Ethische Dilemmata

Ethische Dilemmata sind eines der Mittel, mit denen wir in der Schule gequält wurden. Darf man die Wenigen schädigen, gar töten, um die Vielen zu retten? Man kann sich beliebig perverse Szenarien ausdenken. Darf ich den Kindergarten in die Luft jagen, um so das ganze Land zu retten? Und was ist, wenn meine Kinder dort sind!

Derartige Dilemmata sind unlösbar, weil man auf der rein intellektuellen (zerebralen) und oberflächlichen (d.h. der sozialen Fassade entsprechenden) moralistischen Ebene verharrt, statt ins Bioenergetische zu gehen. „Bioenergetisch“ bedeutet hier schlicht die Ebene des Handelns. Beispielsweise kann ein Arzt bei einem Zugunglück nicht lange überlegen, wen er mittels einer Notversorgung leben läßt und wen er aufgrund der aktuell knappen Ressourcen sterben lassen muß. Er muß spontan, „aus dem Bauch heraus“ handeln, genauso wie jeder Militär oder jeder Feuerwehrmann im Einsatz.

Selbst wo vergleichsweise alle Zeit der Welt ist, etwa bei der Trennung von Siamesischen Zwillingen, wobei einer der beiden die Operation mit Sicherheit nicht überleben wird, wird letztendlich nur die medizinische Zweckmäßigkeit entscheiden. Kaum anders geht die Umwelt mit uns um, mystisch ausgedrückt „die Evolution“. Alles andere ist neurotische Zwangsgrübelei.

Kindische, d.h. von der arbeitsdemokratischen und natürlichen Umwelt abgeschnittene, „Ethikkommissionen“ sind nur in einer immer neurotischer werdenden Welt möglich. Ob sie aber selbst in einer solchen notwendig sind, ist mehr als fraglich.

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4 Antworten to “Ethische Dilemmata”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Beispielsweise kann ein Arzt bei einem Zugunglück nicht lange überlegen, wen er mittels einer Notversorgung leben läßt und wenn er aufgrund der aktuell knappen Ressourcen sterben lassen muß.

    Er muss aber schon selektieren, wer benötigt sofort Hilfe, wer stirbt sowieso und wer kann noch warten. Dazu gibt es auch ein Verfahren bei z. B. Massenkarambolagen auf Straßen.

  2. Claus Says:

    „Derartige Dilemmata sind unlösbar, weil man auf der rein intellektuellen (zerebralen) und oberflächlichen (d.h. der sozialen Fassade entsprechenden) moralistischen Ebene verharrt, statt ins Bioenergetische zu gehen. „Bioenergetisch“ bedeutet hier schlicht die Ebene des Handelns. Beispielsweise kann ein Arzt bei einem Zugunglück nicht lange überlegen, wen er mittels einer Notversorgung leben läßt und wenn er aufgrund der aktuell knappen Ressourcen sterben lassen muß.“
    Schön und gut. Trotzdem wird man um Gesetzgebung nicht herumkommen, und die erfordert ethische Vorüberlegungen. Das lässt sich nicht durch bioenergetisches Aus-dem-Bauch ersetzen. Dabei geht es nicht darum, was das Handeln am Ende motiviert (Kopf oder Bauch), sondern darum, was gerechtfertigt ist. Ich finde dieses da oft etwas kindisch.
    Auch Roberts Hinweis ist zutreffend. Man muss immer irgendwas entscheiden. Dass das schnell gehen muss, ist klar. Aber Entscheidungen können besser vor dem Hintergrund argumentativen Wissens getroffen werden. Sozusagen Nietzsche -kontra-Medizinethik ist Unsinn. Gerade Mediziner rufen nach argumentativen Hilfen.

  3. Claus Says:

    Ethiker – zurzeit interessieren sie mich plötzlich doch nach langer Ignoranz – sind nicht immer von der Art des typischen Intellektuellen. Die ‚Apparate-Medizin‘ hat Argumentieren noch erforderlicher als je gemacht. Eine Verbindung Arzt/Philosophin ist Schöne-Seifert (hier ab 06.30 zum Umgang mit Emryonen):
    youtube.com/watch?v=LM9IWyQ6Igw

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