Svoboda et al.: Wer hat Angst vor Wilhelm Reich? (2009) & Der Fall Wilhelm Reich (2012) (Filme)

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Svoboda et al.: Wer hat Angst vor Wilhelm Reich? (2009) & Der Fall Wilhelm Reich (2012) (Filme)

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45 Antworten to “Svoboda et al.: Wer hat Angst vor Wilhelm Reich? (2009) & Der Fall Wilhelm Reich (2012) (Filme)”

  1. Omeis Says:

    Guten Tag,
    sehr interessant wie Sie den Film empfunden haben. Im Grunde heißen Sie ihn gut und kritisieren Teilaspekte und hätten sich eine bessere Machart gewünscht? Vielleicht kommt ja der nächste Film bald!
    Ich bin froh überhaupt einigermaßen akzeptables Filmmaterial zu finden, was nicht von den meisten gleich als „Esoterik“ sofort in eine Schublade wandert die schon übervoll ist.
    Danke für Ihre Kritik, ich empfand einige Interviewpartner auch als weniger „gewinnbringend“ aber ich fand sie alle authentisch. Man geht auf seinen Weg ja oft Umwege die Spuren hinterlassen. Hauptsache man bleibt in der Lage zu verstehen und zu handeln.
    mfg
    Volker Omeis

  2. Futjah Says:

    Hallo,
    mir ist auch sofort die Stimme der alten Aufnahme aufgefallen.
    Ich habe mich gefragt, ob es wirklich Reich ist, der da spricht, seine eigenen Tonbandaufnahmen. Da kein Hinweis kam und es so dargestellt wurde, war ich sicherlich manipuliert zu glauben, es sei wirklich er, der da spricht.
    Zunächst glauben wir doch aber nicht gleich ALLES, wenn auch sehr vieles, nur weil es so dargestellt wird und desweiteren fragte ich mich in dem Moment, wie wichtig es eigentlich sei, obs nun wirklich er selbst ist.
    Ich finde, du gehst, wenn auch verständlicherweise, sehr stark vom passiven, unfähigen und unmündigen Zuschauer aus, dem man alles haarklein deutlich machen muss! Jeder hat aber einen Geist zum Denken und einen Körper zum Fühlen…..auch wenn man bei der Informationsflut im Allgemeinen und den übers Leben stattfindenden seelischen Einschlägen nicht ständig aktiv sein kann, sondern auch oft passiv ist.
    Selbstverständlich bietet jede „Unzulänglichkeit“ Angriffsfläche für „Gegner“, aber bei diesem Thema kämpft höchstens jeder mit oder gegen sich selbst, welche fremdschädigenden Kreise das leidlicherweise auch immer ziehen mag.
    Für mich wird anhand seines Lebens sehr gut dargestellt, was ich persönlich mit seiner Person exemplarisch und meinem Dasein im Speziellen verbinde, worum es mir im Leben geht!
    Das muss natürlich nicht für jeden zutreffen und ich teile deine Bedenken, dass man weiter von sich entfernt, vieles missverstehen kann. Doch das ist alles relativ…
    Ich danke dir dennoch für die Auseinandersetzung und Kritik, der ich in den meisten Punkten zustimme, auch wenn ich sie als sehr hart empfinde.

  3. Peter Nasselstein Says:

    Hier der Film über die Dreharbeiten:

    http://tvthek.orf.at/topics/Kultur/3088595-Heute-in-Oesterreich/segments/3089067-Am-Filmset–Klaus-Maria-Brandauer-in–Der-Grenzgaenger-

  4. Peter Nasselstein Says:

    Aurora Karrer als CIA-Agentin, die auf Reich angesetzt wird!

    http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/art16,712061

    Mein Kommentar: Ö#%&%&$§%“§%/üx<!!!!

  5. Peter Nasselstein Says:

    Im neusten SPIEGEL ein Artikel über Birgit Minichmayrm „Weibsteufel“. Im Reich-Film spielt sie Aurora Karrer. Einen Verweis auf den Film habe ich im Text nicht gefunden, aber ich kann den SPIEGEL eh nur überfliegen, ihn zu lesen… – ich habe keine Lust mein Mittagessen auf den Büroteppich zu verteilen…

  6. Peter Nasselstein Says:

    Angesichts einer solchen Berichterstattung könnte ich vielleicht doch noch meine Grantelei einstellen:

    http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/film/409159_Boundary-Man-Dreharbeiten-zu-Millionenprojekt-vor-Abschluss.html

  7. Alfons Grabher Says:

    Ich find die Vorschau schonmal ganz gut. Schön gesprochen, gut präsentiertes Bildmaterial, bewegende Zitate. Finde ich super, wie er über die Begegnung mit Freud spricht. Kann ich gut nachvollziehen. Die Interviews hier in der Vorschau find ich auch interessant und gut gesprochen
    Was mir auf Anhieb nicht so gut gefällt ist die ständige Fahrstuhlmusik im Hintergrund. Ein häufiger Designfehler. Beim Kochen nimmt man auch nur beste Zutaten – wird gespart oder schlechte Milch dazugekippt dann merkt man das auch im Endprodukt.
    Dass die Zitate ohne Hinweis nachgesprochen werden finde ich übrigens auch komisch.
    Insgesamt sicher ein Film der zum Nachdenken und -fühlen anregt. Natürlich nichts für das grosse Publikum, das ja schwer erkrankt ist sozusagen. Aber ich werde ihn mir jedenfalls ansehen.

  8. Peter Nasselstein Says:

    Klingt für mich nach der Propaganda genau jener Kommunisten, die Reich ins Gefängnis gebracht haben!

    Sein Traum, das Individuelle im Menschen zu entfesseln, macht ihn zu einem gefährlichen Gegner eines amerikanischen Systems, das nach 1945 mit allen Mitteln die Weltvorherrschaft anstrebt. (…) Zehn Jahre nach seinem mysteriösen Tod werden seine verbrannten Schriften zu wichtigen Wegbegleitern einer revoltierenden 68er Generation.

    http://www.filminstitut.at/de/the-boundary-man/

    • Robert (Berlin) Says:

      http://www.novotnyfilm.at/index.php?id=553

    • O. Says:

      Wilhelm Reich als „gefährlichen Gegner“ zu überhöhen, zeigt wohl eher die Feigheit der Gegner Reichs, deren Hosen hinten so voll sind, weil sie vorne keinem Vergleich standhalten können – so offensichtlich ihre Sicht. An einem klaren Kill ist nichts mysteriös. Den Beweis, dass es nicht so war, blieben sie schuldig.

      Reich hat nicht die 68 „begleitet“, sondern sie haben bestenfalls ihn genutzt oder benutzt. Es waren nicht die Verbrannten späten Werke, die Reich bei den 68er Studenten beliebt gemacht haben, sondern seine europäischen Schriften des frühen Reich. – Orgon war damals kein Thema. Aber für die CIA Freunde scheint es heute das einzige Thema zu sein, an dem sie sich dauerhaft abarbeiten.

      Jeder Satz in der Filmdarstellung verdreht die Tatsachen!

      Reich hat auch nicht das „Individuelle im Menschen“ enfesselt; wenn dies das amerikanische System schon bedroht, leben die Amerikaner wohl doch im „Kommunismus“.

      Reich hat den Menschen ihre Natur gezeigt und dass war der Amerikanischen Elite (wie den östlichen Kommunisten) ein Dorn im Auge. Dass es das Orgon gibt, ist für sie nichts Neues. Der Gründungsvater Amerikas, George Washington wußte bereits von Mesmer über die Existenz einer fluidalen Kraft. Auch Tesla und Schauberger war ihnen bestens bekannt und so konnte sie von Reich auch nicht ihre Finger lassen.

  9. Peter Nasselstein Says:

    Der Film wurde umbenannt in The Strange Case of Wilhelm Reich.

    In meinen Augen ist der Film pure kommunistische Propaganda!

    http://www.coop99.at/

    • O. Says:

      Wer eine Pro-Reich Verfilmung erwartet, wird enttäuscht, und muss sich fragen, wieso er so naiv ist. Die Produktion wird eine Hollywoodproduktion sein – ganz im Sinne des Erzfeindes von Wilhelm. Den kann man jetzt nennen wie man möchte, doch wird man es dennoch „amerikanisch“ bezeichnen müssen und die US-Regierungsdienste stehen nicht hinter ihrem amerikanischen Staatsbürger Reich und da spielt die politische Haltung keine Rolle. Warten wir ab, was die Story uns erzählen wird. Der neuen Titel kann nicht vernichtender sein.
      Ich nenne mal „The strange CIA-Case of Wilhelm Reich“ dann passt es für mich wieder.

  10. Robert (Berlin) Says:

    „Kann mir beispielsweise jemand erklären, welchen dramaturgischen Sinn Aurora Karrer als „CIA-Agentin“ in dem Film hat? Welchen Sinn, um alles in der Welt, hat ihr Besuch in Arizona?!“

    Ich konnte am Schluss der Premiere Svoboda noch diese Frage stellen, wurde aber aus seiner Antwort nicht ganz schlau. Er sagte sinngemäß, Reich wäre von vielen Leuten verraten worden, so z.B. die Affäre mit dem Orgonmotor, man könne nicht wissen, von wem nicht alles.
    Wen ich es richtig interpretiere, war sie im Film ein Symbol für die vielen Verräter.
    Schade war, dass Svoboda eine Diskussion am Ende des Films regelrecht unterbunden hat, weil er keine Publikumsbefragung eröffnete, was Heike Buhl hinter mir in der Reihe auch enttäuscht kommentierte, aber eigentlich erwartet wurde.
    Für mich war der Film ein Highlight, weil Reich als normaler Mensch und Wissenschaftler dargestellt wird, nicht als Exzentriker oder Extremist. Allerdings ist der Film ohne Vorwissen kaum verständlich.
    Dass er sich weniger an die Fakten hält und eine neue Geschichte konstruiert, ist eine Sache der künstlerischen Freiheit, da es ein Spielfilm und keine Doku ist.

    • Peter Nasselstein Says:

      Mir ist noch etwas eingefallen apropos künstlerische Freiheit: Warum wird die Wirksamkeit des Orgonenergie-Akkumulators ausgerechnet mit der Behandlung von Unfruchtbarkeit dargestellt? Vielleicht habe ich ja was überlesen oder vielleicht wurde Lassek das persönlich mitgeteilt, aber warum so etwas abseitiges? Und was sollte das mit dem Bandwurm (oder was immer es auch war, was aus der Frau herausgekommen war)? Die Bahendlung einer, beispielsweise, Verbrennung wäre doch viel naheliegender und „filmischer“ gewesen (man SIEHT etwas).

      OK, Du hast recht: in dem Film ist Reich eindeutig ein Sympathieträger (im krassen Gegensatz etwa zum Turner-Buch!).

    • Zeitgenosse Says:

      Der Orgonmotor fasziniert mich. Falls es sich nicht nur um eine Art „story“ handelt. Aber ich komme nicht darauf, was ein Akkumulator mit einem „Y-Faktor“ sein soll. Sehr ärgerlich. 😦

      • O. Says:

        Also dafür braucht man einen echten Experten in physikalischen Dingen wie Christian Rudolph (s. a. Lesebegleitung Oranur I, 1997, S. 57ff), ihn bitte um eine schriftliche Antwort bitten und sie hier mal zeigen.

  11. Renate Says:

    Gestern war der epileptische Anfall als extragenitaler Orgasmus Thema, dann müsste man konsequenterweise feststellen, dass auch das Lachen ein solcher ist.
    Damit ist auch wieder der Satz „Lachen ist die (zweit-)beste Medizin“
    bewiesen. 🙂

    • Renate Says:

      Vielleicht etwas missverständlich formuliert.

      Ist Lachen ein extragenitaler Orgasmus? Ist das Lachen nun „gesund“ oder „krank“, bei der Epilepsie ist das klar, die Entladung erfolgt in die Muskulatur, mit Krämpfen, es gibt ja Panzerung. Wie ist das beim Lachen, wird Energie entladen?
      Gefühlt natürlich schon, man fühlt sich ja nachher besser 🙂

      • Peter Nasselstein Says:

        Epileptiker sind, genauso wie Schizophrene, im Extremfall ungepanzert – bis auf das Augensegment. Interessant ist auch, wie sich der Humor ändert: im 19. Jahrhundert hätte niemand über Mr. bean lachen können, heute kann niemand mehr über Charlie haplin lachen.

        BTW: Schizophrene sind typischerweise vollkommen humorlos.

        • Zeitgenosse Says:

          Hallo Peter.

          Also über Charly Chaplin kann ich auch heute noch lachen genauso wie über Mr. Bean. Dafür kann ich mit langweiligen Sprüchen von einer Cindy aus Marzahn oder Kaja Yanar wieder weniger anfangen.

          Aber wenn du mal zufällig in Österreich bist, besuch mal eine der Vorstellungen von Josef Hader. Sehr düsterer Humor. Aber gut. 🙂

      • Zeitgenosse Says:

        Mir fällt dabei die Grundaussage des Romans „Der Name der Rose“ ein: Humor als Ausdruck der Göttlichkeit und damit auch des Lebens. 🙂

    • Peter Nasselstein Says:

      Man lacht, wenn sich etwas Lebendiges mechanisch verhält (Bergson). Was es bioenergetisch ist, keine Ahnung. Babys können lachen, bis sich die Balken biegen.

      Wir kommen auf die Welt – und lachen!

  12. Klaus Says:

    „Der Film suggeriert, daß Reich ‚Sprengkraft’ besaß, was an etwas festgemacht wird, das niemandem wehtut, nämlich am amerikanischen Antikommunismus, Provinzialismus, Puritanismus und Monopolkapitalismus. Das ist derartig billig. Reich wird unter die zahllosen Heroen des linksliberalen Mainstream eingereiht.“

    Es geht in derartigen Filmen eben nicht um die Wahrheit von naturwissenschaftlichen Annahmen, sondern um eine Story. Typische Bestandteile einer Story sind:
    Es ist brisant.
    Es geht um einen großen, einsamen Mann, ein Genie.
    Das Genie ist verrückt, aber anders als die Normalen.
    Die Normalen machen das Genie mürbe.
    Er muss sterben, weil er viel größer ist als die anderen.
    Seine Zeit wird kommen.

    Dann können noch die linksliberalen Spezifika hinzukommen:
    Der Mann hat den Geheimdienst gegen sich und kämpft mit den USA.

    Und eine Motivation dahinter:
    Wir linksliberale Filmgucker sind mit ihm.
    Alle anderen sind nicht auf dem Stand der geschichtlichen Wahrheit (einst: Revolution; heute: Eintreten in ‚höhere Schwingung’)

    Angesichts der Realtragödie Reichs kann sich eine gute Arbeit über Reich nicht mit Reich befassen. Es kommt sonst immer wieder eine Story heraus.

  13. O. Says:

    Dass Lassekianer und er wohl selbst Jahr und Tag durcheinanderbringen und nicht mal wissen am welchem Todestag sie Reich regelmäßig feiern, verwundert den Außestehenden, aber von seiner Theorie wissen sie ja auch nichts. Die Entstehungsgeschichte zum Clb ist allerliebst (falsch) und was der ORAC macht, scheint auch nicht bekannt: Im Film macht er kleine Babys.

    Zur Frage: „Welchen dramaturgischen Sinn Aurora Karrer als „CIA-Agentin“ in dem Film hat? Welchen Sinn, um alles in der Welt, hat ihr Besuch in Arizona?!“ – Aurora sollte herausfinden wie der Clb funktioniert. Sie wussten alles über den ORAC, aber nicht über das neue Gerät. Das scheint bis heute so geblieben zu sein, aber wen stört es?

    Die Optik des ORAC mit dem Rautenfenster ist abartig, warum wollte man keinen normalen ORAC benutzen?

    Das Oranurexperiment wird mit Atomtests erklärt … usw. und in die Wüste ging er mit dem Clb, weil er Ufos jagen wollte. Der Film ist absolut humorvoll, nichts wird ernst genommen.

  14. Peter Nasselstein Says:

    Fachleute diskutieren den Film:

    • O. Says:

      Keiner mit qualitfiziertem Studium und einer Psychotherapieausbildung wie es aussieht. Den kleinen HP-Schein kann jeder machen.

    • Robert (Berlin) Says:

      Es war eine Veranstaltung des Schirner Verlag.
      „Der Schirner Verlag ist ein Familienunternehmen für gelebte Spiritualität, Lebenskunst, Gesundheit und Ernährung.“
      Etwas anderes als Heilpraktiker kann da nicht erwartet werden. Nur, dürfen Heilpraktiker überhaupt Körpertherapie ausüben?

      Eine andere Sache ist, dass nun offenbar Verlage animiert werden könnten, wieder etwas zu Reich zu produzieren. Ich hoffe es jedenfalls.

      • Peter Nasselstein Says:

        Psychotherapeutischen Heilpraktikern ist, anders als „richtigen“ Heilpraktikern, die allgemeinmedizinische Behandlung verboten, desgleichen Psychologischen Psychotherapeuten. Nun tummeln sich aber gerade in diesem Bereich die „Körpertherapeuten“, die „mit dem Körper die Seele heilen wollen“. Und dann gibt es Ärzte, etwa den ollen Alexander Lowen, die zwar den Körper behandeln können, aber nicht die geringsten Schimmer von Psychiatrie haben. Übrigens auch die meisten Psychologen. Umgekehrt gibt es auch viele Psychiater, die keine Ahnung von Psychotherapie haben. Man kann Baker gar nicht genug dafür loben, daß die Orgonomie heute praktisch die einzige Therapieschule ist, wo alle drei Bereiche GARANTIERT abgedeckt sind. Was gleichzeitig natürlich verhindert, daß es viele Orgonomen geben kann…

  15. Sebastian Says:

    Ich habe mir den Film jetzt auch angesehen und diesen Artikel vorher extra nicht gelesen. Ich kann fast jeden Satz unterstreichen. Bei uns waren 40-50 Zuschauer. Sie haben den Kopf geschüttelt, geschmunzelt, Bier getrunken und waren alles in allem „amused“.

    Die erste Szene, die mich irritierte, war dieses sterile Technische Seminar und seine langweilige Rede über Genitalstörungen. Da hätte man schön mal die Abgrenzung von orgastischer Potenz zur bloß erektiven und ejakulativen Potenz bringen können, verziert durch Reichs Redegewalt und schon hätte sich jeder Alt-68er beim Biertrinken verschluckt. Stattdessen Einwände aus dem Publikum, ein besorgter Freud und Ignoranz von Reich. Diese unbekümmerte Ignoranz von Reich ist übrigens auch der rote Faden, der sich durch den Film zieht.

    Von da an verkrampfte ich mich, was sich durch die prätentiösen Sätze und Wörter wie „Selbstheilungskräfte“ noch verstärkte. Die Erwähnung von „Chi“ durfte natürlich auch nicht fehlen – Lassek sei Dank. Die Einstein-Affäre wird nur zur Hälfte gebracht und somit ihrer Brisanz beraubt. Abstrakte Sätze wie „Alles muss fließen“ hätte Reich gehasst, hier darf er sie selbst aussprechen – auf seiner eigenen Konferenz! „Hab keine Angst“ in einer Therapiesitzung… Kein weiterer Kommentar! Bis mich ca bei der Hälfte des Filmes die heilige Ruhe, Sentimentalität und Verworrenheit erschlaffen ließen.

    Man muss zugeben, dass es eine große Leistung des Regisseurs ist, das ORANUR-Experiment so bedeutungslos darstellen zu können. Eva fällt zwar um als sie den ORAK öffnet, aber bitte warum? Es ist zwar ein Loch in einer grauen Wolkendecke zu sehen, aber das könnte auch ein normales Wetterphänomen sein. Aurora wird nach dem Essen schlecht, aber das kann auch am Essen liegen. Es ist zwar keiner mehr auf Orgonon, Reich ist allein, aber man weiß nicht warum. Ansonsten business as usual at Orgonon. Nichts ist zu spüren von der übererregten ORANUR- und später drückenden, unerträglichen DOR-Atmosphäre sowie der Strahlenkrankheit, die jeden Mitarbeiter an seinem schwächsten Punkt erwischte. So wirkt die Aufnahme des Tapes vollkommen zusammenhanglos und ist gegen das Original einfach nur lächerlich! Die wahre Geschichte gibt tatsächlich so viel mehr her als dieses höhepunktlose Durcheinander.

    Brandauer spielt den altersweisen Opa von Daniel Düsentrieb, dem in seiner fröhlichen Ignoranz die realistischen Einschätzungen seiner Tochter egal sind. Eva ist sowieso der Star – Lassek sei Dank? Diese Gefängnis-Szenen sind sowas von unpassend, wenn man bedenkt, dass Reich vielleicht sogar an seinem gebrochenen Herzen gestorben ist. Gründe waren in der wahren Geschichte genug vorhanden.

    Meine schlimmsten Befürchtungen sind allerdings nicht eingetroffen. Die Szene mit der Vakuum-Röhre und die Hamilton-Szenen sind gut.

    Wer zur Hölle ist Paul?

    • Peter Nasselstein Says:

      Einer des besten Regisseure überhaupt ist Clint Eastwood, der Schüler des besten Regisseurs, Don Siegel. Die Kunst ist einfach ein gutes Drehbuch zu finden, das eine Geschichte erzählt, und dieses Drehbuch gut umzusetzen, d.h. mit guter Kameraführung und vor allem originellen Typen, denen man gerne zuschaut. Man nehme etwa Heartbreak Ridge: ein alter Vietnam-Kämpfer und ein stinklangweiliger unbedeutender Pseudokrieg (die Invasion von Grenada). Es ist formal nicht mal eine spannende Story, aber das Drehbuch macht es stimmig, die Typen sind interessant und der Film ist spannend, allein schon weil er nach den Regeln der Kunst gedreht wurde. Beispielsweise hat jede Szene eine Bedeutung. Oder auch Million Dollar Baby oder Gran Torino, auch formal nicht gerade Geschichten, die einen vom Hocker reißen. Trotzdem kann man sie sich 10 x hintereinander mit Interesse anschauen. Und nun Reich: die Geschichte ist bereits rein formal spannend und die Charaktere waren schon im realen Leben extrem (Reich, die innerlich zerrissene Eva, der Staatsanwalt, der sich als „Bürgerrechtler“ versteht, aber seine Ex-Klienten verrät, Orgontherapeuten, die unter Existenzangst leiden, etc.). Aber diese Idioten haben es tatsächlich fertiggebracht, so einen stinklangweiligen Quark draus zu machen. Verstörend fand ich auch, daß dieser „Reich“ total „sexlos“ war. Der reale Reich hatte eine Affäre nach der anderen, hatte nach eigenem Bekunden Ohnmachtsanfälle nach zwei Tagen ohne Sex, während im Film sich Brandauer der Umarmung von Ilse Ollendorff geradezu entzieht und die Avancen von Aurora wie ein stocktrockener „Professor“ schlichtweg ignoriert. Es gibt kaum etwas, was beim Publikum schlechter ankommt, als ein Mann der sich nur „theoretisch“ mit Sex beschäftigt. Oh Gott, je mehr ich über den Film nachdenke… Die haben doch nicht alle Tassen im Schrank!!!

  16. Peter Nasselstein Says:

    Thomas Harms, Vorsitzender der „Wilhelm-Reich-Gesellschaft“ in einem Vortrag zum Brandauer-Film:

    • O. Says:

      „Er [WR] meinte eine energetische Medizin entwickelt zu haben …“, Bioelektrizität wird in „Minivolt“ gemessen. lol – war das Einsteins neue Messeinheit?
      „Es gibt Archive bei der CIA …“ [über WR]
      „Wirkkraft der Therapieverfahren, die Reich entwickelt haben …“
      Und was macht Herr Harms (2013) am Liebsten? Säuglingstherapien mit den ELTERN.

      Wenn man sich nicht von der Körpersprache ablenken lässt, fällt die Struktur der Halbsätze ins „Ohr“. Inhaltlich wird alles schwebend gelassen, nichts wird konkret ausgeführt. – Ganz wie im Film, wofür Lassek 7 Jahre brauchte, um seine eigenen Sätze Brandauer in den Mund zu legen.
      Was hatte Hr. Lassek eigentlich in der ORGONTHERAPIE geforscht? Das würde mich ja mal interessieren. Keine Sorge, sein Buch aus dem Scherz Verlag habe ich gelesen, da steht schon mal nichts (Wahres) drin. Hr. Harms lenkt mit der Bionforschung Lasseks ab und den „vielen“ Fallbehandlungen, bitte welche?
      Auch die Wetterbeeinflussungen seien gut belegt, fragt sich nur von wem? Hr. Trettin, Prof. Senf oder Hr. Harrer haben nichts gezeigt und nur Hr. Dr. DeMeo veröffentlicht ständig hierzu irgendwas, natürlich nichts Genaues.
      Und mit einem hat Herr Harms tatsächlich Recht, es interessiert keinen mehr, was Reich gemacht hat. An wem das wohl liegen mag?

    • Peter Nasselstein Says:

      Was hat Galizien und die Bukovina mit Weißrußland zu tun?!

      Wirklich alles sehr vage, immer daneben und immer falsch! Moderner „Reichianismus“!

      Alles vage, bis hin zu absurden Redewendungen wie „u.a. zentral“! „Eine Art Grundstörung des Lebendigen“ – nicht etwa die Grundstörung! „Schläft ein Mann, eine Frau mit einem anderen Menschen…“ Selbst da will sich Harms nicht festlegen!

      Reich sei damals in Wien wie die Studenten 1968 „unterwegs“ gewesen!

      Was sind „Grenzexperimente“?

      „Er meinte dann eine Art energetische Medizin entwickelt zu haben.“ Aaarrghhhhhh!

      „Der Cloudbuster ist eine Art Himmelsakupunktur.“ „Er begann die atmosphärischen Selbstregulationsprozesse zu punktieren.“ Sic!!!!

      „Es ist eine Art Grundpulsation, die der Atmosphäre sozusagen bestimmt und unterliegt.“ „Er konnte Regen, sozusagen Niederschläge produzieren.“

      Beim Präsidenten der „Wilhelm-Reich-Gesellschaft“ (sic!) ist alles „eine Art von“ und „sozusagen“! Alles ist verschwommen, nebelig und ungefähr. Alles muß durch die Panzerung – insbesondere die Augenpanzerung.

      Der Film würde Reich zeigen, wie Reich selbst gerne gewesen wäre! Es ist wohl aber eher so, daß der Film Reich so zeigt, wie ihn die „Wilhelm-Reich-Gesellschaft“ gerne gehabt hätte…

      Diplompsychologe und KÖRPERpsychotherapeut…

  17. Peter Nasselstein Says:

    Obwohl mir die billige, antichristliche Tendenz auf den SACK geht: Diese Version, die ganze Mache, die Schauspieler – um Längen besser als das hier besprochene Machwerk und der unerträglich bräsige Brandauer:

  18. Robert (Berlin) Says:

    RONALD POHL
    KLAUS MARIA BRANDAUER
    EIN KÖNIGREICH FÜR DAS THEATER

    1. Auflage 2014
    © 2014 by Braumüller GmbH

    Hier einige Zitate:
    Die Rede ist von dem Psychoanalytiker und Orgonforscher Wilhelm Reich (1897–1957). Klaus Maria Brandauer verkörperte diese vielleicht bizarrste Erscheinung, die dem Schoß der Psychoanalyse entsprang, in einem Film von Antonin Svoboda („Der Fall Wilhelm Reich“, 2012).

    Aus Hamlet aber ist ein Sternengucker geworden. Seinem jüngsten Sohn zeigt er den Nachthimmel über der Wüste von Arizona, der so offen wie ein eng bedrucktes Buch vor ihnen liegt.

    Brandauers Performance in „Der Fall Wilhelm Reich“ besitzt eine aschfahle, gleichsam nach Luft ringende Qualität, die völlig gerechtfertigt ist und aus dem Gegenstand unmittelbar hervorgeht.

    Die Generalstäbler und Industrie-Ingenieure von vor 50, 70 Jahren haben die Profession und mit ihr die Seiten gewechselt. Sie sind, wie zum Beispiel der dubiose Seeleningenieur Reich (in den 1940er- und 1950er-Jahren ein von den US-Behörden höchstens geduldeter Migrant aus Nazi-Deutschland), aus ehrlichem Antrieb um das Gemeinwohl bemüht. Reich, der als Schüler Freuds dessen Konzept um die Sorge bereicherte, die er sich um das menschliche Sexualerleben machte, ist Regenmacher geworden. Was schließlich auch als Beweis für eine gewisse Folgerichtigkeit aufzufassen ist.

    Jemand wie Reich arbeitet auf eigenes Risiko. (…)

    KMBs ganze Meisterschaft mündet in das Bestreben, der Zähigkeit seiner Figur Rechnung zu tragen. Reich will sich in seinem Gastland als nützlich erweisen. Prompt lässt Brandauers Schauspielkunst nur zu, was sich für die Darstellung Wilhelm Reichs – dem er nicht im Geringsten ähnlich sieht – als nützlich erweist.

    Brandauer zeigt, dass ein großer Mann in dem Bestreben, das wenige, das für ihn nützlich ist, ökonomisch zu verwalten, keinen Anspruch auf Verstellung mehr zu erheben braucht. Die groß karierten Holzfällerhemden, die er in seinem Labor in Rangeley (Bundesstaat Maine) trägt, sind nicht etwa als Hommage an die Wildnis des nordamerikanischen Kontinents zu verstehen. Alle Romantikpotenziale werden konsequent verweigert; auch wenn der Film recht unbeholfen danach strebt, ein Melodram zu sein (was er nicht ist).

    Die Austauschprozesse der Theatralität sind subtiler. Ein einziges Mal zeigt Brandauer einen Gang, der jeden Steinboden in einem alten, ehrwürdigen Universitätsgebäude zum Klingen brächte. Reich eilt nach Princeton, um sich vom größten lebenden Genie der mathematischen Physik die Existenz seiner „Orgontheorie“ bestätigen zu lassen. Es ist gleichsam Hamlets einmalige Rückkehr nach Wittenberg, eine verwegene Demutsgeste, gebrochen um den Ernst, der Allgemeinheit damit zu dienen: Elan durch Masse mal Orgon zum Quadrat.

    „Orgon“ wäre die Lösung für die großen anstehenden Menschheitsfragen. Reich glaubt, den Nachweis über die selbsttätige Erzeugung von Lebensenergie erbracht zu haben. Doch die Kategorien sind in der schändlichsten Verwirrung. Ein Assistent Einsteins weist Reich wichtigtuerisch die Tür, jagt ihn zum Teufel. (…)
    In der erschütterndsten Szene von „Der Fall Wilhelm Reich“ wird der deutsche Energie-Guru, der nunmehr verlassen wie Prospero auf seinem Eiland sitzt und das Labor als das eigene Mausoleum zu Lebzeiten verwaltet, von Beamten der Bundesbehörde dazu genötigt, seine „Orgon-Akkumulatoren“ zu zerstören. Brandauer steht wie vom Blitz getroffen vor dem Kistenberg in seinem Garten, den er laut Erkenntnis eines US-Gerichts eigenhändig zu Sperrmüll verarbeiten soll.

    Man gewinnt in Szenen wie dieser eine Ahnung davon, wie Jahrhunderte von Arbeit, die Generationen stolzer Landarbeiter unter Herausbildung ihrer speziellen Handwerkskünste verrichtet haben, zu einem einzigen Augenblick des Abscheus zusammenschmelzen können. Brandauer hält nur kurz inne, ehe er den in seinen Augen kostbaren Geräten mit der Axt zu Leibe rückt. Schließlich entzündet er das Sperrholz noch und wirft ihm einige Ausgaben seiner Schriften hinterher. Brandauers Miene verzieht sich in keiner Sekunde.

    (…)
    Wilhelm Reich wird auch das US-Gefängnis, in dem er stirbt, in dem Film gleichsam wie auf den Schwingen der Einbildungskraft verlassen, einen Abdruck hinterlassend, der kaum tiefer ist als ein flaches Quadrat im Schnee.

  19. Peter Nasselstein Says:

    • Renate Says:

      Wer soll das sein, bei 55.00 über den Patienten Thomas spricht?

      • Renate Says:

        Diesem großen Gefühlskino unterlegt ist eine hochbrisante Geheimdienststory, in deren Zentrum als Widersacher Reichs der Psychiater Dr.Cameron steht. Historische Tatsache ist, dass Cameron sich als Präsident der US-Psychiatervereinigung A.P.A. persönlich für die Kriminalisierung Reichs einsetzte. Der Clou von Svobodas Story: 40 Jahre später erfuhr man, dass Cameron damals Chef des streng geheimen MKULTRA-Programms der CIA war, bekannt auch als „Projekt Artischocke“. Dort wurden verbrecherische Menschenexperimente aus dem KZ Dachau fortgesetzt, deren führender Nazi-Arzt, der stellvertretende Reichsärzteführer Dr. Kurt Blome, dafür eigens amnestiert und angeworben worden war (Rippchen S.55, Boadella S.331).Ziel Camerons war die Auslöschung der Persönlichkeit, um eine totale Gehirnwäsche zu ermöglichen, wofür der A.P.A.-Psychiater sich in Svobodas Film eines jungen Patienten von Wilhelm Reich bemächtigt. Der Orgon-Forscher steht unversehens im Fadenkreuz der US-Geheimdienste.

        http://www.heise.de/tp/artikel/39/39803/2.html

        • Renate Says:

          Zwar verpflichtete sich Blome am 10. August 1951, an einem amerikanischen Geheimdienstprogramm für den Army Chemical Corps im Project 63 (Siehe Projekt Paperclip und MKULTRA) mitzuarbeiten, jedoch kam dies nicht zustande, da der amerikanische Konsul in Frankfurt am Main die Einreise Blomes in die USA ablehnte.

          Quelle: Wikipedia

  20. Peter Nasselstein Says:

    Nochmal zu Cameron als Präsident der US-Psychiatervereinigung A.P.A.:

    Die neuste Ausgabe der ÄrzteZeitung für Neurologen und Psychiater macht mit der Überschrift auf:

    US-Psychologen halfen der CIA beim Folter. Mitglieder der Gesellschaft Amerikanischer Psychologen bogen Ethikrichtlinien zurecht. Selbst Geheimdienstpsychologen hatten Skrupel. Da sprang der US-Verband APA ein und bog seine Ethikrichtlinien so zurecht, daß sich seine Mitglieder an den Folterungen der CIA und des Pentagons beteiligen konnten.

    Genau die gleiche Situation hatte man zu Reichs Zeiten. Die Kommunisten hatten halb Europa, China, gefärdeten ganz Asien und das Resteuropa (insbesondere ganz real Frankreich und Italien), Afrika, den Mittleren Osten – die Welt. Heute haben wir den Islam.

    Und man sollte nicht vergessen, daß auch Reich damals seinen Beitrag leisten wollte: das ORANUR-Experiment war ursprünglich dazu geplant, mittels Orgon die Auswirkungen der Atombombe einzuschränken.

  21. Peter Nasselstein Says:

    Seit 40 Jahren beobachte ich, wie die Orgonomie von ihren Todfeinden okkupiert wird. Heute sehe ich all die „Reichianischen“ Trump-Gegner, wie sie endgültig sich der Anti-Orgonomie hingeben und wirklich alles tun, um Wilhelm Reichs Hoffnungen für die Menschheit zu zerstören. Es sind Ratten!

    Hier sehr schön beschrieben durch Alex Jones. Ja, auf Englisch, aber es lohnt sich:

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