Einstein und die Orgonphysik

Experimentelle Beweise, wie die von Michelson-Morley, die zeigten, daß es keine „Äther-Drift“ gibt, waren für Einstein bedeutungslos, vielmehr war es die mathematische Ästhetik, die Symmetrie der Naturgesetze (eine feste Lichtgeschwindigkeit für jeden Beobachter), die ihn leitete. Von daher ist es abwegig zu glauben, daß irgendein Experiment Einstein von seinem Weg abgebracht hätte.

1920 hielt Einstein den Vortrag „Der Äther und die Relativitätstheorie“, in dem er den Äther, den er 1905 durch die spezielle Relativität abgeschafft hatte, wieder einführte. Er sprach über den „Äther der allgemeinen Relativitätstheorie“, ein Äther mit Gravitationswellen ähnlich den Ätherwellen der Physik des 19. Jahrhunderts. Heute gibt es sogar „Gravitations-Inferferometer“, die versuchen, Gravitationswellen zu messen. Aber dieser „Äther“ hat nichts mit dem Orgon zu tun, weil nach einer sorgfältigen Analyse die allgemeine Relativität das Konzept einer „substanzähnlichen Energie“ ausschließt.

Letztlich basierte Einsteins Konzept des Universums auf der Reduktion von Dynamik auf Kinematik und weiter auf Geometrie: ein Universum, in dem Zeit und Zufall bloße Illusionen waren. Außerdem war Einstein der Feind jeder „Energetik“. Zuerst zeigte er 1905 die Teilchennatur von Materie und Licht (Photonen), es folgte die allgemeine Relativitätstheorie. Und schließlich, wenn er an etwas glaubte, dann an die Absolutheit des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik, die allein schon durch die Teilchennatur der Materie gegeben ist.

Es war von Anfang an vergebliche Liebesmüh, bei Einstein mit Lichtphänomenen (dem Orgonoskop) und dem thermischen Ungleichgewicht zwischen Orgonenergie-Akkumulator und Umgebung irgendwas reißen zu wollen.

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3 Antworten to “Einstein und die Orgonphysik”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Albert Einstein (Beck’sche Reihe)
    Hubert Goenner
    Verlag: C.H.Beck; (11. März 2015)

    Zitat:
    „Auch der Begründer einer körperorientierten Psychotherapie, Wilhelm Reich, der mit Sigmund Freud über Kreuz lag, wollte Einstein für seine Zwecke gewinnen. Dass der gegenüber der Psychoanalyse äußerst reservierte Einstein sich darauf eingelassen hat, Reich im Januar 1941 zu einem fünfstündigen Gespräch zu empfangen und seinen Orgon-Akkumulator zu testen, ist erstaunlich. Reich glaubte, eine neue Energieart, das Orgon, entdeckt zu haben, dessen Wesen «biologisch» oder «primordial kosmisch» sein sollte. Zum Nachweis baute er den Orgon-Akkumulator, einen metallischen (Faraday-)Käfig, umgeben von einer Schicht aus Papier oder Holz, das Ganze auch mehrschichtig. Er sollte Orgon-Energie sammeln können, wobei der Nachweis als gelungen galt, wenn die Temperatur innerhalb des Akkumulators konstant höher blieb als die Umgebungstemperatur. Einstein stellte das Gerät auf einen Tisch, führte das Experiment durch und fand im Sinne von Reich eine positive Temperaturdifferenz in seinem Arbeitszimmer während einer Woche. Anscheinend überzeugte ihn sein Assistent Infeld, dass das Phänomen als Folge von thermischer Konvektion (Luftströmungen oberhalb und unterhalb der Tischplatte) verstanden werden könne. Ohne eine physikalische Erklärung hätte sich ein Widerspruch zum zweiten Hauptsatz der Thermodynamik ergeben können. Einsteins lakonische Antwort an Reich: «Ich hoffe, dass dies Ihre Skepsis entwickeln wird, dass Sie sich nicht durch eine an sich verständliche Illusion trügen lassen.»“

    ebook 218,2 / 273

    • Claus Says:

      Ist ja noch erstaunlich zurückhaltend formuliert.

    • Tzindaro Says:

      Einstein did not say who the assistant was and Reich jumped to the conclusion it was Infeld when he read years later in Einstein’s obituary that Infeld was a Communist. He then went on to conclude that Infeld had sabotaged his relationship with Einstein out of a political grudge. Infeld could not have been the unamed assistant Einstein refered to because according to Einstein biographer Jamie Saen, Infeld was in Canada that whole year and unable to get a visa to visit the United States.

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