Wilhelm Reichs Jüdischheit (Teil 1)

1930 erklärte die Sowjetunion die Sowjetisierung des Lebens für weit fortgeschritten, so daß allenfalls noch Sprachunterschiede zwischen den Nationen blieben und jedes Beharren auf beispielsweise jüdische Identität „kleinbürgerlicher Chauvinismus“ wäre. „Ein Buch, das 1931 in einem kommunistischen Partei-Verlag in Wien und Berlin erschien, formulierte diese alte und wiederum neue Linie sowjetischer ‚Judenpolitik‘ programmatisch, nicht zuletzt auch gegenüber der aufkommenden NS-Bewegung in Deutschland“ (Koenen/Hielscher: Die Schwarze Front, rororo 1991, S. 153). Der Titel lautet: Otto Heller: Der Untergang des Judentums. Die Judenfrage – Ihre Kritik – Ihre Lösung durch den Sozialismus, Wien-Berlin 1931. Reich hat dem damals 100prozentig zugestimmt und auch nach dem Krieg war der „Jude“ Reich alles andere als ein Freund der „Judischheit“:

Ich glaube, daß das jüdische Volk irgendwann einmal sich in den Massen der Menschentiere dieses Planeten verlieren wird, zu seinem eigenen Gedeihen, und dem seiner Enkelkinder. Das hörst du nun nicht gerne, kleiner jüdischer Mann, denn du pochst so sehr auf dein Judentum, weil du dich selbst als Juden verachtest, und jeden, der dir nahe ist. Der schlimmste Judenhasser ist der Jude selbst. Dies ist eine alte Wahrheit. Doch ich verachte dich nicht, und ich hasse dich nicht. Ich habe mit dir nur nichts gemein, oder nicht mehr gemein, als ein Chinese mit einem Wiesel in Amerika: den gemeinsamen Ursprung aus dem Weltenall. Weshalb gehst du nur bis Sem, und nicht bis auf das Protoplasma zurück, kleiner Jude? Für mich beginnt das Lebendige in der Plasmazuckung, und nicht mit deinem Rabbinat. (Rede an den kleinen Mann, S. 38f)

Apropos „Weltenall“, berühmt ist Reichs Aussage in Reich Speaks of Freud:

Während Freud im Judaismus befangen war, war ich davon frei. Meine Sympathien gehören eher der christlichen Geisteswelt und der katholischen Sphäre. Nicht, daß ich sie gutheiße oder daran glaube. Ich glaube nicht an diese Dinge. Aber ich verstehe sie gut. Die Christen haben die tiefste Perspektive, die kosmische. (z.n. Wilhelm Reich Blätter, 3/81, S. 146)

Das Christentum ist „kosmischer“ als das Judentum, denn christliche Mystik führt zur unio, jüdische Mystik kann grundsätzlich nur zur communio führen. Es geht also um die Vereinigung mit der kosmischen Orgonenergie, letztendlich um die orgastische Verschmelzung.

Reich widersprach dezidiert der philosophischen Grundlage des Judentums, der jüdischen „negativen Theologie“, daß Gott unnennbar, unerkennbar, sei. Reichs Orgonomie verkörpert das genaue Gegenteil.

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4 Antworten to “Wilhelm Reichs Jüdischheit (Teil 1)”

  1. Tzindaro Says:

    Judaism and Christianity are both so similar, and both so deranged, that there is no point in looking at minor differences between them. They are both nothing but distortions of life and living perceptions, and both must be abolished if there is ever going to be a peaceful or rational society on this planet.

    Right now, Jews are persecuting and murdering Palestinians to steal their land and Christians have declared war on Muslims to steal their oil. Hindu mobs are killing people for suspected violations of Hindu rules against eating meat, and with the order signed by Trump last week giving the Churches more influence in politics, the USA is on the verge of becoming a full-blown theocracy–a theocracy with nuclear weapons.

    Nothing the apologists for Judaio-Christianity have to say is important. Instead of talking about alleged differences of theology, which do not matter to anyone except theologians, the focus needs to be on how to get rid of these harmful superstitions left over from the Dark Ages.

    There is nothing good to be said about any religion. The sooner they all vanish into the dustbin of history, the better.

    • walter Says:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Johnson_Amendment

      • Tzindaro Says:

        The law was also applied to other non-profit organizations, including the conservation organization, the Sierra Club, which lost it’s tax exempt status one year for endorsing a candidate. This change may actually backfire on Trump if environmental groups, including the pro gun rights NRA, which contains many avid hunters, use it against the Republican plot to privatise all public lands in the West, which would eliminate allmost all remaining wilderness lands and protection for wildlife.

  2. walter Says:

    http://www.laitman.de/ Einheit in der jüdischen Mystik, der Kabbalah. Vielmehr führt doch christliche Mystik zur communio, zur christlichen Gemeinschaft, zur Kommunion im Katholizismus

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