Die gescheiterte Orgonomie (Teil 2)

Warum interessiert sich niemand für Wilhelm Reich und die Orgonomie? Der verstorbene Heiko Lassek hatte es erfaßt, als er den schlauen Plan faßte, Reich populärer zu machen, indem er die Sexualität draußen vor ließ. Sie ist es, die Reich unmöglich macht. Wegen ihr wird die Orgonomie nie auf einen grünen Zweig kommen. Die Rechten, d.h. die muskulär gepanzerten Menschen, lehnen Reich ab, weil sie die Sexualität aus moralischen Gründen ablehnen. Diese Ablehnung ist heutzutage fast nie explizit, wird aber deutlich an überwertigen Anliegen wie etwa dem Kampf gegen die Abtreibung oder die diversen „Phobien“, die von Linken so gerne diagnostiziert werden. Bei den Linken, den intellektuell gepanzerten Menschen, kommt die Sexualablehnung durch die vollständige Entwertung zum Ausdruck. Als sie etwa die Pornographie freigaben, ging es tatsächlich um die Verhöhnung der Sexualität. Ähnliches kann man über die ganze Gender-Kackscheiße sagen. Für die Orgonomie (die Orgasmustheorie und die Orgasmusenergie) gibt es in der gepanzerten Gesellschaft schlicht keinen Ort!

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20 Antworten to “Die gescheiterte Orgonomie (Teil 2)”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Warum interessiert sich niemand für Wilhelm Reich und die Orgonomie
    Antwort: weil sie keinen praktischen Nutzen hat. Orgastische Potenz ist unmöglich, aufwendig anzustreben oder therapeutisch zu teuer. Der Orac hat noch keinen klinischen Großversuch hinter sich. Der Cloudbuster müsste von einem Konzern übernommen werden (aber es gibt keine Patente!). Der Bluttest ist schwach gegenüber anderen Tests.
    Und das fällt mir als tumben Laien ein. Was würde erst ein Fachmann denken?

    • Claus Says:

      Das allein (Tauschwert im Kapitalismus oder so) überzeugt mich nicht. Erfahrungen, die aufgrund einer Versuchsanordnung explizit als Erfahrungen mit Orgon erlebt werden können (implizit hat sie ja jeder), fesseln den einen, den anderen nicht. Wen sie weiterhin interessieren, interessieren sie sicher unabhängig von der Vermarktbarkeit.

    • Peter Nasselstein Says:

      Konzern?!

      Grundsätzlich: Reichs Erklärung war, daß „the sparkle is gone“. Die Menschen seien lebensenergetisch zu tot, um das Orgon und die Orgonomie als Faszinosum zu erleben. Und es wird immer schlimmer. Wie Alex Jones neulich wieder sagte: die neuen jungen Hollywood-Schauspieler können gar keine Emotionen mehr ausdrücken. Es ist alles vollkommen verflacht und „cool“. „Whatever“.

  2. Tzindaro Says:

    It is not always because of the connection with sex. I have seen scientists eyes glaze over and their arms tense up as if for a fight when I describe the cloudbuster or the accumulator.. They seem to know at an unconscious level that this topic threatens them without their ever having heard of Reich.

    But for people who have heard of Reich, at least a big part of the reason they reject the whole of orgonomy is the packaging it comes in. It is impossible to separate the science from the personal life story, the politcal opinions, and the fantasmagorical tales of UFO attacks and meetings with Einstein. This serves to camoflague and distract from the nuggets of scientific information concealed within all that stuff.

    Orgonomy needs to grow up and get over being all about Wilhelm Reich and his personal life story, it needs to stop taking sides on political issues. It needs to filter out the wild stories and stick to the testable facts.

    And, as I have stated often enough on this website, orgonomy needs to stop promoting an unproven, untested, form of therapy until tests have been done to establish it is safe and effective. So far, no such tests have been done. Why should anyone accept it before that has been at least attempted?

    • Claus Says:

      Wie ich schon einmal sagte, sollte man Operationalisierungen für Testzwecke grundsätzlich hinterfragen. Gerade in Sachen Orgon ist eigene Wahrnehmung viel wichtiger.

  3. stephan Says:

    Claus,

    „eigene Wahrnehmung wichtiger“? Zu den wichtigsten Kriterien der Wissenschaft gehören Dinge wie Objektivität bzw. Intersubjektivität und Nachprüfbarkeit (durch andere)

    • O. Says:

      Bevor man glaubt, man könne Orgonforschung betreiben oder seine Thesen überprüfen, muss man wissen und spüren, wovon man redet – sprich z. B. Orgon usw. spüren. In zweiter Linie methodisch Ahnung haben, drittens Zeit, viertens Geld, fünftens (soziale) Beziehungen, sechstens weitere nicht unerheblich Ressourcen und Fähigkeiten, siebtens eine Therapie gemacht haben etc.
      Und sich dann fragen, wofür man diesen Aufwand betreibt?

    • stephan Says:

      Muss man das Orgon „spüren“ können oder eine Orgontherapie durchlaufen haben wenn man sich z.B. arein uf Bionforschung oder die Wirkung des des Akkumulators auf Pflanzenwachstum spezialisiert?

      • O. Says:

        Nun vermutlich war hier ein „Nein“ als Antwort erwartet worden, ich sage hingegen: „Selbstverständlich muss man Orgon spüren.“ Pflanzenwachstum gibt es auch bei ORANUR und dieser Unterschied hat verheerende Konsequenzen, wenn man dazu neigt sog. Ergebnisse Pflanzen auf Meschen zu übertragen. Und die Ergebnisse sind dann eben keine, wenn man ORANUR und Orgon verwechselt. Auch die Bione-Forschung wird man falsch interpretieren … Eine Therapie braucht man, sobald es hochemotional wird, etwas unerwartet falsch läuft (z. B. Reichs Oranurexperiment) oder man ins Fadenkreuz der Pest gerät, was unvermeidlich ist bei dieser Forschung.

  4. Marco Holmer Says:

    @ Tzindaro Gegenfrage: Gibt es die unabhängigen Tests hinsichtlich Wirksamkeit oder Sicherheit von Psychoanalyse? Oder allein schon für Impfungen? Das kann also keine Ursache sein.

    Der Hintergrund ist nach meiner Ansicht, daß der überwiegende Teil der Menschen zu stumpf/unlebendig/uninteressiert/unbewußt ist und sie sich beim geringsten Anzeichen einer Bewegung in die richtige Richtung sofort mit Vehemenz und gegenseitiger Bestärkung auf die Urheber werfen. Das ist die einzige „Bewegung“, die gerade noch erkennbar ist: Auf die letzte Regung Lebendigkeit auch noch draufzuhauen, schlicht weil man es selbst nicht erträgt. – Ok, und dann?

    Für die Orgonomie (die Orgasmustheorie und die Orgasmusenergie) gibt es in der gepanzerten Gesellschaft schlicht keinen Ort!“

    Ich sehe da kein „Scheitern“ oder ein „Ende“, sondern die Frage an einen selbst, wo man sich positioniert und was man dann macht.

    Die „Orgonomie“ oder jeder, der sich für die eigene Lebendigkeit interessiert, könnte sich auch einfach damit abfinden, daß das alles so ist und dieses Thema einen sofort aus der (verstockten, eingefahrenen, gepanzerten) Gesellschaft katapultiert. Wenn das klar ist, dann kann man das Selbst-Bejammern lassen und auch die Versuche, es irgendwie allgemeinverständlich/verdaulich zu präsentieren. Ist doch praktisch, wenn Nicht-Allgemeinverständliches die Deppen und System-Gelehrten abhält. Die echten Schürfer finden dann eben die Nuggets.
    Für einen selbst: So befreit kann man wieder neu anfangen mit dem was einem selbst möglich ist. Es kann einen ja niemand hindern, Erkenntnisse und Erfahrungen nachzuverfolgen, Neues zu entdecken und davon zu berichten. Da braucht man dann doch keine Krokodilstränen heulen, daß man damit keine akademischen, gesellschaftlichen oder finanziellen Erfolge feiern kann. Denn was hat das alles mit dem ursprünglich Lebendigen zu tun, um das es geht? Und es kann immer nur die eigene Lebendigkeit sein, die einen treibt und an der man interessiert ist – weswegen würde man sich denn sonst mit der Materie auseinandersetzen.

    Also ich lese Herrn Nasselsteins Blog genauso wie Bücher von W. Reich und was mich sonst interessiert, um eigene Aufschlüsse und Anregungen für Verwertbares zu bekommen. Eine „Orgonomie“ und deren Zustand interessieren mich dabei absolut null.

    • Claus Says:

      Posten klappte nicht, noch mal:
      Das ist richtig. Man verwechselt aber immer wieder Grade der Gewissheit mit Wahrheit. Mit dem Operationalisieren, das eben auch ein ‚Aussieben‘ ist, vergisst man leicht, dass Messbarkeit zwar von großem Wert, aber kein Heiligtum ist. Insbesondere die Psychologie hat sich ja dem Falsifikationismus verschrieben, d.h. sie will nur solche Ergebnisse gelten lassen, die dazu dienen, eine Theorie zu widerlegen dadurch, dass eine von ihr implizite Testhypothese als falsch herausgestellt wird.
      Demgegenüber ist jedoch Carnaps Induktivität überhaupt nicht erledigt. Sie wurde von Popper einfach abgelehnt. Im Alltag schließen wir jedoch selbstverständlich weiterhin induktiv. Man sollte auch in der Wissenschaft GRADEN VON WISSEN und WAHRSCHEINLICHKEIT einen Stellenwert zuschreiben (hierfür v.a. Reichenbach von Interesse: https://archive.org/details/experiencepredic00reic u.a.). Und einzelne Annahmen werden in vielen Zusammenhängen mehr oder weniger gestützt – hier ist auch Quines Holismus von Interesse. (auch als kleiner Einblick http://www.bouvier-verlag.de/?autor_id=318 ). Das ist gerade bei Reich interessant, weil Therapiebeobachtungen, ORAC-Nutzung, Bionversuche, … in Beziehungen zueinander stehen. Man denke etwa daran, wie körperliche/emotionale Reaktionen durch ORAC-Nutzung verstärkt zu werden scheinen (daher ist die Metapher „Ladung“ eben recht ernst zu nehmen).

      • Peter Nasselstein Says:

        Ganz allgemein und grundsätzlich: wenn es hier technische Probleme gibt: ich habe nichts mit dieser Website zu tun, außer daß ich hier Beiträge und Kommentare poste, was technisch so gut wie identisch ist. Alle technischen Probleme hat einzig und allein wordpress.com zu verantworten. Es ist deren Website, ich bin nur Untermieter.

        Danke für die Ausführungen. Ich wollte, ich könnte mich da reinkien…

      • Claus Says:

        Ich erwähne nur mal eben, was mir gestern abends noch im Bett bei kurzer Einschlaflektüre auffiel: Reich ahnte sehr wohl, wie sehr Psychoanalyse gewissen Empirismus- und Induktionskriterien genügt, natürlich ohne dem damals noch nicht bekannten Popper’schen Falsifikationismus hinterherzurennen, wie er zurzeit die Wissenschaft so lähmt, weil man immer nur nicht-falsifiziert versus falsifiziert anerkennt: „Wir streben keineswegs eine systematische Darstellung an. Eine solche kann in der induktiven, empiristischen Methode der Psychoanalyse nie gegeben sein.“ Ich denke, dass ist auch mit Bezug auf die weiteren Entwicklungen in Norwegen und Amerika nicht falsch. (Bin ja kein Reich-Talmudist; aber zum Einschlafen … 🙂 )

    • Tzindaro Says:

      Psychoanalysis has been discredited and is no longer considered valid for exactly that reason. It has not been shown to produce results. Vacinations are required to undergo testing before being provided to the public. They have to be shown to be both safe and effective to be allowed on sale. No new medical treatrment today is allowed on thew market if it does not meet that standard.

      In Reich’s time it was different. Any MD could just claim he had invented some new treatrment and start using it. He could attract followers and teach it to them. They could form a school and practice their own system of medicine. That was what Reich did ands in his era it was allowed. But that was several generations ago. Orgonomy is stuck in the past. No statistical study has been presented to show it has any value. Until that is done, there is no good reason for anyone to believe any claims for it.

      And that is also why it is just another luxury for the rich. Insurance will justifyably not pay for an untested, unproven treatment. So orgone therapy is something only the rich can affortd, and therefore both the patients and practicioners tend to congregate on the far Right of the political spectrum, reflecting their own personal class interests. In turn, this right-wing orientation is presented by them as a natural consequence of their allegedly „scientific“ findings, and most non-rich people, which means most of the population, then naturally reject orgonomy in toto as hostile to most of the population. In order to be of use to anyone except rich greedy people who do not care about anyone who is not rich, orgonomy needs to give up promoting a political ideology and take a neutral stance on political issues.

      Only a depoliticized orgonomy will ever become a normal, accepted form of treatment.

  5. JanDavid Says:

    In https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2017/05/14/die-gescheiterte-orgonomie-teil-2/#comment-26736

    hat Tzindaro gesagt:

    In order to be of use to anyone except rich greedy people who do not care about anyone who is not rich, orgonomy needs to give up promoting a political ideology and take a neutral stance on political issues.

    Only a depoliticized orgonomy will ever become a normal, accepted form of treatment.

    und davor:

    Orgonomy is stuck in the past. No statistical study has been presented to show it has any value. Until that is done, there is no good reason for anyone to believe any claims for it.

    Dies weist hin auf eine größere, gesamt-gesellschaftliche Veränderung.

    Es wurde vor ungefähr 40 Jahren – unter dem Einfluss von Linken, welche vielleicht wiederum unter dem Einfluss der Eliten standen – umdefiniert, was empirisch, also Erfahrungswissenschaft ist.

    Offenbar machen in der Psychoanalyse – und noch mehr in der Orgonomie – Patient und Therapeut tiefe Erfahrungen, während der Veränderungen, welche der Patient durchläuft.

    Als empirisch gelten diese Dinge heute nicht, weil sie nicht mit Statistik, Doppelblind, und ähnlichen Dingen einhergehenden Methoden kontrolliert sind..

    Für ein Profitorientiertes Medizinsystem, wo es in erster Linie darauf ankommt, wieviel Dollar pro Sekunde es abwirft, ist ein solches Vorgehen auch zweckmäßig.

    Die Eliten achten jedoch – wie ich glaube – sehr darauf, dass das, was man dem Volk seit vierzig Jahren immer mehr wieder weg nimmt, für sie selber erhalten bleibt.

    Und da diese Eliten stark durchsetzt sind mit Menschen von modern-liberalem Charakter, fühlt sich das Volk mehr bei rechten Personen wie Herr Orban und Frau May und Herr Trump gut aufgehoben.

    So schätze ich das ein.

    • Claus Says:

      Ja, wobei man nicht zu sagen braucht „umdefiniert“, sondern genügt: Das Verständnis von Empirie wurde begrenzt. Forschung, die Popper’schen Kriterien genügt, ist OK; aber das begründet nicht, Erfahrungen auszublenden, die etwas nahelegen, wofür bislang keine Operationalisierungen überzeugen. Wenn jemand wütend aussieht, soll man einer ‚Wissenschaftlichkeit‘ wegen überhaupt nichts auf den Wuteindruck geben, sondern einen Fragebogen und vielleicht zusätzlich irgendwelche Messungen (Blutdruck, …) verwenden? Lächerlich.

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