Archiv für die Kategorie ‘Die Kinder der Zukunft’

„Ein leichter Schlag auf den Hinterkopf erhöht das Denkvermögen“

6. März 2014

In den Gehirnzellen von Selbstmördern fanden Patrick McGowan (McGill-Universität, Montreal) et al., daß ein Protein, das auf Streßsignale reagiert, bei Menschen, die in ihrer Kindheit Opfer von Mißhandlung waren, in deutlich geringeren Mengen vorhanden ist als bei normalen Menschen. Kindesmißhandlung kann demnach dazu führen, daß die Signalübertragung im Gehirn noch Jahre später beeinfluß wird.

Wenn der Mensch unter Streß steht, aktiviert der sogenannte Glucocorticoidrezeptor NR3C1 bestimmte Systeme im Gehirn, die auf den Streß reagieren. Die Forscher suchten nun in Zellen der Gehirnregion Hippocampus von Suizidopfern nach Kopien des genetischen Bauplans für das entsprechende Rezeptor-Protein, mRNAs genannt. Sie sind unverzichtbar für den Aufbau des Proteins. Das Ergebnis: Bei den Menschen, die als Kind Mißhandlungen erlitten hatten, fanden sich deutlich weniger Rezeptor-mRNA-Kopien als bei denjenigen Suizidopfern, die nicht mißhandelt worden waren. Die Forscher schließen daraus, daß im Gehirn der Mißhandlungsopfer auch wesentlich weniger Rezeptoren gebildet wurden.

Die Kinder panzern sich ab und das beeinflußt ihre gesamte Biochemie. Wenn du ein Kind schlecht behandelst, veränderst du seinen gesamten biologischen Aufbau. Es wird ein vollkommen anderes Wesen, praktisch eine andere Spezies: aus Homo sapiens wird Homo normalis.

Daß Gewalterfahrungen in der frühen Kindheit die gesamte Biochemie des Körpers und sogar die Struktur des Gehirns verändert, wurde durch eine Langzeitstudie an der University of New Hampshire bestätigt. Schläge beeinflussen die Gehirnfunktion des Kindes langfristig. Der Streß erzeugt ängstliche, schreckhafte Kinder, was wiederum zu einem geringeren Intelligenzquotienten führt.

spankingDie Studie zeigte, daß nach vier Jahren der IQ von 2- bis 4-jährigen Kindern, die nicht geschlagen wurden, um fünf Punkte über jenen lag, die diese Gewalterfahrung machen mußten. Bei der Gruppe der 5- bis 9-jährigen waren es 2,8 Punkte.

Je mehr geprügelt wird, desto langsamer ist die geistige Entwicklung des Kindes, wobei sich auch kleine Unterschiede im Umfang der Gewalt auswirken. Und je mehr Jahre das Kind geprügelt wird, desto verheerender ist der Intelligenzverlust.

Zudem fanden die Forscher einen geringeren durchschnittlichen IQ der Bevölkerung in Ländern, in denen das Schlagen von Kindern noch gang und gäbe ist.

Zwangsjacken für die Kinder der Zukunft

15. Februar 2014

Schon mal den Begriff „Pucken“ gehört? Wird immer beliebter! Es handelt sich dabei um das enge Einwickeln von Babys. Im englischen Sprachraum „Swaddling“. Es wird neuerdings wie folgt gepriesen: „Ihrem Baby wird dadurch eine ähnliche Umgebung wie in der Gebärmutter gewährt, es fühlt sich wie in einem kuschelig-engen Tragetuch, es ist in seinen Bewegungen begrenzt, so wie es dies neun Monate lang gekannt hat, und hat dadurch viel mehr Vertrauen in seine neue Umgebung.“

Tatsächlich soll diese Zwangsjacke für Neugeborene das tun, was später die Körperpanzerung „automatisch“ macht: die lebendige Bewegung und die bioenergetischen Impulse, die hinter ihr stehen, abwürgen, um für Ruhe zu sorgen. In den 1940er Jahren zählte Reich das Pucken zu den glücklicherweise längst überwundenen Praktiken einer lebensfeindlichen Erziehung a la Schreber:

Die rein mechanische Pflege erfüllt natürlich in keiner Weise die emotionellen Bedürfnisse des Säuglings. (…) Ich sehe hier von den schädlichen Säuglingspflegearten ab, die die moderne Erziehung bereits aus der Welt geschafft oder noch zu bekämpfen hat: die strenge Einteilung der Nahrungsmenge und der Nahrungszeiten (…), gewaltsame Streckung der Beinchen durch festes Wickeln wie vor 30 Jahren, Verweigerung der Brust in den ersten 24 Stunden in manchen Hospitälern, Überhitzung der Säuglingsräume, die Routinebehandlung von Säuglingen in großen Anstalten, das „Ausschreienlassen“ etc. Solche Zwangsmaßnahmen sind Ausdruck lebensfeindlicher Einstellungen von Eltern und Ärzten. Sie schädigen die biologische Selbststeuerung des Organismus sofort nach der Geburt und legen die Grundlage zur späteren Biopathie, die dann als hereditäre Belastung verkannt wird. Dies ist heute bereits Allgemeingut des Wissens, wenn auch noch nicht Gemeingut der praktischen Säuglingspflege (Der Krebs, Fischer TB, S. 384, Hervorhebungen hinzugefügt).

Wer hätte ahnen können, daß heute das Pucken als das Nonplusultra fortschrittlicher Säuglingspflege gelten würde! Das American College of Orgonomy hat 2009 zu diesem Thema eine Veranstaltung abgehalten:

Zwei der Konzepte, die zentral für die gesunde kindliche Entwicklung sind, sind spontane Bewegung und die Freiheit des emotionalen Ausdrucks. Diese natürlichen Formen des Ausdrucks müssen zugelassen werden und sind unerläßlich, wenn man will, daß er sein oder sie ihr volles Potential entwickeln und das Leben genießen kann.

Wir alle wissen, daß die meisten Kinder – in vielerlei Hinsicht – einen Anfang hatten, der sie gehemmt hat. Aber heute gibt es einen weiteren Angriff auf die hilflosen Jüngsten – das Pucken. Es wird weltweit mit Begeisterung angenommen und diese unmenschliche Praxis wird fast ausschließlich von wohlmeinenden Eltern durchgeführt. Es wird ihnen gesagt, und sie glauben das auch noch, daß Kinder gerne gewickelt werden wollen!

Warum ist das Pucken so beliebt? Welche Schäden richtet es an und warum sind Eltern derartig willig, es zu akzeptieren? Kinderärzte, Hebammen, Krankenschwestern und Erzieher empfehlen es, und die Medien verkünden mit Begeisterung seinen Wert. Daß sich diese Methode derartig weit verbreitet hat, spricht eindeutig für tiefere Probleme in unserer Gesellschaft.

Im Journal of Orgonomy Vol. 47, No. 1 nennt Charles Konia zwei Gründe:

Aufgrund des Zerfalls der Gesellschaft fehlt den heutigen angehenden Müttern meist das Vorbild ihrer eigenen Mütter und Großmütter. Außerdem sind sie weniger in Kontakt mit ihren eigenen Gefühlen und brauchen deshalb den Rat angeblicher „Experten“. Diese geben Ratschläge, etwa das Pucken, die jeder kontaktvolle Erwachsene sofort als destruktiv durchschauen müßte. Hinzu komme, so Konia, daß in der antiautoritären Gesellschaft die Menschen weniger Körperpanzerung (und zum Ausgleich mehr Augenpanzerung) haben, so daß sie deshalb einen weitaus höheren Angstpegel haben als frühere Generationen. Die freie Beweglichkeit eines ungepanzerten Säuglings macht ihnen Angst, – weshalb sie mit dem Wickeln der Babys zu einem festen Paket diese künstlich abpanzern. Es wird vorgegeben, dies würde den Babys ein Gefühl der Sicherheit geben, tatsächlich sind es aber die Eltern, die sich dadurch sicherer fühlen.

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DAS ist die Emotionelle Pest!

Die Kinder der Zukunft und die Genetik (Teil 3)

29. Januar 2014

cancer22009 wurden in der Februar-Ausgabe der Ärztezeitschrift Info Neurologie & Psychiatrie die Forschungsergebnisse der Entwicklungspsychologin Prof. Dr. Bea van den Bergh von der Universität Tilburg (Niederlande) vorgestellt. Seit 1986 hatte sie in einer bis dahin einzigartigen prospektiven Langzeitstudie an Schwangeren und in den folgenden zwei Jahrzehnten an deren Kindern aufzeigen können, daß bereits im Uterus entscheidende Weichenstellungen für die spätere psychische Gesundheit gestellt werden.

Schon in der 36. Schwangerschaftswoche fanden sich bei den Föten, deren Mütter eine erhöhte Ängstlichkeit aufwiesen, vermehrt Kindsbewegungen und reduzierter Tiefschlaf. Pränatale Angst der Mutter war auch während der weiteren Kindheit und Adoleszenz mit Auffälligkeiten korreliert. So zeigten die Betroffenen als Säuglinge bereits ein auffälliges Verhalten hinsichtlich Irritierbarkeit, Temperament und Aktivität. Mit acht bis neun Jahren erklärte die pränatale mütterliche Ängstlichkeit nach Kontrolle konfundierender Variablen 17-22% der Varianz hinsichtlich von ADHS-Symptomen, extrovertiertem Verhalten und Angst.

Zu den Ergebnissen der Studie zählt beispielsweise, daß 14-15jährige Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft ängstlich waren, eine erhöhte und im Tagesverlauf flachere Kurve von Kortisolausschüttung aufwiesen. Die Mädchen zeigten hier eine Korrelation mit depressiven Symptomen. Bei kognitiven Tests, bei denen die Aufmerksamkeit gemessen wurde, schnitten die entsprechenden 17jährigen schlechter ab. Stichwort „ADHS“. Später, mit 20jährigen, konnte die mangelnde Filterung bzw. das Abbremsen („Inhibition“) von „störenden Stimuli bei Abwesenheit eines externen Signals“ mittels Bildgebungsverfahren („funktionelle Magnetresonanztomographie“) bestätigt werden: es wurden „präfrontale Aktivierungsunterschiede“ nachgewiesen. Was nichts anderes bedeutet, als das die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigt wurde!

Auf die Frage, welche Konsequenzen diese Ergebnisse für die Prävention psychischer Erkrankungen haben, antwortet Prof. van den Bergh:

Zum einen sollte man sich bewußt machen, daß Streß während der Schwangerschaft ein Risiko für das Kind bedeutet. Wenn man epigenetische Effekte berücksichtigt, gilt das sogar für die Bedingungen vor der Schwangerschaft. Prävention beginnt daher bereits im Kindes- und Jugendalter im Hinblick auf die nächste Generation. Spätestens während der Schwangerschaft sollte aber mit der Prävention begonnen werden.

Siehe dazu den ersten und zweiten Teil dieser Serie von Blog-Einträgen. Die Forschungen von Bea van den Bergh befinden sich in einem Ausmaß mit Reichs entsprechenden Ausführungen in Der Krebs in Übereinstimmung, daß man geradezu von orgonomischer Wissenschaft sprechen kann.

Frederica Perera (Columbia University, New York) et al. berichten, daß Smogschäden erblich sind, d.h. Asthma bereits in der Gebärmutter beginnen kann, wenn die Mütter einer starken Abgasbelastung ausgesetzt sind. Die Abgase verändern bei ungeborenen Kindern molekulare Markierungen auf der DNA, d.h. es kommt zwar nicht zu Mutationen, jedoch zu Änderungen der Expression des Lungen-Gens ACSL3 aufgrund der molekularen Markierung des Gens. Diese „Methylierung“ beeinflußt, wie oft das Gen zum Einsatz kommt und in ein Protein übersetzt wird. Solche Eigenschaften, die vererbbar sind, aber nicht direkt mit dem DNA-Code zusammenhängen, werden als epigenetische Informationen bezeichnet. Die Forscher stellten fest, daß die Veränderungen der Methylierung in den Zellen der Kinder mit der Höhe der Schadstoffbelastung der Mütter zusammenhingen. Diese Ergebnisse liefern einen weiteren Beleg für epigenetische Effekte, die in der Vererbungslehre eine immer größere Rolle spielen.

Die Kinder der Zukunft und die Genetik (Teil 2)

29. November 2013

Reichs Alternative zur Genetik, war die „transgenerationale Epigenetik“, d.h. er wollte die Frage der Vererbung durch die Erfahrungen des Embryos im Uterus erklären. Siehe den Abschnitt „Eine Bemerkung zur Vererbungsfrage“ in Der Krebs.

Junko Arai (Tufts University, Boston) et al. ist der definitive Nachweis dieser Art der Vererbung gelungen. Sie konnten zeigen, daß Mäuse mit einem genetisch bedingten Gedächtnisdefekt nicht nur diesen Fehler in der DNA erben, sondern auch, was die Eltern gelernt haben. Der Effekt zeigte sich sowohl im Verhalten der Tiere als auch in physiologischen Untersuchungen ihrer Gehirnzellen:

Die untersuchten Mäuse hatten einen Defekt in einem Gen namens Ras-GFR1, der ihr Erinnerungsvermögen beeinträchtigte. Sie zeigten nach 24 Stunden keine Angst mehr vor Orten, an denen sie zuvor Stromschläge erhalten hatten – gesunde Artgenossen erinnerten sich dagegen nur zu gut daran. Die Gedächtnisschwäche wurde jedoch vollständig geheilt, wenn die Forscher die Mäuse kurz nach Geburt für zwei Wochen einer besonderen Umgebung aussetzten: Bunte Spielsachen, Bewegung und der Kontakt mit anderen Mäusen regten die Gedächtnistätigkeit an. Auch die gemessene Aktivität in der betroffenen Hirnregion normalisierte sich dadurch vollständig.

Die US-Forscher waren nun einigermaßen konsterniert, als sie feststellen mußten, daß auch Jungtiere von der Therapie profitierten, die nicht sie selbst, sondern ihre Mütter Monate zuvor erfahren hatten.

Obwohl die Tiere denselben Gendefekt trugen und direkt nach Geburt von ihrer Mutter getrennt wurden, wiesen sie für über einen Monat eine normale Gedächtnisaktivität auf. Das von der Mutter Erlernte wurde also während der Schwangerschaft auf die Nachkommen übertragen.

Die (1.) individuelle Erinnerung, (2.) die kulturelle Erinnerung (Mneme), (3.) die oben beschriebene epigenetische Vererbung und schließlich (4.) die genetische Vererbung sind in einer Hinsicht funktionell identisch:

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Siehe dazu meine Ausführungen in Biopathien und die Gene.

Um das Projekt „Kinder der Zukunft“ erfolgreich bewältigen zu können, müssen alle vier Ebenen bewältigt werden. Das umfaßt (1.) die Psychotherapie des Einzelnen, (2.) die Aufklärung der Gesellschaft, (3.) eine umfassende perinatale Betreuung und (4.) eine individuelle Betrachtung des „Stoffes“ aus dem jeder Einzelne von uns gemacht ist (diesen Punkt habe ich in Teil 1 ausgeführt).

Die Kinder der Zukunft und die Genetik (Teil 1)

28. November 2013

Reich war ein Todfeind der Genetik, die für ihn kaum mehr war als „Naziwissenschaft“, da sie Menschen als „erblich belastet“ stigmatisiert, und pseudowissenschaftlicher Humbug, da zu seiner Zeit, also vor Entdeckung der DNA, „Gene“ kaum mehr waren als ein Wort. Er wehrte sich vehement dagegen, in der Biologie unveränderbares „Schicksal“ zu sehen:

Die meisten krankhaften Charaktereigenschaften ließen sich [in seiner Forschung] eindeutig auf Frühwirkung der Erziehung durch Identifizierung und frühe Sexualstauung zurückführen. Die „Vererbung“ von biopathischen Charaktereigenschaften ist also postnatale Wirkung. (Der Krebs, Fischer TB, S. 294)

Ohnehin sei die Genetik die Antwort schuldig geblieben, „an welchen biologischen Funktionen [die Vererbung] abläuft. Mit den Heinzelmännchen der ‚Gene’ können wir allen Ernstes doch weder theoretisch noch praktisch das geringste anfangen“ (ebd., S. 293f).

Die Entwicklung seit den 1940er Jahren hat Reich auf spektakuläre Weise unrecht gegeben. Andererseits kann die Genetik eine zentrale Rolle in Reichs Projekt „Kinder der Zukunft“ spielen, d.h. in der weitestgehenden Beseitigung „krankhafter Charaktereigenschaften“ auf Massenbasis.

Reichs Konzept zufolge haben alle Kinder ungefähr die gleichen Grundbedürfnisse, die erfüllt werden müssen, damit am Ende eine weitgehend un-neurotische Gesellschaft steht. Die Genetik hat nun gezeigt, daß jedes Kind mit festumrissenen Schwachstellen, etwa einen Hang zum Drogenmißbrauch, „erblich belastet“ ist – und daß man entsprechend jedes Kind individuell und auf sehr spezifische Weise fördern kann.

Man könnte natürlich auch an eine futuristische „Gentherapie“ denken, doch spätestens hier greift Reichs Kritik an der Genetik tatsächlich, denn es zeigt sich zunehmend, daß das Funktionieren der Gene viel zu verwickelt ist, als daß sie sich ungestraft mechanisch manipulieren ließen. Beispielsweise kann ein Gen mehrere Funktionen haben. Gene sind nur sehr entfernt mit der Software eines Computers vergleichbar, wo die Veränderung auch nur eines Kommazeichens klar definierte Konsequenzen hat.

Eine Studie der University of Georgia, die erste Langzeituntersuchung in diesem Bereich überhaupt, konnte nachweisen, daß Jugendliche mit einer bestimmten Genvariante zwar signifikant anfälliger für Drogenkonsum sind, dies aber durch einen unterstützenden Erziehungsstil der Eltern wettgemacht werden kann. Umgekehrt steigt die Anfälligkeit für Drogenkonsum von erblich nicht belasteten Jugendlichen leicht an, wenn sie dem gleichen Erziehungsstil ausgesetzt waren. (Vielleicht fühlten sich diese Kinder eingeschränkt und bevormundet.)

Bei dem Gen handelt es sich um das „Serotonin-Transporter-Gen 5HTT“. Etwa 40 Prozent der Bevölkerung verfügt über eine kurze und eine lange oder sogar nur über zwei kurze Kopien von 5HTT, während zwei lange Kopien nötig sind, um eine optimale Serotonin-Versorgung des Gehirns zu garantieren. Serotonin-Mangel wird mit höherer Streßanfälligkeit und einem größeren Hang zu Depressionen in Zusammenhang gebracht.

Man stelle sich einmal vor, wir könnten eines Tages durch Gentherapie die 40 Prozent vermeintlich „Erbkranker“ heilen! Es könnte sein, daß damit die Menschheit sozusagen geistig kastriert wird, weil vielleicht genau jene „genetische Disposition“ beseitigt wurde, die uns Michelangelo oder Einstein geschenkt hat; Menschen, die mit dem Status Quo unzufrieden sind und deshalb unermüdlich neuen Horizonten zustreben.

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The Journal of Orgonomy (Vol. 46, No. 2, Fall 2012/Winter 2013)

9. November 2013

In einer dänische Studie von 2008 (Esbjorn et al.) wurden die Daten von Kindern in psychiatrischen Einrichtungen mit denen der Gesamtbevölkerung abgeglichen. Es konnte gezeigt werden, daß es einen eindeutigen Zusammenhang gibt zwischen der Trennung der Eltern und dem Bedarf ihrer Kinder nach einer psychiatrischen Behandlung.

Einer schwedischen Studie von 2003 (Weitoft et al.) zufolge haben Kinder, die nur bei einem Elternteil leben, nicht nur ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen und insbesondere Abhängigkeitserkrankungen, sondern auch ein erhöhtes Risiko für körperliche Krankheiten. Außerdem sind sie häufiger Opfer von Unfällen und Suiziden.

Und selbst wenn die Familie formal intakt bleibt, ist sie doch im Kern marode. Im Moment erleben wir, unterstützt von Leuten, die ansonsten „die Natur“ vor menschlichen Eingriffen bewahren wollen, ein gigantisches biologisches Experiment: die Neudefinition der Familie und der Geschlechterrollen.

Dazu das Buch von Kurienkardinal Paul Josef Cordes: Die verlorenen Väter, das sich aufgrund der neuesten Forschungsergebnisse dagegen wendet, den Vater zu einer „zweiten Mutter“ zu machen. Mit dieser „emanzipatorischen“ Vorgehensweise wird der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes irreparabler Schaden zugefügt, da der Weg zum „Du“, das der Vater im Gegensatz zur symbiotischen Mutter repräsentiert, verbaut wird.

Linke Freiheitskrämer sind strukturell unfähig bioenergetisch zu empfinden und entsprechend rational zu handeln. Hinzu kommt ihre permanente Revolte gegen „den Vater“, die sie alles organisch Gewachsene zerstören läßt (vgl. Der politische Irrationalismus aus orgonomischer Sicht).

In seinem Aufsatz „Fathers: A Forgotten Natural Role“ (S. 65-84) setzt sich Peter Crist, Präsident des American College of Orgonomy mit dem Zerfall der Vaterrolle in der anti-autoritären Gesellschaft, also seit etwa 1960 auseinander. Er verweist beispielsweise auf Fernsehserien. In der 1950er Jahren drehte sich in den im Fernsehen dargestellten Familien alles um den lebenserfahrenen Vater in seiner Rolle als gutmütiger Patriarch, der in alle möglichen komischen Situationen kommt, weil die Welt um ihn herum unreif und infantil ist: „Papa wird es schon richten!“ Heute ist es in solchen Serien, man denke insbesondere an Die Simpsons, genau umgekehrt: Familienvater Homer ist ein infantiler Trottel, der keinerlei Autorität ausstrahlt und über den alle lachen.

Das Fatale an diesen „neuen Vätern“ (wenn es denn überhaupt noch einen Vater im Leben des Kindes gibt!) ist, daß sie (und damit alle Autoritätspersonen – und -institutionen), nicht etwa mehr geliebt werden, als der einstige Haustyrann, sondern ganz im Gegenteil vielmehr der Haß ins unermeßliche wächst. Es gibt im Kern der anti-autoritären Gesellschaft einen sich selbstverstärkenden Mechanismus, der jede Form von Gesellschaft zerstören muß. Die „neuen Väter“ werden gehaßt, weil sie ihre natürliche Rolle, Orientierung in einer dem Kind noch so fremden Welt zu bieten, nicht ausfüllen und nicht den sekundären Strebungen des Kindes Einhalt gebieten, so daß sich dessen primäre und ungemein mehr Befriedigung bringenden Strebungen entfalten können. Letztendlich werden sie gehaßt, weil sie das Kind auf eine weit fundamentalere Art und Weise verraten, als es die autoritären Väter einst getan haben.

Im übrigen muß man es am eigenen Leib erfahren haben, mit welcher geradezu verzweifelten Intensität sich die Kinder alleinerziehender Mütter, insbesondere die Söhne, an den neuen Partner der Mutter klammern. Ihnen fehlt etwas Fundamentales im Leben, das ihnen von keiner Mutter der Welt und auch von keiner „alternativen Familienkonstellation“ jemals gegeben werden kann.

Interessant ist, was Crist (bzw. eine Vertrauenslehrerin, mit der Crist gesprochen hat) über Mädchen zu berichten hat:

Sie sprach darüber, wie die Mädchen reagieren, wenn ihre Väter emotional oder physisch nicht anwesend sind. Es gäbe zwei Wege, die die Mädchen einschlagen: entweder leben sie es aus in einer sexuell promiskuitiven Weise, was sie nicht oft beobachtet; oder, und das ist, was sie sieht, die Mädchen haben das Gefühl, in allem hervorragend sein zu müssen. Dies führe zu Verhalten wie dem Ritzen und zu Eßstörungen, um so die Aufmerksamkeit und Anerkennung zu erhalten, die sie zu Hause nicht bekommen. (S. 73)

Von meinen eigenen Beobachtungen und Eindrücken her kann ich das nur vollauf bestätigen. Mädchen haben heute ein Selbstgefühl weit unterhalb der Grasnarbe und versuchen alles, um zu zeigen, daß sie doch mehr wert sind als das Verdauungsprodukt von Kakerlaken. Willkommen in der schönen neuen emanzipierten, feministischen Welt, die uns die 68er hinterlassen haben! Der Preis für die „Freiheit“ und „Selbstverwirklichung“, die uns versprochen wurden, sind unglückliche Kinder, die wiederum ihre eigenen Kinder unglücklich machen werden.

Epigenetik, Immunsystem, Sympathikotonie

24. Oktober 2013

Bei der Untersuchung von Kindern zwischen 9 und 14 Jahren haben Forscher der Universität von Wisconsin gezeigt, daß sich Streß und Mißbrauch in der frühen Kindheit noch nach Jahren im Immunsystem nachweisen lassen. Im Vergleich zu Altersgenossen zeigten diese Kinder höhere Werte von Antikörpern gegen ein bestimmtes Herpesvirus, was als Anzeiger für eine Belastung des Immunsystems gilt.

Bei den Kindern mit traumatischen Erlebnissen in der frühen Kindheit beobachteten die Forscher auch nach Jahren in stabilen Verhältnissen noch erhöhte Werte bei den Antikörpern. Dies lasse darauf schließen, daß die Prägung, die das Immunsystem durch extremen Streß in den ersten Lebensjahren erhalte, sich auch im späteren Leben noch auswirke, erklären die Wissenschaftler.

Zwei weitere Studien haben derartige Zusammenhänge bis auf die Schwangerschaft zurückgeführt. Eine Studie der University of Montreal zeigte, daß bei erwachsenen Männern das Niveau von vier „Cytokinen“, Proteine, die auf Entzündungen hinweisen, im Blut niedriger war, wenn die Betreffenden in ihrer Kindheit und Jugend eine besonders hohe Aggressivität zeigten. Es sei bei ihnen zu entsprechenden epigenetischen Veränderungen gekommen.

Was für derartige Veränderungen verantwortliche ist, hatte zuvor eine Studie der McGill University, ebenfalls in Kanada, gezeigt. Männer mit einer aggressiven Vergangenheit haben meist Mütter, die gewöhnlich bei der Geburt ihres ersten Kindes sehr jung waren, ein niedriges Bildungsniveau hatten und oft mit psychologischen (= emotionalen) Problemen zu kämpfen hatten und unter Suchtproblemen litten. Die Probleme, die diese Mütter durchmachten, könnten die Genaktivität ihrer Söhne beeinfluß haben und so indirekt u.a. die Entwicklung von deren Gehirn und Immunsystem.

Wie das Autonome Nervensystem ist auch das Immunsystem Teil des „Plasmatischen Systems“. Es ist ein Teilaspekt der, wie Reich es nannte, „Amöbe im Menschen“. Ein gestörtes Immunsystem deutet deshalb auf eine grundlegende energetische Kontraktion des Organismus hin, aus der er sich nur schwer wieder lösen kann. Was Mediziner messen, ist nichts anderes als einer der zahllosen somatischen Aspekte der Panzerung. Psychologen stoßen entsprechend auf psychische Deformationen. Was unberührt bleibt ist die zugrundeliegende energetische Kontraktion („Sympathikotonie“), die im sich entwickelnden Organismus verankert wird, indem die besagte „innere Amöbe“ von außen gepeinigt und in die Resignation getrieben wird:

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Softdrinks und ORANUR

21. August 2013

Das folgende ist eine Fortführung von Kaffee und ORANUR.

Shakira F. Suglia (Columbia University, New York) et al. haben herausgefunden, daß Softdrinks wie Cola und Fanta Kinder aggressiv machen. In den USA liegt der Pro-Kopf-Verbrauch dieser Giftbrühe bei 170 Litern, bei uns bei 98 Litern.

Ältere Studien mit Jugendlichen hatten gezeigt, daß Softdrinks mit Aggressionen, Depressionen und Selbstmordgedanken in Verbindung stehen. Die neue Studie untersuchte fast 3000 Fünfjährige. Dabei zeigte sich, daß mit jedem Schluck die Kinder ein aggressiveres Verhalten an den Tag legten:

Die betroffenen Kinder machten häufiger Sachen kaputt, gerieten in Streit oder griffen andere an. Die Aufmerksamkeit hingegen litt nur bei jenen Kindern mit dem höchsten Limonadenkonsum. Die Forscher erfragten auch, ob die Kleinen sich von ihrer Umwelt abkapselten. Hier zeigte sich für diejenigen Kinder ein statistisch signifikanter Zusammenhang, die zweimal oder viermal und häufiger am Tag Softdrinks zu sich nahmen.

Als Ursachen bieten sich an: der hohe Zuckeranteil, der Koffeingehalt und weitere Zusatzstoffe wie Aspartam oder Phosphorsäure. Man kann da lange spekulieren und forschen. Was bleibt, ist der Fakt, daß unsere Zivilisation von Stoffen und Energien bestimmt wird, die genau so wirken, wie Reich das ORANUR beschrieben hat: die natürliche Orgonenergie reagiert auf Übererregung, indem sie wütend zurückschlägt. „Sie wird sozusagen wahnsinnig und läuft Amok“ (Reich: Ausgewählte Schriften, Köln 1976, S. 431). Unsere Kinder sind, bis sie als Erwachsene von der Gesellschaft vollkommen psychisch und körperlich zugerichtet („verpanzert“) werden, kaum mehr als Säcke von Orgonenergie – und spiegeln entsprechend energetische Prozesse unmittelbar wider. Sie sind Opfer einer Gesellschaft, die seit Anfang der 1940er Jahre konsequent das Orgon von sich gewiesen hat und dem „Atom“ vollkommen verfallen ist, sei es in Form von Strahlung oder in Form von Chemie:

Was ist falsch an der Denkweise der Teenager?

18. August 2013

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über die Auswirkung des mechano-mystischen Weltbildes auf das Verhalten von Jugendlichen:

Was ist falsch an der Denkweise der Teenager?

Is deine Mudda eine uncoole Asoziale?

27. Juni 2013

„Säuglinge, die gestillt werden, haben später bessere Chancen zum sozialen Aufstieg und sind weniger vom Abstieg bedroht.“ So lautet die Zusammenfassung der Ergebnisse einer englischen Studie (Amanda Sacker vom University College London).

Sacker und ihre Kollegen zufolge lägen bereits viele Untersuchungen vor, die auf einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Stillen und geistigen Leistungen im Erwachsenenalter hinweisen. Darüber hinaus gäbe es Hinweise, daß auch die spätere Persönlichkeit, die Fähigkeit zur Selbstkontrolle, die Streßanfälligkeit und das Immunsystem beeinflußt werden. Auf der Basis von Daten von 35 000 Menschen wurde nun untersucht, wie sich das Stillen auf die soziale Mobilität auswirkt. Dazu wurden zwei Jahrgänge untersucht: der von 1958 (als noch zwei Drittel der Kinder gestillt wurde) und der von 1970 (als es nur noch ein Drittel war).

„Die Ergebnisse zeigen, daß Stillen durchgehend mit einer erhöhten Chance auf einen sozialen Aufstieg verbunden war“, berichten die Forscher. Die Stillkinder schafften es 24 Prozent häufiger, ihre gesellschaftliche und wirtschaftliche Position gegenüber der ihrer Eltern zu verbessern. Umgekehrt war ihr Risiko, sozial abzusteigen, um 20 Prozent geringer als bei ehemaligen Flaschenkindern. Dieser Zusammenhang sei um so auffallender, weil er in beiden Jahrgängen nahezu gleich stark ausgeprägt war – und das, obwohl sich diese deutlich unterschieden, betonen die Wissenschaftler. (…)

„Unsere Studie belegt damit, daß das Stillen nicht nur gesundheitliche Vorteile für die Kinder bringt, sondern ihnen auch lebenslange soziale Vorteile verschaffen kann“, konstatieren Sacker und ihre Kollegen. Ein ursächlicher Zusammenhang liege dabei nahe. Denn immerhin bei gut einem Drittel der gestillten Aufsteiger stellten die Forscher auch eine erhöhte Intelligenz und Streßresistenz fest. Da bekannt ist, daß das Stillen die Hirnentwicklung und Intelligenz fördert, könnte die Ernährung an der Mutterbrust auf diesem Wege zum sozialen Aufstieg beitragen. „Vielleicht ist es auch die Kombination aus engem körperlichen Kontakt und den speziellen Nährstoffen, die den gestillten Kindern ihre Vorteile auch im späteren Leben verschafft“, mutmaßen die Forscher.

Reich sprach in diesem Zusammenhang von der überragenden Bedeutung des orgonotischen Kontakts zwischen Mutter und Kind.

Bereits 2007 zeigte eine englischer Forschungsbericht (Richard Martin et al. von der sozialmedizinischen Fakultät der University of Bristol), daß Menschen, die als Babys an der Mutterbrust gestillt worden sind, im späteren Leben signifikant sozial erfolgreicher sind als „Flaschenkinder“.

Zu diesem Schluß gelangten die Wissenschaftler, als sie Daten einer Studie auswerteten, die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg begann. Die „Boyd-Orr Cohort Study“ hatte fast 5000 britische Babys erfaßt, die zwischen 1937 und 1939 zur Welt gekommen waren. (…) Aus diesem Datenschatz konnten Richard Martin und sein Team nun Rückschlüsse über den Zusammenhang zwischen der Ernährung im Säuglingsalter und dem späteren sozialen Status ziehen. Insgesamt war mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer gesellschaftlich erfolgreicher als ihre Eltern. Dabei hatten die ehemaligen Stillkinder um 41 Prozent höhere Chancen, sich sozial zu verbessern. Mehr noch: Je länger ein Kind gestillt wurde, desto besser waren seine Aussichten.

2009 hat eine spanische Studie (Cristina Sánchez et al. von der Universität von Extremadura) gezeigt, wie paßgenau die Muttermilch auf das Kind (und übrigens auch auf die Bedürfnisse der Mutter, etwa nach ungestörtem Schlaf!) abgestimmt ist. Einem Kind Muttermilch zu geben, die am Morgen „abgepumpt“ wurde, wäre ebenso, als würde man vor der Schlafenszeit Kaffee zu sich nehmen. Morgens enthält die Muttermilch nämlich stimulierende Substanzen, während die Abendmilch mit ihren Inhaltsstoffen das Baby beruhigt und bei der Einleitung der Schlafphase behilflich ist.

Mütter, die freiwillig auf das Stillen verzichten, sind einfach nur uncoole Asoziale:

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