Besprechung von Andreas Peglau: RECHTSRUCK IM 21. JAHRHUNDERT (Teil 2)

Im zweiten Teil des Buches wird auf etwa 70 Seiten Reichs Faschismusanalyse von 1933 auf das Jahr 2017 übertragen. Peglaus Analyse ist durchweg nachvollziehbar. Kunststück, denn Reichs Analyse ist noch genauso stichhaltig, wie sie es 1933 war. Auf die Türkei Erdogans kann man sie 1:1 ohne jeden Abstrich übertragen. Peglau macht das für Deutschland und muß deshalb den Kontrast voll aufdrehen, so daß das Bild merkwürdig irreal wird, geradezu „psychedelisch“. Beispielsweise kommt man bei dem Thema „Sexualunterdrückung“ heutzutage nicht sehr weit und muß wirklich alle denkbaren entsprechenden Überbleibsel der autoritären Gesellschaft herbeizitieren. Beispielsweise die Kirche als sexualfeindliche Institution anzuführen, ist geradezu abenteuerlich. Jugendliche und Kinder haben heute mit ganz anderen sexualfeindlichen Instanzen zu kämpfen, etwa die Medien, die ein vollständig unrealistisches Körperbild vermitteln, allgegenwärtige Pornographie und abwegigste Fehlinformationen in Sachen Sexualität, die mit einem „wissenschaftlichen“ Anspruch daherkommen. Kinder- und Jugendpsychotherapeuten werden zurzeit von Patienten geradezu überrannt, die Probleme mit ihrer „Geschlechtsidentität“ haben. „Erfüllende Sexualität und Partnerschaft“ (S. 116) werden heute insbesondere durch den Feminismus gefährdet. Wie viele junge Mädchen verwandeln sich von einem Tag auf den anderen von hoffnungsvollen, rehäugigen zukünftigen Müttern, in häßliche, haßzerfressene, keifende Furien mit grüngefärbten Haaren und ausschließlich zwei „Argumenten“ („Rassist“ und „Sexist“)?

Reich lebte 1931 und 32 in der „Sexhauptstadt der Welt“, Christopher Turner beschreibt das lang und breit in seinen Adventures in the Orgasmatron, doch in Reichs Massenpsychologie des Faschimus findet sich so gut wie nichts über diese Subkultur, – weil sie zur damaligen Zeit massenpsychologisch vollkommen irrelevant war. Heute gibt es zweifellos all das, was Peglau an „rechten Umtrieben“ beschreibt, doch die sind in der antiautoritären Gesellschaft genauso irrelevant, wie es zu Reichs Zeiten Magnus Hirschfelds Transgender-Freaks waren!

Unglaublicherweise bringt Peglau sogar das englische Rotherham vor (S. 73), um die anhaltende Sexualunterdrückung im Westen zu illustrieren. Über viele Jahre wurden dort 1400 ausschließlich indigene Kinder von ausschließlich „asiatischen Männern“ (Pakistani und andere Moslems) sexuell mißbraucht und zur Prostitution gezwungen. Peglau erwähnt das mit keinem Wort, – daß die Täter Moslems waren, daß sie jahrelang unbehelligt agieren konnten, weil die zuständigen Stellen nicht als „rassistisch“ dastehen wollten und daß das ganze überhaupt nur durch den antiautoritären gesellschaftlichen Zerfall der indigenen weißen Gesellschaft möglich war. Stattdessen fragt Peglau, warum die Arbeiterklasse angesichts der „zunehmenden Immigration“ (Fremdwörter sollen immer die Tatsachen verschleiern! „Immigration“!) zur „chauvinistischen Ausgrenzung“ statt zur „Solidarisierung“ schreitet! (S. 60). Er erwähnt Gewaltdelikte in öffentlichen Verkehrsmitteln, Gewalt von Fußballfans und Anschläge auf sogenannte „Asylantenunterkünfte“ (S. 86). Kein Wort über Moslems, die Dorffeste mittlerweile unmöglich machen, die Fußballspiele, etwa mit türkischen Mannschaften, zu einer buchstäblich lebensgefährlichen Angelegenheit machen und die eine Asylunterkunft nach der anderen kleinschlagen bzw. abfackeln. Kein Wunder, daß im ganzen Buch nirgends der Name „DeMeo“ fällt! Die Ausbreitung der Gewaltkultur „Saharasias“ auf Mitteleuropa!

Ja, Faschismus ist „nach oben buckeln und nach unten treten“ (siehe S. 94), aber angesichts der „Asylkrise“ wirkt dieses Bild, jedenfalls die Weise, wie es von Peglau benutzt wird, absurd. Sind Arbeiter „faschistisch“, wenn sie sich gegen lumpenproletarische Streikbrecher wenden, die ihnen von den Unternehmern vor die Nase gesetzt werden? Wer ist denn hier autoritätshörig: jene, die 2015 wie blöde an den Bahnhöfen standen, um die Zerstörer des deutschen Sozialsystems enthusiastisch in Empfang zu nehmen, oder die, die gegen die durchgeknallte Politik einer durchgeknallten Führerin protestieren und dabei ihre bürgerliche Existenz aufs Spiel setzen?! Wer ist denn hier der Rassist: Ich, wenn ich mich tierisch über die Neger gelinde gesagt „aufrege“, die in St. Pauli den ganzen Tag über dem Fischmarkt am Pinnasberg und in der Hafenstraße rumlungern, um Drogen zu verticken. Oder ist nicht vielmehr der ein Rassist, der diese Krämer des Todes akzeptiert und sogar romantisiert, aus dem einzigen Grund, weil sie Neger sind?!

Rechtsruck ist eine derartige Verzeichnung der Realität… Reichs Leistung war es bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen früh erkannt und praktisch als einziger „massenpsychologisch“ erfaßt zu haben. Und hier kommt Peglau mit einem massenpsychologisch praktisch komplett blinden Buch.

Ein Totalverriß von Peglaus Buch entspricht nicht meiner Intention. Nicht nur, weil, wie erläutert, am ersten Teil des Buches nichts auszusetzten ist, ganz im Gegenteil, sondern auch, weil angesichts des bevorstehenden Zusammenbruchs des Finanz-, Wirtschafts- und Sozialsystems Deutschlands, für den allein schon die EU und der Euro (Peglaus so heißgeliebte „offenen Grenzen“!) sorgen werden, „1933“ schon bald wieder aktuell sein wird. Jederzeit kann die antiautoritäre Gesellschaft (Pseudo-Expansion) in eine extrem autoritäre Gesellschaft (spastische Kontraktion) umschlagen. Nur eine (leider vollkommen ausgeschlossene) „Machtübernahme“ von „AfD und Pegida“ könnten uns noch vor dieser Katastrophe bewahren. Aber das wäre natürlich nur eine kurzfristige Lösung, denn die bioenergetische Dynamik, die die antiautoritäre Gesellhaft freigesetzt hat, ist nicht mehr aufzuhalten, eine Rückkehr in die angeblich „gute alte Zeit“ ist nicht möglich. Es gibt nur einen langfristigen Weg: erstens (!) die Bekämpfung der Emotionellen Pest und zweitens (!) die Fortführung des Projekts Kinder der Zukunft. Alles, was dazu zu sagen ist, hat Charles Konia in The Emotional Plague gesagt.

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13 Antworten to “Besprechung von Andreas Peglau: RECHTSRUCK IM 21. JAHRHUNDERT (Teil 2)”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Zu Peglaus Entlastung muss ich aber anführen, dass große Teile der deutschen indigenen Bevölkerung genauso denken wie er. Grund ist, dass sie mental-politisch gleich programmiert sind und alles wie in der selektiven Wahrnehmung sehen. Der drogenvertickende Nafri wird zu einem armen Opfer, die vergewaltigenden Araber sind Einzelfälle (was prozentual auch stimmt; nur 1% Vergewaltiger sind allerdings bei 1,5 Mio. schon 15.000).
    Perfekt hat es Pirincci in seinem neuen Buch Umvolkung beschrieben: eine geänderte Mentalität des deutschen Spießers, der nun angepasst an die neue, globalisierte Ideologie alles über sich ergehen lässt, nur um seine heile Welt in seinem Kopfe aufrecht zu erhalten. Wie Reich schrieb: die Ideologie als materielle Gewalt.
    Oder wie Sieferle analogisierte: der Deutsche ist der neue Jude. Das Phantasma des ewig bösen Juden der Nazis wurde zur ideologischen Realität, so wird in den Köpfen der globalisierten Untertanen der Deutsche zum ewig gefährlichen, das Nazi-Gen in sich tragenden Rechten (nicht umsonst bezieht sich Peglau auf das Pamphlet Die enthemmte Mitte, das alles denunziert, was nicht für die Umvolkung und den Multiethnitismus ist).

  2. Peter Nasselstein Says:

    Ein Video, um die Gehirne von Linken zum Platzen zu bringen:

    • Peter Nasselstein Says:

      Orgonomie: Wenn man die Facebook-Einträge der Vertreter des Wilhelm Reich Museums und des Institue for Orgonomic Science liest, wird sehr schnell klar, wohin der Hase läuft. Extrem links, auf der Linie von George Soros und ein vollkommen bizarres Weltbild, in dem Israel der große Satan ist, Trump ein neuer Hitler und Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS dafür herhalten muß, diesen ganzen Schwachsinn zusammenzuhalten. Ohne Charles Konia und das American College of Orgonomy wäre Reichs Erbe dermaß am Arsch…

  3. Peter Nasselstein Says:

    Peglau weist auf die Ukrainischen Nazis (Swoboda) hin und jetzt sicherlich auf Charlottesville. Mal abgesehen von allen charakterlogischen Überlegungen war Reich auch offen dafür, daß mehr passiert als uns die Massenmedien vorspielen, nämlich die Verschwörungsarbeit des tiefen Staates, „Hoodlums in Government“ (Hig), wie Reich sie nannte. Die Antifa und die Neo-Nazis sind zum Gutteil zwar wirklich echt (charakterologisch erklärbar), aber sie werden instrumentalisiert und sind durchsetzt von den Agenten der Hig. Dazu ein sehr gutes Interview:

    Das ist alles weit jenseits des Horizonts von Peglau, der seltsam naiv ist.

  4. stephan Says:

    „Die Antifa und die Neo-Nazis sind zum Gutteil zwar wirklich echt (charakterologisch erklärbar), aber sie werden instrumentalisiert und sind durchsetzt von den Agenten der Hig.“

    So wie in den 1960ern die Friedens- und Bürgerrechtsbewegungen oder das Fair Play for Cuba Committee 😉

    http://jfkfacts.org/the-jfk-connection-why-cointelpro-still-matters/
    http://jfkfacts.org/the-jfk-connection-why-cointelpro-still-matters/fpcc-disbands-122863/

  5. Peter Nasselstein Says:

    Zu Rotherham:

    http://www.pi-news.net/moslem-kinderschaenderringe-schockieren-grossbritannien/

  6. Peter Nasselstein Says:

    Vor ein paar Tagen gab es in der linken NEW YORK TIMES einen Artikel: die Frauen in der UdSSR und im Ostblock hatten besseren Sex. Der wurde prompt voll Enthusiasmus von linken Sowjet-Affinen im Umkreis des Wilhelm Reich Museums und des IOS auf deren Facebook-Seiten gepostet. Dazu nun folgender Artikel im konservativen FRONTPAGE MAGAZINE:

    http://www.frontpagemag.com/fpm/267620/mo-better-sex-lloyd-billingsley

    Reichs Erbe ist definitiv in den Händen von Kommunisten!

    Ich weise darauf seit Anfang der 1980er Jahre immer und immer und immer wieder hin…

  7. Peter Nasselstein Says:

    Einen der wichtigsten Punkte habe ich ganze vergessen: Leute wie Peglau, sind derartig geblendet von ihrem „antirassistischen“ Moralismus und Masochismus, daß sie gar nicht sehen, daß ihr progessives Projekt keinerlei Chancen hat, wenn sich die ethnische Zusammensetzung dieses Landes ändert. Gender, Öko und soziale Gerechtigkeit sind gegessen, wenn das „Volk“ nicht mehr weiß und christlich gepägt ist. Die Linke ist derartig selbstzerstörerisch… Und das auch noch mit Reich untermauern wollte, dessen Metabotschaft 1933 war: „Linke, hört auf euch selbst zu zerstören und dem Feind in die Hände zu spielen!“

  8. Robert (Berlin) Says:

    Montag, 6. November 2017

    Andreas Peglau

    Rechtsruck im 21. Jahrhundert. Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus als Erklärungsansatz

    (Buchvorstellung)

    Beginn 20.15 Uhr

    FUNDUS Antiquariat und Buchhandlung, Knesebeckstr. 20/21, 10623 Berlin

    (zwischen Savignyplatz und Goethestraße)

    Eintritt (kommt den Referenten zugute): 5 Euro, ermäßigt 3 Euro

  9. Robert (Berlin) Says:

    The Bill Meyer Show

    Local author James DeMeo talks with me about his book detailing the bloodthirsty statements of socialist and commie founders, also we dig into the climate change issue, James is a climate scientist.

    [audio src="http://oregonedeals.com/podcast/index.php?p=episode&name=2017-08-09_08-09-17_wed_8am.mp3" /]

  10. Peter Nasselstein Says:

    Genau! Genau DAS ist es, was mich an Peglaus Buch dermaßen stört:

    http://www.pi-news.net/anmerkungen-zur-verfassung-der-deutschen-linken/

    In diesem Artikel wird dargelegt, daß die Linke heute vollkommen unfähig ist die aktuelle Situation zu analysieren. Alles, was sie kann, ist mit uralten Schablonen, insbesondere „Nazi“, zu hantieren. Die Links-Reichianer entblöden sich nicht Reich vollkommen zu kastrieren und vollkommen unbedeutend zu machen, indem sie ihm mit seiner MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS eine zentrale Rolle bei diesem ganzen degoutanten Schwachsinn zuschanzen.

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