Der peinliche Reich

Reichs Sekretärin und Laborassistentin Gertrud Meyer (Gertrud Gaasland) bemängelte Ende der 1930er Jahre, daß Reich seine Theorien „überspitzt“ vortrage und daß das zu den Mißverständnissen und Angriffen führe, denen er ausgesetzt sei. „All dies lag für sie in Reichs Individualismus und seiner fehlenden Einbindung in eine politische Organisation begründet“ (Gertrud Lenz: Gertrud Meyer, S. 170f).

Dazu ist zweierlei zu sagen: Zunächst einmal gehört „Überspitzung“ zum Wesen des Reichschen Ansatzes. Sein angeblich „mangelnder Respekt“ vor der Komplexität der Psyche, die ihn zur Orgasmustheorie und zur Charakteranalyse geführt hat. Bis zuletzt hat er darauf beharrt sich eindeutig und unmißverständlich auszudrücken, d.h. unneurotisch. Neurose ist nämlich das Ausweichen vor dem Wesentlichen. Es ist derartig einfach Neurotiker „vor den Kopf zu stoßen“!

Andererseits konnte Reich, wenn er ganz auf sich allein gestellt war, erstaunlich selbstdestruktiv agieren. Elsworth F. Baker beschreibt in seinen Erinnerungen, wie Theodore Wolfe Reich in den 1940er Jahren oft davor bewahren konnte, durch unüberlegte Verlautbarungen und Handlungen unnötigerweise „Mißverständnisse und Angriffe“ heraufzubeschwören. Dann übernahm Baker diese Rolle, aber er hatte nicht die gleiche Autorität wie Wolfe und schon bald war Reich von Jasagern wie Michael Silvert und dem Kunstmaler William Moise umgeben.

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Eine Antwort to “Der peinliche Reich”

  1. O. Says:

    Fehelnde Einbindung in eine (politische) Organisation??

    Gemeint war wohl eine fehlende Anpassungsfähigkeit, eine Bereitschaft zur Verwässerung und zum Smalltalk … fehlende Unterordnung in eine Organisation von Angepassten mit autoritärem Sozialverständnis, eine fehlende Bereitschaft unterwanderbaren Organisationen mit dem „Demokratieverständnis“ sich unterzuordnen. Die hätten darüber abgestimmt, ob ein Orgon existiere (s. das Ergebnis der WRG 1995), und Reich hätte sein „unsinniges Konzept“ aufgeben müssen, oder gehen.

    Nun hatte er sich selbst organisiert, was nicht immer glücklicher ist, da er die Leute aussuchte, die er für kurzfristig geeignet, hielt, nicht wissend wie sie sich entwickeln würden und was sie noch für Ärger bereiten würden.

    Keine Organisiation ist die Beste hatte sich im Rückblick gezeigt. Ein lockerer Kreis von wechselnden Freunden und Unterstützern hilft nicht ganz alleine sich zu fühlen.

    Die irrationale Cliquenwirtschaft um Lassek und Co zeigte eine Umkehr von Reich-Interessierten hin zu sich abgrenzenden und ausgrenzenden Strukturen, die Reich als Thema medial besetzen und seine größten Gegner sind. Jedes estoerische Konzept wird umgewandelt und bekommt einen „Orgon“ Namen … und führt zur Verbreitung von Esoterikern die absichtlich und böswillig sich auf Reich beziehen, um fingierte Chakren und Meridiane heilen, „körpertherapeutisch/energetisch“ klopfen, Schrottklumpen als Informationsträger von Pseudoorgon anpreisen und die Akkupunktur des Himmels als „Cloudbustung“ verbreiten, um das Wasserparadies zu verbreiten.

    Jetzt bin ich abgekommen von Reich und seinen Mitstreitern, die die die Orgonomie hätten vertreten können.

    Im Grunde fehlt ganz viel Information zur Bewertung der Phase nach Reichs Tod. Die Zeitgenossen sind meist verstorben und schwiegen über die Querellen um und nach Baker. Über Eden ist mehr bekannt, dank Peter.

    Auffällig bis heute ist die „Brückenperson“ (zwischen ACO und Berliner/ Deutsche Anti-Reich-Szene) James Demeo. Er ist allgegenwärtig (auf fast allen Kongressen), immer auf der scheinbar richtigen Seite – pro Reich kämpfend, jedoch stets die Gegenseite fütternd und installierend. – Gemeint ist die Anti-Reich-Szene, die sein CLB weitergibt an fragwürdige Nicht-Reichianer in „greening Desert“ Projekten, ob mit CLB nachbauten (und „Tesla-Spiralen“) oder Don Crofts Holy Bomb Granaten mit Anti-Chemtrail-Weapans zur Himmelsakupunktur. Es ist wieder DeMeo, der sich dann wieder gegen sie abgrenzt, waren es doch die Geister, die keine anderer als er gerufen hatte. War es nicht er, der sich als Supervisor für die Waldheilungsgruppe aufgestellt hatte und dem die Gruppendynamik entgleiste. Und war es nicht er, der mit Prof. B. Senf Teile Afrikas begrünen wollte, was dann ein Senf-Fan in einem Greening Desert Projekt umsetzte und Apfelbäumchen verkaufte.

    DeMeo lebt davon, dass Reich-Fans sich darüber freuen, dass ihnen jemand etwas über Reich erzählen kann. Das macht ihn aber nicht zu einer hell leuchtenden Figur in diesem Spiel oder gar zu einem Verfechter für die Sache Reichs.

    Mehr gibt es im Moment nicht von mir dazu zu sagen.

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