausbildung „Orgontherapie“ angeboten hat. Ich Trottel muß natürlich hingehen! Es ist schierer Seelenmord, wenn auf jedes Bekennen der eigenen Ängste und sekundären Triebe untergründig mit Verachtung und Moralismus reagiert wird. Wenn wirklichkeitswidrige Deutungen aufgezwungen werden, die der Voreingenommenheit und beschränkten Weltsicht des Therapeuten entwachsen. Besonders destruktiv sind aber körperliche Attacken, etwa ohne Sinn und Verstand mit den Fingern schmerzhaft in die Zwischenräume der Rippen zu stechen. All das hat nichts mit Orgontherapie zu tun, sondern ist „Anti-Orgontherapie“. Beispielsweise kommt es in der Orgontherapie lege artis erst dann zu körperlichen Interventionen, wenn der Patient Kontakt mit seiner Kontaktlosigkeit, etwa einer energetisch toten Brust, aufgenommen hat. Ohne das ist das ganze nichts als Körperverletzung.

Ich verweise auf entsprechende Blogeinträge von mir wie etwa Avanti diletanti!

In den Jahrzehnten seit Reichs Tod hat sich die Orgonomie zunehmend von einer „Körpertherapie“ wegentwickelt. Die Patienten werden selten, wenn überhaupt je berührt. Und wenn, dann allenfalls im Kopf- und Brustbereich. Und was die Therapie mit Kindern betrifft handelt es sich zu einem Gutteil um „Spieltherapie“, bei der beispielsweise das Kind aufgefordert wird, auf den Therapeuten „einzuschlagen“.

Bei Gott, laßt die Kinder in Ruhe! Man kann sich wohl kaum etwas „Unorgonomischeres“ vorstellen, als seine Kinder mit „Orgonomie“ zu indoktrinieren. Es gibt nur einen Maßstab: das Interesse des individuellen Kindes! Alles andere hat dahinter zurückzustehen. Es soll glücklich sein und in ein selbstverantwortliches Leben hineinwachsen.

Und schließlich: Blinde Gefolgschaft (wie jene, die Susanna Steig zu Recht kritisiert) ist genauso dämlich wie blindes vermeintlich „emanzipatorisches“ Niedermachen von Dingen, die man selbst nicht überblicken kann. Beides beweist nur die eigene Kleinheit. Leute, laßt euch nicht für dumm verkaufen. Von nichts und niemandem!

Neben der Laientherapeutin Felicia Saxe muß ein Orgonom genannt werden: Michael Meyer Silvert. Nachdem Reich im Frühjahr 1950 dauerhaft nach Maine gezogen war, übernahm Albert Ing Duvall das Orgonomic Infant Research Center (OIRC) assistiert von dem ausgebildeten Gynäkologen Michael Silvert. Siehe dazu Christopher Turners Adventures in the Orgasmatron (New York 2011, S. 319-321).

Dort sind offenbar schlimme, schlimmste Verbrechen geschehen. Silvert war Geliebter der Hebamme des OIRC, deren vierjährige Tochter Silvert in Behandlung nahm. Dieses Mädchen, Paki Stedwell Wright (Jahrgang 1945), schrieb 2002 über ihr Martyrium in der Orgonomie ein Buch: The All Souls’ Waiting Room. In Children of the Future (S. 77-88) beschreibt Reich, wie der Fall von Mutter und Tochter vor dem OIRC besprochen wurde.

Wer war Michael Silvert? Er kam aus dem nichts, schleimte sich bei Reich ein und machte sich unentbehrlich. Hatte kaum persönlichen Kontakt mit den anderen medizinischen Orgonomen und schwärzte diese ständig bei Reich an. Aurora Karrer konnte ihn nicht ausstehen, vor allem weil Reich unausstehlich war, wenn er aus den Therapiesitzungen kam, in denen er das Unmögliche versucht hatte: Modju (Silvert) zu heilen. Er war Reichs Judas. Morton Herskowitz war schockiert über seine „orgonomisch“ verbrämten faschistischen Vorstellungen. Er ernährte sich makrobiotisch. Er hatte ein abstoßendes fast an Jack das Ripper gemahnendes Interesse am weiblichen Genital, so daß Reich ihm, nach vielen Klagen weiblicher Patienten, verbieten mußte, Frauen in Orgontherapie zu nehmen. (Seine männlichen Patienten halten teilweise bis heute große Stücke auf ihn.) Diese typische Mischung von faschistischem Moralismus und faschistischer Pornographie. Er war ein hochenergetischer „Mann der Tat“, wie Eva Reich berichtete. Er tat alles, um so zu sein und so auszusehen wie sein Gott, Reich.

Silvert war ein Mann, der in vieler Hinsicht an George Hodel erinnert: die denkbar schlimmste Ausprägung eines pestilenten Charakters, ein absoluter Modju.

Paki Wright wurde im November 1945 geboren Sie wurde kurz vor oder nach dem obenerwähnten OIRC-Treffen, d.h. 1950, von Silvert sexuell mißbraucht. Silvert verließ ihre Mutter Anfang der 1950er Jahre. 1962 versuchte sich die 16jährige Paki das Leben zu nehmen – seelisch zerstört von der „Orgonomie“. Später suchte sie Zuflucht im tibetischen Buddhismus. Während Reich geglaubt hatte, Silverts sexuell extrem freizügige Partnerin würde eine neue Generation selbstregulierter glücklicher Kinder großziehen…

2012 schrieb Paki Wright über Turners Buch:

Ich traf Reich, als ich ein Kind war und schrieb einen Roman über meine Erfahrungen, nachdem ich unter seinem Schatten aufwuchs, The All Souls’ Waiting Room. Es gibt keine einfache, einheitliche Beschreibung dieses Mannes. Ich wußte sofort, als ich vier Jahre alt war, daß er Kinder liebte. Trotz einiger anschließender Traumata, die ich in den Händen seiner Analytiker erlitt, habe ich Reich nie für das verantwortlich gemacht, was mir widerfahren war, daher kommen die aufschlußreichen Konflikte, die ich Zeit meines Lebens zu lösen trachtete. (Siehe Children of the Future für einige Einblicke in seine Theorien zur Kindererziehung.)

In ihrer Besprechung von Children of the Future schreibt sie: „Es hat den Großteil meines Lebens in Anspruch genommen, mit der Behandlung fertigzuwerden, die mir zu Teil wurde, alles im Namen von genitaler Freiheit und Selbstregulierung.“

In diesem Zusammenhang erinnert mich Reich etwas an Prabhupada, den Begründer der Hare Krishna-Bewegung, der von seiner Charakterstruktur her einfach nicht begreifen konnte (nicht sehen konnte), daß von dem femininen Jüngling Krishna sich vor allem homosexuelle Männer angezogen fühlten. Sie versuchten dann in der Sekte ihre Sexualität durch Enthaltsamkeit zu „reinigen“. Fast zwangsläufig kam es in der Bewegung zu einem Mißbrauchsskandal nach dem anderen. Zahllose Kinder wurden irreparabel geschädigt. Im Namen des hingabevollen Dienstes an Gott!

opinion

Malträtierte Embryos, Säuglinge, Kinder und Jugendliche

22. Dezember 2014

Seit es „Retortenbabys“ gibt, wird uns versichert, daß bei ihnen das Risiko von Entwicklungsstörungen nicht höher läge als bei der natürlichen Befruchtung. 2002 haben jedoch Forscher des Johns-Hopkins-Krankenhauses in Baltimore festgestellt, daß bei jenen Kindern, die aus einer Befruchtung im Reagenzglas hervorgegangen sind, das sogenannte Beckwith-Wiedemann-Syndrom sechsmal häufiger auftritt. Dieses Syndrom ist eine normalerweise extrem seltene Entwicklungsstörung, bei der es zum übermäßigen Wachstum einzelner Organe oder Körperteile kommt.

In der Folgezeit gab es Studien, die zu belegen schienen, daß kein größeres Fehlbildungsrisiko vorliegt. 2008 mußte das Deutsche Ärzteblatt jedoch zugeben, daß es zumindest vorläufige Hinweise für eine Risikoerhöhung für Fehlbildungen bei Kindern gibt, die künstlich gezeugt wurden. „Hier besteht weiterer Forschungsbedarf.“ 2009 verwies DocChec News auf eine kanadische Studie, die zeigte, „daß Babys, die auf dem Labortisch entstanden sind, zu rund 60 Prozent häufigereine Veränderung aufweisen als natürlich gezeugte Kinder.“

Es wird angeführt, daß das erhöhte Fehlbildungsrisiko, das sich nach künstlicher Befruchtung zeigt, nicht von der Technik abhängt, sondern vor allem von den Paaren und deren „Subfertilität“ auszugehen scheint. „Womöglich hat es dieselben Ursachen wie der unerfüllte Kinderwunsch.“

Das klingt etwas anders in einem Artikel, der Anfang dieses Jahres im British Medical Journal erschienen ist:

Es ist auch Besorgnis hinsichtlich der langfristigen Gesundheit der Kinder aufgekommen, die durch IVF (In-vitro-Fertilisation) geboren wurden. Ansonsten gesunde Kinder, die durch IVF gezeugt wurden, haben höheren Blutdruck, Adipositas, einen erhöhten Blutzuckerspiegel und mehr generelle vaskuläre Fehlfunktionen als Kinder, die natürlich gezeugt wurden.

Diese Effekte scheinen auf das IVF-Verfahren selbst zurückzugehen, statt auf die zugrundeliegende Subfertilität. Tierversuche haben epigenetische und entwicklungsbedingte Anomalien nach künstlicher Reproduktion gezeigt, was weiteren Anlaß zum Nachdenken gibt.

Ganz offensichtlich ist, ähnlich wie beim Krebs, durch die mangelnde orgonotische Ladung zum Zeitpunkt der Befruchtung die organisierende und koordinierende Funktion der organismischen Orgonenergie von Anfang an gestört. (Reich hat bereits 1921 [!] in diesen Bahnen gedacht. Siehe dazu die Chronik der Orgonomie.)

Ein weiteres Beispiel für aus mechanistischer Sicht kaum greifbare Veränderungen in der energetischen Entwicklung des Embryos sind Ultraschalluntersuchungen.

Eine an Labormäusen unternommene Studie (Pasko Rakic et al., Yale Medical School in New Haven, Connecticut) hat 2006 gezeigt, daß Ultraschalluntersuchungen die Entwicklung des Gehirns beeinflussen. Die schwangeren Mäuse waren zweimal 30 Minuten Ultraschall ausgesetzt worden – wie bei menschlichen Gravida üblich. Bei Obduktion der neugeborenen Mäuse stellte man fest, daß 6% der Gehirnzellen während der embryonalen Entwicklung nicht dorthin gewandert waren, wo sie normalerweise hingehören.

Andere Studien weisen darauf hin, daß Ultraschalluntersuchungen für ein überproportional häufiges Auftreten von Linkshändigkeit, eine verzögerte Sprachentwicklung und sogar genetische Defekte verantwortlich sein könnten.

Natürlich wurde, ähnlich wie bei der Diskussion um die extrakorporale Befruchtung, in der Folgezeit das Risiko wieder relativiert oder ganz in Abrede gestellt. Man lese dazu jedoch den ausgezeichneten Artikel „Gefahr für Ungeborene“ auf www.zentrum-der-gesundheit.de!

Mangels orgonotischen Kontakts vertraut die gepanzerte Maschinenzivilisation nicht mehr den eigenen Gefühlen, sondern invasiven technischen Apparaturen, mit deren Hilfe sie selbstregulative Prozesse überwachen und kontrollieren will, damit alles „sicher“ ist – d.h. keine beängstigenden bioenergetischen Impulse durchbrechen. Wir suchen nach „Sicherheit“ und verlassen uns auf die Maschinen – und zerstören damit das Lebendige in uns endgültig.

Eva Reich sagt etwas sehr Interessantes über das Aufstoßen, spielt das „Bäuerchen machen“ doch eine prominente Rolle im Leben der Babys. Viele Mütter sind richtiggehend besessen davon – nicht ohne lebensfeindlichen Grund:

Man muß erklären, daß der erste Teil der Fütterung die Hungerphase der Fütterung ist und daß, nachdem das Baby genug gegessen hat, es sehr in sich geht, die Augen schließt und dann mit der Lustphase der Fütterung abschließt; es hält ein und sinkt zurück, hat einen oralen Orgasmus. (…) Nach dem oralen Orgasmus entspannt sich das Baby, sinkt zurück und schläft. Wenn man das Kind mit Aufstoßen unterbricht, erzeugt man einen Teufelskreis. Wenn man auf halbem Weg durch die Fütterung, wenn die Lustphase beginnen sollte, das Baby nimmt und [es auf den Rücken klopft], kontrahiert das Baby und das Zwerchfell wird angespannt; sie bekommen Schluckauf und „Koliken“. Wenn Sie ein Baby mit Koliken haben, müssen sie das Zwerchfell entspannen, wenden sie sehr leichte Massage den Rücken hinunter an, und Sie müssen der Mutter erklären, daß, wenn er eine Luftblase hochsteigen lassen muß, es von allein geschehen wird. Dann ist alles, was man zu tun hat, es aufrecht zu halten. Stellen Sie nur sicher, daß es aufrecht sitzt und reiben sie den Rücken sehr sanft oder hängen Sie es über ihre Schulter. Geben Sie ihm keinen Klaps. Dann wird es rülpsen und das Füttern kann weitergehen, aber im Idealfall gibt es keine Pause zum Aufstoßen, das Baby wird ohne Unterbrechung gefüttert und nach der Fütterung können Sie es aufrecht halten und etwas wird hochsteigen. (Eva Reich: „Prevention of Neurosis: Self-regulation from Birth On“, Journal of Biodynamic Psychology, No. 1, Spring 1980)

Reich war schockiert, als er 1942 in den Parks von New York etwas vollkommen Abwegiges beobachten mußte: es war Mode geworden, Babys in den Kinderwagen auf den Bauch zu legen. (N.N.: „Disastrous Fads in Infant Upbringing“, International Journal of Sex-Economy and Orgone Research, November 1942, S. 276-278; wiederveröffentlicht 1983 in Children of the Future, New York 1983, S. 136-139.) Ein Hohlkreuz, lebenslange Rückenprobleme und Sexualstörungen sind vorprogrammiert. Das habe ich bereits in Projekt „Kinder der Zukunft“ diskutiert.

Der Rücken wird entgegen dem energetischen Orgonom verkrümmt.

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Ich erwähne es erneut, weil ich selbst wieder gehäuft beobachte, daß Babys wie kleine Robben durch die Gegend gekarrt werden. Es scheint geradezu ein Modetrend zu sein.

Eine Studie von Carl E. Hunt, et al. vom National Heart, Lung and Blood Institute (Bethesda, Maryland) zeigt eine Reduktion der Infektionsrate bei Babys, die in Rücken- oder Seitenlage statt auf dem Bauch schlafen. Die Forscher hatten die Daten von 3733 Kindern analysiert, bei denen die Eltern für den 1., 3. und 6. Lebensmonat die jeweils gleiche Schlafposition angegeben hatten. Daneben wurde überprüft, wie oft die Kinder erkrankt waren. Babys, die in Bauchlage schliefen, waren 40% häufiger von Fieber betroffen. Es wird vermutet, daß die wärmere Atemluft Infektionen von Ohren und Atemwegen begünstigt.

Hierzulande ist der Plötzliche Säuglingstod die häufigste Todesursache bei Kindern im ersten Lebensjahr. Die Ursache ist ungeklärt, man spekulierte sogar über genetische Hintergründe… In den Niederlanden hingegen sank die Zahl der Fälle zwischen 1984 und 2004 um 90 Prozent. Das liegt einfach daran, daß den Eltern empfohlen wurde, ihr Kind zum Schlafen nicht auf den Bauch zu legen.

Ein weiteres Folterinstrument, der Schnuller, wurde vor 65 Jahren erfunden.

Schlapp und ruhebedürftig wie wir sind, versuchen wir unsere nach Kontakt und liebevoller Zuwendung schreienden Babys mit Schnullern ruhigzustellen. Der Ersatzkontakt Dauernuckeln kann, man frage einen beliebigen Kinderarzt, jedoch zu Karies, Zahnfehlstellungen und Störungen in der Sprachentwicklung führen. Es kann außerdem zu Ohrinfekten mit nachfolgender Hörbeeinträchtigung, Mandelentzündungen und adenoiden Wucherungen („Polypen“) kommen. Am besten ist es, Säuglingen den Schnuller von Geburt an vorzuenthalten. Spätestens ab dem 7. Lebensmonat sollte er ganz tabu sein.

Insbesondere sollte zu denken geben, daß die Anlage für Sinusitis schon früh durch den Schnuller verankert wird. Durch das ständige Schnullern werden die Nebenhöhlen schlecht belüftet und sind ständiger Keimüberflutung ausgesetzt. Chronische Nasennebenhöhlen-Entzündungen sind eine Volksseuche, die, wie Alexander C. Chester vom Georgetown University Medical Center in einer Studie feststellte, ursächlich mit chronischen Ermüdungszuständen verbunden sind.

Nicht nur das: Schnuller fördern das Suchtpotential des Menschen erheblich:

Wer seinem Baby unhinterfragt bei jeder Unruhe den Gummischnuller in den Mund schiebt, ahnt meist nicht, was er damit möglicherweise bis zum Lebensende des Kindes anrichtet: Er fördert Alkohol-, Tabak-, Drogen und Eßsucht. Dagegen gilt: Lange gestillte Säuglinge rauchen und trinken später bedeutend seltener als nicht oder nur kurz gestillte Kinder, ihr Risiko für Übergewicht schwindet mit jeder weiteren gestillten Woche. Muttermilch ist die allerbeste Suchtprophylaxe.

Amerikanische Forscher haben festgestellt, daß langjähriges Nuckeln das Risiko für Sprachstörungen erhöht.

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, daß sich Anatomie und Funktion des Sprechapparats verzögert entwickeln, wenn Kleinkinder über den normalen Stillzeitraum hinaus an Schnullern oder anderen Gegenständen saugen. Die Forscher um Mary Parada interessierte nun die Frage, inwieweit die dauerhafte Verwendung von Schnullern und Co auch Sprachstörungen verursachen kann. (…) Kinder, die drei Jahre oder länger an einem Schnuller oder Daumen nuckelten, hatten dreimal häufiger Sprachstörungen als Kinder, die bereits früher entwöhnt worden waren. Eltern sollten sich also gut überlegen, ob sie ihr Kind an einen Schnuller gewöhnen wollen.

A.S. Neill ist aufgefallen, daß die Schüler in Summerhill, im krassen Gegensatz zu öffentlichen Schulen, nicht unter Akne leiden. Neill:

Wenn ich Glück für so wichtig halte, dann deshalb, weil ich Entfaltung für wichtig halte. Es ist besser, frei und zufrieden zu sein und nicht zu wissen, was ein Dezimalbruch ist, als Prüfungen zu bestehen und das Gesicht voller Pickel zu haben. Im Gesicht eines freien und glücklichen Jugendlichen habe ich noch nie Pickel gesehen. (Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung, S. 321)

Akne bei Jugendlichen ist direkter Ausdruck einer bioenergetischen Kontraktion:

Amerikanische Wissenschaftler haben entdeckt, warum die Haut bei Streß eher zu Entzündungen und Pickeln neigt: Die Menge an körpereigenen antimikrobiellen Substanzen in der oberen Hautschicht nimmt rapide ab, konnten sie in einer Studie an Mäusen zeigen. Verantwortlich dafür sind wahrscheinlich die erhöhten Streßhormonlevel, die den Transport der im Körper produzierten Antibiotika in die Haut stören.

Die „metrosexuelle“ Zerstörung der Genitalität

25. November 2014

Neulich beim Friseur: Als ich komme, ist gerade ein Kunde fertig. Ein muskulöser, „kerniger“ junger Mann, Marke „Sporn“, mit einer Frisur, die, wenn ich sie trüge, mir mal wieder den Kommentar einhandeln würde: „Peter, Du siehst aus wie ein Neonazi!!“ Aber dieser junge Mann: diese tuntigen Bewegungen und wie er sich mit Haarspray die streichholz-langen Haare zurechtzupft und dann die offenen grünen Stiefeletten (?), die für Travestiekünstler charakteristische Bewegung des Kopfes… Dieses gezierte geschlechtslose Ding, das da am Tresen stand, um zu bezahlen, war sicherlich nicht homosexuell, sondern ein offenbar typisches Exemplar der deutschen Jugend, deren Interesse „Musik und Mode“ ist und deren Leitbild den Namen Karl Lagerfeld trägt. Ein Leben, das sich im Horizont von Deutschland sucht den Superstar abspielt. Eine Umwelt, die fast ausschließlich von Homosexuellen geformt wurde.

Einen kleinen Einblick in das, was die kontaktlosen, von Schuldgefühlen und Selbstzweifeln zerfressenen, denaturierten „liberalen“ politisch-korrekten Wirrköpfe in der zivilisierten Welt auf sexualökonomischer Ebene angerichtet haben, thematisiert der Schriftsteller Joachim Lottmann in einem Interview, das er vor zehn
Jahren dem Stern (45/2004) anläßlich der Veröffentlichung seines Romans Die Jugend von heute gegeben hat:

Bei der heutigen Jugend sei es so, daß „extrem identitätsschwache Muttersöhnchen auf die verunsicherten, viel zu harten Töchter von alleinerziehenden Müttern“ träfen. Die Jugend leide unter „sexuellem Parkinson“, kaum noch einer erreiche „die genitale Phase“.

Damals konnte ich dieser Einschätzung nicht recht folgen, aber fünf Jahre später erschien in der Times ein Artikel über die jungen Männer in Japan, der Lottmanns Einschätzung in ein stärkeres Relief setzte: Girly men of Japan just want to have fun.

Mit 18 träumen japanische Männer davon, nach der Universität ein paar Jahre zu arbeiten und dann eine gutverdienende Frau zu heiraten, sich um den Haushalt und mögliche Kinder zu kümmern und dabei materiell gut versorgt und abgesichert zu sein – durch die treusorgende Ehefrau. Er kleidet sich modisch (teilweise „transgender“) und man könnte ihn als „metrosexuell ohne Testosteron“ bezeichnen. Es wird geschätzt, daß dreiviertel der Männer zwischen 20 und 34 derartige Tendenzen haben. Ungefähr die Hälfte der Männer in dieser Altersgruppe sind unverheiratet und von denen haben nur 20% eine Freundin. 30% hatten in ihrem Leben nie eine Freundin gehabt.

Bereits 2006 berichtete die Tagesschau über das Aufweichen des Patriarchats in Japan. Das „Land des Lächelns“ werde zunehmend zum Land des Weinens. Tränen gelten nun als gut und gesund. Früher verachtete man die Schwachen (siehe dazu Die Massenpsychologie des Buddhismus), heute lernt man, Mitgefühl zu empfinden und sich um sie zu kümmern.

Genitalität ist durch den funktionellen Gegensatz und die funktionelle Identität von Aggression und Hingabe gekennzeichnet. Panzerung bedingt, daß die eine der beiden Variationen die andere behindert. Im Patriarchat blockierte die Aggression die Hingabe, Resultat war Frauenverachtung und Sadismus. In der antiautoritären Gesellschaft von heute ist es umgekehrt und die Männer verweiblichen zunehmend.

Beides ist nicht gleichwertig, denn die „traditionelle“ Panzerungsstruktur führte wenigstens noch zur genitalen Vereinigung (oder zumindest einer Karikatur derselben) und zu Kindern, während die „neue“ Panzerungsstruktur dazu führt, daß sich japanische Soziologen zunehmend Sorgen um die demographische und wirtschaftliche Zukunft ihres Landes machen.

Sexualökonomisch sind die Scheinliberalen weitaus schlimmere Schädlinge, als es der bigotteste Katholik (bzw. traditionelle Japaner) mit seinen „Familienwerten“ jemals sein könnte!

Aber zurück nach Deutschland. 2010 schrieb der Erziehungswissenschaftler und Familientherapeut Wolfgang Bergmann in der Welt über „Jungs von heute – verweichlicht und verweiblicht“.

Kleine Männer wollen laut sein, raufen, sich beweisen und trotzdem geliebt werden. Doch dafür ist in der pädagogisch korrekten Frauenwelt von heute kaum noch Platz. Jungs werden mehr und mehr mit weiblichem Verständnis in Watte gepackt, harmonisiert und verweichlicht.

Für Erzieherinnen gelte: „Kaputte Gegenstände, überhaupt dieser unsensible Umgang mit der feinen Eigenart der Dinge – das ist typisch Junge“. Dem müsse man mit Verboten und Ermahnungen entgegentreten, aber „ganz sanft und weich“ mit Verständnis und freundlichen Anleitungen, „die alle auf dasselbe hinauslaufen: Kreativität und soziale Kompetenz. Wenn ein Kind einen Panzer mit in den Kindergarten bringt, hören sie von der Erzieherin, daß Gewalt keine Lösung sei. Das Gleiche sagen Erzieherinnen, wenn die Kleinen ihre Kämpfe austragen, irgendwas zwischen Rangeln und Hauen. Einmal ist es ernst, ein andermal wieder nicht. Aber die Erzieherinnen können das nicht auseinanderhalten. Für sie ist alles Gewalt.“ Die Männlichkeit selbst wird zu einem Problem, das überwunden werden muß!

Und man glaube nicht, daß hier irgendwo Platz für bedingungslose Liebe ist. Dieser sanfte Alptraum wird ergänzt durch einen unerbittlichen Leistungsdruck, der schon bei Kleinkindern anfängt: immer schön brav lernen und am besten schon vor der Einschulung Lesen und Schreiben beherrschen und die Grundlagen des Englischen und natürlich das kleine Einmaleins. Ich füge hinzu: Dazu wird jede spontane Bewegung umgebogen, in die richtigen Bahnen gelenkt, „sublimiert“. Nach außen hin mag das ganze sanft, weich und vor allem „antiautoritär“ wirken, aber in Wirklichkeit haben wir hier das diametrale Gegenteil dessen vor uns, wofür die Namen „A.S. Neill“ und „Summerhill“ stehen. Und man glaube ja nicht, daß diesen Wesen, den Produkten der neuen Erziehung, trotz aller Ermahnung zur „Kreativität“ auch nur ein origineller und kreativer Gedanke entspringt. So etwas ist nämlich tabu: es ist potentiell gewalttätig und könnte die Gefühle anderer verletzen. Entsprechend haben alle die gleiche angepaßte Meinung. Die Gedanken sind genauso choreographiert wie die Körper.

Ein weiterer Aspekt des ganzen ist schlichtweg das Medium, das wir zusammen gerade benutzen: der Rechner und das Weltnetz.

Dazu ein interessanter Beitrag aus einem Diskussionsforum:

Mein kleiner Cousin hat beide Elternteile, wächst in normalen Verhältnissen auf erfährt keine Gewalt zu Hause…

So jetzt kommt‘s aber, der Kleine ist mittlerweile 11 Jahre alt, aber seit er 6 ist, sitzt der vorm Rechner… Der konnte mit 7 besser mit der Tastatur umgehen als ich damals…

Heute ist er ein Junge wie viele andere bei uns…

Draußen spielen? Fehlanzeige

Handys, PCs, Spielekonsolen, Fernsehrprogramm…

Der Kleine ist verweichlicht…

Als ich 7 war hatte ich einen Gameboy Color und das wars…

Ich habe die meiste Zeit mit meinen Freunden draußen verbracht… Wir hatten zwar damals nicht die Möglichkeiten, die die Kinder der noch älteren Generationen hatten, aber wir haben das beste daraus gemacht…

Wenn‘s uns vom Baum geschlagen hat und wir ne Schürfwunde hatten, wen juckts? Weiterspielen war angesagt…

Mit 10 wurde ich dann (wagt es nicht über meine Eltern zu urteilen) bei Geburtstagsfesten meiner Verwandten mit allen zusammen in eine Raucherwohnung gesteckt… Augen haben gebrannt, könnt ihr euch vorstellen, aber ich hab mir selbst gesagt, da muß ich durch! und wenn‘s mir zuviel wurde, hab ich HÖFLICH gefragt, ob wir gehen könnten…

Hatten erst letzte Woche ein Familienfest bei dem nur 5 Leute in einer Wohnung geraucht haben, meinem kleinen Cousin haben die Augen gebrannt und er hat angefangen zu heulen, als ich raus bin mit ihm und spazieren ging, ist er in eine Pfütze gestanden und wurde dreckig + naß… Er hat wieder geheult…

Als er einen Softball (Faustgröße) an den Brustkorb bekommen hat, hat er angefangen zu weinen…

Als er mal eine Nacht bei jemand anders übernachten sollte, hat er geheult und wollte nicht dort schlafen…

Er sitzt immer noch Tag für Tag mindestens 3 Std. vor dem Rechner und zockt irgendwelche MMO’s

mMn liegt das nicht an der Erziehung, sondern an der übermäßigen Technik die wir haben, wieviele Kinder über 7 seht ihr noch draußen spielen? Vergleicht‘s mal gegen früher…

Ich bin noch eine der jüngeren Generationen, aber ich sehe wie unsere Jugend immer weiter verkorkst wird…

Dieser Tendenz wird nicht etwa entgegengetreten, sie wird noch weiter gefördert!

Wie an anderer Stelle erwähnt, ist Testosteron ein wertvoller und flüchtiger Stoff. Männlichkeit muß immer wieder neu erworben werden und sei es einfach dadurch, daß man sich mit Kraftanstrengung bewegt. Nicht ohne Grund vermännlichen Spitzensportlerinnen – und verweiblichen Medienkonsumenten.

genitalitätjungengewalt

Das erste Massieren

21. Oktober 2014

projektkinderzukunft

Margaret Hildahl: Das erste Massieren


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