Strick: Wilhelm Reich, Biologist (2015)

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Strick: Wilhelm Reich, Biologist (2015)

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15 Antworten to “Strick: Wilhelm Reich, Biologist (2015)”

  1. claus Says:

    Robert A. Harmans Nachvollzug des SAPA-Bionexperiments –
    wo steht das?

    • Peter Nasselstein Says:

      Harman, R.: “Current Research with SAPA Bions”, The Journal of Orgonomy, Vol 21, No.1, May 1987, pages 42-52

      • Jonas Says:

        Strick erwähne übrigens beim unten von mir angeführten Vortrag, er habe den „Epilogue“ zu neuen Replikationen der Bion-Experimente erst in Nachhinein auf Anregung eines Reviewers geschrieben. Vielleicht liegt die schwache Quellenabdeckung also auch schlicht am Zeitmangel.

      • claus Says:

        Danke.
        Sucht man das dann, landet man bei Leuten, die tatsächlich Dr. rer. nat. sind, aber irgendwie das ‚Transzendente‘, ‚Spirituelle‘, … und das bei Reich suchen.* Ich bin sicher, dass dieses Gerede Quatsch ist: Es kommt nun darauf an, Beobachtungen möglichst als Beobachtungen zu beschreiben und die Theorie als eine Deutung aufzufassen, als eine möglichst gute (z.B. einfache) Erklärung.

        * http://www.humannews.de/meldungen/druck/glossaryType_5/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=404&tx_ttnews%5BbackPid%5D=21

        „Bione lassen sich leicht herstellen, aber woher wissen, daß es sich tatsächlich um „Orgonenergie-Bläschen“ handelt, d.h. Gebilde, die den Übergang zum Organischen bilden?“ Deswegen betone ich ja immer, dass die Deutung eine andere Sache ist. Schon meine alte Chemielehrerin lehrte uns, mit der Beobachtung anzufangen und dann zu deuten – was aufgrund der gerade besten verfügbaren Theorie eine Deutung mit Reaktionsgleichungen war. Eben deshalb schlugen sich die Neoempiristen so sehr mit Beobachtungssätzen herum.

        Das SAPA- Experiment war ganz zentral für Reichs Deutungen. Es führte zum ORAC und zur Annahme des Orgon in der Atmosphäre. Und gerade diese beiden Erfahrungen lassen sich leicht machen: 1) dass sich Bläschen aus dem geglühten Material herauslösen, sich dann unter günstigen Bedingungen zusammenfinden, bewegen, … 2) dass der ORAC eine ganze Menge – Verschiedenes und das in Wechselwirkung miteinander – bewirkt. Was ich nun nicht aus eigenem Erleben kenne, ist, dass ‚die Bläschen‘ (auch das Kategorisieren als Bione ist Deutung) strahlen*, und das auch noch so heftig, wie im „Krebs“ beschrieben. Der SAPA-Versuch ist die Brücke von den Bionen zum Orgon.

        * einmal nur in Zusammenhang mit aus Stahlwolle gewonnenen, sehr schwach und nicht annähernd intersubjektiv teilbar

  2. Jonas Says:

    Ich frage mich, wie das Buch wissenschaftlich rezipiert werden wird – so es das überhaupt wird.

    Meine Eindrücke von Stricks Vortrag im „Kolloquium der Geschichte des Wissens“ vor ein paar Monaten an der HU Berlin:

    – Die meisten der Fragen des Publikums waren recht detaillierter wissenschaftshistorischer Natur, etwa zur Rockefeller-Foundation und deren Förderungspolitik. Dies verwundert nicht weiter, da es sich ja beim Publikum vorwiegend um Stricks Kollegen aus der Wissenschaftsgeschichte handelte.

    – Ein anderer, kleinerer Teil der Fragen zielte klar auf eine „Eingemeindung“ der Reichschen Forschungen in modisch-linke Diskursklima. Wie denn der Gender-Aspekt bei Reich zu verstehn sei? Ob sich Reichs Forschungen nicht mit anderen Sexualforschern wie Kinsey, Masters und Johnson verbidnen ließen, die doch „auch das Gute gewollt haben“? Und warum Reich mit diesen denn nicht zusammengearbeitet hätte (diese Frage kam von Frau Prof. te Heesen) ? Wenn ich mich recht erinnere, antwortete Strick hier eher ausweichend, dass sich Reichs Konzept von Sexualität eben nicht ganz mit deren Vorstellungen gedeckt habe, ließ aber weltanschauliche/politische Dimensionen ganz unerwähnt.

    – postitiv fiel mit doch insgesamt die Offenheit für das wissenschaftliche Thema im engeren Sinne auf, die allerdingsaber auch sehr akademisch-oberflächlich ausfallen mag.

    • claus Says:

      „Und warum Reich mit diesen denn nicht zusammengearbeitet hätte (diese Frage kam von Frau Prof. te Heesen) ? Wenn ich mich recht erinnere, antwortete Strick hier eher ausweichend, dass sich Reichs Konzept von Sexualität eben nicht ganz mit deren Vorstellungen gedeckt habe, ließ aber weltanschauliche/politische Dimensionen ganz unerwähnt.“
      Und das ist wieder der Knackpunkt. Da saßen die üblichen Gender-Linken; und die sind KONTRÄR zu Orgontheorie.

      • Peter Nasselstein Says:

        Es ist eine klare Tendenz – naja, ich sehe andeutungsweise diese Tendenz – daß man sich bei diesen Kreisen anzuschleimen versucht, indem man etwa Marcuse in einer „orgonomischen“ Zeitschrift versucht mit Reich kurzzuschließen oder etwa mit Noam Chomsky.

    • O. Says:

      Was wurde hierzu gesagt?
      „etwa zur Rockefeller-Foundation und deren Förderungspolitik.“

      • Jonas Says:

        Wenn ich mich richtig erinnere, wurde die Frage gestellt, warum die Rockefeller-Foundation nicht als Förderer für die Bion-Experimente eingesprungen ist, obwohl sie anderweite gerade biologische Grundlagenforschung zu dieser Zeit stark unterstützte.

        Strick berichtete dann von Reichs Bemühungen, die Rockefeller-Foundation zu gewinnen, und das diese von einer Förderung absah, weil es so viel negative Presse und negative Äußerungen von lokalen Fachleuten gegen Reich gab.

        Dies sei für Reich ein entscheidender Einschnitt gewesen, der ihn bewog, keinen Geldgebern mehr hinterher zu laufen und seine Forschungen selbst zu finanzieren.

        Soweit grob aus meinem Gedächtnis, ohne Gewähr 🙂

      • O. Says:

        Vielen Dank. Gut, dass Reich kein Geld bekommen hat. Peinlich genug, dass er versucht hat hier überhaupt Geld sich zu besorgen. Natürlich ist es leichter mit fremden Geldmitteln etwas aufzuziehen, doch es bleibt eine klare Einflussnahme des Geldgebers. Die Psychoanalyse hatte Freuds Triebtheorie in Deutschland über Bord geworfen und sich von Rockefeller „unterstützen“ lassen. – Reich hätte so sein Orgon verkaufen können.

        • Peter Nasselstein Says:

          Stiftungsgründer, ob nun Rockefeller, Bertelsmann oder Volkswagen, lassen sich von irgendwelchen „Experten“ sonstwas aufschwatzen: das sei die moderne Wissenschaft, das moderne Denken, die moderne Kunst. Mit den Gründern selbst haben diese Stiftungen schließlich nichts mehr zu tun, außer daß die Gründer das Gefühl haben den Fortschritt zu unterstützen.

        • O. Says:

          Ob die Stiftungsgründer noch ihre Hände im Spiel haben oder nicht sei dahingestellt. Und ja sie finanzieren auch zu Ihnen scheinbare konträre Forschung mit etwas „Spielgeld“ und schauen, was da erstmal so rauskommt. Dann wird entschieden, ob es den eigenen Interessen entspricht oder nicht und ob es für weitere eigene Forschung relevant ist. Wer das Geld erhält, macht eines, er verkauft seine Seele an den Teufel.
          Spätestens wenn deine Uni-Forschung zum Bio-Chip für Ratten und Affen erfolgreich war und du das erste Häppchen im Weißen Haus genießen wirst, wird dir klar, dass du einen entscheidenden Beitrag zum Interface menschlichen Gehirns und Cyborgkörper geleistet hast. Dann noch aussteigen zu wollen, mag vielleicht gerade noch gelingen.
          Für orgonomische Forschung wird es nur um deren Kontrolle gehen, nicht so sehr um die militärische Umsetzung.

  3. Peter Nasselstein Says:

    Die penetrante „Israelkritik“ eines James Strick (siehe sein Facebook!) ist dermaßen daneben und aaaarrgghhhh:

    http://www.achgut.com/artikel/antisemitismus_mit_menschlichem_antlitz/

  4. Robert (Berlin) Says:

    „Übrigens macht es mich etwas fuchsig, wie wenig man „Experten“ vertrauen kann,(…)“

    Fiel mir auch auf. So schreibt ein A.O. Weese in ‚Books Abroad, Vol. 12, No. 4 (Autumn, 1938), p. 470‘, Herausgegeben von ‚Board of Regents of the University of Oklahoma‘:

    „Wilhelm Reich. Die Bione. Oslo. „Sexpol Verlag.“ 1938. 205 pages.- One would be more inclined to credit the astonishing results of experiments attempting the solution of the problem of the origin of life as reported in this publication if the author had not described as a new organism one long known to science. His photomicrographs of this organism, although inferior to the drawings of the Dutch janitor and lens maker, Leeuwenhoek, published more than two
    centuries ago, are recognizable as representing Vorticella, the first one-celled animal to be drawn and described. After naively admitting his entire ignorance of fundamental biological facts and methods, Reich describes the apparent origin de novo of this and other animals from hay infusions, and then proceeds to the discussion of more complicated experiments. A laboratory with apparatus costing 60,000 Norwegian crowns (proudly cited by its founder) and a monthly budget of 2000 crowns cannot of itself produce scientific
    results. – A. O. Weese. University of Oklahoma“

    Selbst ein Volltrottel müsste den Unterschied zwischen Vorticella und Bione sehen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Vorticella_campanula

    http://wilhelmreichbiologist.org/resources.html

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