Skan Reader (1996)

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Skan Reader (1996)

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42 Antworten to “Skan Reader (1996)”

  1. Klaus Says:

    So etwas habe ich mir zuvor noch nie so genau angesehen … die armen Kinder.
    Was soll man sagen, wenn einem Leute immer wieder erklären, sie spürten die ‚Energie‘ von Meister so-und-so, der in einer Kongresshalle steht, schon draußen … ?

    • Robert (Berlin) Says:

      Häufig werden die Kinder durch den Guru auch sexuell Missbraucht. Die gehirngewaschenen Eltern freuen sich darüber auch noch, dass ihr Kind auserwählt wurde.

  2. Marco Says:

    Ich stehe noch am Anfang meiner Beschäftigung mit Reich und habe hier eine Frage zu einem Absatz, den ich nicht verstanden habe

    > Orgonomie kennt nun mal keine „Entwicklung“, sondern nur eine Freilegung der gegebenen genitalen Grundstruktur.
    […]
    > „Entwicklung“, „inneres Ringen“, „romantische Seelenentfaltung“, sind sowohl dem orgonomischen als auch dem indischen Denken fremd, die beide durch und durch „klassisch“ sind. Oberflächlich betrachtet macht vieles den gegenteiligen Eindruck, aber das täuscht.

    Wie ist der Begriff „klassisch“ hier aufzufassen? Das Wahre, das der Wirklichkeit entsprechende, Unveränderliche?

    Wieso kennt Orgonomie keine Entwicklung? Was ist mit der Artentwicklung oder jeder sonstigen Entwicklung in jeder beliebigen Skala (astronomisch, biologisch, individuell)?
    Ich sehe ein: Orgastische Potenz (speziell: Fähigkeit zu vollständiger Entladung sexueller Energie, deren allgemeinen Ausdruck ich bisher verstehe als vollwertiger, reifer, aufrichtiger Mensch/Charakterstruktur) als Ziel einer orgonomischen Therapie ist eine grundlegende Ordnungsstruktur, die sich selbst nicht entwickelt. Aber deswegen kennt Orgonomie als Disziplin und auch bei den Objekten Ihrer Aufmerksamkeit doch sehr wohl Entwicklung, oder mißverstehe ich hier etwas?
    Auch ihre Methodik (funktionales Denken) ist sicher eher „klassisch“ auffaßbar, also eher ein statischer Baustein, dabei aber untrennbar verbunden mit der Weitsicht, Intuition, Interesse, Neugier und Mut des Orgonomen.

    Ebenso wird auch eine (individuelle) Entwicklung nicht abstreitbar sein bei Freilegung der orgastischen Potenz, genausowenig wie eine fortschreitende krankhafte Entwicklung (Biopathien) aus biologischen Traumata und Abpanzerungen entstehen.

    Wie ist dieser Ausspruch also aufzufassen? Wo genau ist der Angriffspunkt, auf den hingewiesen werden soll bezüglich „Entwicklung“ im kritisierten Bezug?

    Mit freundlichem Gruß
    Marco Holmer

    ps. Vermutlich sollte es „Psychologie des Buddhismus“ statt „Faschismus“ heisen in allen Fällen der letzten beiden Artikel?

    • nasselstein Says:

      Entwicklung und „Klassik“:

      1. Orgonomie ist eine Wissenschaft. Es gibt keine „wissenschaftliche Entwicklung“. Beispielsweise gilt heute die Newtonsche Mechanik wie vor 200 Jahren, die Quantenmechanik wie vor 100 Jahren, etc. (Bitte jetzt keine Spitzfindigkeiten 😉 )
      2. Die Therapie ist fertig („Es gibt in jedem Moment der Therapie nur einen einzigen Weg, den man gehen kann.“) Es geht nur darum, die Therapeuten ordentlich auszubilden.
      3. Genitalität ist ebensowenig ein „Ziel“ wie etwa die Arbeitsdemokratie ein Ziel ist. Die Arbeitsdemokratie existiert immer, auch in Nordkorea, genauso die Genitalität, auch im kränkesten Menschen. Es gilt nur beide freizulegen, d.h. von der Panzerung zu befreien.
      4. Wahrheit und Schönheit sind etwas Objektives. Man denke nur an den Goldenen Schnitt. Sie ist in den kosmischen Funktionsgesetzen der Orgonenergie verankert: „Klassik“.

      Daß es auf einer höheren Funktionsebene Entwicklung gibt, ist offensichtlich. Aber die Grundlagen stehen fest. Auch wird manches klarer, während andere Aspekte sozusagen absterben, weil sie nicht tragfähig sind. Beispielsweise spricht heute wirklich niemand mehr von Reichs Einheit „Org“.

      Es geht stets darum klar zu machen, auf welcher funktionellen Ebene man eigentlich argumentiert. Das macht zugegebenermaßen manchmal den Eindruck einer ziemlich windigen „Dialektik“.

      Zu Buddhismus und Faschismus: http://www.orgonomie.net/hdobuddha.htm

      • Jonas Says:

        Wäre es dann vielleicht sinnvoll, auf die orgonometrischen Begriffe „Entwicklung“ und „Schöpfung“ zu verweisen? Der Fortschritt der Orgonomie als Wissenschaft müsste sich ja auch mit diesen Ausdrücken lassen, da die Orgonomie eine Funktion wie jede andere ist.

        Ich vermute, das was Neidhöfer als „Entwicklung“ beschreibt, wäre dann orgonometrisch betrachtet zwar eine Entwicklung, aber keine Schöpfung?

        • O. Says:

          Fortschritt ist immer das, was du selbst daraus machst, warte nicht auf einen anderen der es für dich tun würde.

          Weder das ACO noch ein anderer kann dir deine „Erleuchtung“, Entwicklung oder „Schöpfung“ bringen. Bestenfalls bringt er in der Kommunikation ein paar taugliche Anregungen.

      • O. Says:

        Ich glaube nicht, dass man hier weiter kommen wird, wenn man irgendwie noch versuchen möchte, orgnomischen Sinn in den Wirrwarr von Neidhöfer oder einem anderen bringen zu wollen, da sie so weit von Reich entfernt sind und Gegenteiliges angenommen haben, dass es nicht mehr sinnvoll diskutierbar ist.
        Innerhalb des tantrischen Systems bedeutet die „Entwicklung“ wohl eine Art Sublimierung oder Abzug der sexuellen Energie hin in den Kopf oder ins Herz, wo es sich dann solange (nach Reich) stauen würde, bis man krank werden würde. In dieser Position läßt sich auch auf die „Erleuchtung“ warten …
        oder den Krebs, die Herzattacke, den Hirnschlag oder vergleichbares. Wer ein „schlechtes Karma“ zu haben glaubt, kann das ja ausprobieren, da es ihm wohl im nächsten Leben besser gehe … für mich ist es Vergeudung von Zeit und Kraft.
        Hat man jedoch ersteinmal eine solche Denke in seinen Kopf implantiert, wird man es wohl kaum wieder los.
        Orgonomisch einfach erklärt, spürt man seinen Körper und seine eigene Energie nicht (aufgrund der Panzerung und psych. Charakterentwicklung), und sucht den Kontakt zu Buddha, Gott oder in der Religion als einen verqueren und mystischen Ausdruck erahnter Orgonenergie.

        • Marco Says:

          Ok, so klare und einfach verständliche Aussagen wie im letzten Absatz oder auch Ihre anderen beiden Kommentare helfen mir hier wirklich weiter. Danke.

      • Marco Says:

        Herr Nasselstein, danke, das ist jetzt klarer. Mehr als an allem anderen bin ich an der hier vertretenen Denkweise interessiert, die mir noch nicht wirklich klar ist, bzw. an meinen eigenen Denkfehlern.

        > Es geht stets darum klar zu machen, auf welcher funktionellen Ebene man eigentlich argumentiert. Das macht zugegebenermaßen manchmal den Eindruck einer ziemlich windigen „Dialektik“.

        Das habe ich noch nicht verstanden. Der erste Satz ist klar, aber wieso sollte eine Meta-Aussage wie eine Einordnung nicht mit klarem Denken zusammenpassen?

        Ich merke jetzt, meine tieferliegende Frage oben war eigentlich die nach der „romantischen Seelenentfaltung“, und wieso diese nicht zum orgonomischen Denken gehört. Wenn ich es richtig verstehe, fällt die Entfaltung/inneres Ringen jedoch bei Reich wohl nicht heraus, sondern es ging hier um die wissenschaftlichen, nicht-sentimentalen Denk-Grundlagen, und um das Herausarbeiten des Paradigmas bzw. der Abirrung zu zwecken der Kritik.
        Das habe ich jetzt besser verstanden: Bei Reich gibt es keine metaphysischen Spekulationen. Und genau die hat der im Artikel Kritisierte (der mich im übrigen inhaltlich überhaupt nicht interessiert) wieder hereingebracht. Vielleicht war hier dann meine Beschäftigung mit „Entwicklung“ oder nicht eher irreführend.

        Denn gerade ein Mensch mit freigelegter Genitalität ist sicher nicht frei von Seelenstürmen sondern diesen noch in viel größerem Maße ausgeliefert durch das eigene tiefere Empfinden und angesichts der angetroffenen irrationalen Zustände.

  3. Robert (Berlin) Says:

    Was für ein widerliches Video. Wirklich zum kotzen.
    Jetzt verstehe ich auch, dass mir meine damalige Skan-Therapie im Jahre 1987 zwar die Atmung verbesserte, aber sonst nicht wirklich weiterhalf (eher Desintegrierte).
    Ich brach dann nach einem Jahr wegen Ergebnislosigkeit die Therapie ab; auch weil ich den Therapeuten nicht mochte.

    • Jonas Says:

      Interessant ist, dass Neidhöfer in seinen Büchern und Artikeln, soweit ich mich erinnere, viel von der Auflösung der okularen Panzerung spricht. Die Arbeit am Augensegment wurde mir auch schon von Skan-Insidern als besonders zentral beschrieben.

      Wenn die Skan-Therapie tatsächlich so funktioniert, wie von Peter Nasselstein beschrieben (was mir aus vielen Gründen schlüssig scheint), dann müsste die Aufklärungsarbeit wohl hier ansetzen und die Selbstdarstellung der Skan-Leute richtig stellen.

    • O. Says:

      Wenn man theoretisch um das okulare Segement weiß und dazu mechanisch eine „Augentechnik“ verwendet, ist für den Patienten die Blockade durch die Technik nicht gelöst, weil man z. B. in jeder Sitzung die Augen 20x kreisen lässt. Möglicherweise wäre ein ganz anderes Thema dran gewesen … – es kommt auf die Intuition und den Kontakt des Therapeuten an, und auch dafür gibt es keine „Norm“. Der eine (Therapeut) kann es, der andere bekommt es nicht hin.

      • Jean Says:

        Ich habe jetzt einige Zeit in Büchern geblättert, um diese Stelle wiederzufinden:
        “ Von Reich selbst gibt es keine solchen Hinweise, daß nur Ärzte seine Körpertherapie machen sollten. (…) Aber er musste vorsichtig sein, weil er es sich als politischer Immigrant nicht mit den Behörden verderben durfte. Deshalb hat er offiziell nur Ärzte ausgebildet und empfohlen. Vegetotherapie nach Reich ist keine ausschließlich ärztliche Tätigkeit. Ein abgeschlossenes Medizinstudium ist deshalb von der Sache her keine notwendige Voraussetzung. Die erforderlichen anatomischen und physiologischen Kenntnisse kann man sich aneignen, ohne Medizin zu studieren. (…) Wichtiger sind die vegetative Lebendigkeit des Therapeuten, ihre ausreichende therapeutische Selbsterfahrung und charakterliche Stabilität und schließlich ihre intuitive Fähigkeit, sich auf Klienten zugunsten deren Heilung einstellen zu können.“ (Neidhöfer/Mathes/Neidhard 2006, S.125)
        Könnte mir bitte jemand zu dem oberen Punkt (ärztliche Orgonomen) nochmal mehr Informationen geben? Stand nicht schon mal was hier im Blog? Und sich auf jemanden einstellen können ist ja auch abhängig von gemeinsamen Vorerfahrungen, wenn es um soziale Aspekte eines Menschen geht, von daher kann nicht jeder Therapeut jedem Klienten gleich gut helfen.

  4. Jonas Says:

    Zu Neidhöfer:

    http://www.welt.de/regionales/hamburg/article4494927/Macht-Geld-und-Sex-lenken-von-Gott-ab.html

  5. O. Says:

    Nun wenn ich denke, ich sei schon mit allen Wassern gewaschen, ist dieser Beitrag doch einmal mehr schockierend, da die Berliner „Reichianischen“ Körpertherapien mit diesem Gedankengut durchsetzt waren/sind. SKAN nach Neidhöfer galt als eine der „Reichianischen Therapieschulen“.
    Fasse ich einmal zusammen, welche „Reichianer“ sich mit esoterischen Gedankengut auf der Suche nach der „Erleuchtung“ der Reichschen Idee von orgastischer Potenz bedient haben und Reich propagierten, hier auch den einen oder anderen ansehlichen Beitrag zustande brachten, um später Wilhelm Reich für sich zu okkupieren und ihn mit Esoterik zu verbinden. Die Namen lauten: Neidhöfer, Lassek, Buhl, Fuckert, Trettin, Fischer, Knapp-Diederichs, Senf und ihre „ausgebildeten“ Schüler.
    Ihre Organisationen heißen Wilhelm Reich Institut, Wilhelm Reich Initiative, Wilhelm Reich Gesellschaft, Zentrum für Orgontherapie, Ströme Zentrum – von denen es meist mehrere gibt.

    Was kann man tun, wenn man etwas über Reich wissen will?
    1. Wilhelm Reich selber lesen.
    2. Abstand zu genannten Insitutionen nehmen.
    3. Diesen Blog verfolgen, auch wenn er nicht immer leicht zu verdauen und zu verstehen ist.
    4. Vorsichtig Kontakt aufnehmen zu ausgewählten Personen, die kein Sendungsbewußtsein haben, sondern inhaltlich interessiert sind, wie man selbst.

    • Jonas Says:

      Im Hinblick auf den zitierten Neidhöfer kann man vielleicht noch hinzufügen:
      5. Halte Dich fern von Leuten, die sich selbst als „orgastisch potent“ bezeichnen.

    • Jean Says:

      wenn man nun über Therapie nachdenkt, sieht es ja in D schlecht aus. Gibt es mittlerweile außer Dr.Nicola noch weitere fundiert ausgebildeten Orgonomen?

      • nasselstein Says:

        In ganz Europa gibt es Dr. Foglia in der Schweiz, Dr. Nicola in Turin, Dr. Chassapi in Thessaloniki (plus zwei oder drei weitere in Griechenland). Ähhh, mehr fallen mir im Moment nicht ein.

  6. Jonas Says:

    „…aber langfristig stirbt das Energiesystem aus Frustration ab, es kommt zu keinen Expansionsimpulsen mehr und es entwickelt sich langsam aber sicher eine Schrumpfungsbiopathie.“

    Mich würde wirklich interessieren, ob es tatsächlich Studien zum Zusammenhang von Meditationspraktiken und Krebs gibt. Natürlich muss allein schon die Fragestellung vor dem herrschenden Wissenschaftsparadigma als absurd gelten, aber erforscht wird ja alles mögliche.

    Kennt jemand etwas in der Richtung?

    Das wäre etwas, was man den angeblich positiven Wirkungen von Meditation, die manche Neurowissenschaftler entdeckt haben wollen, entgegensetzen könnte.

    • O. Says:

      Seit Jahren beobachte ich aufmerksam Yogalehrer und Yogapraktiker. Und ich komme zum Schluss (natürlich ist das nur deskriptiv), dass die, die mehrmals wöchentlich Yoga machen gehäuft (!) Krebs bekommen. Ich sehe da einen klaren Zusammenhang, den ich bei anderen Methoden noch nicht so beobachtet habe. Auch bei dem Taoyoga waren bunt gemischte Gesundheitsrisiken (chronisch Erkrankungen) zu erkennen. Und Levashovs (hab ihn wohl falsch geschrieben) Geistheilung ist der Killer schlecht hin.
      Meditationen sind übertrieben angewendet wohl kaum förderlich, aber da habe ich zu wenig Kontakt zu und es gibt zu verschiedene Meditationen.
      Wissenschaftliche Untersuchungen sind meist im Blick auf wenige Hypothesen eingeschränkt und haben nach solchen Zusammenhängen noch nicht gesucht, denke ich.

      Das Energiesystem in eine Richtung zu pushen und dann hierin verharren zu lassen muss zu DOR im Körper führen und das führt zu Krebs. Daher sind Techniken mit „energetischen“ Anwendungen nicht per se positiv, sondern oft sogar lebensnegativ – gesundheitsschädigend.

      • Klaus Says:

        „Daher sind Techniken mit ‚energetischen’ Anwendungen nicht per se positiv, sondern oft sogar lebensnegativ – gesundheitsschädigend.“
        Ja. Dass nicht alles, was mit ‚Energie’ arbeitet, im orgontherapeutischen Sinne zu wünschenswerten Ergebnissen führt, wird immer wieder übersehen. Auch ist die Meinung verbreitet, Orgonzufuhr vertrage sich mit ‚energetischen’ Methoden gut, mit anderen häufig nicht. Dass gerade ‚energetische’ Nutzungen einander im Wege stehen können, liegt jedoch nahe deshalb, weil sie nicht das gleiche Ziel zu haben brauchen .
        Ich erinnere mich an eine koreanische Akupunkturärztin, die zu mir meinte, sie habe keine Bedenken, ein Orgonkissen neben ihrer Akupunktur zu verwenden. Ich wollte damals Akupunktur einmal probieren und hatte gerade Bedenken, WEIL ein partiell angewandtes ORAC-Gerät vielleicht etwas Ähnliches nutzt. (Inzwischen habe ich andere Bedenken gegenüber Akupunktur, gegenüber gezieltem Einwirken auf ‚Energiebahnen’ überhaupt.)

  7. Jean Says:

    http://www.samuel-widmer.ch/html/index.php?id=53
    Zeigt noch eine weitere Art der Therapie, die vom Becken ausgeht, und die Sehnsucht nach einer menschlichen, „besseren“ Welt ins Zentrum stellt. Wenn ich so etwas lese, spricht es immer meine latenten Größenfantasien an – wäre es nicht wunderbar, mit den richtigen Leuten endlich die Liebe zu leben?
    Das macht diese Richtung so verführerisch, während die Botschaft Reichs einen eher wieder auf sich selbst zurück wirft.
    Könnte natürlich auch sein, dass Herr Widmer einen anderen Weg gefunden hat, aber die frühe Freisetzung der Beckenergie hinterlässt bei mir ein ungutes Gefühl.

    • David Says:

      Besagte Seite

      http://www.samuel-widmer.ch/html/index.php?id=53

      nimmt weiter unten auch Bezug auf ein so genanntes „Krieger“-Tantra, Krieger hier im Sinne von Castaneda und ähnlichem; angeblich geht es darum, dem eigenen „Schatten“ zu begegnen, also alledem im eigenen Charakter, was man unter allen Umständen gar nicht sehen oder wahrhaben will.

      In der Orgonomie würde das glaube ich Mittlere Schicht heißen. Also all das Hinterhältige, Gemeine, was in einem drin steckt sehen zu lernen zuzugeben ist doch eher gut, oder?

      Zugeben vielleicht auch im Sinne der AA oder anderer Zwölf-Schritte-Gruppen: 1. Wir haben zugegeben, dass wir gegenüber … machtlos waren und unser Leben nicht mehr meistern konnten …

      • David Says:

        1. … dass wir machtlos waren …

        Also die Kapitulation ( was – des falschen Selbsts?), durch welche ein Loslassen, eine Veränderung überhaupt erst möglich wird?

  8. David Says:

    Der Organismus weiß, daß das genitale Ventil funktionstüchtig ist und hebt entsprechend sein Energieniveau an!

    Für viele junge Menschen gibt es, in der Zeit wo die Geschlechtsreife eintritt, abgesehen vom Onanieren keine Sexualität; es ist kein Platz dafür.

    Ich hatte Hamid Abdel-Samad erwähnt, der sich wünschte, der Trieb – und die Potenz – würden ihm vorübergehend für die Dauer einiger Jahre oder Jahrzehnte genommen, bis der Studienabschluss da ist – oder wenigstens bis zur Heirat.

    Ich selbst wünschte mir das als junger Mensch – zumindest zeitweise – auch, denn ich sollte ja nicht Sex haben, Sexualität leben, erleben, sondern einen Studien- oder Ausbildungsabschluss bringen.

    Ich wünschte mir also, dass das Ventil nicht etwa eingeschränkt funktioniert, wie es der Fall ist in einem Leben mit nur Selbstbefriedigung, sondern dass es überhaupt nicht funktioniert.

    Dabei gab es in meiner Familie keine strikten Verbote, sondern es wurde, vor allem vom Vater, einem sehr unterdurchschnittlich leistungsfähigen Neurotiker, eine gewisse Leistungs-Ideologie immer wieder doziert.

    Kurz: Partnerschaft vor Studienabschluss – und vor den ersten Berufs-Jahren – ist zwar nicht verboten, aber ein ganz ungewöhnlicher Glücksfall.

    Das hatte ich strikt verinnerlicht.

    Frage aus heutiger Sicht: wie kann man so blöd sein??

    • Denis Roller Says:

      Die Gedanken sind meinen teilweise sehr ähnlich. Ich finde das gar nicht so blöd. Eher tragisch. Es gibt zu wenig Vorbilder in der idealen Richtung. Die pubertäre Unsicherheit gepaart mit der allseits gesäten „Geilheit“ in unserer pornographisch verseuchten Gesellschaft, macht entweder einen Dauerwixer oder Mönch aus Dir als Heranwachsenden. Der schwierige Zwischenweg des selbstbewussten, leistungsfähigen Beziehungsmenschen ist in der Jugend mit seinen Herausforderungen, verdammt schwierig zu leben! Selbstregulation ist das Ideal! Und genau deshalb ist Pornografie so scheiße! Genitalität beginnt bei den wesentlichen Funktionen vor der eigenen Nase, ob die nächste Klausur oder die Klassenkameradin in die man verliebt ist- und nicht in realitätsfernen Phantasien oder Gewohnheiten mit Dir allein, die machen nur einen unmotivierten „DOR“- Tümpel aus deinem Leben. Und der eigentliche Orgasmus ist nicht das abspritzen nach der pornographischen Erregung, sondern die gute Note oder das gelingende Verliebtsein zu zweit, nur eben „Prä- genital“. Das A und O bei alledem ist immer der Kontakt. Ausbildung, Studium, Schule, geht doch alles auch zu zweit, aber genau dafür muss ich eben in bestimmten Segmenten „ungepanzert“ sein, und um in vielen Segmenten, wie bspw. dem Augensegment oder dem Brustsegment „ungepanzert“ zu funktionieren, muss ich mich eben zum Schutz in anderen Segmenten, vor allem dem Becken, panzern. Von daher finde ich die Einstellung Deines Vaters echt ok. Ist gut so, solange ich „von oben nach unten“ für Bedingungen sorgen kann, die bspw. in einer gelingenden Beziehung dafür sorgen, dass die „funktionelle Panzerung“ im Becken durch ein befriedigendes Liebesleben „ersetzt“, sprich: schrittweise aufgelöst wird. Bereits Jesus hat genau das gepredigt. NUR- wenn ich überall gepanzert bin, nur nicht im Becken, bin ich ein dekadentes „Arschloch“, das fernab der Realität in irgendwelchen Scheinfunktionen vor sich hin wurstelt. „Kontakt zum lebendigen Leben“, zwischen Arbeit und Liebe pendelnd, kann nur von oben nach unten funktionieren. David, das ist das Problem heutzutage schlechthin, nicht nur meines oder deines, die autoritäre Struktur des „Heiraten- müssens“ ist weg, stattdessen regiert die anti- autoritäre Bedeutungslosigkeit und Permissivität pornographischer Scheiße. 1 und 1 zusammen zu zählen, sich einen „Lebenspartner“ zu suchen, scheint logisch immer naheliegend, aber neurotisch bedingt sehr unwahrscheinlich. Heutzutage regieren Millionen andere Prioritäten, jeder ist unendlich differenziert individualistisch (siehe auch: Der Kult der Expansion), aber sich durch ein befriedigendes „Schul-„, „Arbeits-“ oder „Studentenleben“ IN KOMBINATION mit einem befriedigenden „Liebesleben“ zu identifizieren, ist selten- ist aber doch gar nicht so schwer. Warum wird dieses Ideal dann so selten gelebt? Weil die Leute flächendeckend okular blockiert sind.

    • O. Says:

      „Weil die Leute flächendeckend okular blockiert sind“???
      Warum wird nur auf das eine Segment geschaut? Mein Tipp: Lest die „Charakteranaylse“
      Man kann unter Freuds „Überich“-Forderung nach Sublimierung oder Reichs beschriebener Charakterpanzerung – als verinnerlichten Kompromiss des Grundkonfliktes zwischen eigenem Sexualtrieb und der versagenden Außenwelt – die Erklärung dafür finden, warum ein Mensch (Mann oder Frau) derart gepanzert (und blockiert) ist, dass man den Kontakt zum anderen Geschlecht nicht (mehr) wagt oder aufschiebt für später – nach dem Abschluss von …

      Hier wirkt noch immer die gleiche versagende authoritäre Gesellschaftsform. Eine Antiauthoritäre, sexualisierte Umgangsform unterscheidet sich nicht von der sexualunterdrückenden Form. Beide sind verschroben und kontaktlos.

      • Denis Roller Says:

        Sicher, aber speziell die „Pornographische Seuche“ heutzutage zeugt von „okularer Panzerung“, gut, auch sehr stark von „Brustpanzerung“. Klar, es gibt „sieben“ Segmente und dementsprechend viele Charakterfomen, völlig richtig.

  9. David Says:

    In:

    https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2012/10/05/die-sexuelle-revolution-heute-teil-2

    hat Peter geschrieben:

    Gute Erziehung im sexualökonomischen Sinne meint, daß die primären Antriebe des Kindes nicht nur geduldet, sondern auch gefördert werden. Dies führt zur Ausformung einer genitalen Charakterstruktur, die in der Pubertät zur natürlichen Loslösung von der Familie führt.

    Unter besagten Bedingungen gibt es auch keine Latenzphase. Manche sagen, dass die komplett unnatürlich sei.

    Meines Erachtens gibt es zwischen der phallischen Phase der Kindheit und der Pubertät, also im Alter von 7 bis 11 Jahren, sehr wohl eine wichtige, ganz spezielle Phase.

    Liebe, Arbeit und Wissen sind – wie sagte Reich – die Grundlage unseres Lebens? Wie ich glaube, entwickeln sich in besagtem Lebensabschnitt – im Falle einer gesunden Entwicklung – vor allem das Wissen und auch die Fähigkeit zu arbeiten, während die psychosexuelle Entwicklung nur ganz langsam vorwärts geht.

    Es ist also zwischen 7 und 11 eine wichtige Phase vorhanden; jedoch scheint mir, dass – im Falle einer gesunden Entwicklung – „Latenzphase“ ein völlig falsches Wort ist, weil ja tatsächlich sehr viel geschieht.

    Es gibt – vor allem in den „reichen“ Ländern – Neurotiker, bei denen im Erwachsenenalter die Fähigkeit, den eigenen Lebensunterhalt selber zu verdienen, sehr schwach oder gar nicht vorhanden ist; dies bei körperlicher Gesundheit und normaler bis hoher Intelligenz.

    Meist ist hier, wie ich glaube, besagte Phase falsch verlaufen infolge einer so genannten „frühen“ Störung, die mit den oberen Körpersegmenten zu tun hat und die schon vorher, also lange vor dem Alter von 7, vorhanden war.

    Denis Roller hat gesagt:

    Die Gedanken sind meinen teilweise sehr ähnlich. Ich finde das gar nicht so blöd. Eher tragisch. Es gibt zu wenig Vorbilder in der idealen Richtung.

    Hier kommt noch dazu die außergewöhnlich langen Ausbildungszeiten in den westlichen – auch den ehemals kommunistischen – Ländern (am längsten sind sie in Deutschland, was uns Deutsche auch auf dem Welt-Arbeitsmarkt einigermaßen konkurrenz-unfähig macht), die wir weitgehend der – vom modern-liberalen Charakter verschuldeten – Bildungsinflation zu verdanken haben.

    Der gesunde Mensch – in einer gesunden Gesellschaft und Wirtschaft – wird bereits mit 12 bis 14 Jahren die Fähigkeit erreicht haben, seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, und zwar voll und nicht nur teilweise.

    In dem von mir eingangs geschilderten Konflikt wird dieser Mensch (Mann) also nicht, oder nur für ganz kurze Zeit, sein.

  10. David Says:

    Was? Mit 12 bis 14 Jahren? … ? … Gut, möglich wär’s, klar. Aber ideal? Vielleicht…

    Ich hatte dabei zunächst an Stammeskulturen wie die auf den Trobriand- Inseln gedacht.

    Aber auch in Deutschland – ich hatte die außergewöhnlich langen Ausbildungszeiten erwähnt – gibt es Menschen, die relativ früh an selbst verdientes Geld kommen. Das sind vorwiegend die Lehrlinge, die nach Haupt- oder Realschule mit ungefähr 16 Jahren das erste selbst verdiente Geld in der Hand haben.

    Welcher US-Amerikaner der Mittel- oder Oberschicht – mit denen ihrem System der überwiegend schulischen Berufsausbildung – hat mit 16 schon selbst verdientes Geld in der Hand?

    Klar verfügen die über relativ viel Geld – vielleicht sogar schon über eine Kreditkarte, die das Schuldenmachen sehr vereinfacht? – aber selbst verdientes Geld?

    Der US-Unterschichtler bzw. Bewohner eines Slums der USA, welcher sich vielleicht zum Teil durch Gewaltkriminalität unterhält, ist zwar sozial und orgonomisch nicht gesund, aber vielleicht doch etwas näher als am gesunden als der, welcher ausschließlich über nicht selbst erwirtschaftetes bzw. erkämpftes Geld verfügt.

    • O. Says:

      Das 80-er Jahre Konstrukt kapitalistischen Denkens vom „verdienten Geld“ hat sich nach 30 Jahren „Globalisierungstamtam“ verflüchtigt zu einer 3,50 – 6,00€ Wertschätzung einer Arbeitsstunde, dessen Gegenwert Verschuldung (wirtschaftliche Versklavung) ist.
      Das noch vorhandene Geld kann nur noch als „erkämpft“ im Sinne Stirners angesehen werden, wenn man es zu verteidigen in der Lage ist.

      Nur in einer sozialen Utopie wie der Arbeitsdemokratie von der wie nie weiter entfernt wurden wie heute, kann man über einen „verdienten Gegenwert zur Arbeit“ nachdenken, der vielleicht nicht mehr auf einem Geldsystem beruhen sollte.

      Es kann auch eigentlich gar nicht sein, dass Hausfrauentätigkeiten und das Aneignen und Mitgestalten von Wissen (Studium) unbezahlt bleiben und sich Studentinnen und Studenten postituieren müssen, um das Geld für Gebühren, Bücher und Unterhalt auf sich zu bringen.

      Das „Verdienen“ ist abhängig von den vorhandenen Möglichkeiten hierzu, die weiten Kreisen, die nicht dem erlauchten Kreis korrupter Mafiasystem zugehörig sind, verwehrt wird.

      Natürlich kann man mit 14 Jahren arbeiten, doch hier vergisst man, dass bereits jedes Kind im Kindergarten und in der Schule versucht täglich sein Bestes zu geben und hart daran arbeitet, die schier ver-rückte Welt zu begreifen. Jedes der kleinen Wesen weiß sehr genau, um welchen Überlebenskanpf es geht, um zu einer bestimmten Schicht zu gehören. Und wenn es nicht längst mehr um die Geld verdienende Schichtzugehörigkeit geht, sondern nur noch um das Erreichen einer „Bildungsschicht“ für das man später einmal noch sein Brot bekommt, vielleicht auch ein Dach über dem Kopf hat und nicht (so häufig) frieren, dursten und hungern muss, während andere im Müll nach Nahrung suchen oder an der Tafel anstehen.

      Und wer glaubt, ich würde hier masslos übertreiben, schaue doch mal in seinen eigenen Kühlschrank, sofern er ihn selber bestückt, und auf sein Konto. Dann stelle er sich seine morgige Kündigung vor, um zu wissen, wieviel finanzielle Ressourcen übrig sind.
      Und der, der glaubt sein Konto hat ein schönes Polster, darf sich die kommende Bankenkrise vorstellen und die Farbe seiner Lebensmittelkarten.

      • Marco Says:

        Oje, hier geht jetzt aber einiges durcheinaner, obwohl mich die Richtung der Überlegungen sehr interessiert. Die eigentliche Frage, der hier ausgewichen wird, ist doch: Was kann ICH selbst JETZT tun, wenn das alles gesehen wird.

        Dazu ist aber besser, nüchtern zu bleiben als gleich resignativ herumzuplärren. Ich kenne diesen Antrieb von mir selbst, aber so wird 1.) Niemand auf ein Problem aufmerksam und daran interessiert und 2.) kommt für einen selbst und auch für andere nichts heraus.

        > 80-er Jahre Konstrukt kapitalistischen Denkens vom “verdienten Geld”

        Das verstehe ich nicht, auf was beziehen Sie sich hier? Einkommen durch eigene Tätigkeit ist doch kein Konstrukt. Wenn ich einen Garten bepflanze ist das ein „Einkommen“ durch eigene Tätigkeit. Wenn ich die Früchte nicht selbst esse, sondern verkaufe ist das ein davon abgeleitetes Einkommen und ich würde das ziemlich genau unter dem Begriff „verdientes Geld“ einordnen (zuersteinmal unabhängig davon, was mit ‚Geld‘ gemeint ist und auf welchen Grundlagen es fußt).

        Ausbeuterische Stundenlöhne sind eine Folge von zuwenig Arbeitsdemokratie: Fehlendes Verständnis, Selbststeuerung und Mobilisierung zur Durchsetzung eigener vitaler Interessen.

        > Das noch vorhandene Geld kann nur noch als “erkämpft” im Sinne Stirners angesehen werden, wenn man es zu verteidigen in der Lage ist.

        Das „noch vorhandene Geld“ ist ein Mißverständnis, es gab niemals zuvor in der Geschichte „mehr Geld“ als heute.

        Ja, und wie ist man in der Lage „sein Geld“ zu verteidigen?

        Individuell: Indem man es aus dem Einflußkreis der Geld-Mafia entzieht. 1.) Keine Schulden machen, bzw. zurückzahlen. 2.) Vorhandene Werte umwandeln in Formen, die nicht verfallen, z.B. Edelmetalle, Kunstgegenstände, wertvoller Wein, was weiß ich… eher keine Immobilien, da sich diese schwerer bis gar nicht dem faschistischen Geldsystem-Staats-Konstrukt entziehen lassen.

        Gesamtheit: Abschaffung eines Geldsystems, das auf Verschuldung und faschistisch-zentralistisch gesteuertem, staatlich organisiertem und gedecktem Massenbetrug beruht. („Die (Zentral)Bank (und ihre Hintermänner) gewinnt immer.“ „Gelderzeugung“ aus dem Nichts und Einforderung von Zinsen auf dieses Nichts.)

        Änderung hin zu einer Lösung, die eine Arbeitsdemokratie befördert: Freies Marktgeld (Free Banking), Abschaffung jeglicher zentralistischer Geld-Organisation. (Zum Verständnis s. wertperspektive.de)

        Geld ist kein politischer Gegensatz von Markt und Wirtschaft wie das heute mißverstanden wird, also insbesondere kein Objekt „politischen“ „Machens“, sondern ganz im Gegenteil ein untrennbarer Teil der Wirtschaft (die in meiner Sicht ein eher untergeordneter, „biologischer“ (prä-genitaler) Teil zur Erhaltung und Befriedigung notwendiger Grundbedürfnisse ist anstatt so ein Fetisch, wie er heute ist) soetwas wie ein Symbol für Lebenskraft.
        Genital, also wirklich erzeugend und lebendig (gesund, auch kulturell, künstlerisch, usw.) wird eine Gesellschaft erst jenseits eines Primats der Wirtschaft.

        Alle Utopien, die Geld per se als „schlecht“ verdammen und ausschließen, verkürzen die Fragestellung ohne sie zu beantworten – außerdem bleiben sie ja offenbar unproduktiv. Man will sich anscheinend damit nicht beschäftigen, weil es eine Änderung und Wachsen bei sich selbst voraussetzt. Selbst Wert schaffen zu können und für diesen Wert einen Gegenwert einzufordern ist ein wichtiger Teil von „Selbststeuerung“. Einfach nur ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ zu fordern kann nur einer sozialistischen, kontaktlosen Vorstellung entspringen, die selbst nicht zum eigenen Hinterfragen und Erarbeiten fähig/bereit ist.

        Wie Haushaltende Ehepartner und Wissenschaftler ihren Unterhalt bestreiten können ist eine untergeordnete Fragestellung, die sich ganz anders darstellt, wenn das unterliegende Problem (und von mir aus auch CFP) erst einmal erkannt und gelöst wird – nämlich das Geldsystem und der damit zusammenhängende Wohlstandsverlust und die automatische Akkumulierung von unverdienten „Werten“ bei der Geld-Mafia.

        In einer Arbeitsdemokratie – und dazu zähle ich ein auf tatsächlich vorhandenem Wert beruhendes Geld – ist es einem gesunden Mensche auch möglich, mittels seines Einkommens seine Familie zu ernähren und etwaige andere, die sich nicht selbst kraft Ihrer Leistung versorgen können (Kinder, Kranke, Alte).

        Ist Werterzeugung an ein Mafiasystem gebunden? Nein. Nur der Gegenwert/Geld ist an das System gebunden. Auch Erwerbsarbeit bei Betrieben, die zu sehr mit dem faschistischen Polit-und Geld-Mafia-System verbunden sind (Multinationale Konzerne), führt in die Unfreiheit und das Gefühl der eigenen Hilflosigkeit/Angst/Kontaktlosigkeit.

        Eine einzige Möglichkeit sehe ich noch: Eine Art Parallelgesellschaft durch Aufbau persönlicher, vertrauensvoller Netzwerke mit anderen, deren Dienste ich benötige (Nahrung, med. Versorgung, Lieferanten) und Bezahlung/Verrechnung der gegenseitigen Leistungen mit alternativen Geldformen (Edelmetalle/Bitcoin/etc.)

  11. David Says:

    O. hat gesagt:

    Nur in einer sozialen Utopie wie der Arbeitsdemokratie von der wie nie weiter entfernt wurden wie heute, kann man über einen “verdienten Gegenwert zur Arbeit” nachdenken, der vielleicht nicht mehr auf einem Geldsystem beruhen sollte.

    Die Arbeitsdemokratie ist, wie Peter neulich hier im Blog meinte, keine Utopie, sondern eine Realität im Bereich von Wissen und Arbeit, die aber, wie auf dem Gebiet der Liebe die Genitalität, weitgehend verschüttet ist. Sogar in Nordkorea würde die Arbeitsdemokratie – bzw. Reste von ihr – existieren.

    Was das Wort „verdient“ betrifft, ist es im Deutschen ein wenig moralisch. Mir scheint das englische Wort „earn“ besser; Geld einstecken, einheimsen, vielleicht hat es etymologisch mit unserem Wort „ernten“ zu tun.

    Es kann auch eigentlich gar nicht sein, dass Hausfrauentätigkeiten und das Aneignen und Mitgestalten von Wissen (Studium) unbezahlt bleiben und sich Studentinnen und Studenten postituieren müssen, um das Geld für Gebühren, Bücher und Unterhalt auf sich zu bringen.

    Hausfrauentätigkeit und ähnliches sollte nicht unbezahlt sein. Das patriarchalische, alte System, wo Vater fürs Geldverdienen zuständig war und der Mutter gab, was die brauchte, ist kaputt und funktioniert nicht mehr. Überdies führte es, wie schon Wilhelm Reich geschreiben hat, zu einer starken finanziellen Abhängigkeit der Frau vom Mann.

    Das Aneignen von Wissen, so sagt man in konservativen Kreisen, sollte überhaupt nicht bezahlt werden; im Gegenteil, es sollte viel Geld kosten, teuer sein, denn der Betreffende bekommt ja etwas Wertvolles. Aber: ein System, wo das so ist, hat üble Folgen:

    viele können dann, wie im Mittelalter, wo der Lehrling nichts bekam, sondern er – oder dessen Eltern – zahlen mussten, gar keine Ausbildung machen; die Folge: Fachkräftemangel! Was also nicht nur dem Einzelnen, sondern der Gesellschaft insgesamt weh tut.

    Dass gelegentlich Studentinnen und Studenten sich prostituieren, hat damit zu tun, dass vom traditionellen System her (heute gibt es BAFöG aber das hört schon nach acht Semestern auf) nicht vorgesehen ist, dass der / die Studierende seinen Lebensunterhalt selbst verdient.

    Andere machen zwar „reguläre“ Studentenjobs, wodurch sich das Studium verlangsamt, was ansich nicht so schlimm ist. Aber in einigen wenigen, extremen Fällen führt die Jobberei sogar zum Studienabbruch! Und da wird’s problematisch.

    Das traditionelle System ist unnatürlich, weil – ich hatte über die so genannte „Latenz“-phase geschrieben – im Falle einer gesunden Entwicklung der junge Mensch schon mit elf bis vierzehn Jahren wünscht, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen oder zumindest erheblich beizutragen.

    Darüber hinaus hat der Umstand, dass für Studenten das Verdienen des eigenen Lebensunterhalts traditionell eigentlich nicht vorgesehen und daher auch schwierig ist, eine ökonomisch-gesellschaftliche Folge: Akademikermangel!

    Eins muss ich noch zugeben: zum Thema „Tantrischer Reichianismus“ ist das ganze einigermaßen „off-topic“; es verdient ansich ein eigenes Thema …

    • David Says:

      eine ökonomisch-gesellschaftliche Folge: Akademikermangel!

      eben wegen der Studienabbrüche bzw. weil jemand infolge dieser Bedingungen mit dem Studieren meist gar nicht erst anfängt.

      Betrifft System in dem die Studierenden nichts oder nur wenig zum eigenen Lebensunterhalt beitragen: das kommt im Grunde noch vom Mittelalter, einer Zeit wo die Gesellschaft hierarchisch war, und auch kaum eine Mittelschicht hatte, sondern Unterschicht und sehr kleine Oberschicht – stimmt das?

      Wenn ja: Wollen wir das?

  12. Tzindaro Says:

    Deep breathing stimulates production of oxytocin in the body. This is seen in the deepening of breathing during childbirth, sexual intercourse, orgone therapy, and Hatha Yoga. Oxytocin facilitates bonding. This is seen in mothers bonding with their infant, falling in love with a sexual partner, the exagerated praise of the Yoga student for his guru, and the extreme transference found in orgone therapy, in which the patient becomes more or less permanently emotionally dependent on the therapist. The effect can last a lifetime, as can be seen in the fact that a mother due to the oxytocin released inher body while giving birth usually still remains bonded to her offspring long after the offspring has become an adult.

    Orgone therapy is dangerous because of this indestructable infatuation for the therapist caused by this chemical released by deepened breathing. This is especially dangerous in cases where the therapist holds strong opinions on subjects like politics, for example, the patient will often change his own views to conform to those of his master just as is seen in Yoga students who come to agree with their teacher’s religious ideology. This is most frequently seen in victims of the American Colege Of Orgonomy, a far-right political cult of Reichian therapists who hold the opinion that anyone on the political Left is mentally ill and needs further therapy until his political opinons conform to the right-wing opinions of his therapist.

    I think Reich was right in his descriptions of the neuromuscular armor and the process by which it develops, but since he did not understand the role of oxytocin released by deep breathing in facilitating bonding, he unknowingly devised a dangerous method of treatment that is not only not really effective, but can result in life-long mental slavery.

    Orgone therapy should be illegal because it is too dangerous in it’s present form. A safer and more effective method of utilizing Reich’s insights into human emotional fuctioning might someday be developed on a do-it-yourself basis using the Medical DOR-buster on oneself instead of dependency on another person acting as therapist.

    • David Says:

      Orgone therapy is dangerous because of this indestructable infatuation for the therapist caused by this chemical released by deepened breathing. This is especially dangerous in cases where the therapist holds strong opinions on subjects like politics, for example, the patient will often change his own views to conform to those of his master just as is seen in Yoga students who come to agree with their teacher’s religious ideology.

      Diese starke Beinflussung des Patienten durch den Therapeuten ist nicht neu. Wir kennen dies bereits von der Psychoanalyse.

      Wobei die Analytiker der meisten Schulen, angefangen von Adler, allfällig als eher links eingestuft werden.

    • Jean Says:

      Isn’t this is a strong argument against any form of therapy? As soon as there are two people together, and only one reveals his secrets and insecurities, there will be a imbalance of power between them. There are quite a few books about misuse of the therapeutic situation, and many therapists have supervision to minimize these effects.
      Even an experienced therapists of the aco started following mental healers, so there is always a danger of losing track.Or maybe he got it finally right and I am just too dumb to see;-)
      Maybe groups with people helping each other like the 12steps groups are better? But then again, they could easily develop into a mirror of society offering a platform for destructive characters without a structure for healthy development.
      So it is always a risk to open up to someone…

      • Tzindaro Says:

        Other forms of psychotherapy are also capable of being misused, but orgone therapy and it’s derivatives are more dangerous than most because of the deeper breathing encouraged, which stimulates secretion of oxytocin, a hormone that facilitates emotional bonding than can be permanent.

        The former president of the ACO you refer to, Dr. Richard Blasband, who ended up becoming a follower of an anti-Semitic Russian psychic healer, Nikolai Levashov, was always inclined to mysticism. He was a good friend of Trevor Constable, an Anthroposophist who was fired by the ACO for intentionally causing weather disasters with a cloudbuster while receiving funding from the ACO. Blasband also once had a temporary psychotic spell from holding onto a DOR-buster while treating a patient, according to Eva Reich, who was there at the time. So his longstanding predisposition to mysticism, which his collegues in the ACO and his training therapist, DR. Ellsworth Baker, somehow failed to realize was a pathology, played a role in his becoming a follower of a guru.

        Reich’s methods have been adapted to use in groups by several people, most notably by Charles Kelley in his version of Reichian therapy that he called Radix Education. Especially important was his re-defining the process as a form of emotional education instead of a medical-type treatment. In Radix, the teacher is in a more equal position with the student and the danger of the student becoming so dependent on him is reduced, though in light of the potential role of oxytocin production from the deep breathing employed, caution should still be advised.

        http://kelley-radix.org/

  13. David Says:

    Rechtfertigen tut Neidhöfer seine Auffassungen damit, daß doch bei der Genitalität nicht Stop sein könne, sondern die Entwicklung „nach oben“ irgendwie weitergehen
    müsse.

    Er ist schlichtweg nicht befriedigt.

    Er will eben immer mehr im Kopf erleben, geistige Welten halluzinieren usw. So wie die vielen Menschen, die Drogen nehmen, weil sie auf der Suche nach so etwas sind.

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