Schreibe und Charakter

In seinem 1968 verfaßten, aber erst 1992 posthum erschienenen kleinem Lehrbuch Eden’s Professional Writing Method Handbook (Eden Press, Careywood, Idaho) präsentierte Jerome Eden seine schriftstellerische Methode. Das bemerkenswerte an ihr ist, daß sie nicht vom Gehirn und von bloßen Worten, sondern von den Gefühlen ausgeht, die den Schreibenden bewegen. Bewegung ist der Schlüssel.

Eden versucht den Schreibenden mit der freien Natur und seinem eigenen Inneren in Verbindung zu bringen; in Kontakt mit der äußeren Bewegung und der entsprechenden E-Motion, die sich in Worten ausdrücken soll, die beim Leser die gleiche Emotion und das gleiche Vorstellungsbild hervorzurufen. Bei Edens Methode handelt es sich um eine eigenständige Anwendung und Fortführung von Reichs Äther, Gott und Teufel.

Das Lebendige … funktioniert jenseits aller Wortvorstellungen und -begriffe. (Wilhelm Reich Charakteranalyse, KiWi, S. 474)

Die Wortbildung selbst verrät den Zugang zum Problem, in welcher Weise sich das Lebendige ausdrückt. (ebd.)

Ich meine, es sollte (und es wird einmal) üblich werden, eine Aussage ebenso von der charakterlichen Struktur des Aussagenden her zu beurteilen, wie man sie heute nur von der Eleganz des Stils her zu beurteilen pflegt, oder wie man die Tüchtigkeit eines Chirurgen nach der Sicherheit seiner Hand beurteilt. (Der Krebs, Fischer TB, S. 393)

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