Was ist Kontakt?

Es regnet in Kyoto. Der junge Mönch spannt seinen Regenschirm auf und geht von der Meditationshalle über den Klosterhof zum Abt. Auf der Veranda streift er seine Sandalen ab und legt den zusammengefalteten Regenschirm neben sie, betritt die Klosterzelle und kniet vor seinem Meister nieder. Die alles entscheidende Frage steht im Raum, ob er nach Jahren der Zen-Meditation die Erleuchtung erlangt habe. Entsprechend erwartet er eine traditionelle Rätselfrage. Ein „Koan“, etwa ob ein fallender Baum im Wald ein Geräusch macht, wenn niemand da ist, der es hören könnte. Die Beantwortung zeigt dem Meister, ob das große Ereignis bereits eingetreten ist. Stattdessen frägt ihn sein Abt nüchtern, ob er den Regenschirm links oder rechts neben die Sandalen gelegt hat. Der vollkommen aus dem Konzept gebrachte Mönch kann die Frage nicht beantworten. Er war nicht achtsam gewesen, sondern in seinen Gedanken verloren, hat also nicht einmal die primitivste Grundlage buddhistischer Praxis verinnerlicht, die Achtsamkeit, geschweige denn, daß er die Erleuchtung erlangt hätte.

Ein Orgontherapeut würde eine ganz andere Frage stellen. Ihm geht es zwar auch zentral um die Frage, ob der Patient „wirklich da ist“, doch dreht sich diese Frage vor allem um ein Problem: Ist er mit seinen Emotionen in Kontakt? Also genau mit jenen Gefühlen, die man beim Zen ignorieren bzw. als neutraler Beobachter an sich vorbeiziehen lassen soll!

Orgonometrisch stellt sich das ganze wie folgt dar:

Koniasauge3

Der Mönch war auf seinem Weg zum Abt ganz „Erregung“, ohne darauf zu achten, was er tat, entsprechend war er nicht wirklich da. Er hatte keinen Kontakt.

Der Abt weist ihm den Weg zur „Erleuchtung“: er soll die Erregung ignorieren und ganz in der Wahrnehmung aufgehen („Achtsamkeit“). Doch das schneidet ihn letztendlich von seinen Gefühlen ab, d.h. er hat keinen Kontakt.

Der Orgonom frägt, nach den Kontakt mit den Emotionen, weil es letztendlich darum geht, d.h. um die Bewegung von Energie durch den Körper. Diese orgonotische Strömung ist das Gemeinsame Funktionsprinzip (CFP) von Wahrnehmung und Erregung:

Koniasauge4

Entsprechend ist die Grundlage wahrhaftigen Kontaktes das ungehinderte, d.h. ungepanzerte Strömen der Orgonenergie durch den Körper. Kontakt ergibt sich dann von selbst, entspricht den funktionellen Notwendigkeiten und braucht nicht durch Übungen erzwungen werden. Es ist nicht wichtig, wo genau man seinen Regenschirm hingelegt hat, solange man ihn wiederfinden kann.

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9 Antworten to “Was ist Kontakt?”

  1. Claus Says:

    Liegt jetzt nicht das Missverständnis nahe, Kontakt bestehe für den Orgontherapeuten darin, Erregung wahrzunehmen (statt sie einfach zu haben)? Mit einer bewussten Wahrnehmung der Erregung wäre man wieder bei der distanzierten Achtsamkeit, die die Erregung wahrscheinlich abtötet. Ähnlich: passives Beobachten des Atmens im Yoga.

  2. Jonas Says:

    Sind „Wahrnehmung“ und „Erregung“ synonym mit „Sensation“ und „Emotion“?

    • Claus Says:

      Ich glaube:
      weniger synonym als faktisch dasselbe.

    • Peter Nasselstein Says:

      Sensation und Emotion sind zwei Formen der Wahrnehmung, die auf unterschiedlichen Erregungsformen beruhen: Keiselwelle („energetisches Orgonom“) und orgonotisches System (Expansion/Kontraktion). Da aber Sensationen/energetisches Orgonom im Zentraen Nervensystem (= Wahrnehmung) zentriert sind, Emotionen/orgonotisches System im Solar plexus (= Erregung) hat natürlich auch Claus‘ Aussage was für sich – „faktisch“ sind sie aber nicht dasselbe….

      • Claus Says:

        Ich habe die Frage so verstanden, ob Wahrnehmung Sensation einerseits und Erregung Emotion andererseits entspricht; also nicht, ob Sensation Emotion entspricht.

        • Peter Nasselstein Says:

          Ja, so habe ich die Frage auch verstanden!

          Die Orgonometrie des ganzen findet sich in Orgonometrie Teil 1 und Teil 2. Ohne diese Aufstellungen kann man das ganze gar nicht nachvollziehen.Trotzdem nochmals: Erregung und Emotion sind faktisch nicht dasselbe, weil Emotion (und Sensation) vom Erregungsniveau abhängt. Wenn man „gedämpft“ ist, d.h.keine bioenergetische Erregung vorliegt, gibt es keine Emotionen (und Sensationen). Erregung ist die Voraussetzung von Emotion! Wahrnehmung und Sensation sind nicht dasselbe, weil Sensation (und Emotion) von der Wahrnehmung abhängt. Wenn der Stimulus ausbleibt wird auch nichts empfunden.

          • Claus Says:

            OK, also nicht dasselbe, aber Erregung ist Voraussetzung von Emotion und Wahrnehmung ist Voraussetzung von Sensation. (Kleine belanglose Ergänzung: Es gibt wohl Sensationen, die keine Wahrnehmungen sind, z.B. Halluzinationen und ähnliche scheinbare Wahrnehmungen).

  3. siskin Says:

    Kontakt!? Für mich als Christ bedeutet die Frage: Wo ist Meine Bibel? Als OrgonometrikerInn: Wo, wer, wie, was bin ich das Ich diese Frage stelle? Die Orgonomie ist ohne Reich tot. Der Rest mit PN, Konia, etc. (also ohne dem Orgontherapeuten meines Vertrauens) ist nur noch Lebenserhaltung. REICH IST TOT, und wir haben Ihn getötet. Toller Mensch – bringt Götter zur Strecke!

    Antwort: Es regnet immer. (Everytime it rains, you’re here in my head (besser heart). Like the sun is comeing out…[Kate Bush – Cloudbusting).

    Jesus, Reich, Stirner, Mettrie, Franck, uvm… sind die Lösung – die EP bleibt Das (Wesentliche) Problem des Menschen.

    AUSWEICHEN vor Dem Wesentlichen (at it’s best):

  4. Peter Nasselstein Says:

    Kontakt ist nur möglich, wenn die Erregung und die Wahrnehmung nicht durch immer gleiche Stimuli einschlafen. Man braucht Abstand. Entsprechend können nur Ausländer realisieren, was in diesem Land abgeht, welch ein Wahnsinn!

    http://www.pi-news.net/2016/08/video-eine-kanadierin-besucht-marxloh/

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