Der Links-Reichianismus und die Links-„Orgonomie“

Ihr Grundfehler liegt, wie könnte es anders sein, in der Vernachlässigung der soziopolitischen Charakterologie nach Wilhelm Reich, Elsworth F. Baker und Charles Konia. Im Einzelnen:

  1. Die mechanische Übertragung einer Analyse der autoritären Gesellschaft, wie Reich sie bis etwa 1947 vorgelegt hat, auf eine anti-autoritäre.
  2. Die unterschiedslose Vermengung von „Pegida, AfD und Trump“ mit dem Rechtsextremismus (schwarzer Faschismus).
  3. Dabei wird die generelle „Rotverschiebung“ (Konia) der Gesellschaft verkannt, bei der die scheinbare „Mitte“ weit nach links wanderte und deshalb klassisch liberale und traditionell konservative Haltungen plötzlich als „rechtsextrem“ dastehen.
  4. Die Verkennung der heutigen durchweg linksextremen „Rechtsextremismus-Forschung“, die mehr Ausdruck der Charakterstruktur der Autoren ist als „Wissenschaft“. Siehe hier.
  5. Die Verkennung der ökonomischen Gegebenheiten: heute wird die linksextreme Ideologie bzw. die Propaganda für sie von „globalistischen“ Großkonzernen finanziert, die schlichtweg alles tun, um „Pegida, AfD und Trump“ in Schach zu halten. Im Kampf gegen „Pegida, AfD und Trump“ werden ganz konkrete Wirtschaftsinteressen der Superreichen verteidigt. Sie finanzieren und verbreiten den Großteil der „Rechtsextremismus-Forschung“.
  6. Der Verrat an der Arbeiterklasse durch die Intellektuellen, um eigene „psychologische“ (charakterologisch bedingte) Bedürfnisse zu befriedigen: „Ausländerfeindlichkeit“, „Waffengesetze“, „Hate Speech“ stehen für Lohndrückerei und Wohnungsnot, d.h. die Erzeugung willenloser Sklaven für die Reichen und Mächtigen; dafür, daß nur die Bodyguards der Reichen und Mächtigen bewaffnet sind; und schließlich, daß der Protest dagegen, daß das unmittelbare Lebensumfeld der Werktätigen sich zunehmend in eine veritable Hölle verwandelt, durch selbsterhaltende Selbstzensur von vornherein abgewürgt wird.
  7. Es wird nicht zwischen Politik („Staatskunst“, die rational sein kann) und Gesellschaftspolitik unterschieden. Letztere ist immer irrational. Ganz im Gegenteil wird Reich dazu mißbraucht, um im Namen der „Sexualökonomie“ für gesellschaftspolitische Interventionen zu werben bzw. ihnen den Weg zu ebnen.
  8. Das fast schon verächtliche Wegwischen von Reichs Beiträgen über den Roten Faschismus nach ca. 1947. Man lese nur einmal das skandalöse Vorwort zur Korrespondenz von Reich und Neill, Zeugnisse einer Freundschaft. Reichs späte Ausführungen unterscheiden sich prinzipiell in nichts von denen Bakers oder Konias. (Siehe nochmals Punkt 1!)
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8 Antworten to “Der Links-Reichianismus und die Links-„Orgonomie“”

  1. Robert (Berlin) Says:

    „dafür, daß nur die Bodyguards der Reichen und Mächtigen bewaffnet sind;“

    Mittelbar dazu: die Linke hat das Verbot der Demonstrationen in der Hamburger Innenstadt torpediert, so dass es zu den Ausschreitungen kommen konnte.

    Zitat:
    Ich klage an vor allem den Grünen Justizsenator Til Steffen, der im April das über mehr als ein Jahr lang ausgearbeitete Sicherheitskonzept des G20-Gipfels torpedierte und sich gegen eine Demonstrationsverbotszone in der Innenstadt aussprach, so dass der Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft sich dazu am 12. April wie folgt äußerte (Zitat): „Ich bin fassungslos und wütend; mit dieser Entscheidung, Demonstrationen jedweder Art und Größe in der Hamburger City während des G20-Gipfels zuzulassen, maßregelt der Senat die Polizei und lädt Linksterroristen geradezu dazu ein, die Stadt auseinander zu nehmen. Kein noch so großes Polizeiaufgebot kann dies in einer Millionenmetropole verhindern; offenbar ist weder dem Ersten Bürgermeister noch den verantwortlichen Senatoren bewusst, was da Anfang Juli auf Hamburg tatsächlich zukommt. Wer übernimmt die politische Verantwortung, wenn der G20-Gipfel so endet wie der G8-Gipfel 2001 in Genua mit hunderten Verletzen und einem Toten? Wer nimmt die Verantwortung, wenn Teile Hamburgs brennen oder die gesamte Mönckebergstraße entglast wird? Der Senat betreibt mit seiner Entscheidung ein gefährliches Vabanquespiel und riskiert dabei ohne Not des sicherheitspolitischen Super-Gau.“

    https://afdkompakt.de/2017/07/17/ich-klage-an-dr-alexander-wolf-afd-benennt-die-politisch-verantwortlichen-fuer-die-gewaltexzesse-zum-g20-gipfel/

  2. claus Says:

    Insbesondere das ist treffend:
    „Dabei wird die generelle ‚Rotverschiebung‘ (Konia) der Gesellschaft verkannt, bei der die scheinbare ‚Mitte‘ weit nach links wanderte und deshalb klassisch liberale und traditionell konservative Haltungen plötzlich als ‚rechtsextrem‘ dastehen.“
    Aus diesem Grund hat sich die Meinung verbreitet, wir lebten in einer Zeit der Tendenz nach Rechts. Jedem müsste klar sein, dass das Gegenteil der Fall ist, wenn man nur an die Beschränkung freier Publizität denkt, die z.B. den Umgang mit der AFD in Presse und Fernsehen und die falsche Verwendung des Wortes „Flüchtling“ prägt.

  3. Peter Nasselstein Says:

    Sexualökonomie und die Welt der Großkapitalisten: „Für ein Land ohne Grenzen“:

  4. claus Says:

    Ich habe immer wieder den Eindruck, dass Reich-Lob schlimmer motiviert ist als Reich-Hass. ‚Verfolgt‘ worden und inhaftiert gewesen zu sein, sind die beliebtesten Gütesiegel :

    youtube.com/watch?v=Vd2bVPIRLd8

    „zu min.44 ff: Wilhelm Reich hat sich schon früh von Freud distanziert. Auf seinen Forschungen beruhen heute Körpertherapie und Orgontherapie. Er wurde in den 50ern in den USA verfolgt und schließlich eingesperrt. Kurz vor seiner Entlassung aus zweijähriger Haft kam er in seiner Zelle auf bisher ungeklärte Weise ums Leben…

    Stimmt, Reich war eigentlich das wirkliche Genie, aber die wahren Denker und Wissenschaftler werden eben verfolgt und unbekannt gehalten…“

    • claus Says:

      Die Kommentare sind typische Beispiele dafür, dass Reich ‚kultig‘ ist, und zwar gerade unter ausgeprägt Antiautoritären. Denn wenn man Beispiele für Analytiker sucht, die Freud kritisiert haben, kommen auch Adler und Jung in Frage. Aber sie nennen sofort Reich: Seine Bücher verbrannt, in den bösen USA im Gefängnis gestorben, … wow!

  5. Peter Nasselstein Says:

    Zum linken Waffenrecht: wehrst du dich, entwendest dem Angreifer die Waffe und schießt auf die Ratte, dann wirst DU wegen versuchten Mordes angeklagt:

    http://www.breitbart.com/big-government/2017/07/31/canadian-charged-attempted-murder/

    Liberalism is a mental disorder.

  6. Peter Nasselstein Says:

    Eine Szene aus dem multikulturellen Zusammenleben. Komme gerade nach Hause ins Hochhaus. Aus dem Fahrsthl die neuen türkischen Nachbarn, Kopftuch und immer finster-wütend und aggressiv-angepißt wirkend. Kleine Kinder und Kinderwagen, deshalb stelle ich umständlich die Haustür fest, damit sie bequem herausfahren können. Keine Reaktion. Ich sage zum Mann „Hallo!“. Antwort ein haßerfüllter Blick. Inzwischen ein langwieriger Mieter aus em Nahen Osten, der vor dem Fahrstuhl wartete. Der Fahrstuhl schließt sich gerade, da fällt einem der Kinder ein, das es doch wieder hochfahren will. Der nahöstliche Mieter, der ansonsten sehr nett ist, verdreht entnervt die Augen. Wir fahren gemeinsam hoch. Der besagte Mieter: „Ich lebe hier seit 17 Jahren. Aber jetzt.“ Weist mißmutig auf den kleinen Türken und sagt irgendwas Abschätziges in einem ungelenken Deutsch, das ich kaum verstehe. Wir verabschieden uns sehr freundlich.

    Manche Leute sind schlichtweg die Pest. Und dies hat NICHTS mit Rassismus oder sogenannter Ausänderfeindlichkeit zu tun, ncht mal mit Islamophobie.

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