Der Mystizismus der Les Brigandes und der Mystizismus der Orgonomen

Vor wenigen Tagen habe ich mich bereits mit Les Brigandes auseinandergesetzt. Die Damen faszinieren mich seit Monaten und daß nicht nur, weil es Frauen in der Blüte ihrer Weiblichkeit sind…

Zunächst ist da ein Modell, das stets Teil von Reichs Herangehensweise war, aber in der Orgonomie immer eine Leerstelle blieb: die Alternative zur Kleinfamilie. Ein gesundes Leben in dieser kranken Gesellschaft ist undenkbar. Niemand kann alleine leben und dabei glücklich sein. Und schon gar nicht kann man Kinder in der Kleinfamilie gesund aufziehen. Wie soll das funktionieren? Es ist „orgonomische“ Mystik, daß Frauen von sich aus wissen, wie man in jedem Fall mit Säuglingen umzugehen hat. Selbst Schimpansen-Weibchen brauchen das Beispiel und die Hilfe anderer Weibchen, um mit dem Baby richtig umzugehen. Davon kann jeder Zoo ein Lied singen. Und auch später: Kinder brauchen vertraute Onkel und Tanten und vor allem andere Kinder, die genauso sind wie sie. Die peer group ist so wichtig, wichtiger als selbst die Eltern, aber wir müssen unsere Kinder in eine Welt hinausschicken, wo sie auf lauter kleine Psychopathen und Perverse treffen. Ohnehin: unser vereinzeltes Leben ist dermaßen unnatürlich und krankhaft. Homo sapiens kann von jeher nur in Clans leben oder das Menschentier stirbt, früher physisch, heute „nur“ emotionell. Es ist deshalb absolut überlebensnotwendig neue Formen des Zusammenlebens zu finden, Clanstrukturen. Nicht zuletzt macht das die Faszination von Les Brigandes: man sieht den Damen an, wie glücklich und zufrieden sie sind.

Die zweite mystische Illusion der Orgonomie, die wir anhand von Les Brigandes exemplifizieren können, ist die Vorstellung, man könne aus dem Nichts eine neue Zivilisation aufbauen. Tabula rasa und ungepanzerte Menschen bauen alles neu auf. Vollkommener Schwachsinn! Homo sapiens konnte nie ohne Traditionen leben, ohne Verehrung der Ahnen, etc. Egal wie nationalistisch, royalistisch, guruistisch, gnostisch, kabbalistisch, sektiererisch, was-weiß-ich das Projekt von Les Brigandes auch ist: man kann so ein Projekt nur vor dem Hintergrund einer jahrtausendealten Kultur zum Erfolg bringen. Menschen brauchen Identität und die kann nicht aus der Retorte stammen, sondern kann nur „nationalistisch“ sein. Und auch ohne irgendeine Art traditioneller Religion wird man nie auskommen. Les Brigandes selbst sagen, daß sie nur deshalb „rechts stehen“, weil es nur hier ein Gefühl für die natürliche Ordnung und das Gewachsene gibt. Linke kollektive Projekte, wie sie Reich in den 1930er Jahren am Beispiel der frühen UdSSR vorschwebten, sind in dem Fall zum Scheitern vorurteilt, schlicht weil sie Kunstprodukte ohne jede Erdung sind.

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15 Antworten to “Der Mystizismus der Les Brigandes und der Mystizismus der Orgonomen”

  1. JanDavid Says:

    Les Brigandes selbst sagen, daß sie nur deshalb „rechts stehen“, weil es nur hier ein Gefühl für die natürliche Ordnung und das Gewachsene gibt.

    Siehe auch:

    http://fr.wikipedia.org/wiki/Les_Brigandes

    … was deutschsprachiges:

    Sollte man vereinfacht sagen, dass die eigentlich gar nicht rechts sind, sondern nur „gegen links“?

    vielleicht auch bisschen neuheidnisch?

  2. Claus Says:

    „Es ist deshalb absolut überlebensnotwendig neue Formen des Zusammenlebens zu finden, Clanstrukturen.“
    Wer nicht persönlich viele kennt, kann sich wohl kaum vorstellen, wie sehr die 2015-Migranten seit ihren gemeinsamen hippiesken Camp-Erfahrungen zusammengeschweißt sind. Dabei spielt zweifellos der Islam eine Rolle und … wie wenig ihre gutmenschlichen Helfer selbst an eigenem Rückhalt durch Clans vorweisen können. Diese Helfertypen sind ein Ergebnis von Jahrzehnten abstrakter Wertvermittlung.
    Deshalb ist mir so wichtig, vor Ort an einem Netzwerk zu arbeiten, ohne deswegen in Kommunalpolitik einsteigen zu müssen. Schwierig.

  3. Robert (Berlin) Says:

    „Ohnehin: unser vereinzeltes Leben ist dermaßen unnatürlich und krankhaft. Homo sapiens kann von jeher nur in Clans leben oder das Menschentier stirbt, früher physisch, heute „nur“ emotionell.“

    Schon die bloße Beobachtung zeigt mir, dass die Einwanderer uns emotional überlegen sind, weil sie ein Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander haben (das Wir-Gefühl). Die vereinzelten Deutschen mit ihrem Selbsthass haben gegen stolze Ausländer absolut keine Chance und werden zu einer Minderheit unter mehreren in ihrem eigenen Land absinken.

    • Claus Says:

      Ich finde es bloß so sinnlos, zu sagen, wir hätten keine Chance. Kommentarspalten und Foren im Internet beweisen, dass haufenweise Leute ähnlich denken.

      • Robert (Berlin) Says:

        Wir können es nur noch verzögern, weil die demographische Katastrophe vorgezeichnet ist. In Deutschland sind die Hälfte aller Neugeborenen Nachkommen von Einwanderern, meist Moslems. In 20 Jahren werden es 2/3 sein.
        Foren und Internetspalten geben doch nicht die reale Meinung wieder! Bei den Wahlen sieht man doch, dass die große Mehrheit der Umvolkung gleichgültig bis positiv gegenübersteht. Das höre ich auch immer von mir bekannten Personen, die Merkel und die Einwanderung befürworten und damit die Umfragen bestätigen.

        • Claus Says:

          Schon richtig. Allerdings treten z.B. die wenigen, die AFD wählen, beim Argumentieren teilweise wenig offensiv, teilweise wenig rational auf. Dass der Anteil der Nachkommen von Migranten wächst, ist klar. Da versuche ich zumindest, vernünftiges Denken anzuregen. Und dann merke ich regelmäßig, dass die 2015-Migranten (auch Akademiker) fast durchweg eine Konfrontation vermeiden. Deswegen ist es so wichtig, demonstrativ gemeinsames Essen u. dgl. multikulturelle Folklore abzulehnen. Wenn ich zu gefüllten Weinblättern … eingeladen werde, danke ich demonstrativ verneinend (auch wenn ich nichts gegen die Weinblätter habe) und biete ich an: Ruf an, wir können bei mir Tee trinken (dann Funkstille).

        • Claus Says:

          Merkwürdig jedoch, wie klar Medienpräsente die Sache manchmal sehen, und die dürfen es sagen.
          https://www.welt.de/politik/deutschland/article146941915/Deutschland-fluten-Da-moechte-ich-gefragt-werden.html

          „Selbstverständlich“, sagt Safranski, „gemessen an unserem ökonomischen und vor allem demokratischen Lebensstandard wäre weit über die Hälfte der Weltbevölkerung bei uns asylberechtigt. Man wird also das Thema Asyl neu durchdenken müssen.“ …
          Satte Provinz dort draußen, Pferde auf der Weide, Wäsche auf der Leine, das Land wird sich verändern, sagt die Kanzlerin, denn kaum eine Kommune in diesen Tagen, die nicht in Turnhallen oder Baracken oder Zelten Flüchtlinge oder Asylsuchende aufnimmt. Ein Krisengipfel jagt den nächsten. „All unsere Gesetze sind Schönwettergesetze“, sagt Safranski, „und die sind ja jetzt ausgehebelt. Die Asylanten fliehen ja nicht mehr, sondern kommen aus Flüchtlingslagern, wo sie zunächst einmal in Sicherheit waren. Wenn sie zu uns kommen, sind sie genau genommen Einwanderer, die in Korridoren durch die freien Länder Europas nach Deutschland geleitet worden sind. Wir merken: Für all das haben wir noch keine Gesetze, Regeln.”

  4. Peter Nasselstein Says:

    Der Kirchentag schiebt das ganze ins Licht:

    1. Es gibt zig Untersuchungen, die schlichtweg bewiesen haben, daß religiöse Menschen glücklicher und zufriedener sind. Überraschend war dabei der Wirkfaktor: das Gefühl Teil einer Gemeinschaft zu sein und allein schon der sonntägliche Kirchenbesuch. Christ kann man nur in der Gemeinschaft sein. EIn Christ ohne Gemeinde ist ein Widerspruch in sich selbst.

    2. Der selige Gesichtsausdruck insbesondere der wohl meist kinderlosen Frauen und insbesondere, wenn es um die Flüchtlingsfrage geht: eine Aufgabe haben, „Geschwisterlichkeit“ leben. Und dabei alles tun, um die Volksgemeinschaft bzw. die Christengemeinschaft zu zersetzen… Krank, kränker, am kränksten.

    Immer wenn es Kirchentage hier in Hamburg gab: die bloße physische Nähe dieser Leute hat mich physisch krank gemacht.

  5. Claus Says:

    Ja, das ist ja nun klar.
    Wie sieht es denn bei euch jeweils vor Ort aus?
    Ich verstehe das nicht: Wie gesagt, Kommentarspalten und Foren sind voll von Äußerungen mit Durchblick. Aber face-to-face begegne ich nur Linksliberalen, die mich freundlicherweise zu Geburtstagsfeiern und ihren Aktionen einladen.

  6. Peter Nasselstein Says:

    Mit Hilfe eines Bekannten aus Frankreich bin ich der Sache nochmals nachgegangen:

    Ein Ex-Hippie, der stets mehr oder weniger als Parasit gelebt hat, erfindet sich Mitte der 90er Jahre neu, inspiriert durch Scientology und mit Hilfe von Verschwörungstheorien, Tantra und allem möglichen „esoterischen“ Unsinn sammelt er junge Menschen aus gutem Hause um sich, die ihre Vermögen ihm überlassen. Der Royalismus, Nationalismus, etc. ist nur ein Trick, um neue Anhänger zu gewinnen, die er aussaugen kann. Les Brigandes sind nichts weiter als ein Propaganda-Mittel einer Sekte. Wenn es in den Videos spezfisch wird, leuchten die bizarren „Theorien“ des Sektengurus auf.

    Die lieben Damen sind die „Elite“ die übriggeblieben sind von all den Leuten, die fliehen konnten und dabei jeweils ein Vermögen verloren.

    Ich dachte wirklich, das wäre eine organische gewachsene Kommune, doch tatsächlich ist es eine gewöhnliche Sekte, die viele Jahre zwischen Italien und Spanien von Ort zu Ort flüchten mußte, um schließlich in den schwarzen Bergen in Südwestfrankreich zu landen.

    Peinlich, auf was für einen Dreck ich doch immer wieder reinfalle. Und das mir, der sich sein ganzes Leben mit Sekten betschäftigt hat! Andererseits zeigt das mal wieder, wie absolut positiv das Weltnetz doch ist: Sekten und Lügen haben keine Chance, denn die Wahrheit kommt schließlich doch zum Vorschein. Selbst über Sprachgrenzen hinweg:

    http://www.electreunleashed.fr/2016/04/27/alerte-arnaque-les-brigandes/

    • Jonas Says:

      Immerhin hast Du doch schon im ersten Beitrag zum Thema angemerkt:

      „Für mich wirkt das ganze wie eine Rückkehr der beiden Bedrückungen der Vergangenheit: Clans nehmen dir jede Freiheit, bestimmen Arbeit und Liebe.“

      Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann meint „Sekte“ doch eigentlich nicht anderes als genau dies, oder?

    • Peter Nasselstein Says:

      Ja, klar, aber mir war nicht bewußt, daß hier nicht etwas potentiell zu einer Sekte entarten kann, sondern daß Les Brigandes von Anfang an bereits ein Sektenprojekt waren. Es ist eine Sache, wenn die Gesellschaft in Clans zerfällt – und eine andere, wenn solche Clans künstlich von Sektenchefs kreiert werden, um ein Einkommen zu haben und ihre Machtgelüste ausleben zu können. Es ist eine Sache, wenn Leute von dieser Gesellschaft die Nase voll haben und sich neu organisieren – und eine ganze andere, wenn sie nur das Sprachrohr eines Wichtigtuers sind, der uns mit seinen wirren Verschwörungstheorien beglücken will.

  7. Robert (Berlin) Says:

    Hier also das freie, selbst bestimmte Leben der Orgoniten

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