Anarchismus, Sozialismus, Kommunismus und Arbeitsdemokratie

Es gibt bedenkliche Bestrebungen Reichs Konzept von einer Arbeitsdemokratie mit einer imaginären „freiheitlichen“ Traditionslinie der Linken zu verknüpfen. Stalin und der Realsozialismus hätten nichts mit den wahren lebensfreundlichen Bestrebungen zu tun, die Reichs Konzept so nahe kämen – und außerdem: immerhin hätten Mao und Castro für vorbildliche Gesundheitssysteme gesorgt und so weiter und so fort.

Dazu ist zweierlei zu sagen: Erstens ist die Arbeitsdemokratie nicht nur ein Konzept bzw. eine „Vision“, sondern zunächst einmal eine Realität, die gegenwärtig nur überlagert wird. Von was überlagert? Von der Emotionellen Pest! Haben wir die Emotionelle Pest besiegt, ist automatisch die Arbeitsdemokratie da! Zweitens, dies bedeutet, daß sich so gut wie nichts verändert, wenn die Menschen von irgendwelchen sozialen und ökonomischen Zwängen befreit werden bzw. sich selbst befreien, denn die Emotionelle Pest ist in ihnen selbst verankert in Gestalt der Panzerung. Sie, die Panzerung, ist die Quelle der Emotionellen Pest! Wären die Menschen frei von äußerer Bedrückung, würden sie buchstäblich durchdrehen und unbewußt alles tun, damit „Stalin“ kommt!

Alles, was man tun kann, ist die existierende Arbeitsdemokratie, so wie sie jetzt konkret in den rationalen Arbeitsbeziehungen gegenwärtig ist, zu stärken und sei dies nur dadurch, daß sowohl sie bewußtgemacht wird (Reich sprach von „Fachbewußtsein“) als auch die Existenz ihres Gegenspielers, der Emotionellen Pest. Irgendwelche von Intellektuellen zusammengebraute Gesellschaftsmodelle und Utopien, mit denen sie das „Klassenbewußtsein“ anstacheln wollen (heute die Spaltung der Gesellschaft in lauter „Minderheiten“, etwa Schwule, Frauen, Migranten, etc.), sind wie dazu geschaffen, von dieser alles entscheidenden Aufgabe abzulenken, wenn nicht sogar sie ganz unmöglich zu machen. Man schaue sich doch bitte im linken Milieu um! Diese Menschheitsbeglücker distanzieren sich explizit von der Arbeitsdemokratie und unterstützen explizit die Emotionelle Pest.

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Eine Antwort to “Anarchismus, Sozialismus, Kommunismus und Arbeitsdemokratie”

  1. Tzindaro Says:

    What Reich describes as „work democracy“ is identical to what the Anarchist movement is advocating. Reich is very well known and highly regarded in Anarchist circles and the small-scale worker-directed communities they hope for and in at least a few cases already live in and practice are exactly what Reich wanted to see develop.

    Most Anarchists despise the communists as authoritarians, want nothing to do with a socialist government, and have no interest in Marxism or Leninism. And they DO NOT dress alike in black costumes, throw rocks at windows of business, or engage in other forms of street theatre. The so-called „Black Bloc“ that has co-opted the name are not Anarchists in the classical sense.They DO work against authoritarian tendencies in society, give aid to people in prison, and tirelessly advocate for a simpler, more just and humane world without national borders or large-scale enterprises, government or capitalist. Reich was attracted to Anarchism as a student, and following his involvement in the Communist Party, returned to it with his writings on what he called „Work Democracy“.

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